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Wiener Morgenzeitung · 1922-01-10 · Heft 1059 (10.1.1922) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1059 (10.1.1922)
Date
1922-01-10
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 1059 Banken Anglobank . . . Oest.-bosn. Dank Bankverein . , . Bodenkredit . . Brlt.-ung. Bank . Oesterr. Kredit . Ungar. Kredit . . Depositenbank. . Mähr. Eskomptcb. N.-Oest. Escotnpte Ung.Hypothekenb. Länderbank . . . Bonn. Landesbank Lotnb. u. Esc.-Bk. Mercur . . . . Oest.-ung. Bank . Uhlonbank . . . Ver;kehrsbank . . Wr. Kommerzialb. Zivnostenski . , 9.1. 5.1. 17700 18556. 7000 8200 9000 8925 11800 14700 9000 8300 11500 12500 21 '50 21050 4120 4280 55000 13500 1370Ö 3'90 3490 28700 250(0 72CÖ 7850 3400 3795 .5500 6jOOO 28000 29700 7300 7190 4700 4880 3220 3740 44500 43500 Transport-. werte Adria . . . . . — — Ausslg-Teplitzer. 82000 79200 Buschtehrader lit.A. 70600 80400 Buschtehraderllt.B. 38500 40300 Donaudampfsch. . 178000 Mordbahn . . . 320000 340000 Graz-KBflacher . 24000 29000 Kaschau -Odßrbgr. 27200 26900 Lembcrg-Czernow. 23950 23500 Lloyd ...... Navigazlone . . 138600 146000 Staatsbahn . . . 47500 45850 Staatsb. Genußsch. 20 00 19790 Lombarden . . . 16550 l 'OOO Südb.-BrioritLten 19830 18990 Bauwerte Altg.Baugesellscb. 11500 , 11300 Union Banges. . 10700' 10900 Wiener Bauges. , 11000 ' - Golleschauer , . 35000 35000 Königshofer. . . — 75000 »» Wien, Dienstag W1ERE3 KtOKUEWZEmorKQ Schlußkurse der Wiener Börse. 9.1. 5.1. 9. I. 5. L 9.1. 5.1. Perlmooser . . . 28000 26500 Wlenerberg.Zlegel •*- 39400 Brauereien Brunner Brauerei 12000 12000 Oößer Brauerei . - . - . Llcslngcr Brauerei 34500 76200 Sarajevo .... — 70000 Chemische Aussig chem. . . 60000 60000 Brosche . . . . 88900 91200 . Carbörundum . 39000 4-5000 Clotilde .... 35800 34760 Dynamit Nobel . 159500 162000 Jungbunzlauer . . »240000 276000 Kollner .... - IOCOOO Stickstoffwerke . 26000 27900 Teerap-A.-G. .. . 48000 5000. Vereinigte Drogen 8600 8700 Elektrizltätswerke A. B. G. Union. . 11995 11800 Brown Boveri . . 11950 11000 Vereinigte Elcktr. 18 00 20COO Ges. f. etektr. Ind. 16380 16500 Siemens .... 14350 15390 Elsen u.Metalle Alpine'. 59100 62°50 Austria .... 27500 27950 Berg und Hütten. 137700 140000 Egydyer .... Enzesfetder . . . 47500 19800 19850 FettenfiGultleaume 36000 43000 Greinitz .... Hutter & Schrantz 21500 24300 15800 15400 Kabel ..... 39400 40000 Krupp ..... Poldihütte . . . 35800 44500 35550 45000 Frager Eisen . . 125000 140^00 Pirna. 27950 29300 Skoda ..... 52700 5*000 Wangner .... 27000 25900 Waffen. 8400 9250 Kohlen- und Bergwerke - Prflxer Köhlen. . 66900 70000 Gran SzaSzvarer . 45900 — Nordung. Kohlen. - — Oberung. Hütten. 56000 56700 Rossitzär.... 30300 30007 Salco Kohlen . . 55400 58000 Trifaller Kohlen . 25550 26959 Ung. allg. Kohlen 110100 112500 Urikanv .... 60000 - Veitscher Magnesit - 260000 We«tböhmische . 49000 ' 42000 Wolfsegg-Trauent. 11C0O 11500 Maschinen und Waggons Astra. 32000 32500 Danek . Prünner Maschin. 335:0 39500 47000 45300 Daimler Motoren. 7200 8200 Fiat. Heid/Maschinen . 6995 6500 Hofheir österr. . 8990 8500 , ungar. . . 17450 17850 Slgl Lokomotlv . 25900 27900 Ruston . . . . 3~500 33300 Simmeringer . . 16000 17000 Papier Elbemühl.... 13900 14000 Leykam-Josefsth.. 29000 28000 Neusiedler . . . 130600 123000 Sieyrermüh!' , . 44800 46000 Petroleum Apollo . , ... 36500 34200 Fsnto Genf . . . 74600 81(00 I arpathen . . . 95000 121500 GaiiLia , » » . — — Schodnica . . « — ' 77500 Textil Cosmanos . . . 89000 89000 Landeis .... 6590 5850 Rothkostcietzer . 43300 44500 Tarboucbes . . « 105000 106000 Teppich Haas , « 15930 16900 Zucker Schoeller .... 137000 138000 Schönprlesner . , 57400 58000 Diverse Eisenbahnv. Vst. . ' 46000' 47500 „ ung. 23300 Wr.Waggonleih. . 25300 25400 Gerngroß.. . . . , Oesterr. Gummi . 7500 8050 32000 3 000 ’ Timber .... 56‘'00 57000 Vereinigte Holz . . 5050 5500 Türkenlose . . 32600 33900 Renten Mairente .... 118.- .119.- Februarrente . . 113.- 122.- Gest. Goldrente . 1C00.— 1710.- , Kronenrente 115.- 117.- Ung. Goldrente . , Kronenrente 2300.- 2100 Kriegsanleihen 2. ...... 78.- 80.- 3.. 76.— 75.- 4. ...... 92.- 92.- 4. Schatz .... 82.— 82.75 5. ...... 79.- 81.- 5. Schatz .... 95.- 95.50 79.- 81 — 6. Schatz. . . . 80.50 81.50 7. ...... 79.- 80.- 7. Schatz. . . . 81.- 81.65 8. . . . . . . . 7». - 8. Schatz. . . . 82.05 83.15 das hohe Defizit der Bundesbahnen nicht mitgerechnet. Neue Steuern will die Regierung nicht mehr auflegen, da die schwache Industrie dann völlig zusammenbrechen würde. Sie will durch Vereinfachung der Verwaltung und B e a m t e o a b b a,u die Ausgaben verringern. Die französische Seidenindustrie. Paris, 8. Jänner. (Privat.) Auf dem kürzlich abgehaltenen Kongreß der Seidenindustriellen erstattete der Präsident folgenden Bericht: Die Seiden a u s f u h r betrug 67.000 q im Jahre 1913, 62.000 q 1919, 77.000 q 1920 und zirka 57.000 q im Jahre 192L Dem Werte nach stellte sich„die Seidenausfuhr zur Q e s a m t ausfuhr wie folgt: Im Jahre 1913 429 Millionen Francs gegen 3600 Millionen, 1919 1560 Millionen gegen 7390, 1920 2140 Millionen gegen . 14.250 Millionen und 1921 (die ersten neun Monate) 1160 Millionen gegen 9580. — Aus den Zahlen ist zu ersehen, daß der Export wohl gesunken ist, daß , aber nach wie vor die Seidenindustrie die hervorragendste «ater allen Exportindustrien bleibt Ansgleichsbest&tlgung. Der zwischen der Firma Karl Streit & Co., fabriksmäßige Möbelerzeugung iii Wien, VI., MoIIardgässe 85a, und Ihren Gläubigern angestrebte Ausgleich erlangte die gesetzliche Majorität und wurde vom Wiener Handels- und Ausgleichsgericht bestätigt. Die Gläubiger erhalten eine Quote von 40%, statt ursprünglich 157«. Koeffizientenliste des tschechischen Zolltarlfes. Wie bekannt ist mit 1. d. M. in der Tschecho-Slowakei eine neue Liste von Zollkoeffizienten, mit welchen die Grundzölle des tschechischen Zolltarlfes 'multipliziert werden müssen, um den gültigen Zollsatz zu erhalten, in Kraft getreten. Diese Koeffizienten sind gegenüber den früher gültigen Zuschlägen fast durchwegs beträchtlich erhöht und erstrecken sich auf alle Zolltarifklassen. Eine vollständige Liste der alten uqd der neuen Koeffizienten kann in der Zollabteilung des Handelsmuseums, IX.» Berggasse 16, 2. Stock, eingesehen werden. Keine Konzessionen in der russischen Naphthaindustrie. Aus M o s k a u wird berichtet: Der Naphthakongreß hat sich fast einstimmig gegen die Erteilung von Konzessionen in der Naphthaindustrie ausgesprochen. Die Börsebesuchsabgabe. Da der Umrechnungskurs 1 Golkrone K 1410 berechnet wird, beträgt in der Zeit vom 9. bis 15. Jänner die Börsebesuchsabgabe K 141.003. ftoie Goldzirkulation in der Schweiz. Das Emide des Jahres sieht die Schweiz ahs des Land mit die«! höchsten Wahrung der We 11. Im Laufe. des Jahres sind sämtliche Devisen zurückgegangen, auch d‘er Dollar, der am 2. Jänmer 1921 noch mit 6.57 Fnamken in Zürich bewertet wurde, siteht seit einigen Wochen unter Parität, die 5.18 beträgt. Da mu«n. der Dollaifkufs für dein Goldpreis bekanntlich maßgebend ist. bedeutet dieser Tiefstand des Doüars, daß die Schweiz heute auf denr Weltmarkt, billiger Gold kaufen kann, als dem Werte des Golfranken entspricht, und daß der Goldim.port zum Zwecke der Prägung lohnend geworden iist. Es hat den auch in letzter Zeit eim Gcldimiport eingesetzt, der die Nationalt>am,k num veranlaßt hat, dee freie Gold- Zirkulation, die seit dem 1. Jänmer 1914. in d^r Schweiz aufgehört hatte, wieder zu gestatten. Seit einigen Tagen Nt wieder Gold im Umlauf, hauptsächlich sind es £ra<nframzösiscihe Zwanzig-Fradkeii-Stüöke. Wiener Börse. Nach. einer dreitägigen Verkehrsunterbrechung eröffnete die gestrige Börse zurückhaltend, was auf den günstigeren Stand der Reparat onsfrage in Deutschland zurückzuführen war. Hemmend auf das Geschäft wirkte ferner die Geldknappheit, der Rückgang der fremden Zahlungsmittel und nicht in letzter Linie die innerpolitische Lage. Sowohl in der,Kulisse als auch im Schranken suchte sich die Spekulation zu entlasten. Auf den meisten Gebieten waren Kursrückgänge zu verzeichnen. So verloren gegen den letzgemeldeten Stand Anglobank K 850, Oesterreichische Kredit K 1000, Siemens K 1040, Alpine K 3850. Rima K 1350, Skoda K 1300, Salgo K 2600 und Daimler K 1003. Dagegen wurden Länderbank K 3700 und Zivnostenska 10. Jänner 1922 Seite f ' ------> l banka K 1000 höher gehalten. . Den Staatsbahnaktieif kamen abermals Käufe für auswärtige Rechnung zugute^ deren Kurs sich um K 1700 bessert^ ferner gewannen* Lombarden ' K 1600 und Südbahn-Prioritäten I< 900. Itq Schranken büßten Boden K 2900,' die Aktien der Oester-! reichisch-ungarischen' Bank K 1709, Buschtehrkder Jit AJ K 10.403,-lit. B. K-i500, Nordbahn K 20.000, Graz-Köftecher1 K'5000,. Navigazione K 8000, Brosche K 3200, Carbörundum K 5000, Jungbunzlauer K 30.000, Felten & Guilleaume - K 7000, Prager Eisen K 15.000, Brüxer Kohlen K 4000*1 Danek und Simmeringer je I< 1000 und Türkenlose K 130Q im Kurs ein. Auch auf dem Petroleummarkte war einet schwächere Tendenz vorwaltend. Fant.o wurden um K 6400 und Karpathen Petroleum um K 26.500 billiger abgegebene Lediglich Westböhmische Kohlen wurden um K 7000 uns Neusiedler Papier um K 10.000 höher bewertet. Die lustlose? Stimmung erfuhr' bis zum Schlüsse keine Unterbrechung^ Renten lagen ruhig, bloß ungarische Kronenfente gewann 200 Punkte. Wiener Warenbörse. (Originalbericht der „Wiener Mprgenzeitung“.) ■ Oeffentlich wurden verkauft 10.000 kg Original Bieiberg^f Hüttenweichblei transit Wien zu 23 Mark per Kilogramm. Des ferneren gelangen zum öffentlichen Verkaufe heute am 10. d. M., 12 Uhr, 34.030 Stück neue Säcke, sowie Freitag am 13.'d. M., 12 Uhr, Schwefelnatrium 30/32. Wiener Schuhbörse. ’ ' (Originalbericht der „Wiener Morgenzeitung“.) Der Besuch an der gestrigen Schuhbörse war seitens der Sukzessionsstaaten ein besserer und trotz anziehender Preise hielten Angebot und Nachfrage ziemlich gleichen Schritt. Einige Schlüsse wurden per Frühjahr getätigt.. Es notierten: Herren s.t i e f e 1 Mackay und genagelt Rindsbox schwarz K 10.500 bis K 11.390, ebenso auch Naturleder und schwarzes Kuhleder Goodyear-Welt und haudrahmengenäht Boxcalf und Chevreau schwarz K 14.000 bis 15.000, Sportstiefel mit Lederfutter K 15.000. — Damen-1 Stiefel Mackay und ■ genagelt Rindsbox schwarz: K 10.000 bis 11.003, Goodyear-Welt und handrähmengenäht Boxcalf und Chevreau schwarz K 16.000 bis 17.000. —: Damen •halbschuhe Mackay und-genagelt Boxcalf und Chevreau schwarz K 9000, Goodyear-Welt und handrahmengenäht Boxcälf K 15.500. —■ Knabenschuhe Mackay und genagelt Rindsbox Naturleder und schwarzes Kuhleder K>9000 bis 10.000. — Kinderschuhe Rindsbox schwarz K 4500, Naturleder und schwarzes Kuhleder K- 4700. — Mä d ch e n s.chuh e Rindsbox schwarz K. 5200; Naturleder und schwarzes Kuhledef K 5400. —Köramerzware Herren-Rindsbox, Bergsteiger maschingenagelt K 7750,, detto in Goodyear Kronen! 12.650, Damen-Rindsbox Schnür maschingenagelt K 5500» detto in Goodyear K 11.000, Knaben-Rindsbox, Bergsteiger, . maschingenagelt K 16.100. detto in Goodyear K 8250. Leder. Es notieren: Vacheledergarnituren K 3600 bis 3700, Oberleder Boxcalf schwarz I. Qualität K 1800 bis 1850, II. Qualität K 1750 bis 178(3. Farbige >Boxca!f, inländische Ware-L Qualität K 2503 bis 2700, ausländische Ware I. Qualität K 3033 bis 3233, IL Qualität K 2800 bis 2903, Rindsbox L Qualität K 1400. Viehmärkte in St. Marx. (Originalbericht der „Wiener Morgenzeitung®.) Rindermarkt. Der gestriege Auftrieb - belief sich auf 652 Stück inländisches, 1398-Stück ungarisches, 11 Stück jugoslawisches und 273 Stück rumänisches, zusammen 2334 Stück Schlachtvieh, worunter sich 1671 Stück Mast- und 633 Stück Beinlvieh befanden. Der Gattung nach waren 1651 Ochsen, 114 Stiere, 567 Kühe und 2 BilffeL Außerdem wurden noch ,700 Stück angemeldet, die erst für den Donnerstagmarkt einlangen dürften. Die direkten Bezüge betrugen 021 Stück. Trotz einer Mehrzufuhr von 1100 Stück, an der einheimische und ungarische Provenienzen partizipierten, sind Primagorten neuerlich um K 50 bis 60 jler Kilogrammini Preise gestiegen. Mindere Qualitäten tendierten eher flauer. Es notierten Ochsen, prima K 760 bis 800, extrem K 850 bis 860, Sekunda K 700 bis 750, tertia K 580 bis 650, Stiere und Kühe K 580 bis 750,' extrem K 800, Beinlvieh K 360 bis 520 und Büffel K 680 per Kilogramm Lebendgewicht. — Borstenviehmark t. Nach den bisher vorliegenden Ausfertigungen und Anmeldungen dürfte sich der Auftrieb auf zirka 1400 bis-1500 Schweine 'belaufen. 1. Fortsetzung, Das Land der Vergangenheit Einige Bemerkungen von einer neuen Reise. Von Mary Mond. Man fühilit natürlich einem Schauder der Ertfleg’ymig, wenn man da« letzte Stück Weg erklimmt, welche« Jepuöailem — ewige bet et zwischen ■ Hügeln - ein*hüllt. Rechts vom Wege erheben sich hohe Felswände, links Finit ejm ailn&chüssiges, Ta(J zum Fl-ußiifer hin ata und eröffn c4 den Ausblick auf sapftere Hügel, die sich im Hintergrund ersflrecken. Die Stadit madht auf den ersten Blick weinig Efndiruck. Außer' »Äh ‘ des Stadtinnenn, dais 'ven den alten Mauern evngesch lassen wird, fs-t die ArciliFektur reizjois kosmoip^litisch. Schwerfällige, demtache Gebäude, wie die, Regienumigsiimitcr und die vnn den Italienern und, Franzcsen eirhautcn Knaokenhäuser, liegen am Fuße des Öeilbcrges. Längs der Straßen ziehen sich umocheinhcine' Häuser hin, die g-ewöhn.üdhen. kleinen Läden und Kaffee! xkiser. Die Wege sind nioht gut und oft sehr schmutzig. Um Jerusalem zu würdigem, ist es das Beste, den Hügel zu besteigen und vm dem Wege, der zu-ni Regieiungshau« hinauf führt, thfln.ahzublickem Von hier aus gesellen vermögen die Umrisse der Stadt, gegen den Atbend.himmel au,fragend, einen magischen Zmher auszuüben. Die Häßlichkeit und Unregelmäßigkeit löst sich im letzten Blick auf die Moschee vtn Omar und die gebogene Linie der allem Herodes-Mauer auf. Von dem Geisdci'»Vipunkt des neuen Paläsitina — de« Palästina, das uniter den jüdischen Einwanderern entsteht, besitzt Jerusalem am wenigsten Leben. Hier krnn man den pailästinensisöh©n Juden am /Sabbat in der dichten Pelzkappe und dem malerisch fa'lemlen Gewand durch die Straßen wandeln oder an der Klage mau er beten sehen. Diese Kleidung trägt nicht wenig zum malerischen GcsainChild d.er Straßen Jerusalems hei, und doch ist es eine natüiilkLe ■ Tracht, die sich dem Klima und den Lebe n«bed in ginn gen in Palen und Rußland angeip*äßt hat und sich wenig für das paläs»*ineniIsche Klima eignet. So ,e.rwäd!i«f der -zi'onoslisehen Organisation zwischen don kleinen Einzeiloufgahen an.ch das' FWulem.einer allgemeinen nationdcin Tracht. fl , ' , Nicht Jeru’sajem ist es, wo die äußeren Anzeichen d'er wachsenden jüdischem Gemeinschaft gesucht wenden müssen, und so ist auah viel- 1-eiobt die Treninuug zwischen Juden, und Arabern in Jerusalem weniger scharf L>Is, sonstwo. Wenn man durch den Basar in der. Davidsibraße geht, scheinen einem zuerst alle Verkäufer in den Buden ol »ne Ausmahnve Araber zu sein, aber ein zweiter Blick belehrt über einen großen- Peirzemtsacz von Juden, die an der Seite der Araber kauern und van ihnen kaum zu iraterscbeiden sind. Es sind Juden, die nach Palästina einzeln und micht im Nanicvi einer' begeisterten Einwanderung gekommen sind. Sie wo»'neu hier einige Generationen lang und haben sich, ähiinuch wie die Jemeniten» 'bis zu einem gewissen Grade assimiliert. Wann man auch die'tätige Entvickluing des Juden'!um« umd i> re I*rüchte in Jerusalem nicht beobachten kann, liegt hier doch wenigsten« die garnze Maschinerie h!'ar, diedie Entwicklung bewirken soll. Die zionistische Kommission ordnet die Einwanderung und die Aufnahme der Einwanderer, leitet die Entwicklung» der Schuilcn ui.id, Spitäler, unternimmt Versuche in Ackenbau und Aufforstung und überwacht öffentliche Unternehmungen aller Art. Unter ihrer Obhut stetst eine 'Kirnst- und Gewerbeschule in der Stadt, wo junge Juden sich eifrig mit Skulptur und Malerei, Sillkru*nd Fikgranairbeiten beschäftigen, die bemerkenswerte Ges-chickiichl.eit zeigen. Liier befinden sidb aiuch die Gebäude der Abteilung für Bodemku-lturerfonschung und -auss'ellurg, einer höchst wertvollen Ein,rieb* ung, d;e die Früchte, Pflanzen, Blumen und Bäume zu erfor.-cben sucht, die sich am besten dem Boden anpassen, sei <*s. daß sie sich sö’cin im Lande finden, sei es, daß sie ein,geführt und mit Erfolg aufgezogen werden können. Danebem ist ein Museum gebildet werden., das, übersichtlich' und zweckmäßig geordnet, die Ergebnisse vorfübreri sipll^, Auf diese Weise kann sich ein junge# Landmann .über die weiten Möglichkeiten seinen Arbeit . Klaißhcit verschaffen 'und da« ihm E-nitsprcctende iväh'leii. Auf diesem Gebiete, allein liegt schon eine große Reichtümstiuclle, wenn die Kultur nur eifrig genug betrieben wird und Häfen mit Tran^porfcrleicbteruiiigen die Ausfuhr ernsögw liehen. Das Museum beschränkt'sieji jedoch iwciht auf Früchte und Getreidearten; es emthälit auch! Blumen und Bäume und bietet eine möglrd »st vollständige Ucibersicht über die LaihdivögeL und' die Fauna dar. Hier mag die aufw^-o’ ß^nde Jugend Palästinas lernen,' -.ihre' Heimat \yieder zu ‘ eiinetn Lande voll Milch und Heinig zu machen. Den SaimhiMungeu des Museums liegt der, Gedanke an eine große, hebräische Universität im Jerusalem' zugrunde-. Die dazu bestimmte Sewttt des Hügels oberhalb der Stadt i>sl «cfnon in jüdischerrt Besitz und ein erster Versuchtenitwuipf zu Papietj 'gebracht. Die Ausführrjng' des Projekt« ‘ iist ein^i Sache der Zeit und des Geldes. Es erfleht, sich1, noch ein,mal die Frage, die in einem Lande, wo hoeÜ alles zu tun i«t, immer wieder aiuftaucht, dieujFrage^ was heute g'etan werden muß und wais, mit, unendlichem Bedauern, . auf morgen verschoben .werden! tonn; Die Bedcutuinig, die eine Universität fü.r die Auf^echterharuing und Verwirklichun-g der gegenwärtigen Ideale und des Geistes des neuen Psilä« stina hätte, steht außer Frage. Augenblicklidll jedoch ist die Nachfrage nadh Laindarbeitenn größer a-1« nach Sludemtcn. Vielleicht ist, au-s dieser Not« uendigkeit heraus, ein erster Schritt zur teil weisem Entintellekturilisierung der Juden getan wordeiu Die in Betracht kommenden Studenten solch eine«» Univerrität sind jotzt danwt beschäftigt, Steine fütf den Straßenbau zu brecLien und den Boden de* Kolonien zu bcbauoiL, prts0t/.ung HlglL)

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