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Wiener Morgenzeitung · 1922-01-10 · Heft 1059 (10.1.1922) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1059 (10.1.1922)
Date
1922-01-10
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 1059 Wien, Dienstag wie: ncrj fö; Jänner 1922 Seite 3T Chasaa und S c h m u 1 e w i c z berichten sodann Aber das Schulwesen in Bialystock und Westgalizien. H. Chasan macht interessante Mitteilungen über Bialystocker Chaluzim, die aus Palästina von ihren Ersparnissen Geld zur Erhaltung des häbräischen Schulwesens In ihre Vaterstadt schicken. Nach diesen Berichten erstatten ln der dritten Sitzung die Herren G u 11 m a n n und Beige! Korreferate zu den von Prof. Schneuersohn in seinem Referate berührten Erziehungsfragen. Rücktritt des Kriegsministers Sosukowski. Warschau, 9. Jänner. (Tel. der „Wiener Morgen- Leitung".) In hiesigen Abgeordnetenkreisen verlautet, daß Kriegsminister General Sopukowski, der jetzt auf einem Erholungsurlaub weilt, die Führung der Amtßgeschäftq nicht mehr übernehmen wird. In den nächsten Tagen erwartet man seine Demission. General S o s u k o w s k i hat in der letzten Zeit an dem Kesseltreiben der National demokra'en gelten den Staatschef Pi 1 sudski einen regen Anteil gehabt. Beendigung der Abgrenzung. Warschau, S. Jänner- (Tel.-Komp.) Die oberschlesische Abgrenzungskommission hat ihre Arbeiten beendet. Die Uebergabe der Verwaltung an die polnischen Behörden in den Polen zuerkannten Gebieten erfolgt im Sinne der von den Großmächten ausgesprochenen Wünsche im Laufe des Monats Februar. Handelsvertragsverhandlungen mit Rußland. Warschau, 9. Jänner. (Poju, Tel.-Ag.) Demnächst «rerden ln Warschau' Handelsvertragsverhandlungen zwischen Polen und Sowjetrußland in Uebereinstimmung mit dem Artikel 21 des Rigaer Friedensvertrages beginnen. Von polnischer Seite werden an den Verhandlungen Vizeminister Straßburger und der Volkswirtschaftler Te n n e n b a u m teilnehmen. Gleichzeitig werden Besprechungen über Post und Eisenbahnen stattfinden. Der Pariser Gesandte in Warschau. Warschau, 9. Jänner. (Tel. der „Wiener Morgen- Zeitung“.) Der polnische Gesandte in Paris, Graf Z am Q j s k i, ist heute hier eingetroffeu, um der Regierung über die Steilung der Ententemächte zu den aktuellen polnischen Fragen (Wilna und Ostgalizien) wie auch über die Beratungen in Cannes zu berichten. Jugoslawien. Der italienisch-jugoslawische Konflikt. Spalato, 8. Jänner. (Intel.) Es verlautet aus gut informierten Kreisen, daß die Verhandlungen in Rom über die Evakuierung der sogenannten dritten Zone beehdet sind. Die Evakuatiön soll Ende dieses Monats oder anfangs Februar beendet seih. Einige Tage früher wird die italienische Flotte die , jugoslawischen Häfen verlassen. Ungarn. Die Parteienkrise. Budapest, 9. Jänner. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitung".) In den politischen Kreisen beschäftigt man sich lebhaft mit der Frage, ob es dem Ministerpräsidenten Bethlen gelingen wird, eine einheitliche Mchrheitspartei zu schaffen. Der Gefolgschaft der kleinen Landwirte scheint der Ministerpräsident bereits sicher zu seiend nun 'hängt alles davon ab, ob es ihm gelingen wird, auch einen Teil der c h r i s 11 i c h n a t iö n .a 1 e n Partei zu gewinnen. In diesem Falle würde der Ministerpräsident wohl, in der Nationalversammlung ei e einheitliche Partei bilden können, doch müßte er damit rechnen, daß sich die legitim! s j i s e h e n Elemente zu einem einheitlichen Bloch zusanimenschließen, der einen entschiedenen Kampf gegen den Ministerpräsid nten führen würde. Dieser Block könnte unter Umständen die Nationalversammlung arbeitsunfähig machen, so daß in diesem Falle mit ihrer baldige i Auflösung und der Ausschreibu g der Neuwahlen gerechnet werden müßte. . Fusion der Dissidentenpartei mit der kleinen Landwirtepartei. Budapest, 9. Jänner. (Ung. Tel.-ICorr.-Bur.) Die sogenannte Dissidentenpartei der Nationalversammlung hielt heute unter dem Vorsitz des, Mi isterprüsider.t :n Grafen B e t h 1 e n eine Konferenz ab, in der der Ministerpräsident ermächtigt wurde, mit der christlichen kleinen Landwirtepartei Fusionsverhandlungen einzuleiten. ß Der amerikanisch-ungarische Zwischen-' . fall. Budapest, 9. Jänner. (Ung. Tel.-Kor.-Bur.) In der heutigen Sitzung der Nationalversammlung richtete Abgeordneter Karaf.iath an die Regierung eine Interpellation in Angelegenheit des Ministerialrats A 1 d a s s y, der das amerikanische Ungartum in Zeitungsberichten beleidigt hätte. Minister des Innern Graf Klebensberg erwiderte, die Untersuchung habe festgestellt, daß HIBaBBBaBHaniinaOHDBHIBniHBBaBBBBBBaHIHnBin \ Zionistisch EBzIrösssktloa Lsspoldstadt o ■ ■ Heute den 10. d. M. findet um 7 Uhr abends im » 2 Feetsaale des Hotel Continental eine 2 statt.! Redner: Df. 6sidSf und P?flf. F^lld l n h B n BBpBBBOBBBBBIIBBBBBRBBBBBBBBaSIBBBBBBBBB Aldässy eine sachliche Erklärung abgab und daß der beleidigende Passus sich in einem von der Erklärung ganz abgesonderten redaktionellen Teile des Blattes befand. Der Redakteur des Blattes hatte /erklärt, daß die betreffenden Bemerkungen nicht von Aldassy herrühren. \ Die Antwort des Ministers wurde zur Kenntnis genommen. Als der Präsident den Beschluß ennunzierte, protestierte die Opposition dagegen, mit der Begründung, daß zunächst die Beschußfähig’ eit des Hauses festgestellt werden’ müsse. Der Präsident verwies jedoch darauf, daß der Beschluß bereits en nunziert sei. Hierauf wurde die Sitzung geschlossen. Magyarische Ehrenaffärem Budapest, 9. Jänner. Die wegen Ihrer Beteiligung am Königsputsch verhaftet gewesenen Abgeordneten Graf Sigray und Stephan R ä k o v s z k y haben, wie die Blätter melden, einige Tage nach ihrer Freilassung wegen verschiedener in dem jüngst veröffentlichten Weißbuche der Regierung enthaltenen Daten vom Ministerpräsidenten Grafen Bethlen sowie vom Minister des Aeußern Grafen Ban Ihr ritterliche Genugtuung gefordert. Die Zeugen des Grafen Bethlen und des Grajen Banffy waren der Ansicht, daß diese nicht verpflichtet seien, jetzt ritterliche Genugtuung zu geben, einerseits weil in dieser Angelegenheit noch ein gerichtliches Verfahren schwebe, andererseits weil die geforderten Minister in ihrer Amtseigenschaft gehandelt hätten. Die Vertreter Rakovszkys und des Grafen Sigray forderten daraufhin die Einberufung eines Ehrengerichtes. Dieses hat sich gestern unter dem Vorsitz des Grafen Andreas Hadik, Bar oczy mit.,der Angelegenheit Sigray-Banffy. befaßt und die Entscheidung gefällt, daß Graf Banffy verpflichtet sei, dem Grafen Sigray ritterliche Genügtuung zu geben. In der Angelegenheit Rakovszky-Sigray- Bethlen ist eine ehrengerichtliche Entscheidung noch nicht gefällt worden. Rumänien. / --■ Empfang des Jüdischen Natlonatverbandes beim neuen Minister für Siebenbürgen. Klausenburg, 8. Jänner. (Tel. d. „Wiener Morgenzeitung“.) Der neue Minister für Siebenbürgen, Bred i c e a n ü, empfing eine Abordnung des Jüdischen Nationalverbandes für Siebenbürgen, deren Sprecher Dr. Theodor Fischer nach einer Begrüßung den Minister bat, bei allen seinen Entschließungen über Angelegenheiten, welche die Juden betreffen, vorerst auch die Vertreter der Judenschaft zürate zu ziehen. Minister Bredlceanu antwortete: „Ich bin ein Mann der Praktik und liebe nicht, große Versprechungen zu machen. Wenn wir Gelegenheit haben werden, miteinander auch weiterhin in Verbindung zu bleiben, werden Sie selbst sehen, daß ich meine Zusagen zu halten pflege. Heute möchte ich nur erklären, daß ich im öffentlichen Leben Ihre Bestrebungen respektieren und m!t Ihnen fühlen werde, wie ich überhaupt schon infolge meiner Erziehung nicht anders kann, als mit ihnen zu fühlen. Ich selbst habe unter dem ungarischen Regime ein nationales Leben geführt und mein Bestreben ist es, daß die-Nationalitäten in Großrümänien einen ruhigen und ihrer Individualität entsprechenden Entwicklungsbode i finden ' sollen. Auch während meiner diplomatischen Laufbahn hatte ich Gelegenheit, die Judenfrage in Paris zu studieren, wo ich die Bekanntschaft ihrer Vertreter machte. Ich kann Ihnen sagen, daß dort, wo über das Los der Völker entschieden wird, Ihre Sache in den Händen von Männern liegt, auf d i e S i e s t o 1 z sein können. Ich weiß nicht, von welcher Dauer meine Ministerschaft sein wird. Ich mache jedoch mein öffentliches Wirken nicht davon abhängig. Ich will auch weiterhin 7 und unter allen Uihstä den für die Menschenrechte und für die Gleichberechtigung tätig sein und in diese fügt sibh organisch auch die Judenfrage ein." Die Stellung der Juden zur Krise. Die Lösung der Krise in Rumänien, die trotz der Ernennung der Regierung Take Jonesou nach wie vor ’ ak'U't iS't. w’.'rft die Fragt auf, weiche Stellung die Juden in dieser Krise efn zu nehmen hrften. Eine wichtige Rolle bei d’eser Lösung fällt Siebenbürgen und schien vielen Parteien zu. Du« Organ der Siebenbürger Zionisten ' lUj IC e 1 e t€ wandte sich in dieser Frajre an den ehemn’igen Ministerpräsidenten Alexander Vajda- V o e v o d. der sich u. » äußerte'.. »Darüber, weichen Hatz diais Judentum in de# rumänischen Innenpolitik eimzunebmen ha'b'e, eine Mei,mang zu äußern, äst whr schwer, den die Juden sind noch völlig unorganisiert. Es werden soHLr Gerüchte, verbreitet, daß die Pariser Alliance Israelite" an di«.Judensebaft Rumäniens den AppeM geri'ohteö habe, bei den Wahlen für die liberaler Partei' zu «trimmen. (Die liberale Partei in Rumänien ist eiine chauvinisfiätfh-aintis^mitisohe Partei. Anm. & Red.) Dieses Gerücht ist ohne Zweifel tendenziös. Es ißt immerhin möglich» daß Juden sich auoli der liberalen Partei amschheßem werden,, wie zum Beispiel ■ Herr Arpiad F. rdelyi, ein »Führer« der 'S-zekler, gleichfalls '' Mitglied der liberalen Partei wurde. Ich bin'der Meinung, daß die Zionistein dort, wo di« Juden m größeren Massen wohnen, bemüht sein sollen, ein Mandat zu erlangen, dort jedoch, wo, ihr Kampf keine' Aussicht auf einen Sieg halben würde, die ihnen atl nächsten stehendem anderen politischem Parteien unter* stützen sollen.« Palästina. Falsche Meldungen über die englische Palästina-Politik. London, 8. Jänner. (Tel. der „Wiener Morgenzeitung“.) Seit einiger Zeit sind mehr oder weniger dunkle Kräfte am Werke, um der zionistischen Organisation auf ihrem Wege zur Erfüllung des Programms die .Führung aus der Hand zu nehmen. Diese Absicht liegt auch den verschiedenen Gerüchten und Meldungen zugrunde, die in der letzten Zeit über eine angeblich bevorstehende neue am liehe Interpretation der Balfouri Deklaration zu berich'en wußten. Demgegenüber stellt das Zentralbureau derzionistis eben 0 r g a n i s a t i o n fest, daß die Meldung eines Londoner Blattes, wonach eine neue Feststellung der Balfour-Deklaration in dem Sinne ..„einer endgültigen Zurückweisung der Ansprüche, welche die Zionisten in die Deklaration hineinzulesen suchten“, völlig unbegründet ist und nicht auf einer aus dem britischen Kolonialamt Stammenden Information beruht. Es handelt sich hier offenbar um eine verworrene Wiedergabe des Gedankenaustausches, der jüngst zwischen den Zionisten und der arabische n Delegation im K o 1 o n i a 1 a m t stattgefunden hat. Weder bei diesem Anlaß noch später wurde jedoch irgendwelcher Beschluß hinsichtlich der künftigen Politik gefaßt, noch steht irgendeine Beschlußfassung in dieser Richtung für die nächste Zukunft in Aussicht, da DnWeitzmannn erst nach Ablauf einer Woche nach London zurückkehren dürfte. Jedenfalls kann festgestellt werden, daß kein Grund zur Annahme vorhanden ist, daß von seiten der Regierung eine Aenderung der Politik erfolgen werde, Die autoritative Interpretation der Balfour-Deklaration findet’ sich in den Bestimmungen des Man d a t s, an welchen die Regierung nach wie vor f e s t hält * . Diese Feststellung bezieht sich auf eine Meldung der antisemitischen „M o r n i n g Post“, welche beständig gegen die prozionistische Politik der englischen Regierung schürt und von Zeit zu Zeit mit falsche« Nachrichten debütiert Rundschau. per Vertreter des Komitees der jüdischen Delegationen in Genf. Paris, 8. Jänner. (Tel. der „Wiener Morgen* zeitung“.) Angesichts des Umstandes, daß die nächste Völkerbundtagung auch über eine Reihe jüdischer Angelegenheiten beraten wird; begibt sich Generalsekretär des GomitC des Delegations Juives, H. Leo M o z k i n, nach Genf. Die Wahlen in den^Wilnaer Sejm. Warschau, 9. Jänner. (Funkspruch.) Gestern haben ^im Gebiete von Wilna die Wahlen für den Landtag stattgefunden; die Verlautbarung des Ergebnisses der Wahlen ist nicht vor Mittwoch zu erwarten. ' Warschau, 8. Jänner. (Tel. der „Wiener Morgen* zeitung“.) Ueber Einladung der polnischen Regierung, ^von der wir bereits vor einigen Tagen gemeldet haben, sind' nacfi Warschau die Führer der Wilnäer Judenschaft Dr. W i g o d s k i, Dr. Schabad und Rabbiner Rubinstein zwecks Besprechung der jüdischen Stellungnahme zu den Wilnaer Wahlen nach Warschau gekommen. Gestern fand im Außenministerium eine Konferenz statt, an der außer den Oberwähnten Außenminister S k i r m u n t, Innenminister Dovnarowicz und der Leiter der Ministerialkanzlel G i c! z y n s k i teilnahmen. Die Vertreter der Regierung erörterten die Frage der Anteilnahme der Juden an den Wahle , respektive ie eventuelle Veröffentlichung einer für Polen günstigen Deklaration der jüdischen Bevölkerung. Nach einer längeren Debatte wurde die.Konferenz erfolglos geschlossen, da die jüdischen Vertreter erklärten, daß sie, sich zuerst mit der jüdischen politischen Kommission in Wilna telegraphisch ins Einvernehmen'setzen müssen. Die Beratungen werden demnächst fortgesetzt ' ■ v Äenderung des Regierungskurses in Rußland. Warschau,-9. Jänner. (Tel. dfer „Wiener Morgenzeitung“.) Wie „Rzeczposoo-lita“ meldet, hat Regen eia & lüepa'eo tm«3 Panses'sid’srcfce, Tca’f!!» irnc? Sfp;dk;v.er®r», re&erst!>?fißsf<ni unC hlfligsft Em Warenhaus , i mann En aros 1074 En detail

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