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Wiener Morgenzeitung · 1922-01-08 · Heft 1057 (8.1.1922) · p. Seite 10

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1057 (8.1.1922)
Date
1922-01-08
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 Wien» Sonntag WIENER MORGENZEfTimo 8. Jänner 162- Nr. 108? verstörten Gebietein Julisch-Venezien schreite rüstig fort. , Bisher wurden für diesen Zweck 355 Millionen Lire ver- I wendet _ Der Londoner Markt. Aus London wird uns über den Metall-, Gummi- und Baumwollmarkt berichtet: Kupfer: Das Steigen des Dollarkurses hat naturgemäß den Elektrolytkupferpreis billiger gemacht und Verkäufe seitens der Standardkupferhändler haben die erneute spekulative Nachfrage befriedigt Die Lagerbestände an gefeintem Kupfer sollen von 375.000 Tonnen Ende Juni auf 230.000 Tonnen Ende November gefallen sein. x Zinn war immer, spekulativen Einflüssen zugänglich und nun haben dis—führenden Holländer Spekulanten die Gelegenheit gebesserter Aussicht benützt, um die Preise stark hinaufzuschrauben. Die Weißblechwerke sind rühriger, als sie noch vor einiger Zeit waren, und deshalb ist der Absatz besser als in den vergangenen Monaten, wenn auch nicht abnormal. Blei wird weiterhin geschickt gehandelt und die führenden Händler monopolisieren den Detailhandel zum Nachteil des gesamten Handels. ,; Zink zeigte einen festen Markt ■'mit gutem Kauf seitens der Verbraucher. Zu dieser Jahreszeit sind die Kanäle und Flüsse des Kontinents öfters zugefroren und deäha b ist jede Aussicht für Lagerbestände dahin. Messingbarren waren für den Osten sehr gesucht und manche Fabrikanten verkanten auf drei Monate voraus. Eisenand Stahl: Kontinental-Eisen und Stahl waren fester zufolge der Besserung in den Valutav.erhältnissen, aber die hiesigen Roheisenproduzenten haben ihre Preise herabgesetzt, in einigen Fällen sogar unter die kontinentalen Ansätze, weil sie fühlen, daß billigere .KohJe unbedingt niedrigere Roheisenpreise verursachen wird. In Eisen- und Stahlfertigfabrikaten stellen . sich , die britischen Werke jetzt besser als sie seit längerer Zeit waren. Gummi: Der Markt war beständig. Der November- Ertrag zeigt eine kleine Einschränkung in der gesamten Ausbeute und daher ist es unwahrscheinlich, daß der Preis, stark anziehen wird. Baumwolle: Die neueste offizielle amerikanische Baumwollschätzung ist höher als 8,000.000 Ballen, und deshalb vermindert sich der gegenwärtige Baumwollpreis; und eine bedeutende Geschäftsbelebung muß einsetzen. Lagerhäuser im Haifaer Hafen. Jerusalem, 5. Jänner. (J. C. B.) Die Verhandlungen . der palästinensischen Regierung mit der Egyptian Bonded: Warehouses Co. in Alexandrien wegen der Errichtung eines größeren modernen Lagerhauses für Transportgüter im Hafen von Haifa stehen vor dem Abschluß. Die Gesellschaft will in Palästina eine Filiale unter dem-Namen Levant Bonded Warehouse errichten und statutengemäß, den größeren Teil des Gesellschaftskapitals in Palästina auibringen. - / Die Ernteergebnisse in Polen. Näch den Angaben des polnischen Ernähfungsmini-; steriums hat der Staat wegen der guten Ernte die verschiedenen Getreidearten in größeren Mengen zur Verfügung als im vorigen Jahre. D(e Weizenlieferu Dg beträgt um 6900 Eisenbahnwagen mehr als im vorigen Jahre, die Roggenlieferung um 6800 Eisenbahnwagen mehr, die Gerstelieferung um 14000 Eisenbahnwagen und die Haferlieferung um 11.000 Eisenbahnwagen mehr. Außerdem muß noch in Betracht gezogen werden, daß im vorigen Jahre wegen des Krieges mit Sowjetrußland zirka 30.000 Wagen Korn zugrunde gegangen sind. Dieses Defizit kommt in diesem Jahre nicht in Betracht. Da nun im vorigen Jahre 35^000 Eisenbahnwagen mit verschiedenen Getreidearten eingeführt werden mußten, um die Bevölkerung zu versorgen, so ist anzunehmen, daß infolge der guten Ernte Polen keine Einfuhr von Getreidearten in diesem Jahre benötigen, wird. Der Umlauf und die Deckung tschechoslowakischer Staatsnoten in der Zeit vom 7. September'1920 bis 15. Dezember 1921 wird in der Nummer 23 der „Mitteilungen des Statistischen Staatsamtes der Tschechoslowakischen Republik“ behandelt. Der Umlauf des Papiergeldes wuchs in der genannten Zeit' von 9 Milliarden 866 Millionen tschechischen Kronen (7. September . 1921) auf 11 Milliarden / 663 Millionen' tschechische Kronen an (15. Dezember 1921). Der g r ö ß te Staatsnotenumlauf war am 31. Oktober 1921, nämlich 12 Milliarden 327 Millionen tschechische Krönest. Diese Staatsnoten waren einesteils durch die sogenannte bankmäßige Bedeckung durch . Wechsel, Lombardierung, eskomptlerte Wertpapiere, ausländische Valuten und Forderungen im, Ausland, Einkauf der Edelmetalle uud Valuten- Staatsänleihe, #ariderntells durch die Forderung an die Oesterreichisch-ungarische' Bank gedeckt Die bankmäßige Bedeckung der Staatsnoten stieg'während der erwähnten Zeit von 37% des' wirklichen Staatsnotenumlaufes (7. September 1920) auf 47% des wirklichen Staatsnotenumlaufes (15. Dezember 1921). Von der bankmäßigen Bedeckung sind verhältnismäßig Anleihen und Wertpapiere, (Lombarden, eskompt. Wertpapiere mitgezählt) am stärksten vertreten; nach ihnen tolgt dann Deckung durch Wechseleskomptierung. Aus den in der Tabelle der Mitteilungen 'angeführten Zahlen ist ersichtlich, daß die Deckung durch Wechseleskomptierung am 7. September 1920 beiläufig 25% der ganzen bankmäßigen Bedeckung, betrüg, am 15. Dezember 1921 aber 34% der ganzenbankmäßigen Bedeckung, während die Deckung durch Lombardierung am 7. September 1920 60% der ganzen bankmäßigen Bedeckung betrug, am 15. Dezember 1921 bloß 43%. Ungemein schwankend ist die Deckung durch ausländische Valuten und Forderungen im Auslande* die sich in der genannten Zeit zwischen 3% (am 7. Februar 1921) und 19% der ganzen bankmäßigen Bedeckung (am 23. August 1921) bewegt. Den niedrigsten Vorrat fremder. Valuten und Forderungen im Auslände hatte das Bankamt des Finanzministeriums am 7. Februar 1Ö21 (134.Millionen tschechische Krönen); der größte Vorrat' ist am 7. September 1921 (862 Millionen tschechische Kronen) zu verzeichnen. Der Einkauf der E d e 1 m e t a l l e , und eingelöster Valuten-*Staatsanleihe stieg mäßig.von 253 Millionen tschechischen Kronen (am 7. September 1920) auf 646 Mil-. Honen tschechische Kronen (am 23. November 1921). Die Gebühren für die Börsekarten. Die Gebühr für eine Jahreskarte beträgt bei nichtprotokollierten Börse-. besuchern K 5003. Die Chefs protollierter Firmen, desgleichen auch die Direktoren, Direktoren-Stellvertreter und Prokuristen vop ^Aktiengesellschaften, Kreditinstituten und, protokollierten Firmen haben für die erste Karte K 12.009, für die zweite Karte K 15.003, für die dritte Karte K 18.000, für die vierte Karte K 22.000, für die fünfte Karte.K 26.000,- für die sechste Karte K/39.000 und dann für jede” folgende Karte je K 5009 mehr zu bezahlen. Kulissiers oder Agenten haben auch dann, wenn sie einer protokollierten Firma als Chef ängehören, für die erste Jahreskarte nur K 8000 zu bezahlen. Bel Beamten, welche nicht unter die bishergenannten Kategorien fallen, sind für die erste Karte/ K 6000, für die zweite Karte K 9090, für die dritte Karte K 12.000 usw. für jede folgende Karte je K 3000 mehr zu bezahlen. Die Gebühr für eine Monatskarte beträgt K 1500. Die Gebühr für die erste von einer Firma gelöste Bankgehilfenkarte beträgt K 5009, für die zweite K 7000, für, die dritte K 10.000 usw., für jede folgende Bankgehilfenkarte je K 3000 mehr. . ’ Union-Bank. Das Garantie-Syndikat, welches für diS im Vormonate durch Einräumung des Bezugsrechtes an die Aktionäre durefigeführte Kapitalserhöhung der Union-Bank gebildet wurde, ist zur Auflösung gelangt 7/ Abbau des ostgalizlschen Moratoriums. Def Creditorerf-Vereih von 1870 teilt mit: Mit Verordnung des polnischen Ministerrates vom 21. Dezember 1921 (8t.G, Bl. Nr. 10.6*777 vom 30. Dezember 1921) wird der Abbau des in. Ostgali .ien für Vorkriegsforderungen noch bestehenden Moratoriums verfügt, per Verein ersucht seine Mitglieder, sämtliche in ihrem Besitze befindlichen bis heute unbezahlten gälizischc'n Wechsel ihih einzusenden, damit dieselben rechtzeitig zur Zählung präsentiert werden können. Die Mitglieder, erhalten nähere Auskünfte " ira Vereinsbureau, Wien,' I.,' Zelinkagasse 10. ' ' 7 Böir$e für landwirtschaftliche Produkte. ‘ . (Originalbericht der „Wiener Morgenzeitung“.) Bei sehr fester Tendenz, durch die Hausse der aus«, ländischen Valuten, nahm der Wochenmarkt einen sehr unbefriedigenden Verlauf,, da der Konsum die erhöhten Fojde-~ rangen .mir im Falle dringendsten Bedarfes zugelreht. Einzig und allein Exkontingentware war zu unveränderten Preisen erhältlich, nachdem die Getreideanstalt ihre Uebernäiiinspreise für Weizen und Korn herabgesetzt hat Aus-» ländischfe'W eiz e n- und Roggen provenienzen bieten derzeit J kein Rendemfcnt. Im Gerstegeschäft herrscht, nach wie Vor Stille, da die Brauereien nicht im, Märkte sind. Inländische Braugerste ist taxätiv mit. K 260 zü Bewerten. Der Haf erabsatz ist auch in inländischer Ware, deren Preise bis K 275 und darüber erhöht sjud, nicht leicht abzusetzen. Ungarischer H a f e r ist zu ung. K 26, rumätf scher via Oderberg zu tschech. K2S0 Wien offeriert. Im Bojinengeschäft ist eins ICise Besserung des Interesses zu konstatieren/ eine Um-' satztätigkeit ist vorläufig nicht .zu beobachten, nachdem'die Frage Deutschlands und Frankreichs, der Hauptabnehmer des Wiener Platzes, fehlt. Hirse verzeichnet genügende Offerte in der Preislage*von K 220 Wien. Mohn ist' zu K l200'Wien erhältlich. In Re i s besorgt der Konsum bereits ' kleinere Anschaffungen, nachdem dve Vorräte ge- - li.chtet sind. Eine Partie Neuburir.a erzielte 13 Schilling 3 Pence per Februar-Märzverschiffung. Der M e h 1ä b s a t z; läßt viel zu wünschen übrig, obwohl ungarische. Mehle gegenwärtig, Im Wege der zweiten Hand, die über günstige Verkäufe verfügt, billiger als in Budapest erhältlich .sind. Ungarisches Nuller ist mit K 480 Wien ausgeboten/Jugoslawisches bietet derzeit kein Rendement, dagegen ist amerikanisches 'Mehr genügend in besseren Qualitäten zu 7 Dollar, in First clear zu 6.20 bis 6.50 Dollar cif/Hamburg offeriert Rauhfutter aller Sorten behauptet '.feste Preistendenz. : J; —r»- . . Die Devisenkurse.'; , Zürich, 7. Jänner. (Devisenkurse. — Mitgeteitt von der Schweizerischen Kreditanstalt.) Berlin 2.77 (2.70), Holland 189.75 (189.50), New York 517.-.(518.-); London 21.74 (21.71), Paris .41.55 (4125). Mailand. 22.35 -(22.25), Brüssel —.— (—.—), Kopenhagen (—.—), Stockholm I —(—.—), Christiania — (—.—),; Madrid r-.— (—.—), Buenos-Aires —(—.—), Prag 8.40 (8.30), Budapest —.85 (—.85), Agram 1.80 (1.82), Bukarest ,—.— (—.—), Warschau —.18 (—.18), Wien Geld -77.18. (-7.18),. Wien Ware •—.— (—.—), Oesterr., gest Kronen 'Geld —.10 (—.10), Oesterr. gest Krönen Ware (-:-)- ' , . Amsterdam, 7. Jänner; (Devisenkurse.) - f •/ - < 7 .London 11.48 (11.45%), Berlin 1.48 (1.46), Paris 22.— (2l.97-%);; Schweiz 52.82% (52.80), Wien-.09% (-.09%), Kopenhagen 54.20 (5445), Stockholm 67.45 (67.70), Christiania 42.70 (42.55), New York 273.25 (272.75), Brüssel 21.05 . (21.-), . Madrid —.- (40.60), Italien -.- (11.75), Budapest —.— (—.—).! " * ■ Berjih, 7. Jänner. (Devisenkurse.) . ' Wien altes —(—.—), Wien abgestempelt' 6.13; (6.28); Prag 300.15 (300.65), Budapest 30.96 (30.86). JBeHin, 7. Jänner. (Kurse, der Devlsenzeritrale.) Nöteh: Dollar 184,65 (185.40). Pfund 778.- (789.-), Italienische 804— (805.—), Polnische 6.80 (6.65), Tschechb-slowakische 299.50 (302.—), Alte österreichische Oesterr^ gestempelte 3.30 (3.30). Das Land der Vergangenheit und der Zukunft. Einige Bemerkungen von einer neuen Reise. Von Mary Mond. Kautara ist es wo die Veränderung langsam' fühlbar zu werden beginnt. Aegypten, das Land der Fleischtöpfe, das wie ein Smaragd in der goldenem Wüste liegt, seheint in unendliche Fenneji gerückt, sobald man den schmalen Kamel von Suezgekreuzt hat. Ln dem schmutzigen Zollhaus von * Kamtare tauchen die ersten Spunea des Judentums auf: di« schmächtigen Gestalten einiger weniger palästinensischer Juden, die nach Jerusalem zurückkehren. Sie stehen dicht beieinander, ein duirfkfelfarbiger Fleck, in ihnen sdhmalen, schwänzen Kleidern, ihre breiten Hüte beschatten die feingesel^nrititeincin Züge der blassen Gesichter, die gemildert erscheinen durch die seidenweichen» braunen Löckchen, die längs der Wangen hergjbhängen. Ein Paar blauer Augen, ohne Blidk für die Außenwelt 'und in sich versunken, drückt eine unergründliche Tiefe des Mystizismus und des Glaubens aus. Glane, das ist das Kennizeichen jüdischen Geistes,' das in dem Brechen der Steine an den Wegen veta Galiläa Ausdruck findet / und Männer zuiin Einfcreton. für eine so verzweifelt schwierige Sache treibt. Und doch scheint uns ihre Hoffnung nicht’ »unbegründet, wenn der Expreßzug bei Kantarä von El-Arisch in das fruchtbare Küstenland sdhlüipft.V Das- Land ist spärlich genug bebaut. Es ist arabische Landwirtschaft und hie und da kann münden' Araber pflügen sehen, mit einem Esel, Ochsen oder- Kamel vor dem primitiven 'hölzernen Pfluge."Nach dieser Methode wirft er kaum die Erde um und, «fowohl er natürlich n.ur ein Minimum dos Erforderlichem erfüllt, scheint er doch gute Ernte-' «rgebnime zu er/äelan. Es ist noch immer schwer, über den r«te'tivcn Wert seiner und der durch die Juden von Westen eingefühirten Methcde endgültig scu entscheiden. Doch die Ueberlegenfheit der jüdischer Bodenkultur wird klar, wenn man durch die erste Kolonie R e c h o b c t h gekommen ist. Durch die Bemühungert der Einwanderer geschaffen, hat sie sich unabhängig entwickelt und erhebt sich wie pine Oase in der Wüste. Hier sieht man weißgestrich-ene Landhäuser mit Dächern aus roten' Ziegeln, .verborgen in der Mitte, von Eukalyiptushainen; Weingärten, Mandelwäldchen, Obstgärten voll goldener Orangen, hohe Mimosenhecken, niedrige Kaktus wände bi’den ein währet Eden; und man bst. 'es hier gelernt, über die immer näf er heranirückenden Sanddün-en Herr zu werden. Es gibt' Meilen von Sand begrabenen lindes, daß fruchtbar sein würde, wann man es befreien könnte. Von Aegypten nach Jerusalem. Vom Eisenbahnknotentpunlct Rann 1 eh führt ein guter Automobil weg über die phillist mischen Ebenen nach Judäa, und nach Jerusalem. Die Ebenen von Sarona und Aialon werden von den Ar albern bebaut und der Grund gehört reichen arabischen Landbesitzern. Ira Jänner ist die Erde von frischen, grünen Aebnen bedeckt und die unbebauten Hügel prangen in sobarlaohitpten Anemonen.. Zwischen den Ebenen auf auf steigen dem Grund liegt-ein arabi-; sches Dorf, die schmutzigen Hütten dicht aneinander^ drängt.; v Ein kleines jüd'iisches Wirtshaus bezeichnet, den Eingang in die Scf. 'lucht,-welche m den judäischen Hügeln hinauf führt. Der Weg steigt daimn schroff in die Flöhe zwischen purpurnen Hügeln, deren niedriger gelegene Abhänge von silbernen Olivenibäumen erglänzen . . .. Von den höchsten , Bergrücken katnn man hinter den iphiHsitdnischem Ebenen die Meeresküste aufleuchten seien. Diesesplötzliche AuMhzlQn ruft, den Aufschrei, der Loldaten Xenophous ins Gedächtnis : »T-balatta! Thailattai« / Auf diesem Wege nach Jerusalem befinden sich in engster Nachba-rschaf-t mit arabischen Dörfern einige kleine jüdis-de Kolonien. Eine der neuesten, D i 1 b, ist eine wirkliche Pionionniederiassurur. Ihre Arbeiter, hauptsächlich aus Rußland und: der , Ukraine, entstammen allen gesellschaftlichen ‘Klassen, es sind Studenten Dokbiren Landwirte. Sie (hausen in kleinen, hölzernen Hütten. Die Tratten,:/die auch an den Wegen arbeiten, scheinen gesünder:.aJis die Männer, breitschultrig, rüstig tun.d starkEinige der Burschen'sind blaß und zart,' einige)'..der Männer tragen'Augengläser und: Thre niagcren .Gesiehts-züge zeigen noch immer Spuren ' der Schulzeit.; Die Hütten sind' . in .kleiine, rein« Schkafräume getei'ltt, die nur mit dem Notwend.igsten; versehen sind.. Ein gemeinsamer Speiseraum’ upd einte gemeinsame Küche, die die Frauen ab wechselnd besorgen,# vervollständigen die Niederlassung. Diese heuen Laboreurs de terre und Steinbrecher, stellen einen in'teres5an.ten , Versuch dar.; Sie kommen am Nachmittag von dien Fdlidern heim, mit Spitzeren, Schaufel) un«^ Spaten, ■von der-Sonnegeibräunt, von Schweiß glänzend, mit Lachen und Singen* Und wenn diu einem Bück auf das Tischdlien neben ihrem Bette wirfst, wirst du -plhilösofphische» nieta/{)hysisclie,... klasisiische, Bücher . ge- - wahren! Ein in'tellrktüel-ler Bauernjs>taind 1 Ein. Ide-aL. wie (es schließlich nur etf rafft werden: kämm.. _-rr.;Die Leiter:von pilb versuchen die steinigen HügcÜ von Judäa stufenförmigarnl-JuIbaue-li.^. Pflanzen werden 'eingepetzt, Reigen, Piirsichq, Stachelbeeren ..aufgesogen, Wein gepflanzt: . die Hügelseite sodl - in, die reizvolle ObsttuPe Italieras verwandelt werden. Wenn .dieser Versuch geHin-gt^ finden sidh ^meilenweit Sv-üsit-e, für demiseOben Vorgang, geeignete Flügel,, wenn sich nur Geld und Möglichkeit bietet, das Land zu erwerben.. Das alles ef&cheint gaiirz wahrscheinlich, vvontn man daratn dieRikit, .daß » die jiudäisdr.on . Hügel ursprünglich dicht bewaldet waren und nur heulte kahl stehen, weil'die Türken sie äusgehölzt' hailjen, ohne" für Nachwuchs zu sorgen; Dasselbe trifft auch weiter' nördlich zu. Der Berg Karmel, einst der »Weingarten Gottes«, hat sich in' ein« Wüste verwandelt., und eine kleine Gruppe jüdischer Einwanderer ist dort jetzt, mtö Wald- und .WeinipfiauizongGn beschäftigt^ (Fortsetzung folgt)

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