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Wiener Morgenzeitung · 1922-01-04 · Heft 1053 (4.1.1922) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1053 (4.1.1922)
Date
1922-01-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
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ainselmshimerK40 Wien: Zum Abholen in der Expedition, ILTaborstM—3,- ('der in einerVerschleißstelle (Trafik) monatlich K 1000. MitPostversand ftirWien und . Oesterreich monatlich K1000. ts eil e c h o- SI ow a lf e f: Mon. fronen 30. Uiigarn: Monatl. Kronen 120. Jugoslawien:. Monäft. Dinar 18. Polen: Mönätl. Mark *600. Deutschland: Monatlich' Mark' 25. Fra n krei c ft: Monatl. Frcs. 6. lener Täc?3©cffi©-ST«3^aWef tLLtt. K 1 Italien: Monatlich Lire 6." Rumänien Monatl.;Lei 40. . Schweiz und das übrige Ausland monatlich Francs 3j Redaktion u. Administration Wien U., Taborstrasse l-r-3. Telephone: 44-0-38, 43-3-19; ab 6 Uhr abends 17-9-33. Telegrammadresse:„Morgenzeitung“, Wien, Oesterreichisches Postsparkassenkonto 150.69Z? esmm mrW53 . — f— —'■'—'■WH. ' ■(■ II II..111. mffl Wien, Mittwoch, 4. Jänner 1922 4. Jahrgang Aus Sowjetrußland. Der neunte Rätekcmgreß. — Finanzkrise. — Steuern. — Schleichhandel mit Gift# Voa unserem Korrespondenten. .7 Gobelin-Politik. I 7'7f-:* ' —y: ’WI e n^ 4. Jänneir. -Von den Gobelins in der Hofburg ist seit-einiger £eit wieder , viel die Rede.. Vor einem Jahre sollten fi sie nach Holland'verkauft werden. ' Eine heftige} ■Agitation Öer im N&inen 'der Kunst 'sprechenden} Vereine verhinderte dies.' Nun: sollen; diese gestickten Wandverkleidungen als Faustpfand, für einen, bei amerikanischen oder englischen ■ Finanziers -arizüsptechen'den' 'Wridit * dieneh rund? wieder -regnet es - in -einem: Teil der#resse Proteste. Heilige. GUec sind dn^ :Gefalir, die uri&sgtz-1 l liehen Kunstsehätze,' diex der gewöhnliche sterbliche dank der habsburgischen Versbh'iqss'enheit überhaupt nicht gekannt hat, - sotten geschützt werden, Alte naus. Krie'gsgewlnn erwachsenen Snovs/r dievor-' lhl'4/-käum eiheh * Begriff: von- Kufe'-besessene 'haben, -•h.eMigfete sich an der-Diskussion; die > den. Eindruck erwecken' soll, als wäre gaiiz Oesterreich - votr .der Sorghum die Gobelins; geschüttelt und Vals . wollte' dasrin' den Vorstädten, vor FteischhauersiänäetLünd Grünkram- : laden, sich anstellende: Volk > mit'* seinem;Körper /den- Raub dieser, Gegenstände verhindern:. .Aber 'das Volle denkt; doch «ganz, anders. Es/;haf früher - von den Gobelins nichts: gewußt, die. nur/auserlesene; Kunst-, ästhetikerzu, Gesicht bekamen, (Wenn (irgendein Truch-, §eß oder;ein., Leibiakai; gnädig -gestimmt: 3 Das; Volk weiß auch jetzt nichts davon, und ihm.ist alles, sympathisch, was .die Regierung*;zur Linderung' der Not unternimmt. Es ist —. nebenbei benterkt ,-7,, auch- Mk--. nicht - ,so sicher, ob mau 0'eeterreich .--auf die Gobelins .wirklich - etwas Jeihen ■ .will und ob nicht viel realere' Werten wie die Zölle, .die. Museensammliibgen,. die Staatsforste, das TabahmbnOpol, werden Vbelastef werden müssen, ' { . * /7/v Es ist ÄCherU'ch'teihe ' schmerzliche SaclTe,7'wenn $in: verarmter Bürger sein Eigentumstückweise/ versetzen und verkaufen muß, und .man kann es: verstehen, mit welchen Empfindungen eine IFa'milie (Schmuck-' und Kunstgegenstände, , an . denen schöne,. warme E'rirtne-' hingen'.hängen,.' .abwandern; sieht' 4ber';' das: .Leben ctetz 7 Staates... sieh darum bändelt, ob Gobelins »behalten '.werdbn' öder' ob :das JGrtddrsterben auch -nur: in : einem /Dutzend Fällen aufgehalten) werden kann, darin ist .die Wahl nicht sdiwerV Aber, die Kreise, . die beiite ihr Herz für die Kunst entdeckt, haben, denen: die Prünkteppiche der Hofburg so lieb und wert;.sind, .lassen die Kun^t dasheißt die Künstler, Hungers sterben und haben;.zeit-’ lebens7 verdammt wenig Interesse für. die Menschen gezeigt,; der,en; Lcftö-IhMsinn-und 'Fleiß.' die.GybEns schafft Die Kreise, denen es ein Leichtes. wäre, mit ihren Reichtüniefri .dem "Budget des Staates ^ayfzuheifen> mit-' ihren sehr viertvolleri ausländisches -Verbindungen die Bestrebungen der vom Städte versuchten Selbsthilfe zu4 Stützen, stehen tatsächlich der} Entwicklung unserer: Verhältnisse miteisiger Kälte ’gdgenübet; Sie haben-für sich gesorgt.’:. Ihre Wohnungen sind nicht nur behaglich, sondern auch künckiefischeingerichtet, ihre Mode wird von1'Paris und London, bestimmt,! Hunger und Kälte bleiben - ihneri-7fern. Soziale, Verpflichtungen .werden nur ungern und.nur dann erfüllt, wenn sich das mit Reklame verbinden läßt . . tDie sachliche Kritik , der Künstlerv.ereinigung, in Ehren. Aber„ sie fällt mit dem. Hfnweis. auf dys, tjlbtwehrrepht der Allgemeinheit Die* Künstler .empfinden die Läge des Staates genau so tief wie aäs7 verhungernde Volk un d es ist nicht (gut, cfiiß sie sjcH: dazu hergeb'en( einer Protest zu betreiben, der ihnen von den; irinereh,Feinden des Staates und seiner freien Entfaltung eingegeben wird. Nicht gegen die Finänzverwaltürigsdlien sie auftreten, über, deren’ Akte man ja verschiedener Meinung sein kann, die aber schließlich doch ’ unter dem furchtbaren Druck ‘der Zeit * steht und handelt Die Künstler sollensich gegen , die Elemente w;ehden, denen die Kunst herzlich, gleichgültig ist und die sie nur als. Vorspann -benützen, ,umder Republik, * die keine Orden verleiht, Schwierigkeiten zu bereiten . und ihr dep moralischen Kredit im'Ausland abziitreiben. . i . .* . , - '. . Paris, 2. Jätmer.- Der »Tempos« meldet in; eiper Wiener Korrespondenz, es sei7vpn der’• Regterung S^ch o b e r * (keineswegs geplant»' die :W i:e,;n e r K.u 11 s, t s a m;m l u u g e^n-die..- einen .wertyvll'en Teil der europäischen KulfatflrvbiMerl, an-zuta^tep7per Kqrrespön d ent d es B1 attes erfährt an ap torisier.ter bestehe, einige Wahrselleinlichkeiit,:daß.die Lusl.a,n>ä'iLcibe Tinanzgruppe^ .-mk] der •.Dr.,.Rr> s*e n- b e r g demnächst in London yferbandeln wer-cje, den .Kredit(v(ön_..d r e i'.M i 11 i o n en E f.11 n d ,'bewilligen Werde,:oiine. ein besonderes Pfanicl in verlangen;; insbesondere würde -sie k'cine Sich er.stelUurig* dijrch .Kunstwerte fordern. Weiters würden seit;-der Begegnung - Sckober-Bcnosch.-.. die ’ Verbandlun-gen zur Erreiahung einer Anleihe ‘..von 500 Millionen, tschechischen Kronen.fortgeführt,.die nicht,, wie behauptet worden sei, den Ankauf von. Zucker oder tschechischer. ICohlc für Oesterreich erleicbterh, sbn- Kiew, Dezember, 1921. ' Der öenrite.., Rätekoaigreß, welcher, am 23. Dezember .in Moskaueröffnet wurde, ist mit ungeheurer Spannung erwartet worden." Sollte /er doch 1 di^r Eiiteöliedduintg des Kaim(pfes' z wichendW Leninschen . .Regierung,; wei-dc'e vom Koiiiröuin'iSinus -aib- ’ geschwenkt ’iist und mit. dem: bi&itetigen; System fälvtis!cih::.gebrochen hast/ und--derradikalen-. Opiposition, .welche am .'kommunistischen' I-rbgramm und cterj.Diktatur des Pioletair-iats feEält,.'.bringen.'. Die . Neugier, das Ptuiblikums ist aber;;n‘ifelii rbefmedigt . worden, denn Lenin hat es vorgezog’.cijij--; den .Kampf . bereits vor dem Kongreß zu ertedigehy.; und zwar in einfacher Art. -Fast säiwfcBche. Führer.'der radikalen . Oipipoisiticn, Ijöjup'tsäch'lich Intelligenzler, sind plötzlich aus Moskau verschwunden : Man ' hat sie >ve!ischickt«,. so auch den ehemaligen - VolkskönUnistsär^ für Arbeit - S c hji ä:p.*nJk o. w, und ^ÄenF be^änai-ten Kom.muinistehitehfer/. S'ä'p r o- n o w. -.^UhiarakteHstis-ch ist auch die./ Art, w.ie -die’ ’ SowJetregieirung,. welche sich immer::-rühmt, ■ jede i Ad 'von}’-GÄiÄMpolitrk, und .GeheimdiMmätieaus-. ' gemebzt m fcofoen, den Rätekcmgreß. verMsrialtet hat. . Er ist geheim. Außer den offizidlen; Bulletins darf kein -Beiricht /veröffentlicht werden../rS^einiographen' ' und >f Sekretäre Werden vor''jedemVerläissen' des:; Korigreßge'bäudes einer I.eibesvisitäMn ' untier-; aogen. Gnter solchen:. Lhmständen/.-/erscheint*' es ■ s.elbsitvers'tän'd-lich, daß der Kongreß - die rinnere' und -äußere Politik der Regierung mit überwältigender. .Majorität gebilligt -hat.; In seinem :zweistündigen. ' Referate hat. L e h i n:, konstatiert,; '.daßKdeir.vWelK Kapitalismus. hdutfeinicht. n'ieÖex-i&JOT - Rußland .öime vermtidung mit^aem" Anöia^ae nicht .■existieren kann, und die Politik siah : aüf idietbäucr-. licken Kreise stützen muß. Der Vorsitzen dedes 'Kongresses, K/a l.p rin,.berichtete, /dgß’ in /den Hurigergebieteti nur zelin Prozent d^r.: Eirwach-senen 'und’17. Prozent■'d'er.KSndw vcim. Staate: ernährt vwerden/ Ohne private Hilfe und/ Lnters-tützung! durch, daß,.Äusüäind ist nicht zu helfen. .'Großes. Aufsehen hat' die EnkläruiTg I^enins hervpifgerufetn, daß -Mit der / . . / / ' . Allmacht der „Tscheka“, des gefürchteten Obersten Re^-Olutionsfcriibuual3,; , welches.' heuite' Herr über Leben - und; Tod'. ist, aufgeräumt werden müsse.“ Die Beseitigung, der »Tsöhteka« in ihrer heutigen. Form. :&ei/eine unerlaß-,; liehe Bedingung für die 'ruhige Md. friedliche Ent-- ' wickiuhg Im Lände , und werde auoh/yöm -Ausland: gefördert. 7 : //. /' - Große Sorge, bereitet den Machthabern die finanzieile Krise. Eins vertrauliche Mirrkteirratssitzu-ng, welcher der Referent für Finönzen auf dföm Kongreß und ehemalige Volkskommlsisär Kre-; dern Oesterreich ermöglichen soll,. bei der bevorstehenden; Aufhebung der Lebensmittelzus'chüsse in Erwartung einer iiiiernationalen Aktion -seine Finanzen zu konsolidieren..' .7 . ' :• Die Notlage der Wiener Kultusgemeinde. Das Echo, das der am Schluß des abgelaufenen Jahres vom Vorstand der Wiener jüdischen Gemeinde erlassene Notschrei bisher' gefunden hat, entspricht durchaus nicht den Erwartungen,- die/ man an das Verständnis der Judenschaft in Wien/ aber auch im neuen "und im alten Oesterreich sowie in der ganzen Welt zu knüpfen berechtigt war. Der. . Aufruf wurde von sämtlichen im Kultusvorstand vertretenen jüdischen Parteien beschlossen und unterfertigt, weil* die Existenz der. einheitlichen ungeteilten' Wiener jüdischen Gemeinde nicht eine Angelegenheit einer Partei, .sondern eine wichtige Frage aller Juden und, man kann füglich* sagen, eine Prestigefrage des gesamten Judentums ist Die Wiener jüdische Gemeinde.hat, wie der verschämte Arme,-ihre Not, -der sie seit v dem - Zusammenbruch der österreichischen Monarchie aufgesetzt ist* nicht zur Schau getragen, solange es möglich war,. die Armut zu verdecken und durch Haushilfsmittel über die .immer von neuem drohende Krise hinwegzukommen. Bis in die .letzten Tage hinein hat die Wiener Kultusgemeinde über ihre Kräfte den Anforderungen entsorochem die infolge der Verelendung des jüdischen; s t'i nsfkv., jetzt Gesandter in Berlin, Deigeizloge-S . wurde, hat sich mit der Finanzlage beschäftigt. Es wurde konstatiert, daß in denletzten Wochendie ’ tägliche Banknotenausgabe 10Ö Milliarden Papierr : '■;77 7 " mbel , 7 . - / - . ti&tTägt.; Der . Goldvcr-r-at,. welidteir- 1917 -65b - Mil** . honen. Goldi-ubel betrüg,- ist :ajüf '36 ■ Miiliönoa, aan sämmehge'ssclmxi'olzön. Min hat. bekannte JüweÄiere. eipgöladen' im-d eiiue - Soh.^tzunig des noch- ,vorihsn-i ’ d^riänvvon 'der -Regieritihg' gbsamrnelten ■ Bestandes' . an jSchmuok und Juwelen vernehmen lassen». ■ Man'' Willi eine neue * W ährurigi schlaffem und Schmuck und ■ JuWelon als Deckung bieten.- Die Moskauer - »J e d-1- . tfo-ta« ■ vom 2. - Dezember notiert folgende Künse? : /7 . Türkischer Piaster . * , 66.000 Rubel, 7 - / Englisches Pfund , . . 460.000 „.. .; 77.7.Dollar , . , . .« . 112.000 » 7 i /.7'Lire . .. . . .7. ,♦ 7 4.300 »7 . 7,7 7 Französische Francs . * . 7.800 i "‘-/'.-••Deutsche Mark . . . , 700 v ‘7 . » 7.. lO.Qoldrubei . . '/; . . 540.000 7 500 Romanow-Rubel . . 50.090 ^,7, 7 Die Sowjetregierung ist, dem Drucke der Not , fplg.en*d>..zu dein von allen , Kiömmunjsten:. .veiy; dämmten - - .. ,/ ' System der indirekten Steuern ' > übergegangen/ Sie belegt die notwendigsten. , Go* : bräuchsartike! mit geradezu uttjgoheuerlichen'.Taxen?:.; , i/.Schachtel mjt 75 Stü-ck' Zündhölzchen; „ mit 300. Ruibel, eine solcflre mit 200 Stück nvit'90p, RÜbd../ :Die//Taibakste.uer.. beträgt «pro Pfund'.-'(40’dkg^.. hülsen. 80.00/Ruibel, für - ipop Blatt. Zigairettenpaipiep, 4060 Rubel. -; * 7v - : / - / /Nunmehr hat der " S-Gfejeichhamideti, : weichet? tpglich -üppiger .gedeiht,!" den Verlkehr mit Medika-: : mänten Ln sieb geriteen. In den Apotheken.-ist ,-keinl vwi-ätiges Medikament.mehr erhältlich. Die-Kranken!-.. Ibteiberi ohne Hilfe; wenn es den Angehörigen niclrü ' gelingt, bei einem' Schleichhändler das M-edikamärit; > M /erwerben... Auf dem M arkte wird mit - den - gif* jtijgß’n Präparaten von Laien gehandelt. Da-s- Regie-!; rüingsörgajn »I swest ja« berichtet in ' Nr, ■ '-25H jüb?T:einien bezeiobnenden schreckücken Fäil.-Einer!; 24jährigen Frau wurde vom A-rzite Qiindn vercird- * net. ’ Da diese Arznei, in keiner Apotheke zu halben!;war, ging sie auf den offenen Markt und (kaufte Mort" ein Chitünpulver. Wenige Minuten nach, derni' .'Gbriuisse wurde sie. von schrpdklichen Krfempfeni befallen und starfb nach einer halben Sburide:, Die •gerichtsärztliahe Untersudhung ergLb, daß ihr det| ün.wisiFende ’ Händler Stiry-ahndn verabreidht /hatte.] fjäs Blatt, fügt hinizu, daß solche Fälle jetzt immei} :fiäüfiger Vorkommen und unvermeidlich sind. ' - Mittelstandes auf allen Gebieten der Wohltätigkeit und der sozialen Fürsorge auf sie hereingestürmt sind. Nun gtzht esnicht weiter. Die altehrwürdige Wiener Gemeinde, wie sie stets, von jenen gerne genannt wird, die ihr am fernsten stehen, ist in die Zwangslage geraten, ihre Notlage öffentlich zu deklarieren.' Sie tat das mit dem Gedanken an all die vielen Wohltaten rih’d Hilfeleistungen, die sie seit ihrem Bestände einer Unzahl von Menschen geleistet hat, die durch diese Hilfe in die Lage versetzt wurden, Jahre der Not zu überwinden, sich eine Existenz aufzubauen und von denen gar mancher heute, an Gütern reich, eile Pflicht haben müßte, sich der Wiener Kultusgemeinde in Dättkbarkeit zu erinnern.- In aller Herren Länder leben Juden, die als Studenten, als Durchreisende, als Kränke die Wohltaten der Einrichtungen der Wiener .Kultusgemein e genossen haben, und an alle diese ergeht der Appell, ihrer einstigen Spenderin hilfreich beizüstehen. . Auch die ehemals österreichischen Judengemeindert sollen i.icht vergessen! daß die Wiener Judengemeinde iijemals versagte, wehn eine auswärtige Gemeinde ihrhs Beistandes bedurfte, Nicht immer, waren es materielle. Hilfeleistungen, viel wichtiger noch War die ' Moralische Unterstützung, die. die Wiener Kultusgemeinde ihren kleineren Schwestergemeinden angedeihen ließ.. Es ist * kaum anzunehmen, daß diese Gemeinden, die sich heute in wirtschaftlich guten Verhältnissen befinden, so wenig jüdisches Empfinden, so wenig. Pietät und so wenig Dankbarkeitsgefühl haben, daß: sie an dem Notschrei der Wiener Judengemeinde achtlos vorübereehen könnten. Es eilt iedoch nicht»

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