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Wiener Morgenzeitung · 1921-12-31 · Heft 1049 (31.12.1921) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 1049 (31.12.1921)
Date
1921-12-31
Page
– (sequence 1)
Language
German
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K 20 "Wien: Zum Abholen in der Exocdi^oa, II.,Taborstr.l—3,. oder in eirierVersehleißstelle , (Trafik) monatlich K TW. ' MKPostversand.fürWieü und ■■ Oesterreich monatlich K1000.; Ts c he ch o-S.lowa kei:Mon:‘ Kronen 23. Ungarn: Monatl.: Kronen 120. Jugoslawien: Monatl. Dinar 18.'Polen:' Monatl.Mark600. Deutsch-!.ajid: Monatlich. Mark 25. Frankreich: Monatl. Frcs; 6. - renrr «seiu K l Monatßch Eire & RttwnäiB&en: Monatl. Lei 40a Schweiz- und das übrig«! Ausland Tnonattich Francs‘3^ Redaktion tu ÄdOHiiistratioii Wien II, T-a-borstrasse 1—3s Telepboue: 44-0-38, 43-3-ft9^ ab . 6 Uhr abends 17-9-33, Telegrammadresse: „Morgenzeitung8, Wien. ' - ' ' Oesterreichfscbes Wien, Samstag, 31. Dezember 1921 3. fahrgang Verschärfung des italienisch-jugoslawischen Konflikts. Weitgehende Forderungen Italiens. —• Ungeheure Erregung in Jugoslawien. Belgrad, 30. Dezember. Gestern sprach der italienische Konsul in Spalato beim Statthalter von Dalmatien vor und unterbreitete ihm schriftlich folgende Fordenngen: 1. Die Zivilbehörden sprechen der italienischen Regierung das Bedau e r n über die Ereignisse von Sebenico aus. 2. Alle Schuldigen werden strenge bestraif, 3. Die jugoslawischen Truppen erweisen der italienischen Fahne die Ehrenbezeigung. 4. Die jugoslawische Regierung erlaßt ein Manifest an die Bevölkerung, worin sie öffentlich ihr Bedauern über die Ereignisse in Sebenico kundgibt Diese Forderungen, die im ganzen Königreich eine ungeheare Erregung hervorgerufen haben, sind von der Regier ung ab ge 1 ehnt worden. Der Konflikt verschärft sich. Die Sitzung des Großen zionistischen Aktionskomitees. f . (Schlußberichfc) Die Beschlösse. Die Krankheit Oesterreichs. —y. W! e o,. 31. Dezember. Die von Oesterreich gestern vollzogene. Ratifizierung des Protokolls von Venedig gleicht dem eingefrorenen Posthorn des seligen Baron Münchhausen. Die Durchführung dieses von Ungarn mit freundlicher Hilfe Italiens erzwungenen Abkommens ist von Ungarn, diesmal mit Assistenz der' Ententegeneräle, gefälscht worden! Keine Bedingung des Abkommens ist von dem Budapester Kontrahenten erfüllt worden und es mutet einigermaßen heiter an, daß die Entente zwei Wochen nach der von Oesterreich nicht beschickten Abstimmung von der Regierung Schober die Ratifizierung eines eingefrorenen Pakts gefordert hat. Oesterreich muß' dieser Forderung entsprechen' und unterschreiben. An der rechtlichen Stellung Oesterreichs kann dies nichts ändern. . Freilich kann Oesterreich kaum mehr tun als nochmals . bei der Entente protestieren und sich darauf berufen, , daß der Weg nach Oedenburg mit Zusagen und . Versprechungen der Entente gepflastert war und daß die Regierung Schober durch die Wiener Ententemissionen in eine unwürdige Situation gebracht worden war. Die Wirkungen sind heute bereits in unserer inneren Politik zu verspüren. Das Protokoll von Venedig hatte der kleinen Entente die Lücke in ihrem System gezeigt und gleichzeitig Oesterreich dazu veranlaßt, Annäherung an den Konzern zu suchen, mit dem es die gleichen historischen Traditionen und) die gleichen wirtschaftlichen Uebel verbinden. Die Regierung Schober ist der Einladung der Tschechoslowakei gefolgt. Das Abkommen,-zu dem man in Lana gelangte, entspricht den Bedürfnissen der Lage. Aber seine Beurteilung in Oesterreich zeigt gewisse Unklarheiten in der Stellung' , der. Parteien zu der Regierung und es sind, im besonderen die’ Großdeutschen,, die Einspruch, gegen den Vertrag erheben. Auch bei. den anderen Parteien' will man die Gelegenheit ,: zu' Mer Revision der) Afdeitsgrundlagen deriteg|erinig~'/^ 1v\K^j^Retts^qßdb^r'|ebÄie;Af»^^^^kh^^'4efren'•• > Lebensdauer dis Ende des' jahres^fetztgeseEwl^de, soll mit neuem. Inhalt erfüllt werden' und' es ist bei den demagogischen Gepflogenheiten der österreichischen Politiker nur selbstverständlich,; daß. die Besprechungen , vom der äußeren Politik ausgehend Aber, gerade auf diesem Gebiet straft sich jede Demagogie selbst. Die Regierung muß das Protokoll von Venedig unterschreiben, ob?war es durch die Ereignisse bis zur Posse diskreditiert worden ist Sie ist gezwungen, die Ratifizierung vorzunehmen, weil sie innen, ohne jede Stütze ist und weil jede Partei vor cler Verantwortung die Flucht ergreift Ehe Schober nach Venedig führ, erteilte ihm der Häuptausschuß die Ermächtigung zu Verhandlungen, ohne seinen Wülon durch, genaue Instruktionen zu dokumentieren. Der' ' ■ Nationalrat hat dann das Abkommen akzeptierte . •, wieder ohne für die Durch- Ä auch an das Mißlingen zu denken, das doch er Methodik der‘Budapester Politik vorauszuafmen. war. Vor der Reise nach Prag hat der Haupt- - aifctsschuß die- Grundlinien der Besprechungen gebilligt, •aber sich nicht des Rückhalts bei den Parteien versichert, die - jetzt iti ihren Organen eine dem Vertrag ungünstige Stimmung zu erzeugen beflissen sind. Dabei sehen sie alle an der Freundlichkeit vorbei, mit der die Berliner Politik denVertrag von Lana behandelt, der aus dem Unabhängigkeitsgefühl Mitteleuropas gegen die von Paris aus betriebene Politik des Druckes entstanden ist Man sieht aber auch an den wirtschaftlichen Vorteilen des Vertrages vorbei, obzwar der Gedanke an den kommenden Monat mit seinen sicher zu erwartenden Lebensmittelkrisen der Kritik doch eine andere Basis geben müßte. Die Lebenshaltung Oesterreichs hat sich im Monat Dezember. um, 66 % . :gegen den Vormonat verteuert. Die Einstellung der, Lebensmittelzuschüsse erspart dem Staate: TCcfirwtfgsniäßig 120 Milliarden, trifft aber tdfö Beydlkerlung : bei’ gesunkener Kaufkraft und wird WKtzrdeiw.'-iA privateii;>'Haushaltdurch. - die Üeber- ^Wälzung;der; Unternehmer nur sehr sporadisch fühlbar ^efden.; Nun; bietet .-die- Tscliecho-Slowakei eine Er- Mhungx de$, l£ohleuquatitums. und einen Warenkredit, : ifieesfeii f;Hö1h&e^jiocfl) nicht leststehtf; Die Erweiterung, des, jugpslawisGhen 'Seite bin würde yefrRiehrejiv? .Aber die Gföß-r Hie letzteren, allerjPre$|e //bagatellisieren. dTes^bhne. ,^er ' änzejgHn. zu .kühnem Äe! lassenJZzt '^ieder„che-'Regierüng^!pin-, eine üoUpe AMtzyung chs Mftage/wLgeh Fe! picht, über - ihre Wbrbehätte - predigen^;Äe.^seh.on -,-jötzt in ihrenZ^itungeii/, I Das! Aqslanl*. MHzst. wiedM den. kl^gh'chs'n - Eindruck eines;?dmch,! ^eine und.pltzhlose! Tparteiwirtchhäst. (zerMteten der .seiner Regtang KsinMiLMM..' züjdlj®,/ (. \' j./■, s„. ..;/;.j Donnerstag den 29. d. M.; vormittags, wurde in die Spezialdebatte über die einzelnen Punkte der Tagesordnung eingegangen. Herr Kaplansky referierte namens des Finanz- und Wirtschaftsrates über die "schwebenden Fragen des Jüdischen Nationalfönds. An - der Debatte beteiligten sich die Herren T w e f s k.y, Justizrat B o d e n h e i m. e r, Dr. Z w^e i g,. \Dr. T h o n, , P o ,4 U ,ä'C. h L.w'L-k L *-t. B. ö_h m.F:i s'c h m a n_m Dr- F is i w e l, Dr. B art h: :•//. - -; . In der Abstimmung wurden folgende Anträge des Finärfzünd Wirtschaftsrates angenommen: ’* : 1. Board of Trustees. „Dis Aktionskomitee beschließt, einen Board of Trustees^ des‘ Jüdischen Nationalfonds zu schaffen mit der' Aufgabe, die oberste Kontrolle über die Finanzen .des Jüdischen Nationalfonds auszuüben und dem Aktionskomitee periodisch über die Nafionalfondsverwalturig zu berichten.“ 2. Kompetenz des Jüdischen Nationalsfondsdirektorintn’s. „Die in Palästina wohnhaften Direktoren des Jüdischen Nationalfonds werden ermächtigt, im Rahmen des Budgets die -laufenden Geschäfte des Jüdischen Nationalfönds zu leiten. Prinzipielle Fragen und solche Angelegenheiten, welches-jiber den' Rahmen des bewilligten Budgets! hiffaus|*eiien,V 'sbvwtev die Beschlußfassung über' das Budget sefbsf (unbeschadet ■ des 'Budgetrechtes des' Kongresses, beziehungsweise des Zentralrates) sind dem Gesamtdirektorium Vorbehalten, eventuell auf dem Wege der schriftlichen Abstimmung. Die Direkforiumsbeschtüsse werden mit Stimmenmehrheit gefaßt : : . Es wurde beschlossen, die Höchstzahl der Nationalfondsdirektoren von sieben auf neun zii erhöhen, vorläufig jedoch nur acht Stellen zu besetzen. Das^ Aktionskomitee beschloß die Wahl folgender Herren/ ins Direktorium: Dr. H a n t k e, B ö h m, F a^/bstein, Schocken (Governor), U s s i s/e li k i n (Governor), v a n V r i e s I a n d, W i l^ a n sky, Professol W a r b u r g. ' / . n z Den Herren Dr. Bodenheimer /ffnd Kremenezky, die seit der Begründung des jüdischen Nationalfönds an dessen Spitze standen und jetzt auf selbstlose Weise zur befriedigenden Lösung der mit der;Neu- , Organisierung des Jüdischen Nationalfönds zusammenhängenden Fragen beigetragen haben, wurde vom Vor* sitzenden Dr. Häntke der Dank des AktionskoiüitM ausgesprochen. " \'$U f > iBieiaüf j wurden die Anträge der Exekutive,!:betreffend!! die Festsetzung der, Sch e,k e lp'rei sr,e.|und; Organisierung der Schekel-Aktion für das Jahf>>5882,! In Behandlung gezogen und nach einer längeren -Debatte nijt. gewissen Aepderungen angenommen!-.. Der Breis des'■ Schekels ,f tir O esterrei ch w:urde : m i t-, K . 2 0 0, für P o 1 6 n mit 150 p o l n. M>a r k festgesetzt; für die anderen Länder wird dier Exekutive den' Preis des Schekels bestimmen. ln Verbindung damit wurde folgender Antrag! des ' Herrn L i c h t h e i in , angenommen: „Das Aktionskomitee bevollmächtigt die Exekutive, mit Hilfe aller Landes-: und Sonderverbätfde einen besonderen!Beitrag •für die ^rganisatonschefi^ und politischen Bedürfnisse, "der Leitung zu erheben, Der Beitrag soll in solcher Höhe auf die Landes- und Sonden/erbtnde Megk werden, daß er zusammen mit den Schekolioi alle organisatorischen und politischen Bedürfnisse der Zionistischen Organisation deckt“ Hierauf gelangte nachstehender Antrag? de- Exekutive zur Annahme: „Auf Grand des Beschlusses des Xil. Kongresses erklärt ■ sich das Aktionskomitee! damit einverstanden, daß zwei von der A sef a t b H aTr tM^h a.Tj^^gewäljjte. Vertief der paj^ncnsi-v sehen Judeuschäft -zur-Mitäibeft’ an der, D', Exekutive herangezogen werden. Diese VertrCterf werden an allen Sitzungen der Palästina-Exekutive mit! vollem Stimmrecht,' teilnehmen. Ueberdies werden Vertreter des Waad Haleunji zur Beteiligung an den bei der Palästina-Exekutive bestehenden Kommissionen eingeladen werden;“ ". ■ :; . '; , .■ > In der ilmmigrationsfräge' wurde ' ein Antrag-! Dr. K atz ri eT'S on s varigenömmen,: welcher Jaatet?* „Das Aküpifekömiteev;eibliekt 'in der Aufrecht-!! echaltung.; def\ * gegenwärtigen / . TrmntzrÄiohs^ bestimmungen eihe! schwere 'Gefährdung (derjüdische . Einwanderung mafch' 'Palästina.^;Das Äküon^canitee" nimmt von! - den 'Schritten Kenntnis,' dre‘ die Exekutive' zur Beseitigung dieser-' Bestimmungdn' unternommen hat und erklärt, daß die von der' Exekutive geforderte Wiederherstellung der vor dem 1. Mai gehenden Bestimmungen als 'Minimum der F<»ckmngeh der zionistischen ^Organisation^^zu betracj^M.''! - nfiig; T w e r s k y wurde beschlossen : „Zur# Zwecke der Ordnung und Erleichterung der ErmgraLon nach . Palästina beauftragt das Aktionskomitee. detf WirtschaftsraA; die; Frage der Zweckmäßigkeit der Gründung einer Äliahbank sowie den Plan der Zweckmäßigkeit der Gründung einer. zionistische» Trans/portgesellschaft auf wirtschaftlicher, Grundlage z/Müdiersn und das Ergebnis derHöchsten -Sitzung *4ds^ Aktionskomitees ’vorzulegen. Die finanzielle GruH(? läge der Transportgesellschaft soll durch unsere Bankinstitute geschaffen werden“* .. ln der Frage ,-de^ zionistischen BeanjteMhH^ .>; wurde folgender Antrag -Dr: J a'cjo'b s o rn s 'ahgfe^ riommen:; „DaS'.Mtipnskpniitee sieht, in dem Ausbau-, der;!.zipnist!sclien-, Beamtenschafteinender dringendsten-.. Aufgaben der: zionistischen Organisation.r Es. ersucht',, die!-Exekutive, ausreichende (mpralisclie- und. materieller ' Sicherungen! für die^Beanitenschaft der ziopistisipHentv Institutionen zuschaffen,, .insbesondere solche Mäß^. tMhlyen zü -.ergreifen,., die r,den.,iii,.der Diaspora be«:!!- ffsphäftigten Beamten mach ^Ablauf einer! Dienstzeit Recrft;\;' :auf. Verwendung im paiästinensi^chenMenst' -!|e. nacht*-' «Bedarf und. Eignung,*geben/. ... ' '', > 4; . / V -' In dec Budgeffrage ,jsti auf rArt^rpg: Dr. ,H<aMi;tke:»!” folgender* .BMMüM'MfMT.^or^n:- .-„Das Aktions^*, koMitee-nllhM.dieDtzläriPg dü-Exekutive zurKenntnis,;,, daß’ : sie Jüfi dVet- Zdit,^--f|if j welche' -ihr das-GejkL-zur.v Deckung,/ des v.ganze/,- lew/ligteiv Budgets'micht zur; 'XerDMng>;/8teht/:MMM^ehmeu. - ryit dem.,Finanz-, iu'nd^wirtschaftsratV^e^mnien ->wikd, rwelc.hfe, -Budget-/ Postens und . in ■ .welcjierHöhe zur \ Auszählung, gelangen sollen.“ - .',:;’i/.! : -• :•//':! . r -, Nä|:hL,einer: längeren.';. Debatte -wür^‘ folget f : der Arii|ag': 'deSr Abgeordneten' S'.t-di o;k'-e r! :!aiin" genommfe/f:„In-'.deri Ängetegentteit der! Verhäng; ■ Jungen '> des •,Fie'rru!-.J;a!b;o;ti;.n;s;k,y;t . mit* dem. VeM treter der Petliura-Reiterung stellt dss AMms;

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