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Wiener Morgenzeitung · 1921-12-21 · Heft 1040 (21.12.1921) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 1040 (21.12.1921)
Date
1921-12-21
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Wien, Mittwoch WIENER KORGENZEITTTNO 121. Dezember 1921 Nr. 104Ö 'die Organe des Kriegswutchwairttes dien Wert der 'Zeit durchaus nicht zu verkommen. Dann sie fragten einen der von ihnen Gestellten, was er um JiG'iib 3 Uhr na'obrtiifctags kn Cafe zu suchen halbe. Und als der Betreffende mt Asnltwont gab, daß er einen Schwarzen trink an, wollte, meinte das Amts* organ Skoipfsdhüttelnd. dazu sei urm haülb 3 Uhr oadhmittags wohl nicht die Zeit. Es scheimrt, daß sich das Kriegs wncheramt als Erbe der Militanpolizei seligen Angedetnikerao fühlt. Und eswird gut sein, '■daß sich Leute, die sich noch Jetzt zu einer «pein- Sadbe® Restpektieruiig der >Be©chäftigungszek« euidtot entschließen können, mit einem »Uebeirzekzettei« versehen, den fün* Angestellte der Chef und für Selbständige allenfalls die Scliwiegerinmntrteir als das nächsthöhere Kornrmaindo autszustellen hätte , . . •!S%ch strengere Aaisrdhten als über dien Wert der iZeit hemsidhen beim Kriegswueheramt über den LWert des Geldes, zv> dem, wie ausdrücklich erwähnt -werden soll, auch noch die österrerahöisichen Kronen gezählt werden. Denn ein Kaufmann', hei dem man den Betrag von 50000, sage: fünf zigtausend ös>tevheichischem Kronen fand, wunde mißtrauisch aingef, herrscht: »Was rr atchen Sie denn mit so ,'viiel (!) Geld?!« Den Bef inten, der diese Präge stellte, 'seilte Herr Finanz minister Gürtler'im Auge >beibaiton. Hßtt er doch in ihm den IsrnggeKudhiten Oofäinisten gefunden'! Leider wirkt dieser Optimismus durchaus uiid’dt ansteckend Denn alle Leute, die bei den Organen des Staates eine .so ver- Fidüffünde WVitFremdheit konstatieren, werden über klss Schicksal dieses Staates noch '(pesisim-istisclip* gestimmt werden . . . Schließlich sei noch erwähnt, daß si-ch uralter den dem Kricgswucfeeimnt Ueber&öe Ilten aluch ein jugoslawischer Kauf mann befand, der durch: die .langwierige »Amitshandhmg« atm Antritt seiner Heimreise niit einem Zuge, für den er dais Billett bereits erstanden hatte — es gehörte zu den bei ihm gefundenen- ^corpora delicti«: .— gehindert und zuir längeren Inangpitmcho^hme 53er Wiener — ihm gegenüber so klassisch bewährten — Gastfreimdsclhiaft genötigt wurde. - Ob er WcfeS jemals wiedertkehren wird? Da rühmt sich unser Btmdeskanizlefr «eines großen Erfolges, die »Hölle von, Lttcrden-buirg« beseitigt zu halben, <Jie unserem Geschäftsverkehr mit dem Ausländ so fverhängnlsivfö'll war. ' Und weiün sich wirklich ein äusländisdhor Geschäftsmann m uns verirrt, wird ihm das Geld weggenOfnumen. — das eine Mal von 'exzedierenden Demcnstmainten, döis andere Mal von. .übereifrigen Organen der. staatlichen. Ordmsng! IWem wird. man, .endlich hierzulande dn-sähen,- daß ’clie Exzesse der fetziteren die gefährlicherein und schädlicherem, sind und mit dem U.nfug der Razzien , 'auf harmlose Bürger Schluß machen'? An die hebräisch sprechende Studentenschaft! Wir erhalten de» folgenden Aufruf: Heute findet die Gründungsversammlung des Gesämtverbands hebräischer Studenten T a r b u t h statt. Wir wollen keinen neuen Verein gründen, es soll nur eine Zentralisation aller hebräischen Kräfte sein. Wir wollen alle in Wien anwesenden hebräischsprechenden Studenten und auch sonstigen Hebräer zur Mitarbeit heran* ziehen. - In erster Linie soll dem drucken den Mangel eines entsprechenden Lesesaals und einer hebräischen Bibliothek abgeholfen werden; dann wollen wir mit der Einleitung einer Vortragsserie von hebräischen Gelehrten des In-und Auslands beginnen. Heute Ist es an euch, zu zeigen, ob genügend lebensfähige Kräfte vorhanden sind, um an diesem großen Werke weiterbauen zu können und unsere weitgehenden Pläne znr Gründung einer periodischen hebräischen Bühne und eines hebräischen 0 r g a n s zu verwirklichen. An Gönnern und materiellen Mitteln wird es uns nicht ■fehlen. Kommet in Massen zur heutigen Versammlung Im Saale des B’nei B’rith, 1-, Universitätsstraße 4, 7 Uhr, und beweist dadurch eure Bereitwilligkeit zur Mitarbeit. Valuteübeschlagnahmfe in Bankhäusern, Die Polizeikorrespondenz meldet: Nach dem Inkrafttreten der verschärften Devisenordintng wurden vom Kriegswucheramt in einer Reihe von Bankgeschäften Revisionen durchgeführt Bei diesen Revisionen wurden insgesamt mehr als 5,000.000 österreichische Kronen, 10.000 tschecho-slowakische Kronen, 120 dänische Kronen, 10 schwedische Kronen, 70.000 ungarische Kronen, 630.000 ungestempelte Kronen, .70.000 Mark, mehr als 5,000.000 polnische Mark, 300 belgische Francs,' 11.000 Schweizer Francs, 500 französische Francs, 46.006 Lewa, 196.000 Lei, 70.000 Lire, 51 Pfund, 20 holländische Güfdeh, % Napoleonsdor, 30.000 Dinar, 350 Dollar, 2,580,000 verschiedene Rubel, Schmuck, Bnichedelmetalle und Silbergegenstände beschlagnahmt. Gegen die Bankhäuser und einige bei den Revisionen angetroffene Personen wurden Strafamtshandlungen eingeleitet. * Die Krankenversicherung der Dienstmädchen. Mit einer heute veröffentlichten Verordnung wird die Krankenversicherungspfficht der ffausgehilfen und Hausgehilfinnen mit dem üeitungsbeginn vom 1. J ä a n e r 1922 festgesetzt. Die Dienstgeber haben Hausgehilfen ehestens bei den Bezirkskrankenkassen des Dienstortes oder bei einer' Vereins kasse an- *itme!den; zur Ar. aeldung genügt die schriftliche Mitteilung Üfes ^or- und Zunamens sowie des Geburtsdatums des Hausse hi len nebst Namen und Adresse des Dienstgebers an die £asse. Die Versicherung bei einer sogenannten Dienst* potcnkrankenkassc genügt nicht und die Unterlassung der rechtzeitige?) Anmeldung bei einer Bezirksämter Vereinskrankenkasac macht nicht nur s t r a f f ä11« g, Hindern bedingt auch die Gefahr, Im Erkrankungsfalic des Hausgehilfen der Krankenkasse neben den Beiträgen die gesamten erwachsenden Auslagen (Spitalskosten, ärztliche Behandlung, Krankengeld u. s. f.) ersetzen zu müssen. Die •Ä.n m e 1 d u n g hat iür die am 1. läner 1922 im Dienste stehenden Hausgehilfen spätestens bis 3. Jänner 1922, flir die später in den Dienst tretenden binnen 3 Tagen nach Dienstantritt zu erfolgen. Der Dienstgeber hat das Recht, zwei Drittel des an die Krankenkasse gezahlten Beitrags im Wege des Lohnabzuges vom Hausgehilfen hereinzubringen. * Del-Ks Schufte, das beliebteste .Weihnachtsgeschenk. * Begräbnisse am heutigen Tage. AlterFriedh o f: 9 Uhr Kraus Gisela, 10 Uhr Allaraß Israel, 10 Uhr 30 Min. WacTitel Samuel, 11 Uhr Gottlieb Heinrich. — Neuer Fri*edhof: 9 Uhr Plißner Moses, 9 Uhr 30 Min. Unger Olga, 10 Uhr Goldblum Berl, ll Uhr Kobn David, 11 Uhr 30 Min. Krochmalnik Rosa, 12 Uhr Pezinek Moses. « Die Verteuerung des Zeitungspapieres. Aus Innsbruck wird gemeldet: Der sozialdemokratische Laudesparteitag hat einstimmig eine Entschließung angenommen, worin die sozialdemokratische Fraktion aufgefordert wird, mit allen zu Gebote stehenden Mitteln die unmittelbar bevorstehende ungeheureVerteuerung des Rotationspapieres zu verhindern. •Wetterbericht. Die der Nordsee angrenzenden Lftader haben trübes, regnerisches und stürmisches Wetter bei abnormal hohen Temperaturen. Mitteleuropa ist mit warmer Luft überschwemmt. Zumeist ist es tfüb, und regnerisch, nur Oesterreich hatte heute ruhiges, sonniges, am nördlichen Alpenrand friihlingswarmes Wetter. Mittags hatte es über 109 Wärme. Voraussage: Zunächst wieder trüb, mit Neigung.zu - Regenböen, zeitweise stürmische Westwinde, Temparaturabnahme, doch nicht über 0°; allgemeiner unruhiger Wettercharakter andauernd.- * Weihnacht sv er kehr au? der Westbalw. Anläßlich der Weihnacliisfeiertage werden auf der Westbahn in der Zeit vom 22. bis 24, d. M. nach Zulässigkeit der vorhandenen Betriebsmittel einzelne Schnell- und Fernpersonenzüge in zwei Teilen geführt werden. Der von Wien-Westbahnhof um 22 Uhr abgehende Schnellzug Nr. 209 wird am 22. und 23, Dezember ausnahmsweise bis Innsbruck verkehren. * * Ein herrenloser Mtlllonenftihd. Am 6. d> M., vormittags um 7,9 Uhr, fand. der Wächter des Belvederegartens, Georg K u b a t s c h e k, III., Khungasse 2 wohnhaft, im IV., Bezirk, Karolinengässe, neben dem Gehweg eine auf der Erde liegende acht Zentimeter lange in Platin gefaßte Brillantbrosclie, die einen Wert von mehre’renMillLonenKronen haben dürfte. Der Fund wurde im Fundamt der. Polizeidirekiion hinterlegt. Bisher hat sich der Verlustträger nicht gemeldet. Die Brosche kann im Fundamt besichtigt werden. * Leitungsdraht tim 8 Millionen gestohlen. Das Kommissariat Brigittenau gelaugte zur Kenntnis, daß in den letzten Wochen im XX. Bezirk sich ein ausgebreiteter Handel mit italienischem Leitungsdraht entwickelt habe und die Herkunft dieses in großen Massen ' auf den Markt gebrachten Drahtes schien sehr bedenklich. Die Erhebungen ergaben, daß bei einer Speditionsfirma im VIL Bezirk der 20jährige Zollspedlteur Johann Kölowrat, Grelseneckergasse 22, im Läufe-der letzten vier Monate aus dem Magazin der Firma 85 Rollen als Transitware lagernden italienischen Leitungsdrahtes, der heute einen Marktwert von mehr als acht Millionen Kronen hat, entwendet ugd mit einem großen Netz von Freunden uud 'Bekannten"'zum Preise von K 11 bis 75 per Meter verkauft habe. Vereine, VorirLge and Versammlungen. Zionist i s che B.e zirkssektion O t ta k r i n g-H.e r n a 1 s. Heute, 7 Uhr abends, im Souterrainlobale des Cate Hindenburg, VIII., Alserstraße 71, Ecke - Gürtej, außerordentliche Generalversammlung. Tagesordnung: l: Wahlen in den Parteirat und in das Lokalkoniitee. 2. Evcntualia. •— Jiigendverein Aha wath'Zion, II.. "Kl eine Zufahrtsstraße 160. Heute, 8 Uhr abends, Vortrag E. Kaplan. Jugendliche Gäste willkommen. — Gesamtverband hebräischer Studenten T a rbu t h. Heute, 7 Uhr abends, Grüadungsv e rs.a m m 1 tr n g im Saale der B’nei-B’rith, I., Universitätsstraße 4. Alle jüdisch-kulturellen Vereinigungen werden ersucht, Vertreter zu entsenden. — Vereinjüdlsch'er Hörer an der Hochschule für Bodenkultur. Kartenabrechnung Dienstag, spätestens Mittwoch von 11 bis 12 Uhr vormittags im Vereinslokal. — Jüdische Volkbibliothek Zion. Samstag den . 24. d. M. um 7*6-Uhr abends im eigenen Lokale Generalversammlung. — Zionistische A r i> e i t s g e «1 e i n s c h a f t. Heute, 8 Uhr abends, Besprechung, II., Taborstraße 20 a. — Z i'o n i s t i s c h c Sektion tn'.n e r e Stadt. Morgen, präzise 8 Uhr abends, Gate R a bei» I., Wallnerstraße 2, Vortrag Dr. Oskar 'K a r b a c ft: Geschichtsbetrachtung, der Assimilation. Vorher; Delegiertenwahl zum Parteirat. .Gäste willkommen. J ü d i s c li eToynbee-Halle, XX., D enisg a s s e 33. Mitturoch den 21. d. M.,präzise 7 Uhr abends, Vortrag des . Herrn Oberrabbiner Dr. J. P. Chajes „Das Buch Hiob“. Sonntag den 25. d. M. um 4 Uhr nachmittags dortselbst Chänuka-Feier, ‘Elisabeth-Heimfür Kriegswaisen, Lehrmädchen und Arbeiterinnen, II., ,M a 1 z g a s s e 7. Mo« t a g de« 26. d. M., 5 U h t abends im . E 1 i s a b e t h - H e i m, II.. Malzg a s s e 7, C h a n u k a - F e i e r. I. Fcstweihe (Entzünden der Chämika-Lichter durch Oberkantor Morgenstern). 2. Festvorstellung der Schützlinge. 3. Chanuka-Jau.se für die Schützlinge; Vor Beginn des Festes, 4 Uhr nachmittags, Besichtigung des Keims. Makkabäer-Feier in Baden. Sonntag den 25. d. M. um 6 Uhr abends findet im Festsaale des Hotels „Stadt Wien“ in Baden eine Makkabäer-Feier statt. Festredner sind Herr Öberrabbiner Wilhelm Reich, Herr Dr. Otto Abeies, Wien. Weiters wirken mit: Herr Oskar Beregi, Frau L. Dulitzky, Eigenfeld-Quartett des Hakoah-Orchcsters, Wie«, Frau Miriam Schnabl-Hoeflich, Wie«, Fräulein Trude Szmetana, Herr Otto Schick, Wien, Herr Konzertmeister Zimbler. Der Veranstaltung sieht man in Baden mit größter'Erwartung entgegen. „ Uran i a. Heute, Mittwoch, . 7c3 Uhr (Großer Saal) Schülervortrag: Eine Märchcnvorlesung für.Jung und Alt. Kinematogramnte.■ — 5 Uhr (Großer Saal): Shackletons Südpol-Expedition. — 7,8 Uhr (Großer Saal): Alt-Wiener Quartett Schreihzer. — Vj6 Uhr (Kleiner Saal) Dr. Helene Änderte: Physiologie und Hyg'ene der Frau, III. — Jß Uhr (Kleiner Saal): Kaminenmtsikabend. — ll26 Uhr (Kurssaai) Dr. Engen P o 11 a k: Bau und Leistungen des menschlichen Nervensystems, VI. — l,'sß Uhr (Kurssaal) Dr. Richard Krzemer: Das Auge und das Sehen, IV. — V»6 Uhr (Kluözaal) Gesangspädagogin Gisela K r ü k I: Volkstümliche Vorträge über Gesangstcchnik, iV. —‘ Uhr (Kiubsr-a!) Kamjfie'rsühgcr Max Kraemer: Wie lerne ich smgeu V, V*. Der Marktbericht. Die Zufuhren an Fleisch haben sich vor den Weih* nachtsfeiertagen derart gebessert, daß Rindfleisch gestern weit über Bedarf in der Großmarkthalle zu haben war. Aus Ungarn sind 4 Waggons mit 248 t Rindfleisch, Schaffleisch und Schweinefleisch, aus Jugoslawien ein Waggon mit 5 3 t Rindfleisch, Kälbern und Schweinen uöd aus Steiermark ein Waggon mit 31 Rindfleisch angekommen. An Rindfleich-allein, wurden in der Großmarkthalle über 100.000 kg feilgehalten. Das reiche Angebot und die eingetretene wärmere-Wittenmg übten einen leichten Preisd ru ck auf das Rindfleisch aus, der sich, allerdings erst bei minderen' und mittleren Sorten äußerte, während die guten Qualitäten int Preise noch unverändert blieben. Der , Preisrückgang betrug heute bei deit erwähnten schlechteren Sorten bis zu K 80 per Kilogramm, doch ist ein weiterer Rückgang der Preise zu erwarten, da eine ausgesprochene Resistenz der Käufer zu beobachten ist. Während sonst ln der Weihnachtswoche schon mehrere Tage vor Weihnachten lebhafter Verkehr. auf den Lebensmittelmärkten herrschte, ist es jetzt verhältnismäßig ruhig. Auch Fett ist in genügenden Mengen vorhaaden, doch auch hier ist nur geringe Kauflust zu bemerken. Dieselbe Erscheinung kann man auch auf dem Geflügelmarkt beobachten. Die Preise für Fettgänse, und Enten, die eine Höhe bis K 2300 per Kilogramm erreicht haben, halten den größten Teil der Bevölkerung vom Kaufe ab. Der Fischmarkt, verfügte gestern über ein größeres Quantum von lebenden Karpfen, die aber angesichts des Preises von K 1100 für ein Kilogramm wenig Beachtung fanden. Bei anhaltendem wärmeren Wetter, wie es der heutige Tag brachte, ist mit einem Rückgang der Preise-zu rechnen, da die Händler größeren Schaden werden vermeiden wollen. Auf den Grilnwarenmärkten war gleichfalls nur geringer Verkehr. Der Naschmarkt war mit Gärtnergemüse besser beschickt als' in den Vortagen. Zwiebel sind reichlicher vertreten, Weshalb ‘ für Gärtnerzwiebel heute ein Preisrückgang von-ungefähr K 20 bis 50 per Kilogramm einträt Im Detailverkaiif stellte sich aber einheimischer Gärtnerzwiebel immerhin npeh auf K 420 bis 470 per Kilogramm, während italienischer Zwiebel im Preise unverändert höher notiert^. Die Kartoffelzufuhren sind zwar gering, doch reichert die Vorräte für den augenblicklichen Bedarf aus. Die Beschickung der Märkte mit Aepfel ist gleichfalls gering, doch herrscht auch hier kein Mangel, da sich die Käufer wegen der hohen Preise überall Zurückhaltung auferlegen. An Eiern fehlt es überall. Wo vereinzelt Kalkeier ausgegeben werden, sind die geringen Vorräte bald vergriffen. FREIE jyDBSCME VOLKSBÜHNE 4280 Gastspiel Im I.USTSPBELTHEAVER s°7lÄtTs DER'DORFSJma Sri““ JST DAS THEATER IST GEHEIZT! ' Freitag den 23. Dezember, 7 Uhr abends: Pfemi§?e! düS^UWSit*? PiremS&re! (DIEBE) Scliauspiel in 3 Aisten von F. B r I n k o Der Vorv&rkauf ao beiden Theaterkassen hat bereits begonnen Mali Picon. Im Anfang war die Freude am Spiel und Ver* steMmig. Und darafuis anfetiamd das Thealtermnd seine darstellende Kirnst. Der späteste ..Sipcößliing’, vielleicht sogar ..ein verspäteter, ist die jüdis>clhe Theaterkuinst. Als sie im.eigenen jüdischen-Milieu auf tauchte — «Her',. Jiuide als Darsteller ist länger 'bekannt als der J'itide als jüd-istdher Diainsteliltor —- dia war die Zeit .des. großen Tlheateris und der ginoßem Darstellung überall fast vorüber. Wo® die jüdische Theaterkunisit danoin nahm, das wa/ren, ärm Licfirc Reste van großem Pathos oder «naive Wiedergalbe der komischen Gaste oder diar Versuch, die . Chatnäain'tte'tigkeiit mit jüdischem Witz zu verbrämen. Es mußte erst an das neue Theater, das' Theater der Stimmungen, aaigdonüpffc werden, damit jüdische Theatteirkiuintslt. dein Weg zu -eiinen «natuinvalhreri Eot.wicJclumig finde. Die 'jüidfechpaithetiEychc DarsteWupg im jüdischem Thesatber bait geradezu läeherlidh Schiffbruch erlitten. Selbst die >Großen« auf diesem . Gebiete , galbeai Da.rsteHungi welche irgendwie ein mitleidiges Lächeln hervor,rief, wohl im Zuisnimm onlhaug mit der Vorstelhiug, wie amm.; .sidb jüdisdhes Theaterpathos ooben dem wirklichem jüdischen. Piaithos , (ein amdores echtes ’Bsitlhiöis als jüdisches gibt es nicht); dem Pathos der VWvn, aui-snchmie. Uirad. die .mit jüdischen Witzbrocken belpuitete ChantaimtDustigkeit, wie sie in derjüdisdi-amerilkamiischen Oporette zju Hause ist, hat immer etwasmüllrmm Auf gepulvertes atu ■sich. ■ Bleibtniuir als ..Wert die.-jüdische Komik, die darin, begründet - liegt, daß der enge Raum, in den dais. jüdische Wesen gepreßt istü, alle; aiuts einer' weltenschaiuendon Geisitiglkedt geborenen Bewegumig'en uind Gesiteh Haohcnnlidli (üintd dabei doch üragisdh):'erscheinen läßt. Eime Komik, die sjezüsageni immer von neuem das jüdische Prtoblom aufroillt, etwa die eines Reißmattm, eineis David Keßler. Sie-,hat iin der jüdischen ■ Theaterlouinßt aars ühtrer UhspirünglidiUceit heraus Werte geschaifflen, n-or allem dm Wert nndv-unlbcwußteil Darste l!u,ng, die, aaiis der ■ Wkfklichkeit kommend, eie erreicht. . ' Im Amfatng wiar die Freude an Spiel utntd Vcr- 'SitelWülng. Sie hat in den ersten Zeiten des jüdliisched Theaters Wenig mm Ausdruck Icommen körtnm. Heulte aber, da cs gatmz neue Formen ammirnimt* da es in der Dramatik beginnt, aus dem Jüdischem das Menschliche zu fassen-, da auch die Danstellumg des Tragischen sich in dieser Bahn bewegt umd die echte 'jüdische Kcrhik von jeher das Menschheits- Problem im jüdischen Profbliem aufinoBt, iheufte ist diese. Freude Spiel und VersteIlulug ein doppelter Wert den" jüdi-schon The'aite.ifkuin^ts, alsi

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