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Wiener Morgenzeitung · 1921-12-18 · Heft 1037 (18.12.1921) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 1037 (18.12.1921)
Date
1921-12-18
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Wien, do.- WIDMET! ^OLGENZEITUNQ G l/2~:-:r;0. io: 'Tüüudet ta, Ptnskea* ztflsamme nfassen-d, »ist in deä* 3i:i;ufptsacfrc nichts Nenes »und nacht etwas, das'ein«; Gefahr für irgendjemanden.- bedteutet. Anstatt der fielen Asyle, die wir gewdhnit sind,-seit lumaJHter Zeit wiifzusüdiien-, wollen wir, daß wir •mmaritlir-e-i; -Vsyi halben-, aber sein- Bestatöd sdll Völkerrecht! icfi: gesichert sem.« : Dies ist das Land und in der täglichen Arbeit des Aufbaues wird -das jüdische Voll? seine und die; 3ür!ösi»ag seiner Seele finden.. Bhasker, der Viaiter der. {zionistischen politisch-praktrschen Lehre, hiafc;den.- ‘Begirm der Venvirldichung der einen Hälfte seiner fcehre erlebt, nämlich der Besiedhmgsarbcit, nicht aber auch der anderen Hälfte seiner Lehre, der poii-' 'rischen Arbeit. Nach Torübergeh enden Schwankungen ist die Lehre wieder einheitlich geworden, so , wie sic aus Pinskers H-and her verging, als die Lehre dos-]>olitisch^pra!Öctischen Zionismus. - Heilig soll uns allen dpr erste Tag des Tcweth ' bleiben, als Andenken des Schöpfers dieser Lehre. «Unsere Gesinnmngsgenossen mögen sich allerorten für diesen Tag rüsten. Es sollen sofort in jedem .!Orte besondere Kommissionen .zur entsprechenden; Feier des Pinsker-Tages eingesetzt, Versamrnluh-. gen einberufen, Vorträge gehalten, Geldsattimluingeh; für den Keren K a j, e m e t h auf den Namen' midi: Äum Andenken P i n s k e r s organisiert werden. I Das Wort Pinskers soll »an diesem Tage im unsereii - iSynagogen >und Bethäitöernlaut werden, es sölMh ' iSchtrlen und Erziehungsanstalten Gehör finden. Dais ■ ganze Volk soll wissen, was ihm Pinsker war,' es' soll den Weg der Wiedergeburt erkennen, den. er uns allen gewiesen hat. Ein Komitee, bestehend aus M. U is s i s ö h -' Ikic, Acliad-Haa-m, Ch. N. B i a 1 ik, A; AL Boro'chow, M. G 1 üc k so Hin, A. D r u j~a - •u a w, J. K? a u s n e t und J. Ch. Ratva-i t z k y,! erläßt eineu Aufruf, dem wir folgendes entnehmen:; Pinsker war der erste, der klar 'erkannte, &aiL der einzige zur Erlösung führende Weg das Streben' nach Erlösung ist: »Der nationale Entschluß «.Wird io’as Volk nicht von einem einzigen Willen erfüllt,; um sich sein. Vaterland zu errichten und Erlösung; ■zu finden, dann ist die Mühe seiner Aehesten, es ■zu erlösen, vergeblich. Und als Pinsker sah, daß das »alte Vaterland des jüdischen Volkes allein geeignet.;se-\ das Herz des Volkes dem nationalen Entschluß ‘zu eröffnen, bat er seine letztem Lebenswahre der; •Besiedlung jenes Landes gewidmet, das-schon vor. uralten Zeiten die ersten Befreier unseres Volkes' au Zerwühlt haben — der Besiedlung Esrefz Israels. ' Vom Keren Hajessod. Versammlungen, Anläßlich der Anwesenheit der Mitglieder der Exei fcutive der Weltorganisation und des Aktionskomitees findet in der letzten Dezemberwoche im Sophieiisaale eine große Versammlung mit der Tagesordnung »Der Aufbau Palästinas“ statt Eintrittskarten (Regiebeitrag) werden ab Montag den 19, d. M, täglich von El bis 1 Uhr im Bureau des Keren Hajessod 11., Zirkus- ■ gassc 33, ausgegeben. . : An die Zeichner l Gemäß dem Parteitagsbeschlusse wird in nächster Leit die Veröffentlichung der Listen derjenigen durchgeführt werden, welche ihre Pflicht dem Keren Hajessod gegenüber erfüllt haben. Das. Sekretariat.ersucht, daher alle Gsaubensgenossen,ihren eingegangenen Verpflichtungen .ehestens nachzukommen, beziehungsweise den gegenwärtigen Verhältnissen entsprechende Aenderungen vorzu- ’nehmen. Die Jttgendschriften des Rikola- Verlages bei Löwit. Das Schaufenster der Buchhandlung L ö \v i t zeigt fetzt eine besondere Attraktion: die reizenden Juge n d-; Schriften des Rikola-Vcrlages, die in ihren - Wandelnden Hauptfiguren durch Pappen und Spielzeug; lebendig gemacht wordeiz sind. Vor allem ist es der HB laue Kinde r--Katen.de r“, das entzückende fmd reichiUustrierte Unterlialtungsbucli mit seinen d r e i Spiel b eilagen, welches ebenso wie die „Tau send bunten Büchlein" durch einen soeben ergangenen; Erlaß des Bezirksschulrates warm empfohlen wird, Schließlich die wundervoll ausgestafteten Märchenbücher, die zu den schönsten Geschenkwerken zählen. * Das Neueste ist: Das Neueste ist.nämlich, daß die Herren Lebensmittelhändler voll zarter Rücksicht für das •Publikum sind. Namentlich die Fleischhauer und Selchöf können sich an Schonung für ihre Kundschaften nicht genugtun. Da nämlich die Lebensmittelzuschüsse im Jänner abgebaut oder abgehaut werden sollen, ist eine allgemeine gewaltige Preissteigerung vorherzusehen — übrigens ist eine solche Steigerung seit zwei Jahren unaufhörlich wrausznsehen und der Prophetenlorbeer ist das einzige Grünzeug, das billig ist. Ater der jetzt zu gewärtigen de Aufschwung, nicht des Landes, sondern seiner Preise, perspricht doch' etwas Besonderes zu werden und da fürchten unsere milden Nährväter, der Schock könnte «ns schaden. Zärtlich besorgt um unsere Gesundheit, wie die liebevollen Versorger man einmal sind, wollen sie uns langsam abhärten und haben daher rechtzeitig mit der {Erhöhung der Preise begonnen. Sehr rechtzeitig. Es ist ein edier Wettstreit entbrannt, wer am radikalsten unsere Schonung besorgen kann. Auf den großen Kietterbäumen Klimmen die Lebensmittel mit affenartiger Behendigkeit direkt 5n den Himmel hinein. Gans, Schwein, Rind, Kalb, alle turnen «uiwärts und sogar „Ihaha* erweist sich als -treffliches Klerttertier. Besorgte Gemüter befürchten das Aergste, wenn •ferst der Mjilo, erprobter Bergsteiger, in den Dienst der B'rnäbruttg gestellt wird. Aber die Besorgnis ist über- MN'-VIrd.uns ajitfi.daön abteHrttn. Die Uhensmittelzoschüsse der Fleischer, Wurstwarenerzeuger, Delikatessen-, Fisch- und Griinwarenhändler sind jedenfalls in den letzten Tagen stürmisch abgebaut worden und da die Preise bald die für den Jänner zu befürchtende Höhe überschritten haben werden, kann gar kein Zweifel bestehen, daß mau Fleißaüfgaben machen und weiter Vorarbeiten wird. Bis das Brot K 400 kosten wird, werden wir das spottbillig finden. Ja, es geht eben nichts über kluge Konsumentenpolitik. Und; die Fleischhauer dürfen sich rühmen, ihr Wort voll und ganz eingelöst zu haben. Sie versprachen uns Rindfleisch um tausend Kronen und es kostet heute schon 1200 Kronen. Wenn das nicht Verläßlichkeit ist — — , Kater Murr. * Todesfälle. Gestern ist hier der Redakteur des „Neuen Wiener Journal“ Max Fog e s gestorben. — Gestern ist hier der - bekannte Gesangspädagoge Professor der Musikakademie' Regierungsrat H a b ö q k. gestorben. — Gestern ist hier der Maler und Zeichner August Stefan K ron stein ini 71. Lebensjahre gestorben. — Aus ■ Lemberg den 17. d. M. wird telegraphiert: Heute früh ist die bekannte Schriftstellerin Gabryela Zapolsk a gestorben. Die Verstorbene hat seinerzeit 'mit ihren Romanen aus der Welt des polnischen Kleinadels Aufsehen erregt. Auch -auf dem Theater hatte sie Erfolg, einige ihrer Stücke wurden in den letzten Jahren in Wien aufgeführt. Die Beschlüsse des Weltpostkongresses. Miini- .Steriahat E b e r a n vom Verkehrsmirasterhiim berichtete in der gestrigen Breoseik-onforenz über die''Ergebnisse des W-c 11 p.o s it (k on g*r 6 s s e.'s iti. Mä'cSridi tamdl der Konferenz; in , Po»rtono-se. Am - Madrider, Koragtreß . wurde als internationale . Postwalhnimg der .Gold- .frarJken festgesetzt, a(Ss Zahlungsmittel für .die Sdhiridiesi zwischen d'en ■ einzelnen Vervvaltumgen der amerikanische GöMtio'H'ajr. Trotz dfer"Bemüh-umgem der vafüitenschwachen Staaten würde eine Ertoöhiuirag deir Fostgebüteen beschlossen, jedoch' für »die-wiffechaftli'cih .. .schwächeren- -Staaten' Begütistigitangem gewähnt. Es können weiters im in'tomartiom'alen.. Postverikefor n?cht , nur Marken, sondern auch Manrikenan-tdlm'dke verwendet w* ear. Es sind Fenstenbriefe zulässig, B-iindien- ’druclcsachen zu ermäßigter Gehuhr, Wareniprolben bils 500 Gramm, «aiucih in luftdicht verschlossenen Gefäßen-, Klifscih ees, Pakete bis 10 Kilogramm, <Jri:ngen-d'e Paficete. In Portoroscwurde ha^mtsädhlich der Verkehr mit den SaiSkzessiotasstaatein geregelt. Es mußten auch dort Gebühirmerhöhiingen durchgefühirt werden und ab 1. Jänner 1922, ah welchem Tage die Beschlüsse 'beider Konferenzen in Kraft treten, wird auch Ungarn für den Postv-erkeihr als Ausiamd gelten^ Auch ' die W i eder ein f ühnrng dös Postanweisungs- Verkehrs. zwischen d'en Nachfolgesta-atea wurde beschlossen. * jüdischer Bruderkampf in Siebenbürgen. Die Klausenburger orthodoxe- Gemeinde will gegen die S e p h a r d i rj, welche sich von der Orthodoxie losrissen : und eine eigene Gemeinde begründeten, wegen Nichteinr zahiuhg der Fleischsteüer sowohl’ iri eigenem Wirkungskreise wie auch durch Intervention bei der Regierung energische Maßregeln ergreifen. (J. C. B.) * Begräbnisse am heutigen Tage. AlterFriedh 0 f : 9 Uhr Paunzen Siegmund, 9 Uhr 30 Min. Elias Samuel; 10 Uhr Professor Dr. Kohn Gustav, 10 Uhr 30 Min. Wengraf Therese, 11 Uhr .Landesberger Heinrich, 11 Uhr 30 Miii. Schmilowitsch Paula, 12 Uhr Deutsch Siegmutid, 12 Uhr 30 Min. Spitzer Moritz. — Neuer Friedhof:9 Uhr Schor Chaim, 9 Uhr 30 Min. Fischer Rosalia, 9 Uhr 40 Min. Kirschen Ernestine, 10 Uhr Braun Rosalie, 10 Uhr 30 Min. Orlik Ignaz, 10 Uhr 45 Min. Weinfeld Menasse, H Uhr Markstein Emanuel, 11 Uhr; 30 Min. Stricker Philipp, 12 Uhr Fleischmann Isidor, 1 Uhr Knie Cäcilie. * Das Wöhlfahrtsbudget der Stadt Wien. Der Voranschlag für das Jahr 1922 enthält an Ausgaben für Wohlfahrtseinrichtangen, Jugendfürsorge und Gesundheitswesen mehr als 5600 Millionen Kronen. I» diesen Voranschlag fallen heuer noch die Aufwendungen für jene Anstalten, die das Land Wien am 1. Jänner 1922 aus der bisherigen Gemeinsamkeit von Niederösterreich in seine alleinige Führung und Verantwortung übernehmen wird. Es sind dies der Steinhof mit dem Sanatorium „Baumgartner-Höhe“ und, die Irrenanstalt Ybbs, das Zentralkinderheim mit dem Zweighaus in Schwadorf, die Erziehungsanstalt in Eggenburg, die Taubstummenanstalt in Döbling und zwei Tageserholungsstätten. Nach den Löhnen und Preisen des Monats November ergibt sich hieflir ein Gelderfordernis von 1435 Millionen Kronen. * Künstliches Gold. Aus London wird gemeldet: Professor Erwin Fischer hat in einem Vortrag gestern abends erklärt, er sei von glaubwürdiger Seite darüber informiert worden, daß. es einem deutschen Chemiker gelungen sei, in seinem.Laboratorium synthetisches Gold herzustellen. Die Fäbrikationsmethode muß noch verbilligt werden, um die Welt mit künstlichem Gold zu überschwemmen. Dadurch würden die Reparationszahlungen zu einer Farce werden und Deutschland würde durch die neue Erfindung ungeheure Refchtümer ansammeln und sofort in den Stand gesetzt werden, die Entschädigungen zu bezahlen. * Besuch des ägyptischen Sultans in jüdischen .Schulen. Der Sultan von Aegypten besuchte dieser Tage in Begleitung des Großwesirs die jüdischen Schulen und Kindergärten in Alexandrien. Der Sultan bekundete großes Interesse für die Fortschritte der Kinder und für deren Befinden und überließ dem jüdischen Schulkomitee eine Spende von zirka 500 Pfund. (J. C. B.) * Schmugglermethoden. Die Berliner Kriminalpolizei hatte davon Ke,nntnas erhalten, daß ein holländischer Staatsangehöriger aus Amsterdam im Begriffe war, erhebliche Mengen ^von Schmucksachen und ungefaßten Brillante« nach Holland zu verschieben. Ein Beamter reiste ihm nach und beobachtete ihr. Bei der genauen Untersuchung f i der Grenze in ,Bentheim fand man 44 lose Brillanten in einem Feuerzeug verborgen. Als der Mann bei der Durchsuchung in auffälliger Weise zu frühstücken begann, schöpfte der Beamte Verdacht und unterzog das Butter- , brot einer Kontrolle, Zur allgemeinen Ueberraschung bc- | fanden sich auf dem. Brot, in die Butter eingedrückt,! weitere lose Brillanten, drei Brillantringe und eine l Frosche. f Neue Plünderungen in Berlin. Gestern mittags ist es an verschiedenen Stellen des Zentrums der Sadt Berlin fast gleichzeitig zu neuen Plünderungen gekommen. Diese erstreckten sich meist auf T r ö d 1 e ru h d A 11 k I e i-.d e r g e s c h ä f t c. An den Plünderungen haben sich meistens Jugendliche beteiligt. Gegen l Uhr drangen ungefähr 200 Personen in ein Kleidergeschäft in der Gollnowstraße ein und raubten für etwa 50.000 Mark Kleidungsstücke. Beim Erscheinen der Schutzpolizei waren die Täter bereits verschwunden. Auch in der Linknstraße und in der Gir^slraße kam cs zu RanbdiiMKlivri. Lecks BWdercr.wrdcu «srksktztt. * Für die Truppen inj Burgenland. Bundesministe« | Oberst Wächter, richtet namens der Regierung einen Aufruf an die Oeffentlichkeit Oesterreichs, der Truppen, Geni darmen-und Fipanzwachcn anläßlich der bevorstehende» [Feiertage zu gedenken. In W i en wird - eine Sammlung | von Geldspenden eingeleitet. 8 a m m e 1 s t eil e : Adjutantur des Ministeriums für Heerwesen^ Wien, L, Stubenring 1, I. Stock, Tür 209, in welcher alle Postsendungen, dann persönlich überbrachte Spenden vom 19. bis einschließlich. 31. d. M. von 9 Uhr vormittags bis 6 Uhr abends abgegeben werden, können. Als Spende kommt nur Geld in Betracht. Jedermann trage seinen TeH als Dank für unsere Soldaten bei. * Die amerikanische Kinderhilfe. Bundespräsident Dr. H a i n i s c h hat an den Geschäftsträger der Vereinigten Staaten von;Amerika' Mr.'^Artur Hugh Frazi er ein Schreiben gerichtet, in dem er im Namen der Regierung und des österreichischen Volkes bittet, dem -Präsidenten und dem Volke der . Vereinigten . Staaten den Ausdrück unserer herzlichsten Dankbarkeit für die Leistungen zugunsten der armen Kinder zu übermitteln. Es heißt darin; „Die fröhlicheren Gesichter und die kräftigeren Körper unserer Kinder erzählen besser, als es irgendwelche Worte vermöchten, was wir schulden.“ * Preiserhöhungen bei den Friseuren. In einer gestern abgehaltenen. Versammlung der Damenfriseure wurde erklärt, daß sich die Damenfriseure mit Rücksicht auf die neuerlichen Lohnerhöhungen gezwungen sehen, den Tarif für das ^Damehfrisi.eren zu erhöhen. Nach eingehender Debatte wurde einstimmig beschlosseh, den Preis für eine Dame n f r i s u r auf 350 K r o n e n, für K o pf- „w äse fien auf 450 Krö n e n zu erhöhen. .Der neue Tarif tritt Montag; in Kraft. — Auch die Herrenfriseure haben . beschlossen ,, ab Montag den Mindestpreis für Rasieren auf 80 Kronen, für Haärschneiden auf 200 Krönet! -4estzusetzen. * Wetterbericht. Die warme westliche Höhenströmung hat nun bis zürn Boden dtirchgegrifien. Heute nachmittags erfolgte in Wien mit starken Windstößen aus Westen der Westwettereinbruch! Die, Temperatur stieg rasch über Null Grad. Anfangs fallender Regen bildete am kalten Boden Glatteis.. Im übrigen Oesterreich hält der Frost noch an, doch wird auch hier in nächster Zeit die warme; Westströmung sichdurchsetzen. Voraussage : Westwetter, böige, westliche Winde, Neigung zu Regenschauern, Temperatur über Null,, int Hochgebirge. Schneestürme. * Ladenschluß In der Woche vor Weihnachten. Der Magistrat sitz Gewerbebehörde hat für die Zeit von Moriiag den 19. bis einschließlich Samstag den 24. d. M. und für Samstag den 31; d. M. den Ladenschluß dm.Lebensniittelkleinhändel mit- 9 -Ü h r abends, im sonstigen Kleinwarenhandelverschleiß mit 7 U h r abends festgesetzt. * Streik bei den Schuhmachern, des.!. Bezirkes. Die gesamte Schuhbränche befindet sich in einer Lohnbewegung. Den Schuhfabriken wurde die Forderung auf eine G0°/oige, den Scliulierz.eugern-wurde die Forderung auf eine 80°/cprozentige und den Maßschuhmachern auf eine lOOVoige Erhöhung der Löhne überreicht. Bei den größeren Meistern der Inneren Stadt kam es gestern: vormittags bereits zum Streik,. * .Rätselhaftes Verschwinden eines Mädchens. Seit Montag den 12. d. M. ist die 22jährige Handelsschülerin Elisabeth A. aus der Wohnung im Prater spurlos verschwunden. Man will sie später in Begleitung eines etwa 17jährigen Handelsschülers gesehen haben. Sie ist mittelgroß, schlank, hat große-graubraune Augen, dunkles Haar und gesunde Zähhe. Sie trug gräuverbrämten, schwarzen Pliischihäntel, schwarzen Samthut, braune Schuhe, rotes, graugeputztes Kleid und hatte Perlohrgehänge,. einen kostbaren Brillantring, ein. goldenes Kettenarmband und eine goldene Kette mit antikem Anhängsel bei sich. An Geld dürfte sie einige, hundert Kronen gehabt haben. Sie spricht-yngarisch, Deutsch, Englisch und Französisch. Mitteilungen über ihren Verbleib sind an das Praterkommissäriat erbeten. * Selbstmordversuch wegen Diebstahlsverdächtig-ung. Gestern hat sich der 15jährige Praktikant Brune Kunz, VI,, Bürgerspitalgasse wohnhaft, bei der Firma Holzer, XV., Mariahilferstraße 48, wegen Kränkung über eine Verdächtigung bezüglich eines Diebstahls aus dem ,11. Stock in den Hof gestürzt und erlitt eine Gehirnerschütterung und mehrfache Quetschwunden.; * Unterschlagung. Der 36jährige Josef M i 11 erbau s er, V.j Kettenbrückengasse 14 wohnhaft, wurde gestern .verhaftet. Er ist beschuldigt, am 13. d. M. in Wels dem Handelsagenten Max Grün berg K 240.000 unter der Vorspiegelung entlockt zu haben, für ihn Felle einzukaufen. im Besitze Mitterhausers fand man noch K 147.502. Er leugnete, von Grünberg Geld erhalten zu haben, und will den bei ihm gefundenen Betrag von seinem gewesenen Dienstgeber für einen von ihm durch geführten Hausverkauf als Geschenk erhalten haben. Er wurde dem Landesgericht eingeliefert. ' * Raubattentat an einer Dame m Baden. Aus B.a d e h wird uns gemeldet: Als die Apothekersgattin Anna H eimaitn von der Endstation der Elektrischen Wien—Baden am Josefsplatz gegen 11 Uhr nachts in ihre Wohnung heimkehren wollte, wurde sie von einem unbekannten Manne Überfällen, zu Boden geworfen und ihrer Handtasche beraubt; Dieselbe enthielt K. 60.000 Bargeld; eine lange goldene Damendhrkctte, ein Schildkrotlorgnon, einen braunen Peizmuff, zwei Damenhandtäschchen und verschiedene andere Sachen. Auf die. Eruierung des Tälers wurde eine Prämie von K 50.000 ausgesetzt, * Palästina - Auswanderungsbewegung in Polen. Nach den Berichten .des Palästina-Amtes in Warschau wurden im Monat November' von diesem Amte 718 Personen nach Palästina abgefertigt. * *Die Kunst der Nadel“. Diese Verkaufsausstellung des Vereins . „Soziale Fürsorge A a i 11 a ,M ii 11 e r“ (IX.,'Berggasse 7) erfreut sich auch in diesem Jahre großen Zuspruchs. AVer seinen Bedarf an geschmackvollen kunst- ^ewefblichen Arbeiten, hier deckt,, unterstützt eine große Zähl von Frauen, die in der Arbeitsschule der „Sozialen Fürsorge Anitta Müller“ .ausgebildet: wurden und gegen entsprechende Entlohnung diese anerkannt,; hochwertigen, im Auslande längst geschätzten künstlerischen Gebrauchst und Schmuckgegenstände anfertigen. Die A u s Stellung bleibt nur noch einige Tage o f f e n. * Große Akademie für das Polizeispital. Bundeskanzler 8 c li o b e r hat das Protektorat über. die am Montag den 26. d. M. (Feiertag) um 5 Uhr 'nachmittags stattfindende große Akademie im Sofiensaal zugunsten des P 0 1 i z e I s p i t a 1 s für verunglückte und erkrankte Mitglieder der S i c her beit swach e in Wien übernommen. Das Programm ist sehr reichhaltig : unter andereiii werden Rosetta A ti day (Staatsoper), Meister G rü riferd, Burgschauspieler Hermann .Rombe-rg, Walter Schneiderhan, Georg M a i k i (Staatsoper), Luise Schwarz (Klavier), W eyring-Wawra (Burgtheater) und das Wäldhornquartett Stiegler der Staats-, oper Mitwirken. Am Klavier ist Kapellmeister Paul Redl (Staatsoper); An die Vorträge schließt sich eine Tanzunterhaltung an. Karten sind am Comptoirschalter der „Symphonia“ (Kassenlokal), Gutmann, Kärnterring Z und an der Tageskasse der SpfienGäle, ,IH., 17, zu Kirben»

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