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Wiener Morgenzeitung · 1921-12-17 · Heft 1036 (17.12.1921) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 1036 (17.12.1921)
Date
1921-12-17
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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6 WIENER AfORG£NZEITÜN<3 > - WIEN, I. BEZIRK SCHOTTENRING NR. 21 Filiale: KARLSBAD Ädoroiinrat Einlagen in laufender Rech«««#, besorgt baakgescljäftUclte Transaktionen aller Art 4050 DLL Ziel Kapps «ad seiner Leute sei, au Stelle der bestehenden Verfassung gewaltsam eine andere zu setzen. Die Verhandlungen hätten seines Erachtens ergeben, daß die drei Angeklagten als ^Mittäter in Betracht kommen, nicht nur als Helfer. Sie hätten sehr ■wohl gewußt, was sie taten. Die Amnestie lasse alle frei, soweit sie nicht Urheber oder Führer seien. Es wäre aber kein Zweifel darüber, daß die drei Angeklagten Führer im Sinne des Gesetzes seien und demgemäß nicht unter die Amnestie Hallen. Der Oberreichsanwalt beantragte am Schlüsse seiner -mehr als zweistündigen Ausführungen unter Zubilligung mildernder Umstände gegen Jagovr eine Fes t« ugsstrafe von sieben Jahren, gegen von W a n g e n h e i m und Schiele eine solche von je sechs Jahren, Sport. Zum heutigen Kreisturntag. Die provisorische Kreisleitung beruft für heute, 5 Uhr nachmittags, die Obmänner oder deren Bevollmächtigte sämtlicher Wiener jüdischen Turnvereine in <!en Saal des I. Wiener jüdischen Turnvereines, IX., Liechtensteinstraße 20, zu einer konstituierenden Sitzung ein. . . ■ - v - -• Drei Jahre sind seit der Beendigung des Weltkrieges verflossen und nun -geht der Makkabi- Weltverband daran, seine einzelnen Kreise wieder zur gemeinsamen Arbeit heranzuziehen. Auchdie Vereine Oesterreiehs haben die Pflicht,:1 'den •Kreis Oesterreich der jüdischen Turn- . ' und Sportvereine zu neuem Leben zu erwecken. „ Die .Sportler arbeiten Hand in Hand mit den Turnern, so .daß eine gedeihliche Entwicklung ermöglicht ist.' Tatkräftige Männer stehen an der Spitze, der Erfolg .'erscheint demnach gesichert. Der einzige Punkt der heutigen Tagesordnung umfaßt die Reorganisation des österreichischen Kreises des Makkabi-Weltverbändes; An sämtliche Turnvereine ergeht die Aufforderung, die heutige Versammlung unbedingt zu beschicken.; Verbot der FußbaHwettspiele in Budapest. Budapest, 16. Dezember. (Uug. Tel .-Korr.-Bur.) Die Budapestcr Polizei hat vor kurzem eine Verordnung heraus;“ gegeben, derzufoige die Leiter der Fußballwettspiele’ aufgeferdert wurden, das mitunter total verrohte,' iebensgefähriiehe Spie! zu verhindern und die Spieler ,/aiif" icüe •strafrechtlichen Folgen des Zuwiderhandelns aufmerksam zu machen. Da sich trotz dieser Mahnung auch seither schwere Unfälle ereigneten, sah sich der Oberstadthauptmann veranlaßt, die weiteren FtiSb.äTlw'ettspiele zu verbieten. Die für nächsten Sonntag anberaumten Wettspiele wurden infolgedessen nicht bewilligt. Eine einzige Ausnahme bildet das schon früher bewilligte Wettspiel Ungar n — Pol e n, das unter polizeilicher Kontrolle stattfinden' wird; Volkswirt Die Räumlichkeiten im VcrbaitiSsheim, Annagassc 7, werden in der Zeit vom 20. bis 3!./d. M. einer gründlichen Reinigung unterzogen und bleiben daher in (dieser Zeit für den Parteienverkehr geschlossen. Schriftliche Eingaben werden aber in gewohnter Weise erledigt. Ein neuer Konflikt. Die Einigungsverhandiungen zwischen dem V. A. S. und dem S c li ut.z verba n d sind wieder in ein kritisches Stadium getreten. Die Schutzverohndlcr wollen nämlich einer Vermehrung der ersten Klasse nicht zustimmen, die Vertreter des *" V. A.'Si hiligegen bestehen auf ihrer Forderung. Sportsektion Zehei Misracm (II., Praterstraße 43/11). Bei der konstituierenden Vollversammlung' wurde« nachstehende Herren in den Vorstand gewählt: Schaloni, Ginsberg, J. Schapira, Friedler, KatzeueltcnbogeiV uitdT Raspi. (Schachabend jeden Sonntag ab 7 Uhr: ' - j. F. C. Heute, 3 Uhr abends, großer Bunter Abend im SouitiTainioka! des Konzertcafe, XIV., Reindorfgasse 17. Vorzügliches Programm. Alle jüdischen Sportvereine werden auf diesem Wege hörfichst eingeladen. - ' Bar Kochba.i Heute, 6 Uhr, Mannschaftsaufstellung im Kmbheim für das Spiel gegen Columbia X. Anschließend Vollversammlung, I. A. C. Heute, 8 Uhr, Spielerversammfung im Cafb Baldiahor, XVI., Ottakringerstraße 102. Morgen, Sonntag, urn S und 9 Uhr vormittags Wettspiele der ersten und' zweiten Mannschaft gegen S. C. Neubau auf dem. Platze der Gegner. Steinbruchstraße 5. 7 Uhr abends. Künstlerr-ammcl mit anschließendem Tanzkränzchcn im Cafe Hindenburg, IX., Alerstraße 79. Sfasmonea. Heute, 7 Uhr, ordentliche Generalversammlung im Klubheim. Die Mitglieder Wolf, Lipper, Wiesen, Markstein, Königsberg, Langberg, Schmalberg, Schaner, (Haber, Schweizer, Eisenberg, Edelstein und Kranz werden ■e,rsucht, schon um 6 Uhr im Klubheini zu erscheinen'. Montag den 17. d. M., 7 Uhr, Bunter Abend im Cafe Orient Cheruth. Keule,|7 Uhr abends, Vollversammlung der Theatersektiou. Folgende Mitglieder haben pünktlich zu erscheinen; Tenzer, Karl, Diamant, Eckhaus, Scherzcr, •Wcintraub und Teitelbaum. Der letzte Einzahlungstermin wurde auf Dienstag den 20. d. M. verschoben. Morgen, Sonntag, Wettspiel mit zwei Mannschaften gegen Moriah auf dem Cheruth-Platz gegenüber dem neuen Hakoah-Piatz. Ari. Heute, 7 Uhr, Mitgliederversammlung im Care Postsparkasse,. I., Biberstraße 10. 5 Uhr Aussciiußsitzung mit wichtiger Tagesordnung, 4 Uhr Auslosung der Schach- Meisterschaften. Die Mitglieder der Schachsektion haben zuverlässig^ erscheinen. Gestempelte Krone —.10 Centimes* Auszahlung Wien --- —.19 Centimes. Starker Rückgang der Mark, ln Zürich notierte: die österreichische Krone —.19 die österr. gest. Krone , die tschechische Krone, die Mark ...... Agram ....... Bukarest Budapest . ..« . . . Warschau ...... (—.20 am 35. Dezember) —.10 (—.11 am 15. Dezember) (5.10 ( 6.25 am 15. Dezember) 2,52 ( 2.82 am 15. Dezember) 1.90 ( 2.05 am 15. Dezember) (—.— am 15. Dezember) -.70 (—.80 am 35. Dezember) —.16 (—.16 am 15 Dezember) Vältitenkurse. Im gestrigen Verkehr waren die fremden Zahlungsmittel wieder h ö h e r gehalten, das Geschäft jedoch bewegte sich engbegrenzt. Nachstehend die offiziellen Schlußkurse: Veröffentlichung der Devisen zentrale vom 16.. Dezember 1921. Devisen (Schecks und Aus- Zinszahlungen) fuß Geld Kurs v. U, Der- Amsterdam k. 1O0 holl. Golden . 41/, 238.930 Agrajn 100 jog. Kronen .... 5 2458.— Belgrad 100 Dinar.6 9300 Berlin 100 deutsche Reichsmark . 5 3422.— Brüssel 100 belgische Francs . . 5 49.580 Budapest .100 ungarische Kronen . 6 956.50 Bukarest 100 Lei.6 —.—■ Cbristiania 100 norwcg. Kronor . 6‘/j 101.275 Kopenhagen JOO dänische Kronor 6 126.775 London 1 Pfund Sterling ... 5 27.530 Madrid 100 Pesetas, •. » . . . 6 87.950 Mailand 100 Lire . » » » » » .5 29.840 New York 1 Dollar 6 6648.— Paris 100 Francs.5Vs 52.430 Prag lOO tschechO'Slovr. Kronen . 51/, 8067.— Sofia 100 Lewa.0V2 4595.— Stockholm tOO schwedische Kronor 5V- IW.470 Warschau 100 polnische Mark. . 6 206.50 Zflrich 100 schweizerische Francs -1 128.475 Noten Amerlkan. Noten v. 5Dollar aufw. 6558.— ., , , „ kleinere ... Belgische Noten 100 Francs - . 49.080 Bulgarische Noten zu 1000 Leva . 4340.— » » 100 B - kleinere. . » Dänische Noteij 100 Kroner . . 123.975 . Deutsche Noten zu 1000 Mark. . 3432.— *. * j» (. 100 | r " .— ■' » ' , kleinere.... — Engl. Noten vön 5 Livrest. aufw. 27.190 „ kleinere . . .... —.— Französische Noten 100 Francs . 51.980 . Holländische Noten 100 Guide» . 236.450 ■ Italienisclie Noten v. 100 Life auivv. 29.190 , * kleinere . . . lugosi. Noten ungest. zu 1000 Dinar 9720 „ - „ „ 100 ’ „ 9690 „ ., kleinere . . — Norwegische Noten ltX) Kroner 59.470 polnische Nclen v. 5Ö0 Mark airiw. '201.— „ „ kleinere . . . . , .—v— RtiuäüisciieNoten zulOOOu.SOOLei' : 5043.— * „ . kleinere .... . —.t— Rnss. Noten (Roman.) zu 500Rubel —.— „ . „ ,19) , kleinere . Sc’.nvcdischc Noten 100 Kronor . - 157.9711 Schweizerisclie Noten 100 Francs 127.173 Spanische Noten 100 Pesetas . . 96.460 Tschecho-slow. Not; wlOOO aulw. 8667.— „ „ kleinere . . 8047,— Ungar. Noten (neue Em.) zulOCD Kr. „ „ zu 10.000 Kr. . . . . — . » kleinere . . . . Ware Gel| W'ar« 239.050 236.250 236.350 2462.--- 2135.50 2439.50 9820 9740.- 9700.— 3423.— 3697.— 3703.— 49.620 49.980 50.020 959.50 963.50 966.50 1013.35 96.475 96.525 126.6L5 122.975 123.025 27.610 27.140 27.150 98.040 97.460 97.540 291850 29.440 29.460 6»>52.— 6523.— 6527.— 52.470 51.930 52.020 8073.— 2822.- 7828.— 4505.- 4295.- 4305. - 160330 156-970 157.030 20S.5O 207.- 209.- 128.525 125.975 126.025 6562.-. «418.- 6452.- 49.120 49.480 49J52Ö 440o.— 4095.- 4105.-' 124.025 120.475 120.W8 3438.- i! 3703.- 27.210 26.790 26.81Ö 25.750 26.770 . 52.020 51.580 51.620 236.550 23L250 234,350 29.210 26.820 - 28.910 9740 •seso!— 9700!— 9710 s —, 007625 Ö4.95Ö 95.000 203.— 199.— 201.—, 3055.— 4945.— 49551- 158.030 133.970 154.030 127.225 124.975 125.02:5 9L540 8073.— 7797.- 7803.- 0053.- —.— 977.50 9S0.M —i— Vas neue LteuerbuKeit..-. - Daß-in einer Zeit der rapid fortschreitenden Teuerung vrie der gegenwärtigen die Staatsvexwaitungdarauf bedacht sein muß, den gewaltigen, hauptsächlich den Personaletat belastenden Ausgaben entsprechend hohe Einnahmen entgBgcnzustellen, die nicht mir auf dem Papier stehen, sondern rasch eiugehen sollen, um das Tempo der Noten,?. presse zn verlangsamen, ist nicht nur dem Volkswirt, sondern auch dem Laien klar. Es ist deshalb zu begrüßen, daß Dr. Gürtler,-der sich erfolgreich mit dem Steuervorauszahlungs- und mit dem Steuer- und Gebühreneinhebungsgesetzen einführte, dem Nationalrat numnehr eine ganzeReihe neuer Vorlagen auf den Tisch gelegt hat, welche teils Novellierungen geltender Gesetze in der Richtung ihrer Anpassung an den je w e i I i g e n G e l d w e r t, teils aber — und in diesen Belangen werdennicht alie Finanzpolitiker mit Dr. Gürtler einig gehen:-:;- sich als V e r s u c h s steuern darstellcxi. - Das erste Steuernovum der gegenwärtigen Finanz-.I Verwaltung,, die B ö r s e b e s u c h s a b g a b c, - so sehr sie in ihrer Konstruktion —.Schaffung einer amtlichen Differenz zwischen Papier- und Goldkrone — anfechtbar war, hat wenigstens eine wünschenswerte Veränderung in > der Struktur der Börsebesucher herbeigefiihrt; es sind einerseits die geldlich am schwächsten fundierten Elemente, die kleinen. Kulissiers und die kleinen Wechsler aus den Seitengassen und Vorstädten, ganz aus dem Börsesaal verschwunden, andererseits hatten die Banken die Möglichkeit, unter ihren Börsevertretern gründlich •Musterung zu halten, und es ist zu erwarten, daß das Finanzministerium bei der Prüfung der Befreiung©- und Ermäßigungsgesuche ebenfalls unter diesem Gesichtspunkt seine Entscheidungen treffen wird. Weniger einfach in Anlage und Durchführung dürfte sich die nach dem Muster einer im Deutschen Reiche geplanten Bors c ngewinn Steuer (doch ist sic indessen ad actagelegt worden) gestalten, welche die aus ' Effektentransaktionen erzielten Gewinne künftig unmittelbar an der Quelle erfassen und zu einem festen Satze — es heißt zwanzig Prozent — direkt dem Staatsschätze zuführen soll. Hier handelt es sich um eiat Steuerprojekt, für das bisher kein praktisches Vorbild besteht. Auch scheint sich die Regierung noch nicht ganz klar darüber zu sein, ob. sic unter allen Umständen an dem Plane festhalten wird, die volle Einkommensteuer neben dieser Sleiier zu erheben oder diese als Abzugspost vom Einkommen oder als Abschlagzahlung auf die Veranlagungs-Einkommensteuer gelten zu lassen. Es ist auch damit zu rechnen, daß die beteiligten Kreise sich sehr lebhaft dafür interessieren werden, wie nach Einführung der Börscngcwinnsteuer die borsenmässigen Verluste steuerlich behandelt werden, da nach den Bestimmungen der letzten Personalsteiiernövelle von Einkommen aus einzeln, cti Vcr£ußerurt^siieschäften aus solchen Geschäften im selben Bekenntnisjahr erlittene Verluste in Abschlag ge«i bracht werden könne«. Die Lösung dieses Steuerjunlctimsi ist für die finanziellen Kreise umso wichtiger, als sie inj einer Nichtbeachtung dieses steuerlichen Ausgleiches^' zwischen Gewinnen und Verlusten eine Gefährdung derj Wiener Börse erblicken.und eine Abwanderung des bisher ’ nach Wien orientierten ESektenpublikums nach den Börseplätzen der Nachfolgestaaten befürchten. 1 Hinsichtlich der seit einiger Zeit im Mittelpunkte deP öffentlichen Diskussion stehenden sogenannten B a n k e n* Umsatzsteuer ist in der letzten Zeit eine starke! Schwenkung der Regierung zu einer noch radikaleren Erweiterung des Wirkungsbereiches dieser neuen Steuer erfolgt als anfangs beabsichtigt war. Beim ersten Auftauc!jen; des Besteuerungsplanes war die Absicht vorhanden, »fiel Umsätze der Oesterreichisch-ungarischen BanJ^ der Devisenzentrale, der Postsparkasse und des Giro- und Kasseuvereins gänzlich frei zu lassen. Ferner wurde als selbstverständlich angenommen, daß die Sparkassen ganz außerhalb des Gesetzes gestellt würden, ja sogar die Spareinlagen der Banken. Es: lag sogar der interne Entwurf: einer Durchführungsverordnung vor, welche scharfe Käutelen gegen die Umwandlung von Giroguthäben in Spareinlagen in Aussicht nahm. Nun scheint, offenbar unter1dem Drucke der durch die neueste Teuerungswelle besonders hart gefrofienen Bundeshauptstadt Wien, welche» infolge des ihr durch das .Finanzverfassungsgesetz: gewährleisteten Anspruches auf einen bestimmten Teil der Bundessteüern ein vitales Interesse an einem besonders reichen Erträgnis dieser Abgabe hat, im Finanzministerium' eine noch radikalere Anschauung hinsichtlich des Kreises der in Anspruch zu nehmenden Ünternehniungungen Platz; gegriffen zu haben, die iii der Fassung der Regierungsvorlage ihren 'sichtbarsten Ausdruck gefunden; hat. Aus der Barken? Umsatzsteuer ist eine K o n t o s t euer geworden, welche dort,--wo die Durchführung einer —- materiell genommen- —- einzigen. Transaktion mehrere Buchungen zur Voraus**, setzungfhät;:auch mehrfach geleistet werden muß. Den großen rsfaatsfiiiähzienen Vorteilen, welche diese Steuer zw erbringenHaben wird, steht allerdings der-Nachteil_• entgegen, daiä der nach englischem Vorbild bei uns zu-großeri Blüte gebrachte bargeldlose Zahlungsverkehr wieder ver-i kümmern/wird, was naturgemäß zu Noteiithesaurferungern Und damit zu einem Anwachsen des Notenumlaufes führen.; wird:-1- . . ' , : E in k o mm ens teuer und V.e r möge n. s-- a b g ä b e sollen ebenfalls neuerdings novelliert werden/ uin ihre. Erträgnisse' durch Einführung der Geldwerts-; Klausel Fier „Steuereinheiten“ dem jeweiligen Wert der. Krone .anzupassen. Für die Neugestaltung. der Einkommensteuer, welche im Jahre 1921 bekanntlich bereits viermal ge-4 ändert werden mußte (so daß sich heute schon die seltsamsten1 Anomalien besonders dort ergeben, wo bei einem Zcnsiten zwei/.Qlensteinkonimen oder-ein Diensteinkommen mit» einem Einkommen, aus Kapitalvermögen Zusammenstößen)/ liegenbereits konkrete Vöfs'chläge vor,, auf die noch aus? iührlich.zurückzukommen sein wird, doch muß auch ber dieser Materie damit gerechnet werden, daß bet ihrer, Durchführung dem ohnehin schon mit allerlei Steuersorgeii geplagten Bürger wiederum die Mühe' der Berechnung' und- Veranlagung und der Steuerbehörde bloß eine kontrollierende Tätigkeit zufaUen wird. Auch werden die Vorauszahlungstermine ‘des letzten Voreinzahlungsgesetzes wesentlich im Interesse des Bundes geändert, das heißt vorvcrlegt;,; so, daß-sie-mit dem Ende der Bekenntnisfrist zusamnreufallen Der Staat, der nach den. uns bisher geläufigen Theorien vönr faktisch erzielten Einkommen seinen Anteil genommen hat; wird in Hinkunft noch mehr als bisher von seinen Steuerträgern, soweit sie nicht Arbeit- oder Dienstnehmer sind, Voreinzahlungen oder,' richtiger gesagt, Vorschüsse; auf erst erhoffte Erträgnisse nehmen. .; Die bereits int Druck vorliegende zweite Novelle zurrt Gesetze über die einmalige große Vermögensabgabe trägt der Geldentwertung nur insofern Rechnung, als sie dasabgabeffeie Mindestmaß für Personen, welche^ über 60 Jahre öder erwerbsunfähig sind, und für mehr als 75°/oige Kriegsbeschädigte einigermaßen angemessen erhöht; wenn; ihr Einkommen aus' Hausbesitz oder Kronenwerten fließt, - und . an / das Ausland verschuldeten, Oesterrcich'ern cinp j NgubemcRsuhg ihres Vermögens aach demStanae vom 33; ,De- ' zember 1921 zugesteht. wenn das Reinvcrmögen gegenüber | dem 'ursprünglichen Stichtage um mehr als ein Drittel ' dadurch vermindert wurde, daß die Auslandsschulden in ■: höherem- Maße gestiegen sind als die Vcrmögenschaften.» i In allen übrigen Belangen bringt die Novelle , -cin-; schneidende Verschärfungen. So wird die erst in der ersten : Novelle - geschaffene Begünstigung des Aktienbesitzes ^die Einrechnung der von Aktiengesellschaften geleisteten Vermögensabgabe beim Aktionär) im allgemeinen , wieder fallengelassen und nur dort aufrcchterlialten, wo es sich um die Portefcuilicaktien der patronisicrendcn Bank oder' sogenannte Famtlieuaktiengcsclliiciiaften handelt. Einen schwächen'Ausgleich hicfiir bietet die Bcsiimniiing. daS'diö Eijircchnung des Anteilbesitzes bei- Gesellschaften lii.b.H. nicht nur aufrecht bleibt, sondern durch die unter gewissen' Voraussetzungen stattfiiidende Ausdehnung auf ausländische' Gesellschaften erweitert wird. Die langen, schon durch dier erste Novelle stark beschnittenen Abzahluugsfris.ten werden fast, zur, Gänze ausgemerzt. Grundsatz bleibt die Zahlung binnen einem Monat nach Zustellung des Zahlungsauftrages. Von dieser Norm wird nur bei Vermögenschafbn 'auiter fttiif- Millionen abgegangen. Andererseits ist aber der 16. Jänner 1922 zum Endtermin einer zwangsweisen Vöreinzahhiug gemacht worden, welche mit keinen Begünstigungen wie die frühere ausgestattet ist, im Gegenteile: Versäumnis dieses Termins hat «ach Analogie des ^tcuervorci:izah!iingsgesctze:i einen 10')o/o'igcn Aufschlag zur Folge. Der radikale Unterteil des neuen Stetierprogramms schwingt auch noch in manchen anderen Bestimmungen dieser Novelle vernehmlich mit. Der Vollständigkeit halber sei noch auf jene Novelle zum PerGonalsletiprgesetz verwiesen, weiche sich mit den Abschreibung:;- und W ä li r u n g s v e r I u s t pe s e r v c n befaßt und in den LesctrMbcnd.cn Körper sch affen voraussichtlich adf % i

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