Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 1034 (15.12.1921)
- Date
- 1921-12-15
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 6 Wien, Donnerstag * Armenische Flüchtlinge in Palästina. Ein Dampfer Mit 280 armenischen Flüchtlingen, die vor den Türkei! geflohen sind, lief den Jaffaer Hafen an. Die Regierung hat die Landung von 106 Flüchtlingen, die im Besitze von Dokumenten waren, auf palästinensischem Boden erlaubt. G- C. B.) \ * Ein Brief des Baal-Schem im Besitze der Jüdischen Nationalbibliothek in Jerusalem. Der bekannte jüdische Historiker Simche Össowsky machte der Jüdischen Nationalbibliothek einen Brief des Baal-Schem zuin Geschenk. Der Brief, dessen Echtheit feststeht, ist an ■ den Schüler des Baal-Schem, Rabbi Jakob Josef,' gerichtet. Der Brief gelangte zur Zeit des Prozesses der russischen Regierung gegen den Riziner Rabbi, unter die Akten der russischen Regierung und nach der Revolution ' in die Oeffentlichkeit. (J- C. B.) - * Reise des Oberrabbiners Kuk nacH. Amerika. Der Waad Hadati (re igiöser Rat) beschloß die Entsendung-des Oberrabbiners Kuk und des Wilnaer Rabbiners Grudzenski nach Amerika zwecks Aufbringung von Geldmitteln unter der orthodoxen amerikanischen sudenheit, da sonst der gänzliche Untergang der Jeschfbot- und; Talniud-Thora-Schulen nicht zu vermeiden wäre. Auch der American Joint Distribution Committee ersuchte den . Waad Hadati, eine Rabbinerabordr.ung nach Amerika zu entsenden, um das teilweise erloschene Interesse der ame-; rikatuschen Judenheit für die Erhaltung der religiösen Lehr- : ans i alten in Palästina wieder zu erwecken. (J. B. C.) * Ein neuer Keynes. Aus London wird gemeldet: Keynes wird demnächst ein Buch über die wirtschaftliche Lage Europas unter dem Titel „Für die Revision des Friedens Vertrages“ veröffentlichen, das am 1. Jänner 1922 ' gleichzeitig in England und Frankreich erscheint. * Verlorene Staatsbürgerschaft. Aus London wird gemeldet: Der in Deutschland geborene Bankier und ' Finanzmann Speyer, der,in England naturalisiert war,; ist wegen seiner Haltung im Weltkrieg durch Beschluß i eines Untersuchungsausschusses der englischen Staatsangehörigkeit und der Eigenschaft als Mitglied des Geheimen Rates verlustig erklärt worden. * Der Warenverkauf am goldenen Sonntag. Mit Rücksicht auf .die bevorstehenden Weihnachtsfeiertage wurde seitens der •Behörden flirSonntag den 18. d. M. die Sonntagsruhe teilweise außer Kraft gesetzt und der Warenverkauf für einige Stunden^ gestattet. Für den i L e b e n s m i t t e 1 h a u d e 1 ist der Verkauf von 7 bis 11 Uhr vormittags und von 3 bis 5 Uhr nachmittags gestattet. Für den anderen Handel mit verschiedenen Waren ist der Verkauf von 9 Uhr vormittags bis 12 .Uhr mittags und 2 nachmittags bis 6 Uhr abends erlaubt. * Eine polnische Stimme über die Chaluzfm. Das Oktoberheft des in Lemberg erscheinenden Organs des polnischen Industriellen und Haudwerkeiverbandes bringt folgende Bemerkungen über die Chaluzim: „Die Jüdischen Chaluzim, die sich“für die Auswanderung nach Palästina vorbereiten, lernen hier verschiedene Handwerke. Sie gehören zumeist den Kreisen der aus Rußland eingewanderten Emigranten an. Sehr oft begegnet man unter ihnen Leuten mit akademischer Bildung, fast alle aber haben GymnasialstudLen absolviert, gegenwärtig bilden sie sich in praktischen Berufen aus. Sie arbeiten nicht nur in jüdischen, sondern auch in polnischen Werkstätten. Die polnischen Handwerker leisten gute Dienste, indem sie den Emigranten das baldige Verlassen von Polen ermöglichen. Die Angst, daß die ausgebildeten Chaluzim im Lande bleiben werden, sei unbegründet, weil Juden, die im Handwerkpröduktlv tätig s i n d, i ü r d e n S t a a t k e 1 n e L a s t, sondern geradezu ein nützlich es Element sin d." * Ungenügende Verpackung von Briefen nach Uebersee. Verschiedene überseeische Postverwaltungen führen Klage darüber, daß die Briefsendungen häufig mit aufgerissenem Umschlag einlangen. Es Ist dies meistens auf die Verwendung minderwertiger Briefumschläge zurückzufilhren, die nicht genügend widerstandsfähig sind und bei längerer Beförderung und der dadurch verursachten wiederholten Umladung aufgescheuert werden. Es wird daher dringend empfohlen, bei Briefennach Uebersee nur gute Briefumschläge zu verwenden. . * Eine Millionenspende zur Errichtung einer Liegehalle für Tuberkulöse. Herr Di. Jerome Sto'nb o r o u g h und Frau Margarete Stonborou g h- Witrgenstein haben dem Bürgermeister 1000 Dollar — nach dem heutigen Kursstände mehr, als 6 Millionen Kronen — mit der Bestimmung übersendet, es möge in Ergänzung, der von der Gemeinde'Wien für 1922 in Aussicht genommenen Aktion eine weitere Liegehalle für Tuberkulose errichtet werden. * Errichtung eines Palästina-Amtes in Siebenbürgen. Aus Klausenburg wird vom 11. d. M. gemeldet: Die gestern beendete Konferenz des Zionistischen Delegiertentages in Siebenbürgen beschloß die Errichtung eines Palästina-Amtes nach dem Wiener Muster mit dem Sitz in Klausenburg. * Zwei Millionen auf der Straße. Ein seltsamer Vorfall hat sich gestern abends in der Leopoldstadt abgespielt. Uni! .7 Uhr sah Rayonsinspektor Josef Medoch von der Karmelilergasge einen jungen Alaun gegen die Große hperlgasse laufen. Er hatte unter dem Arme eine größere üchwärzlederne Aktentasche und Medoch wollte ihn an- Imlten, da ihm die Eile verdächtig vorkam. In diesem Augenblick warf uer Bursche dem Wachorgan die Tasche vor die Füße und lief davon. Die Tasche enthielt wehr als zwei M i 11 i o n c n K r o u e trin Tausendkroueu* noten unci wurde beim Kommissariat Leopoldatadt deponiert. Ein Anspruchsberechtigter hat sich bisher nicht gemeldet, * Die falschen Dollarnoten, Nach einer Meldung des ..New York Herald“ aus Washington hat das Schatzdepartement eine Warnung vor in Rußland gefälschten amerikanischen Noten ergehen lassen. Der Betrag der gefälschten Werte sei nicht bekannt. Doch seien vermutlich nicht viele gefälschte Stück in Umlauf, * Wetterbericht, Der Höhepunkt des am 11, d, M. erfolgten Kälteeinbruches ist schon überschritten. Heute war es etwas wärmer, wenn auch der Frost noch Überall an hielt. Höher gelegene Orte hatten Morgentöinperalure» von —10'. Wien hatte —8°. Voraussage: Zunächst noch Andauer des Frostes mit geringer Auschwächung. Die Möglichkeit eines Tauwettereinbruches In der nächsten Zeit ist nahegeriiclct, * Für das msdiko-historizehe Museum ln Wien. Im Gebäude der ehemaligen Josefinischen mllifärärztUchen Akademie in Wien hat das dem Unlversitätslnstitut für Geschichte der Medizin ungegliederte mediko-hialorigche Museum nunmehr ein würdiges Heim gefunden. Ein beträchtlicher Teil der Entwicklung der medizinischen Wissenschaft hat sich auf österreichischem Boden vollzogen. Insbesondere Ist Wien eine klassische Stätte für die Geschichte der Heilkunde, Das Volicsgcsuncliteitsamt richtet an die Oeffentlichkeit, vor allem an jene Personen, welche Arztensfamllien entstammen, das Ersuchen, Bücher, Schriften und sonstige Aufzeichnungen (auch Briefe), ferner Bilder, Büsten, Plaketten sowie Instrumente, Modelle, Krankftnpflegcgegenstände, die für die Geschichte der Medizin von Interesse sind, dem unter Leitung des Professors Dr. Max N eubwrger stehenden Institut;; : >iwl- ’ ur.,\r<-,'.n uNO WIENER MORGENZEITUNG i 'S Vjf>rrrrdi***i '(•>/; 15. Dezember 1921 <7* tWi Nr. 1034 Wien, .VI. Min VMM i STmESTE kurt P raanaiii billigsten bei u uininira LINKE WIENSESSLE 4®, M HOFS für Geschichte der Medizin, an der Wiener Universität in Wien, IX.,’Währingerstraße 25, gesciienkweise oder unter Eigentumsvörbehalt gärigst zur Verfügung stellen zu wollen. * Ein Hilferuf der Blinden Oesterreichs, Schon vor dem Zusammenbruch war das Schicksal der Blinden Oesterreichs höchst bedauernswert und trostlos. Heute ist eine Katastrophe des Elends und der höchsten Not über sie hereingebröchen. Alle seit Jahrzehnten geschaffenen Werke der Blindenfürsorge sind in ihrem Bestände schwer bedroht; Staat, Land, Gemeinde und alle übrigen öffentlichen” Körperschaften stehen fast gleichgültig diesem beklagenswerten Zustande gegenüber und die private Wohltätigkeit ist nahezu vollkommen erloschen, ln dieser Stunde höchster- Not und Bedrängnis richtet der I, Österreichische Blinde n verein, Wien, Vll!., Florianigasse41 f an alle Menschenfreunde des ln- und Auslandes ofe innige und dringende Bitte, die Wohlfahrtsölnrichhtngen des Vereines, insbesondere die Arbeitsstätten für Handwerker und Mädchen, durch Zuwendung von Spenden aller Art in ihrem Bestände zu sichern und die Ausgestaltung derselben ermöglichen zu helfen. * Die Kohlennot. Mit Rücksicht auf die momentane Kohlenknappfieit wird die freie Abgabe von Braunkohle bis auf weiteres eingestellt. Braunkohle darf nur mehr auf Grund der amtlichen Kobienausweise (Kohlenkarten, Gewerbebezugskarten und Bezugsscheine) abgegeben und bezogen werden. , * Flecktyphusfälle in Linz. In der Woche vom ' 27. November bis 3. d. M, wurden beim Volksgesundheitsamt . zwei .Neuerkrankungen an Flecktyphus, und zwar in Linz-Stadt (zwei Heimkehrer) angemeldet. Blattern- und Cholerafälle wurden, nicht angemeldet. * Die Ausgabe der neuen Raucherkarten. Die neuen Raucherkarten werden gelegentlich der letzten Material-, fassung auf die Karte des Jahres 1,921 in jenen Tabak- ■ yerschleißstellerii welchen die Raucher gegenwärtig zugewiesen sind, gegen Einziehung des Stammes der alten Karte und Einhebung des Preises von K 2 ausgegeben. * 15o°/0ige Erhöhung der Hebanimön, Die teureij Geburten. Der Reichsverband der Hebammen Oesterreichs hat für die bisherigen Tarife einen Zuschlag von m l n d e s t e n s 1307o beschlössen', - so' daß'zünt Beispiel für eine Geburt für Mindestbemittelte m Wien jetzt K50QQ und für Besserbcmittclte K 7500 zu bezahlen sind. Die Zerstörungen im Schwai’senbergkasino. Wie schongelegentlich der ersten Ai;ut'eihingen' über die Plünderungen vom i. Dezember ' berichtet wirr Je,; war c'as Schwarreniberg'kasmo . von. den Plünderern am meisten mitgenommen worden. Nicht■.■■nur das Gebäude selbst wurde-im 'Iirneni zerstört,. sondern auch die gesamte Imien«! wichtung 'tfcil-sverohtitet, teils wog- .1 ge schleppt. Nach der abschließenden Ü«b erricht des Besitzers des Kariwos i.s’t.der Schotte«!,- der -ihm sr- : wachsen, ist, 'auch' lret Vof'sich’ti'ger-Schätzuimg mit : minch-riens ,6o!»§ 8o"Milliödem Kronen zu voran-' scli#agen, ■ ri ' '• ■ '•' * Die „Stern* Parfümerie, Wien, J„ Fleisch markt 28, ist derzeit ln der Lage für den Export größere Mengen in Kölnerwasser, Parfüms, Toilette- und‘Kernseifen preiswert abgeben zu können, ..;■ . * Die Maschinen- und WerkzengfÄbrik Johann Pachers Nachf., . Wien, VII, Siebensterngasse 30, hält ein großes Lager von zahnärztlichen und. zahntechnischen Werkzeugen und Atelierbeliclfen eigener Erzeugung, Vulkanisierapparate, Schleifmaschinen, Walgen und Walzwerke für Gold- und Sjlberwarenfabrikatlon sowie sämtliche Werkzeuge für die Metall- und Edelmeiallinäustrie. * Die heimische Comptoirartikei Unternehmung „Heko", Wien, VIl„ Kaiserstraße 30, ist in der Lage, holzfreies und Druckpapier in Waggonladungen, kleinere Partien Bankpost, Leinenpapiei etc. sowie Kopierstifte (Koh-1noor,-Mephisto etc.) preiswert abzugebem Vereine, Vorträge, tmd Versammlungen. .. Aerzte und.Mediziner polnischer Staats« ungehörigkelt, welche bis nun ihrer Pflicht der Anmeldung nnd Beltragslelstungfür die Nostrlfikatlonaaktion nicht aachgejeommen sind, werden ' aufgefordert, bis spätestens Montag de« 19, d. M, Im Hochschulausscliuß (Wirtschaftsamt), Zimmermannplatz 8, zwischen l und 2 Uhr sich zu melden. — ZI onl s t i s c Ire Sektion fllr die westlichen Bezirke, VI., Amerlingstraße 19. Der heutige Diskussionsabend Doktor Löwenlierz beginnt nicht um8 Uhr, sondern um 7 Uhr,-'-* Zionistische Vorträge imIV, und V, Bcxlrk, vom nstaltctvon der Ö e % i r k s s e k t i o n, Der erste Vortrag eines Zyklus, der die Fragen der Kultur, Landespolltik, Kultusgemeinde, Palästinas, Jugenderziehung und Frauenarbeit behandeln soll, findet heute '/,8 Uhr abende Im großen Saale der magistratischen Bezirksvertretung, W>, Schüftsrgssss 3, statt. Referent Dr. Viktor Keller, Direktor des Jüdischen Real*? gymnasiums in Wien: „Das jüdische Schiuwerk in Wien“. — Jüdische Tischgesellschaft Landstraße. Heute, 8 Uhr. abends, im Cafd Gartenbau, SöuteiTalulokal, Vortrag Dr. Paul AV e i s e n g r ii n: „Neue soziologische und wirtschaftliche Methoden und ihre Anwendung auf eleu jüdischen Nationalismus". Nachher, gemütliche- Unterhaltung. Gäste herzlich willkommen. — N a i 1. o n a! f o n d s k ö nun i s s i o n dos S’en ioföii verba» des d er Z. M. V, Freitag, 18,. ä, M„ 7 Uhr, Sitzung, II„ Taborstraße.59, -'Hebräischer K l t! b, 11., Taborstraße L Mezzanin. Heute, V98 bis V*9 Uhr abends, Prof. J. Köstenbaumr Bibelkura (Jesaia). — Z I 0 111 s t i sehe'Sektion innere Stadt. Heute, Caf6 Rabe l, L, AVallnersiraßc 2, präzise 7 Uhr; Ausschußaltzung; präzise 8 Uhr Vortrag Dr, Wolf Her z? borg: „Mosaisches Recht und biblische Ethik". Gäste willkommen. — Zionistische Bezirksackti on Brigittenau. Montag, 25, d. M., um 6 Uhr abends, im Saales der jüdischen Toynbeo-Halle, XX,, Denisgasso 33, M n k k a b ä e r f c i e r mit reichhaltigen, i!Hi8ikaHDch-dek!amatorischen Programm, Noch vorhandene Eintrittskarten zu sehr müßigen Preisen zwischen 6 und 7 Uhr iru Vcrelnslokal, Cafd Magnet, Gaußplatz I, ‘beim Sekretär Herrn W u h 1 und Ausschußmitglied Herrn G r ü « f e! d. Wohltlitlgkelts - VarietäVorstellung. Der bekannte II. G, V, Kamcradschaftsbund veranstaltet am Samstag den 17. d» N\. im Varietdcafü Arkadla, il., Praterstraße 60, eine Vnrlctfivorate’ltng mit vorzüglichem Programm und . anschließender Tauzuntcrhaliung. Beginn Uhr. Volkstümliche Preise. Karten sind au der Abeudkaasu zu haben. i) u 1: o w i n a e r Z e a t r a I v e r b a n d der Industrie! len, K a u f l’e u t e u n d Gewerbetreiben d e n in Wien, H„ Rembrandtsraße i/5, Fernsprecher 45248, bittet .um gütige Zuweisung von permanenten Angeboten üijd Nachfragen in allen Branchen, ebenso stellt obige Organisation kostenlos Arbeitskräfte für sämtliche Stitnflegruppen gern zur Verfügung. — U r a n l a. Heute. Donnerstag, S Uhr (Großer Saal) Der Kampf mit dem Berge, L ln Sturm, und Eis. — Va5 Uhr (Kleiner Saal) Lektionschef Dr. Hans Schiitter: Geheimbünde im XIX. Jahrhundert, V. — V-6 Uhr (Kurssaal) Prof. Doktor Robert Möekel: Begabung, Schule und Beruf, II. — V26 Uhr (Klubsaal) Dr. Susanna Schmlda : Das Problem des Tragischen, IV. — l/a8 Uhr (Großer Saal) »Die Bildschnitzer“. „Erde.“ (Wanderbühne.) — l/j8 (Kleiner Saal) Vorlesung ernster und heiterer Dichtungen und Skizzen. — V98 Uhir (Kurssaal) Dr. Gustav Strakosch-Graßmann: Hungersnöte und Währungskrisen, VL — VS U.hr (Klubsaal) Dichter der Neuzeit, VI. Schriftsteller Fritz Stüber-Gunther: Arnold Hagenauer, Franz Hinimelbäueri ' -;J ' . tv Ernährting. Der Marktbericht. ' A. , Weitere enorme Preissteigerungen. , -'• / Die schwache'Beschickung der Märkte in St. Mark hatte ein weiteres Ansteigen der Preise in Fleisch und Fett zur Folge, dal sich gestern bereits in der -Großmarkthalie in sehr empfindlicher Weise-äußerte. Mit. Ausnahme von Rindfleisch, von weklvem in -der Großmarkthalle < 120.009 Kilogramm waren, war' das Angebot nicht ausreichend/ obwohl, mit der Balm, fünf Waggons mit Rindfleisch, Schweinefleisch und Schafen aus Ungarn. Jugoslawien u,nd Oberösterreich angekommen waren, Im Engiosverkehr verteuerten sich Schweinefleisch um K 50, einheimische Kälber um K tOOi, Rindfleisch um K 1GÖ bis 150 per Kilogramm. Im Kleinverkauf wurden ln der Großmarkthalle-in1 die Höhe gesetzt Kalbfleisch um K 90, Rindfleisch und Braten uni K 190 bis 270, Schweinefleisch um K 150, Speck und Filz bis zu K 300 per Kilogramm. Im Klein verkauf-galten gestern in der Qroßmarkthallc folgende Preise: Rindfleisch K 750 bis 1150, Braten K 1000 bis 1250, Schweinefleisch K 1300 bis, 1550/ Schmalz K 1820 bis 1900, Speck und Fi!? K 1900 bis 2200 Und Kalbfleisch K 800 bis 950 per Kilogramm. Auf den Fischraärkten standen nur Reste der Vortage zur Verfügung, auf den Gefliigelmärkten hielten sich die Preise auf der gleichen Höhe, , ■w'V Auf den Grünwatenmärkteh war das Angebot schwach, doch auch die Nachfrage nicht besonders groß. An Kraut herrscht Mangel, ebenso macht sich Kairtoffelknappheii; bemerkbar, Die Folge davon ist ein weiteres Anziehen der Preise, Die Preise fiir K'nflerkartoffein wurden auf K 100 per.Kilogramm auf den Märkten und K 103 in den Bezirks* Geschäftea erhöht. An Äepfeln herrscht gleichfalls Mangel, trotzdem gestern bereits die Preise um durchschnittlich K 10 bis 20 per Kilogramm in die Höhe gesetzt wurden* Eier fehle» vollständig.;; ' ■ Woja.; . ■■ ■ ' - (Wir t s c h a f 11 i c,h e Organisation Jüdischem „... A. n g c .s. t e 11.1 e r, IX., Bergga§se 7.) ', ‘ In der Abgabestelle IJL, Esteplatz 4 (Gassenlokal), gelangen per Mitglied zur Ausgabe : 2 kg Fei »mehl h K 220, T kg Reis 1< 340, Vs kg KuueroPK 900, ferner nach Wahl RoIlgCrste K 240, 1 kg Erbsen K 220, l kg Bohnen K 200, i;. kg Haferflocken K I20,, ferner fiir Mitglieder mit Kindern bis zu. einem .Jahre , gegen Vorweisung des ..Geburtsscheines 1 Dose gezuckerte Kondensmilch K 460. Abgabe-, zeit aiisschiießlfch von 4 bis Va7 Uhr nachmittags, und zwar für Mitglieder von 1 bis 300 Montag den 12. d. M., 300 bis 600 Dienstag den 13. d, M., 000 bis 900 Mittwoch, den l^rii. M., MO bis 1203 Donnerstag den 15. d M., 1200 bis 1500 und Nachzügler Montag den 19. d. M, Einteilung unbedingt einhalten. Abgabe nur gegen. Mitgliedskarte und Nachzahlung der Beträge. Bin Kilogramm Zucker 840 Kronen und Mehl 540 Kronen im freien Verkehr. Seit einigen Tagen wird seitens zahlreicher' Kaufleute sowohl Zucker als auch Feinmehl.ini freien Verkehr verkauft. Obwohl das Kilogramm .Zucker nur K 840 und ein Kilogramm Felnmehl. 540 .'Kronen kostet, finden sich zahlreiche Käufer. . . FgjlE WPftCHfrVWroUHWE 4280 : Gastspiel im L($STSPIftLTHBA1ER 7 Uhr .abends: Bör ©Ott dSTSaCh«?Äa”omAffi *sr das THEATER IST OEHEIZT 5 HM Bühne und Kunst. ^HsiMrsLksr vrekteradenä. „Ern - interessantes Zuisamipentreffen: Monibatgder Freien, Jüdischen Vol'ksbü'lune eine EtutwwkH'uipgs* reviue das o stj ü d i s o h e n Theaters, : Dionstaig eiuve •Har'uach- - Revue: »Moderne w e s t j ü d \ s ch q D i c h.t c r<. Zeigte 4k eine das rührende lliingpn von im 'jüdischen I.cben . v-u<rzclndien Geistern nach künstlerischem Ausdruck, so erhoffte man von der aindereri die Erhelümg . des zweifellos traschen. Weges, :.'d»fcf die. vom aTjeudlHndischen. Geiste . gewedlet©» jüdischen Künstler -zum Judentum zunicikfühirtc. Diese Erwartung iiät» albet nicht ganz-erfüllt worden: Moilcnstcime 1kkaweu wir mw am ostjiulisclien Abend zu sehen, dex westjüdisdu ist -sic uns schuldig goblrieben, oibwohi gerade.’ er die imtereasanteren zu /bieten 'hatte. Demi das O&tjudentum ist ein einheitlicher Begriff, ehiemiwh gedeutet: > ehr Element.. Der Begriff »Wes t ju de.«* t (um'«,- aJbcr zerfällt, kritisch amailysiert, sokori m seine .nvri- Beriandtcilc: Zuerst ist der Westen da:' Euroipa» Kultur uavd FormMUtmts, und erst später, bei mamdtem JCümfclenn. §ans bedeutend später, kommt dws Judanr* tum hinzu — ab; posthumen- I-uhdt . für : i>rä$unttivc •Kuin<atfanuo!i,> . - ' Wairum mrin gerade das Judentum? Auf .Fibig’c ist um der Harunch-Abml die Antwort' schuldig gebiaeben. Wir hörten cm Gedieht Hugo Z u c k e i> m an n s mit-dem Sehivsuchtssdvrci; aHcrr, baue Ziuii wieder! r. Aber in de-r Erinneru«# haftete uns ein Di.ad desscüifcuu. bekanntlich' auf dem Kriegsschauplatz gefallenen Dichters, das der nicht weniger {nupeHipsaii Sehnsucht, Oerierreroh« Fahnen auf Belgrad wehon, z\i sehoiif Ausclruek gab, Damit soll uaitüriicih gar nicht« die EL.iriichkriit des Dichtens und seine? jeweiligen nabit Ausdruck ringenden Stimmungen gesagt' sein, vsopdern nur das Vcrsiiumnb des Har nach fostgestcilt werden, die Quellen dieser Stirnmimgen kümstlorisch bloßzuiegen, dais tragische Geschehen u'ufzu'deeken, dar in j der Seele eine.» Wt-rijuden ztuu Unitergang. _de» AhSlndlanicles utrul zur Renavt-san.ee des JudenUnm-s führt, jene Tragik zu entschkriorn, die auch dein, imiereu