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Wiener Morgenzeitung · 1921-12-11 · Heft 1030 (11.12.1921) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 1030 (11.12.1921)
Date
1921-12-11
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 1030 Wien, Sonntag MEMR MÖRGENZEITTJNG' fl .'Dezember 1 §2f SeföTSF Die Bilanz der Oesterreichischen Länderbank. Der Verwaltungsrat hat in seiner gestrigen Sitzung, die Bilanz pro 1920 genehmigt. Diese ergibt ein Bruttoerträgnis von K 348,957.649 und abzüglich der Spesen,; .-Steuern und Abschreibungen ein Reinerträgnis van f K 39,401.860, in welchem ein Gewinnvortrag aus dem Vorjahre von K 1,719.262 enthalten ist. Auf Grund dieses; Ergebnisses hat der Verwaltungsrat beschlossen, der fpr: den 29. d. M. einberufenen ordentlichen Generalversamtn-; : jiiiig vorzuschlagen, dem gesellschaftlichen Pensionsfoncls;: für die Pensionsfondsteilnehmer der österreichischen1 . Niederlassungen K 20,000.000, dem ordentlichen Reservefonds im Sinne der Statuten K 894.923, dem außerordentlichen Reservefonds K 3,000.000, einem neu1 zu schaffenden, selbstständig verwalteten Unterstützüngsfönds der Angestellten der österreichischen Niederlassungen K 2,000.000 zuzuweisen, eine Dividende von 6%, . das ist K 24 per Aktie, wie im Vorjahre,'auszubezahlen ‘ und den nach Bestreitung der statutarischen und vertragsgemäßen Tantiemen verbleibenden Rest von K 2,726.107 , auf neue Rechnung vorzutragen. Die Tagesordnung der Generalversammlung enthält nebst den 'üblichen' Verhandlungsgegenständen den Punkt: Ermächtigung des Verwaltungsrates, die Modalitäten der Verlegung des Sitzes der Gesellschaft nach Paris Im Sinne des Bundesgesetzes vom 7. Oktober 1921 festzusetzen. Die Verhandlungen wegen der Sitzverlegung sind so weit vorgeschritten, daß ein baldiger Abschluß erwartet wird. Darauf ist auch die späte Vorlage der Bilanz zurückzuführen. Durch die Umwandlung in ein Pariser Institut soll das Aktienkapital in Einklang mit den wachsenden Geldbedürfnissen gebracht werden. Eine Gruppe, an deren Spitze die Banque de Paris et des Pays-Bas steht, . wird 60 Millionen Francs neues Kapital in Form von Prioritätsaktien erbringen. Unter Mitwirkung der genannten Bank und der Agrarni Banka Cesko Slovenska in Prag hat die Länderbank ihre tschecho-slowakischen Filialen in ein selbständiges Institut mit Nominale 80 Millionen Kronen Aktienkapital umgewandelt Der Friede mit Irland und der englische Handel. London, 9. Dezember. (Eigenbericht der „Wr. Morgenzeitung“.) Der diese Woche zwischen England und Irland zustande gekommene Friede wird, sofern es gelingen wird, die letzte Klippe, die Zustimmung des Sinnfeiner-Parlaments zur getroffenen Abmachung zu erlangen, nicht verfehlen, seinen belebenden Einfluß?uf den englischen Handel geltend zu machen. Wie der „Manchester Guardian Commercial“ mitteilt, wird in englischen kommerziellen Kreisen die in der letzten Zeit eingetretene 1 e b a f tere G e- S c h ä f t s t ä t i g k e i t bis zu 'einem gewissen Grade bereits diesem Ereignisse zugeschrieben, da schon die Tatsache, daß in einer in allen Fugen krachenden Welt ,noph r.eine.,• friedliche Auseinandersetzung, -zwischen zwei, wie es schien ewigen Todfeinden möglich war, an und für sich die Handelswelt mit Zutrauen'zur weiteren Entwicklung und Stabilisierung der Verhältnisse erfüllen muß. Außerdem darf nicht übersehen werden, daß die Beilegung des jahrhundertealten .Konflikts auch die Aussichten auf eine friedliche Auseinandersetzung mit Indien und Ajßgypten viel günstiger gestaltet und eine Klärung der politischen Verhältnisse in diesen wichtigsten englischen Kolonien sehr danach angetan ist, der e n glischen Industrie und insbesondere der T e x t i Ir ( a d u s t r \ e zu einer, kräftigen Reprise zu verhelfen. Wien,!-, Vtiarc flu eistrasse Nr., 5 Tel. Nr. .20486, 20591, 20646, 22576. Telegr.-Adr.: Continentalbank ’ 1 '.. Wechselstube) Wien, SS», Tabersfrasse 46a Telephon Nr. 49428 Kulanteste DurcMShrupg sämtlicher Bank- und Börsetransaktionen 133 Handelsnachrichten aus der Tschechoslowakei Aus Prag wird gemeldet’: Wie der „Ustredni Oznamovatel“ (Zentralanzeiger) erfahren haben will, sind die Verhandlungen mit dem Finanzministerium über die Umwandlung der tschechoslowakischen; Filialen des W i euer Bankverein s bereits beendet. Nach dem Muster der Länderbank soll ein selbständiges Bankinstitut unter der Firma Allgemeiner: B a nk verein mit einem Kapital von ungefähr 50 Millionen Kronen errichtet und .zum Generaldirektor ein hervorragender tschechischer Volkswirtschaftler berufen werden. — Wie die heutige Nummer der volkswirtschaftlichen Wochenschrift „Die Wirtschaft“ meldet, ist zum Präsidenten der Bank für Außenhandel, die sich die Finanzierung der tschecho-slowakischen Porzellanindustrie zur Aufgabe macht, der tschechische Parlamentarier und frühere Minister.Kuno Sonntag ausersehen. In der am 8. d. M. abgehaltenen Generalversammlung der Au s s i g - T e plitzer E ise n ba h n wurde beschlossen, eine 5Q/,ig.e. DJ y i.d e n d e ,aus dem Reservefonds zu verteilen. Eine .Prioritätenanleihe von 20 Millionen tschechischen Kronen wurde genehmigt. Die englischen Schiffahrtsgesellschaften White Star Line und Royal Mail Stcamship Company haben, der tschecho-slawakischen Regierung ein Angebot zur Schaffung einer tschecho-slowakischen Schiff ahr t s g e s e Ilse ha f t gemacht. Englische Kapitali e n sind in Aussicht gestellt. Die Besprechungen sind zurzeit noch im Gange. Die Korrespondenz Herzog meldet aus Prag: Zu den Nachrichten über Baissespekulationen der Prager Creditbank und der Tschecho-slowakischen Agrarbank während der Mobilisierungszeit bringt die heutige ^Wirtschaft“ die Nachricht, daß auch die Zivnostenska banka durch Verkauf von 86 ‘Millionen tche'chischer Kronen an der Unterminierung der tschecho-slowakischen Valuta beteiligt ist , , Eine neue Stäatsnotenemissiori in Polen. Warschau, 9. Dezember. Der Einanzminister Doktor Michälski hat einen Gesetzentwurf über die Emission der III. Serie von Staatsnoten im Betrage von dreißig Millionen Mä r k eingebracht Die zeitweise Aufhebung des Zolles für wichtige Lebensmittel in Polen. Warschau, ., 9. pezembpr. Das polnische Finanzministerium hat mit Rücksicht auf die unbemittelte Bevölkerung für die Zeit vom,7. D|zem^.qr .bis?.uni 1. Jänner den- Zoll für Käse, Fis i s c hf aM Vr g a r i n e u n d B u t t e r aufgehoben.;. .\ Aus; der Wiener Bö.rsekammer. jn der gestern unter dem Vorsitze des Präsidenten Berfifrärd Pöpper-Artberg abgehaltenen Vollsitzung: der Leitung der Wiener' Börse wurden mehrere-laufende Notierungsgesuche erledigt. Es wurde ferner eine Erhöhung , der Schiedsgerichtsgebühren in Aussicht genommen. Die Festsetzung.. dei; Karteng e b ü h r en 'für' das Jahr 1922 wurde einem Ausschuß übertragen,!u welchen Vertreter < der - Effekten- und der Warensektion: gewählt wurden; Steirische Wasserkraft« und Elefttrlzitäts-Aktien- Gesellschaft. Mit den zur öffentlichen Zeichnung aufgelegten 300 Millionen Kronen Prioritätsaktien und 210 Millionen! Kronen Stammaktien der Steirischen Wasserkraft- und! Elekt;izitäts-A.-G. wird eine Geldbeschaffungsaktioai größten Stiles eingeleitet, welche den einheitlichen. Ausbau, aller' namhaften steirischen Wasserkräfte mit insgesamt! 450.000 HP, deren Konzessionen im Besitze der genannten! Aktien-Gesellschaft sind, sichern soll. Die Finanzierung erfolgt auf Grund eines Finanzplanes, der sowofäj Sicherungen . gegen -Verluste aus den derzeit so hohen! Baukosten'als auch Sicherungen der Aktienzeichner gegenj weitere Geldentwertung bietet. Die- .Kapitalsbeschaffung für: das erste Baujahr umfaßt 300 Millionen Kronen '5ty0ige; Prioritätsobligationen, 300 Millionen Kronen 5°/0ige Priori-, tätsaktien . und 300 Millionen Kronen Stammaktien, zusammen! 900 Millionen-Kronen Nominale. Mit-diesen -Mitteln soll eine! Verstärkung des Grazer städtischen Elektrizitätswerkes! durchgeführt und-der Bau der unteren Teigitschfstufe in iderj Nähe von. Graz begonnen werden. Die Prioritätsaktien! ä K 200 Nominale haben das Anrecht;auf eine 5%ige Vor-« zugsdividende mit Nachzahlungspflicht, siewerden zum Nominale,rückgezahlt und erhalten anläßlich der Rück«! Zahlung einen Genußscheih,-.der auf Superdividenden, übiO 5°/0 Anspruch hat. Sind -alle, Prioritätsaktien rückgezahlt,! so werden: die. Genüßscheine im Verhältnis 5 :1 in Stamm-] aktien umgewandelt. Die Stammaktien erhalten nach den! Prioritätsaktien "5%. Dividende und verteilen darüber hin-! aus mit den Prioritätsaktien die Mehrgewinne. Nach! Durchführung der vorgesehenen , steuerfreien Ab-: Schreibung der Baukosten aui 25% des. ursprünglichen Be-i träges wird den Stammaktien in .Form von. Zinsen .und! Kapifalstilgung ein Ertrag auszuschütten seih, der sie vor! Geldentwertung schützt und durch entsprechende Gestaltung der Tarife ' derart' äufzübringen ist, daß er eine! mindestens-6%ige Verzinsung des reellen, in stabiler aus-] ländischer Währung festgesetzten Wertes der Anlagen darstellt Die Stammaktien erhalten sonach * seinerzeit vorerst 6% vom Nominale, das ist K, 12 und weiters einem Bonus, in/jener Höhe, welche der Differenz zwischen K 12 und einer 6%ige’n Verzinsung ihresreellen Wertes (Rechnungsgrundlagein stabiler Währung) gemäß! den während des Geschäftsjahres aktuellen Devisenkurse«, entspricht Die Rückzahlung der Stammaktien erfolgt inner-] halb der 90jährigen Konzessionsdauer derart, daß jede! Stammaktie vorerst eine Auszahlung von K 209 und weiters in der.Form einer Prämie die Differenz aus den reellen Wert, gemäß den aktuellen Devisenkursen er-! hält. Für alle emittierten Titres wird die Kotierung an der, Wiener Börse beantragt werden. Die Placierung der von! der Steirischen. Wasserkraft- und Elektrizitäts-A.-G'. aus«! gegebenen Titres wurde yon einem Syndikat, bestehend! aus allen großen Wiener Banken und den. führenden] steirischen'Kreditinstituten übernommen, welchem von den! bisher in der Gesellschaft vertretenen Faktoren die Ver-! pflichtung auf erlegt wurde, die der Kapitalsbeschaffung für] das erste Baujahr dienenden Emissionen zur öffentliche«: Zeichnung aufzulegen. Die Zeichnung kann bei den Syndikatsmitgliedern und bei allen namhaften Banken, und Bankiers in der .Zeit vom 12. bis 31, d. M. erfolgen. Der Zeichnüiigspreis betägt für Prioritätsaktien K 240, für jede Aktie ä K 200 Nominale für Stammaktien K 270 für jede/ Aktie ä K 200 Nominale. * . Allgem. österr. Boden-Credit-Anstalt. An Steltej des kürzlich verstorbenen Zensors Dr. August K o link oj wurde der Rechtsanwalt Dr. Anton Gas sauer zumi Zensor bestellt. ' Kapitalserhöhung der Allgemeinen Depositenbank;] Unter Vorsitz des Präsidenten Kamille C a s t i g 1 i o n ej hielt die Allgemeine Depositenbank eine außerordentliche] Generalversammlung ab, auf deren Tagesordnung die E r«] höh u ng-des Aktienkapitals.von. 500 Millionen‘auf eiqej Milliarde stand. Begründet wurde der Antrag durch die] Entwertung unserer Krone, welche eine enorme,Teueruygi zur'Folge Fat, so daß die Bank bei Bemessung .ihres! Aktienkapitals auf die grundumstürzenden Aenderüngeh des ökonomischen Lebens Rücksicht üben müsse. Der Antra® auf Erhöhung des Aktienkapitals gelangte-einstimmuhg zur] t Annahme. . Umtausch polnischer Banknoten I. Emission.] besorgt die Kommerz- und Diskontobank, Wien, L, Wipplingersträße 24, und ihre Wechselstuben, L, Kärntnerring 15] und IL, Lilienbrunngasse' 1 (bei der Marienbrücke, vis-ä-visi Dianabad), täglich bis 10. Jänner 1922] Zum Zusammenbruch der Pfälzischen Bank. Aus München wird berichtet.*, Die Nachwirkungen des Kommerz-y.Diskoiito-Bank FILIALE KiEH,", ' ‘ ZK--Z6 'Z3S8. llZ9i.17H8, 12387 HB VoM ein gezahltes Aktienkapital B® &scfB@*liiscS*@ SCröraeB* Uebernimmt die Durchführung sämtlicher bankgeschäftlichen Transaktionen. Verzinst Einlagen auf Girokonto mit 31/8 Prozent p. a. Einlagen BH gegen Kündigung hoher. qs B. Fortsetzung. L6vy. Von Jean-Richard Bloch. (Autorisierte Uebersetzung von A u g u s t a W e 1 d Ier- S t e i n b e r g.) Die starke Leben sfr euch, dfe der Reiisende in <feis Hlniterziimmer mitgöbTach.t Ibatte, wkih nach wnd nach vor der Dauer dieser Klagen. Er »bekam Lust, diese düstere Traurigkeit albzüschütteln. Man (setzte sich zu Tii&che. Er entfaltete «eine Serviette dHiiit einer weiten Geste umd sdiob seinen Teller an das Glas, daß es erklang. »Ntcn wohl., mag er 'bleiben, vwo er will, oder mag er krepieren. Was.liegt, Ihnen daran, ob Sie «nur sedhs statt sieben sind?,Sie werden Ihre Gemeinde später gründen. Die. Schreihälse sind weg.; und denken nicht mehr an etsqh. Ihr; wendet doch nidit Trübsal blasen wegen-dieser zwei Dutzemd Trunikenbolde?« , Er «setzte die Zalhfl der von ihm Besiegten: herab «und unterhielt 'sich innerlich über dieses ■ Opfer seiner Eigenliebe. Aber diese' Leute;waren •doch mxt Kinder. Die Men<sch'mt'*''v4>efanide{i’' sM. idort .unten, auf der anderen Seite irgendwo/in.-der ,WejL Hier hatten die normalen Gefühle kejhen- Kurs mehr. Man machte sich ohne Gefahr kleiner. Kein Mensch würde es erfahren. Br konnte ein-; Lächeln nicht unterdrücken, indem er einen Blick rings um die Tafel warf, und fügte mitleidig luniztüi: »Die bösen Zeiten werden vorühergehen. Sie werden sehen.« Und er glau'bte es wirklich. Er strich mit der Hand durch den Bart. Die alte Sarah brachte die dampfende Suppenschüssel. Der Duft des Sauer-, am-pfers säuerte die- Luft. Der Reisende wurde gewahr, daß er fast Hungers starb. Er fühlte sich in seinem' ganzen- Wesen von - Frieden und Freude durchdrungen. »Wenn sie vergangen sein weiden, werden Sie das Leben schöner finden. Das Leben ist Kampf «und Schlacht. loh kenne nnur-da-s.« Als er diese Worte -sagte, hielt er die (Nflaae aiuf .soim:em vollen Teil 1 er gesenkt; Eide lunbestirnrhite' Unruhe ließ ihn den Kopf aufhelben. Der Gtreiis hätte den Aermef seine-r Jatdke ' zsürü-ckge-zögein und * die / Manschette sedries rechten Aermels weggenoim-meiii. Er zog an seinem Hemd. D>er lange,; magere und’ behaarte Arm ragte bis zum Ellbogen ans der zweifelhaften Wäsche hervor. Die kahle Bläße der* Haut eines Mannes kann biis zum. Ekel abstoßend; wirken.' Der Reiisende' legte semen rauchenden Löffel nieder; Er sah Dawidovitisch aus «seiner ■ Tasche eine alte: Pel®mÜ!tae' ziehen;- :aimd sich'damit bekleiden. Dieanderen"legteii mifcl'fhüder Miene ihre Serviette aiuf‘«d.en Kopf. Sie bliiieben sitzen, aiber die ‘(beiden Frauen und die 'KimderbM«ieben abseits sitelh»esn. Der'Alte nahm1; eine' Art' schwarzer Sdhrniur und ’roMte sie' murhi-elnd um den Daumen, um die Fadfst und um den Arm.‘ Züweilen/-warfen die drei anderen «ich in «die Brust und stießen mit Kraft zwei oder -«drei Silben 'hervor,- d'ie jn einem undeutlichen 'Gemurmel -erloschen. Es war klar, -daß siie aus'dem Gedächtnis und, wie es «schien, mit Unl-ust dem Text folgten, den-der- Greis psa-l'modtierite*. ' . Als der Reiisendeseinen Kopf kühner hdb, kreuizite er den Blick der Alten, der sich miilt Haß auf ihn legte. Er wandte dem seinen auf die Kinder. Der Knabe erstaunte ihn durch seine dicke Naae, *) Die Leser werden sicherlich befremdet sein, ' den Akt - des Anlegens ddr; Gebetriemen^äuf Freitagabend verlegt b-u vsbben,' "ebenso \vie'über das “Beiseite-' .* Stehern der Fiu«u '>n<i;- .der, K-jod^r! Vahceiid -dvs, Gebetes uisw.', oumsomebr, als . der «Dichter, elsässii-sch- ’ jüdischer Herkunft-ist .lind sich eine bessere ErlüineriMr"'an - Brä.urii.0 bättsb belvahikzn'i; dürfet Dar UsbsrsstLer. scilne ä-bAt^hemäen Ohren lund’ «seine voflr-st'ehon'd-eni Zähioe; Seine Augen waren schön. Aber ihr ‘feuchteirij Gi'äTiiz,? «der ihn noch eben an/gez'ogen hattet'stiieß; ihn mün ab. Das Mädchen ‘hatte länge Locken uh-d| rote Lippen. Er erinnerte sich mit Widerwillen^ einer Kärikaitiitr von F'oraim 'Und'v müßte'-sich aurüolo*; halben, um1-nicht zu sipöttelih. ' v 1 Was mach'te er da? ' Waren däis’ diie Leu«te( seiner Raisise, seines Stammes, seiner Sitten.? ' Et) kannite ni«aht «die Riten der Juden-. Nicht daß er er^ mangellt hätte, daffülber im Cafe auch im ihrer Ge-« gen wart zu ■sipöttöln. Alber er gläiuibte sie schön! lange tot. Und die Jutdlen hatten' ihm vebiimdiich inj «seimem Irrtum bestärkt. Und n'um nahmen dlie.se lächerlidlie-n Seltsamikeiiten um ihn herum Gestali^ an., in düiese-mHinterziimmer eines Fathrraidgaschäfä tes, «unter S-teinwürfen und Beleidigungen. •; Aber man gerbt sich nicht jahrelang das Leders um Ai-n .braver Mann zu werden. Man bricht vom« Hause auf, ,die Koffer nwt Glaubemsartikeln gefüllt Die erste Nacht in -der Eisenbahn nimmt einem ded Geschmack an der Diskussion. Der erste Runde,) der sich für seine Bestellung mit Esellhaftigkeitec] bezahlt macht, nimmt den Geist des Widensip»nucheisi weg. Und die ersten zehn-Monate -politischer Unter?] haltuhgen bilden — wenn er. die Erfahrung, rew dient — der störrischen Neuling in etwas Spezielles und'.Seltenes iwn, was keine Philosophie lehrt: ded braven Mann. Wenn man einmal das gewordenüsitj ■ ®o ist man es bis ans Ende der Tage. « ', Alsdann verzichtete er darauf zu verstehen «o« zuv richten. E«r stezte .die salbungsvolle Miene o-hne welche er niemals eine Kapelle betrat, -•bevor -er wußte, wie es sich machte, hatten diie dre Männer ihre Servietten von ihren Häuptern zurück^ . gezogen, die .Frauen . siel) gesetzt, .. un«d..deir Alte 'tollte-majestätisch die. Le der schnür v«onseinem . Arial,/WO sie Ähe fahle Spur hinteriiefL (Fortsetzung folgt) 017528 02

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