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Wiener Morgenzeitung · 1921-12-10 · Heft 1029 (10.12.1921) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 1029 (10.12.1921)
Date
1921-12-10
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 1029 Wien, Samstag WIENER MORSEl^&HWNff iÖ. Dezember 192? 'Seite 3? iS Rechte!» der Abgeordneten. Amdrassty, . Raikovsdsy, iSigray und Benieziky festgestel'lt wrd daß 'iilir Imimutnitätsiecht «dumch' die Kation aiversamimlüng auf gehoben. .werde. , Betbien fordert Szilagyf.; Budapest, 9. Dezember. (Teb-Komip,)'’ 'Nach per heutigen Sitzung der Nationalversammlung ließ Sliniateripräsiden t B e t h 1 e n den Abgeordneten i$ züagy i znxm Du e 1 i f o rd er n, weil Szilagyi Während der Sitzung die Rede Bethlens wiederholt du'rich beleidigende Zuirufe gestört (hatte, . Oesterreich. Die Abstimmung in Oedenburg. Schliessung der Grenzen. London, 9. Dezember. I11 der Mitteilung über die Ankunft der von Oppeln abbeorderten britischen Truppenabteilungen in Oedenburg erklärt das Reutersche Bureau, die Regierungen Oesterreichs und Ungarns werden während der Volksabstimmung die Verpflichtung zur Schließung der Grenzen zu übernehmen haben. (Wie dem Telegraphen-Korfespondenz-Bureau von unterrichteter Seite mitgeteilt wird, ist tatsächlich eine Aufforderung der Entente in diesem Sinne an die österreichische Regierung ergangen, die sich zur Uebernahme dieser Verpflichtung unter der Voraussetzung bereit erklärt hat, daß dieselbe Maßregel, in demselben Umfang auch von ungarischer Seite durchgeführt wird. Die Fmanzverhandlungeti mit der Tschecho-Slowakef. Prag, 9. Dezember. Die Delegierten des. österreichischen Finanzministeriums sind gestern hier eingetroffen und wurden heute vom Finanzminister Nowak empfangen. Die Verhandlungen betreffen die V o.r k riegs schulden, Renten usw. und dürften bis Ende der nächsten Woche beendet sein. Die Schweiz verzichtet auf eine Schuld von 25 Millionen Franken. Bern, 9. Dezember. (Tel.-Komp.) Der Nationalrat stimmte dem Beschluß, der auf die von Oesterreich als Sicherheit für die von der Schweiz geleisteten Vorschüsse abgegebenen Obligationen in der Höhe von 25 Millionen Franken verzichtet, zu. T schecho-Slo wakei. Die auswärtige Politik. Erklärungen des Ministerpräsidenten. Die ukrainische Legion. — Amerika und der Friedensvertra^. — Die belgischen Maschinen. — Vor einer Wendung in Rußland? ■Prag, 8. Dezember. Im Ausschuß für Aeitßcres 'der. Nati'owal var Sammtong machte Ministenpräsiddhit «Ren e s elb Miittoiluingen über die «Wflswätftjgein Beiziehiung-an der T«ScljiecftoOrSliowalke i. Er besprach «us-wt den 't’sichffclüscli-polu'is'cheni Vertrag upd teilte «mit, diaß die in der Tsche-choSfowalkei, uipd. zwalr in iGiTuli-oh, stehende >u kir a in.! s c h e L e gioti auf; gelöst werde, während Polen' die tp o l n i -Lebin a g y a r i s 0 lb e L c g i «o n liquidieren müsse. iBetdc Regiewittugein' werden eiwawdar die bereit^ abge&dh'losisenicin Verträge' mitteil ein «u«n4 em-eu Haiuidels- Kwürag sdillicßew, bei dem fasiuiptsäcltfich der Transit, werikchr nach Rußland «und der Verkehr Pottes mit lW Osteuropa technisch behandelt werden wird. IW eitere gab Dr. B e 11 c s e h Erl'äniitciPU.'n g©n über Id'ie Stelfuttiig .Amerikas zam Friedenßiveu-trag. M&ßg-ßibwd' sei fluw. daß' die Veirdnigten Staaten keinerlei V e r b i n d! i ch k c i t c n übeW^Mmeiii ihiaihim be*zügilfc)h' d'eir Gimiizen Deutechlainds und bezüglich dar wstiigon im Versailler Vertrag eintt- Shafteneni poilitischen' Kliaiucki, die Belgien, Duteembuirg, das linke Rhciniufor, das SaaJrböcken,. Elisaß Dofchirimgetx,' 0 e s t e r.r eie h, die TsichecbchSlo iwakej, Polen, Osifcpretißöii, Danzig, Schleswig, Hclgofl'and uhjkJ die ruisrsischen Ramd staatein betsreffem.. Weitere haben die Vereinigten Staaten jede aus dem V ö l k « r bai1 u dv ete t u* a g envachsende Varfpflichtumg afogelelhfnit, Vom formalen. Staihidpumkt »ins «sei m enväihnm, daß der Versailler Vertrag den enigilischen tunid französisehen Text ail's auithemtischen «Text halbe, während der Frieclidns*vertrag zwischen Deuibsichteid und den. Vereinigten Staaten englisch deuibsich sei. ' Eine äiliiti'li'chc S'tnlisienmng Ibe&tdhle Biülch bei'dieim Venteag zvyisiclhen dein 'V e r g i’inii i. ihemi Staaten und Q e s «t c«rr c i c h. Der Mdnii'steuipräsideai.t dementierte öQidalnnt auf ’Girund ein«eir (bei der .nuniänascihw Regieruing eing'c Unolten Auskunft allle Nachrichten über eine «u m. g ä tris-ch-iriuun ä ni sc h e P c«rs«0aia 1 tt n i on« n-nd [wandte sich dann der gegenwärtig in Böhmen viel beapradhenen. Frage der Rüdkgalbe der Mi^ischinpn cni1, die'vtoin deuilisdhien Tiuiippcin in Belgien erbeutet vfnd am Fabriken in der Tsicbecihto-Slowakei veiikauft iwiqindte' ' w«<r«ön', Die Regierung werde diese (Maschinen, — in der Hanpisachc öiiaindelit es sich itiin Textilappairate —■ unbedingt zuriickstcillte'. XTeJber die Apanage des Exkönigs Karl bat die Boitsohafterkcnfereniz keine Eniltsclicidiuinig g_etroffen, doch werde die Tschechoslowakei (nichts bei- Zlanistisclics LainlssltDinltee fär OesteprelEti Mittwoch den 28. Dezember 1921 findet im SophEensaaB die offizielle Malihabäerfelep Statt U. a. haben zugesagt: Oskar BeregB, das Hakoah- Orehester, der Jüdische Gesangverein« Das nähere Programm wird noch bekanntgegeben. Karten sind im Zion. Bureau, 11., Zirkusg. 33, erhältlich eiternerm. Schließlklh erklärte Dd'. B e me «selb, daß mach seiner Amsi-cht die Emitwicklung der Dimge in Rußlauud am einem WemdepiumSct amgeJamgt ist. Vier Jahre laimg geht Ruß Land in seiner D estnulldtiom auirüclk. Heute beginnt es sich zu kon^tnuieren. Die kaifiajsitrcfphail'e Methode, die bisher in Rußland alngewendet wiuirde, wird heute bereits vedläi&sein ulnd niiam amerkemlnt dem Bamknott aller vtnratnigegaingemieii phainitastischen Ansichten. Die Verlhamdiuingen ülber •eimeii Handelsvetenag mit Rußland \w-uirden nidlit eingestellt. Die Juden in Karpathorußland. Üngvär, 9. Dezember. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitung“.) Der Schulreferent der Ungvärer Regierung Peschek erklärte einer jüdischen Abordnung, die Juden in Karpathorußland mögen sich von fremder Kultur befreien und mit Hilfe vonhebräischen Schulen zu ihrem ursprünglichen nationalen Charakter zurückkehren, wie es die Ruthenen tun, Der Regierungsreferent erklärte, daß er bereit sei, hebräische Schulen nach Möglichkeit zu unterstützen. Finanzielles Abkommen mit Polen. Prag, 9. Dezember. Amtlich wird mitgeteilt: Die finanziellen Beratungen mit Polen wurden am 6. d. M. erfolgreich beendet. Es wurden Vereinbarungen abgeschlossen über die Ausfolgnng der Depots, die Verhütung der Doppelbesteuerung, die Einstellung der Prozesse bezüglich der Begleichung der Verbindlichkeiten in alten Kronen, ferner über das Gefällsstrafveffahren im Tesehener Gebiet sowie über andere kleine Angelegenheiten. Die Besprechung über die Liquidation der Länder, Bearke und Gemeinden und anderer öffentlicher Körperschaften, ferner über die Regelung der Frage der schlesischen Landesgeldinstitute, Sparkassen und Kontributionsfonds haben, einen günstigen Boden für die meritorisehe Lösung vorbereitet. Ein gleiches Ergebnis hatten die Verhandlungen über die Regelung des privaten und sozialen Versicherungswesens. Polen. ■ $ Fünf Millionen Juden. "Warschau, 9. Dezember. (Tcl.-Kginp.) Nach der letzten Volkszählung beträgt die Zahl der Juden in Polen rund fünf Millionen. Das neue Wehrgesetz. Warschau, 9. Dezember. (Tel.-Komp,) Heute fand iin Landtag die erste Lesung des neuen Wehrgesetzes statt. Das Gesetz führt die zweijährige Dienstzeit ein, die Reservedienstzeit dauert bis zum vollendeten 40., die Landsturmpflicht bis zum vollendeten 50, Lebens« jahr, - - . Ungarn. Die Zusammensetzung der Nationalversammlung. Aus Budapest wird uns geschrieben: Die gegenwärtige Nationalversammlung sieht ihrer Auflösung entgegen. lieber die Resultate der Neuwahlen läßt sich, nichts Voraussagen, zumal das Gesicht der Wahlreform vollkommen unbekannt ist. Die Nationalversammlung zählt bisher 207 Mitglieder, davon nur 25 frühere. Abgeordnete. Rechnet man außer diesen noch die Magnatenhausmitglieder ab, so bleiben 180 völlig neue Männer. Die Partei der Kleinlandwirte zählt 91, die christlichsoziale Partei 59, die, christlichiiationale (Friedrich-) Partei 7, die Unabhängige Kleinwirte-, und .Bürgerpartei 7. die nationale Demokrateu- und Arbeiterpartei 6, die Gruppe der Dissidenten 19, die der Parteilosen 17 Miiglieder, während die christlichsoziale Wirtschaftspartei ein einziges Mitglied hat 80 von den 207 Mitgliedern sind feetimen oder hochgeborene Herren, 32 Mitglieder sind oder waren Minister, 13 Staatssekretäre, 35. Geheime, Räte oder Angehörige der fünften Rangsklasse, 34 Bauern, Ackerbautreibende, die ihr Feld selbst bestellen, 26 Geistliche, 25 Advokaten, 25 Staats¬ und Verwaltungsbeamte, 21 Grundbesitzer, 13 Journalisten, 12 Ingenieure, 12 Professoren, 9 Privatbeamte, 6 Militärs, 5 Lehrer, 4 Gewerbetreibende, 4 Aerzte, 3 Richter, 2 Bankdirektoren, 1 Kaufmann und l Apotheker. Besonders an im Wirtschaftsleben geschulten Fachkräften erweist sich das gegenwärtige Parlament als zu arm. Die Budapester Magnaten und das Exkönigspaar. t Wien, 9. Dezember. Die Universaikorrespondenz melt aqs Budapest: König Karl wurde auf seiner Reise nac Madeira bekanntlich vom Grafen und der Gräfin Hunyad; begleitet. In Budapester Magnatenkreisen ist nun der Plan aufgetaucht, in der Leitung des königlichen Hofstaates aut. Madeira einen Wechsel vorzunehmen und den Grafeif Hunyady durch ein Mitglied einer anderen ungarischeil Magnatenfamilie zu ersetzen. Es haben sich bereits zahl| reiche Mitglieder ungarischer Maguatenfamilien bereit erklärt) auf eigene Kosten zum Königspaar nach,Madeira zu gehen! Jugoslawien. Davidövic mit der Kabinettsbildung betraut. Belgrad, 9. Dezember. (Preßbur. Belgrad.) Minister*; Präsident P a s i c stellte heute vormittags dem K .öni h das ihm übertragene Mandat zur Verfügung, da er bei dem Verhandlungen zur Bildung eines Koalitionskabinetta k e i n e n E r f 01 g hatte. j Nach hiesigen BJättermeldungen soll D a v i d 0 v i iq mit der Neubildung der Regierung betraut worden seinJ Davidövic hat die Besprechungen mit den Parteiführern] begonnen. Der selbständige Bauernklub ist iiri Prinzip bereit, in die Regierung einzutreten. Auch dlej muselmauis eben Vertreter gaben Davidövic: eine befriedigende Antwort. Der sozialdemokratische Klub ist n i c h t für den Eintritt in die Regierung,] erklärt aber seine Uebereinstinunung in verschiedenen! Fragen mit den Regierungsparteien. Die radikale Partei! wird erst ihre Antwort geben. ' ' Palästina. Ernennung des Gouverneurs von Haifa' zum Gouverneur von Jerusalem? V Haifa, 8. Dezember, (Privat.) Das hiesige arabisewj Blatt „E 1 - S a 1 a m“ berichtet, daß ihm aus zuverlässigen Quelle bekannt sei, daß der Gouverneur von Halfst S y m e s, demnächst an Stelle. Storrs’ zum G o 6b»j ve.rneur von Jerusalem ernannt werden viM Gouverneur Symes besitze, wie das Blatt ausführt, das Vertrauen und die Sympathien aller Bevölkerungsschiditei? seines gegenwärtigen Tätigkeitsgebietes, weshalb §eip£j Berufung nach Jerusalem in Haifa mit grossem Brauern ausgenommen wird. " Verbot des „Kuntres*. Jerusalem, 8. Dezember. (Privat.) Dis ArbeiterzeU^; schrift „Kuntres“ wurde abermals für die Wochen verboten. Telegramme. Eine Konferenz zwischen Lloyd und Briand. London, 9. Dezember, (Wolff.) WnWeK mitgeteilt: Schatzlkawler -Sir Robert Home «Minister Loueher haben heute Ll'o«y,d George vodj dem Inhalt ihm gesteigen Besprechtting über <&sj \V i e s b a* 4 euer A «b ik'o m m e n uiad! angemehij über die Reparationen in '.Watfetr in Kenntnis ’ ge-j setzt. . Haiti kiam >z-w dem «SchJihssej. ein. - mellcT iMehmngsaustaiUtS’di'zwischen . B, i;ahNÄÄ Lloyd George wünsdie-aswejt sei, ■Wie das Reuteatsdhe Biureah erführft,' wutrtd'e eintet, daß Birianid? «niQlch v(or Wcihti&dbjtep eM«s^ Besprechung inu IJioyd ,GeK)<Pge öSdhl -LvvichvW Hcommen solil. London, 9. Dezember. (Hava5.) Dem „Ddl^ Chronicle“ zufolge sei es wahrscheinlich, daß Deutsch^ land ein Moratorium nicht gewährt wer-deaf würde. Für die Stabilisierung des Wechselkurses. Paris, 9. Dezember, Die Pariser Presse weist darauf) hin, daß es die vernehmliche Aufgabe Loucheurs sei, wirtschaftliche Projekt kennen zu lernen, das mau Lloyd! George zuschreibe und das die Verbesserung und Stabilisierung des Wechselkurses der Länder Zentraleuropas bezwecke. Das Mandat des Grafen Toggenburg*.' Innsbruck, 9. Dezember, Wie der „Tiroler Anzejger“ meldet, * hätte der Wahlausschuß der italie-. niseben Kammer die angefoebtene Wahl des LüdUrol^ Abgeordneten Grafen Toggenburg.mit J8 gegeii 4 Stimmen bei 2 Stimmenenthaltungen bestätigt Graf Toggenburg gehörte bekanntlich den Re-‘ gierungen Koerber und Clam-Martinitz als Minister des« Innern an. Ihm unterstand das Flüchtlihgsweseh und’ er wurde von italienischer Seite vielfach für die Bestialitäten der k. u. k. Couleurstudenten gegen die nlchtdeutschen Konfinierten und Internierten verant-, wörtlich gemacht Sehr zu Unrecht, da Graf Toggen-’ bürg wie jeder Minister, gegenüber dem patriotische» Armeeoberkommando ohnmächtig war. Herrenwäsche »1 Schiffmann II.. TsWiaiie 48 ■ En gros Telephon 47179 En detaU

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