Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 1024 (5.12.1921)
- Date
- 1921-12-05
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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M. WS-t Wien, Montag wieder Mö^Gwzmrmm' m*5e^ Strafe«, wenn ich der Versttctotiüg t*nterKege. Den« kn kann nicht glauben, daß er si'dh rndnettwegen ib^muibtb. Der Geruch der Hunde ist deliziös, Mein Herr hält' mich warm, wenO/fett fcfinltier ihm m (Semem Leftmstuhfl. Hege. Das kommt daher, weil er eiti Gott ist. Vor dem Kamin befinden sich MarinorfHeßen, die ebenfalls warm sind. Diese fliesen sind göAlich. Ich slprecne, wenn es mir heüebit. Aus dem Mifndle des Herrn kommen auch Töne, däe einen gewissen Sinn ha'ben. Aber es ist lange nicht so deutlich zu verstehen wie das, was ich durch den Laut meiner Stimme nusdrücke. In •meinem Munde hat oifles einen Sinn, am dem Munde des Herrn kommt sehr viel überflüssiges- Geräusch. Es ist schwer, atoer notwendig, dk Gedanken, des Herrn au erraten. Essen ist gut. Gegessen halben ist besser. Denn der Eeind, der auf der Lauer liegt, tim ekietn das Fiurttfer zu entnreißen, ist schlau und flink. I Alles vergeht nm,d hat ein Ende, -iMr ich Merbe. Ich - befinde mich stets im Mittelpunkt, und Menscihen, Tiere und Dinge umgeben mich, wohligeskjit jo der feindlich. Im Schlaf siebt man Mesnsdhm, Hunlde, Baume, EngeneJhme und schreckliche Gestalten. Wenn man erwacht, sind diese Gestalten versdhwunde«. Betrachtung: Ich liebe meinen Herrn, denn dr fstt -mächtig umd schrecklich. Eine Tat, für die man geprügeft wird, Ist eine (schlechte Tal Eine Tat, für die man Liebkosungen odter -Futter empfängt, ist eine gute Tat. , Wann die Nacht here&ilbridht, streichen, böse (Mächte um das Haus. Ich belle, damit mein Herr aufmerksam wird und1 sie verjagt. Gebest 0, mein Herr blutiger Gott! kfli bete dreh a». Schrecklicher, sei gepriesen! Großmütiger, sei gelobt loh krieche zu deinen Füßen, ich lecke deine Hände. Du bist gewaltig und schön, wenn dhi am besetzten Tisöhe große Massen vorn Fleisch verschlingst (Du bisst gewaltig umd schön, wenn du vermöge eines ^winzigen Hölzchen« eine Flamme hervorspri-ngen laßt jiond däe Nacht in Tag verwandelst. Behalte mich im deinem Hause und lasse jeden anderen Hund daraus .verbannt sein. Und dich, Angelika, Köchln, eihafbeee, gütige Göttin, dich will ich fürchten und 'ver-eferenj, damit jdu mir recht viel zu fressen .gibst. Ein Hund, der sich der Menschen nicht erbarmt ‘und der die Fetiscne, die sich m dem Haiuse seines Herrn befinden, verachtet; führt daunstetes, dendes ‘Leben. Eines Tage» machte eine undichte WaSseribamscte; die durch de® Salon kam, das gewachste Famk-ettt »aß. Ich denke mir, diese unsaubere Wasserkarai© halt eine (tüchtige Tracht Prügel bekommen. Das Leben eines Humides ist voll von Gefahren. Um -Anfälle an vermeiden, muß man stete auf id)er Hiutt seto, Seihst beim Essen -und sogar während des Schlaff ess. M-am weiß nie, ob man es den Menschien recht ‘macht. Man soll sie verehren, ohne au versuchen, sie ■verstehen zu wollen. Ihre Weisheit Ssit gehedanniisvoS. Beschwörung: O, Furcht, erhobene, mütterlbdhe Furcht, h-eält>ge, beü samtc Fracht, erfülle mnch gamfc in dem Augenblick der Gefahr, damit ich vermeide, wstz jmar Schaden bringen kauan, auf daß ich mich nicht £mf dem Feind stürze und meine UrMughieit bereuen hnuß. Ds g$bt Wagen, <Se von Pferden durch die Straßen gezogen werden. Sie sind schrecklich. Es gi-bt aber auch Wagen, die ganz Mein laufen -und dabei Hut SCh-naufen. Re meine® es CbenfaM böse mit -uns. 'Zertotnpfce Menschen scM man hassen tsid solche, die Körbe anf dem Kopfe tragen vind Fässer vor sich herrollm. Ich kann die .Kinder niohtt leiden, die unter großem Geschrei ami dar Straße Kriegen und Verbtecfkm spidea. Erie Weit iteit iwH schädlicher, furcht- Myr.Dings» _ * Dr. Pioes dekoriert Aus Britesei wird uns gemeldet: König Albert ernannte den Sanitätsreferenten der ^Federation der ukrainischen Juden in England, Doktor M. P i n e s, 5n Anerkennung seiner Hilfe für die armen Durchwanderer zum Chevalier der belgischen Krone. Doktor Pines war während des Krieges dem bei der russischen wmm smmm vol&sbuhne Gastspiel tat LUSTSFIBLTHE^TER mmm* DER BORFSJiMG von L. Kofi wr DAS THEATER IST GEHEIZT! twt- Armee ««gen belgischen Antokorps als Mediziner zttgeteiit. * Frau Maxim Gorki in Warschau. ÄBsWws-elf\mi wird gemeldet: Die Frau des Dichters Maxim Gorki ist hier eingetroffen. Die deutsche Regtemsg unS die SsWdsnkrags. Aus B e r I i n, L d. M., wird gemeldet: Der Innenminister empfing eine Deputation des j ü d i s c h e n Arbeitsamtes, die ihn um die Unterstützung bei der Verschaffung von Arbeitsgelegenheiten für die jüdischen Flüchtlinge aus dem Osten ersuchte. Wie verlautet, wird dieses Ansuchen nicht ohne Erfolg bfefben. Die Regierung wird eine Reihe von Maßnahmen zur Behebung der Arbeitslosigkeit unter diesen Flüchtlingen treffen. Hohes After, lieber die „ältesten Mteirstfteli*' Msgt ein Aufsatz von A. Putter in den „Naturwissenschaften* mancherlei Interessantes. In den Jahren 1901 bis f913 starben in Deutschland nach Angabe des Statischen Jahr- ' buches für das Deutsche Reich Insgesamt 14a/s Millionen Menschen, davon 85 Menschen im Alter von 105 Jahren und darüber, und zwar 20 Männer und 65 Frauen. Der Behauptung, daß die Menschen früherer Zeiten länger lebten, tritt der Verfasser entgegen. Die Berichte über 120-, 130- und gar fBOJöhrlge gehören ins. Gebiet der Fabel. Die richtige Deutung der Atmahme der Wunderj&hrigen mit steigender Zivilisation Hegt nun darin, daß mit wachsender Volksbildung auch die Kenntnis des eigenen Lebensalters sidierer, die Beurkundung des Personenstandes zuverlässiger wird. In Bayern wurden f‘8H gegen 30 angeblich Hundertjährige auf die Zuverlässigkeit ihrer Aussagen hin geprüft. Es erwies sich, daß nur eine Witwe wirklich das Jahrhundert überschritten hatte»; 1*5 waren noch nicht einmal 90 Jahre altt ,; * Billige Bücher des VolksMldifflgsanftes. Üm möglichst weiten Kreisen der Bevölkerung wieder den Ankauf guter Bücher, der gegenwärtig infolge valutarischer Verhältnisse stark behindert wird, zu ermöglichen, gibt das Volksbfldungsafnt im Schulbücherverlag eine für Erwachsene bestimmte „Hausbücherei“ heraus. Bisher sind folgende Bändchen erschienen: A nze n g r über: „Der starke Pankraz und die schwache Eva" und andere .Erzählungen (K 22); Hermann Kur z: „Das gepaarte Heiratsgesudr irod andere Erzählungen (K17); R o ß ra ä ß 1 e r „Der Wald“, ausgewählte Naturbeträchtaagen (3 Bändchen zu je K 24); Anzengruber: „Treff Aß“ und andere Erzählungen (K 21); Lus ti g: „Nur herzhaft zugreifen“, ein Handwerkerbuch (K 36); Niklttschek: „Das Buch von der Eisenbahn“ (K 38); David: „Das Höferecht“ (fc 30); Gott h elf: „Hans Berner und seine Söhne“, „Die schwarze Spinne“ vK 26). Die Bändchen der „Deutschen Hausbücherei“ sind in allen Buchhandlungen sind beim SchutbScherverlag selbst, Wien, I., Sehwarzertbergstraffe 5, ertiättlich. Der neue Preis füf LetidhfpetpoIetiftL Die Erhöhung der Preise für Leuchtpetroleum wird mit, Rücksicht aui die Preissteigerungen von Petroleum in Polen begründet. Der neue Preis wurde mft K 162 festgesetzt Die Versorgung der Bevölkerung auf Grund der Petrqleumkarten und Anweisungen ist bis Ende Jänner .sichergestell-t, und zwar in einem größeren Ausmäß als in den vorangegangenen Jahren seit Kriegsbegmn. * kh habe die Stadt Szegedfci bestöhlen. In letzterer Zeit wurden in Szegedfti wiederholt elektrische Glühbirnen gestohlen, die das Eigentum der -Stadt bildeten: <^Der Magistrat stand den Dieben gegenüber ekie Zertlang ratlos da, bis endlich einer auf die weise Idee verfiel, auf sämtlichen elektrischen Glühbirnen, die Eigentum der Stadt bilden, die Aufschrift: „Ich habe die Stadt Szegedin bestohlen“ artbringen zu lassen. Dieser Plan wird auch demnächst verwirklicht und binnen kurzem auf jeder elektrischen Glühbirne der Städte der erwähnte Spruch eingebrannt sein. Diese komisch erscheinende Verfügung wird sicherlich die Elstern der Glühbirnen verscheuchen, weil kaum jemand Lust haben wird, mit solcher Birne zu leuchten, auf welcher — wie brennende Gewissensbisse — die Aufschrift prangt: „Ich habe die Stadt Szegedin bestohlen.“ des Lagergeldes fü« [-Westbahnhof, Did t uirs mit: Da sfcjil trotz der für Abgabegüter in der Station Wien-WesMlm-j hof mit W3i&samkeit vom M. November L J. verfügten Er(-< höhung des Lagergeldes dte Abnahme der Güter aus dein Magazinen diester Stadion nicht'gebessert hat, sehen wid lins bemüssigt, auf Grund des § 80, Absatz iß), E.~V.-Ö.| mit Genelrmlgtf^ des. Bundesministeriums für Verkehrs-, wesen mit Güft&keit vom 8. d. M. bis aurf weiteres in der^ Station Wien-Westbalinhof. für Abgabegüter das tarif-i mäßige Lagergeld‘auf das DreiMg^ache za* erhöhen. ' j •Ein Brand in Schönhrunn. In der Naelifc zdnu Somftag ist ein kleiner Teil des sogenannten Kaiserin-] Elisabeth-Bades im Schönbrunner ScMoßpark ein Raub der] Flammen geworden. Der Schaden ist nicht sonderlich) g«5ß. . j Sdlrstmoi^vemien einer Vter-zehnjährigen. Dürterzehnjäfirige Schülerin, Sophie R. sprang abends ihi elterlichen Wohnhause, XVII., Helblinggasse, von einem Gaegfenster im dritten Stockwerk in den Ffofwtum und blieb mit einem Bruche des Schädetgmndes, aus Mund und Nase blutend, ftef bewaßtJps Regen. Bie Reftungsgeseffsahaffe brachte sie in die Unfallstation. Bfo llrsacftei der Tat ist unbekannt. L OieLhiertMin-' JfflMlrscher Fs-suenbvnS, DL* &e n. f straße fl. Spendenausweis der Inlandaktiön ffir. Kinder vom 15. November bis 2. Dezember 1921: Frau GH. Mader K 100, Heir Schreck, IX., Tempelspen.de K 400, Herr Heinrich Spitzer) VI., K 50, Firma Basch & Braun, I., K 190, Firma Haimo-' witz & Kreisler K 280, Firma Goldberger, Textilgeschäft:, L K 100, Herr Dozent Dr. Herz, I., K 50, Herr Ernst Brill, H., K 50, Herr Dr. Heinrich Engländer, l, K 50, Frau Johanna Ornstein, VT., K 100, Eisen- und Stahl-A.-G., I., K 209; Firma Epstein & Rumpler, L, K 50, Frau Amalie Rosenblaft, III., K 200. Fr^fein Frieda Alber, VII., K 50, Fpau Rosa Zollschau, IX. fwonatsbefträge September und Okteber) K 50, Herr-Direktor Wilhelm Kux, I., K 100, Kunerow werke Ätzgersdoff bei Wien (Monatsbeitrag November)] E WO, Herr Ernst Streit, IX., K 5000, Frau Josefine CzuczkaJ EI., K 100, Anonym (Monatsbeitrag Dezember) K 560, Frad ■Marie Teich er, VIIL, K 200, Frau Malka Bauer, IX., K 2002 früherer Ausweis K 150.234, zusammen K 154.1843 -7- Lebensmlttelspenden: Frau Esther Reich-! mapn, Iil., als Jahrzeitablöse: 1 Dose gezuckerte Kondens-1 milch, 1 Kilogramm Mehl, 1 Kilogramm Reis. R.^M^T" gfämm Rolig^ste. Briefkasten der ReÖa^^Hon. - Dr. B. Besten Dank. Leider nicht ge§i„ M. N. „Jüdische Rundschau“, Berlin W. 1'5, Sächsisc. Straße 8. — A. R. Das Werk ist bereite erschienen-** iMinnriol troba« rsAin SUfte im Buchhandel bald zu haben s^in. -- ’ ^teaerfr^ekaste,^^* - .' : BGragSTbcht. Die Steuer ist von 'Ä« entÄfcMeii, um den der Wert der Aktien,. die Ibsen afe altem Aktionär gegeben wurden, den Bezugspreis übersteigt. ^Daß der Bezugspreis höher ist als der neue Nennwert,- sptelt keine Rolle. — W. S. Bei der Protokollierung] des Ergebnisses der Bucheinsicht können Sie eine 14tägige| Frist zur Aeuöerang über das Ergebnis und Über das 3ach^ verständigehgutechten verlangen. — Abzug. Die Verzugs-! zinsen für-verspätete Abfuhr der abgezogenen- Ste«ern be-J tragen jetzt nur 5°/0. — Steiner. Werna Sie den .Bedenken-] Vorhalt ohne, genügende Rechtfertigung nicht beantworten^ sö kann Sie die Behörde von Amte wegen veranlagend «außerdem Ordnungsstrafe verhängen und einen 5%igen Steuerzuschlag auferlegen. — K. B. IH. Die neue Monats-j tabelle reicht jetzt bis K 83.^30. Darüber , hinausgeheudej Bezüge sind mit. einem Sechstel, zu versteuern. Füri Dezember ist aber bereits eine. Ermäßigung auf ein 'Neunte B in’Aussicht'genommen. ^Arpeä F. Bei verspäteter Vor-j ekizahlung der allgemeinen Erwerbsteuer sind nur t2°/^ Verzugszinsen und die; etwaigen . Exekuöonskosten zu) zahlen, aber nicht der 50°/y!Ze.Zuschlag. — Zion. Die aiH gemeine Erwerbsteuer ist in Wien noch bftöger als aüfl dem Lande. Immerhin muß man auch in Wien mä durchs sÄnitffich 3öbis 35°/o des Reingewinnes ate Steuer redmeni Für die Einkommensteuer kann dann dieser Betrag vom) Einkommen abgezogen, werden. — Raten. . Die frühere! Ratenbewilligung für die einfache VoreiazahlötigSgebühr istj durch das neue Gesefe nicht aufgehoben. Wenn-Sie über] Ihr Ansuchen vom 100°f0igen Zuschlag befreit skid, danni zahlen Sie nach der arten Ratenbevdliigung weiter. Diel neu fälligen gesetzlichen Vierteljahrsraten müssen Sie aber! außerdem pünktlich einliäften öder jedesmal neu um Raten ansuchen. 1 .- M Konzerte. Die „Dritte Symphonie“ von Guido Peters, die im t>ri tten PhilhartnonischenKonzertzur Braufführtrag gelangte, ist so recht ein Spiegelbild des Komponisten, der als Mensch wie als Künstler leidenschaftlich mit seinem Gotte ringt, um die innere Ruhe zu Anden. So scheint seine Symphonie mir ein mächtig gespannter Rahmen für das Adagio zti sein, das er „Weltfrieden“ benennt Es ist wohl kein äußerer Friede, der in dem ergreifenden Gesang der Geigen verkündet wird, sondern ein Ausruhen von inneren Stürmen, das der Künstler ersehnt Das liebe Himmetslicht bricht ach hier mild gedämpft an den gemalten Scheiben der Brucktierscfoen Religiosität and ahnet gleichzeitig diesen tiefen Frieden der „sefigen Oede auf sonniger NSh'“ des Brfinnhildenstektes. Der Ruhe und BrWstmg des Adagio geht banges Ahnen bn ersten Satze und wttdes Kampfgetöse im Sehemo voraus, ttnd seifest der schwer eruiagsne Frieden des Adagio soH nidrt von Bestend sein. •Neue Kümpfe brechen im Finale herein und mft den uni&citaritwMgeren Patthosecbfögea der Btatettttag stSMeßi: den Wök, dm hei aUer see&seken Aospanmag die steafie KMmenteackon und die., voüs symphonische Stefigeimg fehfit. ln Avr haetnimeatettoii laufen manche Stetten leer» wenig glaubhoft mutet das Furioso des Schern« an, dessen Xantpfgeteraaei mehr eki SeMaehten als eine Schlacht zu nennen ist und «n Finde ermattet allmählich der musikalische Einfall, der bis dahin feingeprägte Motive und hübsche Episoden gebracht hat Das hoehpoeüsche Werk zeugt weniger von der symphonischen Meisterschaft als von der tet&terea Begeisterung seines Schöpfers, der sich Äe schweren Kämpfe seines Inneren von der Seele schreiben möchte. — Der Symphonie Peters’, dte mit warmem Beifall anfgenontmeQ wurde, ging Beethovens „Vierte“ voraus, deren meisterhafte Wiedergabe unter Felix Weingartners sieggewohnter Führung von Frohsinn und Schalkhaftigkeit erfüllt war. Frau Margarete Sp&ajaard darf auf das Interesse ihrer Hörer Anspruch erheben. Vor allem überrascht die große Sicherheit in der Interpretation moderner Gesänge; wie sie sich im „Phantastischen Sextett“ von Paul Einerich durch keine Schwierigkeit des Gesangspartes und der begleitenden Instrumente verwirren läßt, so singt sie auch Schönbergs „Verlassen“ und „Schenk mir deinen goldenen Kamm“ mit echter Liedmäßigkeit. Für Mahlers „Lieder eines fahrenden Gesellen“ bringt sie weder die rechte Leichtigkeit noch die scharfe Charakteristik auf, umso prachtvoller sang sie Bach und Händel mit ihrer schweren, massigen Stimme, die an Ausdauer mit einem Instrument wetteifert. — Das schöne, gutgeschulte, kultivierte Organ von Frau Lotte Leonard wirkt mehr durch den Iretelfefct als durch das Gefühl und sein keusober Ktoag eignet sielt besser für den Oratorieastfl afs für das Schuberts che Lied. — Frau bene Sontheim hat seit dem Vorjahr eifrig an sich gearbeitet, bleibt aber gleichwohl eine Sängerin ohne Stimme, die lediglich durch den verstäridiusvotten Ausdruck und die Stege Oekonomie des Vortrages zu fesseln vermag. — Fm Bilde Ra dos-Bock krachte mit ihren netten Sopra«, dn a der blühe angenehmen Nteflg hat, Lieder ve» Schuhest und Stemmonn, deren Vfefaiog durch Le wenig nuancierte, afieu nüchterne Wiedergabe beetetefic&igt wurde. — Etee begnadete Stegerta Ist Ftm SfeaM Oaeglo, deren Gesangsvortaag von Leben sprittit ua4 deaen nächtiger Mezzosopran atie Register beherrscht, k Schuberts „Allmacht* drtdmfe es wie brausender Sturm, der „Erlkönig* war eine packende dramatische Zwiesprache und die herbe Süße der „Sapphischen Öde“ strömte in berückender Fülle aus, Sie sang mit all der Freigebigkeit, deren ihre blühende Stimme fähig ist ttftd wußte vom ersten Augenblicke aa mit ihrer stärkten rausikaksohen Pefdöattdftkett das Publikum in ihren Bann zu zwingen. Die Professoreu Josef C e t n e r und Wladimir Weber des Lemberger Konservatoriums, die sich zu einem Kammermusikabend vereinigten, sind wohl richtige Musikanten, welche den Inhalt der Musik erleben, aber nicht immer gebildete Musiker, die kraft ihrer Intelligenz* und Technik das Erlebte zu gestalten vermögen. Und so! gab die unreine Intonation des Geigers Cetner und dasi mitunter verschwommene Spiel des Pianisten Weber, derj auch im Solovertrag der „Etudes symphoniques“ voal Schumann den nötigen Schwung fehlen ließ, keinen haemo-j nischen Zusammenklang. — An ‘dem Sonatenabend den Klavierspielerin Luise Schwarz und des Geigers Gustav Friedrich war die Pianistin mit ihrer - leichM flüssigen Technik der bessere Teil. Ganz abgesehen vöiij den ständigen Tonschwankungen des Geigers hätte da-sjj wenig kontrastreiche, farblose Zusammenspiel im - Mus-! liehen Kreise weit besser gewirkt als fei Konzeptes«!; * Die OpewHrarsteliungeH der fesseln immer wieder, unbeschadet des vvedisetadenÄttveausj der Auüührungen, durch die SpieifrctMügkelt der jangenj Sänger und durch ihre frisch queScaden Stammen, die sich! zur schönsten Chorwirkung vereinige«. Für die „Fretecfeäte3$j Aufführung besitzt die Akademie in Rräufeht ÄHmi Sk h-öid ewie blonde „Agathe“ mit angenehmer Stimme uucB schlichtem Spfei> die wohl später einmal eine vortrcSüchei Da^tellerin der Weherschen Romairittc werde« wird. FsäuJ Lein Martha Puchs mit ihsera hübsobea, gutstteencten Soprati und ihrer soutoeUenhaften Beweglichkeit ist schon heute! ein vorzügliches Aeiuichea, Mit den 'ienörea bat es in deui Koaservatorien seine liebe Not. Herr William Wern! g^3 bringt für den Max eagtebigee Material mit; dach kömpljfi der schmucke Jägerbarsche ebenso laut der Beherrschung der deutschen Sprache wie mit der Teclmik des Gesangesa Die Regie des Herrn Professor Raine«: Simon.sj sorgte in der Aufführung für den rechte* 2ug, mir m deb Wolfssobluchtszene spukte es derart toll, daß wenige^ mehr gewesen wäre. Das ScWileropchester spielte unter? Kapellmeister LeopoW R e i e h w e i 11 ganz vorettglteft und zeigte, daß auch in den Irstrumentalklassen des Akadomte fwwhteSBFe Arbeit geleistet wird.