Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 1022 (3.12.1921)
- Date
- 1921-12-03
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nf> *022 Wien, Samstag Die Banken dürfen sich bei Beurteilung dieser Frage nicht von der Erwägung leiten lassen, ob der Kreditnehmer gut sei, sondern davon, daß derartigen verwerflichen Unternehmungen ein Riegel vorgeschoben werden muß. Im übrigen aber gibt es zur Besserung der Valuta nur ein Mittel: Herstellung des Gleichgewichtes im Staatshaushalt, Verminderung des Notendruckes, Sparsamkeit Die Anforderung .der Valuten und Devisen würde, abgesehen von der Frage der Möglichkeit ihrer Durchführung,' doch nur für kurze Zeit helfen. Wenn das Gleichgewicht im Staatshaushalt nicht hergestellt wird, wenn der Staat weiter das Brot unter dem Kosienpreis hergibt, so müssen auch.ei mal die konfiszierten Valuten ihr Ende nehmen und dann stünde man in Wirklichkeit vor dem Hungertode. Kein Einsichtiger wird darau zweifeln, daß nur staatsfinanzielle Maßnahmen einschneidender Art nicht aber die Enteignung eine wirkliche und dauernde Besserung herbeizufilhren vermag.“ (Wir bezweifeln, daß es der Regierung gelingen wird, die Großbanken davon abzubringen, ihre bisherige sehr lukrative Kreditgewährungspolitik zu ändern. Die Redaktion.) _: Der Rückgang der Lewa und die Wirtschaftslage Bulgariens. In der Prager „Bohemia“ schreibt G. Berit unter anderem: Bulgarien befolgt eine durchaus friedliche Politik und arbeitet an der Hebung seiner Wirtschaft. Das Ausland sieht in Bulgarien ein zukunftsreiches Feld für wirtschaftliche Betätigung. Die Engländer geben sich große Mühe, dort ins Geschäft zu kommen, und sie nehmen in der Einfuhr auch die zweite Stelle ein. An erster steht Italien. Auch die Amerikaner arbeiten mit wachsendem Erfolg. Von Norden her suchen die Oesterreicher, Reichsdeutschen und Tschecho-Slowalcen den bulgarischen Markt zu erobern. Derzeit sind aber die wirtschaftlichen Verhältnisse Bulgariens noch nicht derart, daß es große Käufe im Ausland machen könnte, die W i e der gutmachu n g s v e rpflichtuageit aus dem Friedensvertrag lasten schwer auf dem Lande. Die vorgescbriebenen Viehablieferungen sind an Griechenland, und Rumänien bereits erfolgt, jetzt werden die an Südslawien .durchgeführt. Am 1. Jänner kommenden Jahres hat die bulgarische Regierung . 60 M i 1-' 1! o n-e n G o 1 d f r a n ke n an ‘ die- Entente abzugeben,. das wären beim gegenwärtigen Kurs ungefähr eine Milliarde Lewa. Dazu ist das Land u n f ä h i g und die Regierung bemüht sich um einen Aufschub der Zahlung, mit Berufung auf den Friedensvertrag, der Bulgarien das Recht gibt, zu verlangen,, daß, seine Zahlungsfähigkeit, von .derWiedergutinachungskommissi-on geprüft werde. ’ . Zu großen Besorgnissen gibt das stete Fallen des Lewakurs.es Veranlassung. Die Teuerung .im Lande, hauptsächlich in der Hauptstadt, nimmt zu und verschlechtert die Lebenshaltung der ärmeren Bevölkerungs- Schichten. Um das Fallen des Lewakurses aufzuhalten, wird die Einfuhr entbehrlicher Waren möglichst beschränkt — ein Mittel, das von allen Staaten angewendet wird, aber noch nirgends den erhofften Erfolg gezeitigt hat. In Bulgarien werden in den nächsten Jahren vor allem solche Waren Absatz finden, die der Hebung der Landwirtschaft zugute kommen. Da sind zuerst 1 a n d vv i r t s c h a f t i c h e Maschinenund Geräte zu nennen. Solche sind zwar schon im Gebrauch, aber noch zu wenig. Auch in Bulgarien fehlt es an Arbeitstieren und Arbeitskräften, und diesen, Mangel kann nur die Maschine ausgleicheii. Unlängst fand in der Nähe von Sofia ein Wettpflügen von M otorp f 1 ü g e n statt Der Motorpflug soll jetzt häufiger verwendet werden. In Betracht kommen nur l e i cli fc e Pflüge, da es in Bulgarien keinen Großgrundbesitz gibt Auch andere landwirtschaftliche Maschinen und Geräte werden gesucht. Diese müssen natürlich den eigenartigen Verhältnissen der bulgarischen Landwirtschaft angepaßt sein, so daß ma.. nicht jedes beliebige Modell hinunterschicken kann. Dagegen wird von den Fabrikanten noch ölt gesündigt ’ Die Bulgaren suchen auch ihre I n d u s t r i e zu entwickeln. Von größter Wichtigkeit für die bulgarische Volkswirtschaft ist der T a b a k b a u; während früherder geerntete Tabak in Blättern ausgeführt wurde, bemüht man sich jetzt, nur bearbeiteten,Tabak und .Zigaretten äuszuftihren. Die Zahl der Tabakfabrikenmimmt stäiidig zu, erst vor kurzem ist eine neue große Fabrik in Sofia in Betrieb gesetzt worden. Für diese Fabriken werden Tabakschneide-, Zigaretten-, und andere Maschinen gesucht. Die Tabakausfuhr machte im verflossenen Jahre 55<y0 der Gesamtausfuhr aus.- Bei den reichen Gewinnen, die der Tabakbau.abwirft, wird immer mehr Tabak öngebaut. Anknüpfend an die reichliche Wolleerzeugung des Landes hat sich in. Bulgarien eine nicht unbedeutende Tucherzeugung entwickelt Dieses Tuch, Schajak genannt, ist grob, aber unverwüstlich, und durch die ganze Levante berühmt. An der Vervollkommnung der TuchinduStrfe arbeiten die Bulgaren seit Jahren schon. Aussichtsreiche Industriezweige sind die Müllerei und die Holzgewinnung und -Verarbeitung. Der noch wenig entwickelte Bergbau <st mit Steuern überlastet« New-Yofker Filiale der jüdischen Kolonialbank, Die Zionistische Exekutive in den Vereinigten Staaten gibt bekannt, daß in der New-Yorker City demnächst eine Filiale des J e w i s h Colonial Trust errichtet wird, die das Stammkapital des Gesamtinstituts durch Aktien Verkäufe vergrößern soll. Der Jewisli Colonial Trust ist eine Schöpfurg Theodor Herzls; er wurde im Jahre 1899 gegründet, um ausschließlich der jüdischen Besiedlung Palästinas zu dienen. Der Trust verteilte kürzlich für 1920 eine MTMtz ^RÜWZMTUlSrGf Dividende von 5%. An der Spitze der New-Yorker Filiale wird ein bekannter jüdischer Financier stehen. WIEN, I. BEZIRK SCHOTTENRING NR. 21 Filiale: KARLSBAD mt Einlagen ln laufender Rechnung, besorgt aschäftliche Transaktionen aller Art 4050 bankgeschäftliche Transaktionen aller Art Deutschlands Industrie und Landwirtschaft. Aus Kassel wird telegraphiert,: In einer in der Stadthalle gehaltenen Rede führte der Reichswirtscbaftsminister aus, die T e x 131! n dustr re beschäftige gegenwärtig nur 80% der Spindeln,, ebenso, liege der B a.u m a r k t. danieder. Die E i s e n i n d ti s t r i e’ habe eine große Zahl von Hochöfen nicht mehr in Betrieb. In der Zement-; und K a 1 k i n d u s t r i. e, für die heimische Rohstoffe ge;; nügend vorhanden seien, mache, sich der durch die Zwangsbelieferung der Entente hervorgerufene Kohlenmangel bemerkbar. Die deutsche ■ c"h e hi i s c h e Industrie leide unter der ausländischen Konkurrenz. Die La n d w! r tsc h äf t habe sich dagegen erhölt Die Häuptürsacfie der Preissteigerung liege in der Entwertung der Mark. Der tiefe Stand der Mark wirke katastrophal. Amerikanischer Weizen koste zürn Beispiel jetzt 14.000 Mark gegen 240 Mark vor dem Kriege. Die Polish Navigation Co., die zweite der beiden großen polnischen amerikanischen Schiffahrtsgesellschaften, befindet sich, wie deutsche Blätter melden, in Geldschwierigkeit e n, nachdem bereits einige Monate früher die erste polnisch-amerikanische Reederei unter Zwangsverwaltung gestellt wurde. DiCse Lage der polnischen Schiffahrt ist keineswegs mit seitens der Verwaltung begangenen Fehlern in Zusammenhang zu Bringen, , sie ist vielmehr auf die große Krisis inder Weltwirtschaft zurückzuführen. Der unvorhergesehene Rückgang des Passagiergeschäftes zwischen Danzig und New-York 1 und die Unmöglichkeit, die hohen Betriebskosten zu . decken, sind die Hauptürsacheh, die bei einer kleinen, erst kurze Zeit, bestehenden Gesellschaft .besonders schwer in die Wage fallen. Dieser Fall ist nicht vereinzelt, zumal auch große amerikanische Reedereien, unter anderen auch die mit .dem Norddeutschen Lloyd zusammenarbeitende United States Mail Steamship Go., der Weltkrisis unterlegen sind. Für die Polen aber, die nur mit großen Opfern und Unter' Zuhilfenahme von Arbeiterersparnissen diese Gesellschaft gründen konnten, dürfte dieser Verlust besonders > schwör sein. , J •. Aktiengesellschaft für Ztiekerindustrie, Gödir.g, Am 30. November hat der Verwaltungsrat dieser Gesellschaft unter dem Vorsitze des Vizepräsidenten Alfred Herzfeld eine Trauersitzung ,zum Andenken, an den jüngst4 verstorbenen Präsidenten der Gesellschaft, Dr. h. c. Fritz Red 1 i c Ii abgehalten. In einer zweiten, ani gleichen Tage stattgehabten, Verwaltungsratssi’tzuhg wurden-Herr Ferdinand Bloch zum. Präsidenten der Gesellschaft gewählt und Herr Generaldirektor Ingenieur Richard Hartmann sowie Frau Emmy R e t! lieh als Verwältungsratsniitglieder kooptiert. Allgemeine Österreichische Boden-Credit-Anstalt, Das anläßlich der letzten' Käpitalserhöhung der Boden- Credit-Anstalt von 150 auf 210 Millionen Kronen gebildete Qarantlesyndikat für 150.000 Stück neue Aktien wurde nach Beendigung seiner Operationen aufgelöst. Weinbau in Palästina. Die Handelsberichte der Vereinigten Staaten vom 24. Oktober enthalten einen bemerkenswerten Artikel von Addison E.Southar d, dem amerikanischen Konsul in Jerusalem. Southärd schreibt unter anderem: „Obgleich die weinbereitnng einen alten palästinensischen Industriezweig ausmacht, ist ihre gegenwärtige Blüte doch, erst während der letzten 35 Jahxe von jüdischen Kolonisten,, die fremde Weihe gepflanzt .haben, erzielt worden.' Palästinas Weinberge sind gesund und widerstandsfähig,gegen Krank-, heilen. Das Zentrum der Weihindustrie ist, die jüdische, Kolonie Rischdn-le-Zion, aber Beträchtliche Mengen. Weintrauben werden auch in den jüdischen Siedlungen Rechobotb, Petach-Tikwah, Kalrhh, Sichrön-Jakob ' ttnd in der deutschen Kolonie Sarona gewonnen. Die palästinensische Weinernte beginnt etwa am 18. Juni und dauert sechs Wochen; die erste Ernte wird für hefbe und die letzte und reifste für Süßweine benützt.“ . . , Zementexport nach Palästina. „Manchester Guardian Commercial“ schreibt : „Die Bautätigkeit in den palästinensischen Städten, besonders ifl Jaffa, - ist im Zunehmen begriffen. Große‘Mengen Zement und Baumaterialien werden aus Z e n t r a 1 e urop a eihgeführt. Die beliebtesten Zementmarken sind Spalato, Dalmatiner und' Heidelberg, Auch Polen beginnt mit dem Export von Zement, der gut und dabei billiger ist als die obenerwähnten Marken. , . Bedrohung der tschecho - Slowakischen Glasindustrie in England. Aus P r a g wird uns berichtet: „Närodni Listy“ zufolge, hat die englische Glasindustriegruppe an das Handelsministerium das Ansuchen gerichtet, diese gegen gewisse deutsche und. fschecho-slowakische Erzeugnisse zu schützen. Diese Eingabe entbehrt momentan jeder Bedeutung, da vorerst die erforderlichen Nachweise, vor allem des Dumpings, erbracht werden müssen. Durch Einführung eines Zolls würde nicht nur unsere Industrie, sondern aitph eine Reihe englischer Importeure betroffen werden. Es wäre daher notwendig, bei uns, ähnlich wie in England, ein Defensivkomitee zu konstituieren, das die Aktion gegen unseren Export nach England durch Zusammenfassung von Gegenargumenten paralysieren würde. Karl Stummer Zuckerfabriken A.-G. In der am 28. Novemberabgehaltewen Direktionssitzung wurde die Bilanz für das Geschäftsjahr 1920/21 festgestellt. Es wurde beschlossen, der Generalversammlung vorzuschlagen, vom Reingewinne per K 5,203.015 K 350.000 dem Reservefonds zuzuweisen, eine Dividende von 30% 50 ung. K auSzuschütten und zur Errichtung eines Pensionsfonds Kronen 1,000.000 zu verwenden. Dem Tyrnauer administrativen Fabriksdireklor Herrn Ernst Goldschmied wurde > die Kollektivorokura erteilt Installationsabteihmg der Wiener städtischen Elektrizitätswerke. Die Handelskammer in Wien hat nach Erhebungen bei den Berufsvertretungen des elektrotechnischen Gewerbes und der Industrie eine'Denkschrift dem Bürgermeister der . Stadt Wien überreicht, in welcher, schwerwiegende Bedenken gegen die geplante Errichtung’ einer eigenen Installationsabteilung bei dem Wiener städtischen Elektrizitätswerk geltend gemacht. Vor allem! wird darauf hingewiesen, daß die für das Projekt ins1 Treffen geführten Gründe, die beobachteten Verzögerungen bei ber Inbetriebsetzung von Installationen,! mangelhafte, Ausführungen derselben und dergleichen un-j stichhältig seien und daß das Wiener Installationsgewerbej al e erdenklichen Bürgschaften sowohl für die zeitgerechte* als auch regulativmäßige Ausführung von' Installationen] bietet und bisher auch unter schwierigen Verhältnissen! gewährt hat. Als P re i s r e g u 1 a t o r könne die pro-] jektierte Installationsabteilung auch nicht dienen, weil sie-; mit hochbezahlten Kräften einen Großteil jener Arbeiten! Übernehmen müßte, welche derzeit von kleinen selbst-! tätigen Meistern ausgeführt werden, die sich mit einem; dem Arbeitsverdienst eines qualifizierten Monteurs ent-] sprechenden Unternehmergewinn begnügen. Auch eine' Einnahmequelle für die Gemeinde Wien wird die* geplante Installationsabteilung nicht bieten können, sofern! wirklich freie Konkurrenz gegenüber den privaten Firmen eingehalten wird. Es wäre aber zu befürchten,! daß ein Druck auf die Stromabnehmer iusgeübt werden könnte, die Installationen mir beim städtischen' Bureau durchführen - zu lassen. Dem schärfsten Protest aller Interessentenkreise müßte aber das Bestreben;be* gegnen, -eine M o n o p o 1 s t e 11 u n g der städtischen; Elektrizitätswerke für die. Ausführung der Installationen und für die Lieferung der-Materialien in die Wege , zu leiten-' weil dies eine Vernichtung von Tausenden selbständige# Existenzen,, die eine wichtige Steuerquelle für die Gemeinde ‘ bilden und auch eine Durchkreuzung allgemeiner Wirt-, schaftspolitischer Grundsätze auf dem" Gebiete der .Elek* trizitätsWirtschaft bedeuten würde, wiedenjr auch - die Regierungsentwürfe, betreffend ein neues Elektrizitätsgesetzi ausdrücklich die Offeiihaltung des freien Wettbewerbes bei! der Materiallieferung und bei den Installationen seitens des Stromlieferungsunternehinungeir vorschreiben. ] Die Formen der Zollager, Am 7. Dezember, 6 Uftrj abends, findet im Sitzungssaal des Gremiums der Wiener; Kaufmannschaft, IV., Schwarzenbergplatz 16/ ein Vortrag des Leiters der ZoÜsektion des Bundesministeriums für; Finanzen, Sektionschef Dr. Friedrich Sch a u b e r g e iy über »Die verschiedenen Formen des Zollagers und .die? Zollbehandlung, von offenen Lägern“ statt.; Der; Vortrag isb frei.. Eintrittskarten sind ini Sekretariat desGremiums,) Mezzanin, erhältlich. . -- . Wiener Börse. , . Die vorgestrigen Demonstrationen veranlagten die/ Börsekammer, am gestrigen Tage keine B ö r s e v e r*i Sammlung abzuhalten. Es fand auch kein D e-| visencl eari n g und keine Notierung der Devisenkurse statt. Die bereits vorgestern infolge deS scharfen] Rückganges der Wechselkurse in Berlin eingetretene be** deutende Absch.wächuüg der Devisen-! - k.u r s e hat sich im hiesigen Bankenverkehr auch gestern? weiter fortgesetzt. - , | Prager Börse. Präg, 2a Dezember. Die heutige Börse bot ein rühigesj Bild. Das Geschäft beschränkte sich jedoch auf bescheidene Umsätze. Es war eine gewisse zuwartende Haltung zu be* obachten, welche mit der Bewegung der Mark und mifc Wien im Zusammenhang steht. Für Anlagewerte zeigte sich! heute größeres Interesse, namentlich für Staatspapiere. Diej Kurse blieben nichtsdestoweniger unverändert Ebenso wiesen auch Bankaktien keine besonderen Aenderungett] auf. Das Interesse nach Aktien der Wiener Bank schwächte sich! ebenfalls ab. Der Industrieaktfenmarkt zeigte zum] Schlüsse eine leichte Besserung. Sehr gering war das Ge-] schüft in 'Exotenwerten, wo sich zum Schlüsse Realisationen? geltend machten. Die Schlußtenderiz war ruhig. Die Kurs-! Bildung in den westlichen Devisen war unregelmäßig. Im freien Valutenhandel schwächten sich Berlin, Belgrad und! Wien ab, während sich Warschau und Budapest de-' festigten.. Budapester Börse. Budapest, 2. Dezember. Bei flauer Tendenz machte sich an der heutigen Börse Unsicherheit und Nervosität: bemerkbar. Es zeigten sich überwiegend Verkaufsaufträge,! doch waren die Umsätze sehr gering, da die!m Ueberfiuß] auf den Markt gelangende Ware nicht untergebracht werden könnte. Erst gegen Schluß trat eine gewisse Leb-; hafti'gkeit zutage, die jedoch auf die Kursgestaltung ohne Einfluß blieb. In der Kulisse wurden in der zweiten Hälfte] des Verkehrs Staatsbahn-Aktien infolge , von. Meinungs-! Käufen etwas gesteigert. Der Bankenmarkt lag still und geschäftslos, wobei die Kurse abbröckelteri.] Auch auf dem Valutenmarkte herrschte eine nervöse und; unsichere Stimmung, wobei die Kurse starken Schwankungen] unterlagen. Im Verlaufe machte sich jedoch eine Befestigung geltend, namentlich; für Napoleons, französische Franken und Lei. Der Dollarkurs stellte sich hach mehrfächeir Schwankungen* etwas über den Anfangskurs. Marknoten erreichten einen Stand von 440, gäben jedoch später bis; 427 wieder nach. Österreichische und tschechische.Kronen neigten zur Schwäche. Das Geschäft bewegte sich in erigenä Grenzen. .Auf dem Devisenmärkte fanden in Auszahlung.' Berlin, Prag und Wien einige Umsätze statt Die Devisenkurse. . - Berlin, 2/ Dezember. (Kurse der DevisenzentrafeV Noten: Dollar 204.25 (201.75), Pfund 824.- (763.~V Italienische 934.- (799.-), Polnische 5.90 (6.-): Tschecho-slowakische 219.75 (198.75), Alte österreichische —(—.—), Oesterr. gestempelte 4.— (3.75). . Berlin, 2. Dezember. (Devisenkurse,) , Wien, altes (—.—),' Wien abgestempelt 6.7L (7.08), Prag 214.75 (200.75), Budapest 29.97 (27.97). Prag, 2. Dezember. (Devisenkurse. — Mitgeteflt vom Bankamte des tschecho-slowakischen Finanzministeriums.) Berlin 46.60 (47.60), Zürich 1759.50 (1777.-),. Belgrad 132.25. (132.50), Bukarest Wien -.90 (-.?2l/A, Warschau 2.45 (2.12%), Agram 32.85 (32.-), Budapp- 14.10 (12.35), Jugoslawische Noten 130.25 (13y.s0). Zürich, 2. Dezember. (Devisenkurse. — Mitgate98* von der Schweizerischen Kreditanstalt.); Berlin 2.55 (2.65), Holland 187.25. (187.—), New-Yorlö 525,—(526.-), London 21.15 (21.10), PL-ds 38.10 (37.I5W Mailand 22.05 (21.95), -Brüssel 37.—(35.60), Kopenhagen 93.— (97.75), Stockholm 124.50 (124.50), Christian a 75.— (74.75) Madrid 73.25 (73.25), Buenos-Ahes 170.— (170.-V Prag 5.80 (5.60), Budapest —.80 (—.82), Agram 1.85 (1.85), Bukarest —.— Warschau —.15 (—.15), Wien Geld -.17 (-.15), Wien Ware —f—.—). Oesterr. gest Krönen Geld —10 (— 9L Oeslwix. gost Kronen Ware » (-.-L