Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 1020 (1.12.1921)
- Date
- 1921-12-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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/ S.S / *^.-^^7 *- <" /'f </' /\>( MWW>nM>^UW> ' Vfwi'en: Zum Abliolen in der ‘■'(Expedition, ]J.,Tnborstr. 1—3, r/der Ir eim.o' Vcr&dileilSstcHe ' Trafik) ••/nionafiich * K 5(50. iMitPösiversaiul fürWicn und Oesterreich monatlich K 560. . (Ts c t? ec h o- S1 ova k c i: Mon. jKropen 18. Uri garnr Moiiatl. Kronen -70. ■' j u g o s 1 awi e n: r Moflatl.^Oinar 15. Pol cm \ fMoiiatl.*; Mark 500. Deutsch- . ’1 au d: * Monatlich Mark 20. , /Fr ankr eich: Monatl. Frcs.6. Nr. 1020 fWM«K.«MWU lieh. K,if; /Italien; Monatlich Lirer6j ttRumänien: Monatl. Lei 30s| Schweiz und das übrige Ausland monatlich FrancsJ}/ Wien, Donnerstag, 1. Dezember 1021 Redaktion w. Administranoafl Wien II., 'Taborstrasse 1—3.5 Telephone: 44-0-38, 43-3-IH.i ab 6 Uhr abends 17-9-33.1 T eie gi'ammadresse: „Morgen-1 . ~ :••} zeitung“, Wien. £rT L ' , —-' -.V -.-/OesterreichischesT;^ / Postsparkassenkonto 150.6935 3. Jahrgang 'Zionismus und Völkerbund. F. Wien, 1. Dezember 1921. ‘'Die innere Erschütterung, welche im Verlaufe j!des Krieges unter dön ..Völiker,nj des Westens zum 0üträh)bruich ilciasm, h:a,t amöh den Aspirationendes s ■Zionismus zur Anerkennung 'VerÜnolfeii. Wohl sind •di-c Friedensvertrage den Völkern. Europas vieles sdtddig geblieben, aiber dep'noch,,.ist es klar, daß «ür inder Atmosphäre;■ derzu neuem Loben erfwadhten Ideen von 'naitionakr Freiheit und votn Dsibstlbss'timmungsa-eckt der; Völker die Ansprüche •des Ziorismiu-s,. die durchaiuis miotalischer Natur' |smd', - sicSto ' auf 'keinerlei reale/HaoliWittel', , wie '^Waffen' urnd Armeen,: stützen kÖiimen - und daiihit K-ciLOrt all® eine; bssscmdsne' Er»rihe.tmi-n«r iiih*>ir -d4°». eine (besondere' Erscheinung üibar-.die; lEphäne : sioinisiiiger n-atiomai-er --Beftvegungein «hinau>8- ■ ' -gehobensind, sich duirdizusetzcn' verniptihiten-. Die jdiuinöhT die ■ Balipun-DejklaTation . eingeleiteite . ztoai- [sfctschfe, 'Politik Englands,- welche - durch! offizielle ]!Ziusjtia-nmung:senk.läriU!ng* * der französischen' und der |iit!alien,|sidhen'Eegieruing sowie durch ein Schreiben ihre Ergänzungfand,.'ist.-sicherlich' zum; ignten Teil realen poilitisehm Erwägungen en-tiSprüngen, - aber, es wäre,nie, so. weit gekommen, ^v-e-mn. nicht das;.wälipren-d des Krieges 'aufgeftammite; ^taüd-.-duirdhJ .die .vergehiedenen. J.uudgetwuigm der; |Wies'tir,ächte, genährte .Gewissender Völker in den ..westlichen Demokratien-hiezu den entscheidenden Efnipuls gegeben. hätte.-.. Und sowie der . Zionismus. jjBjsodulkit;und Kenmizekben einer - noch" nicht zum l'Abscihluß. gelangten .geistigen, ^Revolution . ist,;be-■ -darf er des steten Zusammenhanges' mit dem» vo»r-j warte, geiricht-eteni, Elementen der Zeiteipoche, - uind .es .,ist., seine Auffgiaibe, das Spine - beizuitiragen uoid i jiniitzuwidkeu an der, Reinigung. und - Läuterung der (siilgenieincn Begriffe. - von-Politik und nationalen ' ‘ |Aatfgalbein'. •. > - . - . .. :' .. . . i . Es;' Hs>t ■.'DÖbireweiters- ■ klar,-,' daß'' ih.' bin er Welt, j ..starrt, die., »vom rpfd i‘t:i<sc3iep- .Mjadhjbv |geö aiÄMi<Meh s»pr%Cht (-is-h!)ntaile;Gafühlv mit: ehaujviiiistikdhlifeii- ■.tind- ' intpetialii-! ^stiis'qhen' Tonidenzen veitfenüpft«- ist ‘der, iZiomismu'S; •ajuifd!em. Wege . zu seiner Verwi-rlklidhiumgstets j dm Leben der Volker ist daher -schon aus rein Ipräkitiscbeni Gründen ' für 'den. Zionismus - von größter Bedeutung,' und im weiteren f>inue fcamm er jsich imur mint »sdl'dhiem Auffassungen in Harmonie «befimdeinij weil er als Ausdruck jüdischem Goist-ds; jaJlfe 'ibru-tailem-' Vergevvaltigungst-emddnzen -»zu irnnerst •aibMimit. ■ Es ist daher .mehr als ein Produkt - politischer Taktik; daß die zitotnisitische Bewegung sich jünit aller Enteohiedenheit auf die Seite des Völker-- fbiundgedankonis gestellt - hat, ■ .der »kttzten -Endes Ha selbst ein, Beweis ist, wie mächtig und leibendig ßidu dier Einfluß.des Geistes jüdischen Pirophötenjtminiis bis in die Gegenwart erweist. .- ' Es ist um® "Zionisten nicht unbekannt, in welch Üloheati- Grade umfertig noch die gesamte Organisa- NoiN! des VöHIeerbundcts-ist. ■ Wir ' wissen, wie sehr •dessen - 'Macht' " durch verschiedene politische^ TendenLen durchkreuzt wird- und wie wenig er noch in (der Verfassung und im off entliehen - Bewußtsein,' der Emizelsibaaat'egn verankert Ist. Aber-es-ist'falisch und frivol, ‘sich acßiselzuokend oder ‘ spöttisch ‘über das Ibdsher Enreichbe hinwegzusetzen, weil es viel zu gering iist,;iutin '.vveiiitgehenidm Wünschen zu - entteipredli'etl. ‘ 'Man'-' muß-\eukenueo, daß'ein. »so 'gi'ioißes (Werk Zeit ibnaiU'Cffjifc -'und daß' die Erziehung einer ineueni Geneiratlbni notwendig^ist/ bevor'einwirklicher '-Völkerbund reaih'isient sein wird,. ■Diese-’ Einsicht5 liegt auch1' den ■ verschiedenen üVö'lkerbuinidverei;nigungen! - inden 'Eituzelstalaifeem zujgrümde/ 'deren Ziel es ist, die* Fde® des Völkerlibuinideis' -in ihrem Ländern zu verbreiten und zu Sseineif :Stäirfkinbg; und •; seinem Ausbau, .belzutragem-. fesist Vielleicht kein- Zufall und. erschein t beimiahe wie ein' Bz-imhbl., daßA,d'er kürzlich iii»;Wien .aJbgehailihehe Köiigreß' der Völkoib-undveireiri^uingan' einen Mann"- zu» seinem Präsidenten gewählt hat, der junitet’ den- SitiaättsmänneTn ..auß'erhaib Ediglaindte als -der ‘ eifrigste niditjitdische Vorkämpfer für die iziotnistische Idee. angesdhian werden kann. F rÄn.- fc;e sco Ruf f-i ni - iät eineder markanttbslüen : Erlis'cilieihuttTgeii des w-issensdh'afMeben und öffemitirohm .[Lebens in Italien.; Seit' langem1 Jahren Professor 'des 'Kj’rchejrodtotes sam: der-Tüfiner Uhivensitat, bekfeidete R n f ’f i o i die Stelle dies Staatssekretärs für Ulnitierrichtt: im MÄiterihmi Bds-elli und gehört gegenwärtig dem. italienischöni Seruait ‘ an; Während dies Krieges'trat Ru f f ini.,-‘der' ein überzeugter Anhänger der Ideen des' großen nationalen (italienischetn Vorkämpfers M az zi ni' ist, an die '.Spitze - der Bewegung, welche es sich zum- P-.ro- Ügyaaniro, mafeihtfe», die,.Aspirationep der-/Völkeider Einstimmig hat gestern der Nationalrat dein A bk o in men von „V e ii e d i g über das Oedenbiirger Plebiszit seine G e n e h in i g u n*g erteilt. ' Der Berichterstatter Dr. M a y r legte dem Hause den diesbezüglichen Beschluß des -Auswärtigen Ausschusses vor und betonte hiebei, daß durch die Ratifizierung: das Protokoll den Charakter eines Staatsvertrages erhalte und; nach erfolgter Kundmachung sowohl völkerrechtlich dis auch innerstaatlich wirksam werde. Er1 hob hervor, daß 0 e s f e i r eichn u r u;n;t e r d e m D r u ckeder Ent eh t’e dem Venedigs* Prötokall zustimme, durch das-'der Friedens- Vertrag von St. Germ a i n seine e r s t e D irr c hlöchern n g erfahren habe.' - Bundeskanzler Schober empfahl die. Annahme der Vorlage mit dem Hinweise darauf, daß sie einen Weg ins Freie aus einer zeitweise von den gefährlichsten'Folgen für den Frieden Europas‘ begleitet gewesenen politischen Krise därstelie.' Die- Annahme des ‘Oedenburger Plebiszits sei d e r e i n z i g g a n g b a re Weg zur Vereinigung des Burgenlandes mit Oesterreich. " Vielleicht werde so die Wunde rascher heilen, 'welche der Vollzug der Friedensverträge im Herzen unseres - durch eine vielhundertjährige Geschichte mit uns verbundenen Nachbarstaates geschlagen hat. Der 'Kanzler schilderte hierauf aktenmäßig den bisherigen ■Ablauf der bürgenländischen Angelegenheit -und fuhr dann fort:' Nun ist es uns ' in zäher; Arbeit gelungen, die wichtigsten Voraussetzungenfür fdje Freiheit und Gerechtigkeit ^des' Abstimmüngsakies - durchzusetzen. tE)Fe tAb,stimhiung wird geheim ,sein;ju,iid,;unter'_ällen zu,, ^breni^^hüfev nöttgeiL Kaütelen vör^'äch gehen. Die -ungarischen Truppen und sonstigen bewaffneten-Organe ‘werden das Gebiet verlassen und.für , ' ' eine hinreichende interalliierte Ordmingstruppe .wird, da an dem Worte der Mächte doch nicht mehrgezweifelt werden .kann, umsomehr, als mir Doktor Beneschsoeben eine Mitteilung über den Durchfransport .dieses Ko n tin g ent es aus O b e r s c h1e sie n tz u k o m m e n 1 i e ß, vorgesorgt werden. Hinsichtlich .der Abstimmung der Flüchtlinge sind mir soeben entgegenkommende Versprechungen zugekommen. Auch dergrundsätzlichen Stellungnahme des österreichischen Ausschusses für Aeußeres, daß die Entscheidung über die territoriale Frage .erst - nach der. Pazifizierung u d. friedlichen . Besitznahme des Burgenlandes zu erfolgen, habe, ist. .Rechnung getragen worden. Denn heute, in dem Augenblick, da sie durch Ihr Votum über diese Frage entscheiden, sind, diese beidenVoraussetzungen fast zur .Gänze erfüllt. Unser Volk wartet ungeduldig auf die Wiederherstellung seiner durch den Krieg und den .Zusammenbruch erschütterten Valuta, auf . die Beseitigung der unerträglichen Teuerung und auf den Wiederaufbau der ganzen Volkswirtschaft. Solche Kuren, wie sie das österreichische Volk an sich wird vollziehen müssen, können nicht . mit einer offenen Wunde am Körper, wie sie die burgenländische Krise war, durchgeführt werden, und wenn Sie das V e ncdiger Protokoll aufmerksam lesen und sich' seihe Bestimmungen genau . Vorhalten, so darf ich vielleicht, ohne in Ruhmredigkeit zu fallen,- für mich und meine Mitarbeiter in Anspruch nehmen, daß wir, was menschenmöglich war, getan haben, um selbst die Schäden zu beseitigen, die uns aus der durch das Verschulden der ungarischen Regierung 'herbeigeführten Verzögerung der Uebergabe des Burgenlandes ‘ erwuchsen. So gebieten denn, meiner Ansicht nach, tatsächlich die gesamtstaatlichen und wirtschaftlichen Erwägungen, ebenso wie die nationalen Interessen, daß ich das Hohe Haus bitte, das Venediger; Protokoll zu genehmigen. Abgeordneter Parrer (christlichsozial) Mit sehr gemischten Gefühlen gehen wir heute unter dem Druck der Verhältnisse daran, das Venediger Protokoll zu genehmigen. Zweifellos wird durch dieses Protokoll1, .der Fi r i e d e n s y e r t r a g, der uns einen unan-j fechtbaren Anspruch auf das Burgenland gibt, d u r c..h-j b r o c h e n. Wenn wir nicht die Sicherheit haben; daß die Abstimmung frei und unbeeinflußt erfolgt^ dann verzichten wir darauf, weil. wir uns* .nicht zu der Komödie hergeben, daß sich die Ungarn-! mit einem . Schein von Recht auf das Bürgenlandl berufen. Abgeordneter Dr. D i n g li o f e r (großdeutsch): .Das Uebereinkommen von Venedig zeigt ganz klar, daß' der Friedensvertrag von Saint-Germain in einem Punkteverletzt wurde. Diese Konstatierung ist außerordentlich) wichtig, denn daraus ergibt sich der Schluß, daß -Mcmairdhiiie' zum Siege zu fühlen.' Er sfoimd aw 6er Slpitze des ^Komitees für die 'Uinterdirüdkitein Nationen«, utnd seit dem Waffenstillstand trat er im-enmüdlich für einen gerechtem Frieden, nmd für diie Schaffung Premi ds chaftl idhbr Bezieilmingan zwischen Italien umd Jugoslawien ein. Zusammen mj't dsm^ve-lxichv-kKieuÄi jBji-sßx* 1 .affiJcl-ie eine Revision des Friedensvertrages möglich^ ist, namentlich im Punkte der Unveräußerlichkeit. ,.;AVir; .sind Anhänger des Selbstbestimmungstechtes.- A- . . Nun ist es für uns außerordentlich wichtig, ^'daß das Prinzip der Selbstbestimmung, entgegen den Be- . Stimmungen des Friedensvertrages, zum Durchbruche .kommt' Dedurch wird. dieser Vertrag in einem außer-1 .ordentlich wichtigen Teile revidiert und ein für die Zukunft s e h r b e deütuiigsvoiles P r äj u d i z geschaffen. Diese Tatsache bringt uns in unserer Arbeit tim einen großen Schritt weiter und wir können! uns daher der Hoffnung. nicht entschlagen, daß diesem! ersten Baustein Weitere folgen mögen und schließlich .überall /' f der Grundsatz des, Selbstbestimmungsrechtes V mini ^Djrchbrtxch4 ^elärtgef^■ ,';^eräe^- auch - dort, wob WLW^M^ÄüM^Heste8ende .Schmachverträge ausge-! liefert und bedrückt sind. * y. Abgeordneter Leutljner (Sozialdemokrat)Es v/äre ein verächtliches Verhalten von uns, wenn wiri auch nur das Geringste dazu täten, dem Unrecht das' uns geschieht," den Schein des Rechtes zu verleihenj deren die ' / unter der Maske einer gefälschten Abstimmung einen Raub' an uns vollziehen, die Möglichkeit zu! geben, sich mit dem Schein des Rechtes auszurüstenJ Wir werden die Beei flussung von Oedenburg durch! -neue Vorschläge nicht fernhalten, wir werden sie, wenn1 überhaupt, nur dadurch ausschalten können, daß wir, der Entente, daß wir Ungarn die Ueberzeugung gebenJ daß die Komödie einer g e f ä,l s c h t e nj A b s t i in m u n g n i e m als unsere- ,,U n Ue r- •schrift tragen wird.- Das Protokoll über die Regelung der westungarK scheu Frage wurde hierauf genehmigt. Ohne Debatte wurde dann noch die Ermäßigung der Einkommensteuer für 192$ zum Beschluß erhoben. Die Konfession der Oberlehrer. Präsident Dr. Weis-kirchner beantragte,' auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung den Ausschußbericht über den Antrag G 1 ö c.k e 1, betreffend d i e W i e d e r h e r s t e 11 u n g des ursprüiig-j liehen Textes d‘es § 48 des Reichst v o 1 k s s c h u 1 ge s e t z e s, z u s-t e’ll e ii. Nach dem- Anträge G 1 ö c k e l sollte die' bisherige Uebung be-j seitigt werden, daß die Leiter von öffentlichen Schulen: der Kofessiön der Mehrheit der Schüler angehören; müssen. Während der Ausschußberatung hatten die. Christlichsozialen uud Großdeutschen den Antrag; Glöckel dahin abgeändert, daß in Hinkunft nur mehr! Katholiken Direktoren oder Oberlehrer an öffentliche^ Schulen werden können. Die Sozialdemokraten veH richteten darum auf die Verhandlung des Antrages inü Nationalrat und ließen durch den Abgeordneten S e i t zj beantragen, den Gegenstand nicht auf die Tages-! Ordnung zu stellen. Der Vorschlag’Weiskirchners wurde dann auch mit den Stimmen der Christlich-! sozialen und der Sozialdemokraten, die darüber vorheri eine Vereinbarung getroffen hatten, a b gel e h nt? Nächste Sitzung: Freitag, 12 Uhr mittags. - ' / iflalieni sdhie' iVöltierbtHUdligÄ, teeö iBkaslÄenO isM? Eer ist. Ruf f io?, deir versühiedon-e geetehatzfe -Wörikd übet Cavtouir «and die Zeit der i'tatiemadueüu ■ FVei^ heitebewegung geschrieben hat 'und im O.sltjeuittoip'ci^ I-nstituit eine hervorragende Sicll-c eimiimmit, wandte'' * *üi?it;u>iS.dcr •zioii'istisc'hen'^Sudlve -::'sciiv Jbe;smderes