Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 1019 (30.11.1921)
- Date
- 1921-11-30
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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Seite <$ Wien. Mittwoch * Deutsch'and verliert 5 Millionen Katholiken. Durch die Abtretungen an der b lgi'kben Grm;- nnd in Ostvrnch^n. durch den Bert ult Bo'ens und El'asr -fivthringens und den iiinasten Verlust in Obeilchlffieii bat Deutschland insgesam! sieden Millronen Einwohner verloren darunter fünf Mill ^nen Katfinliken. D-r Anteil d^r Kckhol'ken an der dent'chen Kes^mi^evö ke>ung sinkt dadurch beiläufig uw üdr> 3°/0t io da» beute nur riwi 33-5°/0 der Bevölkeiung DevttchlandS katholisch sind, gegenüber 36*7% im Fahre 1918. , * Zulassung der grauen zur Pretzburger Produkten, börse. Aus 'l! r p f 6 u r q w'rd uns oemelde!: I ' der ursprünalichm Fffiung des Ge etzentwarss über die b'tsige Produktenbörse st eine kleine Aer.dernng vorgenommen worden, und;war nach der Ri-btun^ bin. daß a n ch Fr a u « n Mitglied'r der Börse sein können. D:e Produklrnborse m Preäb»ra wäre som>t die erste Börse, an der dieser moderne Ttavrvnnkt Platz oeerifien hatte. Parlament wird der Gesetzentwurf noch vor Weibuachten^dnrchberate" werden, io daß anfangs Jänner d-e Börse ihre Tätigkeit wird bwmnen sonnen. Für d'n letzenden Sekretär ist eine Pniönlichkeit ans dem Gerichtsstände vom Oi"rsten Gerichtshof mit großer fachmännischer Praxis ausersehen. * ^«r R«ck«anderer nach de« Tschechv-Dloivasiei. Die tschechische Gesandtschaft in Wien veröffentlicht folgende Verpurtltct uvg: Zweck; Erlanoung genauer statistischer Da'en über die Einw mderuna undHeimkeKr von ttchecho-llowakscheu Ztaatsanaeböneen aus Oesterieich nach der tichecho-stotvakischm Revu» bl'k wird ab 1. I ä n n e r 1931 jeder Sietw.'rmnt. ale-ch ülteg. ob er aut eicrene oder Staatskosten, mit Möbel- oder La^wngen befördert wird, sich mit emer vom Generalkonsulat der 'lchechoslowaktschen R^Vubl'k in Wien XIII., Penürgerstrasj« 11/13 .Abteilung für Arbeiter-- und Nkpa1ttl<rungsanoelkgkvheiten) auSgeferngten -Bes ch e i n j ß u ti ö" auszuwnsen babeu. Diele „Beschewilimig* wird bei den Grmrbehörben als Beweis g-lten. daß gegen die Einwanderung keine Bedenken obwasten. Diese muß j'de>mann ohne Rücksicht aus die Starts«, rui'bör-gkest. welcher nach der tichecho-ilowaklscken R'vnbl'k z»rm stänifi'en Aufenthalte Lberffedell, bedem genavvlen Genralkonlvlat^ einbolen. da ohne sie die Uebersiedlunqseffekten von den tsch^cho-klowakischen Grentdebörden zur weiteren Be'or-eruna nicht -übernommen werden. F8r^ tschecho-slowakische Staatsangehörilie. welche auf Staatskosten befördert weidsin, wi>d die „Bescheinigan*" auf Grund der geltenden Revatriiernnglbestimmungen und einer Beivillwnng des Minifi-riums für soziale Fürsorge in Prag ausgefolgt. Für jene tschecho-tloivaklschm Smatsangebor g'n. welche auf eigene Kosieu noch der tschrcho-slowakrschen Revubtik übertteörlt werden wollen, wird die ^Vescheiniguna" nur aus Grund folgender Dokumente ausgestellt^ 1. HeimNtschem 'von der komvetenten volitischcn Vezirksv rwaltnng vidiert). 2. Bestätigung) betreffend gesicherter Wohnung und B schäftigung in der tschechoslowakischen Republik. 3. Ein g'naueZ Verzeichnis der zu ttbersiedelodm Effekten. Das Verurchms muß vom HaaSeigentümer des bisherigen Domizils in Oester-eich oder von bellen Stellvertreter bescheinigt und vom bemgltchcn Polipikomlnffsanat bestätigt sein. Äng'hörige eines anderen Staates habm außer den vorgmannlen Dokumenten auch - eine Bestätigung des Ministeriums des Innern in Praz. oder der Landeseventuell poli sichen Beznksverwaltung vorulegen, derzafolg«-seitens dieser Bebörce geaen die Ernwanderung und den ständigen Aufenthalt in der tschechy-slowaknchen Republik nichts ernzuwenden ist. . * Zugsz»fam««nstotz in Belgien. Aus Brüssel wird gemeldet: Ein nach Antwerpen abgegangener Zug stieß im Bahnhof von Düffel.mit cmen Perionenzug. zusammen. Bier Personen wurden getötet und etwa zehn verletzt. * Schlafwasen auslaffang Wien —JnnSLruck. Aus Belastongsgründen wird bei Zug v 20^ Wien—Paris der Schlaftvrgen Wien—Innsbruck und vrr Speisewagen Wien— Awstetten am Donnerstag den 1. Dezember ausgrlaffen. Der Schlafwagen Wien—Pons bleibt bei diesem Zuge auch weiterhin in Verkehr. * Wetterbericht. Morgens hatten Tirol und die inneren Alpenländer klaren Himmel. Jni übrigen Oesterreich war es trüb Am Ostrande der Alpen fiel unbedeutend Schnee, lieberall war die Temperatur unter 0* in Gebirgstälern unter. — sl?. Tagsüber klärte es in Wien aui. sonst blieb es wenig verändert. Voraussage: Bewölkung unsicher, wahrscheinlich klar, Frost anhaltend. * Kaffeefieber Sacher verurteilt. Der 38jähr! ge Kaffee- Hausbesitzer Eduard S-iche-, Opernring 11 etabliert, ist w gen Bperrstundmn'ycrschre'tuvg und Ueberschreitung der Lichffparma-tnadmen sechsmal bis zu K;0.000 an Geld und zehn Tagen Arrests vorbestraft, doch wurde die Arrersstrafe gnadenweist in eine Geldbuße von X 300000 zuaunsteu der Retrunosgesellschatt umgewandelt. Nun wurd' er wegen neuerlicher Nichteinhaltung der Sperrstunde und w'gen Dulden? des Tanzes seitens des Pubtkums in seiner Bar m,t Erkenntnis des Pol'zeikommtffar als Innere Stadt vom 28. d. M. mit K 20000 an Geld, evmtuell drei Monaten Arrests, und überdies mit vierzehn Tagen Arrests bestraft. Sacher Hat gegen dieles Erkenntnis den Rekurs angemeldet. * Verlust »der Diebstahl? Gestern um V,5 Uhr nachmittags ist in der Gchöckhalle des SMahnbofes d^m Kaufmann Eduard Hahn aus Agram e ue Bricltasche mit Geheimfach abhandenoekommeu. Sie entbleit 24 Noten zu je K 10.0 0 teilwener alter, teilweüer neuer Emfision, 1?» Noten zu je X 1000, jugoll. X 200, . einen tsckecbo-slowakischen Reisepaß. Photographien «nd Gelchasts- Papiere. Auf die Wieder« lagnng ist eine Belohnung von X 100.000 auSgesetzt. * MiLioueubiebstahl eiuer Hausgehilfin. Der Fabrikautensgattin Jda S ch ö n h e x 3, U., Zirkvsgaffe 47. hat eine etwa 30jähnge Frau, die bei chr als Wirtschafteriu bcd enstet war und sich mst Papieren auf den Namen Estr Trautmann ausgewiesen halte, währmo ihrer Abwesenheit die ganze Wobnung ausgeplündert; auch eine Handkaffctte mn Schmuck im Werte von erner halben Million wurde entwendet. Der Gesamtwert der Beute dürfte drei Million en Krouen übersteigen. * Urania. Heute. Mittwoch, *(*3 Uhr (Grrßer Saal) Schülervortrag: - Die Wunder des Himmels. Erlebn'ffe eines Fremden i« alten Atben. — 5 Uhr (Großer Saal): Drr Kampf mit dem Berge, l. In Sturm und Eis. V*8 Uhr (Großer Saab: Shackletons Sudpol-Exped-tion. — 7*6 Uhr (Kleiner Saal) llniv.-P^ofeffor Dr. Emst Schwarz: Das chemische Uhrwerk im menschlichen Organismus. XU. — 7*8 Uhr(Kleintt Saal) Primararzt Dr. Hofes Kowarschck: Badeleben in. vrNavgenen Zeiten. — 7,6 Uhr kKurssatt) Dr. Eugen Pollak: Dan und Leistungen des m-wchlichen NervsN'hftems, Ul. — 7,8 Uhr (Kurssaal) Dr. Richard Kraemer: Das Auge und daS Sehen, l. — 7»6 llhr (Klubsaak) Gesangspädagogin Gisela Krückl: Volkslüml-chr Vortlage Über G sangstechnlk. U. — 7,8 Uhr (Klnbsaal. Kammersänger Max K-aemer: Ww lerne ich singm? U. Dereinsvachrichtett. Jugendverciu Ahawath Zion, ll.. Kleine Znfahitsstraße 160. Heute. 8 Uhr abends. Vortrag (Fortsetzung) Dr. Tartatower.— Sitzung derNatronalfondS« kommissare. Donnerstag den 1. Dezember findet in den Räumen des Jüducheu Natronalfvuds, II., Taborstraße 59. eine Sitzung I ä m t l i ch e r Wiener Nationalfonds- KonlwrN'.e statt Beginn lUl Uhr abends. Um zuve läsffaes und pünktliches Erscheinen wird gebrtrn. — Jüdisch e Lisch- Wicirer Morgettzeriung 0'sellschast Afirrstraßc. Geg'nwärtia keine Zrisaui'i'mkün't'' lueruit Rei'oviervu^ der Lpkalitäten^am Bmiiovlatz Nächste Zusanilnenkiirnt ni den Räilmen des.Vereines Z u k u y f t. VIII., Beunoplatz 1. rvird a*if die)cm Wege hrkannt gegeben werden. Austritte errrS dem Judentum. A l ch r r m c> n n Otto, oeborcn 2i. Angust 1903 in Jägerndo^s.. AktidT-miker, XÜ1., Drabelligaffc 1. — A s che rrn a n u Egon, aeboren Oktober 1900 in FÜßelndors, Gewerbeschüler, Xlil., .Diavrlligaffe 1. — Davidovic Simon, acbrtt'fn 28. Oktober 1874 in Pokros, Kaufmann, XIIs. Hjitteldors erstra^ 283. — Ellenbogen Viktor, geboren 18. März 1903 m W'tn, Student. Xlll.. Penringeriiraße 142. — P or Engen, geboren 20. April 1895 in PscsvLrad, Dankbeanuer, XHI.. Penzingerstruße 84. — W 0 ttitz Cbarlotte, geboren 24. September 1874 in Wien. Gesellschafterin. VI. Gevlmg^affe Nr. 5. - Orth 0 s Gerhard, gebarm 17. April 1903 in W en, Maler. XUI., Knvelwiesergafse 29. — K 0 psa Mrna, «"-boren 11 Frbmar 1900 in Krakau. Heimmberterrn. XIV.. Schweglerst'aße 22. — W e r m < r Karl, »eboren 8. Jull 1897 jn Kien. VII., Brrrgg«isse 79. — Dr. O r n st e i n Fr^nr Eduard, geboren 16. Dezember 1693 in Wien, A-zt, XIX., Karl studwigstrnße 77. — Oesterreicher Marie, geboren 10. November 1896 ,n W en. XV., Robert Hamerlinggaffe II. — Kelsen Oskar, geboren 27. Nov-m'-er 1889, Kanfmann, I.. Annazaffe 1. — F e > n Pinl. geboren 8. Juli 190? in Bukarest. S>hEler, XVlll.. Herbeckstratze 119 — S evp el e sei». E is r n m a h t r Reruna geboren 1. Obvbrr 1833 in Galrz en, IX., Dreihacken-affe 8. — Sirkin Gema, re^orrn 13. Ok>o!»tr 1898 in Wien, Konstrukteur, IX, Micbeldel-e'Nßafft 4 a. — Tburmann Hedwi», aeboren 0. Februar 189ö in Wnn. Private. IV.. Echilanedergasie 12. — Fried Camilla, geboren 27. August 1875 II., Große Mohren» aasse 23. — N e u m a n * Lily. geboren 12. Jönner 1901 in Wen, ledig, Ghmnasiastin. IX., Pramergaffe 2s — D«kt»r Kirschen Martin, geboren 9. März 1892 in Botosani, A rt, IX., Sensengaffe 7. — Grill geborene Davidov c Viktoria, geboren 28. November 1895 in DudweiS, XVlll.,- Heibeck» stroße 119. N e h b e r « e r Leopoltzm«, geboren 15. April 1904 in Budapest, t>iMarbtiternt,- X., Hardnnuthgaff« 74. — Rätter Friedrich, geboren S. Jänner 1901 in Wien, III., St. Nikolausplatz 12. — Kl ein.Hugo, geboren 10. Februar 1879 in Wren, II., R^mbranetstraste 8 Grau-Wandmayer Adolf, peboren 25. Februar 1885 rn Rohatpn II., Ansstellunasiriße 43. — Nakonltz Friedrich, geboren 16. August 1893 m Wien, Ib, Kle ne*Stadtguiziss' l 1. — Schacher! Gn'e> a aeboren 11. Februar 1886 in Wien, GeschkiftSleitrrin, VI., Köstlergaffe 7. Die EmirhrMg. Der Marktbericht. PreisstetLernngen a»f aüe» Geblcle«. Im Einklang mit den montägigen Preis?rhvbungen für Lebendvirb aus dem Wittbc^marft in St. Marx find gestern in eer Großmarkidalle auch die Preise für Rinrflrisch im Kleinhandel gestiegen. Die Preisstkigemngkn betragen X 50 bis X 70 für das Krloo-amm. Er kostete beute in der Großma'kthale vorderes Rindfleisch X 440 bl« 620. bintenS X 430 bis 650. Brntenfieisch X '.00 bis 750 per Kilogramm. Im Großhandel hat sich auch , Schw ineflc,sch um X 20. Scheitfleisch um X 10 bis 20 und . Lämmernes um X 30 für das Kilogramm verteuert. Ans den Gemüsemärkren warm wohl die Znfiihrrn an den teuren Gärtnerg müsen ausreichend. Dagegen herrschte an Kraut und Zwiebeln empfindlicher Manael.'Für Zwiebeln wurden un Kleinhandel auf den Märkten bereits Preise von X 3 0 und K 310 per Kilogramm verlangt. Auck, die Äepfrlzufuhrcn find miaenügend und werden,für die nächsten Tage weitere Preisüeigernngen erwartet Eier sind übe, Haupt nicht zu Hasen- Die Kartoffelzufuhrrn blieben ziemlich arisrcichend. Kcnzeribupeau des „HARUACK(( II., Tnbotstiasse 1 Festsaal des Gewerbevereines, 1., Eschenbachgasse 11 Samstag, 3. Dezember, 7 Uhr LICHTBILDERVORTRAG gfalversItSlspfrofessor Dr. M. Eisler: MflUseHeittlilf KARTEN: Kasse der „V7iener Morgenzeitunp“, II., Taborstra^e Nr. 1 bis 3, Buchhatidlung Löwit, I., Rotenturmstrasee 22, Eartenlureau AYda, Taborstrasse. »rss Bühne und Kunst. Die BeUegnng des Theaterstreiks. Nach langwierigen Verhandlungen, die erst in den gestrigen . Morgenstunden beendet wurdcu, gelang cS, den Theaterstreikbeizuleken- Der Biihnuiverein hat noch gestern vormittags die Psrole ausgegeben, daß in allen Theatern der Betrieb aufzrmehmen sei, so daß auch in den Bühnen Bernaus, im Th eateranderWien und im Apollo-Theater gestern Abendvorstellungeustattfanden. Die B e d i n g u n g e n, unter denen die E riigung erzielt wurdet sind folgende: Den Theat-rangestellten wurde eine Erhöhung der Gagen um dnrchschnittlich 1407» zugebill gt. Weitere Erhöhungen siod mit Rücksicht auf die migeheure Teuerung im allgemeinen bewilligt worden, doch hat eine zu diesem Zweck eingesetzt« Kommission über diese Erhöhung bis 31. Dezember d. I. zu entscheiden. Der Direktoren verband erzielt^ das Zugeständuis, daß fartab einem berechtigten Streik rin Ultimatum vorapzugeffen habe, so zwar, daß zwischen Streikandrohung und dem ersten Streiktag eine mindestens dreitägige Frist liegen müsse- Die erwähnte Kommission wird auch darüber zu entscheiden haben, von welcher Seite der auf die Streiktage entfallende Teil der Gagen zu tragen ist. Ferner wurde vereinbart, daß bis zum Ablauf des Kalenderjahres ein neuerlicher Streik nicht ausbrechen davf. In einem Rundschreiben teilt der Direktoienverband mit, daß die E r h ö h u n g der E i u t r i t t S p r e r's e nicht wesentlich sein wird. Freie jüdische VolksbGhitie Gastspiel im L,ust&pteUlu>ater HEüTE 1* CtollHrama in 5. Akten 7 Uhr abends: WCr MBvllC Scbalom Asch Daa Tboater lat gHb.oiB'tl ^9h| 30 Novemb t 1921 Nr. 1019, Aus öen Theatern. Im Burgtheater a^lanat morgen, Donnerstag, „M a d a m e L e g r o 5" zur ersten Aufführung. Anfang 7 Uhr-' Wegen Ablage deS Fräulein Lebmann muß die heutige Vorstellung der Over ^Manon* abgeän>ert werden. Es grlangt „Margarete" Fauste, mik den Domen Born. Kittel, Rajdl und' den Herren Ma'kl, Robert, Tlriemann, Madin zur Anlsühruna. Dirigent Herr Tittel. Anfang 7,7 Ühr- I" di'r Bolksoper geht heute *it ermäßigten Preisen unter musikalischer Leitung von Direktor Felix Wengartntr „O b e r o n" mit Frau Reich-Dörich in der Titelrolle in Szene. Beginn 7 Uhr. ' Im Deutschen Volkstheater gelangt heute, a Ubr,^ Schill-'rs Schaub-el „Die Räuber", morgen, Donnerstag, pleichsalls um 6 Uli>. Goetbes „F a n st" zur Ausführung. — Di-r Spielvlan wmd^ dahin sbgeänd'rk, daß Samstag den 3. Derember um 7 Uhr B'rnsteinS Schauspiel „B. a c c a r a t" und ^onntag den 4. d'Sselben Verfassers Sviel .Der Dieb" zur Anffstkrung gesan-tt. -Tie früher gelösten Karten beb.ilten keine Gültigkeit und wird das Geld an der Tages'affe zurück rstattct. In den K a m m e r s p i e l e n wurde die Erstausführung der vier Gr teSkm „P a p r e r r e i f e n\ von Wilhelm Stücklen für Frfitag den 2. Dezember, 7*7 Udr. angesctzl. Im Lustspieltheater (Ggstspiel der Freien indischen Volksbühne^ gebt heute Schal»m Asch' „Gott der Rach mit Paul Bgratow (Ben Zwi) m der Hauptrolle, in Szene?lb morgen. Donn-'stgg, bleibt das Kobrinlche Schguipiel „Der D o r f j i n a", das sich unverminderter Zugkraft erfreut, diese und nächste Woche aM täglichen Spielplan. Heute. Mittwoch, findet im K o m ö d i e n h a u § ein Ensembleaast'viel des I o s e f st ä d t e r-T h e a t e r s Mit den (Rüsten Valerie Matern und Josef Jarno statt. Zur Aufführung aelanflt'dle Kvmödie „Ern -G a s s e n m a d e l*' von Dana Nicodemi. In der N e >r e n W i e n e r B ü b n e beginnt morgen, Donnerstag die Prämiere tes Schauspiels „Die fremde Frau" HL* femme X) von Alexander Bissau pünktlich 7 Ubr. Zuspätkommende konnm erst nach dem 1 Akt -u ihren Sitzen aela oen H-ute, Mittwoch, tritt Gisela W e r b e z i r k mm letzten Male in „Betty K a l m u s* anf. Indischer Humor. De unter diesem Ttel heute im Mittleren Korrer'h mssaale st'ltsindende Verausiattuna des Konzertt'urmus „Haruaff". bei welcher die Damen Mali P i c o n und fiea W e t tt t x a u b-G rar sowie die Herren Jakob Kali ch, Simon Nathan und Jona Reißmann Mitwirken, beginnt präzrse 7 Ubr abends. Sämmtliche Sitze vergriff e u. K e in e A b e n d k a s s e. . Kammermufikabend. Für den Kammerurusi'abend. den die Zron'stnchx Benrkß'ektion X/XI heute mt Arbeiter heim «?.ran stall et. gibt sich das regste Jn i ereffe l und. Die wenigen rest-» l'chen Karten-sind >M Hernnruod''ge^chäft Jofek Behr, X., Favo* rttenstraße 128 (eventuell ber der Abendkaffe> echältlich. Iuliufz Wolssohn ist von seiner ausgedehnten Konzertreise. He ihn nach Bulgarien und Rumänien führte, zurückaekehrt. Der Künstler, der überall einen sensationellen Erfolg bei Publikum und Preffe errang, wurde wi'ter für zahlreiche Konzerte im Frühiahr euaagiert. Die Zetungm spendeten ihm in langen Atakeln das höchste Lob Als „mustkalisches Ereignis" be-eichnen die Zerunqen seinen Bsrirag über jüdische V v l k tz ut u s i k und seine beieits vopnlär gewordenen Paraphrasen werden als .bedeutende Nru'chöpsungen" genannt. Das „Czernow'tzer Ta/'blttt" schreibt: »Julrusz Wolfsohn ist ein Priester südifiber Musik, gläubig und streng, der uns die klingenden Wunder jüdischer Volksseele offenbart. Sein Ton klingt und singt, weinl und seufzt, philosOphiert und kritisiert? Gerichtssaal. Der Vatermörder zu vier Jahren Kerkers verurteilt. . Der psychiatrische Sachverständige Professor Doktor Sträußler führte in seinem Gutachten aus, daß, um von der geistigen Verfassung des Angeklagten ein richtiges Bild zu gewinnen, man zuerst seinen geistigen Dauerzustand in Betracht ziehen müsse. Der Vater, des Angeklagten sei ein mit besonderem Jähzorn behafteter Trinker gewesen. Solche Symptome deuten auf eine abnorme Konstitution und diese Eigenschaften können auch' von nachteiliger Wirkung auf die NachkomMNschaft sein. 'Der Angeklagte litt ferner in seiner Kindheit an Fraisen, auch! dies sei ein Anzeichen von' hochgradiger nervöser Veranlagung. Er scheint voll seinem Vater den Jähzorn ererbt zu haben. Trotzdem hat die genaue Untersuchung des Angeklagten' nichts ergeben, was auf eine Geisteskrankheit hindeuten wiirde. Cs wäre „un noch die Frage des sogenannten pathologischen Affekts zu prüfen.-Aber auch hier fehlen die Symptome, die für' eine Aufhebung des Bewußtseins zur Zeit der 'Tat sprechen könnten. Marhacher hat nicht die Erinnerung an seine Tat verloren, er war sich klar darüber, was er getan, das geht aus der Akteulage hervor. Zusammenfassend sagt schließlichder Sachverständige, daß der Angeklagte weder geisteskrank tioch vorübergehend sinnesverwirrt war, baß ihm bei seiner psychischen Veranlagung aber zngebilligt werden müsse, daß er her Verübung seiner Tat im Zustande hochgradigster Erregung gehandelt habe. Der Vorsitzende gibt bekannt, baß an bi« Geschworenen' ein« Hauptfrage auf Mord, eine Eventualftage auf Totschlag unter Verwandten und für beide Fragen je eine Zusatzfrage auf Sinnesverwirrung zur Zeit der Begehung der Tat gestellt wurde. Hrerauf wurde das Beweis rer sahrÄi geschlossen und es. ergriff der Staatsanwalt Dr. Joch um das Wort zu seinen SchlußauSführungen. Die Geschworenen verne inten einstiMnig. die< Schuldfrage auf Mord und bejahten mit neun Stimmen die Frage auf Totschlag. Die Zusatzftage auf SinneZq Verwirrung wurde mit zwölf Stimmen verneint. Auf Grimd dieses Verdikts verurteilte der Gerichtshof den Angeklagttz.n' Johann Marbacher unter Anwendung des außerordetltiichcn SKilderungsrechbes zu vier Iah rrn sch wc r en Ke rkers.' Nach Verkündigung des Urteils sank der Angeklagte mit " elftem Aufschrei auf die AnklagebMlk zurück»