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Wiener Morgenzeitung · 1921-11-29 · Heft 1018 (29.11.1921) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 1018 (29.11.1921)
Date
1921-11-29
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Einzelpreis 20 Kronen Einzelpreis 20 Kronen Arämimeraliouspreise: » reu: Aum Dbts'len in Ut Sxpedttiim, 2. Äezirk, Labor- Pratze 1 vtS 3, »ier iu ciucr »erstzleWelle lLrafiy: Mnnalltch. Kronen üyr>.— Mit Pvstvn^u»^: Wien )m» LÜonatlich. Kronen 5EV — Lschecho-LIowakeir Monatlich. . Ikvsnen 18«— Btcrtel jährlich . S4>- » rschecho-jlotteiischer WStzr»»- i Ungar«;' Monatlich. .Krone«?<»»— ivierteljSyrlich „ ilOvin «ugerischrr NSHreng " Augoslavle«; Monatlich. . . Dinar 1L.— 'Äirrtrljithrlich , 45»— ^rSnumer«iiönspreif« P»lm: Moinplich. . Mart 509«- in pvtuischer Wahrung. _ Deutschland: Monattdh... Mart üo»« Frank: ich: Monatlich. . -Trane- 6.— Jtaldi«: Monatlich.... Lire 6.- _ Rumiirirrn: Monatlich. . . . Lei :r^.— Schweiz «. dar Metze AltS'aut Monatlich. . . Franc- IS,— NeSattio«T>AL«Lntflrnuor Wie», «.Bez.,4:absrft». 1—8 Lelepboner 44<»L8> 4Liiir» ad S »Pr abend- Nr. U 5<U Vosts-arfaffeakonto lötUiDS Nr. 1018 Wien, Dienstag den 29. November 1921 3. Jahrgang Der Streit in Washington. —y. Wien« 29. November. Die Washingtoner Abrüstungskonferenz hat dazu geführt/ daß die Gegensätze innerhalb der Entente in verschärfter Form sichtbar werden. Das glatte Nein, mit dem der französische Ministerpräsident die Abrüstungsidee abzutun glaubte, hat ihm Gegenerklärungen aus London und Rom eingetragen. Der englische Außenminister Lord Curzon hat am Freitag in der City sehr offenherzig über den Angora-^rnflikt gesprochen, der, wie bekannt, durch das zwischen Frankreich und der Kemal-Regkrung abgeschlossene Ueber- «ünkommen entstanden ist. Dieses Uebereinkommeir qihi die von Frankreich besetzten Gebiete in Zilizien an die Türkei zurück. Die .englische Regierung hat erklärt, daß dieses Abkommen ohne ihr Mitwissen lind ihre Zustimmung abgeschlossen worden sei und daß es sehr gewichtige engllche' Interessen berühre, es sei auch keine Vorsorge getroffen worden, die nichtliirkische Bevölkerung des zu räumenden Gebietes vor Repressalien zu schützen. Der englische Außenminister hat deshalb in seiner Rede eine sehr deutliche Warnung an die Adresse Frankreichs gerichtet, indem er ausführte, der Frjede werde niemals erzielt werden, wenn eine Macht, auf eigene Rechnung ohne Vorwiffen einer anderen ein Uebereinkommen abschließe. Frankreich betreibe eine.Politik der Isolierung und es werde schließlich nicht Deutschland, schädigen, < sondern sich' selbst. England werde - nicht' Duldern ..daß irr Mropa eine Wacht-'.Wehe,-'' M--:ffprdMre«h' •mir dem Schwert: raffelt - und . de» Weltsriederrbedroht. Hält Man dieses Auslassungen mit den ironischen BemerkungenBalfours über die französische Psychose zusammen, so wird es Deutlich/: wie tief die Spaltung becests zwischen England: und Frankreich gediehen ist und wie stark die. Mißstimmung in England geworden ist, dessen Wirtschaftsentwirklung durch den französischen Imperialismus , immer Meder durch Hemmungen und Krisen bedroht wird. Es ist bereits die Nachricht aufgetaucht, daß England Truppen auf Zypern zusammenzieht, um sie in dem Irittigm.Gebiet landen zu lassen. Diese Nachricht ist zwar dementiert worden« aber es ist ganz. klar,, daß man in London vor den Extratouren Frankreichs auf der Hut ist und daß man nicht gewillt ist. einer weiteren. Störung der englischen Interessen in Asten geduldig zuzusehen. In Rom grollt man dem französischen Premierminister wegen seiner kränkenden Aeußerungen über die italienische Armee. Der Aerger hat. sich in stürmischen Stratzenkundgebungen umgesetzt, die: Kerne weiteren politischen Folgen haben werden, weil sich die italienische . Regierung in aller Form Entschuldigt hat. Doch zeigen diese Vorfälle die Sttmnmng von Volk zu Volk, die sich schon vor kurzem bei dem Empfang der-.französischen Milstärmiffion in Venedig auffallend geltend machte. Auch hier liegt die tiefer« Ursache in der Ängora-Frage und man - erinnert sich, daß' Zilizien seit langem. ein Lieblingsthema der italienischen außenpolitischen Betrachtungen gebildet hat. Diese Konflikte sind dem Fortgang der Abrüstungs- . diskuffion nicht förderlich: - Wenngleich die Konferenz kaum in brüsker Form abgebrochen wird, so sind doch Ke .meritorischen Verhandlungen sehr , erschwert worden. Der Streit der Militärmächte hat . nur darum solche Dimensionen, annehmen Kannen, wt il das ausgleichende Gegengewicht fehlt und weil die Konferenz ausschließlich von den Siegerstaaten und . ihren Eifersüchteleien beherrscht. wird. . Präsident Harding wünscht deshalb, das ^.Antlitz der Konferenz' #r verändern. Es soll' ihr zunächst durch die Festsetzung.. der -jährlichen Wiederholung zur Besprechung : internationaler Fragen der Charakter der großen und feierliche»! Parade, der Siegermächte genommen werden und ev sbll durch Heranziehung Deutschlands und Rußlands, - dafür gesorgt werden, daß me'Konferenz in Wirklich-' heit ein Abbild der weltpolitischen Situation bietet. Die: Anwesenheit. dieser beiden Staaten, die man bisher zum Schaden der ganzen Welt aus den internationalen Beziehungen ausgeschaltet hat, würde die Aussprache über die-Schäden der Rüstungen auf eine ganz, andere Basis pelle».' Es sind in der Welt ganz andere Dinge zu .tun als Flotten zu baue» und Armeen zu füttern. Der Engländer Kenworthy, einer der schärfsten Kritiker an dem Versailler Friedensoerttag, ' erklärt es für unmöglich, daß die. Washingtoner Konf'mtt* au einem oiüsBjBsbdtai kommen. könnte, umm Eine IntervenLion Lloyd Georges in WashingLon. Zur . Erleiü-terrmg derLage Deutschlands. Nsw-Dorkk/ 28. November. (Funkspruch.) Wie „New Dork Tribüne" aus Washington meldet, liege pach der Meinung gut unterrichteter Kreise L l o y b Geo r g e viel daran, sich' mit Harding und H u g h e s über die von Harding vorgeschlagene Gesellschaft der Nationen zu besprechen. Dies erklärt besonders feine plötzliche Bestellung von Platzen auf der „Aquitänia"., Man nehme an, daß die Absich t, zum Schluß d e r V er h a n d! uu g e.n zu gelangen, ohne D e u t s ch 14 n b zu befra g e n, wesentlich.dazu beigetragen Habe, Lloyd George zur Reise nach Washington zu bewegen. Es fei keine Maskerade, daß die Engländer bestrebt sind, für die Lage Deutschlands irgendetwas zu tun, was Deutschland wieoer auf eilte Grundlage stellt, aus der es möglich wäre, mit ihm Handel zu treiben, und gleichzeitig, die Franzosen zü veranlassen, ihre Heeresstärke herabzusetzen. Eine weitere wichtige Aufgabe Washingtons fei es, eine zufriedenstellende Regelung bezüglich der amerikanischen Einwände gegen das englisch-japanische Bündnis zu finden. New-Bovk» 28. November. (Funkspruch.) Wir „New Pork Herold" meldet, wird angenommen, Har d i n g s Meinung gehe dahin, daß D e u t f chl a n d durch seine Mitgliedschaft m einer Gesellschaft der Nationen und die damit freiwillig übernommenen Verpflichtungen so unmittelbar und vollständig gebunden sei, daß Frankreich von seinem nächtlichen Alpdruck, den ihm ein künftiger deutscher Angriff verursache, befreit wer.de. Frankreich werde mit Deutschland in Washington int selben Becatungszimmec nur zusammensitzen, wenn die Vereinigten Staaten es unternehmen, mit Frankreich die Verantwortung zu .teilen, daß die B e z a h l u n g der deutschen R e p a r at-i o n s v e rp flichtu n g e » sä ch e r.g e st e 111 wäre. Rathniai» a«b Simons in London. Barchon, 28. Mvember. (Wolff.) „Mx>rviug Post^ berichtet, d-qß Dr. Ratherr «iu und. Dv. .Aimo.ns heute in London eingetroffen sind. sie m der jetzigen Art fortgesührt wird. Nur die freie. Äufnahme des. internationaleu Handels konnte de» BÄthtzni'.Emiöpas'Äese. .Ansicht,: per NW die PKnMMHMchewverWWM' chWe ffesen,'. wxnn die inlerstationäle Konferenz äste Völker umfassen würbe. Wenn es Wenka gelingt, auch die Besiegten zu Wort kommen zu lassen, könnte man doch mit einiger tzoff««ng dem weiteren Verlaus der Dinge erügegenschen.^^' DerautzerordeMicheParteitag der österMchischen Zionisten. 'Drr.jZotuttag pi'rr 2?'. d.'M. ahgehalteys mitzervrbmttichx-.' PiarMag. Seci chster^jchiicheKi. Ziynishn'.'.hatte die HvMbe, eüiö Revisiöu xtlichLr/ PMt» ide§ OrgämsationsstaUUs. t»irchzusuhrm. «rid. gewisse, ««re? JüsUtutidjren bei Orgamsätiön zn. schaff«,,' 'veziehuygswei.se '.'zu ^veaktiviereu. Die nunmehr. augeSlom.meneji: Neühestirmnungen..' de^.' Statuts lauten:. . Zusatz .zu.;'§.".2 rSMeTherei.tljWigeiksiud Melassen iUib.kvUneti.hrit.Genehmigimg,bes.LaMskoöliteeF. gegri'mdtt' werden. .G'-eg^n.-.die Entschei-amg^ des Lirnd«skomiteD. .kann an.d<m .Pqrteitich..appelliert/werdeil.^ ' .G'.e'LUb. er t .wurden.Ä« - .fMrndep.' Pa'tagvophen-: , - ' 8 '4 lautet Nunmehr :.'Orgq B' de^Mrban.bes si.nb:'.l'-T«r^ österreichische Partei'ag/2. der P $ r t e^n t, 3, das Zionistische Lä»cheskomit«e.filr OesttpreKh!.... -; . : ..7. Jede OrtZgckPP^ (WirsH.ktiÄr) - und .Wtrder- - vereiyiguug wählt iaus je . 8V. MitglijMr . eüien DelMetlkn/' Ortsgruppen (Bezirksseftioueii) und - Hbu-ervereZnigMtgen .mit. mindestens. öO' Mitgliedern. Ijaijcii .auchschoi, das. Recht auf eülbU Delegierten) -prtsgrupezt mit. weniger, als. 5V.'Mt-. gliedern. kSntteu.. zwecks .Wähl zaim^. Partei sag . Zusamnrengesegt. werden. . - Die WahlprotvkoM slüb miUdesieils eine Woche vor dem Parteitag dem Landrskomjtte-. borzulsgen, welches, sie. mit einem- Bericht -dkm . Parteigrricht. biirch' welcheA h-re Verisiziermlg . der Mandate ersalgt.' § 9b, Hitzr enisall-en die Worte: „und die Ol'Mümier dev .Arbeitskreises. '.v' - ' Per ~ : : . § 12. Ker Parteirat hat nebst.der Mberw.ächMg b^:. länfcvden Geschäfte' pie im §. 11 dem Partett-ag Vorbehalte,wn Befugnisse: mit - Äusnahmo brr in .den Plmkten. d) bis h) festgelcgt«, uyb der E-rteilung des.. Absolutismus (Punkt a). -ß '12a. Der Par.t«wt wird auf die Derner eü«s Jahres -(das ist vvn' tinem orhAttUchSn Parteitag bis zuur nächsten) geinäß. bm Krstimmung-en für die'Wahl zu.», Parteitag. gewählt mit der MoöisikattoSr» .'daß. xede Ortsgt'uppss: (Bezirks- - sefüon) und.Vvnderv«r«tnigu„s aus jä '20V Mtglieder ein Msigli«^ des ParterrateS wShlt, MtsgnrpM (Bezi.rksfektiouen) «nd jAondervereinigr.mgen mit mindestens' 100 Mit-, gliedern haben auch schau das Recht aus ein Mitglied im Partei' rat. Ortsgrupperi'mit weniger als' 100 Mitgliedern' können zwecks Wahl gnnr Parieirat zuskjmmengelegt Verben. Die zu sammen gelegten Ortsgruppch, der Provinz wählen ans ft 1.00 Mitglieder ein Mitglied des Parteirates. - 'Für den-'Kall des- -AüSschüidÜkS eines' Mrrgtredvs tritt. MLckü» iu der LiLc Ari'k SIMM' i upr - bar dyn. v-tm Ortsgruppen! (Provinz) gewählten D'ele-! gierten des PartÄ^gtes zulässig. '! .. D»e Mitglieder des LÄtdeskaluibees, die Dem Verband atztzeh^iü^. ^Dsitghietzer, Des-AiktßVskomDes, -der?:-Qbmanir" des Parteigerichtes' und' der Parteianwaft hajbe-r «m Parteirat . ' Ddv Parteiral kynin.-io MiLU^idbile-r kv'vp'tieren. tteber die KvaptierMg ist in der Der Autragstelluug Wtzüng - zu -beschtseßen. . > . ' . 8 12.b.1Die Wahl«, zmvrPar-teirat werdÄr vom ^ändeskomitev spätestens ßrei Wochen nach der Wahl des ledter^n aNsgeschrieben. Der Parteirat isß längstens.binnen drei Wochen nach.seiner Wahl vom Landesvomihee einzubernfen. Dia Beristziernng der Mandate zum Parteirat ersolgtdurch das .Parteigericht. g 'IS ci.Der Präsident. (Bizepräschent:) des Land-es kointtees führt den Vorsitz im Parteirat.' § 13d. Der Parterrat saßt seine-Beschlüsse mit. absviutei ^Majorität. ". , . . ' ' . i § 12 e. Der Parteirat tritt miNd astems e initi a i it». zwei Mona ten züsanrnwic. Auf fcWstliches. Verlangen -von' .15 Mitgliedern des Parteirates. .ist .derselbe .,zn .-einer -anßerordentlichen kAltzuug nach. Wen einbemfen . ' 8 12 f. Per Pariesrat beschließt seine MschaftsorDnun^ atztMvM'. '' ' ^'; ' § T4 .<bishvv § W). Me: Anzahl ddv Mitglieder. des ÄNbeskomibees' wird vom Parteitag. (osrf Vorschlag der Permünenzkonrnrissim,)- vor der Wahl festgesetzt. Der Partei, tag wählt a) den Präsidenten, bs die Mitglieder, des Landev- Komiteesmit Mgabe des'Rr,§i'o.rtb, soferm' einem Mitglied'ein sofchrs übertragen wird, in zwei gesonderten WahlgZygttr. ' ' . - - § 16 (bishy: §. 1'4). iZeide-MWtftsbrdrljMg bestimmt bas- Lavhrskamitee -Mtonout.' Bvi AuSscheiberr von 'Mitgliedern des Lanheskomiiees hat der P v r.'t e .i r a 1 d: '' t der Ersatzwahl', Ver bisherige-.§ ISentßällt'. § 19 a. Der Vorstand' brs Ärbeirslteljes sn.,rt bÄr.Nam'Ul. „Wiener zionistisches Landeskomitee" und bcstcht '«hs. den.Bettretern' ber'Neznksoxgawisatwneir und drr Sauder'- vedevligungru. Das Landeskomibee entsendet.eines seiner Mitglieds:. in.das LökälkoMtee. mit Sitz und Einspruchsrecht.-: Im Falle eines Einspruches ist die Ausführung des. betreffenden Beschlusses- bis zur G,,tscheiöung.' des Laudeskomitec,'?..' die spätestens in der.. zweitnächsten, Vitzltng p«S. .Larrdeskomitees z«i erfolgen hat, aufzuschieben. Der Vorsitzende des Lokalkaniitees hat im .L-andeSlomite« m. ' .. .. Die Witgsieder des. LaiMskonntees sind von der Wählbarkeit znm Dorsitzenden des Lokalkoinitees mlsgeschlosscu. ' b) Der Borstmrd der vewkin'gteu Ortsgruppen führ! den AamSn „Prodinz'konnte^^. Z 33. Das Parteigrricht üli t seine: Gerichtsbarkeit, sofern der Obmchm am. einzelnen Faste keine andere Bestimmung trifft, ch Senate«- von drei Mitgliedem aus. Die Zusanntten-- setzung des Senats erfolgt nach den Bestimmilngen der Geschäftsordnung durch den. Obmann. ' § 24. Der ParteinMvalt »vird vom. PpwteilPl a>us i>at kfg sig^^tfcppahfa>»a fflotwiayfi-

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