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Wiener Morgenzeitung · 1921-11-27 · Heft 1016 (27.11.1921) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 1016 (27.11.1921)
Date
1921-11-27
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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5 Wien.» Svnntag bnWtil der Grenz« sehr amüsiert. Andernfalls wäre eL ihm sicher schlecht gegangen nnd er Härte erfahre« müssen, wie man hierzuinnde mir .lästige» Zagere sten" umspringt, aach wenn sie einmal reicht ande« verlesenen Oste«, sondern a«S dem W e st e n aach Wie» fttftnimctt sind, um hier .nmstürzlmsche" Reden zu haltm... - Die Ergebnisse der VolkszShl««g i« Lemberg. Laut de» letzt veröffentliche» Resultaten der Volkszählung zählt Lemberg beute ohne Militär 21891b Einwohner (gegenüber z.rka 175.000 em Jahre 1910). Darunter sind 116.446 Pole« und 1 >.2.469 Nchlpvten; 77.000 Juden :>scheinen als Angehörige der jüdischen Nationalität ausgettirsen. ' Ergebnislsse Verha«dr«Ugerr über den «enen Brot^reis. Unter dem Vorsitz deS Landeshauptmannes Reumann wurden gestern im Rathause im Beisein von Vertretern des Magistrats »nd deS BundrSm-niffernems für VokksernLhrurig, der Drrtietrr de, Gehilfen und Broterzeuger Veihardluk-fen wegen der Erhöhung deS Brotp reifes abgehalten. Bei der Eröffnung dieser Verhandlungen teilte der Landeshauptmann mit, daß vom Bund smimstcrinm für VoltSernäbrltvg eine Mitteilung e »gelangt ist, nach der in den neuen Drotprris für j e d e u Kilo gramm Drotmehl ein Betrag von K 333 einzurechnen sei. Brksnmlich wurde bi-hex da- Brotmehl vom Staate umsonst beigestellt. Magistratsrat Dr. Hnbwayrr benchtete nnnmrhr über die zur Borlage gebrachten Kalkulationen der Besterzeager, die di« Grundlage zur Festsetzung deö neue» Brotpreves bilden sollen. Auch die K l e i n Verschleißer veilange» eine Erhöhung ihres Rabatts. Die Geh lfenvertreter begründeten sodann ihie Lohusordernngeu, woraus dann d'.e Broterzeuger den Nachweis zu e, bringen ve,suchten, daß dir angeführten Sätze für die Sachreg-m den gegenwärtigen PrelSv erhält« ssen entsprechen. Der LandcShanptmann besprach sodann sie angeführten Regieausätze und betonre, daß nicht willkürlichen Berechnungen Spielr.-.um gelassen Verden dürfe. Es müssen auch die Bwreter der Konsumestenorgan: sationea Gelegenheit erhalten, z» den Ansätzen des neuen BrotprciseS Stellung zu nehmen. AuZ diesem Grunde könne .eine Entscheidung über den neue" Brvtpreis «icht g'fLilt werden und sei eine neuerliche Beratung notwendig. Gegen die Vertagung wurde von den Vertretern der Broterzeuger und der Gehilfenschaft Protest eingelegt. ES wurden sodann die Bei ha...d lungert nach dreistündiger Dü» r abgebrochen. Sie werden a»» Dienstag unter Beizirhuug von BrrtreteiN der Ksnsumentenorganisalionen fortgesetzt. 35 Waggons Kohle unterschlage«. Mangelhafte Kontrolle bei de« UebernahmSsteSe«. . Die LerhälLnisse, die im Verkehr mit Kohle herrschen, werden durch nachfolgend erzählten Krimmalfafl beleuchtet: Ein großer Teil der für Wien best iurmten Kohle wird von den Wiener Bahnhöfen nach .Etraßhos instradiert und kommt von dort nach Wien aus den Bahnhof Erdbergerlände der Ostbahn, mit dem sowohl das städtische Gas- und Elektrizitätswerk als auch einige große Jnduftriefirmen durch Schleppgeleise verblenden sind. Seit vielen Monaten nun hat man festestem, daß einzelne Waggons Kohle fehlten. Das Sicherheitsbursau. hat nunmehr festgestellt, daß einige dieser „verschwundenen" Waggons von einer großen Aktiengesellschaft gekauft worden sind. Die Gesellschaft konnte nur «itteilen, daß bas Geschäft mit der Kohle von ihrem Beamten Karl Csu th h, 5. Bezirk, Schloßgasse 16 wohnhaft, getätigt worben sei. Durch seine Vermittlung waren im ganzen '2 6 Waggons Kohle zu dem damaligen Preise von 5k. 1.— per Kilogramm gekauft worden. Diese 26 Kohlen waggons waren, wie sich heraus stellte, von den st äd t i sch en Wer ken ge kau ft und bezahlt worden, die nun die Waggons reklamierten. Herr Csuthy wurde beftagt. iver ihm die Kohle verkauft hat, und er konnte als Verkäufer einen gewissen Rudolf Degen nennen, der seinerzeit im Bahnhof Erdbergerlände bedienstet gewesen ist. Degen wurde gestern verhaftet. Er ist KU Zizkow geboren, gegenwärtig ohne Beschäftigung, 38 Jahre alt, und wohnte Landstraße Hauptstraße 63. Bei seiner Einvernahme gestand er, m den Jahren 1919 rmd 1920 Herrn C-suthy für die Fabrik 'btt Gesellschaft insgesamt 3 6 Waggons Kohle, die zum größten Teile für die städtischen Gas- und .Elektrizitätswerke bestimmt waren, verkauft und als Erlös KUsammen 850.000 Kronen erhallen zu habe«. Er war ein eifriger Turfbefucher und will fast die ganze Vumme auf hem Turf verloren haben. Degen« 'rede, daß ihm dieser jahrelang geübte Vorgang durch ^geteilt. Ihm oblag es, die Waggons an die Besteller szu instvadieven. Und dieses Amt hat er dazu Msgenützt, die Kohle Interessenten, die nicht aus de»n Plane standen, =3* überweise«, und Interessenten, die bestellt und be- - zahlt hatten, zu übergehen. Sr gebraucht die Ausr^de, baß ihm dieser Iah« lang geübte Vorgang' bursch mangelhafte Kontrolle erleichztert war, die -namentlich bei der Ueberuahme der Kohle geherrscht ^haben soll. SS feie» ihm — behauptet er — so und soviel Waggons als „erljaXtett" bestätigt worden, Während weniger Waggons geliefert wurden. Auch nach "seinem Austritt aus dem Bahndienst will Degen noch neunWaggvus Kohle an die Firma verkauft haben, fvitz die^ 26 - rycheyen bezogen h^t. iLv will sich eiujachz . "SSietiC“ Morgerrzsiturrg in das Bureau geschlichen haben, in dem die Frachtpapiere lagen, und will auf ihnen den Namen des wirkliche« Bestellers durch den erseht haben, der hei ihm bestellt hat. Degen wurde dem L>.r-wesg<>.richt eingeliesert. __ ' Jüdischer Volkshirwor. In der ganzen Welt hat der jüdische Humor eine bestimmte Marke, als bec akustische, skeptisch-spöttische Ausdruck eurer national gerichteten Seelenstimmung. Diese Art jüdischen Humors ist aber nur der Ausdruck der vom Volkstum abgespaltsnen Teile der Judenheit. In der-jüdischen Masse lebt, eine ganz andere Art von Humo.r, der aus dem Vollen schöpft und in seiner Gemütstiefe pnd /Frische bas jüdische Volk zu einem Volke echtesten Humors macht. Er drückt sich im ganzen Leben des Juden, in allen Beziehungen zu seiner religiösen Gemeinschaft, seinem Tage- und Handwerk und in seinem Liede aus. Gerade diesen jüdischen Völkshuwor will eine Veranstaltung, welche am 30. November um 7 Uhr abends im Mittleren Konzert-, haussaal stattsiutet, an charakteristischen Beispielen bekanntmache-n. Der Humor im jüdischen Volkslied, in der jüdischen Volks- und Kunsterzählung und in seiner Typisierung durch..jüdische Dramatik wird von berufenen Interpreten wie den trefflichen Künstlern Mali Picon und . Jakob Kal rch sowie den ausgezeichneten Darstellern der „Freie» jüdischen Volksbühne" Lea Weint raub-Graf, Simon Nat.an und Jona Re iß mann zum Ausdruck gebrach^. Der Letztgenannte, ein unerreichter Darsteller des echten jüdischen Humors auf dem Theater, wird zusammen .mit seinem trefflichen Kollegen im komischen Fach, Herrn Simon Nota», eine Duoszene ans Goldfadens „Meschiachs Zeiten" zum Vortrag bringen, in welcher Herr Reißmany die von ihm zurzeit keierte und durch seine Darstellung populär gewordene Figur des Jontel Schnorrer bärftellen wird. Für Liese interessante Veranstaltung gibt sich bereits jetzt reges Interesse kund. Die noch restlichen Karten. sind bei den Konzerthauskassen, 3. Bezirk, Lothringerstraße, an der Kasse der „Wiener Morgenzeitung", 2. Bezirk, Laborstraße, m der Buchhandlung Löwit, 1. Bezirk, Rotenturmstraße, und nn Kartenbureau „Aida", .2. Bezirk, Taborstraße 7, erhältlich. . ' - _ * Aus der Schule geplaudert. Dem Lanis:a7.-Abend. blatt der .Re chspost" entnehmen w-r folgende interessante Notiz'- „Die Mehrzahl der Münchener Umstmzführer war erwiesenermaßen schlechthin geisteskrank. Vielleicht fanden sie gerade deshalb wenigstens vorübergehend so großen Zulauf/ Lori Zeit zn Zeit — wenn auch nicht allzu oft — vernimmt man auch auS der Wevktzättr christlechsozialer Dvlksbeglückung ein wahres Wort und erfährt etwas über die Mitrelcken, mit denen die grobe» Schaumschläger aller Richtungen die breiten Massen .wenigst, ns vorübergehend* in ihr Lager zu locken vermöge». Da beginnt man dann freilich Verschiedenes z« begreifen, zum Beispiel, warum gewisse Parteien gerade an de« widerlichsten Gestalten, die das öffentliche Leben nach oben gespült, mit unbeirrbarer Zähigkeit festbalten und worauf d e suggestive Führcrgewalt der Weltverbesserer vom Schlage der Wiener Krakehler und dergleichen mehr eigentlich beruht. Die,«Reichspost" ifi eben ,e i u e, d i r's v e r st e h * Doldziher und «instei». In einer Aeußernng,Sb« den jüngst verstorbenen weltberühmte» Orientalisten Ignaz G o l ds z i h e r erzählt ein Frwnd des Verstorbenen, Dr. Ignaz S z i r « a h folgende interesiants Einzelheit: „Bor gar nicht. langer Zeit interessierte sich Goldühcr sehr für die Einsteinsche RelativiläiSthcorie and er Aagte, daß die populären Mitteilungen darüber ihm kein richtiges Gesamtbild bietm könnte«. Ich «achte mich erbötig, möglichst gemeinverständlich inzwanglosen^ Gesprächen diesen Gegenstand zu behandeln und ich kann sagen, daß ich nie rm Leben eine aufmerksamere Zuhörerschaft hatte, als ihn und fei«m engen Familienkreis. Einige Wochen vor feinen Hinscheideu kam wieder daö Gespräch auf E i n st e i n und da erinnerte er sich, daß er vor Jahren aus Konstantinopel ein Bündel arabischer Schriften, Berträge^usw. bekommen habe, unter denen auch ein VertragSabkommen vorkämr mit einem gewissen Einstein. Er ruhte nicht,eher, bis er das Dokument hervorgeholi und mir gezeigt hatte und gab hiebei seiner Meinung Ausdruck, daß es sich hier wahrscheinlich um einen Berwaudten des. großen Physikers handeln dürfte, denn dieser Name sei nicht allzu häusig-* * Zu« Beamteuabbn«. Man schreibt unS: Es ist schon so viel über unsere löbliche» Armier geschrieben worden, daß jede Zeile mehr verlorene Liebesmühe ist. Doch packt einem, in diesem , latenten Zustand von Wat, manchmal «och eine Ueberwnt, wenn man Ausflüsse dieses ZustandeS miterlebt. Man kommt zum Bei' spic! zu der Steueradministration für den Hl. und XI. Bezirk, um irgend etwas zu erledigen. Natürlich wartet man stundenlang, bis man an die Reihe kommt. Welche Unsumme von Arbeit wird hinter jene» geheiligten Türen geleistet, denkt der brave Man«. Wen» er aber diese Arbeit erst kennen lernt, kommt er zu ganz anderen Schlüssen: Am 9. Mar d. I. habe ich die Erwerbsieuer für 192a, am 14. d. M. die tfir 1921 gezahlt. Am 24. d. M. erhalte ich einen »LahlungSauflrag über dir allgemeine Erwerbsteuer" — nicht etwa für 1921 — »ei», sondern tür 1920. Bei solch angestrengter Tätigkeit ist allerdings an einen Beamtenabbau nicht zu denken. Ich mochte ja der Steurradministralion keine Antwort geben auf diesen Zahlungsauftrag, um nicht einen weiteren zu provozieren. Leider brauche ich einen Paß und daher eine Bestätigung über die erfolgte Zahlung. Also neuerliches Anstellrn, utuerlichrs Warten... weck «an dort ,ar angestrmgt arbeitet. * Eine amerikanisch - fädische Arbeitervcman, stratiun für Palästina. Der jütwst stattgefnndrne Emp ang der aus den Herren B« Katzenelio». Jotei Daratz und Madame Schochat bestehenden palästinensischen Arbiiterdelraation gestaltete sich z« einer imposanten Demonstratio« der hiesige» lüschen Arbäterfchast für da-arbeitende jüdische Palästina. ES fanden sich ungefähr 2000 jüsische Arbeiter zur Demonstration e>», wo die Arveiterjührrr Schloßbeig, Wvlinsky und Dr. Syrkin sowie an-ere angesehene Prrsönlichktllen wie Dr. Magnus die pplasti« 27. Novcmb"er'1M , Nr. 1018 nensischen Gösse herzlickst begrüßten und die gesamte jüdische Arbeiterschait Amerikas zur-akt,ven U. ^rslützurig des Aufbanevon < Eiez Israel aufgernfen habe». (I. C. B.) 1 4 Gin Hilfskomitee für Einwanderer in Palästina, JüJerusalem wurde, «re nnS von dort gemeldet wird^ ein Komitee ins Leben gerufen, z« dessen Ausgabe» es gehört, de» Einwanderern sowohl materielle Hilfe z« leiste»- als auch die Anpüffung an die palästinensisehe Berhävnjffe durch Rat und Ta^ zu erleichtern. DaS Komilee, an dessen Spitze Sir Willram D e e d s als Präsident und Frau Nornrarr B e n t w i ch als Schriftiührcrm stehen, will auch ein planmäßiges Zusammcuardeiteu aller int AuSlande tätige« Orga Visa t i» n r v. die sich mit der Förderung der Auswanderung nach? Palästina befasse«, tzerbeiführen. v>rr * Sic Inden im «derschlefische» Industriegebi^ Durch die Teilung devberrchlesischen Jndnstr^egebreteS verliert/ noch Berechnung des Frankfurter ^Israelit", dir deutsche Judenschaft 10.0Ü0 Seelen. Im Jahre 1913 zählte« K a t t o w i tz 3500, KSnigshStte 1000, MhSlowitz SS0,^ T a r » o « r tz und N y b n r k je 4> 0, P l e ß und' Lublinitz je 300, Nikolau nndLoSlau je 2000 jüd sche Einwohner. DaS Organ erinnert daran, daß die Inden!. d-e Begründer dcr obrrfchlesische» Großindnsiri« waren. Elms Sachs, Moses Hammer, Moritz F r i e d l 8 « d e r/ D.ivd Löwenleld, Rothschild und Sternberg waren die Schöpfer der ersten and größte» Hüttenwerke. Die! obeischlesischen Juden, so berichtet das Blatt, waren immer stark, detltich orientiert, trotz de§ von deutscher Seite intensiv gepfleztms Judenhasses, sie werden daher «nter polnischer Herrschaft einen! schweren Stand haben. V'" /- * Orsauisiernns de« südischsmedizinisehe» Hilfe ir». Polen. Die Borbrrernngen zur Reaktivierung der Joint-AbtrilMg für medirinische. und sanitäre Hilfe haben ihren Ab'chlnß erreicht.' Die sanuäre Abteilung wurde der Lesung Dr. Schmidts nnkerstellt, vre medizinische Hille wird von Dr. M i efo l i n geleitet werden. ES ww.de ein Arbeitsprogramm für fit ns Jahre entworfen. E'.ne Konferenz von Bertrctein aller auf lanitäiem Gebiete wirkenden jüdischen Jilstckustonen faßte den Beschluß aus d>eien Institutionen ein ständiger sanitäres Komitee zn bitdkn. In Warschau, Krakau und R o w n o; sollen Abteilungen in Veidindung mit praktischen Lehrlmsrn eröfftket werden. (I. C. B.) - * Ein zionistische« Ravdiner i« Warschau. Dir polnische Regst,ung genehmigte die Ernennunz Dr. Pozn an^ s k i S znm Rabbiner in Warschau. Die Bemühungen der Aguda-Orihodoxir bei de» polnischen Behörden, die Genehmigung' dieser Emennnug zu verhindern, hatten keinm Erfolg. (I. C. « «ine italienische PeseSfchalt fLr ««rgrabn«?e«. Die Gesellschaft für Ausgrabungen, Magna Grecra*,! schließt die erste ForschungSveriode mit einem reichen; E>folg an in Monteleone Ealadr» aewvnne»«« Material ab. Im genannten Ort wurde eine prachtvolle griechisch» Ringmauer (Hipponmm) bloßerlegt. Die Mauer ist mit einem L-urm eez'ert und mrt zahlreichen maskierten kleine» AuSfallmren versehen.! In ihrer Näbe fand man eme bedeutende Menge von eisernen Pfeilen^ die darau' schließen lassen, daß in der Umgebung sehwerv Kampfe ge-, führt wurden» Das italienische Uuterrichtsmiursterimn wldmetr tvnti ansehnliche Summe für weitere Forschunsen. , beim die ent»,, deckte Ringmauer stellt das schönste grirchtsche Kriegerwerk m derl Provinz dar. -■ > } ■ ■ * 20 Jahre Kerker für Streikende. AuS A wird gemeldet: Das Kriegsgericht hat daS Urteil im Verfahre» wegen deS Streiks der Eiektrizitälsarbeiter gefällt. Zehn ArbnteN wurden zu Gefängiüsstrafen von 5 bis 20 I a h r e n öerurietlx, 20 Angellagte wurde» freigesprochen. . > ,! * PutfchlLsterne «t»de»te». Aus Br t s tan. E gemeldet: Wie das Polizeipräsidium mitteilt, wurde aus Ersuchen deS Untersuchungsrichters i» Ossenbnrg vorgestern der Student Koppe verhaftet und »ach Karlsruhe abtranspvrtiert. AnHr, ihm wurde» «och sechs weitere Sludentr» sestgenommevliegt der Verdacht der Geheimbündelei gegen sie vor. . ,;v * Eiw «alastsnzevt zugunsten der RettuugSgese^ schuft in der Hofburg. Am 9. Dezember wird die Wrcnev Freiwillige RettungSgeseusckalt auf eine tviahrige Tätigkeit wt Dienste der Menschheit znrückLlicken. Am 9. Dezember findet t iefem Anlaß ein Galakonzert in der Hofburg statt. Künstler von Rang haben sich in uneigennütziger Weise der Rettungsgefell'chaft zu ihrer Jnbiläuuesfeier znr Vertüguug gestellt. Vera Schwarz von der Berliner Staatsopir. Kammersänger Alfred Piccaverll Kammervlitliose Alfred Grünfeld, Dr. Hans Peterka nnd die, bekannte Geigenvirtuosin Roszika Revah sind die AnsführeNde« des Festkvnzeris. Den Festdrolog wird^ Bargschansmeler Man Devrient sprechen. Da mit Rücksicht auf die zahrelchen R-rserM v'.erungeu eine beschränkte Anzahl von Karlen anSgegeben weidech kann, werde» die Freunde der Nettnttgk'gefellschaft gebeten, zech ehestens bei der Ventrale, Hl., Ra->etzktzstraße 1, wegen Karten-f vormeikungen zu melden. »Die notleidende» Kleinrentnek. DaS AktionSkvniite« des Sils-werkes für notleidendr Kleinrentner, dessen Ehrenfchutz' Bnndesvräsident Dr. H a r n i s ch übernomnien ha:, rechtet anj die Oeffevtlichkeit einen Appell, in dem auf dir fnrch'chare Notlage der Kleinrentner hingewiesrn nnd um Hilfe gebeten w'.rd. Spende» nimmt daS HsifSwerk für notleidende Klemrentner,' Hofgartenfiraße S, entgegne. * Direktor Sims« Heller. Der Direktor des israelitisches Bliudeninsi'tntS auf der Hohen Warte wurde gestern auf dem! Wege durch dir Würlbgasse plötzlich von Unwohlsein befalliu und; sank bewustlos zu Boden. Sein Zustand ist in Anbetracht deS hohen Alters sehr bedenklich. Die RcttungsgesrÜschast brachte ihn eit seine Wohnung. * Goldene Hochzeit. SamStag dev 8. Dezember d. D feiftt daS Ehepaar Max nnd Fa n n i 'Jleetrp»,! Schwiegereltern des Oberbeamten der israelitischen Kultusgemriude Oskar Mau t n e r, im Tempel VI, Schmalzhofgasse 3, dass Fest der g o 1 d e n e n H » ch z ei t. * Stürmische Szenen beim Anstelle« i« der Oper) Die gestrige „Rigvletto"-Vorttellung in der Staatsoper war ein Ereignis, ivsofern für gesiecn daS erste SSBiebcuauftieteit der Kaenmerfängenn Selma Kurz angesetzt war. Die Vorstellung! stand über unter keinem glücklichen Stern. Der Kammersängev P i e c a v e r, der den Riaoletto singen sollte, batte abgesagt, fiattj seiner sollte Herr D u h v n eiutrctcu, schließlich trat Herv T i e m e r ein. Trotz! der grimmigen Kälte waren in den Q»euS der Hofoper viele Hunderte angestellt. Als die Kasse geoffn« wurde, ensiand eine förniliche Panik, alles stürmte wild vorwortÄ AuS der Mitte hörte man angstvolle Rufe «nd tm GedrLngs stürzte« Leute zvB v^d t n und die RMdMMdvz

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