Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 1015 (26.11.1921)
- Date
- 1921-11-26
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Er ahnt nichts dorr dieser Welt erdverbundener, lnft-- gegerbter, kerniger Juden im iveiten europäischen Osten. In seinen ansgLzeichncten Erzählungen, die wir weit höher schähe« als sein« Stücke, namentlich in der er wtzlichcn Novelle „Das Kolaer Gäftchen", schildert Schal.in Tisch jene rauhm, jüdischen Gesellen ans den 'Landstrichen zwischen ..Großpolen und Masurien, die „urehr Sinn für Feld nnd Garten als für Schul' und Mkkweh haben". Sie kennen den Sturm, den Nachthimmet, sind mit Bin inen und Sonn; vertraut. Aber heimlich wirkt in den schlichten, viers.hrötlgeir Menschen die Sorge, die „Jüdischteil" könnte ihnen verloren gehen. Sv wandern sie denn allsabbatlich ans den Dörfern und Gehöften ins nächste Srädlrh-en. in den jüdischen Bereür der Drei(Fischer, Fleischer, Fnhrlrnte), unr zn betm und zu den gelehrten Inden der Stadt bewundernd anszublickerr. . In dieses Milieu verb»nierter Ostujden führt uns daS Dräma Kobrins. Er stellt einen breitschultrigen, einfältigen jüdischen Fischerburschen in einen Konflilt, an . dem der gute Junge zerbricht. Der Vater trägt.bittere Sorge um diesen Sohn, von dem er wo iß, daß er es mit einer Banerndirne, Natascha, hält, und verlobt ihn anr Strrbebettr mit Nuchems Tochter Chajle. Aber sein gesundes Empfinden zieht den Burschen zu Natascha, doch er wird sein,'s LiebeSglückes mit der blonden Dorfschönen nicht froh, weil rr — ein ostjüdischer Hamlet — immer wieder den Geist seines Vaters zu sehen, vermeint, der ihn au die übernommene Pflicht erinnert. Ein alter Eiferer unter den Dorfjuden weiß ihm überdies solche Angst vor der Strafe „in jener Welt" einzujagen, baß er Natascha, welche Dkutterfreuden entgcgensieht, von sich stößt und die Hochzeit mit Chajle festsetzen läßt. Umnittslbar vdr der Lrauungszeremonre erhenkt er sich aus Reue ÄNd Verzweiflung. — In vier langen Akierr, in denen SLiminirngsmaferei vorwiegt, wird diese Handlung recht umständlich vorgeführt. Sie leidet vom ersten Auftakt an dem Gebrechen, daß die Banerndirne schön, klug, herzhaft und von frischen Sinnen ist, die jüdische Braut aber ein ansgesprochener Dorstwttel, körperlich mißgestaltet und idiotisch, so daß man gar nicht in die Lage kommt, den Zwiespalt, in den der arme Judenjunge gerät, tragisch zu finden, sondern ihn nur bedauern kann. Einige Szenen im zweiten und dritten Akt sind dem Autor der krampfhaft dramatisierten Novell« trefflich gelungen,, anderes ist arg, einiges, wie NataschaS Philosophieren im zweiten Akt, sehr arg. Aber die gestrige Aufführung des Stückes in der Freren jüdischen Volksbühne (wir sagen das, weil uns kein stärkeres Wort der Anerkennung zur Verfügung steht) ließ alle Mängel dieser Bühnenarbeit vergessen. Ein Stück Land und ein Stück Menschentums wird in diesen vier Akten lebendig, die ferne, östliche- Erde atmet, Freude, Verzagtheit und Schmerz wirke« so ursprünglich und packend, daß man nur von eurem ganz seltenen Kunstgenuß sprechen kamt, 'der auch nach Schluß 'des Abends wirklich begeisterten, echten Jubel curSlöste. Hier hat der Referent eine Darstellung nicht „zu besprechen", sondern als genießender Zuhörer zu danken. Wohl ferner der Gäste dieses Abends konnte sich dem Eindruck entziehen, daß eine Gemeinschaft wahrhaft verantwortungsvoller Künstler Erhebendes geleistet Hab«. Da ist zum Exenipel eine Szene im' zweiten Akt: Dev .Awrssjtng", schon recht bedrückt von dem gegebenen Eheversprechen, ist einen süßen Augenblick lang mit seiner Natascha beisammen. Der Jammer der Mutter ctlmtetfc ihn. an seine Sünde. Der fromm«, asketische Fischer ist als sein mahnendes Gewissen hinter ihnr, das Jammerbild der Braut zeigt ihm sein künftiges Schicksal. Von fernher tönt die Dorfmnsik, kommt. intimer näher, die Bühne erfüllt sich mit dem fröhlichen Trubel singender, johlender, stampfender Burschen und Dirnen uitb plötzlich vergißt der „Dorfsjing" seinen Jammer, Natascha tänzelt ihm entgegen und das prächtige Paar dreht sich selig, entrückt, wild im Tanze. Diese Mischung der Stimmungen, diese haarscharfe Trennung und Vermengung zweier wesenshafter Volkselemente, twr ostjüdischen und ukrainischen, diese Steigerung eines leise anfkeimenden Rhythmus bis zum ekstatischen Tanzjubel'haben wir in solcher Plastik und Farbenfülle noch niemals gesehen. Es gibt diesmal m der ansehnlichen Schar der Darsteller feinen einzigen, der nicht am Platze wäre, und die Zahl derjenigen, die in ihren Rollen überragend find, ist erstaunlich groß. Ganz besonders die Frauen Natan und Weintrau h- Graf sonne die Herren Natqu, Reißmanu, Bara- Low, Harsch kowitz, Jabiottsky Md Deutsch« der hochverdiente Spielleiter des Abends. Eines sei noch aufgezeigt, was mdibergeübte« Theater» besuchen! unsichtbar bleibt: Die ungeheure«, inbrünstige Arbeit, die allein eine solche Oesamüvirkung erzwingen kann. Sie ehrt dis Künstler, sie verpflichtet dajüdische Publivr«. Auch' den Referenten. Er rührt hik Werbetvonmwl für unsere MM mwmszi ' _ _ . s SfcÄfift'lG rötettct Ar-rftsttzerruMH Ern BpVLll Äes HsApthArSrms des MN?chen. LCKL!0KKSfs«Äs. Das Hanptbur-au dos Aere-.l^Kujemeth im Haag v^'rfen'öet an alte Landeskomuüssionsu ein dringendes Zirkular. Zum ersten Male seit Bestand des K-üren Äajemeth (von der. Panik der ersten Kri^gsnronats abgesehen) ist ein Rückgang der Einnahmen d^s Keren Kajemeth fesiznstLllen. In den ersten zehn M-onaien des Jah'-eZ 1921 nahm.-, der Keren Kajcmejh bloß $4.110 Pfund Sterling, gegenüber 113.451 Pfund .Sterling, in her gleisheu Periode des Vorjahres ein. Dieser Rückgang ist cin in der Geschichte des Jüdischen Nationalsonds „unerhörtes Er-'' eignis". Trotz aller Gründe, die zur Entschuldigung dafür angeführt tverden können — vor allem die Bst" lutaentwertung — darf es für den 5ieren .Kajemeth nur ein Vorwärts und nie cin Zur itck g-süen. 'Alle Hemmnisse müssen durch Lipservolle Anstrengung überwunden werden. Daß dies inöglich ist, hat gerade O e fta r r e^i ch! bewiesen, wo die Einnähmeit des .Keren Kajemeth trotz, der entsetzlichen Geldentwertung gegenüber der gleichen Periode des Vorjahres auch in Pfund Sterling ausgedrückt gestiegen, sind. Oesterreich gab damit ein Beispiel für die anderen Länder. Wiewohl auch in Oesterreich nicht alles geschehen ist, was möglich war, hat dieses Länder mit gute:. Valuta, wie ^Holland, Be!» gien, die Schweiz, ja selbst Australien' und' Kan-ada, in seinen Leistungen für Len Jüdischen Nationalfonds überholt. ' . Aber noch viel kann.-geschelM, wenn wirr die wenigen-Wochen bi? zum Jahresende so ausnützen wollen/ daß dein Jüdischen 9?ationalsonds die BeschLmung 'erspart Lleibe, znnr ersten Male einen Rückgang: .seiner Einnahmen bei JahreZeude verzeichnen zu müssen.^ - Jsden Oesterreichs l Das Hanptourea u des Jüdischen Nationalf-onds appelliert, an alle seine Freunde, die letzten Tage dieses Jahres zu unerhörter Anstrengung auszunützen, u nr i h m z u Helsen, d i e n ö t i g e n Gelder noch im l'etzletr Moment aufzubringen. Die La ttde s s a m ine lste lle Oesterreichs leitet an euch diesen Appell weiter: Helfet alle, ideur Kevsn KafeMech l IrrÄerr Oesterreichs! Zeiget der Welt, 'zerget den anderen Ländern mit besserer Valuta, daß kein Teil des jüdischen Volkes zu arm ist, um viele und große Opfer zu bringen, wo es die Sache des Jüdischen Nativnalfvndsj gilt. Helfet dem Kerien Kaj-evseth L'JfrM! Spenden werden vntgegenommen m der Sammelstelle des Keren Kajemeth für Oesterreich,, 2. Bezirk, Dirborstraße 59, Zionistisches Landeskomitee, 2. Bezirk, Zrrkusgasse 33, Wiener Morgenzeitung,, 2. Taborstraße 1>, Palästina-Amt, 1. Bezirk, Bauernmarkt 24, Reise- und Transportgesellschast „Maawirim.", 1. Bezirk, Bauernniarkt 24, Bankhaus Bernhard Mayer, 2. Bezirk, Taborstraße 8 a, Bankhaus Rohathn, 1. Bezirk, Maria Theresieustraße 8, Jüdischer Nationalrat, 2. Bezirk, Taborstraße 20 a, Buchhandlung R. Löwit, 1. Bezirk, Nothenturmstraße 22, Franka Rittermann, 3. Bezirk, Hetzgasse 42, Zionistische Bezirksseküvn 9,; 9. Bezirk, Liechtensteinstraße 11, Zionistische Bezirkssektion, 6. Bezirk, Amerlingstraße 19, Zionistische Bezirkssektion 10, 10. Bezirk, Favvritenstraße 130, (Sandvr Löwenstein), Adofes Gottdenker, pr. Zionistische Bezirkssektion 12-15, 14. Bezirk, Toßgasse 4. Dr. Förster, 16. Bezirk, Brunnengasse 34, Moses Mehler, 20. Bezirk, Traunselsgasse 7, Sam. Präger^ 21. Bezirk, Am Spitz 2. Sammelstelle des Keren Kajemeth L'Jsrael! für Oesterreich', Wien, 2. Bezirk, Taüorstraße 59. TeilweLss« Scharrspielerftreik in Wien. I« Deutschen VotkStheater, in Von Kammerspiele« ««d i«r Theater an der Wien. Der bisher «nanSgetragme Gegensatz, der zwischen den Theaterdirektoren und den Dchorivielern bezüglich der anfgestellte» Nenfordernngen besieht, hat dazu geführt, daß gestern abends a n dreiWienerTheatern der Streik proklamiert wurde. Im Deutschen Bolksthater, in den Kammerspielen des BoMhraterS sowie im Theater an der Wien entfielen Abendvorstellungen. Die Proben i» den genannte« Theatern wurden um die Mittagsstunde abgebrochen. Im wesentlichen spitzt sich der Konflikt, wie bereitgemeldet, dahin zu, daß dir Schawpieler «me Mindestg-ge von kl 45.000 im Monat verlange« während das äußerste Angebot der Direktoren sich auf & 80000 beschränkt. Am Samstag hattm die Verhandlungen oufgenvmmm werde« sollen. Da ab« der Direktorenverbtlnd sei»e Delegierte» auf den Betrag von K 30000 festlegte und nn vorhinein erklärte, daß üb« ei« PluS «icht verhandelt werde» könne, Hobe« dkr BLHuenverein nnd di« Union der technischen Angestelltm diese Verhandlungen als zwecklos erklärt und an den drei erwähnten Theater» de« Streik erklärt, indem sie sich gleichzeitig Vorbehalten, analog wie bei der Letzten Lobrw deweguvg.de» Ansstand «tgwmmeike «sevdehne». 26. November 1921 Seite 5 Dec Standpunkt beider Parteien ist aus den bisher cr, folgst u Pablik'at'Lnrn bekannt. Die Direktoren erklären eine weitere Ueberwälzung aus das Publikum für unmöglich und Hallen an ihrem Angebot einer ungeiähr 10b"/nigen Erhebung der Oktobergage fest. S:e bieten die Hälfie dessen, was dir Schausp-elcr als Eplstenzminimmn für dm Monat Dezember bezeichnen. V'L'HZO pidiscSie 'Vo11£:s1>m2iru e Gastspiel im S-wstspSeltlaeater H BITTE 3 Uhr 7 Öhr abends; DBS KÜHIG Der £3©rfsjän?5 Schauspiel in 4 Ah ln. von S. Juschkiwifsdi Sohanapinl in i Akten von L. Kobrin flWT" as Theater iai geheiBÜ Aus ven Wo ch e ttfvielpl a n des B n r g t h e L t e r s. SomNaci, 2 Uhr (außer dem J'abreZ- und SlammsitzaVormemen!. kem ' KarlerweikaufI „D e Gckchwisser^. „Von ihm alle Dugeuden", „Die Heirat wle'orr W'llen". 7 Uhr, (m erböhlea ^rriseu) ^Das Konzert". — Moniaa, 7 Ubr, „Bnnbmp". — 'Dienslno, 7 Nhr lm, erhöhten Preisen) „Der Schwan". — Mittwoch, 7 Uhr 'beschränttrr.KarlLav'crkauf, zu et höhlen Preisen) „Nnd Ppva trnck". -- Donnerst-rxi, 7 Uhr (bei au^.'rhobeiütn Jabresalonn-.meut, zu besonderen Preisen) znm ersten Male: „Maeanrr Legros". — 'ftmtaß, 7 llbr (zu erböbten Prefi-n) „Madame Legws". — SümZtaZ, 7 Uhr (zu erhöhten Preisen! „Und Prppa tanzt". , . Wockens p i e l p l a n der StaaLSoptzr. Sonulaa, 0 Uhr (zu erh'öhleu , PreiferN „Palestrlna". (Vorromeo Herr Kammersänger Fritz Femhals vom,National'- theater in München als Gast.) Mornaa, 7 Utic (bei aüsßcbohcncnt Jalnesnab Stammsstzabonnement, kni,^ Kartr".'- verkauf) „Der Evangclimann". tJohanncs — Herr Josef Haae.r von rer Wiener Volksope: als Gift.) — Dienstag, 6 Ubr, ..Palestrrua". (Borromeo — Herr Kammerfänsex Fritz Femhals vom Nattottalwialer in Münclnn als Gast.) — Miitwock. 7 Uhr, „Manou". — Donnerstag, 7 Uhr (zu erhöhten Preisen) „Violanta". (Aiolanta — Frau Bkra,Schwarz von 8er Staatsover in Berlin .als Gast) Hicrarrf „Dir rosen Schuhe". — Freitag. 6 Uhr (tu erhöhten Preisen) „Lobmarin". (Telramn^d — Herr KammerfLuger Fritz Feinhabs vom Nationaltheäter rn München als Gast.) — Samstag, 7 Uhr, „Der Kulirttgrn". Volks» p e r. Heute, Samstag, gelangt in der Vollsover „C a v a 11 e ci a rasticana“ hirrau^ „D e v B ajar z o" zur Aufiührmrg. Den Tunidu und Canio singt Herr Richard Knbla als' Gast. Begmn 7 Uhr.' Inr L u st s p i e! 1 h c ä t < t (Gastspiel der Freien jüdischen Volksbühne) bleibr KobrinZ „D e r-D o r f § i i n g" bis einschließlich Dnnstag den 29) d. M. täglich am Spiclvlan. Mitnvüch den 30. d. M., „G o t t d e r R a ch e". Ab Donnerstag den 1. Dezember täglich „D e r D o r f s j i n g". Beginn 7 Uhr. Wochenivrelplan der Neuen Wiener Bühne. Sonntag den 27. d M. bis inklusive Mittwoch den 30. d. M. täglich 7 Uhr abmds „Betty Kalmus", Mit G sela Werbezirk als Gast. Donnerstag den 1. Dezember, 7 llbr abends, zum ersten Mate „Die fremde Frau" (l.a Semrae X), Schaüwiel vvn Alexander B-sson. — Fre-taq den 2. Dezember bis ms'uüo' Sonntag den 4. Dezember, 7 Uhr abends, „Dre -fremc.e Frau" (La fettime X). — Sonntag, 3 Uhr nachmcktags, „DreLokalbühn" uvd „Dre kleinen Verwandten". An der R o l a v d-B ü b n e (Indisch-: Bühne), H-, Praterfiraste 25, gelangt hente. Samslag. und morgen, Sonntag, die Operette „) a n k a l c*, mit Mali P i c o n und Direitor I. K a l i ch, zur Aufführung. GerichtssML. Verbrechs« der KreditsapierverfaffchunZ. . Am 16. September d. I. wurden vom Wiener Schwurgericht Abraham Fröhlich, Hermann E i s n e r und Wilhelm Mau« wegen Verbrechens der öffentlichen KrrdiLpapiervttsnlsckvng zu z w e i, respektive zu je z w e i c t \\ b a t b- Jahren K.rkers verurteilt, weil sie echte Note» der Oesterreichisch-ungarlschen Bank mit falschem ungarischen Stampiglieuavsdruck im Werte von 29.000 versehen und in den Verkehr gebracht haben. Gestern verhaudclte der Oberste Gerichtshof als,- KassationShof über die Nichtigkeitsbeschwerden, welche Fröhlich- und Ersner gegen dieses Urteil cingebracht halten. Der Vertreter des Fröhlich frihtte an, es könne von einer Kreditpapürverfalschnngi mrr da gesprochen werden, wo auZ nichts ein Wertpavier neu gemacht werde. Hier handelt es sich aber um den Aufdruck von falschen Stampiglie» auf echte Noten, worin lediglich. i\\\: Betrug, eventuell,. Las Verbrechen nach § 114 gelegen sein können Der V:rtrcter der Generalstaatsanwaltscha^t Hosrat Dr. Nigg ver-> wieS darauf, daß bei einer Nachahmung öffentlicher Kreditpapiere lediglich ein Verbrechen LeZ 8 106 Str.-G., welches e;ti Spezialdelikt darstelle, die Rede sein könne, daß der Gerichtshof gar nicht die Frage» auf Betrug usd nach 8 144 zulassen komrie. Die Fragen seien genügend konkretisiert gewesen, um erne neue Anklage gegen die Angeklagten wecren desselben Delikts unmöglich zn macken, und damtt sei dem Gesetze Genüge getan. Der Kassationshos verwarf die Nichtigkeitsbeschwerden, indem er sich der Anschauung der Generalstaatsanwaltschast anschloß. EhescheL-mrgen auf den ehemals UAgarffchs^ Gebieten. Das ungarische Amtsblatt veröffentlicht eine Regierungsverordnung über die in den abgetretmen Gebieten geiätlten Ehescheidungsbeschlüsse, die mit Rücksicht auf das Buigenland auch für Oesterreich von Jntereffe ist. Die Verordnung gestattet Parteien, die ungarische Staatsbürger sind und in dreien Gebiete» von »ichtungartsche» Behörden Ehesckeidungsbeschlüffe erwirkte», auf kuizem Wege vor dem ungarischen Gericht um die gerichtliche Feststellung auzusnchen, daß ihre Ehe gelöst sei, jedoch nur rn solchen Fällen, in denen auch das ungarisch e> Gesetz dm Trennung-grunr anerkennt. Die Verordnung fe, sagt ferner, daß, wenn die Parteien in den Staaten diese» Be-i Ichlnß gefällt heben, eine neue Staatsbürgerschaft «worben' habe», die Ehrjcheidnng-beschlüffe nicht für ungültig erklärt.- werde« fturnt» «nd inch in Unaar« auerkanut wvcden möLvr^! i i / X-