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Wiener Morgenzeitung · 1921-11-16 · Heft 1005 (16.11.1921) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 1005 (16.11.1921)
Date
1921-11-16
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Einzelpreis Kronen Einzelpreis AM- Kronen ^ränumerationspreise; tz irn: ««« «dholen « »«, «xpevUio«, S. Brzirk, Täh«° ftrntze 1 biß, 3, »»er in-einet LrrschleitzstrNr (Srofif): Monatlich. Stauten »•?.« Mit Vestnersai» für «Un «» Oesterreich: . Kronen 300.« Tschtcho-Slmoakeir Monatlich. Kronen 18.« «i.rteljabrlich . 54.« u> Mrcho-sloioa kilcher DSHr»»- Ungarn: Monatlich. . Kronen WV* vierteljährttch . «10.« « nngarifchrr Wichrnng . Jngoflawienr Monatlich. . Dinar lSr* dtetteliShrltch . 45«« NrSnnwerationspreife; Monatlich. . Mort 500*- i» polniichrr Wühnuig' . Dmtschland: Monatlich. . . Mark K0^-> llpairkrnch: Monatlich. . Frone* _ Italien: Monatlich.... Lire 0,- „ »InmSnien: Monatlich.... Lei S0>- kchweiz ». dar übrige Autlim* Monatlich. . . ftepne* 3 — Medattionn.Sldministralt«« Wien, .Bez..Taborstr. t—3 Tolephone: 440^8, 43k. 1» ab Opchr abenv* «r. 10801 Ar. 1005 Wien, Mittwoch den 16. November 1021 3. Jahrgang Die Washingtoner Abrüstungskonferenz. Annahme des amerikanischen Vorschlages. Washington, 15 November. (Havas7 In der heutigen Sitzung der Abrüstnn s- Konferenz erklärte B a l.f o u r in formeller Weife, daß England den amerikanischen Vorschlag, betreffend die Einschränkung der Rüstnn en zur See, dem Grundsätze'und dem Geiste nach a n ne h m e. Admiral K a t o erklärte, Japan nehme den Vorschlag mit Vorbehalt g r u n dfLtzl ich an. Schanz er erklärte, Italien billige den amerikanischen Vorschlag. Balfsars Erklärungen. Washington, 15. November. (Tel.-Komp.) In der heutigen Sitzung der Abrüstunyskonserenz brachte Balsour das . Einverständnis Englands mit den amerikanischen Vorschlägen zum Ausdruck, machte aber hiebei zwei wesentliche Vorbehalte. , Der eine sucht darzutuu, das; die belassene Unterseeboottonnage unzureichend sei,, der andere erklärt die zehnjährige Ruhezeit im 'Schiffbau für eine Schädigung der englischen Wirtschaft. Die Schiffswerften müßten für zehn Ighre vollständig geschlossen werden, 'sie würden in diesem Zeitraum verfallen und müßten' dann unter uit geheuren Kosten wieder vollständig ausgeb qqt werden. AüWdem würde das englische^ Arbeitslasenheer um iMvvO Mann vergrößert werden^..y-EW«. ''. Was die Haltung Japans zn. den amerikanischen Vorschlägen airbelangt, so liegen Anzeichen tzaför vor, dyh auch Japan, von einigen Vorbehalten abgesehen, keinen grundsätzlichen Widerspruch erheben' wird. abgemacht worden sei, Frankreich und It a ll e n würden bei den F'agen, die der Konferenz unterbreitet werden, Hand in Hand gehen. Paris,' 16. November. (Wolff.) Nach einer Meldung der „Chicago'Tribüne" aus Washington wird sich die japanische Delegation mit der .Einschränkung der japanischen Flotte auf zehn Großschiffe einverstanden erklären, jedoch eine entsprechende Herabsetzung der englischen und der amerikanischen Flottenslärke verlangen. London, 15. November. (Wolfs) Zu dem Bericht, das; Balsour in der heutig m Sitzung dcr.Abrüstungskvnferenz im Prinzip die amerikanischen Vorschläge, betreffend die Einschränkung der Rüstungen zur See, annehmen werde, wird gemeldet, daß eine H a u p te r w ä g u n g. die Balsour bei dem Entwurf seiner heutigen Antwort auf die Vorschläge Hughes' leitet, die Frage ist, was getan wer den m ü s s e, um F r a n k r e i ch und Italien in den Bereich i des amerikanischen Planes einzus ü g e ii. Die amerikanischen Delegierten sollen ihren britischen Kollegen vor Angen gehalten haben, daß es zweckmäßig wäre, wen« man zuerst die Vorschläge der Aüstungseinschränkung beriete, da sie die drei Hauptmächte, England, die Bereinigten Staaten und Japan, berühren. ' 7 . Außerdem verlautet, daß Englanre vielleicht' sogar d i e A b s ch a s f u n g der llit 1 e rseeboote -v v rschlage n und, wenn dies zu weit gehen sollte, für die. Einschränkung der Größe und der Bewaffnung der Unterseeboote eintreten werde. Die britische Ansicht geht weiters dahin, daß mit der Rüstungseinschrankung eyentuell eine Verminderung der Rüstungsbetriebsanlygen vor sich gehen soll. Die Engländer wollen auch das Ersatzprogramm über einePeriode von Jahren verteilt sehen. Die britischen Sachverständigen fittb außerdem noch der Meinung, das; die Einschränkung der Flugzeugmutterschiffe den Bereinigten Staaten einen gewissen Vorteil, bringe, da die Engländer bereits eine Anzahl deutscher Schisse besitzen, die veraltert wären, mährend die Vereinigten Staaten neue von überlegener Mt bauen werden. Sldttc Unterbrechung des Schiffsbaues. Brrand gegen die Abrüstung. London, 15. November. Einer Washingtoner Meldung des Reuterscheu Bureaus zufolge wird Balsour Vorschlägen, daß an Stelle der zehn« jährigen Unterbrechung des Schiffsbaues der Ersatz o o n S ch i f f e n jährlich in einem beschränkten M a ß e vor sich gehe und daß die Werstanlagen entsprechend verkleinert werden.' Großbntannien halte auch den für. die Unterseeboote festgesetzten Tonnengehalt für nicht Zu hoch. Ncw-Uorlr, 15 November. (Funkspruch.) Senator V o r ah hielt in einer Massenvermmmlung zugunsten der Abrüstung eine Rede, worin er erklärte, daß der von AuZUtz.:Abrüstungsvorschlag fi i ch t iv.eü t 'g e n ü y gehe.' ' ' 7 New-Äorb, 14. NooenOdtt^FuNkspruch, Wolff-- Bureau.) „New Bork Times" melde« aus Washington, daß' kein einziger Senator dem Hughesschen Abrüstungsoorschlag widersprochen habe. Hughes habe mit B r i a n d eine Unterredung gehabt, worin wahrscheinlich die Beschränkung der Landrüstun gen berührt worden sei. Briand habe sväier erklärt, daß diese Frage besonderer Erwägungen bedürfe. Washington, 15. November. (Havas.) Die Führer der Abordnungen der fünf Großmächte haben beschlossen, daß die Abrüstungsfrage durch einen Ausschuß geprüft werde und nicht, wie es ursprünglich sein sollte, nur von dm Führern der Abordnungen allein erledigt werde. Desgleichen wird auch die Fr ag e des f e t u e it Osten s einem Ausschuß anoertraut werden, der sich aus den Hauptdelegierten der fünf Nationen, die auf der Konferenz vertreten sind, zufammensetzen wird. Außerdem wurde beschaffen» daß in der heutigen öffentlichen Vollsitzung jeder Nation, die es rvLnscht, das Wort erteilt wird, inn ihre Ansicht über die amerikanischen Abrüstungsvorschläge auszudrücken. London. 15. November. (Havas.) Man meldet m WaidürgtzM» daß zwischen Briand und Schanz« Das japamfüi-enylische Büadnis. Washington, 15. November. (Tel.-Komp.) In hiesigen Kreisen ist man der Anschauung, daß Japan auf das Bündnis mit England nicht allzu ungern .verzichten wird, wenn auch die in Washington anwesenden japanischen Delegierten sich bisher zu diesem Gegenstand «icht geäußert haben. Es ist bekannt, daß Amerika einen Vorschlag, eine Allianz zu dreien zu gründen, unter allen Umständen mit „Nein" beantworten wird. Japan wird daher der Kündigung des Bündniffes, das im Falle eines Krieges mit Amerika ohnehin keine Rolle spüün würde, nichts in den Weg legen. _ Verhindertes Attentat gegen Königin Sophie von Griechenland. Konferenzen. Wien, 16. November. Chinas Forderungen in Washington. Washington, 14.. November. (Wolff.) Einer Mitteilung Wellington Koos zufolge wird die chinesische Delegation der Washingtoner Konferenz Vorschläge für eine Regelung der Probleme des Ostens unterbreiten, die auf folgenden allgemeinen Grundsätzen fußen: Von der N e h a b i l i t i e r u n g Chinas hängt der Friede des fernen Ostens ab. China muß in die Lage gesetzt werdest» seine eigene wirtschaftliche Wiederherstellung dicrch die Entwicklung der natürlichen Hilfsquellen des Laubes zu vollbtingen. Lluch die territoriale Integrität Chinas muß gewährleistet werden und weitere Eingriffe durch ausländische Konzessionen müssen aufhören. China muß absolute politische Unabhängigkeit haben und muß von jeder Einwirkung von außen verschont bleiben. Während die Welt nach einer Zetstörungsarbelt von Jahren, wie sie mit so grausamer Systematik die sogenannten zivilisier-ten Völker der Welt noch niemals betrieben haben, sich in immer erneuten Kämpfen windet, reiht sich Konferenz an Konferenz und die Kerte der internationalen oder zwischenstaatlichen Ben-alungen wird immer länger. Dem flüchtigen Leser wird es immer .schwerer, den Ueberblick über die stets bunter werdende Reihe von Tagungen zu behaupten, und die sich überstürzenden Meldungen schaffen in seinem Kops ein Wircsal, das als Symbol der allgeineinen Zerklüftung und Zwiespältigkeit gelten mag. Me groß die Zahl der Konferenzen auch schon Ist, die seit, der Beendigung des großen Mordens stattgesunden haben — das erlösende Wort ist noch nicht gesunden. Was rstan hört, .sind tönende Phrasen, welche , die entsprechende Tat ersetzen sollen, und über kleine Versuche und halbe Mittel ist man bisher nicht hinaüsgekommen.! Während gegenwärtig in Genf die internationale Arbeitskonferenz tagt, die bestimmt ist, die Arbeitsbedingungen zu verbessern und den Standard des, Arbeiters zu erhöhen, während man in die wirtschaftlichen Beziehungen der Nachfolgestaaten der Monarchie auf der Konferenz von Portorose Stetigkeit und Ordnung zu bringen sucht, hat Harding in Washington die Mrüstungskonserenz der Weltmächte mit.Warten.^ eröffnet, die von HMaMM^MerqMNM^tznd. dem Anbruch,einer neuen Aera präludieren, während sem, Außenminister aufrichtiger -unb-sachlicher das eigentliche Ziel jener Zusammenkunft kennzeichnete i Das Wett-, rüstender Mächte,, welche im Stillen Ozean ihre Irüeressen zu vertreten.haben, durch einen Schiffsbau^ m festzulegenden und für die einzelnen Mächte verbindlichen Proporti!?''en zu ersetzen. Es braucht nicht daran gezweifelt za werden, daß ein^ solches Abkommen, wenn es gelänge, einen nichtim-' wesentlichen Fortschritte auf dem Wege , zur Ge-, sundung der Welt bedebttn könnte und daß dadurch die drohenden Knegswolke» an den fernen Kästen des Stillen Ozeans, die manche schon ip ge-, fährlicher Nähe sehen wollen, gebannt werden könnten.! Aber aus dem von Hughes deutlich umschriebenen; Berhandlungsprogramm wird ersichtlich, wie wenige jene Tagung von Washington ihren stolzen Namenverdient, und gerade der Interessengegensatz zwischen den Vereinigten Staaten und Japan, auf den .hie.. Konferenz zurückzuführen ist, beweist, wie fern wir noch von jenem Stadium sind, das man ohne lieber-, treibung als Abrüstung bezeichnen könnte. Graz, 15. November. Die „T-2g>espost" meldet aus Laibach: Wie der „Slovenski Narvd" aus U'rsküb ist südlich von Uesküb gegen d«n Ei seitbahnZing, in foerni die Königin Sophie von Griechenland von Belgrad nach Saloniki fuhr, von bttlM^ffchen Komibatschi ein B o m b e n a t t s n t a t verglicht worden. Die Komibatschi töteten einen die Strecke' kontrollierenden Inspektor, während es einem ihn begleitenden Arbeiter gelang, sich in Sicherheit zu bringen und die An;eigr zn-erstatten, 'so daß^öas Ll.Lte.Ltat v.e.rL;.L-rL^. Nichtsdestoweniger wird man in Europa gut doran tun. die Vethandlungen von^ Washington mit allem Interesse zu verfolgen, denn die Abmachungen, die dort getroffen werden sollen, werden hier Keinesfalls ohne Nachwirkung bleiben. Trotz aller Zerrissenheit der europäischen Derhältniffe oder vielleicht.gerade infolge dieser Zustände machen sich die Vorgänge in einem Lande in der Nachbarschaft empfindlich fühlbar und so wie die Entscheidung über Oberschl'esien durch das französisch-englische Verhältnis bezüglich des vorderen Orients beeinflußt wurde, so wie die italienisch-, jugoslawische Spannung zu dem Düpierüngsversuch Oesterreichs in Venedig geführ.t und die Ausschreitmtgen der weißen Banden im Burgenland ermöglicht hat, so wird von der Erledigung der Frage der Schulden der Westmächte an Amerikü, wenn es, wie man in Frankreich und Italien hofft, zu.einer^ solchen kommen, sollte, das künftige Schicksal Deutschlands, Oesterreichs und der übrigen notleidenden Staaten Europas mit abhängen. Vorläufig allerdings zeigen die Mächte des Westens wenig Neigung, die Erkenntnis von dem internationalen Charakter der Wirtschaft in praktische Taten überzuleiten. Frankreich besteht trotz, aller zwischen Loucheur und Rathenau getroffenen Abmachungen auf der restlosen Zahlung der deutschen Reparationsverpflichtungen und der Kurssturz der deutschen Mark, der, wenn er zu einer bleibenden Erscheinung würde, sich zu einer Bedrohung der europäischen Gesamtwirtschaft auswachsen könnte, hat bisher m Paris keine Sinnesändemug heroorzurufen vermocht.. Der Völkerbund ist ein fertiges Gebilde und auch Walbmato» «ird il» m abschb«« Zeit vM,üleße» Ja £ tmSniii.

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