Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 1003 (14.11.1921)
- Date
- 1921-11-14
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Wien Montag Wremer W.9v$en%ctiun§ 14. November 1921 Erke 4 Rr-.1003§ Freie jüdische Volksbühne Castspiel im Lustspieltheater HEUTE Gott der Rache »»«aioSAkt« 7 Uhr nachm- IfcBvIie iren schslta A*eh Jankel Schapschowitsch — Paul Baratow (Ben Zwi) tsso g^*X>as Theatei ist g e h. i x 11 “^1 * Ve,«ntreu«»g. Am 11. d. M. wurde der 23jshrige Buchhalter Julius Kohn, Treucim geboren, IX . Hbragaffe 1 wohnhaft, dem Landesgencht eingrliefert, weil er seinem-Chef, dem Kaufmann Morii Brandt«. XVlll., Cehumasnaaffe 27, einen Betrag von X 113.000 veruntreut hat. Daganze Geld hat er schon aufgedraucht. Bereln-nachrichte«. Jüdische Tischaesellschalt Ottakring- Hernals, XVI., Hellgaffe 7, Mawras Theatersaal. Heute trägt Herr Z. Lewanon über Land und Leut« Palästinas vor, Herr Parnes eigene Dichtungen. $vtef&aftat lee Stili&tiw. I. D. Der betreffende bvruch lautet: „Quod licet Jovi, hon licet bovi.“ — Ä. S. Nichts gerogen Türkenlose 596.148 und 1.701.316 nicht gezog n. — Dried« Ech«m«er. Besten Dank, leider nicht -eelgnet! Sie«erfra-ekchfterr. Alfred B. Einem verheiratete« Arbeiter mit zwei Kinder« sind bei einem Wochenlohn vo« X 3300 an Eiilkom«eustk«er wöchentl ch K 21 abzttziehe«. — St. L. Sie müsst« nicht nur das Bekenntnis bis 15. t>. M. einbringen, sonder» auch die Vor« einrablung bis dahin leisten, da Sie sonst einen Straszuschlag von 50% zu zahlen baden. — Ävorse«. Auch wenn der letzte Zahlungsauftrag für da- Jahr 1918 lautet, können Sie ihn zur Grundlage für die Vor^mzahlung nehmen. Sie werden für das Jahr 1919 noch einen Zahlungsauftrag erhalten, nach dem Sie dann die Steuer ohne Ausschlag m bezahlen habe». Die Abschläge uetten näml'ch nur für 1920 und 1921. -7- Sk. Aot» D>e Sreuerbehörse ist zu dieser Au-kirnft nur dann de,pflichtet, wen» Sie cm Bekenntnis über mehr a's K 200000 Reineinkommen bereits überre cht haben. — III. Die Zuschlige ur Erwnbstkner beiraaen lür 1921 m der M. Klaffe mWirn 50375*/,, für 192!» 481*75°/, Die Vo^einzahlun« beirägl in oie'rr Klaffe tue 1920 1162-5°/«. für 1921 12015°/« des zuletzt bemeffimn iädrlicheu Steuersatzes. — Tritz Z. Die Einko««rnst'»er vo» den auf Ihr Konto gebuchten Gewinnen wnd natürlich Ihnen vorgeschrieden werden, auch wenn es stch in Wi-kltchkeit um Geschäfte Ihres Bruders bandele. Sie werden dann eben genau beweisen müffen, daß diese Gewinne nicht Ihr Einkommen. wudern das Ihres Bruders waren. Ob Ihnen der Nachweis gelingen wnd, rst jcbenfiiUS sragllch. Der H««»arzt. Aetzi-i«» »»« Br. G««e1 Bem». Ueber Schiefhals. Wenn von Schiefhals gesprochen wird, so versteht man in Laienkreisen meist jene unangenehme, plötzlich ausgetretene, erzwungene Haltung des Nackens und Kopfes, die durch Zug oder Erkältung entstanden ist. Diese krankhafte Kopfhaltung, die auch durch eine unbequeme Lage während der Nachtruhe bedingt sein kann, löst bisweilen heftige Schmerzen aus und macht jede Bewegung des Kopfes unmöglich. Wärme und Massage beeinflussen das harmlose, wenn auch unangenehme Lewen rasch und günstig. Wenige Tage genügen und man ist von der Zwangshaltung befreit. Viel ernsterer Natur ist eine -konstante seitliche Neigung des Kopfes. Eine solche wird oft von den erschreckten Eltern an ihren mehrwöchigen Kindern plötzlich entdeckt. Tie erzwungene Schiefstellung ist auch an dem höheren Stande des einen Ohrläppchens deutlich. Diese dauernde seitliche Einstellung bedingt an dem wachsenden Individuum Wachstumverschiedenheiten an dem knöchernem Schädelskelett. Die zur einen Schulter mehr geneigte Gesichtshälste bleibt in ihrer Entwicklung zurück, während die andere Hälfte länger und ausgezogen erscheint. Nase und Mund erhalten eine schiefe Stellung und liegen nicht mehr in der Mittellinie des Körpers. Dieser geschilderte Typus des SchieshalseS, den man, weil er in der frühesten Jugend auftritt, als angeboren öewichnete, war der Gegenstand vieler theoretischer Er- Mnrngeir. Die Verbildung des Halses ist fast ebenso häufig wie die angeborene Hüftverrenkung oder der Klumpfuß. Man nimmt im allgemeinen für die Deformation entweder eine fehlerhafte Keimanlage oder eine Störung in der üblichen Haltung der Frucht im Mutterleib? an. Eine solche Entstehung muß zweifellos bei den Fällen vermutet werden, wo der Schiefhals bald nach der Geburt entdeckt wird. Doch sprechen auch viele Tatsachen für die ältere Anschauung, wonach der Schieshals durch eine Geburtsvertetzung verursacht wird. Bei schweren Entbindungen, bei Steiß-- oder Zangengeburten soll es zu einer Zerreißung des Kopfnickers kommen, jenes strenghörnigen Muskels, der vom Brustbein schief über den Hals zieht und sich hinter Nm Ohre ansetzt. Man tastet tatsächlich bei solchen Kindern an dem verletzten Muskel eine rundliche oder längliche Schwellung, die auf eine Blutung in dem Muskelgewebe zurückzusühren wäre. Durch nachfolgende Schrumpfung entsteht dann eine Verkürzung im Kopfnickerl, die die charakteristische Schiefstellung des Kopfes zur Folge hat. Andere Autoren wollen durch eine Infektion im erkrankten Muskel die Haltunstsanomalie erklären. Sicher ist, daß der Schiefhals meist angeboren ist. Lange hat man zur Beseitigung der Deformation sich der unblutigen Methoden bedient und hauptsächlich durch Gymnastik und Massagen eine, Korrektur versucht. Ein ganzes Museum von Stützapparaten wurde konstruiert, doch blieb der Erfolg meist aus. Erst der Wiener Orthopäde Lorenz hat durch seine Methode der Durchschneidung des verkürzten Kopfnickers unter der Haut und nachheriger Korrektur der Kopfstellung im Gip^Mnd die besten Resultate erzielt. Eine Schiefstellung des Kopfes, die sich beim Erwachsenen langsam entwickelt, wobei es gewöhnlich zu starken Schmerzen, besonders bei Nacht, und fast vollständiger Bewegungshemmung kommt, ist auf eine tuberkulöse Erkrankung der Halswirbelsäule sehr verdächtig. Auch dieses Leiden ist bei frühzeitiger Inangriffnahme der Behandlung, die in einer Ruhigstellung der Wirbelsäule im Gipsbett besteht, sicher, wenn auch mit Entstellung heilbar. Ist doch der Buckel die Folge einer Wirbelsäulenverkrümmung, sei es auf tuberkulöser oder rachitischer Grundlage. Man findet bei Schulkindern bisweilen noch eine andere Form der konstanten seitlichen Haltung des Kopfes. In diesen Fällen liegt keine Bewegungseinschränkung und keine Muskelverkürzung vor. Die fehlerhafte Haltung des Kindes beruht auf einer Sehstörung, die meist mit Augenmuskellähmungen einhergeht. Hier hat der Augenarzt das entscheidende Wort zu reden, um die Anomalie zu beheben. Bei allen Formen der fehlerhaften Kopfhaltung ist rechtzeitiges Erkennen, frühzeitige richtige Behandlung das wichtigste, um den später eintretenden irreparablen Schäden vorzubeugen. Aerztttche Winke. l. Impfung. Der Verlauf einer stattgehabten Impfung ist folgender: Erst am dritten Tage zeigt sich ein roter Hof an der Impfstelle, die sich zum Knötchen und am fünften Tage zum Bläschen ausbildet. Am achten Tage bekommt die zur Linsengröße herangewachsene Puste! eitrigen Inhalt, wobei die Umgebung meist etwas anschwillt. Hierauf folgt die Eintrocknung. Die Abstoßung der Borke geschieht gegen Ende der vierten Woche. Fieber tritt bisweilen am sechsten bis achten Tage auf. In seltenen Fällen entwickeln sich sogenannte Nebenpocken unterhalb der Impfstelle durch Übertragung des Impfstoffes mittels der kindlichen Finger. Deshalb ist Bedecknng der Impfstelle durch einen Okklusivverband anzuraten. II. Gebrrrtögeschwulst. Die meisten Kinder zeigen bei der Geburt nicht eine schöne, kugelrunde Fo.rm des Kopses, sondern dieser ist mehr länglich, durch den Geburtskanal konfiguriert und diesem angepaßt. Bei dem langen Verweilen im Geburtsschlauch entsteht durch Druckwirkung die Kopfgeschwulst an den Scheitelbeinen. Es handelt sich dabei um eine wässerig-blutige Ausschwitzung in der Haut und der Zellgewebe zwischen Kopfschreite und Schädelknochen. Diese Geburtsgeschwulst bildet sich von selbst meist nach 24 Stunden völlig zurück. Kinder, die in Beckenendlage oder etwa durch Kaiserschnitt geboren werden, zeigen eine unveränderte Kopfform. AerMcher Besargte Mutter. Bei GchintersckÜtterung stellt sich nach dem Halle des Kmdrs auf den Kaps me st Erbrechen ein. Im allgemeinen ble'bt ein solcher Sinn otme Folgen — Astagmur- Stlasrus. 1. Sie meinen wohl Nystagmus, worunter man das Augenzittern, ruckweise Bewegungen des Auges versteht. 2. Das Augenzutern ist unichädlick. bessert sich mtt dem Alter «nd beruht aus Schwachsichtigkeit. 3. Es ist denn doch w viel zugemaiet, von uns Ratschläge zu v rlangen. wie man mit Nystagmus Simulation betreiben kann. — Schiefe Schulter. Es gibt tatsächlich d>e seltene Abnormität des angeborene« Hochstandes des Schulterblattes, wobei die Bewegung im Schultergelenk beschränkt ist. Dft Behandlung kann nur eine operative sein. Vorher wird man jedoch durch Röntgen-Auinabme seststellen, ob nicht ein Knochen defekt vor liegt oder ob es fick nur um eine muskulöse Mißbildung bandelt. Suchen Sie einen Ortboväden auf! — M. B. Ueberfütrernng dcs Säuglings wird dem Kinde ebenso zum Verhängnis wie Unterernährung. Nach eintüglger Hungerdiät tst Reduzieren der Nahrung notwendui- Sport. Die Wettspielerge-«isie. Obwohl auf den Sportplätzen eine ziemlich hohe Schneedecke kasette, wurden am Samstag und Sonntag fast sämtliche angesrtzten Meisterschaftsspiele absolviert. Sowohl m der ersten als auch in der zweiten Klasse gab eS eine große Überraschung Rapid vnd Slovan wurden geschlagen. Nachstehend die Berichte: H a k o a h—W. A. F. 5 :3 (3 :1). Die Hakoahnrr fanden stch aus dem Schmeselde überraschend gut zurecht. Ihr Sieg war verdient und in schönem Stil errungen. Die besten Leistungen boten Grunfeld, Häusler mtd Griinwald. Der W. A. F. spielte überaus derb, sein bester Mann war der Verteidiger Gold. Die Tore schaffen GanSl l2), Häusler (2, rmd Grünwald für Hakoah, Pappstem, Gold und Scheuer (E'grngoal) für W. A. F. Schiedsrichter war Herr Preßler. 3000 Zuschauer. Ostmark-Ravid 5:3 (4:1). Die Ueberraschnug de§ Tages! Der Sieg Ostmarks über den mit mehreren Ersatzleuten autretenden Meister war vollauf verdient; d>e Brigittenauer waren die Besseren. Glänzend spielten der Mittelhalf Biber und die sckußgewaltiaen Brüder Hofbauer, bei Rapid Pauker im Tore und Wondrak. Die Torschützen waren Hofbauer I (2)> Hosdanrr 11 2) und Reiter % Ostmark, Wessely. Wondrak und Uribit für Rapid. SiedSrichter HajoS. 8000 Zuschauer. j Hert h a—D renna 2:0 (0:0). Die Hertha konnte einen glücklichen Sieg erringm. Die Vienna-Stürmcr ließen jegliü-es Schußvermögen vermisst n. Die Tore schoß Sylvester» Schiedsrichter Kaufmann. 2< 00 Zuschauer. Rudolsshüge l—F. A. C- 0:0 (Nachspiel). G «■ samtergeb nis 1:1. Ja diesem MristerschafiSnachspiel das 43 Mruuten dauerte, konnte keine der beiden Parteien einen Treffer erzielen. Dem von Schiedsrichter Seeman» geleiteten Spiele wohnten 400 Zuschauer bei. S i m m e r i n g—R udolfShügel3:1. Bei diesem Stande wurde das Spiel vom Schiedsrichter Kocenh in d«« 30. Minute abgebrochen, da th« das Publikum beleidigte. 500 Zuschauer. Die Spiele der 2. K l a s s t zeitigten folgende Ergebnisse : W. A. C>—Slovan 7 : 3 (4 •3), S. S. B.—Nußdorftt A. C. 5:1 (3 : 0). Bewegung-Cricket 3 :1 (1 :d), Douan» stidt-Stur« 14 .5:1 (o:0, Blue Star—Renuwrg 4:0 (1:0), Germania—Gersthof 0 * 0.; Abgesagt wurden nur die Meisterschaftsspiele Sportklub gegen Macker und Red Star gegm Ottakring. Die Slavia in Wie«. Die Slavii konnte gestern, obwohl sie mehrere Ersatzleute in ihren Reiben Halle, ten Sportklub Slovan stcher bezwingen. B s zur Pause konnten die Wieuer Tschechen ihr Tor rein erhalten. nachher mußten ste aber zwei Treffer durch Soltys und Nowak in Kauf nehmen. Dre Slovan-Maunschaft hielt sich sehr gut. Dem von Schiedsrichter Rosa gelriteten Treffen wohntm rirka 3000 Zuschauer bei. Morgen tritt, wie bereits berichtet, die Slavra gegen div Amairure an. Die Tschechen werden in diesem, auf der Hohen Warte stattfindenden Treffen ihre komplette Mannschaft zur Stelle haben. Vorher trage» Hakoah «vd Sportklub ihr, 39 Minuten währendes Mersterschaftsnachspiel an§. Landerwettkampf Schweden—Tscheche- Slowakei. 2 :2 rmentschiede». Der gestern i« Prag zur Austragung gebrachte Länder« Wettkampf Tschechien—Schweden brachte mtt de« unentschiedene» Resultat eine große Ueberraschung. Die Tschechen hatten ihre» Gegner stark unterschätzt und mußten stch schließlich mrt dem «n-> rntschiednien Ergebnis zusriedengeben. Schiedrichter war Herr Retschmh lWien). Dem Treffen wohnten 14.000 Zuschau bei Halbzeit 2:1 für Tschechien. Dev Vivo vs Athletlkal Club, Budapest, spielte gestern in der Meisterschaft gegen M. A« C. L: 1 (0:0) unentschieden. ' Hagibor, Prag, siegte gestern Über S. H. Staro Mieste 5:1. Theater von heute Y..8 7 V.8 Brrrgiheater: Hochzeitstage. Ttaatsoper: Madame Bu.tersty. Volköoper: Caunen. Deutsches Volkstheater: Faust. Wiener Kammerspiele: Am Teebsch. — Die unberührte Frau. .Fosesftädter Theater: Die Sache mit Lola. NeueWienerBühne:ZweiterJourbkiBeltiKalmuS Wieuer Stadttheater: Brüder Karamaioff. Renaissanee-Bühne: Rache. ^-rimAnd-Theater: David und Goliath '.>.rl-Lheater: Der Herzog von Reichstädt. Theater an der Wie«: Der lebte Walzer, -zohaun Srrauff.Theater: Dte Tanzgräfi». öliencr iurr.ettfieater Die schöne Mama. Wiener Komödienhaus: Der Tanz ins Glück Freie Jüd. Volksbühne (Lnstspteltheater, Prater) Gott der Racke. Rolanddützne (Jüd. Bühne): Jaikale, AuktionshausfirAltertilmei* Glückselig ft Würhdorfer Wien, 4. Bezirk, MQMgasse Nr. 30 Telavboa 58-1-57 — T«legr.-Adr.: Salledevente Vom Montag: den 28. November bis Donnerstag den 1. Dezember, präzise 3 Uhr nachm. VERSTEIGERUNG «tnor SCHLOSSEINRICHTUNG »n» altüstcrreichiHchem Adelsbesitz, enthaltend zirka 16 Zimmer antiken Mobiliars in Yoriftgiicbem Zustande, zahizeiche Gemälde, Glas etc. Bezichtigung Tom 23. bis 27. November). 3. von 10 bis 4 Uhr AntiquitAtenhauS Pollak ft Wlnternltx Kitaloge kostenlos Rslchliluotr. Ketalog K 400 wmamm AAgem. Verkehr Horrende Preise zahle ich für Teppiche» Kleider, Möbel, Uniformen» Kassen, Klaviere.Eattel» wißt:, Brustßeschirrc, Schmuck, Stoffe, Antiquitäten, ganze Der« iassenschasten. 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