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Wiener Morgenzeitung · 1921-11-14 · Heft 1003 (14.11.1921) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 1003 (14.11.1921)
Date
1921-11-14
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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I i-;'“ Sir. 106L --- Wim. Montag LBisrrer WLorgerrzertrrnH , 14. -Siouembet 1921 . ©eite * Der Hitte Jahresta- Ver srepublik. Der dritte Jahrestag bei- Proklamierung der Republik wurde Samstag in Wien mit großer Feierlichkeit und mit einem schon lange nicht gesehenen Militärischen Schauspiel begangen. Am frühen Morgen durchzogen die Brigademarschmusik des Infanterieregiments Nr. 1 und die Musikkapellen der Inf interirregimenier Nr. 8, 4 und 5 spielend die Straßen. Zahlreiches Publikum gab ihnen das ■ Geleite. Zu gleicher Zeit hat eme Batterie der Hl. Abteilung des schweren Artillkrieregimems nächst dem Arsenal den Anbruch des Jahrestages durch zwölf Salutschüsse begrüßt. > Um 9 Uhr vormittags fand im Bei! ein des Bundespräsidenten und der obersten Würdenträger der Republik eine Parsdcausrückung der Truppen'der Garnison auf dem äußeren Burglatz statt. Auch in der ganzen Provinz wurde der Jahrestag der Republik festlich begangen. . * Dir Der- Ararat. Der in der Schöpfungsgeschichte der Bibel genannte Berg Ararat wird im Alten Testament viermal erwähnt. tKönige II, 19, 37,; I saias 37, 38, Jeremias 11, 27 und Genesis 8. 4.) Von den me ften Gelehrten wird der Berg Ararat nach Armenien verlegt. Im Assyrischen hat er "den Namen Urartu. Die Perser nennen rbn Koh-i-Nuh <Der Hügel Noahs). Die lokalen legenden über d e Entdeckung von Fragmenten der Arche Noah auf der Spitze des Berges haben sich bis heute noch erhalten. Erne andere Uederlrefernng versetzt den Beig Ararat nach Kurdistan, dem heutigen Gebel-Gudi, welcher die Ebene von Mesopotamien weithin beherrscht. Diese Auffassung findet sich auch im Koran (Sure ll, 46), und die Moslem halten auch heute noch an dieser Tradition fest. Interessant ist, daß im Jahre.1895der.amerikanische Jude Mordechai Noah den Bau einer jüdisches Stadt m Grand Island in der Nähe der Niagara» fälle plante und; ihr Le» Namen 'Ararat zudachte- Mordechai Noah wollte auf diese Weise die von ihm üeplante Stadt Vmit seinem eigenen Namen „Noah* in Verbindung erhalten «nd wählte diese Namen auch deshalb, weil die betreffende Gegend durch ihre Naturanlage' an den biblischen Ararat, erinnerte. Die Stadt Ararat der Mordecha: Noah foHtc c’me „Zufluchtsstätte" für verfolgte Juden und für die amerikanischen Indianer werden, in welch letzteren Rpab gleich viele» anderen die Nachkommen der. verlorenen zehn Stämme erblickte. Aus den Plänen Mordechai Noahs ist allerdings nichts geworden. Die projektierte Stadt wsrdr niemals erbaut und die Jewish Encyclöpädia bezweifelt sogar, daß Noah überhaupt jemals seinen Fuß auf Grand Island gesetzt hat. Das einzige greifbare Ueberblcibsel des ganzen Pro- . jekts ist der für. die' Stadt in Aussicht genommene Grundstein« welcher noch heute im Museum der historischen Gesellschaft^ von Balouff ausbewahrt wird. * Aisnistijche BezirtSfektisn Brigittenau. Bei der am 10. Oktober' stattgefundenen Generalversammlung wurden nachstehende Damen und Herren in den Ausschuß gewählt: Nrmhäuser Emil (Obmann), Brill Pinkas, Dickstem Ludwig, . Dickstem Ma.r, D ckstem Sregmnnd, Ehrlich Moses. Ellbogen Gustav. Färber Jakob, Fi'chler Abraham, Fuchs Elias, Glaser ' Leo,,- /Gold'Benzron, .Grüttscld. Wolf,'- ^rrschel Engen,-"Oojda': ^Max, Kanarek. Eürnelech.. .Klanscr Karban, Klein Mows, Klumach Rudolf Lebenschuß Berl, Lebenschuß Cäc>lie, Letzter Juda Leib, Löm-Vogel Hirsch,«. Lustig Israel Leib, Lustig Moses. Mayer Markus, M.ehler. Moses, Mersrl Benzamin, Oppenkeim Jsak, Perlmnrier U'cher, Petyan Josesiue, Reichsfeld Hermann,, Schönberg -Benjamin. Dr. Schwarrbwt Jakob. Seidcn Frieda. - Spriyrr .Pinkas, Waldmann Berl, Dr. Waldmann Israel. Waldmann Mirjayr, Weintraub Adolf, -. Dr. .Weiß Emilie, Wühl Eugen,e. Wühl Persach und Zipper Michael. — Bei der am 5. d. M. ftattgefundeyen konstituierenden Sitzung Mitteilungen ans dem Publikum. Echte iäg@r>wäsclie ,7^ Albert Nlaiznei*, Wien, I., Kohlmessergasse 8 wurde» gewählt: zu Obmannstellvertretern dir Herren Lebenschuß B. und Mebler M., nt Kaisicrern dre Herren Waldmann B. und Zipper M., zu Schriftführern Herr Wubl P. und Fräulein Waldmann M., zum Obmann des Organisarionskomlters Herr Dr. Waldmann I., zum Obmann des N-lionaliondskomuees Herr Mehlcr M.. m das Komitee für Kultur und Hebräisch dre Herren Löw-Vogel H. und Lustig I. L.. Palästina-Referat d-e Herren Grünfrld W. und Kanarek E... in d^s Ke en- Hajessod-Komltee die Herren Niwhausec E., Dickstein S. und Glaser L, Juyendrefcrat Herr Lebenschuß B., Bibliothek die, Herren Dickstem S. und Grünfeld W» Lokaladminlstratron die Heiren Me>sel B und Oppenheim I.. Revisoren dre H.rren Gold B., Klanser N. und Pttlmnlt«.- U. , * Die erste feierliche Nektorsinaugrtratro« an der Hochschule für Welthandel. Wie wir erfahren, findet an der nunmehr zur Hochschule sür Welthandel in Wien erhobenen ehemaligen Exportakademie im XIX. Bezirk am 19. d. M. die erste feierliche Inauguration des für das Studienjahr 1921/22 neugewählten Rektors Professor Dr. Josef Grunze! statt. Nack einem Tätigkeitsbericht des abrretenden Rektors, RegierungS' rat Professor Anton Schmidt, wird dn neugewählte Rektor seine Jnaugurationsrede halten. * Nach der Sperrstunde. Wie berichtet, hat am 31. Oktober um */«3 Ubr früh Poiizeioberkommlssär Dr. Weiser in der Wohnung des Kellners und Hausbeiorgers Franz Swaischek, 32 Jahre alt, Annagasse 18, die sogenannte „Kkllnerpartre" bei enrem nächtlichen Zechgelage überrascht. Es wurden elf Personen. zumeist Kellner, bei Butt-rbro. We-n und schwarzem Kaffee angetroffen. Sie wurden nach Feststellung ihrer Person aus der Wohnung aewielen. Ov Hasard grspiclr wurde, konnte nicht sestgestellt werden Die Perlustcierung der am Zechgelage berelliaten Personen wurde emgeleitet; die mchr nach Oesterreich Zuständwen werden zur Abschaffung beantraat Dre Güttin des Swatsebek ist , a«S dem gleichen Anlaß schon wird rholt, zuletzt mit K 10.000 an Geld (eventuell mit drei Monalcu Arrests) und überdies vierzehn Tagen Arrests vorbestraft. Die Arreststrwe wurde im Gnadenwege, in eine Geldstrafe umaewaridelt. Zur Zeit deS dicsmal'gen behördlichen Einschreitens lag sie schon im Belte, deshalb wurde lediglich Franz Swatschek mit K 10.0,X) an Geld, eveniuell sechs Wochen Arrests, und übrrdi-s mit vierzehn Tagen Arrests bestraft. Er hat gegen das Urteil Einspruch erhoben. Das Wohnunasamt wurde weg'» Anforderung ~ der Wohnung vom Sladtkommrssariat in Kenntnis gesetzt. — In der Nacht zum 3. d M. um Vs2 Uhr wurde die Besitzerin der Weinstube „KatakombenMberl", I., Naglergasie 23, die 23jährige Rosa Walrta, vom Oberwackmann Rudolf Grünwald dabei be- 1re>e», als sie der veyprrrter Türe neun Gäste bewrtet hatte. Sie würdevom Stadtkommrssariat mit K 1000 an Geld, eventuell-- - fünf Tagen Arttsts .bestraft und fiat-die. Geldstrafe schon erlegt. Der Direktor deS Etabl>fsents „Pan*, der 42jährige Alexander Rotier, I., Nremergasfe 11 wohnhaft, wurde mit Erkenntnis vom 11. d. Mvom Sladtkommrssarrat' mit K 6oo an Geld, eventuell drei Tagen Arrests bestraft, weil er vom Ravsnsinspekior Ernst Müller am 27. v. M. um 2 Uhr 10 Minuten s»üh betreten wurde, als er vierziehn Gäste, Damen und Herren, bewirtete. Er hat die Strafe schon erlegt. 9 Arani«. Heute, Montag,Uhr (Großer Saal^ Schülervortrag : Die Nibelungensage. Die Wachau. — 6 Ubr (Goßer Saalk: Der Kampf mit dem Berg.—- Irr Sturm und Eis. — Vs6 Uhr (Kleiner Saal): Piofeffor Dr. August Hofer: > Künstlerische Naturbetrachlung im Zusammenhang mrt der Land-! KoAzerte. Es war einmal ein festliches Präludium zur Wiener Konzertsaison, wenn ein klassisches Programm die andächtige Gemeinde der Philharmoniker zum ersten Male nach den Ferien Sonntag mittags wieder ve,einigte. Die Festlichkeit der Darbietungen und die Andacht des Publikums habe« nachgelrsscn, das klassische Programm bleibt gewahrt. Schumanns »Grnovesa"-Or«vrrtrlre, der unsterbliche Ueberrcst seiner frühzeitig dahingefchiedenen Oper, erklang in ihrer prachtvollen Leidenschaftlichkeit. In Brahms' düsterer 6-mvII-Symphon'e verdüsterte sich auch das KlangLild: Felix W e i n g a r t n e r, von der Prvbearbcit zn „Robert der Teufel" an der Volksoper noch tib-rmüdet, und das offenbar zu wenig geprobte Orchester fanden nicht dir rechte Einstellung , zueinander und so gab es willkürliche Tempi, eine recht matte Steigerung im Fmale und einen verfehlten Flöteneinsatz, der ein blenv Tekel an die Philharmoniker sein sollte, daß ouch ihr herrlicher Klangkörper zur Wahrung seiner stolzen künstlerischen Höhe Arbeit und wieder Arbeit nötig hat. Auch die korrekte Wiedergabe von Beethovens »Zweiter" ließ keine Festesst rnmung anfkommr«. Die reine Festesfreude ist in den Furt w ä u g l e r- Konzerten heimisch, was nicht nur Furtwänglers Dirigei»tengenie, sondern auch seiner gründlichen Probenarbert z« danken ist. Der große Orchestervlrtuose leistet N'emals halbe Arbeit, unter seinem Zauberstab schwelgt das Symphonieorchester in philharmonischer Klangpracht und so wurde die großzügige weihevolle Darbietung von BrucknerS „Achter" mit ihrem von tiefer Andacht durchglühten Adagio zur erhebendsten Gcdächtmsserrr für den österreichischen Symphoniker. Benchmd T i t t e l nötigt mit seinen heftigen Gesten dem Orchester das Letzte an Kraft und Bewegung ab, was seinem Publikum stets recht, im Dienste deS Kunstwerkes aber nicht mmer billig ist. Namentlich im Finale von Beeihovcns »Fünfter" würde die Klarheit des Bauer durch allzu ungestümes Vorwärtsdrängen getrübt. —I» Beethovens ^Eroika" kämplte der begeisterte Dirigent Dr. Hans Pl eß mitPromechenskrästen gegen die Passivität eiurs spärlich besetzten Orchesters drüter Güte, um schl eßlich emm Sieg zu emngcn. Mit stchererHand leitete er das Orchester in Brahms Biolinkonzert, das Edith von Borgtlander mrt dem ihr stets eigenen künstlerischen Ernst, mit blühendem Ton und warmer Empfindung mersterte. Ganz anders der berühmte Virtuose Jaroilaw K o c r a n. dessen Geigenipiel mit seiner verblüffenden Technik und seinem gleichmäßig schönen, wenig mvdulatronslLh-gen JU&U* L»»» tadellos MbrÜLLL«. Luüerü JomVlkittteB. Mechanismus gleicht. Leben und Jugend atmet der Vortrag der Florentiner Geigerin Gemma del Balle, die sich in Tartinis 0-äur-Konzert und in einer Backschen Partita mit brillanter Geläufigkeit und rhythmischer Energie lebhaften Erfolg erspielte. Madame Charles Cahier vermag aus dem reichen Füllhorn ihres Könnens kostbare Gaben freigebig ausznstleuen. Die wahre Siebcrfänperiit ist sie nicht, aber wenn sie mit ihrer satten, dunklen Altstimme Schuberts „Aufenthalt" oder „Der Jüngling an der Quelle" singt, so verstummen alle Argumente gegenüber dem bestrickenden Zauber dieses dramatischen Organs. Der lyrischen Empsindüngswelt Schumanns begegnete Herr Ernst Reitler mit seinem weichen Bariton, der wohl nicht groß, aber trazfäh'g und gut gebildet ist und mit seinem iutcllrgenten Bortrag vorzügliche Wirkung auslöst. — Bei Frau Ni« Hnman-Schulz scheint es um das Technische bester bestellt z» sein als um das rein L'edmäßige. Die hübsche Stimme sitzt rmd die Kopftone fnnktionieren, stärkeres Temperament und lyrische Beweglichkeit mangeln noch ihrem liebenswürdigen Talent. — Der helle, freundliche Sopran von TlisabethM e n d e und ihr angenehmer, sch ilkhaster Vortrag sind weiterer Entwicklung fähig, während Mra Wied mit ihrer dürftigen Stimme, schechte« Intonation «nd Übertriebenen Mimik all'.u früh in den Konzertsaal gelangt ist. Die Schar der berufenen «nd «nbrrvsenen Konzertpianrsten schwillt immer mehr an. Lilli G u t o »s k i fühlt sich mit ihrem silbeiHellen Klavierton «ud ihrer dusligen Technik am wohlsten in kleinen lyrischen Stücken und «e,ß in Schumanns „Kinderszenen" ganz reizend dahinzulräumen. Auch Friedrich W ü h r e r. ein wohlkultivierter Pianist von gediegenem Können, zeigt sich in dcr Beschränkung aus kleinere Formen olS Meister, wahrend Stephan B e r g m a n n mit kühnem Griff nach Llsz»^ 88-äur- Konzert langte und es mit prächtiger Technik und dem stürmischen Elan seiner Jugend bewältigte. — Ans einsamer künstleuscher Höhe steht das Klaviersprel des Russen Dr. A. B o r o w s k y, das wir bereits unPngft kurz gewürdigt haben. Was er bietet, ist weit mehr als Pianistik im landläufigen Sinne; man hört über seine eminenre Technik, feine stählerne Rhytmik, den Reichtum ffernes Kolorits hinaus und strht vor dem Phänomen des selicnen künstle'ischen Erlrbmsses. Ob er nun jungrussische Tondichter nachempfindet oder rm Bercin mit dem vorzüglichen russischen Cellisten E. B e l o « s o f s klassische Meisterwerke sür Klavier und Cello in vollendete« Znsammenspiel nachbildet, immcr fühlt man die schöpferische Pdantasie eines seinsinliigen Poeten, der rn de« ftttchtbarr» Nährbode« NnLlünds wmfa schaff, V. — V-5 Uhr (Kurssaal) Pro'essov-Dv. Ali'red Horner: Ausgewählte Kapitel dev^Erdknude siiis praltlsche Leben, VI. — Vs6 Uhr (Klu' saal) Direktor Ludwig Arnhart: Die pädagoalsckcn Bestrebungen der Gegenwart, ll. — l/a*f Uhr (Großer Saal) Zwe'te» Konzert der Bläservereinrgung des ' Operntheaters. — l/s8 Uhr (Kleiner Saal) Dr. Viktor Gernmb:. Bolksbraurb und Volkstiachten in'der Sterermark. V«L Uhr (Kurssaäl) Doktor Viktor Suchanek: Unsere heut gö Jugendfüc'orge. II. — V-8 U!>r (Klubsaal Bortragsmeisterin Hilda Wcgner: > Meisterdichtnnacn des allen Hellas. : . * Eine Telepatbenproduktion im, Cafä. Einer Meldung des Fnspekklonsdienst. verschenben Kriminalbeamteninspektors Zöllner zuiolae ist am 5. und 6. d'. M. der Telepath A n d r u s s e n mi Cafs Arläntis ausgetreten, ohne daß' öic Produktion angemeldet oder erlaubt, war. Wegen Ueberschreiwttg der Lizenz wurden vom Stadtkomm'ssarlat verurteilt: Die Lizcnzinhab-rin Johanna Reiter, 60 Jahre alt. XIV.,-Krertnergasse 48 wohnhait, zu drei Tagen' Ar> ests, wegen unbelngter Veranstalnuiq, einer Telepathenproduktion der 33jäbrige. artistische Leiter Friedrich Deutsch, IX., Hahngaffe 11 wohnhaft, der den Telepathen eigenmächtig cnaagieit hattk-, zu fünf Tagen Arrests und der 44jährigc Direktor des Cafö Atlantis reg., Genossenschaft. Joscf Schulz, < Ul, Lagergaffe 3 wohnhaft, zu X 2v0, eventuell 48 Standen- Arrets. ' .. * Die Wirtschaft bei der Wiener Pöft. Samstag'- fuhr ein Postsuto von der Wesibahn über den- Gürtel gegen beul , Oll Bahnhof. Plötzlich fiel ans dem Auto, bei dem vö-rmnll i ch (!) die Tür a u f g e g a n g e n (?) sein dürfte, c u Posisack heraus. Ec' wurde sichergestellt und dem Postamt!0i. übergeben. Da es «rcht ausgeschlosien erscheint, daß nockr einiga Sacke herausgefallen sind, werden Pafianten. die eventuell ffach-. drenllcke Angaben rmchen-können,, ersucht,, sich beim Postamt M" (XV., Wcstbahrrhof) emzufinden. , , * „Salon Zejda". Das Sittenamt brachte in Erfahruna/ daß die 31jährige vostenlose Verkänferrv 'Marcell'ne Z e j d a im Hause III., Czapkagasfe 8, eine luxuriös eingerrchleti-, ans zwei' Zimmern bestehende Wohnung innchade,. in der sie Gelegenheits-. macherer betreibe. Am 8. d. M. bat'das Siuenamt bei ihr revidiert und die Beschuldianng sür begründet befunden. Die Anzeige wurde an da's Bezirksgericht Innere Stadt erstattet. Die Zeida, d:e relbst geschlechtskrank rst. wurde dem Jnquisitenspital übergeben. Der Wohnungskommisiär wurde verständigt. * AnLergsnrichLrgeS Deot. Wegen Erzeugung von untergewichtigem Brot! beziehungsweise Einhertswecken. wurden sslgendr Personen mit X 2000 Strafe, im Nichteinbringungs-- salle mit vier Tagm Arrests vom Kriegswucheramt besirast: Franz Kraucs, Bäcker, X., Gudrunstraße 131, dcr Bäcker Wnzenz - Reuwirtb. X.. Humboldtgaffe 20, der Bäcker Karl Milliuer, )X., Wasagasse 30, der Bäcker Franz Drußner, VIII., Alseristroße 65. s •; * ,Dev vierfache Äanbmörder von Scheibbs verhaftet. Die graueny.ollr Bluttat, die vor 14 Tagen in dem einsam oellgenen Bancrnhof „Rote Biandstatte" in Groß-Reilh. in der Gemeinde NeuM im Bezirk Amstrtten verübt worden ist,- wird nun ihre Sühne finden. Äm Morgen des 28. Oktober wurde, w-e damals belichtet, der Sejährige Wirtschaffsbesitzer- Alois Steindi. seine 23jährige Gattin Stephanie, <L)teinvls im Ansgedlng lebender 78jlrhriger Vaier Alois und die 16sährrge Magd der Familie, - Anna, Svnuleitner, durch Ax'biebe er-l schlagen, ausgefunden. Zwischen den Leichen des Ehepaares lag: das.zweijährige S8hnchen> Mverlctzt. Wie uns nun aus' Scheibbs berichtet wird, rst' es den unausgesetzten NaÄforichnilgen der Gendarmerichostm Scheibbs. E'smerz und A'mftetien gelungen, den Täleuun dev. Persom. des In Eisenerz beschäftigt gewesenen Arbeiter Franz Langer auszuforschen. Langer, der vor II Jahren bei, der Familre Sterndl bedienstet gewesen war, .wurde von den Gendarmeriebeamren verhaftet und der Tat überw'esen. Angesichts der gegen rhn sprechenden Beweise legte er das Geständms ab, den,v'erfachen Raubmord begangen zn haben. Er wurde dem Bezirksgericht Scheibbs eingeliefert. . * Sperrung der Pokohamu-Bar. Wegen wiederholter,' in der letzten Znt feßgestellter Ueberschreitungen der Sperrstunde wurde die Aokohama-B rr. I., Sonnenfelsgaffe 5,» vom Kriegsrvucheramt vom 12. d. M. an bis ans weiteres gesperrt. Ein interessantes Programm für Liebhaber selten gespielter Werke von Joh. Selb. Bach und PH. Emanuel Bach vereinigte die sympathische Pianistin Jalia Goldner-Elbogcn mit dem Meisterflötisten Ary. van Leenwen und dem bewahrten Geiger Robert P o l l a k und ebenso zeitigte die LZerbindung der Pianistin SWffy Blitz mit der Geigerin Mary D i ck e n s o n - A n n e r in dem geschmackvollkniBortrag von Busonis' L-äur-Sonatr op. 3tz erfreuliche Wrrlung. Das Bus ch - Q u a r t e 1 t weilte zn kurzem Aufenthalt in Wien und hielt mit seinem innigen Spiel diebegeisterten Zuhörer in atemloser Spannung. Reger und D v o f a f- Beethoven und Schub e r t erstanden in gleicher Vollendung und schließlich spielte Adolf Busch Sonaten von Busoni, Beethoven und Schubert in engster Einfühlung mit seinem Pianisten, dem jungen, hochbegabten- Rudolf S c x l i it, der so. raich zum ernsten Künstler herangereift ist und hinter seinem berühmten Partner an Präzision und Beseeltheit des Tones nftht znxückstand. — Auch das Zusaminenspiel der jungen Ouartettvereinigmrg G o t t e s nr a n n, die einem Streichquartett des allen Dittersdorf das gleiche liebevolle Verständnis cutge'erbrachte wie dem herben Schmerz in Hugo Wolt'S v-mojl-l Streichquartett, wird immer exakter. — Das neue Mairecker -Buxbau m - Quarte t t, das sich so rasch in der Wiener Mrrsikwel! erngesührt Hai, besitzt außer der Erfahrung, die andere Quartette erst allmählich nw rben muffen, die sinnliche Wärme und den wleneri'ch-rhythmischtit Pulsschlag, die letzthin wieder in Beethovens Septett Trirmipbe feierten. Das ans tausend Wunden blutende Wien ist noch inimer reich an kiinsllerischcu Werten; mit dem Mairccker-Bilxi>ail»l- Quartctt hat es ein neues mnsikalisches Kleinod'gewonnen. Dr. Erwin Felder. *. Ein anguichmes Geigertalent ltrnie man in Ernst Feiner kennen. Wohl ist das technische Problem noch nicht restlos de. zwungcn, wohl fehlt auch hie und da der große Ausdruck; Begabnng aber, die Hoffnungen erweckt, ist zw-itellos da und-verdient Aufmuntcrunp. Dagegen bedeutete dcr Klavierabend Richard B y k s schönste Eifüüung. Sein vollrerfes, abgeklärtes Spiel kennt keine technischen Schwierigkeiten und beherrscht daher die musikalische Ausdrucksmöglich len wie selbstverständlich. Neu war an jenem Abend cm Zyklus von Klavierstücken Karl Weigls, „Nachtphantasten" beutelt. Klug gegeneinander abschattierte Stücke von zartem Stimmnngsgehalt, von süßer und reizvoller Melodik, dabei gefestigt, stellenweise energisch in der Haltung, gefielen sic . .Är^nnd(warben ldrem Sckövser nene 3re»nde. - X

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