Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 998 (8.11.1921)
- Date
- 1921-11-08
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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■J** _ £nvn, . ^c-cVt-geitg^tiar;^ Vor den «ndererr Standen wiederholt sich' dasselbe Schauspiel. An $cn Fleisch- und Fischw'Musern freilich schleicht sich so manche Frau nur nnt einem, scheuen, begehrlichen Blick vorüber und dem Geflügel wagt man gar uicht in die Nähe zu kommen. „Früher einmal," murrt eine ciuliche Frau mit vergrämten Zügen, die einmal sehr schön gewesen sein muß, „früher einmal haben wir jeiert' Samstag ein Stück Gans auf dem Tisch gehabt. Und wie Hab' ich das zu kochen' verstanden! Im ganzen Ort hat's keine gegeben, die das so gut gemacht hat. Jetzt — jetzt kann ich nicht einmal ein Junges kaufen." Und sie sieht neidvolt auf eine Dame, der eine prächtige Gaus nachgetragen wird. Die Dame aber schaut in die Lust. Nicht eineil Blick wirft sie auf die abgerissenen, zermürbten, nervösen Frauen, auf die Frauen, die Mütter und Gattinnen, auf die Frauen, die Jüdinnen sind lvi>'..fie selbst. Sie kennt sie nicht — denn sie haben eine leere oder doch eine kläglich magere Markttasche in der Hand. Und da sind sie natürlich ganz, ganz andere Menschen. Die Münchner Tsnrrrt. Antisemitische Eiuheitsfront. Der Aniisemitenbund hatte für Sonntag vormittags im Sophiensaal eure Versammlung mit der Tagesordnung „Gegen Elend und Teuerung" einberufen, deren Besuch aber nicht dem in Hetzplakaten verfolgten Zweck bic Aufreizung entsprach. Die Polizei hatte alle notwendigen Maßregeln getroffen und alte, vom dritten Bezirk gegen die Innere Stadt und den zweiten Bezirk führenden Zugänge durch starke Kordons überwacht. Als nach Schluß der Versammlung ein Teil der Demonstranten in der Landstraßer Hauptstraße die Absperrung durchbrechen wollte, schritt berittene Wache ein, die auch mehrere Verhaftungen vor- -nahnr. Um halb 11 Uhr vormittags eröffnete Vorsitzender Dr. Jerzabek die Versammlung und forderte die Anwesenden auf, dem Antisemitenbund die notwendigen Mittel zu gsh-en, damit er seine auf der Antisemitentagung gefaßten Beschlüsse zur Durchführung bringen könne. Den in Wien befindlichen Oftsjuden müsse der Boden so heiß gemacht werden, daß. es weiterer Ausweisungsbefehle nicht mehr bedürfe. Der Antisemitenbund werde eine Reihe v o n Aktionen Und Versammlungen veranstalten, wozu er der Mitwirkung aller arischen Kreis» bedürfe. Der Vorsitzende fordert bis anwesenden Redner auf, kein^ parteipolitischen Ausfälle zu machen, damit nicht die an tifemitische Einheitsfront zerstört werbe. ' Gewerkfchaftsobmann G a t t e r m a y e r weint, daß d!as deutscharische Volk endlich mit den Pogromen gegen das Christentum aufräumen müsse. Das antisemitische Wien rege sich nur immer dannwenn sich die Folgen der Orgien an der Börse fühlbar 'machen. Mer mit Anrempelnug.-n - von polnischen Juden sei nichts getan, man -müsse -zur--Tat schreÄew, -Er müsse die Regierung fragen, warum nicht hie Börse schon längst gesperrt wurde? (Stürmische Zustimmung.) Wir zeigen der Regierung den Weg, den sie zu betreten hat, Und wenn sie dabei auch a r i ’’ ch e Schieber erwischt, so ist dies auch gut. Wir lehnen aber sehe Verantwortung dafür ab, wenn sich der verhaltene Groll des Volkes in einer Weise Lust macht, die der Regierung und den Juden nichts weniger als angenehm sein wird. Im Dezember werden wir wieder zusammenkommen, dann werden wir durch Taten die Regierung zwingen, die Judenfrage endlich zu lösen. Die Befreiung des arischen Volkes aus der jüdischen Herrschaft wird dann erfolgen, wettn'in Wien die Münchner Tonart gesprochen wird. (Zustimmung.) Drr Regierung rufen wir zu, es ist die letzte Minute der zwölften Stunde, und von den Äbgeordnet?w verlangen wir als erste und wichtigste Tat die Sperrung der Bö rse. (Stürmische Zustimmung.) Daran werden wir sehen, ob Regierung und Nationalrat gewillt sind, den .Schiebern und Spekulanten an den Leib zu rücken. Geschieht dies nicht, dann wird' bi* Regierung hinweggefegt und wird ein; andere, kommen, die nicht mehr der Trabantdes K a p i t a l i s m u s ist. Noch einmal rufen wir: „Schließt die Börse!" (Stürmische Zustimmung.) Nach einer Reihe von Rednern sprach noch Abgeordneter Volker, der sagte, wir wollen nicht, daß sich irgendeine Macht dieses Staates in den Dienst der Raffenden stellt. Künftige Geschlechter werden darüber staunen, daß sich ein ganzes Volk so unmenschlich behandeln ließ. Aber in. diesen, traurigen Tagen der Not heißt es kaltes Blut und ruhige Nerven bewahren. Wir haben das Recht» zu verlangen, daß endlich eine Tat zur Befreiung von dem Druck, der auf unserem Volke lastet, vollführt wird. Oberst Hiltl vsn der Frontkämpfervereinigung verlangte, daß die politischen Schieber, welche die gefährlichsten sind, heraus geholt werden müssen, und Herr Scho d l fordert-: zur Selbsthilfe auf: Nachdem die Regierung b# Raubritterburg Schottenring nicht gesperrt hat, wrrdeu wir sie selber spervrn. Wir wollen Nachschau halten in den verschiedenen Lagerräumlich Veiten, wo Waren zu spekulativen Zwecken versteckt gehalten werden. Das sind Notstandsmaßnahmen, die getroffen werden müssen und wodurch wir eine .. Gesundung'. unserer, VMültnisse herbeisühren rönnen. '! Hauptmarin Maher vou-dLr Fronttänrpfecvereinigung meinte, daß sich die vielen gefallenenKrieger, wenn sie aufstehen würden, ihrer KampseZgenos-en, die noch leben, schämen würden, disich heuj-e das Joch v o n F re m d l i n g e n gefallen lassew. Schriftsteller Beruold verlangte, die Answersuug der Ostjuden und die Beschlagnahme' ihrer Wohnungen für d'e bodenständige Bevölkerung. Oberleutnant Kämptner meinte, daß die Schlacht, die zu schlagen'ist, na cd einem wohldurchdachteir Plan, in Angriff aeckomrnen nerden müsse, wenn.'sie erfolgreich enden soll. Ukrainisch« Pogrsrnwailrn in Paris. — KriegSwaiseu nach Amerii a. Paris. 6. November. (Iüd. Kon'-Bvr.'i Den nbainischen Pogromwaisen, die auf ihrem Wege nach Acgeritimen hier em- ' getrosten'sind, ward; von der-'Exekutive der Mischen D e l 1b i l f S k o n s erenz und dem hiesigen Komitee jur Ünttr- , stützung von Jud.n teS clewalig n russischtu Staates «in herzlicher Empfang bereuet. Am Emp'ang beteiligten sich unter anderen auch der a r g e n t i n i s ch e G e s a rrd t'e und der Generalkonsul. Tags daraus.wurde in das A-pl. wo die Kmdcr bis zur. Weiteüahrt «hergebracht wurden. die'Pariser' P re sie emgcladen. Es erschicnen B.Mter' der größten Pariser Tages« -e tuugen, wie auch angesehene französische Persönlichkeiten uiid Deputierte. ' v Herr S l i .o s b e r g schilderte das Schicksal der Waisen, Nebcrrcste der ukrainischen Kätasttop he. die in den von Ukrainern und Balachowicz veranstalteten Pogromen ihre Eltern verloren. Im 'Namen der jr-nzösischen Presse antwortete Monsieur D e t e i S vom „Eclair". Ja einer tangeren Rede erklärte ein Deputierter, sich dafür einzusetzen, daß auch Frankreich eine größere Zahl Pogromwaiselranfnehmen soll. D e ganze französische Presse brachte am nächsten Tage längere Artikel über die jüdischen Pogromwaisen. New-Bork. 5. Noveckber. (Jud. Ko-r-Bur.) Die Waisen» abteilung vcs Joint teilt mit, daß sie biS zum 30. Juni 1922 nicht in drr Lage sei, weitere AnmclduntzenJaus Herübernahme jüdischer Waisenkinder aus Bolen entgegenzunehinm, da dir Q u o t e für die. Entwändeer aus P o len nach Amerika bereits erreicht wurde. Diese Mitteilung besieht sich jedoch bloß auf solche Waisenlndcr, die in Polen geboren würden. In Pole» befindliche jüdische Kriegswai'cn aus R u ß l a n d, Litauen, B e ßa r a b i e n usw. können noch nach Amerika gebracht werden unter der Bedingung, daß die amerikanischen Verwandten, die Reisekosten bestreiten und sich für die Erhaltung drr Waisen in Amerika, verbürgen. , ...... Die DreUändexecke bei Preßhurg. De »Politische E^ondinz" schniht: Der GrenzrcsclnngsaUsschuß für dw MerttichW'-tschccho-flowakische Grenze hat in seiner Schlußsitzung am 26. Oktober den Grenizug südlich P r e ß b n r g von der Donau' bis zu der östlich K i t t s e e gelegenen Dreiländerecke endgültig festgesetzt und damit sein.e Arbeiten vorläufig abgeschlossen. Er wird erst wieder nach Beendigung der gesamten Grenzvermarkung und «Vermessung znsammrirlrelen, um die Schlußdoknmente zu fertigen. Die technischen Arbei'en werden nnterdrsicn durch die Delegationen Oesterreichs' und der Tschecho-Slowakei weitergrsührt und durch .den Präsidenten des ersten Grenzregelungsaüsschussrs, den Italienische« Generalstabsoberstleutnant P e l l icelli geleitet np überwacht. ___ Aus den Tiefen... Daß überall frortj. wo man gut Und behaglich wohnt, Juden su finden sind, ist eine Tatsache, die unsere Feinde, wann immer sie es können, mit-hämischer Beflissenheit unterst reichen. Daber übersieht man mit Vorliebe, baß auch ttt allen Proletqriervierteln Wiens Juden wohnen. In Her'nals und in Erdhürg, in, Ottakring und in der „Krimm", in Heiligenstaht und im Prater — allüberall, wo das Elend' haust, gibt es Juden, Jüdeü genau so arm,,jammervoll, ge«' drückt wie ihre.Nachbarn. Das unttsemitische Schlagwvrt per. liert in diesen GE>r^ her Dtadt seine Kraft, denn selbst der' wüsteste Schiinpfbold wäre nicht imstande, im Ernst die Behauptung aufzustellen, daß der Jude „an allem schuld ist", den man in diesen Quartieren der Not findet. Daß Elend, hat nrvellrerende'Kraft und einträchtig Hausen Juh' und Christ in den Proletarlerhäusern mit den langen, schmutzigen Gängen,-dm dunklen Stuben, in denen der Bewurf v.vn dev Wänden^ fällt, den serrchtm, kellerattigen Wohnungen, in der ganzen TvostlosigkLkt des Wiener Elendshauses. Hier kann man bas Märleru vom jüdischen Schieber als einzrgem Vertreter unseres Stammes nicht erzählen. Oder wollte jemand vielleicht im Ernst die alte Witwe verdächtigen, Valutenhandel zu treiben und sich „von der Not deS christlichen Volkes, zu mästen"? Sie bewohnt im vierten Stockwerk eines richtigen Pvoletarierhauses, gleich unter dm Wolken, ein Zimmer und eine Küche. ^Diesen Wohnluxus muß sie sich deshalb leisten, weil sie eine kranke Dochber hat, die unbedingt in einem -Hellen und luftigen Raume liegen muß. Liegen — denn bas blühend aussehenbe, jugendsrische ichd hübsche Mädchen ist seit mehr als acht Jahren fast vollständig gelähmt. Em schweres, plötzlich auftretendeS Nervenleiden hat das junge Geschöpf durch lange Jahr« deS Gebrauches ihrer Gliedmaßen und ihrer Augen fast völlig beraubt. Seit einiger Zeit kann sie die HiMde bewegen und ein wenig lesen. Das ist alles. Unbeweglich liegt, . cs. ytcuemoer x$ti 998" die Kranke auf - dein Rücke» und wartet, bis der Tag um' , - ' ist. Dw M'.tter muß sie heben und legen,''waschen und arst kleiden, sie muß ihren Lebensmut und ihre Hoffnung auf-'' rechterhalten. DaS 'ist nicht leicht, denn alle Kuren, Heil- ' mittel, Behandlnngsweisen haben sich als gänzlich wirkungsloS erwiesen. Solairgo der Vater, ein Kälifmann, noch lebt:,'. tvurden alle erdenklicherl Versuche gemacht, da? furchtbare Leiden zu bekämpfen, jede Woche kam ein anderer Arzt, f 'ärztliche Apparate, eine Elektrisierinaschine wurde angescha-st, die neuesten Erg-bliisse der' ärztlichen 'Forfchnug in beit Dienst' der Kranken gestellt. Jetzt weiß der Armürarzt nur ' ein einziges Mittel:' Geduld. ES ist eine bittere M-edizi-Z' doppelt bitter, wennman jung ist und hifflos zufeheu muß, wie sich die schwäche, müde Mutter plagen und gackern muß. ' Wovon die bcide»^Fraiieu leben? Es ist schwer, dinzusrhsul, Das Kabinett ist" au zwei „Zrmmepherreu" vermietet,' zwei blinde, arme Juden', '-die in einer benachbarteu Werkstätte die - Korbflechterer LerW. Sw bezahlen für Kost, Quartier, Wüsche usw. so lächerlich.'wenig, daß das Mißverhältnis sofort in - we Augen springt.' Auf-Vorstellungen zuck di« alte Frau nur bi- " Achsrln. EMnn Gott, sie sind ja arm — üb kann sie doch nicht' auf die Straße setzen, wejl sie nicht mehr betahlen können.^' Dafür licgt sie die Halden Nächte wach «nd grübelt darüber nach, wie sie das bißchen Essen Herstellen, die Kohle, die Seite., die hundert anderen -Notwendigkeiten des Haitshalts zur Stelle schassen soll und bei allen Sorgen doch noch den- Schein der Behaglichkeit für die. armen Kranken erhalt'n'- kann. Sie schleppt schwere Säcke mit - Kohle sjnem Platz httbei, wo sie ein wenig bill>ger ist, schlevvt"sie aus. ihrem miUctt, gebeugten Rücken. hustet erbärmlich ans dem Wege und lächelt doch, wenn sie ins Zimmer kommt, mit dem Htlren»-, mut der Mutter, dis für das einzige, daS geliebte Kind -sorgt. > Sie ist die harte Arbeit wahlhaftig nicht gewöhnt, stammt si-:/- doch aus angesehenem nnd begütertem Hanse in kinrr mähxischrn? Kleinstadt und ist -von ihrem Manne auf Händen getragenworden. »Ich Hab' nur mit dem ganz großen Kochlöffel kochen-, gelernt," sagt sie i« der plastiichcn AusdruckSweise der Iürin. „und mir nicht träumen lasten, daß ich einmal um den Kasterlösfel.in die Küche gehen werde." Aber auch die strengste Sparsamknt' kann nicht rveiterhelfrn, wenn der Aktivposten so wenige.sind.- ' Die Gcmeinbr Wien gewährt den beiden Frauen zusammen cme,. monatliche P'ründe von K 65, ein jüdischer Wohlfahrts- ,. verein spendet, großzügig wir jüdische WohlfahrtZvereine zu sein pflegen, K 24 monallich, die jüdische Kultüsycineinde X b0 alles zusammen reicht gerade - für vier Laibe Brot. Wenn die beiden Frauen noch nickt verhungert sind>. so ist das nur dem Umstand zuzuschreiben, daß sich hie und b;V doch eine warmherzige Frau, ein einsichtsvoller Mann findet, der' pgendwelche kleine Zuwendungen verschaffen kann und aus der. Solidarität des Elends heraus sich der beiden annimmt. .'Vom. Reichtum, von den Besitzenden «nsereS Volkes hat die sorgenbeladene Frau noch keine Hilfe erfahren. Sie versteht auch nicht, sic zu erbitlen, denn diese alte Frau hat, trotzdem sie iu bitterster Not lebt, da? Beiteln und das Jammern mcht gelernt. Dafür beherrscht sie eine.) andere Kunst bis zur höchsten Vollendung: das Hungern. Still , sitzt sie bei der kranke« -Tochter und sinnt darüber nach,: bet liebe Gott sie verpesten hat, der liebe Gott und alle die" slüÜlrchttr jüdischm 'Mlittrr, die frohe gesnnde Kin'-cr aüswach'rn ,' sehe«. > ,* - s* .•*; ,K( M‘ * A«erika«ische Ttzaluzi« nach PalÜstr««. In New- Aork wurden auf Initiative deS p o a l e - z i o n i st Vf ch t«, Paläflma-Komitees einige neue Gruppen von C h.a 'l u z i m organisiert, die nacheinander nach Palästina abgehen werden. Di» erste a«S dreißig Mann bestehende Grupp», ist bereits vollkommen ausgerüstet, um sich in Kürze nach Palästina einrnschiffen. ' . (3; C. B/' f * Die Kohlenteueruns Gestern haben die KleinverkausS» prelle für Kohle eine krältige Erhöhung erfahren. Kohle gegen- Marken wird bereits zum Prefie von K 20, markenfreie zu IC 25 das Kilogramm verkauft. Die Koble stammt zum größten Tele auS Oberschlesim. Da die bescheidenste Menge zur Be^ reituug eines Mittagmables für einen klemm HanSl)crlt fünf Kilogramm beträgt, so kostet die einmalige Hchnng allem K ]00- bis 125. Rechnet man das notwendige Hol, noch dazu, so rrg'b! sich, daß dir Kosten deS Kochens allein fast lC a.k,l) täglich ansmachen. '' ' •; \ , * Bo« den hebräischen Presse. Am 3. d. M. ist in New-Aork die erste Nummer der hebräische« T a g e S z e i t n n ü ‘ „tz advar" erschiene«. Dw jüdische Presse Amerfias begrüßt di'S als Svmptom einer neuen Epoche m der Enlw'.ckiung tut amenkamsckm Judrnhett. Hingegen tst bedauerlicherwcisr die Warschauer „H a r e f r r a h" in ein W o ch e n b l a t t »,ngewandelt morde«, nachdem wiederholten Anstrengungen, düs Blatt als Tagblatt »u erhalten, kein Erfolg beschieden war. , * Preissturz i» Warschau. Man meldet aus W a .r-- s ch a u: Auf dem hiesigen Markt dauert der Preissturz in de« wichtigsten Bedarfsartikeln an. Trotzdem ist die Kauflust der S-?- völkerung keineswegs gestiegen, da ma« weikere Preiscrmän^ungcn erwartet. " " . * ,Alchemiste«trä«me." Unter dem Titel ..Alchemisten« träume im Lichte der neuesten. Forschung" wird Hofrat P.o^, Dr. Richard P k i b r a m morgen Mittwoch den 9. d. M.s V8H Uhr, im Kleinen Saaale der Urmra an der Hand von Lichtbildern und interesianten Objekten darlegen, welche Entwicklung die Chemie vom Aiittelaltrr bis zur neuestkre Zeit genommen mit».- wie besonders die bedeutungsvolle Entdeckm^ der Radioaktivität unsere Stellung zu den „Hirngespinste«" jener Vo,läusir g * ändert hat. . , > * Großer Vraittz ia Linz. Aus Liuz w rd gemeldet; Gestern um */,2 Uhr nachmittags brach kurz nach bent Einfahren! des Wiener Schnellzuges, wahrscheinlich durch Funkenflug aus drr Lokomotive, in einem nächst den Erleubahnpersonalhäuseri^ unmittelbar an der Dahn gelegenen großen Bauernhof am Süd-. strand der Stadt ein Feuer auS, dadurch den herrschenden' Sturm bis 4 Uhr nachmittagacht weitere Bauerngüter vollj ständig emäscherte. ■ Der Brand scheint inbeffen bereits lokalisiert zu sei«. Auf dem Brandplatz war auch LandeShareptmann Hausererschienen. Der Schaden beläuft sich auf Millionen. - }zt%t wieder Gelegenheitskäufe feinster Herrentmd Damen. 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