Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 994 (4.11.1921)
- Date
- 1921-11-04
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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MNe 4 Wien Freitag Wierser' Mse^enzeitnnK' 4. November 182$ SK..S94 r Die Finan;kowmifsion begrüßt Li« Absicht der Heraus,iabr d» geplanten „Jüdischen M o u a t s h e f t e" unter der Dormrssetzung entsprechender Borbereitang a»ch irr finanzieller Beziehung, damit die Post Propaganda nur im unbedingt erforderlichm Ausmaß belastet «erde. * Berichtigung. Zu unserer Wiedergabe des Referats über den Jüdischen Nationalfonds am zionistischen Parteitag ist eine sinnstörrnde Auslassung durch einen Druckfehler verschuldet worden- Etait: ^Em großer Teil der in Österreich gesammelten Gelder wird zm» Anlauf von W a r e n im Inland verwendet* soll es richtig heißen: .Ein großer Teil der in Oesterreich sn>.- den Jüd'.schrn NativnalfondS gesammelten Gelder wird zur Anschaffungvon solchen Propagandaartikeln des Jüdischen NationalfondS verwendet, die für die Jüdische NalionalfondHa'.beU in der ganze» Welt dieurn und sonst mit holländischen Gulden brzahlt werden müßten.* ___ v»«deskanzler Dr. Schober Lider die BvrgenlaMr-ge. Dt« PvlrtLsche Korrespondenz schreibt; I" einer Untere rsdmrg mit dem Wiener Berichterstatter des „Ternps", Pro-? fesssr Marvst Dunau, erklärte Bundeskanzler Dr. Schaber über de« Standpunkt seiner Regierung irr der Bmgenlaudfrage: Das Ergebnis der Volksabstimmung in Oedenburg und Umgebung würde uns nicht bennrnhrgrn, wenn wir nicht die Energie der ungarischen Berwaltrurg kennten. Um diese lLetzte Gefahr zu verringern, gehen die Wünsche Oesterreichs M erster Lvrie auf die Bildmrg einer wi rklich n? r» trale n DerwaltNng deS Gebietes, wo die Volksabstimmung durchgeführt werden soll und dies ist die jvesentliche Garantie — sodcmu auf die Ausstattung dieser neutralen Verwaltung mit eurer Exekitivgewalt. Diese Wünsche werden die .Grundlage der Verhandlungen bilden, die unverzüglich Zwischen de« Regierungen in Budapest und in Wien in Angriff genommen werden. Ich lege Wert darauf, unsere formelle ..Absicht zum Ausdruck zu. bringen, den Leiden, des Burgenlandes und der Beunruhigung der österreichischen Grenzbedölrerupg so rasch als möglich ein Ende zu setzen. 7~ Die Bezahlrmg der VorLriessschplderr. y- Die Reparatiouskomm^ssioil wird sich demnächst piit der Frage der Forderungen, die die Nachfolgestaaten an O e st e rreich stellen, bcschästlgen. Es handelt sich hiebei insbesondere mm die Forderungen der T sch e ch o --S ly w a ke i au Oester, reich, über die zwischen diesen beiden Staatru schon fest geraumer Zeit Verhandlungen stattgefunden haben, ohne jedoch eine Einigung erzielt zu haben. Dq der Friehensyxrtrag von Saiirt-Äermai» bestimmt, daß, falls zwischen den Kontrahenten eine Emigung über Währung und Kurs der in alten Kronen zu zahlenden Forderungen nicht erzielt werden füllte, die Festsetzung der Summe der RsparatsonskMwissioil Vorbehalten bleibt, wird sich Pie Reparatro;fSf-)MWsiwU mit dieser Frage beschäftigen. De? BeaWt-nfilbhau. Wie im Parlcnnrnt verlarrtet, will die Fiua»zverwalkmrg den Abbau der Beanitenschaft in die Wege leiten. Mitteilungen darüber sind in der qtteruüchste» Zeit zu gewärtigen. Wir wir hören, handelt cs sich um ein kombiniertes System, Lei welchem jeder Zwang vermiede», vielmehr durch große Begünstigungen der freiwillige Verzicht auf die Staatebeamtcukarriere bewirkt werben soll. Telegramme. Amerikas Ahstchtr«, Paris, 3. November. (Lel.-Koinp.) Pertiyax, hcc als Berichterstatter des „Echo de Paris" in Washington weist, gibt seinem Blatte splgeiche Darstellung über die Absichten der Amerikaner «nf der Washingtoner Konferenz: In führenden amerikanische» Kreisen besteht die Neigung, in Zukunft ein engeres interna Lronales ZusgnrnrenKrbeiten hsspzustellen. Die Verbindnng zwischen Washington und hen anderen Regierungen könnte durch' internationale ZpsgMM^nfünsW Zn bestimmten Perioden, etwa jährlich, gesichert tperden. Bezüglich der Abrüstung HW Man es ist Amerika für wichtig, gründlich hie Mghmhmen der deutschen Regierung bezüglich der EptwgffNWg zu untersuchen und die Gründe, welche die in Frankreich herrschende Beunruhigung hierüber rechtfertigen könnten, zu entfernen. Man sei der Ansicht, daß d»r »Malische Einfluß, den Amerika auf Deutschland hinsichtlich hex Ausführung des Versailler Vertrages ausüben könne, das erwünscht« Resultat haben werde. Was dtze Regelung der japanischen und chinesischen Frage betrifft, müsse die Wiederherstellung eines unabhängigen ChiM vereinbart werden können mit einer geregelten und. begrenzten japanischen Expansivst. England habe verlangt. daß di« Finanzfrage auf die Tagesordnung gesetzt würde, eine Mshtssiost hissrfiWMW sich kgM vermeiden lassen. .! N! Hardtng a«f Wils»VK «l-wkW. Washington, 3. Nopemver. (Tef.-Komp.) Nach zuverlä.'sigeu Informationen beabsichtigt Präsident Hgv, ding dem Kongreß einen Antrag vorMegen, wonach' ein Hariptpunkt der Politik der MBinigten Staaten fein weede, eine freiwillige Bereinigung ln&$ Völker als. ErsaßIjM/hmrf Sic SchWle-igkMen der &e:p&rattofteit. ' Berlin, 3. November. Laut dem ^Lokalapzeiger" erklärte gegenüber dem Londoner Vertrejer des »Hamburger Fremdenblatt* Unterhausmitglied K e n n w o r t h y zum Repakalwnsvroblem, das; die Bekehrung Englands zu einer vernünftigen Auffassung im Lause der letzten Woche rapide Fortschritte gemacht habe. Besonders fei die ganze Geschäftswelt einig in der Verurteilung der bisherigen Rsparationspolitik und ist der Erkenntnis ihrer n n h e i l o o l l e n F o l g e y für. dg« englische Wirtschaftsleben, Ksfinwoxthy ist überzeugt, daß Deutschland die Reparationszahlungen hyld ein-' stellen müsse nnd daß dann mit einem erntuten Drängen Frankreichs auf eine Besetzung des Ruhrgebietes ote große Krise der Reparationsfcage kommen werde. Eip.e herrische AboxdyWß heiLsHchMr. Paris, 3. November. (Tel.-Komp.) Die Stndienkommission der deutschen G e w e r t s ch a f t£ u, hie unter Führung zweier französischer Sozialisten die völlig zerstörte Umgebung von Perönne und Chaulues besichtigt hotte, wurde gestern hier vom Wiederausbauminister Lvucheur empfangen. Der Generalsekretär der Consederatron gönecafe du Travait erklärte, die deutschen Delegierten seien von der Notwendigkeit des W i e d e r n n f h a u e H dev elf in her Umgebung von Peronne zerstörten Dörfer überzeugt. Die Delsgierten machten Lv'.rcheur konkrete Vorschläge über den Wieder-. aufban des Gebietes. Ms hen Arbeiten würden nngefähr 2ö0ü Arbeiter beschäftigt sein, deren Arbeit auf drd Kriegsentschädigung verrechnet werden müßt«. Lostchepr antwortete in einer kurzen Ansprache, ig hex ££ erklärte, die französische - Regiec,lng werde hie Vorschläge wohlwollend prüfen. . Perrtschex RxichsLag. Berlin. 3. November. Wplff,) Pkr Reichstag nahm heute einstimmig einen Antrag des Steuerausschusses an, der eine wesentliche Er h ä h u-ng her Börsen Umsatz st e ü e r vorsieht und in erster Lmist den'Devisenverkehr trifft. Das betreffende Gesetz soll schon am Tage der Kundmachung in Kraft tretest. Ferner überwies der Reichstag hem Hteuerausschuß einen Antrag Gothsins mff BeschlsslMMng der Veranlagung und Einziehung der ReichseinkommensieM, Morgen um 1 Uhr soll die große Gtüsterdobatte mit einer' Pede des Leiters des - Finanzmistisjenstmtz Dr. Hermes eröffnet rvechen. Vis Kch»!dmzkhl«KKS« R»tzlg«ds. Hösttzoyt h. Mochembef. (Reuter.) Die englische R?giernnst hqt dis Ro.je.der TchyjetregißMstg hezögiich der russischen Schulden beantwortet. Sie verlangt in ihrer Antwort nähere A u s k l ä r u ng ep über mehrere PuMe, bevor sie sich über ihr weiteres Verhalten entscheide. Sie fordert ferner, daß die Sowjetregierung ihre Ahsichsen bezüglich her der zaristischen Regierung' seit 1914 gewährten Anleihen sowie bezüglich der Munizipal« und Eisenbahnanleiheir tzlar Lundgebe. Die englische Regierung erklärt schließlich, daß sie mit den in der internationalen Kommission zur Hilfeleistung für die Hungernden yertretenen Regierungen bezüglich hissex Frage in Verbindung bleiben werde. Somjrtruhland darf an der «brüstnagskynprenz inaffiziell frflaehmrn, Moskay, 3. November. (Funkspruch.) Die amerikanische Regierung hat die Regierung der serntzstsichen Republik verständigt, daß zwar eine offizielle Beteiligung der russischen Regierung an der Konferenz von Washington nicht möglich sei, daß gher yme Vertretung.Rußlands in uichtoffizieller Form zur VZflhrung der russischen Interessen cm dieser Konferenz teilnehmen könne. NUjstftnh in der??mhßrg. Z. November. (W.«Komp.) Der Bauerngusstand in der Somjetukraine nimmt, wie aus Greuzortm gemeldet wird, immer größeren Mfgng an. Die Bolschewiken weichen bereits aus Pahoftest, Proskurow, Kamenetz-PpdoW und Zitomix hesistden sich bereits m den Händen der Aufständischen. Die Bolschemiken schätzen die Aghs dex Aufständischen auf 4Q.0QQ. Die ukrainischen Bauern schließen sich in großen Massen den Aufständischen am / Die polnischen Behörden haben hie Sperre der polnisch-russischen Grenze am Äbruez versstgt. Alle Grenzhehörden erhielten den Amtxgy, streng neutral porzngehen. Polen hat alle Maßnahmen getroffen, daß die Neutralität, zu der es Sowjetrußlanv gegenüber durch den Frikdensyertrß- Alst Riga verpflichtet ist, eingehalten werde. * ei« 5B*fe6wfi des ybeifchlefisch,» Gebiete» durch pslnische Truppen. Kattswitz, 3. November. (Trl--Kvmp.) Entgegen de« Meldpugm, als sollte die Vesetzupk« dm Polm zv-etzrochrnen Gibiefe durch polnische Truppen schon in her nsichstm Seit ersolgm. wird Paris bkrichtet« die Bfltschafterksuferenz habe tzber, Verlangen der polnische» Rk-i«r»»g einKeiqillißt, daß die Besetzung durch polvische Truppen erst qm 1. Jäpuer 1SSS erfolge. Ma» hvfst, daß bis dahm die deutsch-poluischm Verhaudluage» bereits beendet sei« werde». Baß Abschluß dieser 8cy» aub^un||«J|);lJb^^ »iAt Ein Anfxnf Kemnls. P»rjs, 9, November. (Funksprich.) DK Agenc« Haoas meldet, daß Mustapha Kemal Pascha einen Aufruf an das türkische Volk erlassen habe, in demer es zur Achtung des sranzösifch-türmschen Vertrages auffordert und jede Verletzung desselben als Hochverrat zu bestrafen droht. Die gegenseitigen Gefangenen wurden in Freiheit gesetzt. LeichenschöKdung. Wcmr im Hexbst die Plätter saft-rn, d-p Hstirurvl sich. mit Pi)»;# WoMntrauchrfßop verhüllt und die. gqnze,- Mtpr zu einem einzigen grarchipsen Simrbild des Per-- gehens wich, hebt such dfls ffripnern von dghistgegangeneu Mnschen fn den HinMbliebsnen kräftiger auf: urch ei» stllgeMines Mllfshrten zu den Grübln beginnt. Die Inden erfüllen diese Pistätspflicht s» h-s» bußfertiger Nachdenklichkeit geweihten Tagen zwischen, ihrssn NeujahxZsest und te«n VspsöhnungSlags, b\%' Christen an Wern Alletage. Diesen Tag hat aach. die berüchtigte FrontiämpserveMinigung nicht nnm tätig varnbergehsst. lassen. ,,^rr Bal-aillpnsstärsestramm, pusgerichtet", wie ein sympathisch gefärbter Berichts melde.^ sind sie zu den HeWngräüsrn aus der>l Zentralsrjchhyf.ansgerückt, --r» bsneu auch spviele Inden zum letztüjl Lchlase gebettet wnrpssst, Als Festredner^ suWierte Herr Jer zähe k, und von welcher Tendsgz - seche „Worte des Gedenkens^ getragen warsir, geht schon -aus dem Isrnstande herpor, daß er zugleich für bm Alltifemileichnud sprach und auch in desssu Name» rinßst Krgnz njeberlegie. Kann man sich eine frechere Leichenschändung denleu, als diese Dokurnentisrung des Hasses über das Grab hinaus? Die Kranzschleife Auiiissinitenbnndes wird für biß Eltern, Witwen ruch Waisen der jüdischen Kriegsopfer ein seltsanwr Augentrost sei» und es ihnen so recht anschaulich mache», wo*\ für intb für wen ihre Stütze» das Leben lasse» mußten Wer auch den christlichen Besuchern teurer Hsldei-lgräber jpich tzep liwrkwürdige Mshruch „Frontkämpser"»Pietät de» Mrtunterschied deptls-ch machen zwischen den Herrsich^u Menschen, hie für die Rirhe »uh SichprMt des NatorchndeZ sielen, nnd jene», die ihr teures Lebe» Hern Vaterland erhalten haben, um hier dauernd Unruhen nnd Ui.frieden zu stiften. D.ie Exerzsierübung dev Börse^ pnd Kaffeehausstürmer über den modernden Gebeiuech der wirklichen Frontheldea ist ef»e gMesßs Jlsustrativn^ zn den pessimistischen Schiller- Verse» von dem.. Patroklus, der begraben liegt,,-mch„hem' Thersi--' tos, der zurücköommt.' . Baxbsvi?chk Behanvpmg *Mes, A?-. tzqtztkstx» ln Sa»erbr«NU, /.Mi Wik» erkRr» sistzNystd «PS PM MSI] herichtej: Der i» Sasrrhrnn» (Wesinngqr») a»sässige NÜsisM L»i»wig B v t *«Hera»Szeber verschiedrpn Fach^ zeitlchristcn, wurde gester» m ßep. tzoMHMDn vnßhandclt. "■‘"lif -11S' Der Kowmandaät der Freischärler?-Lchtpant l'cß Brepkr gus seiner Bill» durch zwei Mq»N in sttp. tziVWp hr-mßen. AWnen Wink des lleutnautß fimztvr sich^eitzigt Frei^ schärler ins Zaumer- Ei,kk hielt ihm he» Mund »»/«'» ypdkW «ifaötc ihn bei der Hand und ei» dritter drückte ihn «pf d^lS. Sppha und zog ihy; hie Lost Häupter. Dsrqushi» »ersetzte M Lmtyant dem 51jährigen Manne, Bqter vy» pur Kmder») Vierzig Hiebe M einem Ochsenziemer, so daß Hrener he«,! wnßtsoH zur Erde fiel. AW er wieder r» fich kam, entließ ihn der Scntuant, bestellte ihn aber fftr HW, 6 Uhr sxsih hehtzf^ Ahtranspgrt und Jnjerflieruy-, ' -J'V\ Doch Redakteur zog es »fr, schon »« 4 Uhr ftsih auf UmwegkN »ach Pjener-Neufi-Ht zu fliehe», wo n hei der StaMsÜzei die -Wige erstallftt. . SYieder ei« schwer«» Vnt^WSvttMqWM. Aptz Wiener-Neu st aht ryst'P M* ich« gradiert: Heute pachMttftgß ereignete sich zwischen Edlitz und Kirchschlag ein schmeres Automobilunglück, das noch viel mehr Opfer erforderte als das^lnglüch bei Pmggau. Hn Lastauto, das mit Reichswehrleutm pon Edlitz nach Kirchschlag fuhr, stürzte aus bisher pnhxkannter Ursache am Weißen Krepzberg üh^r die Strahenböschung. Piß jetzt M 18 Tate, tzarjmtgr ein Generalstabsarzt, pnd zahlreiche Verwundete gsshyrgep, Zwei Ggnitätsantos mst Äerzten und Hilfßsnannschaft sinh vyn Wiener,Neustadt an den j)rt defi ljnfalls SM PMde von Lndend^hen, Es würde bereite kurz berichhpt, daß s,lö Weg.'»«, 'chkt Lst hm jüngst verhafteten georgischen TqsWnpiW Tyraupchpili pi-tzser Tage ganze Baiwe ua» Renten Mch dem seW-rn HM perhaftet wo Mn ist, Pix in Wien Mf großem Fuß« gelebt UW in Mpen, i'fiOW nMMMW MMhishMA MMt h-Att, Dis Rands ist hünt Wsammengvwürfsft nnd psteht »ns Berrpst^rn ysrfchWnmp Rolksstämm ans dein fervrn Osten, gshre AnWsMeit in WM snch^n W tmistast bmntz M hegriftchW, haß sjp cher ihre Wgshyrigsn ärztlichen Rates KMrstLst, Den Mstpß M? Perhf.ft>l»g Mr m m 24. OktybE W psirisx MMMHfWN «r der Stadt verübter'Diebstahl von zw'rf StüMst Wi'ßeijs