Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 992 (2.11.1921)
- Date
- 1921-11-02
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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Gerte € Wien, Mittwoch Wiener MorgeuzeiLurrg * Hnnderl nkrainisch-jüdische Waisenkinder find, wie das Jüdische Korre>vonde>t;-Bureau auS Warschau berichtet, nach Si jcntutten abgegangrn. Sie werden dort von -jüdischen Familien adoptiert. * Achlnng v»r einem LadrndieB. In diesigen Geschäften seit einiger Zeit ein e.u>j‘. ZSiähriger. schmächtiger, alatt- -rasierter Mann, mit schwanem Haar, «roßen Hornbrillen, Dieb- Aahlr verübt. Er kam mit grauem Ueberrieher bekleidet in die ^äden, gab sich für einen ausländischen Eitckaufer aus und machte ckrvße Bestellungen. Cs^ bat sie für die Adresse Munkacsy jun. an tdie. Adresse „Btta"-FtlmgeseÜschaft am Nmbau zu senden. Während die bestellten Gegenstände eingrpackt werden, stiehlt der Männer vom Pult, was , ihm nt die Hävde kommt. Bet der AVita'-Filmgesellschaft ist der Ladcndieb unbekannt. Er spricht mit ungarischem Akzent. i * Araaia. .heute. Mi twoch» V,8 Uhr (Großer Saal) pcrchnlervortrag' „Ein Besuch des Zentrallrievhofes." „Blumen, >d!e im Herbste blühen". „Der Alkoholgenuß und seine Gefahren", s— 5 Uhr kGroßer Saall Shackletons Südtzol-kxpeditio». — 3.',S Uhr (Großer Saat) Prof. Dr. B. O. Ludwig: Eduard Viörike in der Lyrik Huao Wolfs. — 7*6 Uhr (Klemer Saal) Univ.-Prof. Dr. Emil Schwarz: Das chemische Uhrwerk im men'chlichen Organismus. VIII. — 7*8 Uhr (Kleiner Saal) Schrütstellrr Alfons B etz old: Aus eigenen Schriften. — ^-?Uhr tKurssaal) ReglerungSrat Prof. Eduard Scholz: DhyUkali'che Geologie, V. — 7^8 Uhr (Kurssaal) Dr. Otto König: Mythisches in Wald und Gebirge, Hl. — ’/sfi Uhr (Klubraal Gcsela K r ü.ck l: Volkstümliche Vortrage über Gefangsteckn-, V. — 1/38 Uhr (Klubsaal) Dr. HanS Prager: Die Wclian'chauung DotoiewskiZ, IV. — 7 Uhr (Akademietheater) Zum ersten Mal: ,G«jpe«ssrr" (Wanderbühne). * JSdischer Frauenbund. Spendenausweis der^Kinderaktion IX., Liechtensteinstraß« IR Firma P-rlhester, IX, X 5t), Frau C»6i Ga«S. lX, X 50. Firma ^^ideraer & Co.. Liesing. K 50, Firma Berger & ©mtüna, VII. X 50, Fraenkrl Ä-G. X 200, Herr Fritz Bollitzer, VII, X 50, Herr Dr. Benno Schallinger. Xk. X 100, Firma Arndt. Abeles, VI. K 50, Herr M. Grob, VI. X 50, Herr M. H. Fmtkenstein. Il, X 20o. Firm» Malamets Nachfolger, IX, K 50. Firma Ehrrnteld & Co. X i0), Herr Leopold Landeis. XII. X 50. Herr Mnchko Admt. IX. X 50, Herr Ignaz Fuchs, VII, X 50, Frau Netti Schönbach. VI, X 200, Herr Dr- Meyerdoffer. I. X 100. Kunerolwerke Aygersdorf X 500, Firma Kalman und Snschny X 100, Firma Ellinq-r nnd Fröhitch X 5') Herr Joachim Fuchs. X, K 100, Fräs Dr. Barbara Liß. VW. X 300, Firma Basch L Braun, I, X I00. Herr Max Zrrnrr, I. X 200, Herr Karl Gerstt. XV. X 100, Herr Karl Serdmann, VI, X 200. Eisen und Stahl A. G-, I, X 200. Frau Johanna Ornstern. II, X 100, Frau Dora Diamant. IX. X 5V, Herr Hugo Glaitauer. IV, X 100, Herr S. Funeiwnt. VI, X 100. Herr Jakob Baderle, VIII, X tyv. H-rr Hermaan Ulescb, II. X 100, Firma Adln L Sohn, VI. Xi«, H»rr Dr. Achill Rappapott VIII, X rO ) dem Äadenken meiner to-en Frau Jenny, deren Todestag am 8. Osiob:r wstdergekehrt), Herr Juli» Fciwel. I, X250. Frau Cs. Hochmmin,.XX. X icO. Frau Anna Lamau.l, X 50. Herr Josef Oelberger. II, K 2M,Hrrr Julius Koster. IV, ftiOO. Filma Böhm & Söhne.' XVI, X 100. Ungenannt K 5C0 Summe X : 15:>. Mor tz Intraler, 20 La>b Brot. — Lebe ns mittelspendcn: H»rr U, 26 Schachtel Nestle NäZrmehl, N. N. Dereinsnachrichten. Jugendvcrein Ahawath Zion. II., Klnxe Zufah^rsstraße 140. Heute, V2ü Uhr nbrndt, Ausschußlihung. —-Esperanto I u g e n ö b u n b Wien. E'pcrantoim§ jecen Donnerstag von 7 Uhr ab Mädchenbürgerschulr, Utl, Zeltgaffc 7. __ Bühne und Kunst. Wiener Stadttheater. Tie Murt-'r, dic .ihren Geliebten ihrer eigenen Tochier;um Gatten gibt, ist keine neue Erscheinung in eer modernen Literatur. Während dr-se Tat aber be^spielsir-eije bei Zola — in dem Roman „Paris" — ein Sinnbild der gesellschasttichen Fäulnis ist, wird s'.e untor der Hand eines ruskisch-en Dichters zu einem Symbol wehmürigor Resignation. In dem vieraktigen Spiel „Herbstgeigen" von I. D. Surgutschew, das vou: Momkauer Künstlertheater zur Aufführung gebracht wurre, nintmt am Ende die Heldin von Freund unU Toch.ee Abschied. Die beiden gehen auf die Hochzeitsreise und lassen sie allein, in stummer Entsagung zusarn menürechend, zurück. Indes erscheint dieser in seiner Melancholie für. die russische Poesie charakteristische Schlußessekt nicht durch innere Notwendigk-it herbeigesührt. Es sind nämlich gar nicht die ,^erbstgeigen", wie der Dichter poetisch die Anzeichen des herannahenden Alters nennt, die die Frau zur Resignation gi-zwungen habet:.. Ihr Liebhaber, jedenfalls d-er berufenste 5britiker in dieser Sache, merkt nichts von ihnen. Er den kr gar nicht daran, von der Frau zugunsten der Jüngeren zu lassen, sondern der Gedanke wird ihm von ihr nahegelegt. Er tritt nur ungern zurück und verliebr s ich in ba§ Mädchen erst nach der Verlobung. Auch, die resignierende Frau salbst vernimmt die von ihr zitierten „Herbstgeigen" nickst in einer Stunde innerer Läuterung, sondern in einer rein äußerlichen Zwangslage. Ihr Gatte, der als einziger von ihrem Ver-- hälints nichts ahnt und dessen Kurzsichtigkeit der Dichter auch symbolisch durch ein Augenleiden andrutet, erhält nämlich einen anonymen, Brief, der ihm die Augen öffnen soll — leider gerade in dem ungünstig'en Moment, da ihm die Frau die Augen verbindet. So gelangt der Brief zuerst in ihre Hända. Sie gibt ihrem Gatten deit Inhalt des Brief,rs zwar bekannt, aber natürlich nicht, ohne sich rein zu waschen, und das tut sic. indem sie vorgibt, das Interesse des Hausftenndes gelte nicht ihr, sondern der Dochter. Ans dieser Notlüge ergibt sich' dann ziemlich glatt das übrige. Trotzdem ist der ^Gatte mehrmals nahe daran, die ganz 2 Wahrheit zu erraten und wird schließlich^ mit der halben ab ge spei st.. Und auch die Tocht'kr bnrchf-- schatli die Mutter, verzeiht ihr aber aus weiblichem Zartgefühl, so daß'schließlich keine Dissonanz die Deine Stimmung des Mt. Zn fc&c &wutaxbti solcher Stimmungen ist das russische Ettsemble groß. Das Spiel der Damen Tsch echowa (Mutter), Arlv wa (Tochter) und der Herren Mass al itinvw (Vater) und Bersenow . (als glücklicher Liebhaber beider Frauen) hob das Drama atls dem Niveatt des Jntrigcnstücks ins Seelische. Leider beschränkt sich die Gewalt des Regisseurs nur auf die Bühwe, und, während^ da droben große Künstler feine und feinste Arbeit leisten, ist Unvernunft und Rücksichtslosigkeit im Ztlschauerraum bemüht, diese Arbeit um ihrirn ganzetr Effekt. zu bringen. Die Russisch können, kommen bei jedem Akt zu spät, und die es nicht können, laupm mitten im Akt davon. Errt fortwährendes Kam inert und Gehen läßt Türen dröhnen und Sitze knarren — ein grober Undank den Spendern hoher künstlerischer Genüsse gegenüber, der durch die Llpplaussalven nach Aktschluß nur zutn geringsten Teile gutgemacht wird... Freie Jüdische Volksbühne Gastspiel im Lnstspieltheater fS£ GOTT DER RACHE SJä&Ä Jankei Schapschowicz: Paul Baratow (Ben Zwi) Anfang 7 Uhr Ende vor V2IO Uhr Das Drama des Iankel Pfanter. „Ui Keltt" veroffrntlicht zurznt eine Serie ReMudiev über die M 0 l d a v 1 x Jude« von Emmerich S z a b ». Seine Studienreise brachte Szabv auch nach Jassy, wo er unter anderen im Cafö Traian wit einem alten jüdischen Schauspieler zusammrnkam. Der Alte erzählte ihm, daß er jetzt an einem Drammlh?mr a-.beite, dessen Schauplatz das Ghetto von Jassy ist. Der Held des Dv»ma» ist Javkel Pfanter, e'n Sonderling, üder dessm Leben nnd Schrckiale ein gan er Legendmkreis un Umlauf iss. Seme Jugend verbrachte Psanrer unter Zigeunern. Er nahm ihre Lebenigewohnheitm an. ftrnste mrt ihnen durch da- Land, lernte non ihnen die Zimbel schlagen und so kam er mtt teiner Masikbandr zu Baurrnhochzeile», zu den Famillenseben der Bojaren und auch zu sonsttzen Unterhallnnieu, wo die Musik nicht fehlen sollte. Planier hatte überhaupt vergessen, daß er Jude s'i. aß. trank mit den Ztgennr-rn, biihn ein merkwürdiger Ißrlaß zum Bewußtsein seines Judentums l-rachie. Es geschah »ämlich. daß diese Zigeunrrbmde eines Tages auf r»en GutSüof vms Bostrm bei F»lticrni zu einem Erntefest besäen wurde. Rm Mitternacht, ehe sich die lustige Gesellschaft znm Kartenspiel ruriickrsg, wurde an der heileren Tafel'unde hohe Polttik gemacht. Der Hausherr führte daS »roßr Wort, lallte in ferner Weinlannr von der Not des Land»S nnd kam schließlich zu dem Schluffe, deß an all dem Elend die Juden schuld se'en« die sich in dar Land gedrön^ hätten, und es fei nur gerecht, daß man diesem unsteten Wandrrvolke die Merrschrntechte veiwe»gere. Pianter. der dieser politrchen Ausrinkudersetzung mit Awmetksamkrit ruhörte, warf den Zymbalschläger h,n. trat vor d.n Hausherrn und sprach erregt: „Ich kann es nicht zugeben, daß man übet meine Raffe so spreche. Ich werde — setzte er vor Aufregung atemlos hinzu — . beweisen, daß öie Juden schon seit v elen Jahrhunderten m diesem Lande wohnten und daß ihr schuld daran seid, daß sie keiner menschlichen Arbeit nachgehen können, nnd daß ihr sie mit Gewalt dntt Wucher zutreibt.* Bon diesem Tage an griff Jankel Planier nicht mehr zur Z mbel. Sein Weib und seine Kinder in größtem Elend in Bukarest rutücklaffknd, xog er nun von Stadt m Stadt, vergrub sich in Biblivthcn und Archive, suchte die Friedhöfe auf. rot'ette sich wichtigere Grabinschriften, beluchte die Pfarren und erbat sich von den Grelsorgrrn die Erloubnis, «uS vergilbten Schriften die a«f Juden bezughabendrn al en Patente, Verbote und gesetzliche Lerotdnuugen ausznhebrn. Sein Materml gab er dann «it fin-nzieller Hilfe emizer Inden in zwei Bünden heraus und der Ertrag d-eseS Werkes diente ihm zum Lebmsunterhesit. Tatsache ist, daß eg ihm gelang, das Vorhsndenscm d:r Jnde.r in Rumänien aut Jahrhunderte zurück nachzuweisen und d«mrt seinen Brüdern m Rumänien, wenn auch nur theoretisch, Ansehen zu verschaffen. .Glanbe« Sie jedoch, mein Herr - nnterbrach der alte Schauspieler seine Erzählung plößlich — daß die Juden sich dem.Psanter gegenüber dankbar erwirsen? Nun denn» als Pfanter, alt geworden, die Bnkarester Juden zur Errich!«ng rinrS jädischm Gre-.senashls bewog und ihm dies - schließlich gelang, wurde ihm die Ausnahme seines Namens auf der Marmorsiatue in der Vorhalle drs Greisenalyls verweigert. Psanter war über die'en protzmbasten Undank tief gekränkt und be'-rat nie mrhr daS Haus, dessen Gründung ihm zu danken war. Bald darauf starb er und man trui ihn wie emen Bettler, wie den letzten unbedeutenden Menschen zur letzten Ruhestätte Der alte Schauspieler kam abermals in Etssate. ,Jst das nicht rin Borwurs, geschaffen für ein erschütterndes Drama? Ich werde dickes Dtama schreiben, werde daran Millionen verdienen, dann baue ich ein Theater, engagiere rrfk Kräfte und werde das jüdische Thealerwesen in Rumänien auf das amerikanische Niveau bringm." Als der Alte sah, baß sein Zuhörer ihm in alle« zustimmtr und Anstalten «achte, das KafstehavS zu verlassen, sagte der alte Boheme würdevoll' »Bis dshm jedoch, mein Herr, zahlen Sie, bitte, meinen Kaffee nnd pumpen Sie mir «och fünf Lei." Aus de« Theatevn. B v l k s 0 p e r. . Heute, Mittwoch, wird in der Dolksopel ,P a r f i v a mit Herrn Schütmann m der litelrolle, argede:'. De» Gurnemanz singt Herr Hermann Frischlrr a. G. Die BorstEung dirrgiert Herr Direktor Weingartner. Beginn y30 Uhr. Im Deutschen Bolksthrater wird heute Bernstetns Kvmöd'e e r D i e b" und morgen, Donnerstag, um' 7 Uhr StrindbergS Kammersplel e r Pelikan" wiederholt. NeueWienerDühne. Heute ßelanat im Rahmen der NachtvorstelMg (Ist Uhr) der tot atii* Schwank «DaS M 8 dckrn mtt dem G ä n s e t u jj" von Maance Hrrichma»» dmtschen Ura»fj üyr»»r. 2. November 1821 /Nr. 902/ Eine hebräische HandfchrrfLensammkmg. Wie uns aus London berichtet wird, erscheint soeben deSt Katalog der hebräischen Handschriften aus dem Nachlasse Elkspti Natan Adlers. Diese Sammlung enthält wahre Schätze, die! Elkan» Adler znm Teile von seinem Vater und von.Verwandtentze-! erbt, zum größten Telle jedoch selbst aus weite» Reisen gesammeM hat. Der Katalog verzeichnet Akte« nnd Briefe, von denen einzelne) ans das Jahr 640 der heutigen Zeitrechnung zuriickreichen, diel meisten Objette stammen jedoch aus dem XI. »nd XII. Jahr-) hundert. Besonders etträgnisretch war die Ausbeute Adlers! während seiner ägyptischen Reise in der Ge» i z a h, der aften« Synagoge von Kairo. Don seinen Reffen ngch Persien uqd> Zmtralasien brachte Adler viele Unika aus der hebrüis'ch-j persischen Litkratnr nach Hause, darunter solche, drei selbstin England bis dahin unbekannt waren. Damnttr besindet! sich auch ein Diwan von Laienlredern aus Bagdad, eine groß«, Zahl hebräischer Oden und Elegien für englische.Monarchen uttd Fürsten, eine masoretüche Bibelausgabe ähnlich jener, welche im; British Museum als die älteste, ans dem IX. Jahrhundert stammende Bibelausgabe bewahrt wird. Interessant ist auch eini , Handbuch über Freimaurertuni, welches in Frankreich' am Ende des XVW. Jahrhunderts in deutscher Sprache in jüdischen Lettern geschrieben wurde. Die Sammlung ist auch reich an FaKlmileabdrücken von verlorengegangmen Werken, Autogrammen berühmter jüdi'cher Gelehrter und Rabbiner, uralte» Musiknoten und hebräffch-kalligraphtschen Meisterwerken usw> Die Christas-Lieder der Kantorstoedter. Bndapetzer, Blätter machen ungcheure Reklame für eüten Liederabend, den. dre Hansierin Gitta ßtnort demnächst veranstaltet und auf welchem sie, worauf besonders aufmerksam gemacht wird, mehrere wertvolle Ehristns-Le«endrn aus drm sünszehnten Jahtbundrrt bringen wird. Dktt'e G>tta Lenatt ist die Tochter des ObcrkantorS der Budaprster Neologengfmeinde Lazarus und Fräulein Lenart wü'de sich viel eher;u Hause finden, wenn sie unter Anleitung ihrcS DaterS die her-sichen Shnaßogalgcsänge aus dem tünszehnten Jahrhundert der Mitwelt vermtttetn wollte. Ihre kriecherische Konzession an den christl'cken Kurs wirkt selbst tu christltchrn Kretse« abLosren», was Ftäulem Lenart-LazarnS durch die Kritik dieser Blätter fichetlich erfahren wird. Gerichtssaal. Ein betrunkener Leichenwagenkutscher. Äm 23. Juni d. I. fuhr der Kutscher der Allgemeine« Ltichrnbestattungennlernehmung des Josef L e e b e l, namenS Frani B a ch n e r, um 1/ii Uhr nachmittags mit einem zweispönnigm Leichenwagen im XV. Bezirk. Als der 75jährige P ründner Johann H e i m r r l gerade dte Panikengasse übersetzen wollt», wurde er. wie es w der Posizeianzeige heißt, vom Wagen drS Franz Dachner niedergestoßen. Im Wagen befand sich eine Leiche, „a u f die der Pfarrer f^on »artete*. .. Hcimerl erlitt Verletzungen und blutete heftig. Ter Unfall' erregtegroßes Aufsehen und cs wurde konstatiert, daß der Angeklagte betrunken war und auch die üblichen Warnungsruse der Pserdewagenlrnker ntcht gab. Vorgestern hatte sich Bachuer vor, drm Aejirksgericht Fünshaus (Landesgerichtsrat Dr. Wolf) wegen dieses, strafrechtlichen Vergehens zu vrrantworien. Das Urteil lautete aus X 200 Geldstrafe, eventuell 24 Stunden Arrest. _ Der Zitterer ge&en den Staatsanwalt Vor einiger Zeit wurde berichtet, daß der 36jährige Sebastian. W e f s e l s k h, der Zitterer a u s F a v 0 r i 1 e«, wegen Dagabondage zu 14 Tagen Arrests verurteilt wurde. Vesselsky harte seine Bettlergeschäfte zumeist in den E r s e nbahnzügen und in der Elektrischen absolviert/ Nachdem der Richter (DrzirkScichtec Dr. Dona u) das Urteil! gesprochen hatte, drang der Angeklagte mit erhobenem Stock aufi den staatSanwaltschafrlichen Frmktionär Dr. W 0 t a w a ein/ um ihn zu schlagen. Dr. Wotawa hatte nämlich das Treibens Weffellkys als gemeingefährltch und ihn selbst als^ Simulanten bezeichnet. Als er aus den Funktionär eindrang, hörte man ans den unartikulierten, schreiende» Tönen wiederholt Schimpfwockr. wie „Hundsfott" usw., heraus.. Dem Angeklagten, der sich wie tobsüchtig gebärdete, konnte der, Stock nur mit Mühe entwunden werden. Nunmehr hatte sichi Wesicklky, der aus der Haft vorgesührt wurde, wegen der A. m t §- rhreubelerdigung gegen Dr. Wotawa vor dem Bezirksgericht Favoritenzu verantworten. Im Sinne der Anklage wurde er zu einerWocheArrests verurteilt. Bemerkeus-- wert ist, das; alle d r e i S t r a f r i ch t e r des Bezirksgerichtes Favoriten in dieser Strafsache m Aktion traten. Landesgerichlsrat Dr. S ch a n d 0 r f e r führte die Verhandlung, Landesgerichtsrat Dr. G l a s e r vertrat das Antt des öffentlichen Anklägers und Bev-rksrichter Dr. D onau w»Ä>e als Zeuge vorgeladen, ebenso Dr. Wotawa selbst. Die gestrigen Futzballwettspiele. Gestern kamen nur Freundschaftsspiele zur Austragung, die einen interessanten Verlauf nahmen. Der Besuch der Plätze war sehr gut. Nachstehend die Berichte: F. A. L.-Ageamer Städteteam 6 : 2 (2 : 1)< Das auf der Durchreise von der Tschecho-Slowakei in die Heimat in Wien weilende Agramer Städteteam trug gestern ein Wettspiel gegen den UoridSdorser A. C. aus. Die Jugoslawen, iu deren Reihen die beiden ehemaligen Wiener Spieler Hcinlein (W. A. C.) und Rupetz (Rapid) mitwirkten, konnten den Florrds« dorsern keinen ebenbürtigen Gegner abgebe«. Die Tore der Sieger schossen Serdl, J'zaa nnd Funk. Jszda vergab die Chance eines Mwttrtzstohes. Schtedsrichjier Grückum».