Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 990 (31.10.1921)
- Date
- 1921-10-31
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2979076-2979773-2980069--09243-2995472- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Einzelpreis A4 Kronen «ritzelpreis Kronen ^rtnninereltonBpreise: Lz iu: $*m Mh»tr« iK m L vezirk, Taboi^. ftr«»e 1 »w X »irr in «iu« . »«tWclftlMk a**fX)t «»»»tllch. »»3>~ vm fMOKnni nn vm «AH vefirrrrichr Monotllch. Sr«»« SSV.— Lschech»4i-»»ur«i: Monatlich . Bf»»«» 18.— Plerteljährlich , 54.— m tichrch»»jlo»»«k1Ich«r S»h«»v Monatlich. .9r»««r »V. ivierteljLh»«ch . *1°«~ k U»s»«iich«, wich««, SMftfUBiM: Monatlich. . Ein« IS.-1 «ier-t,liahrl«ch . 4L--' r. 999 Mener ErLmunerattonspneiM«^ Ptzlen: j L.^m»t«ch. . W«H>» I M polalsch« Wtchraa, ’ r rntsch ltm»: .. :ä Monatlich. . . Manr»«-» Sranlreich: «anatlich... Frana» D^-i Jttli^i: ' Monatlich.... «i»< 9** _ RmnStir«: ’ } Monatlich, . . . üit SCU Schweiz «. k«a iwrige. »««MC Monatlich. . . FräneS «,datti-an.«d»1nt«ra<iaW «JIm, >^Sez.,ra»orft^ ft~* »«lrpboaer 440^8, 4U1* *»« Uhr «HenM Kt, »«roch V-Mharlailenlanto iRSwaw«sam«ni 9Rm*ms* Wien» Montag den 31. Oktober 1921 3. Zahrgang (Tormtag-Dormittags-Sitzung.) Vorsitzender Dr. F r i e b m a n n eröffnet die Sitzung und gibt einige technische Bestimmungen bekannt, welche zwischen den Vertretern der einzelnen Gruppen vereinbart worden sind. Hierauf ergreift der Präsident der Organisation Abgeordneter Stricker das: Wort zur Erstattung des Tätig k e i tsberichtes. Er erklärt» nur über jene Punkte ausführlicher. sprechen zu wollen, welche in den Spezialberichten nicht zur Rede kommen werden, und.im übrigen ein allgemeines Bild geben zu Wollen. Das Landeskomitee habe viel Mühe darauf verwendet, die Verhältnisse in der W e 11 organ i° s kt i o n sanieren zu helfen» und namentlich die Vorbereitungen zum Kongreß haben uns stark in Anspruch genommen. Wir wußten, daß der Krieg in der Weltorganisation Zustände geschaffen hat, die beseitigt werden mußten»' es waren Zustände, die an Auslösung grenzten, von steter Fühlung zwischen Leitung und Landesorganisationen war keine Rede und die Exekutiv«^ war infolge des Krieges vielfach willkürlich zu-, ichrstnengefetzt, dazu kam der Zwist mit Len Zionisten Müe Befragung der Organisation. Das Ländeskömitee . hat es unternommen, sich mit den hns erreichbaren Bruderorganisationen zusammenzusetzen und einen Plan zu entwerfen, um dem .Kongreß einen günstigen Verlaus zu sichern. So fand eine 7. örLonserenz' der Organisationen verschiedener Lgnde^ m Wien statt und wir. einigten uns auf be-;f?mmte Forderungen auf dem Kongreß. Redner d'. fp-icht'.' die Frage der Kontrolle der Leitung durch Schaffupg eines aktionsfähigen Aktionskomitees und die anderen Erfolge der Blockbildung auf dem .Kongreß. Wir können mit Recht sagen, daß es ein Verdienst der österreichischen L a nd r » organi s a t i o n war, hier die Initiative ergriffen zu haben. Die österreichische Delegation auf dem Kongreß hat mehr als alle anderen dahin gewirkt, den Kongreß zu organisiexen, indem wir es unternahmen, auf dem Kongreß den Block der allgemeinen Zionisten zu schaffen. Redner bespricht ausführlich die Situation auf dem Kongreß und die Tätigkeit des Blocks dortselbst. Redner werde verlangen, daß der künftigen Leitung die Ermächtigung gegeben werde, auf diesem Wege fortzufahren und den K o n t a kt ito i s ch en den Landesorganisationen auszubauen. Was die österreichische Organi- ‘ation betrifft, so hat sich der Rahmen der im vorigen Jahre geschaffenen Organisation weder als mbeitstörend erwiesen noch alle Hoffnungen erfüllt. Aber die Teilung der Organisation auf zahlreiche Untergruppen bedeutet eine neue Form, die zu beherrschen wir nicht die genügende Fahl von Arbeitskräften hatten. Die künftige' Leitung muß in der Weise aufgestellt werden, daß 'sie jederzeit in der Lage sei, mit den Einzelmganisalionen im engsten Kontakt zu stehen. Redner bespricht die verschiedenen Umstände, welche im verflossenen Jahre die Arbeit gehindert haben, und den Mange! eines geordneten Budgets, ohne das großzügige Arbeit nicht möglich sei. Es geht nicht an, bloß zu kritisieren, man nruß auch der Organisation mehr Pflichtbewußtsein entgegenbrin^en. Auch bezüglich des K e r e n H a j e s s o d ist dasselbe zu sagen: mehr arbeitende Menschen brauchen wir. Unsere Propagandatätigkeit bezog sich auf die verschiedensten Veranstaltungen und die Leitung hat ihr Möglichstes getan. Was die fruchtbare Arbeit cmlangt, welche unsere Mandatare in den verjchiedrnm Körperschaften leisten, so muß das Verhältnis zwischen Letüng und Mandataren geklärt und enger werden. Die gtößten Ausgqbm sielst noch immer die p o l i t i s ch e A r b e i t: die Stellung zur Verfolgung der Ostiuden. Wie richtig hi«: Misere Stes- 'i lungnahme war. beweist der Umstand. daß es jetzt schon gegen alle Juden geht, wie am besten aus dem S k a n d a l d e r O p t i o n e n hervorgeht. Die Fragen der Fug e n d und der Frauen sind zwei traurige Kapitel, aber das ist nicht nur bei uns so, sondern in der ganzen Welt. Es wird notwendig sein, daß man für diese Zwecke eine eigene Kommission schaffe. . Im allgemeinen ist zur Frage der Organisation und Propaganda zu sagen: Die zahlenmäßige Ausbreitung ist wichtig, aber auch sie hat Grenzen. Es ist beinahe wichtiger, wirkliche Zionisten aus den Gesinnungsgenossen zu machen, als di« Listen der Ortsgruppen zu erweitern. (Beifall.) Die Organisation ist groß genug rmd sie könnte alle Aufgaben erfüllen, wenn lauter wirklich bewußte Zionisten darin wären. Am besten wird diese Tatsache durch den Keren Hajessod illustriert. Die zionistische Organisation kann heute schon Ungeheures leisten, wenn die Menschen, die darin sind, ihre Pflicht tun. (Lebhafter Beifall.) . v , fation, welches der Sekretär des Landeskomitees Dr. Weine r hält: Die Atmosphäre für die Organisationsarbeit war im abgelaufenen Jahre nicht günstig, da infolge der großen politischen Erfolge des Zionismus -das Interesse für die Organisation zurücktrat und man vielfach der Meinung war, daß diese bereits überflüssig werde. Die Ereignisse in der Weltorganisation und in Palästina müssen klargemacht haben, daß die Organisation unsere wichtigste Sache bleiben muß. Es handelt sich für uns um Arbeit auf lange Sicht und der Gedanke der Bündnispolitik gegenüber den Nichtzionisten muß in sein Recht treten. Die Mängel der Organisation liegen darin, daß wir zu wenig Kräfte haben, ebenso hat es uns an G e l d m i t t e l n gemangelt und das S e k r e- , tat tat konnte auf solche Weise nicht entsprechend funktionieren. Die Frage unserer Beamtenschaft liegt bei uns sehr im argen und es ist leider nicht sehr verlockend, zionistischer Beamter zu sein, während man andererseits mit freiwilligen Kräften nicht auskommt. Man hat in Oesterreich sehr viel Geld für verschiedene Zwecke gesammelt und die verschiedensten großen Aktionen übernommen, aber nicht eine einzige für den Organisationsfonds. Das Budget der Parteileitung ist viel zu klein und hat viele Arbeiten unmöglich gemacht. Wir brauchen unbedingt ein geordnetes Budget und müssen für besten Aufbringung Sorge tragen. Da wir Zionisten für alle möglichen Instilutionen in Anspruch genommen werden, so wäre es unsere Aufgabe, eine Zentrale für alle Fmanzaktionen zu schaffen, um System in die Dinge zu bringen. Der Milgliederstock der Parteileitung soll aus Menschen bestehen, die für Organisation und Propaganda in Betracht kommen. Die P r o v i n z a r b e i t würde erfordern, daß jede Ortsgruppe ein- bis zweimal monatlich von einem Referenten besucht würde, uud auch hier wäre ein Ausbau des Sekretariats notwendig. Auch das Fehlen der »Jüdischen Zeitung" hat sich stark fühlbar gemacht. Wir halten ein Jnkassobureau eingerichtet, welches befriedigend gearbeitet hat, aber aus Mangel an Mitteln mußte es aufgegeben werden. Die Jugendorganisation steht bereits in einem besseren Stadium als früher und die organisatorische Erfassung wird hier bei richtiger Ardeit keine Schwierigkeiten machen. Redner bespricht die gedeihliche Entwicklung der jüdischen Turn» und Sp o r tb ew eg u ng und weist darauf hin. daß auch schon Ansätze für eine Wiener Fraueno r g anis a t ion geschaffen sind. Ein weiterer Fort-! schritt ist die Schaffung des Klubs, der Ma nda- I tat * wodurch eine alte Forderung endlich «Mt er-1 scheint. Wenn wir ein richtiges Budget haben werden, wird man auch das politische S e k r e t ari a 1 einrichten können, das für uns überaus notwendig ist. Auch bezüglich des N a t i o n a l f o n d s mutz der bisherige Zustand in einen rechtlichen übergefübrt werden und die Nationalsondspwpaganda muß im Einvernehmen mit der zionistischen Leitung betrieben werden. Unter zionistischer Mitwirkung und auf deren Initiative sind selbständige Korporationen geschaffen worden, wie das G e w erb esörd erungs am% das Ch aluzheim und andere. Doch solltd deren allzugroße Loslösuny von der zionistischen Partei vermieden werden. Die geplante Schaffuntz einer kontinentalen Expositur der London« Exekutive würde für die Propaganda einen großen Fortschritt bedeuten. Was die Form der österreichischen Organisation anlangt, so ist zu sagen: Die Ortsgruppen mögen noch ihre Mängel haben, aber wir können heute nichts Besseres an ihre Stelle setzen.. Eine straffere Gestaltung ist nötig, aber nicht die Verwandlung i» ein Chaos durch überstürzte Aenderungen. Der Referent legt schließlich die folgenden Anträge vor: Der Parteitag spnckt aaS, daß sie Stürtvrrg der ziömkischm Organisation »ach innen und außen die wichtigste-«n>» rornchmste Arbeit M kommenden Jahres darstellt, «ad fordert das Landeskomitce ans, in diesem Srrnir seine Tätigkeit einzn» richten. Der Parteitag ei klärt, daß «S unbedingte Pflicht all« Ortsgruppen, Bezirkssrktioncn und Sektionsvorstände iowie jedes . Zion stm ist, an der Aufbringung des vom Parteitag biichlosienen Budgets mitzuwirkm. Der Parteitag beschließt, daß da- Sekretariat der komitees in weitestgehendem Maße ausgcbaut wird. daß innerhalb des Sekretariats wi politisches Dekrrtäriat rolit KWmWWWveDr 'W»M»d^ResWlTMibG',' daß für die Brürkssektionen und Ortsgruppe» Äezitks- Md Lokalsekrttariate zu errichten sind, »nd zwar für die größter» Sektionen und Ortsgruppe» gesonderte, bei de, kleuure» für zwei oder drei em gemeinsames Sekretariat, Der Parteitag fordert das Landeskomrtee auf, das Z»» kastobmrau in erweitertem UmsauK »vver-ügllch wieder $» aktivieren. Der Parteitag brfchkießt, daß an Stelle des LegittmaüonSasslchusseS daS Parteigkricht zu treien hat, welches felbstand!- nnd inappellabel die Beriflzierung der Delegiertenmandate durchführt. (§ 7, letzter Satz abzuändern.) Der Parteitag beschließt, eine Kommission emzusetze»' welche die Vereinheitlichung der Lntuug aller Finanzaktiönen der Organisationen (Kercn Hajessod, Jüdischer Nationalfonds^ Parteifonds, Press,fonds üsw.) m die W:ge zu leite» hat. Diesen Kommission steht das Rcchr zu. mit Beschluß des LandeZ- , komitees nach Abschluß der BorbereitungSarbeiten auch sch»» selbst die Leitung der genannten Aktiorim in peigneter Form W übernehmen, eventuell unter gleichzeitiger Erlöschung der Fraktionen aller konkmrirrendrn Jnstaur.en (Ausschüsse «sw?. Der P.wteitag beschließt, die Zionistische Bezirlr>ettio» 1* in fünf Sektionen zu teile». Der Parteitag beschließt, daß Mitglieder drS LaudeSkomitees, die zu zwei aufe nanserfolgendeu Sitzungen uuentichuldigt nicht erscheine», ihre- Mandats verlustig werde«. Der Parteitag beschließt, daß die ^Jüdischen Monatshefte^ spätestens am l. Jänner 1922 -u erscheine« habe«. Der P.irtertag beauttragt das La«deSlvmitee, binnen zwei Moikssten ei» Regulativ zu beschlichen, welches die Tatiglrik der rionistischen Aemter und J«strt»ti»«vr und ihren Lerkch» «uteremander regelt. Der Parteüag beauftragt die österreichische« AktionSkomrtee-))litglieder, hei. Regelung der organ'satvrsschru Der« Haltnisse drS Jüdischen Natlvnalsouds alles Nüttge »orzukehren. um eine Lostrennung deS Nationalfonds von der Landesorganisalion zu verhindern «nd den b>Sherigen sastischr«. Znftand, wonach die Nationalfondsleituns vom Parteitag gewahtt und der Lener drS BureanS vom L-mdeslomitre n» Einveknehmen mit dem NationalfondS-Ha»pthur«a« ernannt wird, in einen rechtlichen überzusühren. Der sarteitag erklärt «S als feine» Dille«, daß miv diejenigen (jüdischen) Institutionen die Förderung des Laubes' komiteeS erhalten sollen, die dauernd, «ickt vnr i« Falle der Nor, mit der ziouch scheu Organisalion zusüwmcuarbeit.N mrd ihr den ent prechendeu E nstuß sicher« "Der Patte,tag beschließt, die Schiffastg einer Kontinvw» ' exposstur des Bmeans' der Exekntmi- irtifda» kdüstegst» prunterstützm. »Ä»' »M'stsch'et dasLandeskoMie. «da« Künste», dktter w alle« R,cht»»^ wL«aüWW»