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Wiener Morgenzeitung · 1921-10-29 · Heft 988 (29.10.1921) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 988 (29.10.1921)
Date
1921-10-29
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Rr. 988 Wie«. Samstat Wiener Mvrze«zett«»S 29. OLiober 1921 Verschiedenheit, Vorlieben v«d Abneigungen, die voneinander abwichen und schon zückte die Frau die Drohung des Fortgehens, tzst'ö aber erst einmal so weit gekommen, dann ist im Gefüge der Ehe schokk ein. Stein locker geworden und eS bedarf dann wirklich nur - einer kleinen Erschütterung, um de« Bau zum Einsturz zu bringen. Die einträchtige jüdische Ehe, die sich von vornherein als daT Feste und Unbeirrbare betrachtet, war gewissen Modernen schon' zu altmodisch geworden, sie führen, eine neue Form ein, die blitzmoderne, auf- und zuknöpfbare Ehe, aus der man heraus-- schlüpfen-konnte wie aus einem Handschuh und die sich von einem sogenannten soliden Verhältnis eigentlich nur durch ein paar Formalitäten, nicht aber dem' Wesen, nach unterschied. Gewiß sollen Menschen, die nach Gefühls- und Denkweise .nicht zusammenpassen, zwischen denen stich , uttiiBM« brückbare Konflikte ergeben,. nicht aneinander gekettet sein und sich ohne Hoffnung wund reiben^ im 'täglichen kleEicherr Kampf gegeneinander. Aber daß das jetzige System -- des Heraüßhüpfens aus der..Ehe schlecht ist, erweist der ÄugN--. schein aufs deutlichste. Es ist jetzt - gar nicht mehr so schick und kleidsam für eine Frau, allein zu stehen? Die Härte- Zeit macht es zu einer schweren Aufgabe, sich selbständig fortzubringen, und Arbeit steht nicht so. gut-, .wie mein' sich's ausgemalt. Dre Männer, die früher vie geschiedene Frau umschwärmten und umwarben, jtfxn es bei den jetzt bekanntlich sehr zugänglichen jungen Mädchen schließlich immer noch bequem^ und vergnüglicher und da die verheirateten Frauen sich von den. geschiebenen auch leise und allmählich zurückziehen, so bleibt die geschiedene . Frau zumeist vereinsamt. Es hilft nichts, .sich. ins Gedächtnis zu rufen, wie unwirsch, grob, rücksichtslos der Ehemann gewesen. Die innere Stimme sagt dennoch: Es ist jetzt, schlimmer. Die Geschiedene ist ärgeren Kränkungen,' schlimmeren BiPiMta eil aus-gesetzt, sie muß nt:|r ertragen, als ihr die Ehe an Lasten geboten hat. Dabei ist der Nimbus, Her sie einst umgab> erloschen. Weder gesellschaftlich noch im Familienkreis wird die geschiedene Gattin voll genommen. Und. bittere Neue, stiller Gram und tiefe Beschämung über ihren kindischen, lächerlichen^ Leichtsinn — sie sind zumeist das Los der geschiedenen Frau. . * Der Herzog »»« TnSkmia. Aus Anlaß des Karl- V»tscheS erzählt .Petit Parisienne", daß zwischen dem Er'önic, Kar'! »nd >er ttalieniichen Regierung ein intereff.mter Prowß schwebe» der demnächst genchtlich ausgetraoen .werden soll. Den Gegenständ des Prozeßes bildet der berühmte t s S k a n r s ch e Diamant, welchen Exkaiser Karl anläßlich seiner Flucht aus Wien mit den übrigen Familieniuwelen mitgenommen habe. Italien «olle diese Angelegenheit im Gerichtsverfahren areStragen. drs zur Mckerstattong. deS JnwelS. jedoch die «n Italien befindlichen habsbnrg scheu Guter mit. Beschlag belege». D-r Diamant, der mter , dem Name» „Herwg von ToSkana" bekannt sei, ist 140 Karat schwer und nehme unter den historisch berühmten Dramante« de« , vie>ten Platz ein, ranaiere gleich nach der ..Caralrpe" mi1,198-Karat »n ver dem .Regent" mit 136 Karat Gewicht. Der heutige Wert des .Herzog von Toskana* belaufe sich auf etwa zehn M'llivnen Goldlire, Der Diamant wm de seinerzeit, von. Erzherzog P e t e r L e o p v l d von Florenz nach Wien gebracht, im Jahre 1847' in Paris als Piand für das dem österreichische» Herrscher haasp bewilligte Darlehen ' hinterlegt. *.Verhüteter Kokakuschmnsgel. Den 5kriminalbeamten war schonijieijt längerer Zeit ein Italiener anfgefallrn, der oft und oft vom SUdbahnhof grüße Reisen mit umfangreichem Gepäck unternahm rmd dadurch der SchmnggelS verdächtig erschien, wiewohl niemals die Durchsuchung deS Gepäcks an der Grenze Verdacht ergeben hatte. Die-Kriminalbeamten forschten dem Manne nach und ermittelten, daß er der 39iährige gewesene Kau'mann und dcrzeitrae Privatier Silvio B o l p i, zu Triest geboren, nach Pola zuständig ist, und auf de« Margaretengürtel Nr-IOwodnt Am 27. ‘ b. M kurz vor Abfahrt der. Schnellzuges nach Triest , gegen 7 Uhr wurden der Mann, seine Fra» mit ihrem Kmde und ein anderes Ehepaar im Südbahnhof angehalten, als Bolpi mit Familre nach Triest fahren wollte. Das Ehepaar, das sich in Begleitung der Bolvis befand und ihnen dar Geleite gegeben hate. ist der 40jährige Ingenieur »nd Private Karl Matkovic. zn Knin geboren, und feine Gatt,« Hermine. Heide Wiedneraürtel 56 wohnhaft. Das Gepäck wurde genau durchsucht. Unter den Sachen, die im Koffer lagen, war nichts Verdächtiges; bei näherer Untersuchung des Kofferentdeckte man aber, daß er seitlich vier sehr schmale <Hohlwände. in Fächer emgeteilt, batte. In jedem der Fächer lag chv flaches Paket mit einem gelblichen Pulver. Es stellte sich heraus, daß das 'ulvcr Äo-ain war «nd daß fünf. Kilogramm der Arznei im Werte von einer Million Kronen hätten geschmuggelt «erden sollen. Das Kokain wurde beschlagnahmt: von der Tatsache wurde die Fmanzbefirksdirektion verständigt. Gegen beide ist der Antrag au» Abichaffung gestellt worden. Sie «erden sich der der Finanzbehöroe zn verantworten haben. * Ter Brillanteudiebstahl in der Spiegelgaffe. Wir berichtet, wurde auf Grund der vom Sicherheitsburea« einkcle'ueien Verfolgung in der Vorwoche einer der beidrn Ladendrebe, d^e am 14. v. M. dem Edelsteinhändler Artur Herz! in dev Spiegelgaffe dreizehn B r r l l a n t e n im Werte von 13 M r l l i o n e n K r » n e n gestohlen haben, im Liverpool verha'iet, als er sich ebcn zur Reife nack Amerika einschrffe». wollte. Der Mann batte.sich h>cr D. I. Rubin genannt. In! einer Gesellschaft halte sich eine Frau befunden, die den Name» ..S i img e r* führen soll.. Eine heute hier eingrlangte Depesche der Po'mihehörde in Liverpool be'agt, ,daß man bei dem angeblichen Rubin - 616 Dollar getunkm hat. Bei' ferner Begleiterin wurden 8,260 Dollar beschlagnahmt.. ■, * Sie Eröffnungssoiree deS Akademischen Vereines Mischer Techniker sin "et am Montag d n 31. d. M., V,S Uhr abends,, in den Gc'Mchaftsräumm der CafS Landtman« statt. Der Verlauf des Abends ver'pricht dank hervorragender Mitchirktm.i ein überaus animierter zn werden. Karten i K 50 und K ioo im Lokal III;, Reisnerstraße 23, erhältlich. Bereirrsuachrichte«. Jüdische Bolksbibliothek Zion, ll., Glockengüsse 30. Heute, 4 Uhr nachmittags, Ausschußsitzung. — S e n i o r e n v e r S a » d der Z. M. B. Heute, 3 Uhr, IX., Nußdo,ferstraße 61. — ZionlstrscheB ezirkssektio» Währl n g. 4 Uhr CafS Währingerhof, Währinoerstraße 162. -7- B e r e i» Erez Jsr a e l, Wien, tt., Laborstraße SO ». Heute, 4 Uhr nachmittags. Mitgliederversammlung. „Der Parteitag und die Jugend".,Kurtbeginn heute 1 Uhr nachmttiagS. — Die Freie jüdische Volksbühne Töi.uÄ%AoTsr?OMtrM“8o “—iSSS DER FREMDE?gr,lS Ab 1. November Im Lustspleltheaier (Prater) Delegier t.e n der Zionistischen Bezirkssektion Leopvldstadt wollen ihre Eintrittskarten zum Parteitag beute zwischen 2 und 3 Uhr im Sekretariat. II., Taborstraße 2>w, beheben. > Zeirei M i s r a ch i, II., Praierstiaüe 43/11. Heute, 7 Uhr abends, Vortrag Zwi Taubes Über „Hatow Schebjaichan*. — H eb räis ch e r Klub. Morgen; 30. d M., V*8 Uhr abends, im Saale der „Scholle* (Dmnabad) Vortrag der hebräischen Schriftstellerin Fr. N a ch e l K atze n e l s o n-N u b a s ch o w über hie Aneignung der lebenden hebräischen Sprache. Hebiälschsprechende willkommen. Kömmimales. Wiener Gemeinderat. (Sitzung am 23. Oktober.) Gestern gab es wieder einmal eine stürmische Sitzung.. Siadtrat Speis er hatte über die Gewgbrung eines Vorschusses für die städtischen Angestellten auf die Mehrzahlung für den Monat Oktober von 3000 Kronen, berichtet und — die für-die Gemeinde hiedurch erwachsenen. Auslagen betragen 2.21/2 Millionen Kronen —da der genannte Betrag .bereits ausbezahlt.ist,' um die nachträgliche GeMhmigüng ersucht. Das benützte Gemeinderat Rummelhä^bt, um unter wiederholter jZustunmung seiner Parteigenossen und unter heftigen Zwischenrufen der Soziaibemokraten ^egen die parteipolitische - Verwaltung - der Äeme'növ Wienloszugehen. Er behauptete, daß in den städtischen A Ämtern, Betrieben mid Anstalten Zustände herrschen, ..diean Bolschewismus grenzen. Besonders der Obniann her Betriebsräte un Lainzer Ver» sorguugshaus. Neuban^r, führe eine diktatorische Gewalt gegen die dort befindlichen christlich sozialen Angestellten. Selbst der . Generalinspektor aller städtischen HumanitätsanstaltAr, Generalstabsarzt Dr. Pick, passe dem Neubauer^ nicht, gegen den er Stellung genommeu. Er verlange deshalb die Suspendierung Neubauers vom Dienste und eine Disziplmarnntersuchurlg gegen ihn. . Ihm erwiderte unter gespannter Aufmerksamkeit ' des ganzen Hauses. Professor Tandler, -nachdem er sich - einleitend dagegen ausgesprochen hatte, daß man alle Akte einer Unhoslichke.it gleich mitdem Namen ^Bolschewismus bezeichne. Der Boden ser politisch durchwühlt-und/er gäbe sich alle Mühe^Uebelstände/ zu. beseitigen, die >Zustände '.zu bessern. In seinem Schlußwort erklärt d^r Jfalemtt,; die Gemeinde,, auch wenn der Staat die 70 Pvozent-Zuschuß nicht geben würde, da das Finanzv^rfassungsgefest-näch immer nicht zur Wirklichkeit , wurde, aus ihren eigenen Geldern den Angestellten bezahlen^ wird. Der Referent' weist ' die . Darstellung, als ob im Lainzer Versorgungshaus die Seuche' des Bolschewismus ausgebrochen sei, zurück. Das Zusammenarbeiten zwischen Gemeindeverwaltung Und Betviebsräton hat zn den allerbesten Ergebnissen geführt. Gemeinderat K u-n s ch a k bringt hierauf einen Dringlühkeitsantvag, betreffend' die Anerkennung dev Sätze für die Mietzinsabgabe in der Weise ein, , daßdie-Mietzinsabgabe »licht schon Bet einem Mietzins von 900 Kronen, sondern nach einer Erhöhung von 300 Prozent eintreten solle. Der Antrag wird der dringlichen Behandlung zugeführt und die Sitzung hierauf geschlossezr. Die ErKährANg. Zucker und PlusmshL werden am 1. November verteuert. In der gestrigen Preffekonfercnr wurde mitgkteilt, daß. vom 1. November an ein Kilogramm Kristallzucker^ 300, ein Kilogramm Würfelzucker K 336 kosten wild. Die September-Zuckerkarten werden bis SO, November nock zu dem Preise von ü 166 und 182 für das Kilogramm ringelSst. DaS Kartenshstem bleibt ausrecht, doch wird außerdem die freie Einfuhr von Zucker gestattet werden. Das P l« § m e h l wird in Zukunft zwischen K 280 und 300 koste». Die LebensrmLtelnrärkt Weitere PrerSsteigerurrge«. — Eine lebende GanS 2000 Kronen. — Ein Kil» Kartnffel» 54 Krcktten. Die PreiSfingerungen nahmen ke n Ende. In der Groß Markthalle war grste>n das Rmdfikl'changebot nicht ausreichend, was zur Folge, habe, daß sich Rindfleisch im Großhandel um K 25. im Klernbandel um K 10 per Kilogramm v e r t e » e r 1 e. Im Detailhandel kostete ein Kilogramm in der Großmarkthalle K 220 bis 360, Biatenileisch K 390. Im Großhandel verteuertm stch ferner Kälber u« L 10, Schafe nm L 10, Fellschweine u« K 60, Fleischschweine K SO per Kilogramm. Bis aus Fett und Rindfleisch war-'n Genügend Vorräte vorhanden. Trotz der hohen Preise war der Verkehr äußerst lebhaft. Ans dem Gestügelmarkt waren lote und lebende Gänse aus Polen angeboten. Eine lebende Gans stellte sich auf K 1800 bis 20('0, Hühner notierten K 300 blS 380, Indian« K 500, Gänse K 550 diS. 880 (gegen den gestrigen Preis um K 80 teurer), Enten K 360 bis 800 per Kilogramm.. Auf dem Wilepretmarkt gab eS Hase» zu L goo bis 700 per Stück, Rehe im -ganzen das Kilogramm zu K 230 bis 240. Auf dem Fischmarkt kosteten lebende Karpfen K 3»-0 blS 480, tote Karpfen K l2s btS 300 per Kilogramm. Seefische K i$0 Big 200. An R ndfieisch standen bloß 64000 bx zur VersÜguug. Auf den' Grünware «Märkten waren Gemüse und Obst in ausreichendm Mengm angebote». Die Zufuhren von Kartoffel» haben sich in den letzten Tagen etwagebeffert. Gestcro wurde der Preis für Kartoffeln abermals um L 4 per Kilogramm nhöhtj Rote »nd gelbe Kartoffeln kosten auf den Märkten JL52, ,n den Bezirksgetchäfteu 54 per Kilogramm, Kipfler stellen sich auf X 59, bezrrhungSweise K Kl. Auf dm Märkten werden auch jugoslawische Kartoffeln verkauft. In de« Be-irk-gelchäftm sind diese Kntoffeln nicht zu haben, u» Preis'reibireiru zu verhindern. Auf de» Märkte» koste ei» Kilogramm & 64. Bühne wd M«E „Havrletbei de« MoSKa«er Lk««ßkler». (Wiener Stadttheatee.).,'-^ -HEE'« An diesem Abend kam nach unsere« Gefchnckck ' «ÄtzM großartige JnszenierungSkunst, das Stilgefühl, die Sewiffewhaflyj« krit der russischen Gäste zur Geltung — nicht auch ihre AnMßo! bewunderungswnrdigeEchauspielkunst. Nur die Darstell«^k8w Totengräber, die Herren A l e x a n d r 0 w -und.T a r ch a »f'oimj ferner' die Herren Wasiliew »nd.Komm iHe^o)»^ („Rosenkranz und Güldenster»*), schienen uns überragend. ' K a t s chalow ein merkwürdig farbloser, matter,; blonder/ Hamlet, Fräulein Krischanowskaja eine sehr liebliche, aber auch '' der Wahnfinnsszene merkwürdig znrückhaltende, eme kemgesunL . Endlich-frische Ophelia. Alles andere ist gutes, konventomlles i:ttelmaß. Aber die eigenartige, wunderschöne szenische «nd nmfrkälische Einkleidung! Die Tragödie des Danenprinzm ist unter Lew Händen'des geistigen Urhebers die« „Hamlrt*-Aüsführnns ' em Melodram von getragener, mitunter kirchenheiliger Feierlichkril geworden. Znm Shakesp^aretert ist szenisch viel hinzugesugt, an sich ein fragwürdiges Unterfangen. Doch Ange und Ohr sin^vou Schönheit «nd Wohlllang^übcrwältigt. und Einwändedie^M melden wollen,, sind alloglerch Lcfiegt. Was, an Prunkgesängen,i FarbenwirknngeE wundervollen Trachten « .diesen 18 Bilde!«- geboten wird,, die in einem System' von Vorhcingrn beweglichen Säulen gestellt find, läßt sich , nicht beschreibeu.^D^r Bühnenentwürse GremislawskhS find - Meisterwerkes und die Regie BoleslawskyS rst'großartig. Einige -besonders-schöbe Augenblicks des Abends: Die Grablegnng der Ophelia gehl unter herrlichem Gesang vor . sich. Eia'Mädchenchor begleitet die Diale^li am Grabe mit eincr ergreifenden Litanei. Dan« trete« die Jung«^ frauen einzeln vor und weifen dem hinabgelaffrnr» Sarge Menstengel' nach. Die Schausprelszens ist ei» kSstlicheS Melodram für sich. Der Zweikampf Hamlrt-LanM . von edelster Rhythmik. Unvergeßlich das Schlußbild. Fortinbrak Erscheint, von Standartenträgern geleitet, die mächtige, «erß« schimmernde Fahnen über Hamlets Leichnam senken- Mer Krieger treten vor und werfen in semeffem«. Gleichtakt schwmre Mäntel um, bevor sie den toten'Hamlet hochhebe«. Dieser rusfische „Hamlet" ist ein Schanstück von jm«hörte»> Pracht - aber, ach, ein Schaustück nur. - 0. . Die Freie jüdische Volksbühne im LnftsplÄtheater. . vr : Im L»stsp ielth e äter rröff«et am 1. NovemSdr) 7 Uhr abend?, die Freie jüdische BolkSbü-h«». ihr Gastspiel. -Zur AuffShrmg gelangt an diese« und an de», darauifolgenderr Tagen dar erfol-reiche drciaktige Schanfpru „G o t t d e r R a ck e" von Schalom Aich. Die Rolle des Fankel Schayschowicz spielt Herr Paul B a r a t 0 w (Ben Am 3. November geht als Uraufführung „Der König", Schanspiel in vier Akten vo» S. I » s ch k i e w i t s ch, zu«, erste« Male in Szene. Die Hauptrollen sind mit den DameNl' Deutsch, Körner und N a t a n sowie de» Herr« B ci r a t 0 w (Ben Z»n), D e « t s ch, N a t a n und R e i fr" man» besetzt. ' Theater «tt der Wie«. Nun ist auch in Wien Oskar S t r <1 « s' „D et 1 e tz 4 c Walzer" zum ersten Male getanzt und gesungen worden, nachdem er schon vorher-von Berlin aus auf seinem Siegeszuge bis in die neue Welt vvrgedrungen war. Der Held der Handlung, ein polnischer Grasigst der Rache eines russischen Großfürsten verfallen, vor drffen Zudringlichkeiten er einst eine junge Schönheit ritterlich schützte, tmd wird über deffe» Befehl in einem Schlöffe gefangrngesrtzt, um m nächsten Tage sein Leben z« beschlleßen. Doch das Operettervschickfal ist ihm gnädig: die Braut deS Schloßherru ist die Schöne von ehemals nnd so tanzt er mit ihr ^seinen ersten Walzer, der nicht sein letzter sein wird. Denn Julius B ramm er »nd Alfred ®ti» H l d wärest nicht die langst bewährten .Textdichter, wen« nicht der fesche Graf seine retzende Gräfin kriegen würden wa? freilich nicht ohne etliche Geschmacklofigkeiten tat dritte« Akt gelmgt. — Oskar StrauS hat, seitdem ihm mit dem ^Walzer» trau«" der große Wmf gelungen war, schon bester« Musik gemacht. Es find nicht mehr recht die «r'prüngliche Frische »»d di« witzige» Einfälle, die wir stets so an ihm geschätzt habe», aber er versteht, es, in vornehmer Weise den Leichtheiten der Dutzends OPftette aus dem Wege z« gehen, Manch pikanter Rhythmus Aßt aushör chrn und »0 er die Herkunft vom Kabarett nicht leugnet^ wie im Terzett deS DreimadelhauseS „Mama, Mama, woS fangest mir nun an" oder itn „© lcr lo, das kann sehr viel sein" hat « gewonnenes Spiel. — In den Künstlern nnd in der Inszenier»«- hatte der Komponist machtvolle Bundrsgenoffen. Herr M a r i sch k a wirkt ganz unwiderstehlich, ist in Spiel »nd Stimme ganz strahlender Held, Betty Fischer bildhaft schön und gesanglich vortrefflich, Walter H » b er nnd Kurt E h rte haben mit viel Geschick und wenig Stemme den Uebrrgang vom Schauspiel zur Operette vollzogen. Die Sensation des Abends waren die Mitglieder des ehemaligen russischen Hosballetis, die i« der großen Tanffzene des zweiten Aktes mit ihrer ganz fäbelhasten Kraft und Beweglichkeit tosenden Bestall ensteffelte«, der sich nach dem dritte» Akt erneuerte. So dürste »Der letzte Walzer" auch im Theater an der Wien eine ganze Saison imeip getanzt werden. 9 e. k. Arrs de» The«t»rn. Wo chenspielpla.n deS BurglhraterL Sonnta«, 7 Uhr, ,Du Journalisten". — Montag. 7 Ähr, >Ltb»ffa". — Dienstag, 7 Uhr, „Die versunkene Glocke". — ' Mittwoch, 7 Uhr. »viss irss*. - Donnerstag, 7 Uhr, .Hoch' zritstage". — Freitag, 7 Uhr, .Die Schwester»'. — Samsta,. 7 Uhr, »Das Glas Waffer". Wochenspielplon des Operutheattx4> Sonntag. 6 Uhr. ^kannhänser". (Elisabeth — FrLulem Gertrnde GeyrrsbaÄ vom Nationallheater m Wiesbaden als . Gast.) — Mont ig. 7 Uhr. .Die Bobsme". — Dienstag, Uhr .Trist»» und Isolde". (Tristan — Herr Kammer,änger Otto Wolff >00« Moderne Winterstoffe beste Qualität am Kapl Schwarz A gttnsi i esteu bei M, MsLMÜWM

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