Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1921-10-28 · Heft 987 (28.10.1921) · p. Seite 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 987 (28.10.1921)
Date
1921-10-28
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
75% known words query
IRI
…/2979076-2979773-2980066--09213-2995439
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite « Wien, Frelrast Wiener m*r$eiigeittm$ 28. Oktober 1921 ' at den 51. Oktober und den 14. November d. F. ffir alle dem llnt?rrichtSamte nntmsiehrnden Uvjerr chtSanftalten und Er-;ikhuvgsg«stn!te« m Wir« «Nb RreberZsterreich-Land als schuhrei erklärt. * GotteSdte«- i« LevpvlPftSdter Tempel. J-de» i^reitagß'.end »nd SamSiag finde» m nmeröffneten Tempel, (I, Tcmvelgaffr 3, Gottesdimße statt. Der Premgt;ykl«s an dm k>relt.wßbend:» beginnt Freitaz den 4. November. * Z«r Dernförvahl. Huf Veranlaffüng deS Ministeriums siir soziale Dkr.'v.ülung v-ranstaktet d-e Wiener, Urania in ihrer Zweigstelle Jssefstadt lAlbrrtgaffe SV, RealohmNasimn) einen vo« Inaevieur K. Ha«ä geleitttm SrrnefterknrS MN Lrchrdilder» iidcr Brrnsskuudr iur El,^7,. Lehrer, Ersiehrr nnd die!eis re Irramd. der jeden SauiSkag von 5 bis 7 Uhr ftattsindet. BeginnNovember. Teilnehmerkarten in Ser Urania und an der «enannim Zweigfielle. * Gegrävnistr «« hentrzen Tage. Alter Friedb 0 »: s Uhr Metzzer Emilit, 10 Uhr Dr. Mahler Adolf, n. Uhr Singer m'o'a. — N e « , l F r i e d h 0 t: 10 ühr Wirer Adolf. 10 Uhr 29 Mi«. H-.rth Benedckt» 11 Ühr Klinger Zallel. * Dro!:e«ve* Streik der Fleischbeschauer dev nraekitifchrn KulLirsgemeimde. Die Fte schdeichauer („Meschji'i’' grhörrn wohl zu de» om schlechtesten bezihltkn Fanknsnirrett ,n r-r reu UN allgemeine» nichk gerade ans Rosen grbeuete« An« g.-k.-Uten c rr Kulrusg meiude. 8m Maschgiacb. h:r von 6 Uhr s'i-.gm.-r >is 11 U-r vormitlags und von b bis 7 Uhr «ach- Drrnsi Machen muß, bezieht ganze K 2400 monatlrchk- :fc«: ’it;u ’ßßn', Las gerade bte Beiftellang von r.trjellem w.r.'n nick: zu denPassivposten der KatMsgemeinve zählen kerm, welche 'ür jcden cicickilachieien Ochsen eme Tchüchtgrbühr ein« de k. Dle F!e:schb:sch?nee der Kollusoemettide haben, wie uns r: geteilt wird, beschlossen. Samstag abends rüden r r e: k z« treten. Es ist bedauerlich, daß e» so «eit l'nmricir muß uud dir ÄultuSgemeinde erst durch den Streik von c:U:Uer rwauziß Leuten gezwungen werdrn ioll, ki» wenig soziale E.nsicht r.» zeigen. * Ei» Iatzlstvck für Zufektrsnskrank-» Im Spital : r Sbittuerm «in Kreut ist ein Zohlstock I. und u. Klaffe n.tt mfekrwse Da mlranke (Ruhr und Tyvdus' eingerichtet wordeu. Die Aufnahme rrivlgr nach vorheriger Anmeldung bei ee> Direttroa dines Spitals Telspqsn »9.390 «ab 58.396). * Wstterdavicht. Da» Tonautal bildete in Oesterreich die Grecifltnie zweier verschierrn gerichteter Luttftrömungen; riStÖ* i;cii eine warme «esil-chr Strömrnra, südlich Aper den Alpen «ne '.rocken; nordöstliche Strsmung. DcmeNtsprechend war m de» tUveuländern gestern das Wttrer bester unv ivunis, m-Wttn trüd, nur zeitweise lockerte sich die Wolkendecke. Die Mitragstemperakm war IS", die Morgentemperatur 2". Boraussage: Wahr'chrinlich meist trßb mit zeitwrisem ÄsfktLrrn. Erringe TageSschwanlnng der Trmperai»r. * S«r TelrphvnserLr-e Wie«-.D«Vapeft. Der private Telephonverkrhr'Wie»—Brdapefi wurde heute wieder zu» gklaffr». * Srlbstmord i» btt Telephonzelle. Ja ein Hotel im NH. Bezirke kam gestern nachmitlsgs eine rleganL gekleidele Dame in mittlere« Jahren. Sre betrat die Tclepbonzelle des HotelS, zog dort «men Revolver hervor und totere sich durch einen Schutz. Irre Hotel war die Dame, urrbekcrnnt. Sie soll d« 41jährige Gartm einet rumänischen Lrolinvirtuose« sei». * ein v«rsch«*»de«e» Stleinob. Mrv Alina Joyce, Mitglied der Amerikanischen Mission, XV1U, Schulgalte SS wohnhaft, hat gestern abends beim Stabtko«Missarrat angezeigt, da» ihr eine längliche goldene Brosche mit neun »rbeneinandec i» Plaü« gefaßten Brillanten, i« der Mitte er« großer, a» den S-itrn flemece, rm Witte von ilj, bis 2 Millwnen Krone», entweder r:n Miederg^sBäft Biese», 1., Kärninerstriche, oder m einem Aniotari auf der Fahrt zur Marirhiltrrftraße-verschwunden ist. Auf die Wiedererlauguug hat sie eine Belohnung von k lfiü.OOO avSfltsrtzt. * Girre 8L.6V<--A?ro»etvJeche. Beim Polizeikommiffariat N.-nben batten zw-i Hochschüler aus der Schwetz angezrigt, V«ßi;n?n in ernr« Nachtlokal des TU. Bezirkes für vier Flaschk» Sekt. Me: Portionen Aufichmtt uud 100 ägyptische Zigarette» K 35.000 gerechntt wurde». Das Kommrfiariat-forschte nach dem Lokal und ermirtelte es hr»te nschls um 3 Uhr. ES ist die Weinstube Kaiirrstraße 70 i Besitzer HarrS Schorfs Im Lokal wurden zu der Bieit etwa 35 Personen champagnifterend «ngerrossen. Die Änzeig; s»rd: an das KrirgSw»cheramt erstattet. * Dir Manrrs^aft eines Gpnrtdlreb» «rährenv e.nes Wettspieles beitohle». Arrs L e 0 b e « »rrd «emflb«t: 'L:z Reserve- und die AithnurmMannichaslen drs Grazer Athletik» iiubz al-wlvierten hier zwer Fußballwrttspiele gesrn Mannschaften de" L'sbner Dentschrn Eporlvtrnnrs. Zum Umkleiden bmritzten die Gra^r Sportler eine Glasvrrmids in einew Gasthawe. A's di- ,2 Grazer Spvrlleute vo»n Sv'ele zurüäkehrten u«d sich i! iikleid?« wollie», fanden sie, daß Diebe die Veranda ausgesucht > d iast alle Spieler «m ihr Geld, Schmncksachen, Sckiistrn und Dvimrirvte. zwei Sviel'.r auch um ihre Kl'idung bestohlen worden »arrn. Bisher konnte» die Dirbe noch nicht ausgesvrscht weidj«. * Best»chle«e Franzöft«. Der Madame Madelsme - - P ,i s aus Baris, derzeit XII., Schönbrunnerstraße 309 vohrrhkft. wvudt gestern in einem Strsßeubahnzug der Lrnie n Mur:ahilf eine Dörie mit 400 ftanzöfifchen Franken «vd 00/M sftcrie-chischen Kronen gesiohle«. BttdächNg ist eitle 30hi; üäjährige elegante Frmr. Diebstahl v»m Bplk»». Sestern wurde« vom Valkon drS Ha»'es Ejtinghansenplatz 5 dem Präsidenten Dr. T h a j|* h 0 . e « stei« ein Winterrock «ad ei« lichtbrauner Jagbrock mit Led rjutter, ein schwarzer Drnterrock, ein kurzer »laliir t'.'-atrosenrock und ein brauner Winterrock mit Spange, z«sam««n i< 4ö;j OCfO wett, geftshle«. * Die Koste« ffl* die magistrarifchew PfieaeNud«. tr: lktzten Sitz«'ig des AeivdrroteS wurde über Antrag des amtsfuhienden StavtratrS Pro!«fsor Tandler ein Z»sch«ß» kredit von 6 5 Millionr» Klone» bewilligt, mit dem die Mebrr?.r§«atcn bestritten werde» sollen, die der Gemeinde aus der Er« liöhl'.ug der Kostgelder für die magistratischen Kostkmdrrerwüchse». Es werde« jetzt X 700 bis X 1300 monatlich für jeder Ki«d vo« d»r Gemeinde bezahlt. Es wäre wünschenswert, wen» möglichst Ni-le '-iamckien solche Kinder in Pflege «ehmen würde«, damit i'it wüte noch ia den Anstalten befindliche« Kinder i» die gewiß ''vrt'il-lustrrr Püvarpflege kommt« könnte«. * Urania. Heute, Freitag, 5 Uhr (Großer Saal): ^barrfclonS Südpolexpedition. — V*6 uhr lKleiner. Saal)?.ütr; Ludwig Baitista: Die Seele des Kleinkindes, IT. — ’.Sß Hbr iK-irs-Saatt Dr. Franz Matdle Die LedmsgewShN» beten der Jniefikn bis zu« Erwachen der sozialenJnstiNste, i„— 7,6 Uhr (KlnbsaaN Univ.-Lcktor Dozent Manns Wb»: Praiti'cher Uebungskurs in Sprech« »nd Bortraasknnst. IX. — ■;S Uhr (Groß-r Saal) Sandervorstellunq: .Eisen Jnx wist «r fick; «achrn*. (WanderbLh««) — V-8 Uhr Meiner Eaal) Jngrnieur Fritz Wilsori: Line WaNderuna durch X'gypte«. — ^'iS Uhr (KurS-Srai) Dr. HtL«»g Nosfi: Ei>1wiiü««ß d«s dramakischen Stils. IT. — %8 Uhr kK'nb-Gaal) Max Mrllcrrkov ch-Moiold: Lebe« und Schaffen A«to« Bruckners, IV. “ VjÖ Uhr (Arberttthri«, X,, Laxettbürgerstraßa 8) r Dmischer Volttlttdrr»he»d. Rr. 987! Dienstag den 1, November 1921 um 7 Uhr abends im Grossen Konzerthaussaal Psalmen- und Prophatenaiiend MITWIRKENDE: Erika Wagner Ferdinand Onno (Deutsches Volkstheater) Prof. S. Braslavsky (Dirigent) (Deutsches Vollcstheater) Prof. Luis Dite (Orgel) Gerson Margufies (Solo) Das Hakoafi-Orchester Der Jüdische Gesangsvercin Volkstümliche Preise. KARTEN an den KonzerthaosfyasJen, llk., Lothrin?erairaase v. In Graben 28, .Wiener Morgenzeilung“, 11., Taborstrasse 1—3, Jüdischer Hochschulansschuss, IX^ Mariannensasse 32, Buchhandlung Löwit, 1., Rotcnturmstrasse 22, Karten* bureaa Aida, 11., Talorstrasse 7, Theaterksrteobureau Gustav Schmid, I., Museumstrasse 8. 414 Bereiuswachrichte«. In der , Bo l k S o p e r tzekanat morgen, Fleitasti »T o r c a , mit Frau Reich-DÜtich in der T'telrolle, gur Auw fiihrung. D rigent Herr Dr. Kaiser. Beginn V»8 Uhr. ... 3m Wiener Stadttheater Vnna-n die Mit» glteder des Wiener KLnstlelthea'ers heute, Freitag, A.P. Tschechows' «O n k e l W a « j a" zur AttffMivna. — Mo,gen, Samstag/ wird ^Hamlet wiederholt. — Montag dcn So. d. rack- «'lt'aL 3 Uhr, ,M ein Leopold" gegeben. Ä« der Rolle deS Schuft» Weigel gastiert' Heinrich Etsenbach. Die Rolle der Emma spielt H a n s i N i e s e. „ 'In der R o l a « d -B Ü h« t (Jüdische BÜhne),^ Praterstraße 85, gelangt morgc-n. Samstag, dik Operette ..Chorden I «r n s ch u l a i zur A» fühiung. —! Sonntag dm SO. d. Mwr,d über allg'McineS Be, lange« die Schlaoei operettt «I a n k a I e\ mitMaliPie» « m der Hauptrolle, zum 6K. Male grgeb^ Gerichtssaal. Die oftjüdische Witwe. .Die nieder'dstrnetchischr Landesregierung hatte die Wikm nach dem in Wien verstorbenen, nach Ostgalisien zuständige^ Kaufmann Saniuel G o t t e s m o n n aus W en abgeschaff^ Dagegen brachte sie die Berufung an dis Bundesministetmm für Inneres Und Unterticht ein. die aber abgrw'ese» wurde, inde» bcide Instanzen von deb Anschauimg ausgingen, daß ste zur Auswci'ung vo» Ofliuden berechtigt seien, weil daS Sraattgruud» gesetz über den freim Aufenthalt xttxr für österreichische Staat-» bürger gclie. Frau GötteSmann brachte im« durch Dr. H e r^ Sozia! p.adagoaischeGeseHschaft: Bortratz am SamS'aa dm 29 d. M., 7 Uhr, im Ä«'Sgebäude, IX., Währiugeistraße 43 'Festiaa!): »Matte von Ebner-Eschmbach, die Vslksrrzr'h'rm" von Frau Proieffor Helene Rauchbrrg. — B r r e i n .E r^e z I s r a e l, Wien, U., Tabor« st t öJ t 30 a. Heute 7i8 Uhr abepdS heb.äische Sichg. Thema: Die Strömungen knuerhalb rer zionistischen ZuMb. 'Unter Teilnahme des Sekrekä's der N.F.-HaüptbureanS im Haag F. F r o n m a n n, Gäste willkammeu. - Hebräischer Klub. Sonntag den 30. d. M.. '/,3 Uhr abends. - im S tale der JB g& o l i i* (Dlanabad) ei« Doiirig ser hebräischen Schufk« st'Üeun Fr. Rache! K a e » e t f o n - R « b a s ch o w Über d e „Anricir-ucz dr: l benden hebräischen Sprache". Hebiaisch Sprechende willkonnUm. — Jugendverei« Neß Z i o m h, U.,^J l r ü l ft « 5. Ab 1. Novrmber weidm folgende Kurse eröffnet: Hedriiisch für Anfänger und Aot geschrittene, jüdstche Geschichte und Bolkskuude jüdische Svtache, Literakür und Geschichtk des Ziosi-ruuS. Bon ttefflichen FachmäNnrr« gchalre». Dis ErnShrvag. Wettere Preissteigerungen auf den Lebensmitteimarkte«. In der Grvßmarlthalle hertschte gestern lebhas!« Verkehr- Ob zwar keine Fleikchzuftrhrrn z« verzeichne« warm, war Rrnd^ fl ei s ch weit Über de« Bedarf vorrätig, so daß die Preise im Großhandel um X 15 per Kilogramm ermäßigt werden mußte«. Dagegen haben sich i« Großhandel Schweimstrisch um X 10, Ziegen «m A 12, Schafe um X 20, ausländischer Rauchfleisch im Groß« und Kleinhandel »m K 80 bis 100 per Kilogramm »riteuert. Schmalz kostete m * Detailverkauf K 930 bis 960. An Rindfleisch standen über 100^)00 kg zur Verfügung Der Detailpreis betrug X 220 bi» 350,. für Bratc»fleifch X 380 per Kilsgraum». Aut dem Fffckmarkt notierten Seelachs uud Kabeljau X 190 bi» 20v, Weißfische mii K 130 bis 160 per Kilogramm. Lebende Hühner wurden um X 106 teurer, sie kostete« X 2so bis L0v per Stück. Gänse uud Enten waren um K 650 Bis 800 per Kilogramm zu haben. Auf dm Grüuwareumäikten ist mst Ausnahme von Kartoffeln das Angebot ausreichend. Einzelne Gemüsetorlen, namentlich QualitätSgkmLse ziehen im Preise an. Gestern verttuerten fich auch feldmäßig gebaute Pür.tdaiier um X s per Kilogramm, ihr Preis betrag auf der! BrzucksMärkten X 77 per Kilogramm. Tiroler Anssnhrvervote. Durch eine Verordnung der Jmisbruckcr Landesregierpiig vom 10. d. M. wird die Ausfuhr von Kartoffcln, Milch, Btttrer' und Käie aus Tirol velboten. Freie jüdische Volksbühne Henta V.e Uhr 42n44- H nnho Drama in S Akte* abönde: «Cr HBCne roa Slalom Ase« ßb ls Mowember ltn KustsplilthMMr (Praltr)! Stifte rmd Kttsst. Vorlss«»g Gerhwrt tza«ptman«s iu Wie«. (Für die Wiener Universität.) Gerhart Hanptmarm wird in de« nächsten Wochen nach Wien kommen und zugunsten der DohlsahrtSemrichtnirge« der ' Diener Universität ans eigenen Werken lesen- — Aul Anlaß der Anwesenheit de» DichteitS in Wie« plant daß B « r g t h e a t 11 die Ausführung einer Reihe von Werken HauptmannS. Atr» ve« Thesttevn. bätschet die Beschwerde wegen Verletzung de» staatSgrnnb» gesetzlich gewährleisteten Rechte» auf freien Ausruthalt beim Ber* faffungSgerichtshof ein, vor welchem unter Borfitz de- PrZstdente» Dr. B i t t o r e l l i die Vcrhandlinig hierüber stattfand. In dev Beschwerde wurde »elteud gemacht, der Gatte der Beschwerde führerin habe in Wien größere Unteivchmnnge« gegründet, nämlich die Rohprvdnktionsgesellschaften m. b. H. Mraznica, Vesuv a und Sthna am Kolowartring, und sei alS alleiniger Fachmaun der Le>:er dieier Gesellschaften gewesen. Er habe hier Barvermöge» hinterlaffen, das sich mit Rücksicht doraust daß ste zwei Kluderj habe, im Gerichtsdepot befinde. Die'e zwei Kinder besuche« die hiesige Schule und seien der polnischen Sprache «icht mächtig Das Zentralmcltunssamt könne bkstjkligen, daß fowto ihr Manu sich schon vor Ar Sbruch des Kriege» in Wie« Befunde« habe«. Die Ausweisung könne doch nicht gegen die Angehörige« eine», hier ansässig gewesene« Kaufmannes bloß deshalb verfügt werde«/ weil ihre Heimat i« ehemalige» Galizien liegt. Der VerfaffungSgcrichishof hat die Beschwerde a b g e w i e i e «, weil rm verfaffungsmäß ge» Rrcht ans freim Aufenthalt ««r de» Staatsbürgern zustebe, weshalb durch die A»s«eis«»s der Beschwerdeführerin als AuSIa>rderi» eint Verletzung de» Staal-grundgrsetzes über den freie» Aufenthalt nicht stattsinden kannte. *. Die Ermordung des Znne««inisters Draskovie» Sa» Urteil gegen wie «ttentüter. .2tgra:i», 27. Oktober. (Korr.-Ä«r. Agram.) Heute wurde rm Pryzeß gegen die Mörder de» Ministerde- Inner» D r a S k o v i c daS Urteil gefällt. Der Hauptbeschuldigte A l j « g i e wurde znm Tode, ltelakovic, Lopaud z i c und P e t r o v i c z» je ir I a b r e« und J o v a- »ovic zu 2 I a h r e n v c r, r t»i l t. Der LngrNagte R a 11 k! o B i e wurde freigesploche«. Ich bi« der Anwalt der.Erwachende« Angarn". AuS Budapest, wird uns berichtet: Wohl ist «IS Zeichen der Zersetzung des christlich«» Kurses in den letzten Tager^auch die Einheitlichkeit des Verbandes der „Erwachenden Ungarn" im die Brüche gegangen ipnd die beiden erwachenden Lager. besiegeln und bedrohen eimitder in der erquickendsten Art, aber es gibt noch inrmer einzelne Größen des Verbandes, die nicht nmlernem wollen und sich für unantastbar halten. Bei einem Budapester Strafbezirksgericht wurde dieser Tage eine Ehrenbeleidigungsklage verhandelt. Die Klägerin konnte sich eines Lächelns nicht enthalten, als der Verteidiger der Angeklagten, Dr.. Andreas Biro, sich heftig gegen die Beeidigung eines Zeugems verwahrte. Der Verteidiger sprang von feinem Sitze auf und rief: „Ich dulde nicht, daß dis jüdische Klägerin mich spöttisch anlacht." Dr. Biw griff die Klägerin auch in seiner Verteidigungsrede in heftiger Weise an, und mannte sie fortwährend verächtlich „bte Jüdin". Der Berhandlungsleiter, der königliche Taselrichter Doktor Johann Schernhardt, verlor schließlich wegen dieses unzulässigen Benehmens des Verteidigers die Geduld, erteilte Dr. Biro den OrdnuMgsruf mit den folgenden Worten: „Ich weise den Herrn Verteidiger stresrgstenL zur Ordnung. Ich dulde nicht, baß durch ihn Politik im die Rechtspflege gebracht werde. Auf diesem Platze ist unser Zweck Nicht das Politisierem, sonder» das Suchen nach Wahrheit M> die Pflege des. Rechtes. In diesen Saal dürfen Sie, Herr Verteidiger, weder Politik noch konfessionelle Fragen mitbrimgen. Die jüdische Religion ist mit den -übrigen Kjpnfessiorieir gleichberechtigt. Wenn einer auch Jude ist, so ist er gerade so anständig wie ein , Im B » rgthe ater werben morgen, L.uiSi^. .,H v ch" zeit» tage gegeben. Ansang 7 Uhr. In der S t a a 1» o p e r geht« mvrzr«. SamSM-, «e« eiristvdiert, „D i t rote« G ch u he* «nd ,D i t Pup p ««- t e r m Szene. JmDe«tschenVolkSthe«ter gelangt Dieusiag ben 1. November, a« Tage Allerbeilitzen, nachmcktaa- V-3 Uhr, Grillparzers T, anerspiel „DieAyufra»"zu vask-tÜmlichen Preisen ohne Lormengtbühr «Nb abend» 7 Uhr, Wtdekind» KiMriragsdie „FrKhltstgS 8r«acheu*z«rAtiffÜhrnng. »«te Ruf" «ud - alt NachldorMung die eralische Ksmsvie .Die » « d t x i> t*t. Ä r 6 vt» Gsbivki» Zap-lfka jeder andere ordentliche Mensch. Weil einer Jude ist, hat keiner fbaö Recht, den Betreffemlden wegen seiner Religion geringzüschätzen." Lange hat es gedauert, bis wieder einmal in einem ungarischen Gerichtssaal solche vorurteilsfreie Wiörte vernommen wurden. Daß es zu lange gedauert hat, und baß .darunter auch daS Ansehen des Richterstandes gelitten hat und noch leidet, bewies 'die Antwort de» Verteidigers! Dr. Andreas Biro, der auf den ihm gewordenen Ordnungsruf brüsk antwortete: „Ich nehme diese Zurechtiüeisumg nicht zm Kenntnis. Ich bin Anwalt dcs' Vereines der ,Erwachenden Ungarn'." Taselrichter Schernharbt wies de« Verteidig« «och« mals zur Ordnung, mehr,allerdl«gs wagte er gegen den,' wie «S scheint, noch immer mächtigem Anwalt der *<&&» 1 wachendea Ungarn" «icht zu mrtLmeh«ren,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.