Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 984 (25.10.1921)
- Date
- 1921-10-25
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Einzelpreis 8 Kronen Einzelpreis & Kronen ^S»»«er«tto»-preist: l,»r am «M»iw « m MNL JL9MM, YcN»! N«Mr Mft Cf|Mnn4i SiMtaMi*. 9*»wh HvS^-. JftMMtli* ." .ftM««« 1H^~ iftNrtalfövU* . fc4.— » Otzich» pO»«Itich«k MHPanW M»G«»r »>«o»Mch. . Riwhni I«,- »MM«k1«h»Uch , «Mt*» jptßfmlmt ftiudli« . S9*~ iWiiHUMigcnggaggiw ntf^THwvrNunatMM Nr. 984 Wien» Dienstag den 25. Oktober 1921 H^rSmtmerattspopreife: > mvfrntm. . M«e» „ ki »äliilfgtc ÄflSfuiif . . «sm»««ch . , . Wim »8|r- Jtali««: Monatlich.... Ltre €,— _ iHmMüsim: > Monatlich .; rLel L»^- Tchwriz «. b«*.|6rig* Jtsif’m* Monatlich. . . FoantzG,-.-^ Sledattion n.Adn-iuittrativ» Wie«, 2^aA.,TaÄ-rÜr. I-» »elephoner 44928i. OLLL» o» « Ukt «LendS Rr, »«Sch» VoftftzarkafsenLs«»« J50.6I9* 3. Jahrgang B»d Lp est, 24. Oktober. Körrig Karl und Köntgiu Zita find dem Vernehme« «ach hente in der Rahe von Kam v r n g es an g t n- S e « o m m e n morden. Sie befinden sich derzeit unter Bewachung auf Schloß T o t i s. > Zwei Kompagnien Osztenbnrg-TrRppen, Me .den RZrcklzrrg gedeckt hatten, ckntzten sich ergeben und wurden gefangen. Budapest, 24. Oktober. (Hng. TeL.-Korr.-Vnr.) Nach einem nenerlichen Gefechte wurde» die Aufruhrer zerstreu t. Ihre Führer f l n chteten und überSietzen die Sorge für die Sicherheit der Person des Königs den Regierungstruppen. König Karl wurde unter den höflichsten F a r m e » der Obhut des Obersten S i m e n f a l v y der RaLionaLarwee anoertrant. Die Bedingungen der Ne- .v-'..v gierung. Karls- Bestrafung der Ratgeber. .^ Budapest, 24. Oktober, ^3 Uhr nachmittags. den Verhandlungen, die heute vormittags zMchen.den. Vertretern der Regierung und jenen des Kpnigs ftattfanden, überbrachten die RegierungsvertMr,' bevollmächtigter Minister Kanya und Feldmarschallsutnant Sarkany, die Bedingungen der Regierung, die in sieben Punkten formuliert waren und'folgendermaßen lauteten: i! 1. Bedingungslose Waffenstreckurrg. . . 2. Die militärischen Ratgeber des Königs sind vor. das Kriegsgericht zu stellen. 3. Die Mannschaften werden entwaffnet und clmnestiert. 4. Endgültige Abdankung des Königs. 5. Der König bleibt in Ungarn interniert, bis die Frage seines Abtransports geregelt sein wird. 6. Der definitive Aufenthaltsort sowie die Modalitäten der Abreise werden von den Großmächten bestimmt. , 7. Die politischest Ratgeber des Königs werden vor Gericht gestellt. f -1 ■ ' ‘ / Die Bedingungen der Regierung wurden von Dt. Gratz übernommen, Her sich verpflichtete, sie dem König zu übermitteln uno ihre Annahme zu empfehlen. Eine Antwort hierauf ist der Regierung bisher noch nicht zugekommen. . Die militärischen Aktionen wurden fortgesetzt und führten zu meinem panikartigen Rückzug der Königs- Gruppen, die zahlreiche Gefangene zurückließen. Der König samt Gefolge und die Truppen bestiegen in Eile bere.itgehaltene Züge und fuhren in der Richtung auf Komorn ab. Die Regierung betrachtet damit die militärischen Aktionen als abgeschlossen, da sie der Ansicht ist. daß? der König keine Aussicht mehr hat, durch namhafte Verstärkung seiner Streitkräfte seine Situation günstiger zu gestalten. P r o n a p und Hejjas haben sich neuerlich für den Reichsverweser ausgesprochen. Hejjas soll gegen Esorna marschiert sein. Karl mutz dem Thron entsagen. Budapest; 24. Oktober. Au» zuverliisfiger Quelle verlautet, daß der Plan der Regierung dahin gehe, den König zur feierlichen und definitive« Thronentsagung für fich «nd f ei n e n G v H « z win g e n mrd ihn ss lange in Angarn interniert zu laste«, bis die Awlfrage geregelt sein wird. DieVerfoltznng der LLgiLfMistensDrer. Budapest, 24. Oktober? Die Regierung hat gegen Graf Andrassy, Dr.Gratz, R ä k ooszky, Lehar und... gegen die übrigen Führer der aktiven legitimistischen Bewegung Haftbefehle erlassen. Wie verlautet, ist Gras A n d r a s 1 y bereits .verhaftet worden. Gegenwärtig finden hier Beratungen . zwischen, der Regierung und Mn Vertretern der Entente statt, zu denen, auch die diplomatischen Bertreter der kleinen Entente geladen wurden, die' sich mit dem Schicksal des früheren Kaisers befassen. Die Botschasterkonserenz gegen Karl. Paris, 24. Oktober. (Havas.) Die Botschafter- Konferenz hat die Vertreter der Verbündeten in Budapest angewiesen, die ungarische Regierung aufzusordern, die Absetzung Karls kundzumachen, sich seiner Person zu versichern und ihn zum Verlassen Ungarns zu verhalten, widrigenfalls die Verbündeten jede Verantwortung für die Folgen ablehnen, die daraus für Ungarn entstehen könntem Ein Expose Dr. Benesch' über die Ereignisse in Ungarn. Prag, 24. Oktober. (Tschecho-slow. Preßbur.) In der heutigen Sitzung des,Außenausschusses des Abgeordnetenhauses legte Ministerpräsident und Minister des Aeußern Dr. Benesch den Standpunkt dir tschecho-sloivcckischen Regierung zu d^n Ereignissen in Ungarn dar. Er erklärte, daß sich ähnliche Dinge nicht mehr wiederholen dürften. Es Könne absolut nicht zugelassen werden, daß sich daraus ein Sy siem; entwickle, das die einzelnen Staaten in Anarchie und Zerrüttung si ü r z e n und so ständig den K r i e g vorbereiten solle. Alle, die für den Frieden arbeiten, müßten ..dazu beitragen, daß der definitive Friede gesichert und die S ch u t b 11 s 0 e tt b e tt bestraft werden. Der Ministerrat, erklärte der Ministerpräsident, hat beschlossen, die Vorbereitungen für die Mobilisierung von vier Jahrgängen und einiger Sp ezi also rm atro nen, ferner innorp o liti'sch e Ko mmunikatrons- und ^andere Maßnahmen zu treffen. Im Hinblick auf die tatsächliche Gefahr haben wir beschlossen, so rasch wie möglich alle Vorbereitungen zu treffen, um die Angelegenheit bis zu den letzten Konsequenzen zu bereinigen und gegebenenfalls zu den e n e r g i s ch e st e n M i t t e l n z u g r e i f e n, um so die m o n a r ch i st i s ch e R e qktio welche sich ausbreitei. zu v e r- I h üten und neuerlich unsere Politik zu betosten, daß wir den Frieden und die F r i ed e n s v ertrag e a u f r e ch t e r h a l t e« wollen. Diesen Standpunkt haben wir allen unseren Alliierten, sowohl denen der großen wie jenen der kleinen Entente, und in Wien mitgeteilt. Wir sind d i p l o m a t i sch und militärisch g e r ü st e t, um der Gefahr, die unserem Staate wie ganz Mitteleuropa droht, begegnen zu können. Selbstverständlich werden wir a ll es tu», um einem K o nflikt auszuweichen, und uns bemühen, das Ab e n t eu e r in p e r s ö n l i ch e r W e i f e z u l i q ui di er e n. Für dieses Ziel werden wir uns mit allen Mitteln einsetzen. Wir wollen, daß die Hab S b urg e rfrage definitiv g e l ö st und die Friedensverträge zur Geltung gebracht werden/. daß insbesondere die Entwaffnung Ungarns vollzogen.wird. Wir wollen, datz die bisherige magyarische Politik, welche beschuldigt werden kann, daß sie kein Vertrauen erweckt, geändert werde. Wir wollen, daß uns Sicherheit gegeben werde, daß diese gefährliche Politik rncht fortgesetzt wird. Der Ministerpräsident betotrt sodann, hsts bisherige Ziel der Regierung fei gewesen, eine n e u e Atmosphäre des Friede n s zu' schaffen. Ob die Magyaren ein Doppelspiel getrieben habeii oder nicht, will ich nicht entscheiden. Aber darin sind wir alle einig, daß alle Kreise der magyarischen Oseffentlichkeit, insbesondere die Reaktionären, unter Dem heutigen Regime nur das ei n z i g e Z i c l h a tteiy bei der ersten Gelegenheit den durch die Friedensverträge geschaffenen Z u stand z u st u r z e it und in Mitteleuropa das demokratische Syst e nt überhaupt zu beseitigen. Denn gerade der Republikanismus und die . Demokratie^ hindern die Magyaren daran, den Friedens-, verttag aus der . Welt zu schaffen. Trotz allO unserer Bemühungen wollten die. Magyaren? nicht begreifen, dyß die Frage des demokratischen Regimes vernünftig gelöst werden muß.Sie.wollten keinen entschiedenen grundsätzlichen. Standpunkt , einnehmen und haben die Situativ n p o rbereitet, die im Burgent and h er v arger u s en wurde. Ob ein. Doppelspiel vorliegt .oder nicht, die Mitschuld der magyarischen. Regierung beruht darauf, daß Karl mit dieser Situation. rechnen und infolgedessen zurückkehren und den Frieden stören konnte. Ich muß darauf verweisen, welch' t r e ubrüchiges Spiel sie sich mit dem Bötkerb u n d zu spielen vermessen haben, als es sich, um die Zulassung Ungarns in den Völkerbund handelte. In Besprechung der Demarche det alliiertest Hauptmächte in Budapest betonte b« Ministerpräsident. daß sich Italien daran beteiligt habe, und erinnerte daran, daß zwischen der Tschecho-Slowaker und Italien nach den letzten Ereigniffen im Burgenland^ kein Mißverständnis o b w a 11 e t e. > Auch heute, sagte der Ministerpräsident, geht Italien mit uns. Was Frankreich betrifft, muß ich be- . tonen, daß es ebenso wie England energisch gegen den Putsch protestiert hat. Ich muß konstatieren, daß es sich bei dieser Sache hauptsächlich um uns handelt, daß es sich für uns um Friede» und Ruhe handelt und daß wir verpflichtet sind, Maßnahmeit zu treffen, um der Gefahr vorzubeugen. Wir sinh und werden im Einvernehmen sein mit allen Alliierten, wir befinden uns im engsten Kontakt bezüglich alles dessen, was sich in Ung arn, in Wien und in der N a ch b a r s ch a f t er ei g n et. Allerdings muffen auch wir sagen, daß die Frage des Frissdens in Zentraleuropa, daß die magyarische Frage rasch gelöst werden muß und daß wir von ähnlichen Dingen weiterhin unbelästigt bleiben wollen» damit wir uns der Arbeit im Innern widmen können. Italien mit der kleine« Entente solidarisch. Prag, 24. Oktober. (Tschecho-slow. Preßbur.). Die Nachrichtenabteilung des Ministeriums des Aeußern meldet: Der italienische Gesanbte in Prag erschien heute beim Ministerpräsidenten Dr. Benesch und übergab ihm eine Mitteilung des italienischen Ministers des Aeußern. die sich auf die Ereignisse in Ungarn bezieht. In seiner Erklärung versichert Marchese della Torretta dem Ministerprästdenten, daß er mit ihm gleicher Ansicht über die Wichtigkeit einer gemeinsamen Aktion gegenüber den Ereignissen Uftgarn sei, die sich nicht nur aus den Vertrag, her die beioen Völker beiderseits binde, stütze, sondern auch von den beiderseitigen Interessen zur AusrechterhottUHg des » > utf -KÜWW-1