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Wiener Morgenzeitung · 1921-10-22 · Heft 981 (22.10.1921) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 981 (22.10.1921)
Date
1921-10-22
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Är.~§8l Wie», Samrta- Wremer Msrsexzerrmms 22. Oktober 1924. «fette» »Bli « deM 1* it.e r", mit M a li Pies» in der Hanpt-- rolle, zur Erstänfführnng. ",; Die heute int Carl-Theater stattfindende Wiedrrbslnn«" 'der ' Blvsel-.iubilanmSvorstellnng ,D i e T a nnb ä u s er - P a r o d i e" ist ansver kauft und find?» über viel" fntigen.Wunsch eine nochmalige Wiederholung dieser Vorstellung^ in der aleichen erste« Besetzung am kommende» SamStag mm, 29. d. E »ach«lttagr. statt. // Die Tochter Dingelstedts gestorden. In Graz ist , vraz m .. ^achter des fröhrren Burgtheaterdirektors Ding ein ed,W Fräulein Susanne Dingelstedt, im Alter von 68 JahreM gestorbene " Psnl«en- »nd Prophetenabend. Das Konzerlburra« e des Haluach veranstaltet gemeinsam mit dem Jüdischen Hockschulausichüß am 1. November (KcirrtagX 7 Uhr. im Großen Konzerchsussqal eine« Abend großen Stils, dessen Inhalt im Titel gegeben ist. Zn dieser Veranstaltung sind gewonnen: Erika W a gner und Ferdinand Onno vom Deutschen Volkschearer. Professor D i t 6, Oberkantor M a r-> g « l i c s und Professor B r a s l a « s k y mit de« H a k» a h-' Orch r st e r «mb dem Jüdischen Gesangverein. Das Interesse für diesen Abend ist derart grotz, dass es sich empfielsit, Kartenbestellungen sofort an der Kasse der «Wiener Morgenzeitun^ (II., Tavorstraste 1/3) Vorwerken zu lassen. Karten erhältlich : An de» Kasse» des K » n i tx t h nu;i e s, DI-, Lsthringeistraße und I., Graben 2tz, Buchhandlung L 8 w i t. 1., Rotetuxmstraße 22,. Kaitenburean Gusti H ch m i e d, 1.. Museumsstrahe 8, Kartenbureau Aida, H., Täborstkas::. und brr der „Wiener Mora nt j e i t u n g* sow'.e tw H vchschnt « uSschn §, -IX., Mariannengastc 32. Gerichtssaal. Die TabakschleichhSndler. Die Vernehmung der mit großer Spannung erwarteten Zeugen, des ehemaligen.' Generaldirektors der Tabakregie Sektionschefs S ch e ü ch e n st u e l, seines NachfolgcrsS/'kllons-- chefs Wr. Dorr e k sowie des Hofrates Bald t-t y n, hat; u^ierdüigs eine Verschiebung erfahren. Diese Zeugen/nmroen erst für heute vorgeladen. / .: ' Nach der Eröffnung der Verhandlung gibt/der H/alid^nt belanrit, däß >iüber die Zeugen Leon F rnchlfMichaech Kram»iet, Max Zamv fre und Isaak T eiielbaum,. aus die sich' der iZeuge Topper beruft, Erhebmigep gepflogen wurden? Distse-ergaben, -daß Teitelbaum von Wien abgeschafft - ist und" sich -stach Lemberg gewendet hat; auch stitz. übrigen genannten Zeuge« haben Wien verlassen und sich nach Galizien zurückgezogeE V ’ •' 5*; , , Der Magazinsarbeiter der Tabakregie Franz H.zterer gibt an, er sei wiederholt mit Autos, auf denen Tabakkisten verladen waren, zum Nordbahnhof gefahren, wo ein polnischer Jude., hie Ware übernommen hat. Weder den . Reiß noch de« Krentner noch den Spergel habe er in' diir . Regie gesehen, und'auch sticht beobachtet, das; sie'Waren rast (Händler, abgegeben habest. -,s •. / '':</. -.i? De«: Chanfftur Ferdinand K r o P i k HÄ wiederholt - für' Krentner Tablrkführen - an Sie 'MgarHHd MrÄtzst''?gchnstcht:i' Kro Pi k gibt als Zelrge an, er seietwazehst-biszwölfnial nach HainbürK und von dort nach. Prellenkirch'en^gefahvrm?lcht-'>ydep «ftnnmglsei das Auto mit den/Rauchhoarchi/über die ungarische -/'Gxenze. gefahren, höchstens ^dreimal mutzte. er nachMiÄw'rzurückpthM, wo die Wärest» der Tabakregie untergebrstcht tvstrde.^ ... Der mächste /Zeuge ist der Werkmeister. Adolf Ap p e 1 tm Verpflegsmagazin der 'Tabakregie, auf denrstMennwegst ' f'P?r ä fZ:/,.. Haben Sie'mit »en-Angeklagterü geschäftlich zu tust-gehabt- Zeuge.; . .Ja, sie bezogen.KSmpenfütiöns-- ware bet uns. — Präs.: Sind nicht auch nächtlicherweile AntoH'mit.Waren für hie Angeklagten gebommenF ge: EinmÄi kam ein Anto nachmittags mit- Kstbaksorten .'für ReiS/ did' Lm nächste» Tagevom Fuhrwerker Mum nrel-- ha r'st t abgehalt und tvegge'führt wurden, Mal kam,das Auto des Nachts. 30 Kisten wurden vou.dent Feuer-- wstchter übernommen und am nächsten Tag. in'.-derselben Weise weggeführt. Die Autos waren von. der.Genergldirektwn der Tabakregie. Reiß, oder' Krentner .waren, nicht anwesend, als'Kerttettr fungierten Dstain ant und Tc i t.e l-- b a st-m. . ' ■ . 5 :!; ■ ' -- 'P r ä st/. Htzxr Zeuge, ,Sie haben im. Untersuchuugs- Protokoll .angegeben, daß Diamant und, Teitelbaum.. nur sogenaunte ,^Vertreter", in Wirklichkeit Subavnehmer des .Aheiß-/ waren.-/—Zeug e :-Ob ste Subahnehmer waren, weiß ich nicht, das hstbe ich aber nicht gesagt/- / ' ^P rä s. s Der Zeuge'Topper hat. angegebe->r, daß- Reiß ' Jhuest . im Hofe Auftrag gab-, einige Kisten Zigaretten für Dianmnt-"und. . Teitelbaum ' zu - reservieren, die' Kistensind eingelagert, dann ausgepackt' und von ^verschredenen Leuteu in Paketen weggelvagen 'wordmr. Zeu ge:-Das'alles ist' unrichtrg. - ' ' i - S.t.aa ts änwa lt: Wer. hat die Waren t/m Depot abgeholt? — Zeuge: Die Lieferten oder ihre Vertreter. ' /.Staats an Walt: Es ist ja auch in der 'Fosbrit am Rennweg gehandelt worden,, ebenso wie M der Regie/ ^Es' wurdchr Rauchwaren in Paketen weggetragen. — Z e ug e : Das^/ckst- -ja '-'möglich. ' - , - . Der Vorsitzende läßt den Zeugen Topper vorrufeM.mch.-hält-ihm die Aussage.des-Zeugen vor. ",^Der-Bor s i tz en d e verliest hierauf folgenden Brief: - .Sehr-geehrter Herr Hvsrat! Ich lese in den gestrigen Abendblättern, daß der Zeuge Regierungsrat^ Dr. Malt s ch.i.n s k h . nach - Schilderungen. der Tät/igkcht des. Reiß gesagt hat: ,^Oer damalige Finanzministcr Reisch hat. das. mit -aller Kraft gefördert." Ich gebe hiemit/d.ie -Erklärustg ' ab,-daß diese Behauptung jeder Begründung, entbehrt.'Ich Pabe vielmehr, soweit ich mit diesÄ''ÄnWegeüheit. übßrha'tz^.t, befaßt war, im Einvernehmen mit dem zuständigen'. ReÄryuttst des. MS auf / eheste ASstMiM oer bei der Tabakregie lange vor meinem Amtsantritt eingerissenM. Uebelstände hingewirkt. Mich erforderlichenfalls zur weiteren Verfügung, des hohen Gerichtes haltend, zeichne ich hochachtungsvoll Dr. Richard -Reisch, Finanzminister a. D., .Vizepräsident der Allgemeinen österreichischen Bodenkreditanstalt. . Hierauf gelangt ein Polizeiakt über Topper -zur Verlesung, aus dem hervorgeht, daß gegen Döpper zahlreiche Airzeigen wegen Schleichhandels mit Tabak erstattet' wurden, daß aber die Erhebungen der Polizei stets ein negatives Resultat ergaben. — Präs.: Als Zeuge hat Herr ToppM. ja selbst angegeben, Tabakschleichhändler zu fein. fjI Mitttilungen ans dem PnMum. Jodzia. IsbqR Sommerstein Buffalo Boston Verlobte Oktober 1921. 5522 L wmwmG -.Ka wird versucht, unser gesetzl. gesch. von Fachleuten und behördlich geprüftes, bewährtes Sohlen- Impräguievungsmittel „Vianol“ nachzumachen und diese Nachahmung in Verkehr zu bringen. Ein solches Produkt wird unter dem klangvollen Namen „Piiänßir »di „Fiiöim“ dem Publikum zum Kaufe angepiiesen. Dasselbe besteht lediglich laut Sachverstündigenanalvse' „aus mit einer Spur von Terpentinöl versetztem, Vsssiin» öl, . welches mit einem fettiösiicken Anilinfarbstoff’ dunkelrotbraun gefärbt äst“. Es bedarf keines besonderen Gutachtens, dass -die Zusammensetzung dieser Flüssigkeit absolut keinen;Einfluss, geschweigedenn den angepriesenen JErfolgv auf die Erhaltung des* Sohlenleders haben kann. Diese. Art Zusammensetzung kann sich daher Jedermann mit geringfügigen Kosten selbst hersteilen/ ohne jedoch die. geringste 'Wirkung damit zu erzielen. ’ Dagegen bietet unser zuerst in Verkehr gebrachtes Präparat „VismoE“ sicherste Gewähr für den von uns garanti^ert-en -Erfolg der Haltbarkeit der Sohlen und werden wir jede weitere Nachahmung gerichtlich verfolgen. . CQMPLEX COMPANY LTD. VIANOL-WERKE Wien, IX., Pulverturmgasse 7, Telephon 16-5-98 Akadem ischer Verei rv jüd. Med jziner Heute, V28 Uhr abends, Sophiensäle Restliche Karten im Vorverkauf im Vereinslokal, I., Währingerstrasse 15, beim Jüd. Hoehschulausschuss, IX., Zimmermannplatz 1 und ab 7*8 Uhr an der Abendkasse. 5533 j *23?KJ«&t3*.r3'»ZÄ^ ' 0111. g»SBM«BBVWWWIWWa' VII., SchotteBfeldg. 24 —. 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Preßbu/rger, ob er die Weisungen der Tabakregie über BeanstLnbungon überprüft habe, erwidert der Zeuge, darauf habe er sich nicht eingelassen, eine Verfügung eines anderen Anrir? bra»che er nicht zu überprüfen. Ei» Direkter, der vo« »ichLS weift! Adolf Amtmann, Direktor des Tabakverschleiß.« Magazins am Rennweg, behailptet, daß er nichts davon wisse, daß WarL von Reif; in Automobilen in sein Magazin gebracht worden wäre und dort „AsylrechL" genossen habe> wie dies der Vorsitzende treffend bezeichnet, er behauptet, daß auch - KrentiMr nie TaLakfabrikate ans seinem Magazin bezogen hübe. Nun liest ihm der Vorsitzende seine eigene Aussage' vor dem Untersuchungsrichter vor, in welcher es rmier anderem wörtlich heißt: „Ich kann mich' nur erinnern, daß Krentner anfangs 1919 bei mir Ware gefaßt hat. . worauf der Direktor antwortet: „Ja, aber nur unter dem , Namen Wenzel (!)." (Stürmisch? Heiterkeit im Aubitjorium.) Nachdem der Zeuge über wiederholtes Borhaltan des. Bsrsitzenden die Möglichkeit zugebrn muß, baß Reiß vrelleicht doch Tabak über Nacht Klägern ließ, machte Hofrat B a r c a sch die Bemerkung: „Ich nmß schon jagen, Sie haben ' dem Reiß gegenüber viel mehr Entgegenkommen gezeigt aks sJhr Kollege in Hainburg, denn es bestand für Sie die Vorsicht, unter keinen Umständen Tabak von Privcrtpersoue» einzulagern, und anr allerwenigsten dann ohne ausdrückliche Erlaubnis der Generaldirektron, wieder auszufoljgen." Auf Befragen des Staatsanwaltes gibt der Zeuge ««, daß bei ihm nicht nur 1L 5 Kisten Zigaretten des' Reiß, sondern auch große Mengen Rauchwaren, welche für Karabas, Kitscher usw. in seinem Magazin lagerten, von der Polizei beschlagnahmt wurden. , Der Vorsitzende konstatiert, baß im Mvn-at Februareine Erhöhung der Tabaksorten durchgeführt wurde und seitens der Generaldirektion der Auftrag her aus ging, keinerlei Lüare herauszugeben, die nicht bis zur Grenze begleitet werde. Der Zeuge weiß nichts von diesem Erlaß. Auf die Frage, ob Ttadj1 diesem Zeitpunkt bestimmt keine Ware mehr aus dem Magazin an die Händler aus gefolgt wurde, erwiderte dieser merkwürdige Direktor / Das weiß ich' wirKich nicht? Der Staatsanwalt fragt den Zeugen, ab es richtig ist, daß Reiß vor der Preiserhöhung Auftrag gegeben habe, eine große Post Zigaretten zurückzuhalten, wtsrauf Amtmann sagte: Inspektor Metzger hat angeordnet, daß 5,400.609 Aegyptische für Reiß zu reservieren seien (!) und daß dieses Quantum tatsächlich drei'Monate lang, bis zur Beschlagnahme, reserviert blieb. Auf die Frage des Staatsanwaltes, zu tvslcher» Preise diese Zigaretten dem Reiß tm Mat ausg»s»lst *»»•**» *««•*». steht Reiß auf nnd sagt: 'ZelbstvLrstärÄ»Vch. zum billigere»! Er« KriMinalbeamter als «erlcleibete* Talrakschieber Der nächste Zeuge Viktor La za n s k h, Erhebvngkbeamter des Kriegswucheramtes, war durch dver Tage hindurch, als Schleichhändler verkleidet, inr ,Havannahost', dem Schleichhandelslokal in de« Tabakregie, anwesend, um Erhebungen durchzuführen, und hatten seine verschiedentlichen Relationen ürt dieser Zeit der Staatsanwaltschaft viel.' Materhr! geliefert'. Aber auch dieser Zeuge mußte zügeben, baß « weder den Reiß noch dessen Vertreter des Kettenhandels direkt überführen konnte, vielmehr nur immer von anderen' hörte, daß die Genannten an der Börse salbst Verkäufe tätigte«. Im übrigen gab er eine anschauliche Schilderung der sattsam, bekannten skandalösen. Vorgänge an dieser SchleichhandekH« börse, und es war besonders heiter, als er Wählte, w« auch ihm von verschiedenen Händlern, insbesouders der Fra« Wohlmann, der Antrag gestellt wurde, die soeben ans zweiter und dritter Hand erstank^ue Rauchware an Kaffeehäuser, „Tschecherl" usw. kommissionsweise gegen Provision weiterznveräußern. Tief beschämend für die Leitung de« 'Tabakregie wgven die Antworten des Zeugen auf die Frage des Vorsitzender:. Wissen Sie, daß dieses ganze Treiben den leitende« Stell«» der Tabakregie bekannt war? — Er erwiderte: Gewiß! Wiederholt riefen die Diener zu der fchveienden, gestitulieienven Menge der Schleichhändler: Wenn ihr nicht gleich ruhig sech, hole ich den Dr. Smekal herunter! (Gro^ Bewegung rm Zuschaucrraum.) Ein anderes Mal rief ein Diener: Ruhe! Der Direktor schaut vom Fenster herunter! f lieber die Wirkung dev Verhaftungen der Schleichhändler befragt, gibt der Zeuge an, daß dadurch große Rot an Rouchmaterial an den.. inoffiziellen Verkaufsstellen eingetveten sei und die SchleichhandelsMise sehr. in die Höhe gegangerr sind. Der Zeuge gibt noch zum Schluß an! daß er ohne jedes Ausweisüokument in die Börse Zutritt fand, vertveigert, jedoch mit Rücksicht auf sein Dienstgeheimnis die genaue Durftellimg. Der letzte Zeuge, Regierungsrat Alois Se iler, kan« aus eigener Wahrnehmung nichts Wesentliches aussagen. Auch' zu diesem. Zeugen bemerkt der Staatsanwalt, daß alle Ke- Gummiabsatzex *r sind - die Besten 41 40215937

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