Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 980 (21.10.1921)
- Date
- 1921-10-21
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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-rr. rem M^k, FteNawsShren. An der. Spitze der neuen H i l f S 11 <na »i f a 11 p « Kehr» Dr. Hogatow aut Charkow mtb H. Jl Nenman« a»S Sebastopol. (I. C. B.) * Heimkehr der «»aarische« Geisel». Aus B » d av e st wird gemeldet : Das Ministerium big Aenßer» wurde amt* l:ch vri ständig!, datz der erste aus 365 ungarischen KriegSgrimigenen bestehende Anstauschtransport anfangs nächster Woche in Riga eintreffen dürfte. Mit diesem Transport werdendtesogcnannten Geiseln dir Reise in die Heimat rnlreten. . * Aktion .Lehrlinge aufs Land". Die Neuaufnahmen für die LehrlingscrhvlungLhclme in Salzburg und Fischaü sowie für das LihrmädchenerholungSheim m Wieielburg werden vorgenommen. Anmeldeßogen sind in der Aktion Wien, I, Hofgartengasse 3, zu beheben. * Berbaud jüdischer Ingenieure »nd Techniker für de« Arriba» Palästinas. Sonntag den 23. d. Ok. unt 1/210 Nhr voiM itags. im tleinrn Saale res Ingenieur- und Arch'tektenveicins V a-ll v e r sammlun g. Tagesordnung: 1.. Täng-- kc-töbelicht der Verbantzslciinng. 2. Beucht des BerbandSÜrlegleite» .bei, der Karlsbader Ingenieur ksriterenz: >)ngenirur I. O I e x i n £ t r. 3. Das Technikum Half a: Reglerungsrat % ö w y. Gäste willkommen. * Fahrkartenausgabe i« Wie»-Westbah«hof. Mit 1. Noveinber l. I. wird die Fabrlaitenausxcibe riit* den N.-.hverfein ut fern her Abfahrtsseite deS WestbahiikoftS gegenüberliegenden Kiosk eingestellt. Bon diesem Tage an findet der Fahikartenvettaut für den Rahvrrkehr ausschließlich nur mehr m der Halteüelle Wesibahnhof der Wiener Stadtbahn statt.? Dis.airgekrliK» A»halt«ng de» Balaton-Expreß, znges durch die Arbeit errate inEbenfnrt. Ans Wiener- Ä e n st a d t wird unS berichtet: Die hiesige Staatspolizei dementiert die-Nachricht emeS Wiener Montagbtattrs, wonach der Ba-?at»n-Expsehmg . durch die Arbeiterräte m der Station E b e »- f n r t^angehaltru und nach Budapest zurückditig-rrt wurde; vi-llcicht habe sich rin ähnlicher Vorfall in Wien abgespielt. Wegrah«ifse am heutige» Tage. Alte r Frie db v f : ' 10 Uhr ' Hausner Melanie, 10 Uhr 30 Mm. Zwicker Ignaz. — N e u e r F r r e d h o f: 9 Uhr Wagenberg Genendrl, 10 Uhr :20 -Mm. Hvlzner Friedrich, 10 Uhr 40 Min. Pappaport Jetli, hl Uhr Feldschuh Nrlti, .11 Uhr 40 Mm. Pick Josef. * .-W»re»Verschlepp««gen. Am. 15. d- M. Kat die Firma Wolf B! umberg &.<S 8 i it c, I., Morzinplatz 6, die Anzeige . erstattet, daß der fett drei Wochen bei der Firm: als Gcschäftsdiener beschäftigte 3ljährige Friedrich Laichmann, l-, Am "Gestade 8/wohnhaft. teil dem 14. b. M. nach Verübung von Diebstählen , an Socken und Gtctimpseu i« Werte von K 5 -0.000 flüchtig geworden sei. Laichmann wurde am 16. d. M. verhaftet'und gestand, zusammen 9 bis 10 Dutzend Paar Socken und Strümpfe -gestohlen zu haben. Gleichzeitig gab er an, die Wrrcn der Branntweinfchenkrrsgattin Jda P o l l i tz e r, 3j Jahre alt, I , Rotenturmstraße 37 etabliert und ll., Lllirnbiunngasse 6 wohnhaft, verkauft zu haben. Frau Pollitzer gab auch den Kauf zu.'.' Die Ware hat Frau PWitzee dem 30jährigen .Handelsangestellte» Max R oßmann, ll Adämberggasfe 2 wohnhaft, verkauft, der wieder die Ware bei verschiedenen Person :n abgesetzt hak Zustande gebracht wurden 30 Paar Socken Mid Strümpfe. Das Ehepaar Pollitzer verpflichtete sich, den Schaden zu, ersetzen. Laichmann wurde gestern dem Landesgmcht erngeliefert. * Diebstahl im Poftamte. Im Postamt in der Werder?, torgasie wurde gestern der Firma h o ti i x" I., Wippliug»? stratze 9, ein Stück Cloth i« Werte von K 98.000 gestohle». Gm Ätillionenbetrug. Der Grazer Filiale der Zentralbank der Deutschen Sparkassen wmden durch einen rafst- »irrt gefälschten Brief einer Depotinhabers. S'/« Mrllronen Kronen herausgelockl. Die polizeilichen Erhebungen sind eingrlntet. Gerichlssaal. Der Tabakschleichhandel. Vierter Derhandlmrgstag Gestern -gelangten - zunächst Zwischenhändler zur Einycruahme, die m der Porzellangasse häufig verkehrt haben.. Der Büchbindergvhilfe Markts Güns ber g behauptete, et. habe sich nur als Träger für Lebensmittel lieferanten betätigt. - Andere Zwischenhändler erklärten gleichfalls, keine -konkrettn ' TatsachM Vorbringen zu könnM -DireWr Keik>-Leiter des technischen ÄusstattunKsfdienstes in der.-Tabakregie, bezeugt, daß er Reiß.uiiö Krentnsr kenne.-' — Bors..: Die Verteidigung führt Sie als Zeugendarüber,...daß 'Reiß an Sie das? GesM-i-gprichtet^-.-häbe,....die.. Börse ans der Tabakregie anszuschaltvir. — hat mich gebeten, dagegen einzuschveite,^ daß^^-so viele pnlautere-'Elemente,/ins - Haus kommen. .'Ich erwiderte ihm, daß das nicht -meines Amtes sei. . Wenn vch hausfremde Elemente .auf Stiegen, und Gängen erblickte,. Halle i^, ihre Beseitigung veranlaßt. — Vv^rs.: Wenn nur alle Pegnsten der Habahregie das getan hätten! „; -tDer Stechviehhündler Cenek, 'Delegierter der.Wiener Bieh->nnd Fleischhandelsgesellschaft, Gwßmarkthalle, berichte^ daß hurch..die! Tätigkeit des Reiß Hornvieh, Schweine, Getreide, Eier> Hasen,. Enten und dergleichen ^aus Ungarn gegen Tabak über die-Grenze geschmuggelt wurden. — Dr. Preminger :, Habeii', Sie dem.-Reiß zuliebe geschMggelt oder damit, das Vol k etwas - zu essest hat? — Zeuge: Damit die Leut' noch - was zu essen haben. — Vor s. (sarkastisch): Alfa. nur als Ä o.h lt ä ter b er Mjens.ch.heit und snicht,? umein - fettes Geschäft zu -machen! - ( ,; r . , Der Chauffeur Othmar .Schwesik a,. seit. Fahrenin - Diensten, derTabakregie, war Lestker .von Lastautos,? ' die Schmuggeltabak an die ungarische Grenze, brachten. In '?i«r Tabakre-gie sprach man' stets, von ,'ben Geschäftendes J&aüx Reiß". — Vv r.s.: Wie langehaben' diese Schmuggelfahrteu ^dauert. — Zeuge: Bis züm-Umsturz. — Bors.? (pvr--?wundvrt):. Wie meinen Sie das? — Zeuge: .No, .bis zur Verhaftung des Reiß. (Stürmische Heiterkeit.). Vv r.s.: Das also nennen Sie den „Umsturz"! -(Neuerliche Heiterkeit.) Der Zeuge erzählt bann, daß er die Autos zunächst nach Fvohsdorf, spater nach Kirchschlag, Kirchllerg oder Bruck lenkte, wo die Ware übernommen worden ist. Der Chauffeur Anton Baum, gleichfalls in Diensten der Tabakregie) hat auch.wiederholt für Reiß Tabakfabrikate, ,sLast«naut>ys..svrtgeschafst,. zu,m Umsturz", . . urcher..allgeMiuM. ^tMtzit«: - --- - - -WrsL«,«^srz<W8err»»A 21. Oktober 1921’. _ j>jfBF ■...' . A ’ Letzte Nachrichten. Die -e«tsch-polnische GerreralkoNvekitio« für Oberfchieste«. Paris, 20. Oktober. (Havas.) Für die Sicherung der Fortdauer des wirtschaftlichen Lebens in Ober-' schlesien nach der Teilung hat die Botschafterkonferenz folgende Maßnahmen gutgeheißen, die den Gegenstand eines deutsch-polnischen Uebereinkommetts; in Gestalt einer Generalkonvention bilden werden: Die Verwaltung der Privatbahnen bleibt unverändert. Für die deutschen Eisenbah nen wirb für die- Dauer von 15 Jahren ein geme-tttfames Betriebss h st e nr eingerichtet. Die Mark bleibt wahrend höchstens 15 Jahren -die. einzige gesetzliche Währungseinheit. Die Zollgrenze fällt mit der politischen Grenze--zusaammen. Die Zolltarifgesetze gelangen bi-s-aus einige Ausnahmen, betreffend Rohprodukte oder Halbfabrikate,'die das Mstimmungsgebiet mit der. Bestimmung verlassen, um verarbeitet, beziehungsweise fertig gestellt zu ^werden, zur Anwendung. Urprodukte der polnischen Zone sind während dreier Jahre bei ihrer Einfuhr nach! deutschem Gebiet zollfrei. Deutschland und Polen gestehen einander die Ausfuhr von Bergwerkspwdukten aus den .beiderseitigen Zonen zu. Jeder Bewohner der Abstimmungszone kann die Grenze ohne Förmlichkeit überschreiten. Die in Geltung stehenden Bestimmungen bleiben bis zur Einrichtung der polnischen Gesetzgebung in Kraft. Jeder in der deutschen Zone seßhafte Pole und jeder in der polnischen Zone wohnhafte Deutsche behält seinen polnischen, beziehungsweise deutschen Wohnsitz wahrend 15 Jahren. Jeder Mer 18 Jahre alte, in der deutschen Zone seßhafte Pole kann innerhalb 12 Jahren für die polnische Rationalität optieren. Die gemischte Kvm- ' Mission in Oberschlesien, die aus ebensoviel schlesischen Polen wie Deutschen zusammengesetzt ist, ist ein beratendes Organ, das die- Durchführung dieser. Maßnahmen zu erleichtern hat. Für die Beilegung privater Streitfälle wird ein Schiedsgericht errichtet werden können. Ei«e militärische Ae»»l«tt»» in Portugal. Lissabon, 20. Oktober. (Havas.) Heute morgdns wurden vom Meer her mehrere Kanonenschüsse gehört. Der Präsident der Republik nahm, um Blutvergießen zu vermeiden, das. neue Ministerium an, dessen Bildung von dem Oberst Manuel Euelv übernommen wurde, der das Präsidium und das Ministerium des Innern innehat. Zum Finanzminister .Mtrde Coria,- zum Kriegsminister Simves und zum -Minister des Lbeußern Bergasimo.es ernannt. v Der Mechaniker Rudolf Matschek, Angestellter 'ik* Tabakregie und Betriebsrat, bezeugt, daß die Tabak- und Magazmsarbeiter ihre Fassungen einem' -gewissen Metzger verkauften. Er-, intervenierte auch beim Schmuggel von Tabakfabrikaten Wer die ungarische Grenze. Reiß erbot sich, gegen Lieserrmg von Lebensmitteln ans Ungarn den Dchmngger regelrecht und großzügig, anszugestalten. Dieses Anbot wurde akzeptiert. In der-Folge wurde dieser Tauschhandel' sehr stark betrieben. Der Kaufnrann Maier S che ist bezenyt, daß er anfangs -1921 ansing, ber Reiß Tabakfabrikate zu kaufen; insgesamt waren es 250 Kisten.' Rechtsanwalt Dr. Märzell Svkak wird vom Vorsitzenden befragt: Zeuge Monsky hat erklärt, er fer'in der Lage, eine L e g t t i m a t i on der' Tabakregie beizubrmgen, baß der Handel mit Tabakfabrikaten dem Inhaber erlaubt ist.- Sie, Herr Doktor, haben das bestätigt. Können Sie uns diese Urkunde vorweisen? — Zeug«: Zunächst muß ich gegen den Vorgang protestieren, daß ein .-Kriminalbeamter, heute in meiner Wohnung erschien und die Urkunde kategorisch begehrte, widrigenfalls ich dem Gerichte vorgeführt werde. Ich' werde diesen unerhörten Vorgang der Anwaltskammer zur Kenntnis bringen. — StaatSa nwatk: Der Kriminalbeamte hatte nur den Auftrag, Ihnen die Zeugenladung für heute zu überbringen. Zeuge: Hier ist die gewünscht 'Legitimation (überreicht dem Gerichtshof einen Zettel). — Vors.: Die Legitimation lautet: „Legitimation gilt zum Brzugc von Tabakfabrikaten beim Tabakregieamt in Wien für den Lebensmittellieferanten (amtlicher Grenzverkehr) Blonsky; Tabakfabrikaten-Anweisung Nr. 115. Derselbe, ist auch zur W red er Veräußerung von Tabakfabrikaten zu tarifmäßigen Preisen ermächtigt. Unterschrift: Ertt.-Tabakfabrik Hainburg. (Große. BeweMng.) Dorf.: Also hat Blonsky bas Recht gehabt, die Dabakfabrikate im In lande zu verkaufen. — Zeuge: Zweifellos, denn er hat auch gegen die Einmischung der Finanzvrgane protestiert. — Bvrs.: Haben Sie Kenntnis gehabt, baß Blonsky mit Zustimmung der Finanzbohörden den Tabak verkauft hat? — Zeuge: Fa, er hat uns ja, seinen bekannten Freunde«, Tabaüvaren zu dem tarifmäßigen Preise zugesagt, aber den Hauptteil nach' de« Ausland geschafft, well das vorteilhafter war. Der Zeuge erllärt, daß er übrigens von der Legitimation seinerzeit schon dem Staatsanwalt Mitteilung gemacht habe. Der Vorsitzende fragt den Angeklagten Reiß, tzb er auch eine solche Legitimation gehabt, habe. Der Angeklagte Reiß erwidert, er habe dieselbe LegitimjuXi-MV- OkÄlch llezMt Wtz ‘Vit Die Nachmittag-Verhairttnys» Sehr interessant gestaltete sich nachmittags schiö« die veftt Zeugenaussage des. Valentin Tschebaus, NesellschastoL der Firma Klein u. Tschcllcms, welche fich' ansschließlichi j»& LÄensmittelhanbel 'befaßt und von Krerttner einen MaWori Aegyptische Zrgaretten, also 3,600.000 Stück, i« vyrigi» Jahre gekauft hatte. Er erzählte, daß der Kaufvertrag fr der -> Tabakregie in Gegenwart des Dr. HaaS abtzeschliofftA würde, welcher ihm gesägt habe, baßdie Tabakregie bc& Geschäft nur durch Krentner machen lassen könne, da dies« der einzige Privatexporteur der Tabakregie sei. Der Vertrag wurde am 19. Olugust 1920 abgeschlossen und von Scheuche«' -ftuel persönlich unterschrieben. Besondere Bezeichmimg - hatten die Zigaretten nicht. Der Preis' war Kr. 1:35 pvr Stück und habe er die Zigaretten zu Kr. 1.45 verkauft. v< Der nächste Zeuge Guido Vtltali.ans Konstautkuo^ gibt an, daß er am 30. März. 1920 Kontrahent dar Daba-kregle geworden sei, indem sich die Tabakregie verpflichtetr, nur ihm allein den Export von Zigarette« zu überlassen und ihm als Entschädigung für etwaige 'Quantitäten, die an das Konsortium Reiß-Krentner abgegeben werdenmüsfLn. 20 Heller per. Stück zusagte. Er konnte -lange Zeit vq» der Tabakregie keine Abrechnung über die Bezüge bt&\. Krentner erhalten, es wurden ihm immer imx klein« Quantitäten genannt, so daß er selbst einige Mcheu u.«rch .Budapest fuhr und - dort konstatierte, daß Budapest. '«ii-ri Aegyptischen Zigaretten geradezu -. „verpestet." .war.'..Hieraufmachte er der Tabakregie energische Verstellungen und konnte^ endlich erreichen, daß ihm mitgetellt wurde, daß. KrenLuer zirka 61. (!) Millionen Aegyptisthe Zigaretten erhalte« habe. 'Nun kam Krentner jammernd z»e ihm rmd erklärte, baß « sich der Tabakregie gegenüber verpflichtet hatte, ihm', de«? Zeugen, 10 Heller per Zigarette aus eigener Tasche zuvergüten und daß. sich, ihm, dem Krentner, dadurch' das Geschäft unrentabel erweisen würde. Nach laugen Verhanhl««ge-e begnügte (!) sich' Vitali mit einer Abfertigung 4,5 Millionen Kronen (!), die ihm Krentner auch-bezahlte. Dies galt ausdrücklich nur für den Veredlrmgsvertrag üb« zwanzig Waggons und nicht für sonstige Lieferungen der Tabakregie an Krentner. Ans die Frage des' Staatsanwaltes, ob Vitale an sonst niemansen Zigaretten geliefert habe/ verneint der Zeuge, muß jedoch nach eindringlichem Verhörbprch den Staatsanwalt dann zugeben, daß er einem-gewisse« Margulies einen Waggon Zigaretten verkauft habe. "Der Staatsanwalt hilft dem Gedächtnis des Vitali weiter , nach, und es kommt dabei zutage, daß der Märxuliss mit" noch'' zwei anderen Herren, deren Namen der Zeuge auch. «ff. durch Nachhilfe des Staatsanwaltes nennt, zu ihm gehorrm«lrsei und daß Märgulies den Waggon bar ansbezachI* habe. Staats anwalt: Warum hat die Dabakregis gerad-L mit Ihne« den Vertrag geschlossen? — Vi-tal i: Weil sie exportieren wollte und niemanderr ftnben konnte, der die Ware im voraus' bezahlt., -7- Aus eine Frage ^..Staatsanwaltes erklärt der Angellagte Krentner, daß ein §)-b er-- fi nanzrat a. D. Gesellschafter des Vitali geworden fei. Der nächste Zeuge, Hoftat Regierungsrat Dc^ Zp-ru, der Leiter des Kriegswucheramtes; weiß aus eigener Wahrnehmung nichts Wesentliches mitzuteilen, sonder» gibt hanpt sächlich Besprechungen mit dem verstorbene« Hoftat Baum-- gartn« bekannt, woraus hervorgeht, daß die -Trchattegie im Jahre 1919 mit 400 bis 500 Schleich h äubljer« gleichzeitig in Verkehr standen fei und über Ersuchen des Kriegswuchermntes die Zabl auf 35 bis '40 emgeschränkt wurde, da sich die Anzeigen zu sehr häusbm. T«r- Präsident fragte den Zeugen: W^Kl die Tabakregie Ihr«« Tmtgeteilt hat, daß die von Ihne« beschlagnahmte« Ranch?- sprten von einem Mnehmer eines anderen Abnehmers warrrr, habpr Sie die Waren bann auch fteigegeberr.? — Antwort: Ja? — Präs.: Das ist doch aber gchrz vsfentip Kettenhandel, da hätte doch das Kriegswuchmanrt unlleding't Einspruch gegen die Freigabe erheben müssen!— Der Zeu ge zuckt die Achseln.Staa tsanwa lt: , Bedauerlicherweise Hot die Staatsanwaltschaft nur in. - Mtenstr« Fällen Anzeigen über diese Manipnlattom« er Mir«, bwnr sie hätte jeden einzelnen Fall rücksichtslos verfolgt, vm kann den Standpunkt des Kriegswucheramtes' A dich« Frage absolut «icht gutheißen! I Dr. Horn: Ist dem Zeuge« ÜekaMk,-.b!äß' dem Kriegswucheramt der Vertrag des Rei-ß und Krerttner. zur Begutachtung zugesarckt wurde? —Antwort: Möglich, ich kaM' mich nicht genau erinnern. — S taat Kauwakt,; Wie dß war die ganze Zahl i^r AmtMandlungen wegen Tabaks schleichhandels m Ihrem Amte? — Zeuge: Das weiß ich nicht, de facto haben wie nach' den Weisungen d« Tabäkrvgie gehandelt und die beschlagnahmten Rauchsorlen immer wücker fteigegeben, wenn die Tabakregie d«s. gefordert hat. (?). (Urvße Bewegung im Auditorium.) ' ■* Der sensaiionellste Zeuge war dann dbr " Ffrari^at Dt. Zimmer, welcher, bas Monokel im Airgo eingrklemM,' mitteilttr mußte, baß er, obwohl von der Tabakregie dem Kriegswucheramt zugeteilt, durch einige Wochen bas Tabakreferat geführt habe, während seiner ganzen Dienstzeit taglÄH' t« der Menage berTabakregre gespeist hat. Kyrtselbst seine Tabakznbuße» regelm.äßig rn Empfang nahm und dieselben de« S.chlerchh'apdlern gegen Leberrsmitte! «bergab, gwmu so, w« es alle seine Kollege« und die Arbeiter geteü Habe«. (Große Bewegung im ganzere Saal, der WaoGaawal^ steht erregt von seinem Stuhl auf.) ES wird noch der Zeuge Dr. Foftf Kurz Wer »«.' wesentliche Dinge vernommen, worarrf ber..KAMM^«A. de» Akten 8-onstatierungen vornimmt. Der Staatsanwalt richtet an die b« Presse eine« Appell, dem Publllum sticht anonyme Zuschriften zasende,» möge, sonder»