Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 980 (21.10.1921)
- Date
- 1921-10-21
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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SeAe L SBte*, Mittag Kräfte, die fich vielfach in kleinlicher VereinstStigkeit erschöpfen, für die Zwecke der gesamten Nation herangezogen und ein reich »nd ergiebig fließender Kraftquell aufgeschlossen werden. Der in der nächsten Woche in Wien zusammentretende Parteitag der österreichischen Zionisten würde sich ein großes Verdienst um die Organisation erwerben, wenn er im Sinne der hier gegebenen. Anregung zu präzisen Anträgen an die Exekutive vorschreiten würde. An meine Opponenten auf dem Zionistenkongreß. (Eine ««gehaltene Rede.) Do« Dr. S. E. Sookin. II.*) Wilkansky war in Kalifornien. Auch ich war dort. Aber wir haben beide Verschiedenes gesehen. Oder hatten wir verschiedene Brillen auf? Er wirst mir vor, ich werde nächstens Vorschlägen, die palästinensische Soun« en detail zu verkaufen, Von ihr Ksnserven ^czr!stellen und Nach dem Ausland zu verschicken. Ich habe es ja schon vorgeschoben und ich meine eS ganz etttfh Die Pvodukte, die wir aus Palästina verschicken werden, find ja bto palästinensische Sonne. Und die schönen kalifornischen Konserven, sind sie nicht die durch die Pflanze vevarSÄtstAi GvNuenstrahlAl? Was ein Witz sein sollte, ist ja die pure Wahrheit. Wilkansky führt gegen meine Forderung kleiner Flächen de:: Umstand an. baß tu den mustergültigen deutschen Kolonien Palästinas jeder Kolonist durchschnittlich 340 DUttam bc§ arbeitet. Dabei erwähnt Wilkansky aber nicht, bah die deutschen Kolonisten je nüch Grö^i der Wictschaft einen bis mehrere arabische Knechte beschäftige», was auch ganz in Ordnung ist bei der Größe ihres Bzsitzss. DK kaliför^ uischen Großplantagen mögen wshl tu dem gv-tzrn Ksl-fvknien angebracht sein, wo es Millionen von Acres Süwässe^ baren DodeN gibt. Aber auch dckkt geht mau zur intensiven Kultur auf kleinen Flüchen über Und die Pesitzer der großer Plantagen sehen sich gezwungen, sie zu teilen und in kleineren Losen zu verpachten. diesem großen Lande von 165.00Ö englischen Quadratmeilen gibt es nur 8,6 Millionen Menschen. Die Landpolitik ging hier . dieselben Bahnen wie m allen angelsächsischen Ländern. Es cntstattbeu Latifimdienbesitze: Millionten von Acres wurden für ein Butterbrot Spekulanten und Eiscrtbahngesellschaften abgetreten. Ist da zu verwundern, daß die eingewattberten Japaner, Italiener und Chinesen größere Flächen in Pacht nahmen als die, welche sie in ihren rcspektiven Heimatländern zu besitzen gewohnt waren? Kleinere Flächen werben doch überhaupt schwerlich abgegeben. Durchschnittlich zehn Acres besitzen die japanischen Gemüsebauern 'in' Kalifornien überhaupt nicht, sondern sie pachten dort Land und das kurzfristig gepachtete Land wird eben nicht:so intensiv bearbeitet wie eigenes. Die Msatzfrage können die Herren Opponenten überhaupt nicht beurteilen, da sie nicht die Entwicklung in anderen Ländern, die in kurzer Zeit vor sich ging, wie in Australien, in Kalifornien, in Dänemark, kennen. Ich wiederhole, was ich schon so oft'im Verlaufe'der letzten Wochani gesagt habe: Die Absatzfrage ist eine Sache der richtigen Organisation, wennmöglich Und am vorteilhaftesten mit Unterstützung des Staates. In Kalifornien, Florida Und „anderen Ländern" gibt es 100 Millionen Abnehmer, sagt Wilkansky. Was heißt bas? Kalifornien produziert dank feiner klimatischen Bedingungen ungeheuer' viel — an Gemüseprodukten allein 40.000 Waggonladungen im Jahre — es hat nur 3,5 Millionen Menschen. Der amerikanische Osten aber, der 7000 bis 8000 englische Meilen entfernt ist, konsumiert den größten Teil seiner Produktion, - Elwood Me ad sagt, Kalifornien sei von der einen Seite durch das große Meer, den pazifischen Ozean, von der anderen dlttch eine große Wüste, die nach dem Osten führt, umgeben. Und doch werden die besten Produkte Kaliforniens nach diesem „fernen Osten" in Eisenbahnwaggons verschickt. Solche Entfernungen haben wir nicht zu bewältigen. Allerdings haben wir die geistige Trägheit der gegenwärtigen „Kolonisatoren" zu bewältigen, die nicht ökonomisch denken können. Aber das wird und muß uns mit iweuen Elementen, die ins Land fmnmeit, gelingen. Für uns s-er nach Wilkansky nicht der chinesische oder japanische Bauer, sondern der amerikanische Farmer ein Beispiel, die Entwicklung ginge vom Spaten zur Maschine und nicht umgekehrt. Wiederum falsche Vergleiche und verkehrte Schlußfolgerungen. Der amerikanische Farmer verfügt über riesengroße Flächen. Da müssen ja die Leute zur Bewältigung dieser Flächen große Maschinen konstruieren, sonst würden sie sie nie bearbeiten können. Die landwirtschaftliche Maschinenindustrie hat zunächst ihre Entfaltung den Bedürfnissen der Großgrundbesitzer zu verdanken. Später aber, als die Ideen der Intensivierung nm sich zu greifen ansingen, begann man kleinere, bis zu de« kleinsten Maschinen zu bauen. Die Zukunft gehört der kleinsten Bodensraise von 1,5 Pserdekräften. Auch der intensive Gärtner kann auf genossenschaftlichem Wege Maschinen sich dienstbar machen. Das ist die andere Antwort auf die Maschinenfrage. Uebrigens geht die Entwicklung vom Spaten über die Maschine zum Spaten zurück. Die Maschine — ein Wahr, zeichen des Großgrundbesitzes, der das Ergebnis des Feudalismus und Kapitalismus ist, der Spaten — das Symbol des selbständigen Kleinbauern, der sich in den Großgrundbesitz letzten Endes teilen wird. Etting er. faut sept ans pour faire un Potagers zitiert Cttinger ein französisches Sprichwort. Ich konstatiere hier bei ihm einen Fortschritt. Sein Getreidebaus« %5tye JBc. ÄMoaitö*- Nr. 978 vo« 19. Oktober. Wiener M»rge«zeit««K 21. Oktober 1921 Nr. 980 brauchte zehn Jahre, nm auf einen grünen Zweig (mit 2 Prozent KapitalvLrzinsung) zU kommen» brr Gemüsebauer braucht nur sieben Jahre dazu. AndekSw» Macht man es schneller und daher billiger. Ich 'habe' das, von mir in Spanien Gesehene in meinem Referat geschildert: Im zweiten Jahve bereits habe« die Kolonisten in Monte Algaüa Von ihrem sandigen Boden sehr befriedigende Erträge erzielt. In Australien und Kalisomien können die. Kolonisten schon nach zwei Jahren von ihrem As den existieren. Aber auch in ihrer, unmittelbaren Nahein Schuni (bei Sichcon Jacob), haben die sechs holländischen ChalUzim, dis die Gemüsekultur in Holland gelernt habcht, schon nach 16 Monaten von ihren 15 Dunam Gemüsegarten —* für sechs vollwertige gelernte Arbeiter, also weniger-als ein Viertel Hektar per Mann — geradezu glänzende Erträge erzielt. Dabei haben sie in der ersten Zeit mfolgo Ortsunkermtuis noch verschiedene Fehlschläge «litten. Auf Grund ein« genauen Aufnahme an Ort und Stelle durch «inen Unbo» te'.ligten, den Rechnungsführer der Zionist Commission, Herr» ( SB t a u d e, haben die jungen Leute bei Tomaten, - Eierpflanzen und Spciserüben einen Ertrag von 65 ägyptischen Pfund per Dunam erzielt und rechnen, baß ber reguläre« Preisen und Quaniten noch UMNtt 87 PfUNö zht erziÄten sein werben. Ick) habe in meiner Schrift mit ttltt 18 Pfund per Dunam gerechnet, habe also Rücksicht auf billige Preise, Verluste usw. genommen. Wo sind da die siLben Jahre, die Eitinget für seinen Gemüsegärtner nötig hat? Was aber Erfahrung lehrt in Ländern, wo schnell und daher billig kolonisiert wttvör, ist das gerade Gegenteil davon, was Ettiugcr, Wilkansky und, ihnen nachsprcchcnb, die Reorgattisaiiorlskommisfion vom vorigen Herbst brHuptet. „Nach wenigen Jahren wurde es in Diktvtia klar, daß ein wesentlicher Fakt.w für bcfn Erfolg gerade die A chnellig Ic U in der Brrbrsstuung nah Ausstattung d:r Fürmen war. Di« Zeit. bte beciüJttbei wurds. um daö ganze Land nntrr Äultnr zu bringen, stand iin dir-Utrn Verhältnis zu des Farmers Crfslg.^ Dw meisten Mißerfolge fsnben auf Farn»» statt, wo die/Eütwickluugsperiode lünger als vaittttt." Auf Grund lvelchsr ErsalMug «mpsahl-sri uns S im v ir und de L io me dir langsame, rxwirsivs Kalontsatiou mit schwerer Pionierarbeit Und nur tttlweisem „Equipment"? Wtt wcwen die GewÜhrSMiinner dieser KöMmisston, Mm nicht Sttiuger uud Wilkansky? Wisse« sie, wie. mau tu Australien und Kalifornien vorging? Man hat eine Kolonie wie «US einem Guß geschaffen, ja sogar die Häuser im voraus gebaut, was sticht iMbMtgt empfehlenswert Ist (und wovon man auch bald abgekommon ist), die Straßen planiert» Bewässerung eingerichtet iwtt» überhaupt alles so wett vorbereitet, daß in manchen Füllest europäische Clnwairderer schon 30 Tage -nach ihrer Ankunft in Australien in ihren eigenen Hausern haben wohnen und von ihren eigenen Produkten der Milchwirtschaft, haben/ lebest können.'. DaS hat Zeit und ^eld sP a rEn'lassen i Wiönian das macht, werde ich sticht ln einem Zeitungsartikel schildern, aber hassen tlich wird man das sehen. i . ' Elteser-Jdffe will ich nur sagen, baß er sich irrt, wenn er glaubt, die Exekutive habe mich in die entfernten Länder der Welt geschickt. D^r National fonds; hat mir die Möglichkeit gegeben, nach Spanien . zu ■ gehen. In China, Japarr, Kalifornien, Afrika usw. war ich nicht auf Kosten der Organtsat^in. Dies zur Richtigstellung. Erweist darauf hin, baß der jüdische Kolonist mit.d^m arabischen Gemüsebauer nicht konkurrieren kann. Er hat darin Recht. Die Schuld liegt aber nicht am Gemüse übet Obst oder an den anbeten Erzeugnissen der intensiven Wirtschaft, sondern am jüdischen. Arbeiter» dem zukünftigen Siedler des von Joffe proponierten „Moschaw Owaim". Er kostet sehr viel Geld, produziert aber nicht mehr als der Araber, ja noch weniger. Wenn er aber das -Doppelte und Dreifache von der gleichen Flache an Menge und Qualität erzeugen und seine Produkts, kooperativ absetzen würde, so müßte er gegen jedermann konkurrieren können. Wie Joffe mich überhaupt versteht, ist daraus, zu ersehen, daß'er von dem arabrschen Fellachen spricht, der „gewöhnt .ist, auf denselben Flächen ein- Jahr Gemüse zu ziehen und das andere Jahr Getreide zu säen". Was ist denn bas? Ist das intensive Kultur oder oder, extensiver Feldbau? Welches Recht haben aber die Arbeiterführer, mir Steine in den Weg zu legest^ da es sich um eine so wichtige Angelegenheit handelt, wie' um die beste und schnellste Methode, ein jüdisches Palästina zu schaffen? Es ist eine ungeheure Und vor der Oeffentlichkeit unverantwortliche Anmaßung dieser wenigen Arbeiterführer, zu fordern, daß die Kolonisation Palästinas einzig und allein von ihnen gemacht werde. Was verstehen sie davon und welche Qualifikation haben sie dafür? Was haben sie außer Palästina gesehen? Haben sie die erforderliche ökonomische Vorbereitung und Erfahrung 7 Und dieser Forderung fügen sich die Ettinger, Wilkansky, Ussischkin wrd Ruppin- Und die beide» letzteren trifft noch ein schwerer Svorwurf, daß sie, nur um mit der Linken es nicht zu verderben, deren Kolonisations- Pläne Und Sgubgetvorcin schlüge gutheißen und vertreten. Das Budget für Joffes Moschew Owbim — 6e.000Psund für 70 meistens unverheiratete Arbeiter, und dies als erste Rate eines größeren Betrages — wird ohne Abstrich von Ruppin und Ussischkin gefordert und von der Palästina- Kommission und später vom Kongreß bewilligt. Für den Versuch mit intensiver Kolonisation, den die Exekutive beschlossen hat, mit einer §kolo.aie von 500 Familien burchzuführen, für welche 160.000 Pfund erforderlich sind, wurden nur 20.000 bewilligt. Schon die Gegenüberstellung dieser beiden Tatsachen spricht deutlich von der gänzlichen Unterwerfung der palLstineUsischen ,Fkolonisadorer^^ unter die Herrschaft der — ich hoffe daS •— wLnitzen Arbeiterführer. Die Massen der L beiter müssen und werden anders dertten. Wer bas mitmacheu wA, der tue daS! Er trage aöer auch die KerMMuttupg. dafür! Pottlische^uudschlm. Die jüdische« Komm>«ifte« Rnhla«d« über de» 3io«iste«bongretz. Aiga, 18. Oktober. Jüd. Korr.-Bur.) Das gnberniale Organ, der »I e * f e!* tyt SED i t e 6 f f (Jüdische Sektion der rnssische» kommnnistlsche« Pültet) »Der rojter Stern" befaßt sich m seiner Nummer »om 19. Oktober mit tzem Karlsdnder Zionistenk o n g r e H. Das Blatt schreibt: „Die jüdischen .Schwarze« Hundert* der gensrn Welt versammelten sich in KarlSdad «nd bafete« di« Pläne für dir Erwerbung Palästinas. Sie befaßt sich auch Mit der Frage, auf welche Weise^ die russiscke Judenheit aus Räterußland gerttlet ui'd vom Joche de-. BolfchemSmns befreit werden könne. Dir Leiden der Jutzeü diente» de« Mvuisteu bloß a» Feigenblatt, «st welche« die von Valsvur, und seiner Snite diklierten verbrecherischen» kosterrevollltionären Ziele v-rhüllt «erden. Kein Wunder, daß sich G r n e r n l 8 a t f o u x (I) am Prastviait.sch des Kongresies eingesnnde« hat, ebenso der bekannte heb»Lische Poet CH. R. Bialik. «escher, feilte Augen zu Gott richtend» die Leide« deS jüdischen BolkrS ist Bvwjeirußlastd bejammert. Die Nitleidsgefthle der jüdischest BoUtgkblste,. d. i. der Ziovisten, find de». arbeitenden jüdischest Massru gruügknb bekannt. Das ponistische Wirke» »um Wvhle des BollrS manifestiert sich in der Zusammenarbeit der Zrvnistm mit dev aüwelilichen Konterrevolution im Kampfe -r-en Raterußland, wobei sie rnsammen täglich Ströme jüdische» Blute» vergießen.... Die jüdischen Master, wissen ,n gut» daß sie ihr richttgeS Heim nicht in Palästina, wo die Hände der Ztvnisten noch vom Blm« der dort unlän.'st vorgekommenen Pogrome rot sind» sonder» im Loljchewrkischrn BarbarismuS finden wrrden." Der Leitartikel schließt: ^Der Zionistenkvngreß. in Karlsbad erörtert zwei Fragen: 1. Wie Palästina zu eroberst »nd ». wie Kowistiutzlanb loSzuweiden wäre. ES scheint» d,ß die beiden Fragen den Zionisten wie ein Knochen i» de» Kehle stecken- Sollten die Zionisten sich nickt schon vn der ersten Fratze erwürg m. so wird es ihnen 'nei der ,weile« zweifeAvs pästirrest^ (Di: Herren find nicht gut informiert. Balfour wük «eder in Karlsbad noch ,st er General! Im Übrigenspricht dieses. Wutgrstammel »enügend für fich selbst.) Die Rrbeltslose«fraze t» E«gl«»d. «ime Folge der ««glische» Ex«ortst»rk»»s. — Lloyd Geoi ge ktimdtgt Maßnahmen »«. Lsndnst, r0, Oltsber. Lloyd George sprach heute im Üntrlhauß über dir Ardeitslosensrage. Er sagte, das Läud mache die schwerste Periode von Arbeitslosigkeit seit zwei Jahren durch. Im gegenwärtigen Angenblick seien in England 1,750.100 Erwerbslose. Die größte Arbeitö' losigkrrt herrsche in der Metallindustrie. Die Ur» sachrn, einschließlich der Stockung der Handelswafchmrrit und der Schwankungen der WrchseiknrseS, könne mau i» Noble ^Kriea" zusammtnfaffen. Lloyd George gab eine Ueberficht über die bis. her,ge« Maßnahmen der Regierung und erklärte, daß die Regierung weitere 800000 Pfund Sterling bcanttagen werde, um den Kriegsteilnehmer» z« ermöglichen, ausznwandern. Die Behanptang, daß für R » ß i a » b genügend Arbeit vorhanden sei, >m sür jrdelmanu Erwerb zu schaffen, ist vollkommen irreführend, den» der Handel, dev nntrr dem englisch-rnstischen Handelsabkommen i» der Zeit zwischen dem 1. Jänner und dem 31. August zwischen Rußland und England betrieben worden ist, beläuft sich auf 3,l60.000 Pfund Sterling. England sei ein Ausfuhrland Md hänge vom n r b e rseebandel «ehr als andere Länder ab. Bezüglich des Handels beruhe Englands Jntereffe in einem Wrederauf« leben des Handels, der Jndststrie »nd der K a u ff v a f t i m Ausland. Die Regierung beabsichtige, den Exporkreditpla» abznänder». Das iuterirattonale Arbeitsamt. Genf, 20. Oktober. Der Berwaltnngsrat des internatio" «alen Arbeitsamtes versammelte sich gestern ftüh unter de« Vorsitz CartierS, des Vertreters der Arbeitrrgrappe und Vizepräsidenten des RateS. Verschiedene Ratifikationen von Ueberei«- kommen der Washingtoner Konfercnz wurde» zur Kenntnis genommen. Bis jetzt wurden beim Gmeralsekretariat des Völkerbündeinsgesamt 30 Ratrfika'ionen angemeldet. Der Direktor des ArbciisamteS unterrichtete den Rar auch darüber, daß ihm fortwährend AnSkunftS- oder Uutcrsachnngsbrgehrrn zugehen. Im Lause der Sitzung entspan« sich eine längere Debatte über die Schaffung »nd das FunNionttren der Kommission für industriell- Hygiene und über die Expertenkonferrnz für Sozialversicherung- Oesterreichs Entwaffnung. Wilütt, 20. Oktober. Die „Politische Korrespon» denz" schreibt: Ende September dieses Jahres wurde eine Ueberficht des Kriegsmaterials gegeben, das bis Ende Juni dieses Jahres aus militärischen Depots an die interalliierte Militärkontwlle ab geliefert wurde oderzerstört werden mußte. Nunmehr liegen auch die Aufstellungen über die durch die Hauptanst<;lt für Sachdemobilisierung bewirkten Abgaben und Zerstörungen vor. Hieraus ergibt sich, daß Oesterreich vollständig e n t w a f f n e t ist. Die durch so lange Zeit in Wien gewesenen interaMerten Ueberwachungsausschüsse haben es sich sehr angelegen sein lassen, die vollständige Entwaffnung Oesterreichs möglichst rasch herbeizuführen. M wäre woM uichi ««v ein der rxMgM, sondern