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Wiener Morgenzeitung · 1921-10-19 · Heft 978 (19.10.1921) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 978 (19.10.1921)
Date
1921-10-19
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Einzelpreis 8 Kronen ^ränttmernLionspreise: 9 lim Ahm UMw » M B» - MWWHMMWM« 4» VMVKf DWttz» l Sc i v *5». fai -flimr *NfchlM«e »«MWr , . CflHMMt >90#.. Htit tiliMitiB tftr «i— CwmlCt ■ «V»»«Mch . XfMMl »00#— SSsch«chs.G»-W9I»tr WGsHMlch. . 5k»»« 18»»» 5 9MMb»«ni*«c »«pm* llhirtH* . . Kr»»« IV lMM9«»jCp»I»ch - -r«v * WW*m : «»HckMch. . CM»« Vierteljithrli» . *»r- '«'MWH« Einzelpreis S» Kronen Nr. S78 Wien, Mittwoch den 19. Oktober 1921 ^rSnumerattüNSpreise: ' ‘ IMwt-; - / Ä wlflllWflri, * „ M VsMch« «Cttr», . *; u mit* 19 - M»»O«8??'Ä»»«» - ».- .'- J9»8«r - «»»»tttch.... «irr ».- RnMimi«,: M»»»tttch. . . . «ei Gch»«i* »/ Wl ttri-e SuJltm* 9R»MiHA,... 3ta«<* ». Ned»vi»»H.AdMi»i!.rni i«* TStr». L.Urz..T«borftr l~:t tM«9|»»e: 44088, 43a*» abendr «t ictcm VostivarkaiseHlcni» 3. Jahrgang pmSO» ha .r Der Ausschuß für Ueußercs führte gestern die Er- .srrerung über, die in Venedig getroffenen Vereinbarungen -'fort.; ■ v -f , , Bundeskanzler Schober stellte «nochmals fest, daß er iit Venedig in die Erörterung der österreichischerseits zu gewrihrcndcn Konzessionen, also in die Frage «i««r »«lksabftiM«»»g i« Sed«»- barg und feiner nächsten Umgebung, erst dann eülgeiretNl sei, al<> seine prinzipielle, verfassungsmäßige Stellungnahme' -in. .dieser Frage. , akzeptiert worden war.; 2Beitin bet ungarische Ministerpräsfdent ■ in seinen ZLstrig^n . AlLMhrungcn den Vrlauf der Venediger. BesprechuirM in esirem für Ungarn n «.surllich ..günstigerem .Lichte darzusrellchr. sich. bemüht hat, ' r;: iit dies , seine' Sache.. Was im /speziellen die Frage der 'Licherheitstrustpen. während des PMlszM. so will ich . darauf - hmweisen, /daß der/ Mimische Minister ' des . ^!,.:^erp .!),ach hem. WyrLlaute. &e3. .^.E0qti>](is es nLerinvimnen; ficij:' bb ...zur; Cntsieudung - von /MtHstMiPpen notwendigerl h,vi.Lie,t;. scharf ei io nach-' sehr"'' -starken/ <>ch''orig leiten. auH'-är.BeEig "chü's- Bchr s chwsin den der Bchnden Md-did rßtWrgÄose llebergabe Weskungärns als die Voraussetzung festgesetzt wurde, daß wir uns in territoriale '.'chrhand.'nngtzn. einlassLn.. Erst nachdem' uns diese - Grundlage!C'Ur.cbttjrf hjh;i;b'%;'"•1^'' mich -bereit erklärt, an/ her (i. örierung. der' Muzesfionen teilzuiitzhmen und prich schließlich .akicher Forimllierrvrg'bechiligt..,, .'//t/ch - -/,...,. D e Venediger Besprechmigen 'tragen den Charakter?me/! >:«:«;)rar«Usses 'Ml'isiätz.. Sie/enthUieEipfolgsdesselr für/uns stchral günstige wie; imgünsttge MÄnrchrte. üiH;' -- V ' / Deit Ha wipt.von:t^eil: der Mntai^ngM .glaube ich . d'chiili erblicken zu,kö>nnchl,. daß. chem lgegenwärtigen, unhalddchcii Zustande, .der der'.'BevölkerrM 'des Bnrgenlandes so «/'Mir Laftön und Leidenaüserlegt, ein Ende gesetzt.werde, 'nÄßer-'-tch noch' eyvähyv, - - haß v:.itft.#V ^alle'. der Durchsührmtg aM) - an unserer Grenze, wieder nornrale ^Verhältnisse 'eintiict'n'. '- ' ’ i ' ' .;. ' Nach den Venediger Besprechungen würde wir binnen, ir-tnigen'ä Wochen äußerO e.d i nb u’r g und .dessen nächster lim-chbnng das'-'gesmnte Gebiet, bas ^zumindest sieLean. Achtel >".«d -in Verträgen vorgesehMen Territoriums beträgt, sowie von cittsr'GesanrLemjvohnerschast von 380.000 .Personerl ettoa ^00.000 in friedlicher Form erhalten. '" ' ..s Nicht-unerwähnt möchte tch »chch -lassen, daß nach den Msp:.'Lchu.ngLir von Venedig die großen S.uutmen, die wir infolge der Verzögerung der Uebergabe sowie ihrer Folgen Z'i verausgaben gezstuilgen waren, uns von. Ungarn erf«itzch werden. Z " Msnn'. wir. demnach, .einerseits die Vorteile und die «cächreile der Venediger Besprechungen abwägen, andererseits ltjtfci'e Lage und die allgernedue LcPlomMsche'Situation'; in Europa in Betracht ziehsn, so Lomint die/Regierung zu dein Entschluß, daß,'die V^rterle^ieims/rmf Gru>n«d 'der Venediger Beratiulgen. abzuschließenden Uebepeigkonuneirs mrs - gesamtstaatlichen, volkswirtschaftlichen und nickst znletzt aus nationalen Gründen doch nicht an.ßeracht gelassen .werden können. Der BUlNdeskanzler schloß, daß ihm.verfassungsmäßig' nicht das Recht eines fornMen Mtrages' zusiehe, daß es sich aber nach .Auffassung. der' Regierung .. empfehle, wenn der Beschlußfassung, des Ausschnssts. das Ken.digerProtokoll .zugrunde gelegt /tynrde.. Abgeordneter Dx. D i n g h o se r (großdeutsch) stellte folgenden Antrag: Die Uausepeuz ,in Venedig/har ergeben,' . daß öie Siguatarmächte des. Staatsliertrages von Saiut-! Germain seine BestimuuuiigLn, betrefsen.d das Burgenland, nicht durchsnhren. wollen. Dadurch wird .der -Staatsverirag gebrochen, und hinfällig. . Der Ausschuß nnrß gegen' das .ein- . seirrge- Vorgehen der Signatarmächte Prochst eiutegep,, .stellt 'jedoch 'fest, daß es Oesterreich . ferne liegt,. Gebiete,deren. - Bewohner . . sich nicht. .fretwillig^Ochterreich - anschlleßLü,. '/anneNeren' zu 'wollen/ Das WlbstbestrmnmrMrccht - setzt aber voraus, daß es allgemein augelvsndet wirds'td'M.der- ,UrunHsatz der Bolksabstimmung -in allen Gebieten, Ar denen Deutsche' wohnen, uud nicht mrr im Oedeuburger Gebietziir Geltung .kommt, und daß überdies die Freiheit der-BoWabstinunung .in jeder. Richtufllg, hin sichergestellt wird. .... Da . ' diese Grundsätze auf' -der Koiifeveuzi - in BeruLig nickst zu,m ' Durchbruch gskornmen .sind, muß per Ausschuß .detmaligen'- Borschläge der Konsereiuz ablehnen. Im Laufe der Debatte stellte Abgeordneter' Dr. M ay r (christlichsozial) den Antrag, eiin. aus' st eirrem - Vertreter der -drei Parteien bestehertdes. Redaktionskomitee /.zu beauftragen, dein Ausschuß einen formulierten Antrag zn unterbreiten. Dieses Redakttonskonritee legte'> Mch - M-rzevZ.Beraturhg dein AuL'schrrß folgenden Antrag vor: . Das Verhalten.' der EßtÄrteinächte seit der Ratifizierung des' Vertrages von Trianon beweist/ daß sie offenbar nicht willens sind, wesentliche territoriale Bestimmujngen des Stgats-- iVertrages von Saint-Dernrain, und zwar gerade die für Oesterreich günstigen, durchzufühven. ' . Zufolge der hiedurch geänderten Sachlage wird dre ,Bnnde§regiennlg ermächtigt, die in. Venedig begonueneil Berhaudlwnigen unter entschiedener Wahrung der Interessen Oesterreichs inrd der Rechte des burgenländischeir Volkes fortzufetzen und vorbehaltlich der versassuu>g.Smäßigerr Genehmigung abzuschließeiu. Bei der Abstturryllug blieb der Antrag Dr, Dinghofer in der Minderheit, der vom Redaktionokomitee vorgelegte Antrag wurde — bei einer Stimurenthaltung — einstirnrnig arlgenoinnren. l<Wg«lll|5K,riWHIIII«KWWC99»Mi ■■!■»' ... .— s Die r»Mche Hu«gers«ot. , Moskau, 18. Oktober. (Fmrkspruch.) Das twlkskommissaüat für öffentliche Arbeiten hat seitdem l. Juli aüs dem Hungergebiete 126.000 Arbeiter und ^amIllenMtglieber von Arbeitern evakuiert. —. Die H v a v eriHilfe hat bisher 434 Waggons Lebensmittel in Moskau'eingefüyrt. , De» jtdische Hilsswerk f8* QlufeUnÄ. LouhO», 17. Oktober. (Iüd. Korr..-Bm.) Die ,>fiia!endes „ö i t". (Gesellschaft zur Förderung von AtLerbau und Handwerk unter den Juden Rußlands) tchielteu /Von sthrem Moskauer Vertreter die Meldung, daKZ 'dfeZ von ihnen gesandten 2B'e.r k z e u g IransvoÄe /bereits in Rullland einlanglen und sofort ihren BesliulmüngszweÄen zugeführt wurden. Ebenso sind in MöSkau' die aus Amerika gesandten Gegenstände e lngetrvffen.' Es wurde sogleich an die Wiedereröffnung d^iLipischen p r o f e s j io n e ll e » S cd rr l e n und W eae^k'Mst t e «- geschritten. Pogromhetze in KonstanLinopeL. Kouftantinopel, 16. Oktober. (Jüd. Korr.-Bur.) In der jüngsten Zeit macht sich hier eine außerordentliche Verstärkung der antisemitischen Tätigkeit der hier untergekommenen W r a n g e l - L e u t e bemerkbar. Die .von ihnen b-sher geleitete Geheimarbeit ist in eineoffene, antisemitische P o g r o m H e ße" ausgeartet. /Vorläufig/ist es den . englischen und französischen^ Vertretern., gelungen, die Llusführung der böswilligen Absichten der Schwarzen Hundert zu ver- - hindern. '/ . - _^ Keme englischen HLNÄLLsbezisshungen zu RntzlanL. Paris, 18. Oktober. HavaS.) „Daily ME «elbet-aus Kopenhagen:. Die gegenwärtig in Moskauthestndliche englische Hanbe l/Sab » r d n n n g dürste, wie «an erwaitet, remnächst zmnckkekrkn. Die Absrbnnng bat festk>rff''llr. saß es mnu8 Zick «st. - mit.Lt'wjeUuZkand ' -rezstiechre HandelLbeziehnnse» wieder. anmkniwteL. Die Wehrlosen. -^-7. Wien, 19, OÜoier. Der Geueralrat der Union der Völkerbundstqen. der sich die Aufgabe gesetzt hat, die Ideen der Vvlker'« versöhnung und des Weltfriedens zu verbreitest, hat in Wien eine Tagung abgehalten, die. er mit' einer 'Debatte über den Minoritätenschutz krönte, Das tiefe Bedürfnis nach einer Aufhebung der ideellen Kricgsursächen hat den Völkerbund geschaffen, und wenn er uuch gemäß seiner, mangelhaften Organisation mcht das .von so vielen Menschen ersehnte Ideal erreicht, so ist er doch ein bedeutsamer Schritt «ach vorwärts aus der Bahn zur Beruhigung der Welt. Er ist ein Werk von Menschenhand, und wie jedes solches verbefferungsbedürftig und verbefferungssähig.7 Es ist nur nötig, die Mängel zu erkennen, unter denen er leidet und die er verhindern, daß iec seine Autorität ausbreitet und festigt. Der schwerste Mangel betrifft den* Schuß der Minoritäten und/ es ist deshalb von Wert, d«ß die Union der BölkerbundMch. /Me/ Bereinigung, ' die heute noch rein geistig P Mdnur ^eistig> wirken kann/ an dieser wichtigsten Fratze' des heutigen Europa' nicht still vorbeigegäntze»^-O<,-'tzm Italienischer^Redner hat die Unzusriedesttzeit//irH /die' Zurücksetzung der Minderheiten als eine dler' ivrseni- ' kchsten Kriegsnrsachen bezeichnet. Aber diese MWente sind durch die Friedensvertrage nicht nuy -nicht' auf- . gehoben. ' sondern' sogar noch verschärft ryordM'/Md Z die 'EAstenz -der MnoritüteNfpage wirkt tzuchAwkitev/ 'WegWrdeM tmd. sriedenshemtnend/' ' Z /. ■ •] ->s.: 4,; Z Mie ncttiMylG/ /Minderheiten .stE'Wch-Dn " KriegsatzsHWS' Md/durch den Kriegsfrieden,dek. Zahl nach ve.rmehrrx-woM.eu. Es gibt heute nach,, dem priest. der für das Selbstbestimmungsrecht der klemenKöjker geführt worden fein soll, deutsche, slawische, magWWe. Kölnische. und rutheuische Minderheiten, für. hie der Heutige-./ Zustand .' ein< Negation ihrer primstMen Mchre''' .--M/euleL''' ' ‘wd»'./ die sich niemW^ mit ihm ' absinden werden.Es find Irredentcheutreri m großer Anzahl' geschaffen worden, die chen'sMsle Sammelpunkte gefährlicher unterirdischer StröimWen darstellen uird die' Moralische Atmosphäre verpesterr. Sie lassen die Staaten, in denen sich Minoritäten ^befinden, nicht.zur Ruhe kommen und zwingen, fit, ihre innere '.und äußere Politik in stetem Verteidigungszustand, zu halten. Daraus ergeben fich schwere Reizungen der so empfindlichen Nerven . der Nach- Kriegszeit und Kollisionen zwischen Mehrheit und Minderheit, die auch in der Gefetzgeb»ng ihre unheilvolle Wirkung tun. Am stärksten leidet da» MinoritLtsvvlk Kat sxoekeu, die jüdische Nation, die doch nicht wie die neuenLftandenen Minoritäten die Anlehnungsmoglickkeiten an größere und eigenberechtrgte Volksteile besitzt. Die jüdische Nation lebt überall als Paria, fie ist nirgends anerkannt und führt al» Volk bestenfalls eine Existenz der Duldung. Dadurch, daß sie noch- -kein öffentlich-rechtlich anerkannte» Zentrum besitzt, ist sie auch vor dem Völkerbund ohne Vertretung und kann nicht offiziell al» Klager gegen ihre Vergewalli. gung austreten. So ist sie dem brutalen AusrotLungsstreben in Ungarn und in den finstere» Gebieten des Ostens preisgegeben, so steht sie dem staatliche» Antisemitisnnrs des österreickischen Ministers Waber, dem Treiben der Pogromisten vom Schlage Fords irr Amerika oder der Activn Franaaife in Frankreich wehrlos gegenüber. Aber diese Behandlung der jüdischen Minorität, die deshalb, angegriffen wird, weil sie jüdisch ist, hat für alle, die denken können und wollen, ihre tiefere Bedeutung. An der jüdischen MinorirÄ.in das Beispiel - gegeben worden, unter dem Heule die deutschen und slawischen Minderheiten leiden., 4?.«---in t,, nichts zur Sache, daß heute , diese selben^ Miuurstälcu für ihre > Dencktigung an den unter 'ihnen leb cndest Juden Rache üben und daß insbesondere die-DcuWcn .sich in einen Haß gegen die jüdische Mindecheü per-' - rennen, der für ihre eigene Stellung zu den -Sieaer-! Völkern die billigsten und bequemsten AngriffMiink'.e.. liefert. . ’ ' . . --/^;/':' . .: Die Wiener Tagung der Völkerbundligen ' hüt sich mit der Iudensrage nicht beschäftigt. Sie hat dics /wohl aus Höflichkeit unterlaffen, denn, sie We in Wien einige Bemerkungen über den aus der. dDffchmüh-ischen Minorität stainnstitden Ministers, ÄDhrr und feine Vertraastreue machen muffen. Aber/ vir

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