Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 977 (18.10.1921)
- Date
- 1921-10-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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(SBoIff;) Die Agence Havas' ^>.2lSet: Die Satzung der' Botschafterkonferenz, die 'Mäirnachmittag^/ wegen'In kr-aftse ß ü n g d er E nrp fie'h l ü'itj g ' des ' B ö l fe e rbu n d r a t c s" über', O b et f ohlef i e n statlsinden sollte, wurde Ve^ktdgt/; Sie ivvrd voraussichtlich Mittwoch stattsiaden. Mwürde'Ln / der Tal - für' erfprdertich gehalten, eine ] ü rHt i f ch c P t L f u n g der F rage vorzunehmen; und man erwartet den englischen Juristen W a ck i n g , in Paris. Lord Hardinge, der an der! chten Sitzungl der' Konferenz' nicht teilgenommen hat, kehrt morgen nach 'Paris zurück. ' Wars^/a»^ 17 Oktober. (Funkspruch.) Donnerstag den 20. d. M. sollen P o'IDtz und D t u t s chl a n d in; den Besitz . der ihnen zuerkannten Gebiete treten.-, ,V - ' -7 i' ■■ ■ -x . ■. ■■■ x-., : ' , , - ' War/ sch««> Die volnische /Legierung «ird sofort'- nach der offiziellen Verlautbarung der' Entscheidung 'der Botschafterkouseren; einen Aüftus 'ak -die Bevölkerung Oberschlesirns richten. In diesem Aufruf wird sich auch ein Absatz an. jenen Teil 'der polnischen Bevölkerung, der rmter der/tscher Herrschaft bleibt,, befinden. Der Aufruf mili) die polnische Bevölkerung zur friedlichen Arbeit.für die Zukunst aufiordern. Warscha».' 17. Oktober. (Tel..Komp.) Wie in politischen -Kreisen verlautet, wird der Sitz der Mojwodschast Oberschlesien in Kattowitz.seini - Berlin, 17. Oktober. Heute nachmittags fand eine Sitzung des mtersraktionellen Ausschusses des Reichstages fiatk/ dem die Blätter größte Bedeutung beimessen. Nach dem «Vorwarks^ wird heute nachmittags entschieden werden, ob über das Bleiben des Kabinetts der Reichstag entscheiden oder ob das Kabinett schon vorher seine Demmission geben soll > Die ^Vossische Zeitung", die anscheinend den Rücktritt des. Kabinetts für eine feststehende Tatsache halt, erwartet von der heutigen Sitzung eine Klärung darüber, ob Dr. Wirth auch an die Spitze des kommenden KMnttts treten wird. , .. < Mailand» . ®te <Sttt* fch eidüng des DölkeMtndrrM'Aber didTeitükg Dberschlesiens wird in Italien ziemlich gleichgültig ausgenommen. Bloß die Giolitti nahestehenden Blätter begrüßen es mit Genugtuung, daß die Lösung sich der vom Grasen Sforza vorgeschlagenen Linie ziemlich nähere. ^Corierre della Sera" 'gibt zu, daß wohl der Schiedsspruch des Völkerbundes nicht unantastbar sei, hofft aber, daß Deutschland aus die Dauer seinen Widerstand aufgeben werde. TscheD»-O!owakei gegen bas Abkomme»; von Venedig. P-r ag, 17. Oktober.. (Tel.-Komp.) Der checho slpwakische Gesaadte. i« Pari» Doktor O i v tt d s k y, der geg«nwür(rg in Prag we lt, rtLärte eiaeür BerichtersLatter des ^Srövensky DeaniK", daß die T f ch e ch o - 'S l o w a K e 1 B e n c b i g er Adkom « tn rmtsr fei» e » Ä « ft s k d e» i'h re Z u ft i«. tt u ttg erteile« kön»e, schon deshalb nicht, weil eS ««möglich fei, -atz «an Angapn rur Aendernng de» Friedensvertrages helfe. <ine GanütionLerung vieres Aedereinkommens svr.rde, n»r eine Gutheitz«wg der ungari-che« 'ewairpoUtik bevesten und würde die E.tslknng der Hentisen »nKarifchen Regier »ng wesentlich. H^rke«: - ^7 Buade»ka«zler Schober über die Koftferenz vy« Veoedig. wftgt» De» . v«»»e»r«»zler» SchOker. -7-. Jtü» Abromme« aDgeschlpftr«. gestern. - sprachen sämtliche -Mitglieder der Vexrrgsslelle für das .-Burgenland- - unter. Führung des -c^'erwalters --Dr.- pai) ü heim :J Bundeskanzler L ch o b e r im "Ministerium deE Mußern--vyi, um sich im- Hinb.lick ans/die..einander^witzerspxechenden-Meldun- ' en üoer->dreBerlHndlü.ügen -und Vorgänge inMnedig- Bundeskanzler/selbst.,zu -holen und ectsprecheiche.Mtskläpmig-zu' -/ / - Bunbeskänzler S.ch.o b e:r Milderte ausführlich die BÄrge'chichte und den.; Verlauf der/Berhandlungisn und 'Wlf/Me/ bezügliche - direkte Frage, daß er in L'enbdig Kg -wegen West- UiHavütz'-^geMn^^ei^mch-^ß er kein bezügliches Abis tfilnen-^abMsch^ssM/h^be,' . sondern daß er lediglich, .Hhcv/ -YerfnssuntzSchäßigen. Stellung, entsprechend,/ d«n :ta!:e.!isch-ungnrischen.Vorschlag zur-Mrschterstattung "an l e>\• %Mnnrairat,üher-stymrnen? hahe./^gasdie M?)dali1^ Hajticnmmr/r in.Oedenbnrg anbelangk. L-0. ungarischen Vorschlages künftigen ’ Mrhc. zwischen Oesterreich und Ungarn Vorbehalten. 'N Dss Mörderbataillsn OszteNburgr als UbstiMMUngs-ottz^L für Oebenburg. Budapest, 17, Oktober. (Ung. Tel.-Korr.-Bur.) Ministerpräsident' Gra'/ B e t h l e n informierte heute die Vertreter der Presse über die . in : der Konferenz von Venedig erzielten Resultate. Er erklärte unter anderem: Unter der Oberhoheit der interalliierten Generalkommission verbleiben in Oedenbnrg auch jene Truppen, die heute die Ordnung aufrechterhalten: die Bataillone Osztenburgs. Für die Dauer der Abstimmung werden dorthin eventuell auch italienische Truppen abgesendet werden. Das war eine Forderung der Oesterreicher und dieser Forderung hat der italienische Minister des Aeußern im Prinzip zugestimmt. Die Abstimmung könnte sehr intereffant werden, speziellwenn Osztenburg und seine Mörderkumpane ihre Budapester Tätigkeit im Abstimmungsgebiet aufnehmen. Reaerttche B»nde«ka«tgriffe auf Ssterreichifches Gebiet. Mrn, 17. Oktober. Amtlich wnb verlEvtbart r/Hrute vorrnlttsrS wur/e eine in -crm stcirricben Grenzor! 'Warteggsüdöstl-ch Fehrinfl eingefallene vnsarischr Bande, nach langem aerlampi durch Alpenjägernnd .Geridarmttjevatron.llen zurückgetri eben- Das ErgLbkis des Berlimr SLadtverorsnetenMahien. Derli«, 17. Oktober. Der ^Lokalanzeiger" stellt das Ergebnis der Wahlen in der Berliner Stadtverordnetenversammlung dahin zusammen^ daß 840.317 Nichtsozialisten 767.706 * Sozialisten. gegenüberstehen. Aus diesem Ergebnis errechnet das Blatt 116 bürgerliche Stadtverordnete gegen 106 sozialistische. Der „Vorrrärt^" ge'.';!' in seiner heutigen Abenda»'.-"-"tlsti- "'ein, :n /MMllML A^jSfe- &£ /^dmck' tzie WaLi»: eMe.Mwere. Niedeklßge Erlitten hat. Eine neue Konferenz/ - -77. Wie«, 18.Mob^. Es wird wieder von Portorose gesprochen. Für den 24. Oktober ist die schon zweimal verschobene Konferenz wieder angesetzt worden. Die Nachfolgestaaten sollen die aur dem Zerfall der österreichischungarischen Monarchie entstandenen wirtschaftlichen Dis- Harmonien beseitigen und eine gewiffe Einheitlichkeit der Eisenbahnverkehrs, der Zoll- und Paßbehandlung und des Postsparkassawesens Herstellen. Sie hätten-über diese Dinge schon längst eine Einigung erzielen können und das auch ohne den feierlichen Apparat einer würdig aufgeputzten diplomatischen ^Konferenz. Fachreserente» pflegen sich sehr rasch zu verständige» .und hieDchliche Besprechung vermag-Streitpunkte viel besser zu um* 'gehen als jede politisch gefärbte Zusammenkunft. Die Schwierigkeiten, die sich, im Frühjahr der Besprechung von Portorose entgegenfiellten, waren nicht wirtschaftlicher Natur. Sie entsprangen der Unmöglichkeit, zwischen der Tschecho-Slowakei. und Jugoslawien einerseits, Ungarn andererseits, ein von Mißtrauen freies.-Verhandlungsprogramm zu schaffen.-Ungarn erklärte, der Konferenz fernbleiben zu wollen. Die anderen Staaten fertigten nun eine Tagesordnung an, die aber von der großen Entente nicht'gutgeheißen wurde. Man sprach von formalen Bedenken Frankreichs. In Wirklichkeit sah man es in Paris nicht gern, daß die kleinen Staaten allein über ihre Probleme ins Reine komW.e« wollten, daß Italien die. Ehre des Vorsitzes haben und daß. MöglWrmeise Beschlüsse gefaßt werdM konutett, die sich gegen den tzorthy-Siaat - LetzrE'DDf ilMK^ Richtung paßt uns nicht! Man schätzte also die diplomatische Etikette wor, die verletzt wäre,. wenn wohl Italien, nicht aber auch Frankreich. England und Amerika vertreten wären. Da aber zu dieser Zeit die große Entente mit dem Ultimatum a« Deutschland , beschäftigt war, konnte sie Keine Vertreter senden und "so blieb Portorose weiter nur ein Ansichtskartenname. Die neuerliche Festsetzung der Konferenz wäre an sich ülr ein erfreuliches Ereignis zu . begrüßen, -wenn die allgemeine Lage sich so weit gebesieU hätte, baß eine wirtschaftspblitische Konvention der mitteleuropäischen Kleinstaaten möglich wäre. Aber hier stockt man schon. Der Verlauf der Historie vom Burgenland hat frische Zündschnüre unter das zentraleuropäische Pulverfaß gelegt und man kann heute nicht mehr von Mißtrauen zwischen Ungarn und seinen Nachbarn im Norden und im Süden sprechen. Es besteht ein ganz offener Konflikt, deffen Vertiefung' zur Kriegsgefahr den italienischen und ftadfischen Gleichgewichtspolitikern gelungen ist. Gegen Oesterreich führt Ungarn teils durch Banden, teils durch Loyalitätsscherze Krieg. Kurz, die Situation sieht nach allem Bösen, nur nicht nach einer Wirtschastskonferenz aus. Bei den Fraze«, die in Portorose zu behandeln wäre«, spielt naturgemäß die Relation Oesterreichs als des fiktiven Erben der Monarchie Md ihrer Lasten. zu den neuen Staaten die bestimmende Rolle. Es handelt sich im innersten Kem des Problems um die Regelung der Liquidation der Erbschaft, um die Oesterreichisch-ungarische Bank und ihren Goldbesitz. «m die Kriegsanleihe und die endgültige Bestimmung des rollenden Materials. In allen diesen Dingen ist Oesterreich bis jetzt schlecht weggekommen und es ist erst vor einem halben Jahre durch ein Ultimatum der Reparationskommisston gezwungen worhen, den größten Teil des Goldschatzes entgegen den St. Germainer Bestimmnnge» an die 9kachfolgeftaaten anrzufolgen. .Wenn «an aus Vergangenem auf Kommendes schließen .darf, so besteht wohl wenig Hoffnung, daß Oesterreich auf der neuangesetzten. Konferenz, die ja möglichttrpeise stättsinden wird, gut abschneidet. Oesterreich leidet pnter zwei Uebeln: Es wird von der großen Entt»1e,Mff« gesagt, von Frankreich, blockiert und es wird im Innern von der sinn- und ziellosen Politik, seiner Hetzparteien zerfressen. Niemand kann erkennen, wohin der Weg der österreichischen Polittk geht, «nd das ehrliche Bemühen des Kabinettschefs «ixd von allen Parteien unentwegt durchkreuzt. Die Sozialdemokraten sind für etn Bündnis mit der Tfchrcho- Slöwakei, die Chüstlichsozialen für ein solche» mit Ungarn, die Grc>s',deutlchen teils für den Anschluß an * ^nr-rrn, teils an das andere Deutschland, die 'Tirol«, i