Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 976 (17.10.1921)
- Date
- 1921-10-17
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Einzelpreis rs Kronen Vriinnnnratienspreise: G Int 0Mn «HiIn m tan OpichlN,«, r. tfetfrf, Zil» ÄilSU*. +m kt rim WtäwtlwH <*wW): . fhr#MM 900«^. (Mt WaMrifint Wr SMm 0fKm«u|i Don-U». ****** 909,- 9dl» Bl<tw»rit X»««tlich.' .£*«*<* 18*- 4ft494Hfe»«(<14ff m**m MmmMO . .8t*nm JW«— SaiifUMrt««: MMMtllch. . »i*«* lf— »tertel jährlich . »«-- Einzelpreis ® Kronen Nr. 976 Wien» Montag den 17. Oktober 1921 ^rLnumerattyMspririf« r, f*n*t *t Pöl«ttch«e «Ihnm, - »W(schlim»r MomNUch . . . «»»« *•*- M-mNttch . . . . 9t»e 9.- Monatlich. . . . Lei 9»^. Gch»«lz *. »«» wrt-e »u»l«ck M»*atUch. . . Franer S.- 0tedaktto»«.Ad»t«istra»i»* Ivl«. ^»»..Lädorstr. 1-» 48SH 10891 LMM lvoftsvarkafleniopto 1S0LN 3 Jahrgang Das ober? chlefische Wirtschaftsproblem. Paris, 16. Oktober. In einerr,. Bericht über die 'diplomatische Lage beschäftigt sich ty'fe Agence Havas Kitt den Einzelheiten, die in der / gestrigen Sitzung der.Botschafterkonferenz noch nicht:/ geregelt wurdew? -Die Engländer vertreten den Standpunkt, daß die Lösung von Genf einj u n t e il b ür e s Dan z e s d a r st e l I e. Dje (f renzzi e h ung müsse, notwendigerweise zu g I ti i ch er Zeit mit einem p r o v iso risch en R e/<( i m e d er wirts.ch a f t l i ch e » A n p a s s u r/. /g verbunden s? in. Wenn auch der Vertragz den Alliierten das Recht gebe» den beiden Staa ten eine territoriale Trennung in Oberschlesien aufzi^jwingen. sei es ihnen I oder jene politische r aufzunötigen. Die alb. was die Alliierten er die andere der Parin Genf empfohlenen nicht gestattet, ihnen diese oder wirtschaftliche Konoenti englischen Vertreter fragen des tun könnten, wenn die eine o leiertsich weigern werde» d wirtschaftlichen Konventionen H.hzuschließen. Man scheine Mach/dieser Richtung in London hauptsächlich an dem Men Willen Polens zu zweifeln. Man frage , ferner, ob denn eine Frage noch off en gelassen werden könne» M Wenn.,sie noch langer in der Schwebe bleibe, den B^lffri?d<m'inMesah^ würde. - ^--v V: f Vp'N französischer Seity antworte man hierauf: Gewiß nicht! Man erkläy e jedoch, daß die Genfer Borschläge zwei Teile enthi alten, die sich ergänzen, die nb-r voneinynder unabhängig seien. Ans die,em Grunde man in französisch en Kreisen folgendes Vervor: Man benachl.ichtige Berlin und Warschau über die neue Grenzlinie. Nach Artikel 88, Absatz 6, seien die polnisch ,en und die deutschen Behörden verpflichtet, im Laufe eines' Monats nach der Rotisizierung die Bervall /ung der zugesprochenen Gebiete In übernehmen. Sei. d m geschehen», dann nehy^e die 'Befugnis der interalliie iten Oberkommission ein'Ende. .Es wäre dann wünsch/enswert, daß im Laufe dieses Monats Polen uj/>d Deutfchland die vom B ^.sik er b ün d ia n e m p sohlenen w ir 1- MastlichenKo/no entionen abschlössen. M diesem Zwecke te^le man ihnen die Vorschläge des Bölkerbundes mit iind die Botschafterkonferenz verpflichte die beiden, Regierungen, . sofort die Bevollmächtigten zum Abschluß. der für die Aufrechterhallung des wirtschaftlichen Lebens notwendigen Abkommen zu errZrnnen. Warschau und Berlin sollten dann ausgesordert.'werden, auch den Delegierten für die gemischte V erwaltungskommission zu bestimmen, imd der Völker!,und seinerseits werde unverzüglich den Präsidenten w Maler Nationalität für . diese Kommission ernenne ji. Mit einem Wort, man appelliere an die Weisheit der beiden Völker, damit sie nach gemeinsamem l/iebereinkommen das Uebergangsregime, das die neue Lage verlange, festlegen. Auf englischer Seite glaube man nicht,' daß die wirtschaftliche! jt Abkommen innerhalb eines Monats abgeschloffen / werden könnten. Aus diesem Grunde eiupfthle mock, die'Notifizierung der Grenze hinaus» zuschieben, am vor allem die deutsch-polnischen wirtschaftlichen Verhandlungen vorzunehmen. Äm kommenden: Montag werde der französische Justiziar F r o m a ch t o t der Botschafterkonferenz seine Beschlüsse über die der polnischen und deutschen Regierung zm. machenden Mitteilungen vorlegen. Lonbo«, 17. Oktober. (Tel.-Komp.) In der gestrigen »Westminster Gazette" veröffentlicht eine Reihe hervorragender englischer Wirtschaftspolitiker ein Schreiben, in dem sie versichern, die Völkerbundemscheidung in der oberschlesischen Frage sei ein neuer, vielleicht der schwerste Schlag für die Aussichten auf den. Frieden und die wirtschaftliche Wiederherstellung EuMpäs. Am Schluffe des Schreibens heißt es, niemand iueche mit den Vorschlägen des Völkerbundes weniger einverstanden sein als die oberschlesische Bevölkerung selbst und zwar sowohl der deutsche als auch der polnische Teil der Bevölkerung. Es würde daher, wenn sie Entscheidung angenommen werden soll, nur recht und billig sein, «en» eine. neue Abstimmung vornMlaae» würde. Paris, 15. Oktober. (Havas.)' Die Empfehlung des Völkerbundrates ist offiziös der. ittkerallüerten Kommission in Oppeln mitgeteilt worde»,/die.'bereits die Maßnahmen prüfen kann, die die Durchführung zu er" leichtern geeignet wären. / Die Botschafterkonferenz wird Montagdie verschiedenen Einzelheiten der Anwendung erörtern, deren Grundlage einstimmig angenommen wurde-. .. Frankreich, und Enaland sind über das Maß der Anwendung der Genfer Empfehlung verschiedener Ansicht. England huldigt der Auffassung, daß,die Grlyzführnng und -das Regime der wirtschaftlichen Anpassung ein untrennbares Ganzes bilden. Frankreich meinst der Bertrag.lege bloß den beiden in Betracht kommenden Staaten die Teiluirg des oberschlesischen Gebietes auf, gestatte jedoch Mbt, Polen die Annahme einer wittfchaftlicken Konvention yüszuzwingen. Frankreich ist der Ansicht, daß dem Teil der Empfehlung, der sich auf die Grcstzsührung bezieht, die Kraft'eines Beschlusses zukomme, während das proviforischs.,Regimechloß empfohlen werden softe, wobei den beiden Staaten die/Verantwortunch für die Folgen einer eventuellen Ablehnung überlassen wird. Frankreich schlägt demgemäß 'vor. daß die Botschafterkonferenz, indem sie die Grenzlinie notifiziert, die beide« .RegierMtzey../WjfMerA.^oMMWM zu bestimmen, die' über ' OekeiWiMWU'W^WlchMnrj^ des industriellen Lebens in Oberschlesiien verhandeln sollen, und Delegierte für eine gemischte Verwaltungskomtuission zu entsenden,, deren neutralen Präsidenten der Völkerbund unverzüglich ernennen würde. / :'Y'. AKgarrsche Vanden un der slowakischen Grekze. Prag, 16. Oftober. „Slsvenska Potttika" erfährt, Saft di? Ungarn an der slswakischen Grenze meist -aus Offizieren bestetzenÄe A bt e i l« u p e » k o n z e n t r i e r e n, und zwar in denfelven Abschnitten, Ws heim rmgarischen Einbruch Mr Zeit des Bolschewikenregimes die gefähEchften Angriffe erfoLgten. Das Blatt will erfahren haben, daß Sie Ungarn in der Oft s l o w a k e i einen ähnlichen Konflikt Hervorrufen wollen wie im Bur gen lande» indem sie erwarten, Last die Entente schließlich, wenigstens für die östliche Slowakei, eine Volksabftimmnng zulaffen werde. Bethle« verspricht dir EinhaLtuAg des Paktes vva Be«edig, Budapest, 16. Oktober. (^S.n.M.-Z.") Die ungarische Delegation ist über Wien aus Venedig angekommen «nb wurde von einer riesigen Menschenmenge auf dem Bahnhof empfangen. Ministerpräsident Bethlen erklärte, daß b\k erreichten Resultate nicht im Verhältnis' der Kraftürtsaltung der Regierung und zu der der ungarischen Bevölkerung stehen. Man dürfe aber trotzdem nicht die erreichten Resultate herabsetzen. Es gelang, eine ungarische Stadt zu retten und ein Gebiet, auf welchem sich unter anderem auch der Geburtsort des großen Grafen Stephan Szechenyi befindet, nämlich Zinkendors. Außerdem ist es gelungen, zu erreichen, daß die Angelegenheit der Grenzberichtignng in der allerkürzesten Zeit entschieden werden wird, und zum Schluffe > wird es uns gelingen, 'die von Oesterreich gerforderten Milliard.en fürUngarn zu rettert Man dürfe nicht vergessen, daß wir einer abgetanen Sache gegenüberstanden, einem geschriebenen Vertrag, und daß bereits alles verloren schien. Die Rämnung war bereits im Züge, ass im letzten. Augenblicke es gelang, den Zug zum Stehen zu bringen und umzudrehen. Das größte Ergebnis aber ist, daß es uns, den Besiegten, welchen bisher immer nur befohlen wurde, gelungen ist. als «t i tbe r c chti g t e P a r te i am Tische zu sitzen und zu verhandeln. Zum Schluffe sagte der Ministerpräsident, die Gefeyschast und die Regierung müffen Zusammenhalten, um Kraft zeigen, wo sie nötig sei, aber auch Mäßigung, wo diese am Platzesei. > ' st / Die ungarische Regierung habe Vert-räge, di e sie Unterzeichnete, immer loyal ei n ge Hai te u. dies müsse auch diesmal der Füllffstin..Was wir übernommen Hab en, müssen' wir 'loy a l durchführen!. - - stst^/^" Ihr Korrespondent batte Gelegenhett^ ■■-iäI'--'.'einem Mitglied des Ministerrates Rücksprache zu pflegest, - welcher erklärft, daß - die u n g arische Regie rung meh r e r e .Weqe zur Verfü g un g hätte, um' d?i'e5 Ent- -wa ff n ung der Insurgenten durch fuhren-zu k ö nn e n. - Ministerpräsident Graf Bethlen,-. .machte der t fttegierung diesbezüglich mehrere Bo rschläg,ost>/Mche .auch. a üg 2* um. me n wurden. In politischen-.Kreisen ist man fest überzeugt, daß es der -.Äe'gi-erung g e l i n g l>n w i r d, d i e Jus urgentenst.zü' ent - w aff neu uud das Geü.iet den E nt e n t e - g e n e^r ä l e n z n ü b e r g e b e n. Uebrigens sinh über die .Einzelheiten der. vorzunehmenden Mnßnahmepi / 'bereits Marchese della T 0 r e t t a und Bundeskcmzlex. Doktor Schober in Venedig informiert worden. Sie/ haben beide die zu treffenden Verfügungen der üstgarischen Regierung gebilligt. / - Horthy, Pronay, Oszienburg p- -re neue» VRAarrschen Natisnalhefttgen. Budapest, 16. Oktober. („&. u. M.-Z.*) Die' Brrdapester Garstisonskirche wurde in der letzten Zeit ,resiauriert. Aus - diesem Ärlasie wurden mehrere 'neue Fr^keu. aHeürächt': -Diese' Fr-Äeu enthalten nun 6^3^ ' ho tthy, FelÜbischof Zadravee, P r 0 n a.h und O j z t e n b 11; g. /; Bvr eweiA SysteMWechseL in Rußland? Lsudon» 16. Oktober. (Fünkspmch.) .»Times* melden aus Helfinggors: Der aus Moskäv Mrück« gekehrte Vertrete; Finnlands hält die Wendung Äußlands zu den -sogenannte» bürgerlichen Systemen für unmittelbar bevorstehend. Die LssuNg des türkische« Problems. Grieche«lL»d verhandelt «it der E«t«»te. - Athsn, 16. Oktober. (Havas.) Ministerpräsident Gunaris gab in der Nationalversammlung eine Darstellung der Lage, wobei er erklärte, das Endziel des griechischen. Oberkommandos sei Angora gewesen. Nach den Siegen der griechischen Truppen habe jedoch der Generalstab angesichts der-Verkehrsschwierigk'eiten und der Leiden der Truppen es vorgezogen, auf Eski Schehir zurückzugehen. Mit Rücksicht auf den internationalen Charakter des t ürk i s ch e n Problems fei es notwendig, daß G riech e.n- I o n b mit den Enten temä ch t e n e n gere Fü hlung nehme, um eine Grundlage zur Lösung dieses Pr ob l ein s z u schaffen. Der Ministerpräsident habe daher Lloyd George und B r i and um die G ewahrung einer Zusammenkunft -gebeten und von beiden eine z u st i m m e n d e Antwort erhalten. Er werde morgen mit dem Ministerdes Aeußern P a lt a z.zi die Reise nach Paris,' Rom und London anireten. st st Die Wahlen in die Berliner Stabt, Vertretung. Berlins 17. Oktober. (Wolff.) Nach den bisherigen-nichtamtlichen Zählungen bei den Großberliner Stadtverordnetenwahlen in sämtlichen 20. Bezirken sind ungefähr 815.000 sozialistische urrd 835.000 bürgerliche Stimmen abgegeben worden. Es ist also eine klerne b ü r g e r l i ch e M e h r h e i t zu verzeichnen/ Die Wahlbeteiligüng dürfte etwa 70°f0 betragen Haben? Vor einem Eisenbahnerstreik i« Amerika. New-PorK, 15. Oktober. (Reuter.) Neunzig Prozent der Eisenbahner stimmten für den Eintritt in den Streik, um gegen die Herabsetzung fter Löhne zu protestieren. Wenn die Streikorder a&gemetn befolgt wird, werden Lvv.000 Eisenbahnbedienstete am 30. d. M. die Arbeit einstellen. Vom 2. November an würden zwei Millionen Ärbeüer feiern. Der Streik dürste in der Oeffentlichkett keinerlei Sympathie kegegneu. - -