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Wiener Morgenzeitung · 1921-10-14 · Heft 973 (14.10.1921) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 973 (14.10.1921)
Date
1921-10-14
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Einzelpreis S Kronen Einzelpreis WrßNNNernlioNSprEife: ß«»r &m NbhN«« »» kw mU, *.©*»M. S«»M. INI % '«Nt 1« riw« G*mt i. ,Kwm IV TH1SmäS&'drnEm0“ ‘.Hl •tafflfet- IV Kronen Wrämtmerationspr^e: « «»NchMch . . l JNM»r - VtMMiliä». . . Lire T>- 'StWIWKIt! . . Wltmutli*. .. . Äer SS^- Schneiß ». d»» «brigel L,U«a . . . Tranes S.— Skedartt»« n.«dminU «len. Labors edini fcl“ü A**ä8, Afism a» « Shr«h«»S Rr.1«R« Vost-Parraffenroot» - «0I» MrL S?3 Wien» Freitag den 14. Oktober 1921 3. Jahrgang A«»Lh«e einer «ene« Grenzlinie. /-^.v 'Wmif/. 13. Oktober. (Schweiz.Depeschen-UgSntur.) .Mx/Mölkeßbundrat hat gestern aberchs eine Mitteilung Äer die oberschlesische Fr^age,. perö-sieilLlicht. (§»; '.heißt. bWn, der BölVerbundvat hat näch'einge.Wtdeul. Studium hie Annahme einer neuen. 'Grenz.l.in.ie empsdhM und' beschlossen,. den. Rat 'M MMlen^ bH//währetzd. /dinei? gewissen ' Zeit, die' gi^nüge'M erscheine,/. unp hie,' tyirtsHafLlichen . MHassüngchi.' sp. ..vollstarrLig .. '.'zurd NürMreiMd aV..mögliche zu gestalten,' Gurchüch'ien/ jede« . Verschiebung des. bestehenden Wirtschafts- .vddhNtnisM Vü?Abeti.. werden..'. Die von . den -Sachversl'Rudigen - 'ausgearbeiteien Projekte-'. sehchr ' eine Zeitdauer b,is. j| 1 5. Jahren vor.. Es wurde eine /Reihe' .övh/''WrojeLten Wk eine Regelung der/Eisenbahirfrage,. dM.MasserdtensteD, der Stroinlieserungen, fbec/ .UufhWn.g öer Zölle für. Zahlreiche D^zeugn'isse,. We 'Kohle. ' Zink- -sv.wie., über 'hie B'ki-chjr'h 'WUs? k.als/ gesetzliches Zahlungsmitlei'in den nn/Holew äbHtMLeye« /Gebieten ausgestellt.'/. -Z^er f. KölkerbWÄraL-. enMehlt die/ Annahme dieser. ProDte/, /die .-auch' den/ SMutz der' Mlnöerheiten.gaMtieren. - . * Wirth droht mit dem Nücktmtt ...V:," ■'■ ■■ v- - ' / . " -1 / ' \ \ k Berlin, 13.' Oktober. '(Wolfs.'-)'/In' der -Sitzung.- . KWMiMtz, -,v. k^' .'/.WW^Wn.-/?MMuM^ / Maß " öt ^>ehf,' ^St/§ ui? m/tjberfd^e rten -ZkWMienentnehnien ' lasse. j.übjtzx.-'hüß^oberschlesische in -einer- Weises verfügtchat,welche - weder der> duH dis Äbstimnrüng zutage Mpetzsuep/. ,MillensknM/- .oberschlesischen Bevölkerung^ Noch hen/wirts«WtlichM Bedürfnissen des: .Landes//enLßprech'2. MW: dMDytscheidung ^K/ fallt,.wie M.-Hesürchteu ist/ so^ iste.iM^'eu-e - La g'e g e schuf f su> / welche --die "VpxauZseMtgen: einschneidend beeinträchtigt, . uüterj-denen?diegeDjwartige Regierung die Geschäfte: des 'Mjches?übernüMpran/ und / )geführt. hüt/. Eineabschließende-. Mt- - scheidung wird da? Kabinett' erst: dann' treffen) können,/ wenü d.er- Spruch -dey- Obersten Rates amtlich/voNliegt. -De^Deichsranzler'-KeUtsdies als einmütige Auffassung d«K.-gesamten'Kabinetts fest. / -/ . / 4HMtai?M)3£2XMMfSM0HMBBHSSnK8rM9R3EMMn(MBflKMUiKHnMIMMHtfflEMBB Vre de«tfche« PazrMen m dsrr- BslkerÄ»«-. , . Berlin, 13, Oktober. (Wolff.) (Sipte; Reihe von Organisationen als Vertreter des deuiMn/Pazifismus hat an den Völkerbund ein Telegramm, gerichtet, worin gebeten *>'«$/. die Lösung dej/ oHrschlesischen , ^tage. nisht in der Aichtung . der letzt än' der, Presse / müg^ten 'Mye zu versuchen. DM^ivüjche gstes! zerstört werden, .wvs^! äufbau ' der' MeÜchirtschM.Und/,hie' MMervetsöhnung der Völker erreicht worden ist, Sie schlaZW üm/Iid. Be- - völkerung . erneut gemei»dew.eise zu''öe.sräg'stt^nb''fie/' - beisammen bleiben oder unter Zugrundelegung der Ergebnisse der.'ersten Abstimmung getrennt/ werben will. E-inherrrMNtz des.LeAtschen ÄeMs^aLes.!'Berlin, .^3. Oktober. ^Heute. . .abends tritt-, der A el t e st e n r at' des A e i.ch.s t a g e s; zusammen, umsich darüber schlüssig zu werden, wann /das Plenum einberuftn werden'svll. Nach der Läge /der Dinge ist damit zu rechnen,-daß derÄeühstag zu - Beginn der nächsten' Woche zusannnentreten wird, um ~ zur: Entscheidung über Oberschlesien''- Stellung zu nehmen.^.: ' . ' ■: •. -/ / Wie die Blätter annehmen, kann' nach. dem- bis-'. herigen ^Ergebnis aller Pärteiendesprschungen-'-damit/ , gereeWj r wWen,. /haß fc^ ReichtzregierustK!WMomern. HODrMMdMMr://:; \ BMerbrmdrateÄ mber/ DMschWrn anüehmeu.DW f Gegenwmlip/ift: wan noch-gänzlich/ im:AnÄareU, /was/ .nach der Demission geschehen soll, jedoch kann/bereits', heute , gesagt: werden, daß die MehrheitssMalisten . auch nach dem- Wckrritt .des Kabinetis detu Reichskanzler n Dr. .Mirth neuerdings als Reichskanzler vorzuschlagen beabsichtigen. Wie die bürgerlichen Parteien sich zu diesem Plan stellen werden, läßt sich nicht -sicher beurteilen. : Einberufung deZ Sb ersten Rates. - Berlin, 13. Oktober. Die Blätl er veröffentlichen eine -Londoner Meldung des ^Matin*, wonach-der Oberste Rat im Laufe der nächsten oder übernächsten Woche in London zusammentreten wird, um zur Entscheidung des Völkerbundrate«, betreffend Oberschlesien, Stellung zu nehmen. * Der Prozeß Kegen das Ha-irreLt Rä-oslawow. ^tSv'ßja,"'.'1'3."-'Oktüö.er. .Vor dem Staalsgericht öegaPl der Prozeß gegen das Kabinett Rad o* f l a w o m, das, wie bekannt, dazu beigettagen hat, daß Bulgarien im Jahre 1915 an' der Seite Deutschlands in den Krieg eintrat. Nach der Katastrophe wurde über Befichlutz der Nationalversammlung gegen Rädpslawow. als, Kabinettschef sowie. seine zehn MMter uich,drei Generäle die AnMge wegenP a t e r-, l a nd s y e.r r at es und Mißbrauches der Verfaffüng erhoben. Außer Radoslawow und einem General, die Bulgarien verlaffen haben, sind sämtliche Angeklagten vor dem Gericht erschienen. Züm Prozeß sind 180 Zeugen' geladen. Der Prozeß dürste mehrere Wochen dauern. Die irisch-eR-lischen Verhandl««ge». L»ndo», , 13. Oktober. (Wolff.) Die Irische FnedensLonfettuzhat gestern die Kommission ernannt, hie apL drei englischen und drei irischen Mitgliedern .besteht unp die Fragen hinsichtlich einet genaueren Befolgung des englisch-1 irischen Waffenftmstandes erörtern, soll. Die Kommission tagte gestern nachmittags^drei Stunden. Ihr Ergebnis soll morgen der Konferenz mitgeteilt werden. / PLrge^krieg in Ehi»a. WLfhingto«, 13. Oktober. (Funksprnch.) Der i.et«c der Kantonregierung in New-BorL erWrte, U.. w e h.r.er e D i o i si o n e n . südchineWer Liuppen unter der Mhrung des Präsidenten^ KWton verlassen werden, um sich mit der Kwangsu-Armee zu vereinigen und mit dieser zusammen auf Peking zu MarschiLreu. Sine geheime Orgauisatisn Hsrtys i« der Slowakei. Kascha«, 13. Oktober. (Tschecho-slow. Preßbur.) Die Pouzeidirektion in Kaschau hat nach längerer Beobachtung die Entdeckung gemacht,, daß. seitens der Horthy-Propaganda der Versuch unternommen : wird, gewisse Führer, der Arbeiterschaft der Slowakei zum Eintritt in Horthy-Dienste zu überreden. Durch eingehende Untersuchungen und Nachforschungen wurde festgestellt, daß sich in der Slowakei eine geheime Organisation Ho r t h y s gebildet hat, die in enger Verbindung mit den magyarischen Faktoren steht und die, wie unbedingt sicher sestgestellt ist, das Ziel verfolgt, einen gewaltsamen Umsturz i n btt Slowakei herbeizusühren. Diese geheime Organisation hat sich nicht nur auf persönliche Agitation beschränkt, sie bediente sich auch, um die Arbeiterschaft, beziehungsweise deren Führer, zy gewinnen, einer Korrespondenz. Die Kaschauer Polizeidirektion hat davon bereits heute einen unumstößlichen schriftlichen Beweis. Das in Betracht kommende Dokument, das. durch Hausdurchsuchungen sichergestellt ist und dessen Original sich in den Händen der Behörden befindet, errnöglicht den Sicherheitsbehörden ein weiteres Einschreiten, um alle Versuche zur Untergrabung der Sicherheit des Staates im Keime zu ersticken. In dieser Hochoerratsaffäre wurde bereits eine Reihe, von Verhaftungen vorgenommen. Rückkehr Körrig Alexarrders. Belgrad, 13. Oktober. (Privat.) Wie aus Paris gemeldet wird, kehren Ministerpräsident P a s i 6 und der König noch vor dem 20, d. M. nach Belgrad zurück. Die Natiourüversammlung ist für den. 20. d. M. embeutfew Me bölschewikische Lüge. »i. Wien, 14. Okt»b«. Im Berliner Verlag Seehof ist unter dem Tttel „Der neue Kurs in der W i r t s ch a s t sp o iiti L S o w j et - R u tz l an d em Buch von Spektator erschienen. Es handett sich um eine bostchewikische Verteldigungsfchrist. Der , Verfaffer nimmt -die-Moskauer Regierung gegen den Vorwurf des / Verrates ihrer komrnunistischen Prinzipien in Schütz, besser gesagt, er verst'cht sie zu schützen,- Das Buch ist lesenswert, denn es bringt von der Sowjetregierimg felbstgelieferte Daten und gewährt , einen erschreckenden, aber lehrreichen Einblick in das Ge- / triebe - Sowjetrußlands uüd in das Seelenleben und' die .! G^öqMngänge feiner Führer.; Die /rechts gerichteten Zeitungen Europas und /Amerikas brachten, unaufhörlich Berichte uud Daten; über den. Verfalldes russischen ' Wirtschaftslebens ' Mer ^dem Sowjetregime. Vorsichtige Leser, auch, wenn sie keine. Freunde der. Moskauer Regierung, waren, / haben' diesen Berichten und Zahlen wenig'Glauben geschenkt. Mau hielt sie für tendenziös zugerichtet. Das' Buch des Bolschewiken Spektawr aber lehrt, daß das Mißtrauen ungerechtfertigt war und daß die Übertrieben erscheinenden Zahle» lange nicht an die -Mrklichkett heramelchem ' SpeKtatoreniurmmt die /Ziffer», welche den Verfall der russischen Produktion 'illustrieren. . der ossiziellen „EkonoMschesLaja -Shisnj*'. Die ' ' wichWten Date« / seiek:.^nM^, ^stehend, wiehergegeben. , / Die. ProduKMr//WUL//My LiNHö-i'özeVteD^^ ^grtzerüiber/,/K^ '7-Wkd8WoWWM^' / Eisenerz. 2*25' / PMeich Kupfer 0*6 Pryzettt, / / Salz . 17- 'Hrözenr, Kohle 20 Prozent, Roheisen 2 Prozent,/ NaphlHa 40 Prozent, faörikate 2'3Prozent, Gewebe 4'5 Prozent,' landWtschaftliche Maschinen 6 Prozent, Holz 15 PrHent, ^Zucker 6 Prozent, Bmunateriatien/8 Prozent. / totpt schreibt: .Man merkt aus diesen Zahlen oAur- - weiters, daß die Lage tatsächlich eine veHweifeWist/ und' daß. man heilte von Grund ans alles neu WbMM. muß. Man darf sich gar k e i M r I IX usio K hingeben, der Staat ist in Mffland außerstande, aus eigener Kraft die völlig ruinierte Industrie mit Rohstoffen und Produktionsmitteln// zu versorgen." Auch um den Bodenertrag ist es katastrophal bestellt. Der Ertrag an Brotgetreide stelltMch auf 1800 Millionen Pud im Jahre 1920 Men 3009 Millionen im Jahre 1913. Rußlands Produktion ist unter dem Sowjetregime ruiniert worden/ Me wirtschaftlichen Maßnahme» der Bolschewiken haben das Land zugrunde gerichtet. Ein Überzeugter nüd/M Aufträge Moskaus arbeitender Sowjetman« fpticht das aus. .. t / Aus der Schrift Spektators geht aber auch klar hervor, daß die Moskauer Machthaber Aon lärmst die.Wertlosigkeit ihres, der Wett jo .lange und/'^o laut, als alleinseligmachend angepriesenen Wirtschaftssystems erkannt haben und nicht daran denken, / es weiter aufrecht zu erhallen; daß seine Verteidigung ein Komödienspiel war, das sie allerdings jetzt unter / dem Druck der Tatsachen beende» wollen. Äc Moskauer Weltbeglücker haben, soferne sie es Mf einzelnen Gebieten nicht bereits getan haben, die Absicht, zur kapitalistischen Wirtschaft überzngehen. Sie denken a» Anleihen beim privaten ausländische» Kapital. SpeKtator sagt dazu: »Die heutige Produktion basiert ans der Arbeit der ftüheren Generationenin der Form von.Produktionsmittel»'(»Kapital"). Rußland besitzt diese nicht. Und so ist Sowjetrußland gezwungen, zu den Kapitalisten des Auslandes in «irrschafttiche Beziehungen zu treten. D i e B e r ü h r «ch g m i t der k a p i t a l i st i s ch e n Welt zu scheuen o der gar zn verbieten, wä-che e ine Dummheit..." Die Sowjetleute, welche die Vernichtung der Bankwesens als Vorbedingung der Gesundung der Menschheit gepredigt und geübt haben, «ollen wieder Privatbanken zulaffeu. „Heute wird man nicht umhin können, in der oder , jener Form die Banken wiederherznstellen. Ob dies Banken der Genossenschaften oder reine Privatbanken sch« werden, hängt davon ab, welche Stellung im W'ntschastsleben sich die Genossenschaften verschaffe werden. Auf jeden Fall werden die Genoffenschasts- ' bayken. Kaum imstande sein, die Vermittlung zwischen Rußland rrnd dem ausländischen Kaprtalsmarkt, übernehmen." Die Sowjettegiernng hat sich ferner eüt-

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