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Wiener Morgenzeitung · 1921-10-09 · Heft 969 (9.10.1921) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 969 (9.10.1921)
Date
1921-10-09
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 9Äß . 'Wien. Gopnta-^^'. A'' ■ * .. **• 7«^: . Stadtrat Dir. Kienböck für Landau erj'chienen/^äm Sie RLunnmgs zu verhindert. Ich' - mache (mtftniecffmtt, daß die Räumung der -Wohnung Sanruel Landaus für den 17. September archeraumt war. Sie wurde um MÄ .M.-vormittags. -vorgynormnen und um 9 Uhr ist 'Herr Dr. 'Kienböck, der -noch nichts davon wußte, pevsönim Wohnungsamt in der Schmidgasse erschienen EHmd hat -erklärt, die Räumung der Wohnung. Landaus t.?M'rrse absolut nicht stattfinden, das müsse sistiert werden. 'Die Räumung ist indessen doch erfolgt, und daher noch', .fialgendes -geschehen: Manwollte die -kranke - Frau Lohnstein .nicht obdachlos^ machen. Man. hat' — guf wessen Rat, will ich -nicht sagen — folgenden Trick --ÄAgMvön-oLr- Man. hat- -Möbelstücke, des Landauf in die z^ei Wohnräume der Frau Lohustsin gestellt und. damit dvnr. Landau den schönsten .Unterschlupf gewährt. - /Dr^-Kieubück.— so schloß Herr Schleifer .— als . christlich sozialer S tadt- und Bunbesrat,' der in. jeder Srtzungerklärst:.,>Ostjnden hinaus!", darf eine solche,. Vertretung, nicht.. übernehmen. Ich erkläre, daß durch, bas Vorgehen Dir . .Kienböcks die Wiener Bevölkerung von den -Christlichsozialen in demagogischer Weise zum Besten - gehalten wird. Ei«e DrrlegenheZtsantWort Dr. Kierrböcks. Rach diesen Erklärungen Schleifers versuchte Doktor Kienböck, , dessen Parteigenossen sich dem großen Eindruck, den die Ausführungen des sozialdemokratischen .Redners ausgelöst hatten, nicht entziehen konnten, durch eine lendenlahme Erklärung den Kern der Sachezu verschieben, was ihm aber nicht gelang. Er sagte folgendes: M ist 'von. Meiner.. Kanzlei Einspruch erhoSeN und' allerdings das weitere^ Verfahren verfolgt worden. Es ist gegen die Entscheidung des Metamtes die Bvschiwerde an den Verivaltungsgerichtshof erhoben worden, und eg,' hat sich' die Kanzlei bemüht, sowohl für Frau TschÄMaf, als auch für ihren Unterinieter - eine aufschiebende Wirkung, wie immer in solchen ^Fällen, iÄ - denen man sich' im Rechte weiß, anzu streben.' Darüber wird der? Gerichtshof, urteilen. Ich sage Ihnen, daß ich eine rechtliche.Sache.ohneweiters vertrete. Was-ich aber nicht .übernehmen würde, und zwar.aus Geschmacksrücksichten, istfür irgendjemanden, auch für'einen/Oststrden,.... die Durchsetzung. einer Aufenthaltsbewiltigung zu bewirken. Auch für Samuel Landau nicht. Weyn er eine.solche, hat, dann ist er in .seinem' Röchh, und ich würde.mirvon niemandem , vorschreiben lassen,' wen-ich. vertreten darf. Es ist unwahr, daß ich .im ZLohnungsanweisungsamt -persönlich interveniert habe. Richtig ist,' daß der betreffende Herr in meiner Mnzlei-. war «nd mein-.-,Kollege-, mj^. vollem Recht .sich der Sache arige-. nomNiWz-rhat. .^DäMit'.-ist -'die Sache fstr mich, e-rlehjgt. -"'N-7-^''-''--1'--- .-7 ■%.' i; Für Herrn 'Dr.' Kienböck ist hie -Sache-'- damit".vr- 5edigt>' aber nicht ' für-, die. große - OessentlichMt.' Denn - >-d'as-'Gsrgshem'.'-es'--chriMchsozialeir ^-Führers.'.ist wieder «in Beweis "mehr dafür, daß die'- Antisemitenwohl mit zahlungskräftigen-Ostjuden gerne zusa'nrmengehen,' wenn es siU'aber um ä-kme. arbeitende-Ostjuden handelt, sich mchrfcheuen, alle-menschliche Rücksicht zu.-verleugnen. Eiy Prozeß über MÄischerr Verrat in Polen. ^Aus Warsch. a n wird uns geschrieben:. Däs Märchen iur.it jüdischen Verrat in Polen hat. viele jüdische Opfer gekostet' was. W.ihres an. diesen.Verlmmdungm ist und wv'.auf sie aufgebaut. . nurdrn- - das zeigt .ein Prozeß, kessen letzter Akt. sich vor. wenigen Trigen in Warschau absoielte. Der Präsidentder jüdischen .. Gemeinde und Stadtrar. von. R o w n o- Dr. Segall, Om .Greis von mehr als 60 Jahren, war b.citfntlbißt worden, daß er während der bo'nchewttischen,Invasion. int Jtmt 1920 dem Fein d eVorschüb geleistet. Hab?,, indem er ,die Polen, welche in seinem Hause wohnten, den Bolschewiken, a)s angebliche Spione auSgeliefert hätte. Durch eiqwapd-. freie. Zeugm. ..wurde festgestellt, daß Dr. G e galt von de» Polschewiten, deren Agens er angeblich gewesen sein, soll, a.u.S-.- g e plünd e r t worden wgr, daß er den in Rowno lebende« Polen, .viel. Gutes getanhatte uitb stets cm Gegner des Bolschewismus gewesen war. Aber da eine im Hause Segalls wohnhafte Schustersfrau angab, Dr. Segall hätte beim Herannahen der Bolschewiken zu ihr gesagt: „Jetzt kommen die guten Bolschewiken" und „WaZ. ich wünschte, ist eiugetroffen, jetzt sind meine Freunde da, ich haderte Polen schon nicht mehr ansehen können", fand sich das Gericht in L u c k, vor welchem der erste Prozeß gegen Dr. S e.g a 11 spielte, veranlaßt, ihn im Mai 1921 zu fünf I a h r e u schweren Kcrkcrs zu verurteilen' »nd ihn notz einer , gestellten Kaution von dwi Millionen Mark sofort iü Haft zu nehmen. Gegen daS Urteil beriefen sowohl der'Verurteilte wie auch derSlaatZanwalt-Ber der Appellatiousverhaudluug in W avj ch a u kamen erbauliche Dinge zutage. Die Konzeugin, welche ihre Beschuldigmrgen gegen Segall beeidet batte, war vor ein paar Jahren anläßlich des Verschwindens eines Christenmädchens m Rowno als Verbreiterin der Ri tu al iw o r d b e s chuldig u n g gegen die Juden mit allen Eiuzelhette«, die sie auch damals beschwor, ausgetreten, zum Unglück der eidgewandtr» Frau fand sich aber datz ritualgemordete Ehrisienmadche» bald lebend bei Verwandte». Auf eine so glaubwürdig« Zeugin hatte bas Gericht in $ufi sein Urteil gestützt. Ebenso interesfant ist, daß em anderer Kröuzeuge gegen Dr. Segall, ei« Chauffeur, bej der Gerichtsverhandlung einen Paletot trug, de» die Bolschewiken,-als je in Dr. Segalls Hause plünderten, geraubt hatten. Mit Recht ffmntm Dr. Segalls Verteidiger, zwei polnische AuwAte, sage«, \\\t Belastungszeugen d teses Prozesses gehörten zu den Hyänen, welche vonU;«. durch de» Krieg: geschaffene» Unsicherheit leben, zu« Schad »li ster Mensche», ob Lermrd oderKemd. Buu«chste«d,ist.daß de^ Wiener Mvrge«zettAn§ Staatsanwalt, der di: Anklage verttat. seine Rede mit den sozusagen generalisierenden Worten schloß: „Wir müssen mit der Wurzel daS . Unkiaut ausjätm, welches sich auf unserer polnischen Erde eingenistet hat." Das Warschauer Gericht «ahm die Unsttchhaltigkeit der Beschuldigungen, die sich auf zwei Kriegshyänen stützte, als erwiesen an und Dr. Segall, welcher inzwischen länger als ein Jahr im Kerker geschmachtet hatte, w n v. drsr «ig e s-p rochen. .WojaV Wirtschaftliche Orgauisation der rrrdische« Angestellten. In der Abgabestelle. Hü., Estevlatz 4 (Gassenlokal), weiden an die 'Mitglieder am Montaa den IQ. und Donnerstag den 18. b. Mi, folgendr LrbcnZmItel abaecieben: Weizenseinmehl und ^Wrn'enbrotmM 1 kgper Milcrücd Kartoffeln. Bohnen, tärbig, Kunervl 1 KZ per Familie, Kasiee, San tos, ungebrannt, Blanksalz.. Kondensmilch. (gezuckerte Nestls), Dorsch'-Leberpastete, Sardinen, norwegisch, und diverse Bedat ssartikcl. Bei kaut a n rs ch l i-e st -l r ch v o -n- bis 7 U h r -nachmittag? (an anderen tTaarn . gkwent). Ohne Mitgliedskarte keine Abgabe.- TriWspoitgcfäße mitbnngon. * Die Hoffnungen der jüdische» Moderne SZmegen jetzig alle. Juden. Jeder will sich über den Stand der ztonisiischen Bewegung, über jüdische Kultursrageu r.nd über daS Problem des jüdischen Minderheitsschutzks , informieren. Ein gediegtucS Buck,, das zur jüdischen Jahreswende erschienen ist,. kommt diesem Bedürfnisse nach: Der jüdische' N a t i v n a l k a l e» d e r (Alm an ach) a S f d a s I a b r 5682 Die Geschichte deS ZioniSm n s in der jüngsten Evoche und die brennenden F r a *u n d e s I ud e it tumS sind von bcri beruf,nsten Publizisten darin behandelt, bedeutsame Aussätze sind j« d i t ch e n K u l t « r f r a g e n gewidmet und reicher, gediegener s ch ö n- «i st i g e r L e s e st v s s ist in dem vornehm anSgeatteten illustrierten Jahrbuch« geboren. Es weist sosgmden Inhalt auf: Ludwig B a t o, „Die. Jahre 5680 und 5682". — Dr. OsiäS Tho n, „Geschichtüche Peripetien*. — Adolf B ö h m. „Jüdische und allgemeine Wirtschaft in Palästina". — Dr-Max Dr«m ant, „Der Kampf für die juejschr» Minderheiten": — Dr. Z. F. Fink tIft c i n. „Adolf .Stand, Ein Gedenkblatt". -7 Dr. Egon. Z w e i g, ^Der jüdische^ Volksschatz.in der neuen Aera". — 'Dr.. Siegfried S ch m i tz, „Leo Pinsker". .— Dr. Z. P. C bas e s. '„Die Bibel und di; Jugend". -- Otto Abel eS) „Ein jüdMes Heldenepos". -- Hans Kob». ,J. L. Derez., ein Prosit". Stegsried. A b e l e §, ^Altiüdische Marchmmotioe". .. --..^Moscheb S m i». l a « f k Y.^DaS Land". — Otto Ade. l e s, ,Bang an Krakau". —' David R 0 t h b l n m. „Die Geschichte vom Zelostn Don". -- Ernst. Müller, .Altsüdischr Weisheit". Eugen H ö e f l r ch, „Sterne". ' Marek S cherla g, .^Dsm toten K'nde". —- David,J g n a t 0 w, .>Jm Talkessel".- — Eugen .H o e f l i ck. „Ich . bin ei» Kabn — Jakob J$\» g e x m a n n, „ChaSwm". -- Das Werk eurhält ferner sorgiattig gewählte Kern», w v r 't e z u r I n d e n frage von Ächad-Haam. Z. P- ChajeS, Albdrt Einstein, Moses Heß. Gustav Landauer, Salomon Schcchter, Jakob Wassermann. Arnold ^weia und.schließ^ M't einem v o ll st ä n. d r g,e-n iudischen Äalendarinm, ergänzt durch die nationä'len Gedenktage. "ES emvsiehlt sich als G e s ch e n. k i ü r d.i r k 0 in m e u den Feiertage. Wtr verwetsen auf daS Inserat. . Sommrrzert. ^Dee ^Müti«"' schreibt-; '^Herr Büro-- kratru? (Monsieur -Pond, 'de' "EUrl'-'-M-'-iein -'-nOe^ Märt», nur ä«ßcrsl «'rgeschickt. Er packt alles-heim fälschen Ende an.-'Wir -babkn «ns sist? für dir Einführung der Somnierjesteingefetzt. die dem Sräät Millionen an -Beleuchtung svarl,'-- dem ' Stä'dter - cinc wettere Freistunde bet vollem Sonnenlicht gewähit.- WöhlgeMerkt, dem Slödteri Unsere Regierung sängt ihre Enquete über dir Einführung der Sommerzeit im, Herbst an. Dann'beanstragt sie den -Minister für Landwittschast mit den ErZe'onngetz' und dieser wendet sich — natürlich — an die landwirtschaftlichen Orgam- -sationen und erhalt — ebenso natürlich lauter ablehnende Antworten. Was geht den Landwirt die Sommerzeit an? Er lebt von jeher im Sommer in der Sommer-, im Winter in der Winterfest. Wozu dient ihm die Nenemng? Er hat höchstens /Schreibereien damit! -Herr Bürokratius ist «in netter Alaunnur leider ganz ungeheuer beschränk. Ungebildet: ist er auch- Der Herr Minister der Landwirtschaft entbiödet sich nicht, von einer Ver" schiebrmg der normalen Sounrnzeit zn sprechen! Sollte tftut allein verborgen geblieben sein,, was hente . jeder Volksschüler weiß,, nämlich daß unsere Uhren längst nicht mehr nach der Ssnne gerichtet werden, daß die sogenannte „normale" zumindest ebenso sehr von der. richtigen'Zeit differiert, wie eS die. Sommerzeji täte? Dem Herrn Minister für Landwirtschaft wäre das Studium der Uhren in Straßburg mtd Brest zu empfehlen- In beiden Städte« zeigen die Uhren die gleiche Stunde, trotz-der, auch im Ministertum für Landwirtscha't, nicht wegzuleugneuden ver^ schiedenen Längengrade." * Aus der deutsche RepMik. Ein sonderbarer Konflikt ist zwischen denr deutschen Reichspostmnriftermm in Berlin und der Braunschweiger Regierung ausgeüvochen. Am Gebäude der Braunschweiger Oberpostdire-ktion befindet sich nämlich noch immer die Aufschrift „Kaiserliche Oberpostdirektion". Die Braunschweiger Negiermrg hat die Entsewung des Wortes .Kaiserliche" verlangt. Das ReichZpostministerrum lehnte dies init der Begründung ab, daß di^Kosteir zu beträchtlich wären, da ein Gerüst aufgestellt werden müßte. Daraus erklärte die Braunschweiger Regierung in einem kurzüesristetm Ultimatum, wenn die Inschrift nicht binnen kurzer Zeit verschwinde, werde sie die Braunschweiger "Regrsrung .gewaltsam entsernen lassen. Diese Drohung hat. das Reichspostministerium mit der Ankündigung beamtwortet, daß es — die Oberpostdirekti-on Braunschweig aufzuheücn und mit einer anderen Oberpostdirektion zu verbinden gedenkt. * Weiterkataftrophe i« Petersburg. Aus Heisings » r S wird grmckdet: sttach hier rtngetrvfsenen Meldungen hätte anhaltendes Unwetter i» Petersburg große Verheerungen verursacht. DaS Wasser siebe Sl/s Fuß über der Normale. Ganze Stadtteile seien unter Wasser gesetzt, zahlreiche Häuser.eingrsinr;: Auch Verluste an Menschenleben seien zu beklagen. * Vnfied!«»tz »er Schüler von Mikmeh Israel. Gelegentlich der Feier des fünfzigjährigen Jubiläums der landwirtschaftlichen Schule in Mtkweh Jtrael, teilte deren Lnter. Herr KrauS, mit, daß er vom Baron Rochichtld die Versicherung erhalte» habe. daß die A b f o'l v tit'tett der Schule, soweit sie selbst keinen Boden besitzen, vom Baro« a » f a s s i g g emach 1, weiden. Die landwirtschaftliche Schule erhielt gelegentlich ihteS JubtlanmS von allen Setten Glückwünsche. Besonders herzlich beglückwünschte der Hapoel Hazatr Direktor KranS zu seiner fruchtbare» nationalen Wirksamkett: (I. C. B.) * Erbauung. eines orthadaxen Waisenhauses in Pnljisjtina. Die extreme Orthodoxie erbaute in Jerusalrtu in der Nicke dar Ävtl «ht vuheS W eis e»- Oktober im _ Haus mit 150 Zimmern, das für S0o W« i f e«?i »dei Raum hat. Bei der bereits stattgefuvdemn feierliche» Erdffuum hielten die EinweihungSansprache» Radbimr Dirk r» Svnnenfeld. Adramvwitz, EpKri» ,»d Bernstein. DaS unter dem Namen Beth-jfeffa«i»>DiM» bekannte orthodoxe Waisenhaus ist derett» i»S übersiedelt. (I. C^-B.) * HSnferKa» i» PalLftina. In J a'fl f a fand ei« Versammlung der Hauserdangrsellschaft Rewrh-Schalo» statt, du jetzt-schon 4V Mitglieder zählt. Die Gesellschaft ist i« Bearrffe, einen Vertrag über den Ankauf von 220Dunam sstt: 26:000 Pfnnd Sterling abzuschließen. Hieb'ei zahlen die Mitglieder 10.000 Pfand Sterling, der Rest w rd als Anleihe aufgrnockme». Für dra Häuserbau gibt die Anglo Palestrne Companv eine!« Kredit ans siv Häuser und Bürgschaft für den Kredit aus weiteire 150 Hauser,. i'o:' daß die Gesellschaft an den Bau von 800} Häusern schreiten kann., Die Baugesellschasten K e d e m «*!'> H a b t»! b haben den Hanserbau übernommen. * Revolnerattrntat auf ei««» ArM. Agram wird gemeldet: Zu dem.hiesigen Arzt Dr. Herzog ka« ein« Dame, d'e den Rat des ArzteS ernholen wollte. Nachdem der' Arzt diie Mitteilungen der Dame entgegengenommen hatte, hieß er die Patientin, sich zu entkleiden, um eine Untersuchmvg vornehUrs»;u können. In diesem Angenblick?vg dir Dame rnven Nevolrer und gab aus Dr. Herzog zwei Schüße ab, durch die er schwer verwundet wurde. Die Dame entfernte sich dann. Neber das Motiv -der Tat sow^e über die Täterin ist nichtbekannt. * Die Loh»be«egv»s i« ©#5t* »nd Gch»«k. gewerbe. Die Lobnverhandlungrn zwischen dein Hvtebrr- .gveminm und den Vertretern der Gchilfruorganisalivn sind beendet'Die den Gehilfen gewährten Zugeständnisse nfuhnn eivc Erhähung dcr bisherigen Löhne bis zu 120*/»- Für die zwe te und dritte Lohnjategorie erhöhen sich die Löhne um denftlbm Prozentsatz. Die.Genostenschasten der Kaffeesieder, Gesiwirte und Kaffeesch'enker sind bisher mit dcr' Gehilfenschaft noch nicht in NuLerhandlungen getreten, Die Zrntralvrgauisativn der Gehilfe» schaff erklärt, daß die Frist mit 1ö. d. M. ablässt «nd ei« H'inausschieben dieses Termins ausgeschlossen ist. * *. Eier ÄteLoSdramn in-Steyr. Aus Stetzr wird berichtet: Gestern bat-sich hier ein furchtbare- Drama ohgestnrlt. - Der m der Oesterrrchiichen Waffenfadrrk beschäftigte D opp/lir, der auch die Stelle eines Betriebsrates bekleidete, hat!bte Leiten» dir Kantine der Fabrik durch einen Revolverschusi « t t 0 d-e tniid Sann sich selbst durch sieben Schüsse schwer verletzt. Er w.'.r von iLiebeZleidenscha'-tfür die Leiterin erfüllt und da sie seine . LiebeshctcuAtrung adlehnle, hat er dre Tat veriidt. i SLUglrugsMegkermnerrschUle der PottKlstwA. F r den.-ehe», beginnrndetz^ - sechsmonatigen ^Pflegerinnerikml könnrn nocheinige, tzchülermnm -ausgenommen werden. Anmeldungen h'esür sowie Vormerluncten skr de» nächsten KnrS werben an der SäügliugsabteilunDder- Allgemeinen Poliklinik, lX-, Mariannmgasie 10, täglich von r» bis Ir Uhr vormittags entgegengenommen Ab Novemberwerde» Zweimal wöchentlich VortrUge über iSäuglmgspstege, verbunden m-t vraküichen Uebungrn für Frü«r« und' Mädchen, abgehalren werden. Auskünfte und Auimldmt-e-» wie oben. . -BegriiS»rffe «i» heutige» T«fte. AlteriFrird» b ofr 9 Uhr Kleinmanu Marie. 9 Uhr 4ö Min. Keßiler Jakok- 10 Uj)i: Zeltmacher Marie, lo Uhr 30 Mm. Bielitz Joses. — M e u e r F r-i e-d-b v f: 9 Uhr Dreister Anna, 9 Uhr 9Ö Mi». Bachrach Adolf, 10 Udr Pollak Hermann, 10 Uhr 80 Min- Fei» Simon.? ' Erfolgreicher Kampf gege« de» M«cher in Psle«, Ein Knvättelegramm meldet aus W ar s ch.a » : Tic hiesige- Pol'zei hat energische Schritte gegen de« LctbrrrSmittclwücher unternommen. Infolgedessen sind eiiuelric Artikel schon dedeutcüd billiger geworden. Nock vor wenigen Tagey kostete ein Ei 50 volnische Mark, heute kostet eS «ur mehr 13 Mark. * Gesucht wird Baruch Dranvwsk'i a»S Lisianka (Gouvernement Kiew) von seinem Cousin I. Nothders, 58 Cent; al St. Antonia Conn., Amerika. Wer desieu Anseuthmt kennt, wird um Angaben au diele Adresse gebeten. * Gin Ba«er «it zwei Ochsen vom Blitz ,et»tet. Aus W i euer- Ren st a d t wird gemeldet: Herrite stütz ging über die Umgebung rin heftiges Gewitter nie irr. Nächst K atze! s d v r f wurde der dortige Wntschastsbrsitzer Joses W all n e r, der ans seinen, Frldr mit einem Ochsengespann arbeitete, vom Blitz getroffen uns samt de» beides Ochst» trtf der Stelle prköter. * RLustmord «m dem Svielv«rt«r». Aus Oed enbürg wird uns berichtet: In der Ortschaft P a - 0 n %• f a lva verlor. Elias B a jd » im Kartenspiel an Paul K j r a l y lli 35.0t 0. Nach dem Spiel schlich sich. Bajda i« die Wohnung seines Partners ei«, übrrsiel ihn, und d« er sich -weigerte,' daS Geld zurnckzugeben. erdrosselte er ihn. Dann raffte er dos Geld rnsammen uitb entfloh. Gestern »mbe etz - verhaftet, . . * Mir Bustapester Guthaben Duims. AuS B u d av e st wird uns lleri'iuetr -Ans Grund des Stecibrieies der Wiener Polffei. har die hiesige -Polizei sttachforschungen darüber autzestekit, ob Diu im sich nicht etwa in Budapest aushalte. Dte' Erhebtmgm in dieser Rtchtrmg verliefen wohl neraati», hingegen konnte festgestellt werden, daß Du im ain 13. September .nach Budapest kam, am 21. September Budapest wieder mir dem Bedeuten verließ, daß er bald zurückkehren werde. Festgestellt wurde ferner, daß D u i m bei der Budavester Merknr-Bank nicht, wie es im Sleckbriet beiük-, «in Depot von kl 2.660.000, sondern ein solches von K 6,200.0' 0 besitzt, was uugesähr 25 M i l l i v » e« ö st e r t e ichrscheKr 0 nen bedeutet. Dieser Betrag nwvde sichergestellt. - , * Wetterstrricht. In Oesterreich war es sefiern vormittags meist heiter und auffallend warm. I» Wien fites die Temperatur bis 22«. Um etwa 4. Uhr nachmittags ertcht««» schwere Wolken am Himmel. Ein ziemlich kräftiger Gewittep. brachte Regen «nd plötzlichen Temperatunückgang. dock ist eS noch immer viel wärmer, als es der vorgerückten Jahreszeit entsprichst Voraussage: Allmähliche weitere Abkühlung, vorwiegend trüb, - zeitweise noch Rege»,- westliche Winde wechselnder Stärft. - , ■ * Falsche« italienisches Geld. An der letzt« Ätwnrdp.bei den Banken und in der Geschäftswelt das maffenhäfte ^Vorkommen gefälschter ttal'.erikcher Banknoten beobacht^. ES h-stdckt sich um 50», 100= und JöOO Lire-Noten. feie fo vorzüglich ützchgeahutt sind, daß man : il'.lch in den Banken schwer ermytt und daß sie vtelfach auch in größerer Zahl angenommen wurdm- Die Bchorde hat die Mchsorschnuge» '»ach > d»:8«hr«»m»^daic Falsifikate einLckitet. - "

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