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Wiener Morgenzeitung · 1921-10-09 · Heft 969 (9.10.1921) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 969 (9.10.1921)
Date
1921-10-09
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Wien, Sonntag ' .- DeNi Wsyr.e" der ' Fämilre..'.' '." '-'irr L'.'b'vVi>-,7^ bei; wir o?i gxrmy V-Elmwn. Urabi r,'bt".l n.«id rüiunLk: es immer .wieder: Sein -wc^>'Äuv--Deni< Woüie-seiner Familie gewidmet..- Und n'enn ein .ü'.os Kvrl <nrev sag!: Er lügt wie 'ein Epitaphe '-a in .-inn hi-'-i'v v.iboft tmv zu. wabr. Die Juden -habe» ici: jeK-?r 'i eine- Äeignnq;u:n' ^-amilienpartifttlarismus :geanbr, die. ..hü:r<iu ihre riiumüÄe Und soziale 'Isoliertheit noch nnwr.nükt.-'-wurde. Das -schwere Losdas der JüdeNschaft 'mnrcr «twschert ,w^rr: - Tfefj: e^ als das höchste der Ziele-cri.'i^.neüi' seine A 7W'wn,:.':- i-tt - dem Birrsai zu behüten und" beichLyM'. sie vor Not und Kummer -zu bewahren '.nrd d.-.'w Äucgabr m,n-. *nt. fo auawolUschwer, daß für anderes u.w l)ölw"cs tv'in G;;a«E-c übrigblieb. Trotz alledem gab es . ---c-'r-v'-r . , :;iK.- cv '. Faden. genug, die über die. »res F->u-'r.,:.-ik,^ft-s d:-.:a:'sb.U.»endie:Berstä'.idnis für alle . v:.v■ c., >v.v. ))' enskd^eit besitzen und: deren, joMles Bcr.rnt-. -,r .bis -;ur Utzusn -Echärje entwickelt - ist,Dir;>t, dtc i{> w;H; nicht -.gelangt sind, soll darum . >■!• TaSci ,ircl cn<, \>ibcloben dürfen i#it diese Beschränkung rv.jt-. .ci.ij-ftj'tt- ->>l.wreireis nicht. Heute, Sa selbst die n-chr.-iurr aus das „Gohl ihrer Familie^ be-, ±. .Vu.e;; woUen-, - heute.- Ian»t ein Mann nicht Ruhm. per-, di-, neu., der den .Leiden scietes Volkes, der Not seiner Bcue-er. oem Jammer der Hungernden und Frierenden gegenüber mir für die Semen gesorgt, dessen LebM so arm F-ru ’unb so eng 'umrandet, ftafc er keine Arbeit sah >.?.s d?:n guit',lu weiten Felo des Kaseins, als die Beschaffung sciedüchen Lebens für Frau und Kütder. Matt kann reu trcheii Familienvater vielleicht verstehen, 'man kann für Eltrschülviguirg finden. Aber preisen sollten wir keinen, oe-sen '.'.Leben rt"u r dem Wähle seiner Familie g uoidmet" : 1 ■ - FestLagssreRÄe. , ^7;[ Ui? F^steseiertt /'ist Lei den Judcur von crltcrsher ein bolksrümUches. Talent, bei dessen Uebuüg sich religiöse' und Vorstellungen' unlöslich miteinander .verbandst Moä'.-e der-Jude, n.-»ch so bettelarm, noch so elend, nqch sokinsöilig sein, der Sabbat mußte gefeiert .werden. In den -'-erneu Juöeniow'tchen des Ostens gab es am Freitagabend '--ine Stube, in der die Lichter nicht entzündet wurden :rnd selbst dem ortsberannten' >,Schktorrer" halte man die Gadc. nicht zu verweigern gewagt,' wenn er sie zum „Schabbes- -nachcri" B’fandHe. Als während des Krieges die Verhältnisse m besetzten Gebiet von Polen ettze Einschränkung ^es Lichtv-erörauches gebieberisch forderten, da' zeigte es sich, daß jede archcrc 'Sparmaßnahme "leichter ' durchzuführen war als -ttffc diese. .Denn das war Festiagsbrauch, der da an getastet wurde, Sraltet, heiliger Festlagsbrauch, vö» dem sich tzer^ ^sciristab^rche' sch wcrw noch tvumt'^äV Wer aNHerr. ' s ' '2lhcc selbst der Großstädter, sofern er nicht jener Gruppe.der .grundfatzLch und geflifleytlich ..Entfremdetet, .-äuge hört)'' dre von Lonfessioncllen Bräuchen nur die-katholischen als Seb-l-n-dbcrrchbsg't anerkennen, -suhlt' - eine warme - Regung, wenn,er> der?-Fe.ißrtagszmsrn gedenkt. Mit religiösem'Gefühl muß diese Regung nicht verbünden sein, empfindet doch sogar der Atheist, soiern er das Zngehörigkeitsbewüßtsein wach erhalten, hat, ganz ebenso. Cs, ist gewiß nicht, wie 2 uö: tetbeättteinctr, die Freude am traditionellen Festta-gsgericht ' affem, wenn sich auch''. nicht --leugkm läßt, daß für r.canchen gewisse Feichüagsspeisen ^)as Einzige sind, das er von, der jüdischen 'Religion hält". Aber da mischt sich noch» so, manch anderes hinein. Vor allem . Kindheits-, und JugendevÄrrverukige-«. . Am Abend vor den Neujahrstagen züudete der fromtne Vater die Feiertagskerzen an/ di» Mütter sraud,'- .feiertäglich geschmückt,. zum Tempelgang bereit,, - ein. sullep,.'gebrechlicher Großvater wachte ängstlich, .ob dem guten, alten-Brauch apch, nur in jchem. Punkte Gerechtigkeit, wiöer-. iuhr. Jeder hatte seinen besonderen C-Harakr>r, der sich dein rtitöltchM. Gemüt einprägte, lange noch ehe eine ’ geistige Er fchsmrtz. .dex ^edeumrrg möglich war. Von der feierlich-ernsten Stimmung der -Neujahrstage bis zum übermütige« Purim-Scherz lernte der junge' Nachwucys alltz Schatticru.'gen der menschlichen Etnpfiittdüng Lenne«,' und WHM man diese« Erinnerungen nachhängt,' kannmäsr - sich nur., mit, Trauer fragen, woran dereinst diejüdischem Kinder. — die jetzt Kinder sind — Denkön werden, wenn sie erwachst« geworden. Es ist em Reichtum des G'lefüh^K-. lr b e.ns,. der., unwiderbringlich verlorchrgeht. - Die Zeiten, die wir jetzt durchleben, machen das Fchke'feiern' auch' täglich schwerer. Ist es nicht die tatsächliche, handgreifliche ^Not, so ist es did UnmöglichLit, die Dollhaitspreise.zu erschwingen, die jetzt fordert werde«., Für den Mittelständler, für' das ganze Heer der geistigen Arbeiter, ist der Festtagsbegriff säst iw' Erlöschen- .Man hat die Mittel' nicht mehr, sich beiseü^-'Kle'ihung 'zu beschaffend es geht picht an, die alter«. FoütagÄgk.ri'chte,..fLr die es 'Kochrezepte'von Gtoßmutter und Urahne im'Hause gibt, herzustellen', mancher hat nicht einmal die Möglichkeit, in unserer tollen Lebenshetzjagd sich einen- Tag, der Muße und stillen Betrachtung zu widmen. . langsam verglimmt'für F'o manchen die jüdische FesttagsstLeude und ^amit ein Lcht, das durch Jahrtausirnhe geleuchtet, rveny,'es,nichts geliugrf das Band, das ihn und die Seinen mit dem-ZudeprUWverknüpft, so zu festigen, daß ihm hie. Ausech'rüngev der rauhen Wirklichkeit nichts anhaben-können. ' TammeL. Wer^metsl die Parole anSgegebe«, das weiß man nicht, ^edrnfqlls hat »och keine ^Aktion" so tadellos geklappt «ie der -roEMiMmfsr»«»el,' der sich jetzt Tag »w Tag m dm <LeichWstraße» her Stadt.abipielt.. Wie.ei« Rausch ist es üher die «rtzlMe«- Menschen gtkoumunt und »er dm KriegsanSbrüch' usäW'Ht einem Nei'Ueu^ Ort erlebt uud die »ilde« Szene« bcobächtet.Hrt, 'di«'sich damals ,bei«-- Einhennse» aller mögüchrn «nuöLütche» Gegenstände adipirlten, der wird i WLsnex ^cvr'gottzeirrr«G rstklssskgo^usfölu'ung für Pflitäte Hllli Expflft : flusaersigareisweB'i . Uebers|)lelffl Bech*tein. BHiihner* Bäsendorfer. Bösler, ISchvvcighofer. Schfsdmaver stets lagernd -joos KLAViEüHAUS SCHWARZ WiEN, VII., ^ARiMILFERSTRÄSSE MR. 82 üu'L leddstteste ein dic'e Schrel'enszeit gemahnt. Äber wenn sich ' damals " d'.e Gier fast ausschlicsisich ' au^ LrbenSmsitel xichtetes fb Hfbrrt-’ jetzt BefteidungSgegmsiLnde den ' Mrttelpurrkt -des, Interesses.. Vor den- Stysigesch'ö'te« mus; vielshch i. Wacke aasgesicllt wcrdrn, tie Besitzer von. Laden. m denen cs' Schuhe/Kinder m>v. gibt, we.denvon ihren' näheren oder/ fcrncrcn B-ksnttlen. bestürmt, ihnen doch Protektion"'atlgedeihen zwlafseu. Kein Preis kann toll genng fein, die Menge vom Kaufes "bzuschrükcn. Wa§ gcsterstnoch enorm schien, »st beute selbftverfländlrch und wird vielleicht morgen lächetlich' billlg-erlchemen. W'.ll mani von cinrm.Sloff,- den man vor einer Woche.erstände», ein Stück nachkanfrn, so muß man das d r e i f a ch e'bezahlen und dabei versichert der widerstrebende Berkäuser. daß idas nächste Glück noch erheblich teurer werden wird. Än d'.e Möglichkeit einer Berbilli-. gung, eines Preisabbaues,- wie daß schöne-Wort santete, scheint niemand auch nur nn entferntesten zu denken. Jeder setzt voraus, ba§ die Teuerung endlos, in immer steigendem, Tempo anschwillt. Man berechnet nicht mehr, was die Verhältnisse zu kaufen ge« ststten, -man kauft Stoffe, - Kleider. - Schuhe, -Strümpfe,- Tücher, Decken, . Wüsche, Kochgeschirr, - - man kauft nicht nur . das, .was man selbst braucht, sondern daneben «och aller, was. man andere kaufen sieht. Hausfrauen legen sich einen Vorrat von »Sirax" oder Schuhputznöme an, sie Hamstern Reißnägel oder Korkstöpscl, sie nehmen daü.Nnsinyrgste nnd Ueberflüffigste, gedrängt und gestoßen von der,» wahnsinnigen Angst, morgen . ein „Ausverkauft" hörrn zu muffen. In dem Rummel wandern bedächtig Ausländer umher und wählin .'dom. Bcsten Va§- Beste. Für' sie ist e§ immer roch biffigj. Schweizer und Holländer kaufen' hier ihre eigenen Produkte: und fahren, trotz Reisekosten nnd Zritvrrlnft sehr gut dabei. Der'^Elefant* (bekanntlich der volksriimliche Name für den Zehnrauiendkronenschein) hat aufgehott, rin großes Tier zu sein und ist ein sehr kleines geworden. So wird aus einem Elefanten eine Mücke gemacht. Leute, die vielleicht bi§ zum heurige» Jahr überhaupt kein solcher Wunderwesen gesehen, geben an einem Tage drei, vier, auch fünf für allen mögliche» Kram hi», dm sie nicht brauchen und nie.brauchen werden. Im Anfang sind die meisten, namentlich die Frauen, ein wenig zaghaft, aber dann faßt sie der Wunsch des GeldauSgebenS, sie streuen -daS Geld iörmüch aus, sie werfenes weg nnd sie stopfen den Rest, der ihnen noch bleibt.- so achtlos m. die Tasche« als wäre eS altes ZestungSpapier.. Des Kausens wird niemand recht froh, des Verkaufend noch minder. Die Grschäfisleute .klagen .und. jammern. Sie möchte», sich an jedes Stückchen Ware klammen, möchten es verteidigen und wüsten eS doch bergebrn. Und jeden Abmd seufzen sie »Gott sei's geklagt. —- das Geschäft. geht glänzend!" Denn sie sehr», was das PnblckUm. «och nicht sieht: hinter der Geldkrise die drohende Warenkrise. AEsemMsche Hetzplakate i« Warfcha» Aus Marsch au berichtet man uns: Die antisemitische Boybottgesellschaft „Rozwv j" hat sich den Vortag Les Posch-Haschanah-Festes ausgesucht, um in den Straßen'von'Warschau, vorwiegend in denen des jüdischen Viertels, ein mit ge,neinen, aus dem. rüdesten Äntifeuliteninsüsikt geborenen Zeichnungen bedecktes Plakat zu'afsichieren, in welchem sie für ihre JnM-, itutionen mld/ftz'r die eigene ZeitnHg Propaganda macht. Diese Plakate" wurden von den Behörden in keiner Wesse beanstandet. Jüdische Passanten, welche die Plakate da urid dorL entfernen wollten, wurden von Feuer- ^weh'rnr ünnern, die in Warschau anscheinend ganz besondere Dien'sLinstr'uktionen haben, blutig geschlagen. .Ein Amerikaner^' Nichtjude, . geriet - bei dem Versuche ejy -solches Plakat, das ihn. offenbar anwiderte, zu entfernen, in einen regelrechten Boxkampf mit einem! ganzen Arup.p von., ^uerwehrnrännern. - Die - Aw-ne wiw' 'jedoch! diesen s-kandallqsen Vorfällen in der polnischen Metropole dadurch aufgesetzt, daß Juden, darunter -auch zwei jüdische Soldaten, welche die abrissen, arrettert wurden. Das Projekt Rattenverzs u«d die Araber. Jaffa, §. Oktober. (Jüd. Korr.-Bm.) Die hiesige arabische Zeitung »F a L e ft i n e" teilt mit, daß infolge der Genehmigung des RutLenb erg fchen Programms durch die Londoner Regierung der Governor von Jaffa ein dreigliedriges Komitee ernannt hat,, bestehend aus: A f i m B e y, dem Bürgermeister von Jaffa, A m e r a l B i t o r, dem Präsidenten der mohammedanisch-christlichen Vereinigung von Jaffa und M i ch m a d B i z. Das Komitee hat. die Aufgabe, die Schäden zu erheben, welche durch die Ableitung der Wasier des Jarkon entstehen werden. Beim Governor von Jaffa fand eine Sitzung der A r a der statt; der Bürgermeister von Jaffa erklärte hiebei, daß die Nachricht, er habe die Zustimmung zum Projekt Rnttenbergs gegeben, falsch sei. Herr Ruttenberg hattedem Bürgermeister von Jaffa die erfolgte Konzessionierung telegraphisch mitgeteUt und hiebei ausgesprochen, daß das Projekt alle». Emwohyem zum Segen gereichen werde. .9. Oktober IWSI /NL. S6S* - -V! -.-■T.-X,- Geld riecht nicht. Dsr AnLifemitonfLihrer Dr. Kienbocke alS Ver» treten reicher OftMde«. In einer der letzten GemettrderatsfitzNngr« Hütte- 'Cemencherat S ch lesfer ' gegen den abwesenden 'christliL)sozialen Stadtr-at D'r. Kienböck den VvrwUrf erhoben, daß er die Vertretung eines Ostjuden übernouuneu und eine- Wohnungsräumung zugunsten des- selben dNrchzrlsetzen versucht hatte. Inder letzten' Sitzung am Freitag versuchte nun Hvrr Dr. Kienböck-"' in der - Form einer Berichtigung sich von ' .-diesem- - „Schunp.fe" reinzuwascheN. Es ' kam Lei -diesem: Anlaß , -zwischen ihm urrd Gemeinderat Schleifer zui-einer Aus- . einalldersetzung, bei der-' dMr antisemitischen.- Führer M. Kieffböck die Maske vom Gesich.t gerissen wurde. . Mtf die Borwürfe Schleifers antwortete namüchi' '-Dr,r.H?eiMck, folgenö<K:^,Ach. berichtige tatsächliche baß ist dMMohnüng det Schwiegermutter eines Zklienten von mir ein Herr gewesen ist,' offenbar der^ den W- .meiuderat^^ Schleifer als Untermieter meldet. Nun ist -die WohMng dieser alten kranken Frau, einschließlich» derjenigen Räume, die der Untermieter ümegehaLt, angefordert werden. Daraufhin hat mich rnein Klient — in meisten Mwesenheit hat er in meinem Bureau vorgesprochen ersucht, mich dieser Dame anznnshmen, wellte insbesondere insolge ihres Kvankheitszustandes, sehr schwer Menschen in ihrer Nähe verträgt. Siekam. aus einer Heilanstalt, und mein Klient hat die Folgen barstellt, welche es haben werde,- wenn sie, aus der Anstalt znrückgekehrt, ihre Wvhnustg nicht haben könne, nnd wen« jemand anderer eventuell in die Wohnung kommt, de« sie m ihre^ Nähe nicht vertragt." Hinsichtlich 8er AnfenMltsbewMKmg hat weder menre Kanzlei, noch ich einen Schritt unternommen, wohl aber hat man dem Untermieter meines Erochtz'ns nach, vollkommen mit Recht vertreten." Die Geschichte einer WohnnngSschiedrrng. Auf diese völlig unklaren AnSftlhrunge», die. sonderbarerweise weder einen Namen, noch irgendein« tatsächliche Widerlegung enthielten, erwiderte Gemeinderat Schleifer folgendes: ,^Zch habe nicht davon gesprochen, daß es sich ttm die Erreichung einer Auf- ' enthaltsbewillignng für Dr. Kienböcks Klienten, Samuel Larrdau, gehandelt hat. (Große Heiterkeit links Und .Rufe: Das war kein Jnd'!), sondern darum, daß Herr Dr. Kienböck die Vertretung des Slmmel Landau ans Ostgalizien übernommen hat, Um die Räumung der augeforderten Wohnung zu verhirrdern' *mfc somit der Gemeinde Wie» in de« Rücken zu faklsm &o sicht die Sachet Der Sachverhalt ist! tzr Kürze folgender: In der, Porzellangasse 43 befindet sich eine Wohnung, bis vons einer Frau Panline Lohnstein bewohnt wurde uwd brr! der ihre Tochter, die Gattin des HvfrateS Tschermak, gewohnt hat. Die Frau ist zu ihrem Gatte« in die. Wohnung znrückgekehrt, und nun sollte diese Wvhmmg aus privatem Wege zur Vergebung gelangen. (Rufe: Durch Schiebung!) Jawohl; es wurden hohe 916* lösungssummen verlangt nnd ich habe — das sag« ich offen — um das Faktum der Ablösung zu errechnen, eine Partei, die eine Wohnung suchte, veranlaßt, mit der Frau Tschennak in Verhandlung zu tretest. Es. wurde eine hohe Ablösungssumme verlangt. , PlötzlM wurden die Verhandlungen mit der betreffenden Reflektantin abgebrochen und erklärt, baß anderweitig über die Wohnung öerfugt wurde. Die Wohnung wurde einem gewissen Samuel Landau iw Untermiete gegeben, der, da er sehr reich ist, mehr ge-! geben hat und der auf der Börse ein Schieber seich' soll. Die Anforderung der Wohnung ist erfolgt, nnch diese Änforderung wurde, weil in der Mietamtsver^ Handlung , die Anfordernugsgründe bestätigt wurden^' rechtskräftig. Es kam zur Zuweisungi D« trat auk einmal Herr Dr. Kienböck als Anwalt des SamueH ' Landau auf, wie aus dem Akt hervorgeht. - Ist einer« Eingabe an das Wohnungsamt ersuchte er, daß vott« der Räumung der Wohnung des Samuel Landau ab-s gesehen werdor Es ist dann bei der Zuweisnngsve-rhand!- lnng ein Vertreter des Dr. Kienbock erschienen, nrch dafür Ltzrzutreten, daß die angeforderte Wohnung wiederdem Samuel Landau Angewiesen werde, zweifellos des-' halb, damit ihm nüht die hohe Mlösungssmnme zurück-, gegeben werden müsse. Gemeinderat Reiß mann, der auch' damals eine 'Auweisnngsverhandlung vertreten hat und den ich alK Zeugen anrnfe, machte den Vertreter des Herrn DokboV Kienböck aufmerksam, daß es, dadurch unmöglich ge-! macht werde, der Schwiegermutter her Frau Tschernra^ Frau Lohnstein, zwei Räume, die ihr bleiben sollten,.! zuznwlisen, weil eine Zuweisung an den Landau'' absolut nicht erfolgen könne. Er hat. ihm -auch nahe-, gelegt, er möchte Dr. Kienböck" veranlassen, eine, solche .Vertretung! znrückzulegen. D«r chrrstlichsoziäle Beisitzer im Zuweisnngsamt hat ebenfalls ans den VertretLr^ Kienböcks eingewirkt,, die. .Vertretung eines galrzischow Schiebers ohne Verzug niederznlegen. ' - Die Vertretung wurde auch, scheinbar einem andere«; Anwaltübergehen. .Es wurde die Räumung devj. Wohnung beschlossen, und zwar jener Wohnräume, die von Samuel Landauer bewohnt wurden. Trotzdem »nn für Landau ein anderer Anioalt auf*; aEWeMist, ist doch der. christliMsials> LechtsanwaLH.

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