Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 969 (9.10.1921)
- Date
- 1921-10-09
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Kronen Einzelpreis S Mrorren . UriinnWernlienspreis'»: Äig ^DtSmSt mdri: H»rSn»«ier<Ho«spreift r Ar. 96S Ms««rrtch . ..»rLer <- .« polnisch«:. «üyr»»< - ■ 'DmNchr«»:; /;&*»» #.- M-««!tch?^.' 8ir« «.- Mmrenich.'. . . -rtei SS^- Gchweiz ». d^ ^wri-r NvkM Mmiatltch . .". A,a»eS,r.-^ tziedaktis« «.Admtuisrraris» Wies. LNNSM^ «Coj£fpot«cffe»^»ta IttUiiv Wien» Sonntag den 9, Oktober 1921 3. Jahrgang ^i' rr i Eine Mahnung der Regierung. Wie«, 8. Oktober. Die/ amtliche ^Politische . > zvottesponhM^ schlecht: Die österreichische BevölKe- , rung. ist .M einigen. Tagen von einer Krankk a f t Mti'. Erregung erfaßt worden, die, zu bedLnkücheft. Erscheinungen fihrt^ deren . Fortdauer die . .Bevölkerung selbst auf das schwerste schädigen müßte. Die Borgänge, auf dem Var e n. m a r k t e, wo . . schwer erarbeitetes, mühsam erspartes Geld in über- ..stLirzten Käufenverschleudert wird, müssen jeden, der c* mit den arbeitenden Volksschichten wohlmeint, mit - t j e-f«- r. S ür g e erfüllen.! Verschiedene Momente haben: dazu beigetragen, diesen Fieberzustand heroor- - /urufen, in erster Linie die - n e u e r l ich e V e rzog e'r Ü n g der so oft irr bestimmte Aussicht gestellten K r e d,si t aktiv n, dann aber auch die VerrmchlungeNiin-der bürge n l ä u d i s ch e n Fr a g e /imd allerlei dunkle " / , / 4^;?' Hetüchte «der Amft»vzplä«e > . .s.egen die bestehende Ordnung. Es. ist begreiflich, daß "/'Ätt"'BM. das sich HU 'gläubigem Bettrauen. und in unetchltchev Geduld'' der neuem.von den Siegern aufgeriPetest Ordnung seines politischen und Wirtschaft- - liche^DHM^eKgtchat» .»ach'und nach ix r.e ,zu ..niFgLun en muß. 'wenn ihm. EnttäH'chMg;. aus Mstauschungbekeitet uMdie Emstsindung uMegexückt wird, es fei opn aller Welt oexgesien und Elasten. ustd/ weide Weßli^ yMsgegWU. Die. fast m,f e l rtze B e h a n d l u n g dÄ MehitaKiion .stellt . sich in diesem Lichte als eine i/si f e-'rcha t 11,1101 e m 0 ra N s ch e V e r f e h l ü n g mH de'r-Gmtze' der wirtschastlictzen Miederauftichtung WitMuropas und an dem Leben eines'der' stärksten '. Wlnahm'e würdigen Volkes hm. Mderetseits ist das. was .'der. .' bMgenländischen. Sache, geschehen, ist, ^gseMetj:.d.asE-, : :r \ . MfÜhr fÄt' Wc Rtzchtsficheieheit zu erschütte^v;nd / in weiten. Kreisen das enchervende Gefühl zu -MMN, daß .nm Gewalt und Gewaltmittel in den heutigen Zeitläuften taugen und nur solche von den /maßgehenoen' Weltmächten anerkannt werden. *'^ö degreislich also solche Stimmungen sind und Io wenig der Ernst'der-Lage verkannt werden, soll, so Imch/doch 'gesagt werdew daß die Bevölkerung - sich ^iHr.noneiner Stimmung übeMmnen lasten barf; die ' .'//'/Ä |«r Panik führen ' ßö.nnre"4Wg«»»...'und'' Verzweifeln Dld nicht dje Mittel, um Unser - Geschick' zu wenden. /Mr muffen «nsaüfraffey und utiß Zu . einer n ii ch t e r n e n A u ff a sfu'n g b e r L a g e durchrmgen. Unsere Lage ist gewiß unerquicklich — hoffnungslos ist sie nicht.- sie würde es erst werden, wenn wir uns selbst ausgaben. Dazu ist kein Grund vorhanW. In der b'urgenländischen Angelegenheit ist es! - unser aller Aufgabe, Ken u no ei lt e r star e n.' R e'ch t s anfpr uch 'D e st e'r r e i ch s trotz alle- und alledem auftecht- HerßaltM, unermüdlich und unerfchrockeR - das zu fördern Md -auf .dem' zu beharren, was uns gebührt. Das ist der Weg, der ans den Verworrenheiten ins - HE, ,-itttb "akch'- heute noch darf die Bepokkerung^ aus Parlament und Regierung vertrauend, . ^eskm^Wdiß. feich-daß Recht Recht bleiben muß für eln. PM.das-sich nicht einschüchtern läßt und - den Aopf^obim - behM.- -Die Regierung.' die im Begriffe -dieses -. Recht - mit allen- Kräften/ und jijto I be-N.. Augen - ganz Europas ^u - verteidigen,- i - . ppmahmt die SeffenMchkeit, L r i‘<$ PeivüWin ckit. aüf den Mg. zu. geben, dqtz - tstnied itzt.'mcht: eist mutloses, sostdM ein felbststeMchWheK Volk' steht. Auch aus/W/w i r s ch a f tlicheir' K.r We stfti M m u'ng 'Hüffen wir den S^W^'MtschafÜicher BerstünfWeit zmückfinden. M.-M^stee-SelbstbeMststg.'.Die Krone rst Merdings.in/ her letzten Zeit im Zusamnrenhaüg W' der' DeHögeruns der Kreditäktw» m der wlernotionalen Bewertung g e fallen, aber die Bevölkerung würde sich an der hiedurch verursachten Erschwerung der Lebenshallung mitschuldig machen,wenn sie noch weiter freiwillig durch V e r z w e i f l u n g sausbrüche das Sinken, der ausländischen und inländischen Kaufkraft unseres. Geldes /beschleunigte.. Es muß festgestellt werden, daß die KreLitaktion trotz' der Verschiebung ihren Fortgang nimmst Auch ist der Tiefstand unserer Krone wirtschaftlich wie politisch vollkommen unbegründet. ... Aus/dem^ Vergleich mit .der wirrschastlichen und stolitischen Lage mancher Staaren Europas, deren Valuta eine höhere internationale Bewertung erfährt, ergibt sich, wie wenig gerechtfertigt dieser Sturz, unserer Krone ist. Die Produktion ist .im garrzen. Lande un« .'berührt von dem allgemeinen Taumel. Die Ärbeitslust ist da und die Arbeitsmöglichkeiten sind nicht weniger geworden. Das ist und bleibt die Harrptsache. Wir Müssen; uns mit-festem Mute vorsesten, unser mirtischaWches! Schicksal' sticht /mit den, ..menst auch unerfreulichen, .so doch genüß nür vor ü ste.r gebende it Erscheinungen aus" dem Dalut-eN'- m ar ute zu verknüpsen/ÄM wirtschaftlicheHandeln der Gesamtheit und des einzelnen darf nicht in wehrlose Abhängigkeit von diestst 'Erschemüngen' / gedrängt werden. Es ist nicht wahr, daß der Sturz m den Abgrund unvermeidlich /ist und diejenigen, ’ die solch pessimistische Meinung verbreiten, m e i n e n'/e s g ew i ß nicht t e d l ich m i t d e m V 0 l k e. Ditz Bevölkerung wird ihre eigenen Lebensbedingungen verbessern, wenn sie es abll:hnst von . nnbernfenen Elementen ihr zugetragene Meinungen und Meldungen über einen nahen Zusammenbruch gläubig auszunehmcn. - Die Regiermng kann der HeffentUchkeit die Versicherung geben» daß sie «eit davon entfernt ist, die wirtschaftliche Lage als aussichtsros zu betrachten; sie darf mit allem Nachdruck erklären» daß unser Land gewiß nicht a m E n d e seiner Hilfsquellen ist und daß binnen ganz kurzer Frist das Balutaelend i n « i r k (a me r W eis e bekämst .und dnr ch die Ansf üh rnng des bereits festgestellten W i r.tfchastSpla»es in der Staats- «nd Volkswirtschaft der nach auswärts führende Weg allen sichtbar werden wird. Auch darüber darf die Beoölkerüng beruhigt sein, daß etwstige Versuche politischer Wirrköpse, die ernste Lage zu unbedachten Abenteuern auszunützen,, von vornherein. Hm Scheitern, verurteilt wären. Die Regierung verfügt über den festen Willen/ und die Mittel, um ihnen von allem Anfang an wirksam e ntg e/g enzutr et en. So wird die Hilfe von außen der Selbsthilfe von innen. wirksam entgegenkommen. Die, Bevölkerung, aber rufen wir auf, der /Regierung bei ihrer festen Absicht,-Oesterreich eine besiere Zuknnst; zu bereiten, ihre verständnisvolle Mi r ar b e tt n ich t z u v e r sag e.n, sondern ihr durch Anspannung des Lebenswillens, der alle Hindernisse überwindet, und : durch Bekundung von Mut und Opferwillen bei der Erreichung dieses Zieles zu helfen. Die Wühler an -er Arbeit. F. 2ß 1 e », 9. Olwber. Die Not Oesterreichs ist auf ihrem Höhepunkt , angelangt. Die Valuta hat einen ungeahntenTiefstand erreicht, der Staat muß Riesensummen auswerfen, um die nötigsten Lebensmittel aus dem Ausland zst beschaffen, die 'Notenpresse arbeitet mit unheimlicher Präzision und es bleibt fraglich, ob der neue christlichsoziale Finanzminisler imstande sein wird,, zu reparieren, was sein Vorgänger Herr Grimm verdorben hat. Während Angstkäufe und eine wirtschaftliche Panikstimmung dem Tage das Gepräge geben, sind die offenen und heimlichen Gegner einer demokratisch-republikanischen Entwicklung am Werke, um in der neuen Wirrnis im Trüben zu fischen. Die Bewegung kommt wieder aus dem heiligen Land Tirol, der ^Ordnungszelle" naclf bayrischem Muster, wo man seit Jahr und Tag an einer - reaktionären. Iustamentpolitik arbeitet und die verbindende Brücke zwischen den beiden mitteleuropäischen Rückschrlttszentren'Budapest und München auszubarren bemüht ist.' Der Geist der Heimwehren beherrscht'das Land. die Agenten der Kapp-Putschisten sind'.beständig am^ Merke und aus dem reakichnären Hauptquärtier Innsbruck gehen die Emiffgre aus, die einem Umsturz die Wege bereiten wollen. / Die oalutarische Not und die damit zusammen* hängenden Vorgänge in Oesterreich haben.jenen Kreisen willkommenen Anlaß geboten. Eine Tiroler Abordnung, hat. dieser Tüge in Berlin. gxwM, um neuerdings den; Anschluß an' Deutschland' die Wege Zu. bereiten.". Daß eS sich hier/ nicht/Um einen nationalen' Willeirsak!. sondern um ein politisches Manöver hanhelt, Mttr dem deÄfchnatiönM //Drahtzieher ^. sichen, 'beweistddr - Zusammenhang der Kapp- und Ehrhardt-Lötrtew.ir der Bewegung, deren reprrblikamsche Gesinnungso' ..stark' ist, daß ' sich ihre Wortfiihrer, nachdem - Wey in. Berlin äLgewinkt werden war, pach München wandten, um dort mit den Meisen um den gewesene» Mnister-! Präsidenten Kahr und!den Münchener PolizeigewMiZen Pöhner . einen / monarchistischen Rummel anzusangen der aus die Vereinigung' Tirols mit Bayern und /eine Lnieüte coräinio mit Horthy-Ungarn ab^elt. . Es ist ein /offenes Geheimnis, daß seit lastgem geheime Kräfte am Werke sind, M eine KoalitiM der drei reaktlönären LättdergrÜppen vorzübereiten/' /Aberes muß hervorgehoben werde»/ daß die Entente selbst es ist, deren Haltung de» reäkttonäcen Wählern das Stichwort an die Hand gibt. Das vollständige Versagen der Westmächte in der westu'ngarischen' Frage, ihre zumindest passive Duldung der magyarischen Bandenbewegung an Oesterreichs Grenzen, das famose UebergabsprotokoÜ vo» Oedenburg und die Kaltstellung der Vermittlungstätigkeit des tschecho-flowakischen Außen Ministers Dr. Benesch durch Italien all das erweckt in. weiten Kreisen das Gefühl, daß die Entente ancht Willens oder nicht imstande.ist, den Friedensvertrag mit Oesterreich rechtskräftig werden zu laffen, und es mutz zugegeben werden,, daß das formale Recht auf seiten der Tiroler Restauraüonspolitiker bayrischer Richtung ist, wenn sie behaupte», daß ihnen.nicht. verwehrt werden dürfe, was anderen zusteht. : . - ' Die Bewegung in Tirol deckt wieder' einmal die Tatsache auf, wie wenig konsolidiert neben der wnLschafrlichen auch die politische Existenz'ist und wie wenig Mühe man sich auf der Seite der Entente nimmt/- um Oesterreichs Staatlichkeit einen dauemden und unbestreitbaren Charakter' zu geben. - Die Westmächte, y'gben. Oesterreich wirtschaftlich im Stich gelaffen, um es dann auch politisch ' zum Spielbaü der widerstreiMtzen Intereflengruppen zu machen. Der Oesterreich-Poliük: der Entente fehlt jede Einheitlichkeit. England//ist Au sehr mit anderen Sorgen überhäuft, um: tzier/-die ' Führung zu übernehmen, und läßt es geschehen, daß. sein militärischer Vertreter. im Burgenland übisr-der; Aufmarsch einer ganzen illegitimen ArmeeKkaMüLig' hinwegfieht, Frankreich. beobachtet eine: zögernde- und zweideutige Haltung und Italien hat den Augenblick wahrgenommen, um die: österreichisch-ungarische Weit- , ftagezum Vorspann sürseine eigenenInteressen zumachrrr und sich Horthy-Ungam zum Freunde zu machen, nm sich für alle Eventualitäten einen Bundesgenossen gegen den gemeinsamen jugoslawischen Gegner zu geMckrn, zu dem das Verhältnis infolge des IvtereffMeg^ satzes in Albanien eine neuerliche Verschärfung eiffahre« hat. Dar Opfer dieser PoLUik aber ist^OrstttreW dar^