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Wiener Morgenzeitung · 1921-10-07 · Heft 967 (7.10.1921) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 967 (7.10.1921)
Date
1921-10-07
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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wmr* £8tk FreÜag Mit feer TeNerungskriße hat sich vorgestern dir Wirtschaftskontmission des Kr eisarbeiterrates bejvßt und fordert von der Regierung ew-rgifch« Maßnahmen, um dem Ausverkauf der Lebensmittel »nd Bedarfsartikel Schrauben zu sehen. Er fordert Aufhebung der vom Landwirtschaftsministerimn der Landesregierung bewilligten Ansfuhrkontingenb: an Lebend dich ins Zollausland, Kontrolle des gesamten Handelsverkehrs, das Verbot der Einfuhr von Luxuswaren und der Ausfuhr aller für die österreichisch-« Bevölkerung unentbehrlichen LebeuZmittel.und Bedarfsartikel, energische Durchführung des Preistveibevei- «-efetz-es, Errichtung von Wuchersenaten' usw. Die Regierung, welche mit mehreren Bankdirektören über Maßnahmen beraten hat, die den Angstkäufen Einhalt gebieten kottnten, plant, wie die Korrespondenz Herzog meldet, energische Maßnahmen gegen hie un- »horten Preistreibereien, die sich in den letzten Tagen vollzogen haben und die eine bedenkliche Erregung in ser Bevölkerung hervorriesen. Welcher Mt diese Maß-- nahmen sein werden, steht noch nicht fest, zweifellos aberwird eine fliegende Preiskontrolle durchgeführt und ,wgen d'a Preistreiber mit aller Strenge vorgegangen we-d'.-n. Jüdische ANsspeisrmg. Eine trostlose, graue Dorsta'ötstraße, die vom fröhlichen Dien des Fremdenverkehrs, der Messeerfolge und Schieb er freuden nichts weiß. Niedrige, alte Häuschen >si beiden Seiten, unregelmäßig aneinandergereiht, 'arge Fensterzeilen ohne einen Vorhang, ohne einen Polster. Schmutz und Verwahrlosung rundumher ~ hier wohnt das Elend, das bettelarme Elend, daÄ nichts mehr zu verhüllen und zu vertuschen'hat.' Und hier bat der Verein zur Ausspeisung bedürftiger jüdistüer Schulkinder der Bezirke 12 bis 15 eine jüdische Mittagsausspeifnug eingerichtet. Menschen, die im Juden grundsätzlich nur den erfolgreichen Schieber sehen, oie sich die Jüdin nur mit Brillantringen an acht Fingern, in Seide und Pelz gekleidet vorstellen können, sollten zur Erweiterung ihres Gesichtskreises diesem l Mittagessen einmal beiwohnen. Eigentlich findet die Äusspeisung zwischen 12 und 2 Ühr statt. Wer schon eine halbe Stunde „vor Beginn der Vorstellung", wie eine lustige alte Frau sagt, wird es vor oem kleinen Vereinshaus lebendig. Da schlürfen Greisinnen mit schweren Schritten heran, bloße Vnderfüßchen bätschen über das holvrige Pflaster, Holzriririen klappern heran nnd Krückstöcke rasseln auf dem Boven. Drinnen ordnet man sich rasch um die langen Tische nnd harrt erwartungsvoll der guten Dinge» oie hier alltäglich beschert werden. Eine magere, schwarze Oftjüöin mit st inen Zügen schleicht sich als Späher in die Küche und bringt vergnügt die Kunde vom heutigen Speisezettel: Gemüsesuppe mit Schöberln, Kartoffelschnitz.el mit Kompott nnd Germkuchen. Die blassen Frauen lächeln. Es ist so manche darunter, die einst die Freude gekannt hat, Gäste, viele Gaste an, «irrem r-ichbesetzstn Tisch zu bewirten. Nun muß sie fremder Menschen Gastfreundschaft in Anspruch rim (Sin« kleine Alte in sauber geflicktem, dunklem — -r.be mit dem traditionellen Tuch aus« dem Kopf «rr- ".jtr hem Stebcit in ihres Vaters Haus. Er war in Krakau und die Tür stand zu Festtagst,n :.iclri still. Auch ihr Mann war „schwer reich" :.v icifti. Dann war er nach langer, langer Krankheit :.>stor.,eu und hatte der Witwe nichts hinterlasftn als .;'.u Berg von Schulden. Sie begann zu arbeiten ».hO i'o.z bis heute — sie zählt 74 Jahre — nach nicht at:fne::ört damit. Eitle wahre Sträflingsarbeit. Sie .riri: y.nöjyi'c aus Station, Knopf um Knopf, Stunden, Tage, 22 Jahre lang. Denn sie sthr fleißig ist, vesr- -' enl sic jetzt 60 bis 70 Krone::. Ni/cht int Tag, son- . in der Woche. Die warnte Mahlzeit, di-: ihr der Tcrciil vietet. ist sicherlich oft genug das einzige, was "e im ga'.tzen Tag zu sich nimmt. Andächtig löffelt -nwn ihr eilte blonde, noch jünger: Frau ihre Suppe. Auch sie ist Wrirve uttd hat keinen Menschen auf der .rci: m Welt, bei sich ihrer annimmt. Sie hat vov it.-'zol'.n Jahren durch Einen Sturz einen Schenkel-' ^ri'Amch erlitten uno schleppt sich mühselig an einer ri rücke wrt. Zwischen den Gängen der Mahlzeit strickt au einem grauen Strumpf. Sie ist glücklich, wenn ' c Arbeit bekommt, so glücklich, daß sie nicht einmal daran benkt, wie rücksichtslos sie von ihren „Damen" — es sind sicherlich Jüdinnen — durch eine Bezahlung von „sechs Gulden" für das „Anstricken" echtes Paares eine Arbeit von gut acht Stunden) ausgebeut:t wird. WLHrcn.o der Präsident des Vereins mit der Frau -vricht, zupft ihn ein altes, verschrumpeltes Huzeln eiüstin am Rock. „Hochwohlffeborner, sthr edler, großjünger Herr!" beginnt sie ihre Rede und fügt noch o:ew schöne Titel und umständliche Entschuldigungen hinzu. Ein anderer würde natürlich schon längst dst Geduld verloren und das( Weite gesucht haben. Aber.» diestr durchaus ungewöhnliche Präsident hat immer Feit, eine Bitte anzuhören. Endlich kommt es heraus: Die Alte braucht Schuhe. Sie ist 84 Jahre alt, hat keme Verwandten und kann wegen Platzmangels im Bersorgungshaus noch immer nicht ausgenommen werden — der Vereinsvorstand wird ihr also Schuhe verso,ais-r. Würde jemand von ihm einen jungen Pumaiöuren verlangen und ihm die Ueberzeugung beibringen, <'"'-'3 fei zu seinem Fortkommen unerläßlich, so wäre wabrichetnlich in einigen Tagen auch ein junger Pumalöwe zur Stelle. Heute begnügt man sich glücklich:!-- i"‘:mit bescheidktrer-rn Forderungen, wenn sie auch! Witnte m**gja$eftittt9' * ,l1 * >-»-»» ..* - - . - so dicht herunterprasseltt wie die Tropfen im Gewitterregen. Inmitten des Lärmens sitzt' eine -Frau, in ihr gwßeSi. Umschlagtuch gehüllt, in einer Ecke, mit dem Rücken gegen die Anwesenden, wch kaut mit vollen Backen. Mitunter wirft sie scheue, Löse Blicke um sich, vb sie beobachtet wird. Es ist ein altes Mädchen, di-v Tochter eines hohen Beamten,-geistig.nicht ganz vollwertig, von Wahnideen verfolgt und doch nicht svj sehr unmachtet, um einer Anstaltspsiege zu. bedürfen. Ihre Berwattdten — sie hat keine Geschwister und ihre Eltern sind schon lange tot — kümmern sich^nicht tum sie und so haust, sie rnutterseelen^lliein in einer Kammer Und wäre wahrscheinlich, trotzig und -verstockt, schon lange Jüngers gestorben, wenn sich^mchtwarmherzig: Frauen ihrer angenommen und ihr wenigstens ein Mittagessen verschafft hätten. Sie schlingt mit Gier —-.wahrscheinlich hat sie seit gestern noch nichts gegessen. Was kümmert das di ^Frauen, di eihren Dag in Sorge um-ihren Putz undihr Vergnügen verbringen, die in den eleganten Straßen der Stadt „die Jüdin" zum Synonhm für.ein genußsüchtiges, träges, prahlerisches Weib machen, die^Fvanen, die nicht einmal vom Hörensagen wissen, was Elend ist! Auch am Kindertisch kamt man darüber Anschauungsunterricht erhalten. Das achtjährige Mädchen mit der dichten,-blondem Mähne ist das Kirch einer schwerkranken Frau, die seit Wochen im Spital liegt. Diese Gelegenheit benützte der Vater, sich, eine Geliebte Ins Haus zu nehmen, die die Kleine zwar nicht mißhatrdelte, sich aber auch nicht um sie bekümmerte, bis das Kind selbst zu Verwmrdten lief. Die drei blonden Bübchen daneben, die artig mit gezücktem Blechlöffel warten, bis ihnen die „groß-:" i Schwester — sie ist zwölf Jahr« die Suppe bringt, müssen auf. ihren Vater auch nicht gerade stolz sein. Er war ein Tütnichtgut, und Herumtreiber, ein Spieler und Frauenjäger, dessen Streiche sein kreuzbraves Weib immer wieder vor der Familie verdeckte und ver- - tuschte. „Jüdische Mütter haben eine breite Schürze", sagt ein: alte Redensart.. Aber, so breit 'diese Schürze öu£ sein mochte, den großen Betrug im Bureau könnt: man doch nicht damit z-tchecken; und so wunderte der Ehrenmann ans drei Jahre ins Zuchthaus, während feine Frau — sie ist guter Leute Kind — sichals seine Frau — sie ist guter Leute. Kind — sich als Bedienerin ihr Brot verdienen muß. Das hübscheFgroße- Mädchen ist eine Doppelwaise, die bei Verwandten lebt. -Doppelwaisen sind auch, die drei Geschwister, - zwei Buben, ein Mädchen, am oberen Ende des Tisches." Sie werden von einer Tanteeinem alten Fräulein, erzogen, die Verkäuferin in einem gvsMn Geschäft ist- ' Kein Mensch hilft ihr.dabe^ ..Win:, %jt .ztzhft- 'Hr einen' Heller Beitrag, und niemarck 'wi^te von ihrem Heldenmut, bis sie die Ausspeisung erbat. i Andere machen es sich natürlich nicht so schwer. Da kommt ein elegant gekleideter Herr und htSmilt sich in wohlgesetzter Rohe für die Wohltat,, die seinen beiden Kindern erwiesen' wird — ein beschäftigungsloser jüdischer Opernsänger, .der das uferlose Warten auf ein. Engagement redlicher Arbeit bei weitenr vorzieht. Ein ' halbwüchsiger Junge sagt-auf die Frage, was sein. Väter mache, ein bißchsn verschämt: Er sucht einÄ Beschäftigung. - . Der weitaus überwiegende Mehrzahl der Gäste abersteckt in hilflosem Elends Der kranke Privatlehrer, die alte Erzieherin, die. niemand mehr - im Hause haben will, die Witwe,- deren drei erwachsene Töchter in einem Winter gestorben sind, die Lungenkranke — alles Gestalten, die njan nicht vergessen kann. Sie warten den ganzen Morgen, den ganzen langen Vormittag auf diese Mittagsmahlzsit mit ihrem bißchen Erholung, ihrem bißchen Wärme, ihrem bißchen menschlicher Anteilnahme. Ist das vorbei, so verschwinden^ sie wieder, kriechen in ihre Höhlen und warten dort, warten, bis cs wieder Mittag wird und sie für eine Stunde; Menschen sein können. Vielleicht wird mancher diese Darstellung ftir übertrieben halten. Es ist ja so bequem, Not füreine lästige Uebertreibung überspannter Köpfe zu erklären: Auch gibt es Elend, das .man gesehen haben tnuß, um daran glauben zu können. Wer diesen Glauben lernen, wer dem jüdischen Elend ins Auge schauen will, der wandere hinaus irr die- Herklotzgasse. Er wird keine genuß-J aber sicherlich eine lehrreiche Stunde« draußen verbringen. Klara Mautner. Darid Drllim über die Lage i« Palästina. Tine Versa«m!un g de? Misrachi. Mittwoch fand eine von der misrachistischen^ Landeszentrale für Oesterreich einberufene Versammkntg im''großen Saale des Hotel Continental statt. Den Borsitz führte Rabbiner V. F r i e d m a n n aus B'ojan. Als erster Redner berichtete der Präsident der Misrachistischen LanbeSzentrale für Oesterreich', Doktor S. Rappaport, über den XII. Zionistenkougreß in Karlsbad und ausführlicher über die einige Tage vor Zusammentritt des KonfiresseL , d-ortselbst äbgehaltcite Weltkonier-n?, des M'srachi. Die sachlichen Ausführurtgen des Redners wurden oft durch Beifallskundgebungen uttierBiiodjefct. Der Jicbttcr erklärte: Wir Misrachisten sind keim Klerikalen mst» jede Jntoleratrzsteht unS fern. KlerikalismuS und Intoleranz find! den wahren Inden wefenSfrkmd. Möge jeder »räch.feiner Fafft-n 1 glücklich werden: aber was wir verlanarn, iit, dak''i-de mrit' 7. O^WVer ML Nr. W71 jüdischem Melde erhaltene Institution jedem Juden «HM Unterschied seiner religiösen Gesinnung zugänglich sein soll.' Wir Utollen nicht mit dem Zionismus, souderrt innerhalb des Zionismus fiir den Wiederaufbau des Mischen Volkes und seines Heims alle unsere Kräfte einsetzen. Der zweite Redner, David Yelki«, Bizevürgjeemekfier von Jerusalem, wurde mit nicht «nöenwollenden Hochrufen empfangen. Yellin sprach hebräisch, und zwar so natürlich und eindrucksvoll, daß man ganz m seinem Banne stand, Aellin berichtete über den Waad Zeumi (Nationalrat) in Palästina und über die Position, die er sich im Volke und bei der Regierung erworben, über die Moazah (Stadtverwalttmg) in Jerusalem, die sich! aus Juden, Arabern und Christen zusammensetztbann über das sich entwickelnde Volksschulweferr in Palästina und die damit Hlvnd in Hand gehmrüe Entwicklung der hebräischen Sprache, welche oft die Elter« im Umgang mit den Kmdernv erlernen. Über die entstehenden Bibliotheken, Museen und anderevr kulturellen Institutionen. Ausführlicher berichtete er über den neu entstandene» ersten jüdischen Verein für Ausgravrmgen in Palästina. Was unser Ber^ltt^is zu den Araber» betrifft, sprach der Redner, der die AngÄegenheit aus eigener Anschauung kermt, die Ueberzeugung aüS, daß wir schließlich mit ihnen in Friede» und Eintracht lebe» werde«, da die Araber zur Einsicht gelangen müssen, daß f?e das Opfer dunkler Elemente sind, die dort, wie überall, die nicht urteilsfähige. Masse zur Erreichung ihrer Pläne mißbrauche«. Der Redner' schloß mit einem Hinrveis darauf, daß Rechten auch Pflichtengegenüberstehen. Der Maasser ist die unabwendbare Pflicht eitles 'jeden Juden und es ist zu hofft«, daß jeder Jrtde dieser Nachkommen wird. Die interessante Rede wurde mit stürmischem JSetfaft ausgenommen. Der «erre SLratzerrbahntarif. Eine Fahrkarte IS Krone» — i« B»r»rrka«f 15 Krauen. In der gestrigen Beratung des Sozialbemvkvatische«. Genreinderatsklnbs berichtete Vizebürgermeister E m». m er's in g über den Abschluß der Verhandlungen mti: den Bediensteten der städtischetr Straßenbahnen. Nach ' den Vorschlägen der Direktion^ die auf Grund der neuen Löhne berechnet sind^ wird ein gewöhnlicher Tages-, fahr schein 16 Kronen und eine Karte im Vorvexkau f lö Kronen kosten. Die Berechnung dev übrigen Tarife wird erst erfolgen. Der Vorschlag den Direktion der städtischen 'Straßenbahn wird am kam-- nrendeu Montag dem Unternehmungsausschuß, am Dienstag dem Stadtsenat und Donnerstag dem Gemeinderat vorgelegt werden. Die neuen Straßenbahn«» tarise werden am 2 6. Oktober Zn Kraft treten- Ein Koffer Mit tlntm Inhalt von .:10V* MMioverr gestohle». Diefranzösische Staatsangehörige Auguste Tetr» kam am ll d. M. abends mit der FrMcz-Jo ses°Bahn HLev an und fuhr in ihr Absteigguartier, bas Hotel Austriwi auf der Praterstraße. Ihr Gepäck, daS MS sieben Kollt bestand, vertraute sie einem Streiswagrn der Jttternationalsr Transportgesellschaft cur. Als daS Gepäck beim Hotel <ä>^ -geläden würge, stellte^ sich heraus, daß bloß sechs Ksllr abgegeben wurden. Das siebente ist entweder heim BahNhsß , oder'^aüf der Fahrt zum Hotel gestohlen worden. Der gttoaft» sam geöffnete Kosfer^würde feines Inhaltes entleert später-' beim Franz-Josef-Bahnhofe aufgefunden. Gestohlen wttrden Pelze und Kleider im GesamNvert von Xd% Millionen Kronen. Auf die Zustandebrrngrmg ist eine Belohnung ttm 10Ö-.000 Kwnen ausgesetzt, die aber erhöht werden barm»« DieoeTfchwundenenLOOONaPSleorrsdoV Mit eii.er seltfamert Schmuggelgeschichte befaßt sich das Sicherhettsburcau. Auf dem Weg: von Laibach nach Italien sind 2000 Goldstücke zu je 20 französischen Francs (Napoleonsdor) im Werte von etwa zwölf Millionen Kronen verschwunden. Die Anzeige darüber machte dev Kaufmann Fabian Rartzner, £. Bezirk, Hoftnchergasft 3 wohnhaft, am 1. d. M. Er teilte dem Sicherheirsbureau mit, daß der Speiftwägenkellner Karl-Pflaititzer, 26 Jahre alt, ö. Bezirk, Embelgasft -42 wohnhaft, verdächtig sei, die 200(ri Goldstücke veruntreut zu haben. Pflanitzer, der ,-auf 'der jugoslawischem Strecke fuhr, hatte am 19. v. M. von dem Privat-- üeäntieü Chaskel K r a m e r, Z. Bezirk, Wohlmut-' straße 22 wohnh-afi, zwei Pakete mit zusammen 100(j( Napoleondor zu je 20 Francs in Laibach übernommen.- Er sosite sie in einem sicheren Versteck des Speisewagens über die Grenze nach Italien schmuggeln. Als >:r von seiner Dienstfahrt zurückbam, teilte er seinem Auftraggeber ganz verstört mit, daß ihm der Goldschatz als der Grenze von einem Zollbeamten befchlaguahmt worden fei. Auf Grund der ersten Anzeige stellte das Sicherheitsbureau in der Grenzstation Ratet Erhebungc n anJridie',' aber ...ergaben, - daß dort von dieser - Be-' schlagwaWe nichts bekannt sei. Pflanitzer wurde worerst auftfreieü Fuß gesetzt und dann nochmals einvernomm::?. Diesmal behauptete er, daß in der. Grenzstation Rak'eL. ein Mann, der sich für einen jugoslawischen Polizei.' kommissürausgegebert habe, im Speisewagen erschienen sei. 'Er habe die 2000 Goldstücke beschlagnahmt und ihn dann lausen lassen. Als Pflanitzer danrt auf der Rückfahrt wieder die Grenzstadt Rakel passiert habe, sei der angebliche jugoslawische Polizeiloutmissär wieder in' den Speisewagen gekommen' und habe ihm am 20/v.. M. gleichsam als .Anteil .40.000 Dinar ülwrseben.

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