Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 966 (6.10.1921)
- Date
- 1921-10-06
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 Wien, ^omtenäuu; ü. Hjvuuu^C I'vAL -cc. yw> Sport. Theaterleute auf dem Fußballfelde. Das a« vorige» Samstag stattgefundenr Fußb.rllwettspicl Bolksoper gegen Bvrgheater, das die Opernlentr 1:0 gewannen. hcd Schule gemacht. Für die'rn SamStag ist bereits ein neues Spiel angesagt, in welchem die VolkSoper-Mannschaft einem Tram der Operettentheater gegrrmderlreten soll. Die Aufstellung der Mannschaften lautet: Operettentheater: Tor: Jo'ts König; Der» teidigung: Gust. Kotanh, E. Vranp; Deckung: Komponist Will'. Engelbrrger, Artur Guttmann, Otto Hain: Stürmer: Ernst Marrchka, Robert Nästrlberger. Friede. Deut'ch (Kapitän), Rob: Bistberg, Bruno Hart. Ersitz: Oliv Glaser vom Komödicnhaus. BolkZoper: Tor: RitlerSheim; Verteidigung: Rött, Kochel;,Deckung: Lazar. R.Kuba, Palstnger; Stürmer: Koster. Ie.adet, Lustig, Merstallinger, Groß. Ersatz: Harry Schür-- mann. Die Theatrrenthusiasten »erden alio Gelegenheit haben, 'enzui'eeit n. daß auch dir Königs, Marischkas usw. — nicht Fuß' ball ipielen könne«. > Die Prager Sparta siegte Mittwoch über den Galata- ^nßbatlklub mühelos L : 0. Die Svmla iprelt am 15. und t ü d. Nt. in ihrer stärksten Ausstellung ,n Wien. . <$ Napid—Hakoah. Diei'es Meistn schaftsspiel findet, wie bereits derrcktet, am Sonntag auf dem Prater-Svo-tolatz dr§ D. A. C. statt. Der Vorverkauf wird heute an den be'aninrn Sollen klössnet. Die Mitolreoer der Hakoay genießen, falls sie in-? ihren Beiträgen nicht im Rückstände sind, freien Eintritt. I««8 Äluda—Fowtnna XX 4: 2. Die technisch bessere Mannschaft konnte gegen die derbspielenden Fortnna XX sicher arwmnen. To.e der Sieger Tort (3). Gimpel (lj. Tore der Unter*« lrgenen Pachiinger I und Wilder. _ Ari. Heute Mitgliederversammlung h.er!. Mannschaft. — Samstag, I Uhr, Meisterschaftsspiel gegen Drrra. Nachher Ausschuß. — Hexte, ab 3 Uhr. Training. Hszsir. Heute. 7 Uhr abrnds, Teirungssitzung m Cap^ Jndustriepnlast. — Sonntag Wettspiel mit b r e'i Mannichajten in T v I l n. T v r czv n er, der geweiene Sekuonslruer des Sportklub Gideon. ist de« Sportklub Hapür beme-relen. Auch Karawan, R o ß m a n » und S e l z e r 'ind zu ihrem Stammonein zurückgekehrt. Akademische Sportabterlung Andaea. Henke Bollv.:rssminlung im Cafs Aklasbos um '/-8 Uhr abends. Erscheinen ^brrnpst'.chr? Freitag, 3 bs 6 Uhr nachmittags, ansrahmswiii'e L-ainmg aus dem Admira-Platz. Ab nichstrr Woche Trainmgs-? Tunstag »vd Donnersrag. Me:sterschafts'Äuslo ungsvlan: '5. d. M. argen Heros. 82. d. M. gegen Hasmonea. 29. d. M. g gen Kadrma. 5. Nov:«brr gegen Simmenxg. K. November aecen Vienna. 19. November gegen Rxdolsshüael. 26. November gegen Kathollsch-devt che Hochschüler. Unser- Mitglied. Kollege Lchwartz, der als Kapitän und Halbrechter uns'.er l. Mannschaft rang war. siebt sich infolge Postrnantnttes bemüssigt, mu Domizil na^i Bukarest zu verlegen. Lsnkksus Wien, L, Maria Theresienstrasse Nr. 10 Telephon 20-3-63. w* Durchführung: sämtlicher Bank-Transaktionen. An- und Verkauf sämtlicher Devisen und Valuten. j Der Volkswirt. Gestempelte Krone —.24 Centimes. Auszahlung Wie» In Zürich notiert«: dre österreichische Krone . . . . die ösirrr. gestempelte Krone . tschechische Krone.... die Mar?. ftsrom - .. Bukarest. Budavesi .. Li.-arscha».. --- -.35 Centimes. . -.35 .-.32 um 4 Oktober) . -.2! —.54 'in 4 Oktober . 5.9 :m 4 Oktober . 4.55 c 4.6* am 4 Oktober . 245 250 sw 4 Oktober)!« 4. Oktober- . 0L2 0.80 rm 4 Oktobers .-09 -08 am 4 Oktober) Die Arbeitslosigkeit — ein Weltproblem. Wir lesen in der Londoner ,LVestminster Gcrzttlc" o e folac-nden, sehr bemerkenswerten Ausführungen: „Jeder Plan zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit wird durch die Lage der heimischen Finanzen behindert und beschränkt. Kein Land, auch bas reichste nicht, kan.lt ^'.eld verschwenden, wie wir es in den letzten Jahren getan, und zuletzt gerüstet sein, einer solchen Krise, ans dem Arbeitsmarkt richtig zu begegnen, wie wir «ie heute durchmachen. Die weise Ausbreitung oer Arbeitslosigkeit ist selbst das stärkste Anzeichen dafür, daß nicht mehr wie früher Reichtum erzeugt wird, und wir brauchen nicht weiter nach einer. Erklärung für die Schwierigkeiten zu suchen, die der Schatzkanzler bei Aufbringung seiner Steuevringänge findet. Wenn im ganzen Lande große Firnren ihre ■ (Siiuomir.enj’teiieu nur bezah e*t ö neu. indem ii von ihre - Bant borgen, müssen wir schließen, daß wir die Grenze der Steuersähigleit erreicht haben. Die mageren Jahre hauen die fetten aufgegessrn. Heul« sitch hie Minister bei jedem Plane zur Bekämpfung brr Lrb-itSlosigkett durch die Tatsache gehemmt, daß sie schon jetzt big zum ley: m Pfennig aus geben, was sie liitnehmen, sowie durch die Wahrscheinlichkeit, daß auch das nächstjährige Budget mit weiterem Borgen und einem neuen Schock für das Wiederaufbauleben'des Kredits enden wird. Keines unserer heutigen Problem* kann für sich betrachtet werden. Das Ausmaß der Arbeitslosigkeit läßt sich nicht trennen von dem Mißlingen eines wirklichen Friedens in Europa oder von der Verschwendung in unserer Verwaltung, die der Industrie und dem Handel die Mittel entzieht, die sie zum Leben brauchen, öder von Zwischenfallen, wie dem Bergarbeiterstreik. Die letzten Zahlen zeigen immerhin einen gewissen Rückgang in der Arbeitslosigkeit seit dem Aufhören dieses Streiks. Am 1. JE zählte mzn 2,170.000 völlig beschäftigungslose Arbeiter, heute nur noch 1,470.000. Damals gab es rund eine Million Kurzarbeiter, Mitte September nur mehr 382.000. Soweit die Zahlen in Betracht kommen, ist das Problem weniger schwer als es war; es wird aber kompliziert durch den Umstand, daß 200.000 Arbeitslose die ihnen nach dein Versicherungsgesetz zustehende Unterstützung erschöpft haben und bis November ohne weiteren Anspruch sind. Die kärglichen Raten haben bisher ausgereicht, um whne allzu große öffentliche Unruhe über die schwierigste Zeit hinwegzukvmmen. Aber die dazu bestimmten Gelder sind fast zu Endex und der Zustand der nationalen Finanzen ebenso wie jede gesunde Politik verbieten eine Ausdehnung dieses „Bettelfystems". Die einzige wirkliche Erleichterung für Arbeitslosigkeit ist das Finden von Arbeit> / Es läßt sich viel für die Vorschläge sagen, die Lokalbehörden müßten instand gesetzt werden, Notstand s a r b e i t e n, wie Haus- und Sträßenbauten. in großem Stil durch Arbeitslose ausführen zu lassen. Man muß sich nur klar sein, daß. auch solche Pläne nur Palliativmittel sind und nicht mehr. Daß solche Arbeiten einträglich sein könnten, wird kein Erfahrener behaupten. Sie müssen teuer sein, weil Männer zu Aufgaben veruiendet norden, die sie nicht gewohnt silid, und weil sie vielfach an weit entfernte Arbeitsstätten gebracht werden müssen. Aber so teuer sie kommen, etwas sieht dabei doch für das Land heraus, und die Demoralisierrrng durch die lang andauernde Arbeitslosigkeit scheidet arrs. Eine wahre Lösung des Arbeitsloseuprobtems aber läßt sich eirlzelstaatlich gar nicht durchführen. ES ist ja auch nicht auf ein einzelnes Land beschränkt. In den Vereinigter! Staaten ist es noch ernster als in England, und in 'einem großen Teile Europas hat es Dnnensivnen angenommen, die sich jeder Kontrolle entziehen. Die ganze Welt leidet unter Unterproduktion. die eine' gerade Folge des Mangels an Nachfrage ist. Und diese wieder entspringt einfach der mangelnden Kaufkraft. Europa braucht zweifellos Güter aller Art. Die Völker sind in arger Not, weil sie diese Güter nicht erlangen können, und sie können sie nicht erlangen, weils.sie nichts dafür zu bieten haben. Europa hat weder <I>eld, noch Waren, noch Kredit. Das einzige Hilfsmittel wären Anleihen, aber bevor Anleihen möglich sind, müssen die Leihenden Zutrauen haben, daß ihr Kapital in absehbarer Zeit zu ihnen zurückkommt. Natürlich fühlen die Besitzer von Reichtum Widerstreben, ihr gutes Geld gegen Papierwährungen zu leihen, die den wildesten Schwankungen unterworfen sind und ohne Rücksicht auf die sie deckenden Werte vermehrt .werden. So kommen wir zu dem, was in'Wirklichkeit eine politische Frage ist. Es gibt im heutigen Europa keine Garantie und keine Sicherheit. Wir ernten in Arbeitslosigkeit und anderen Ueöeln die Früchte eines schlechten Friedens. Und was wir auch zur Linveruug der augenblicklichen Not tun mögen, eine dauernde Besserung kann nur durch eine Wiederbelebung des Welthandels kommen, und diese kann nur geschehen, wenn wir unsere ausländischen Kunden, auch die früher feindlichen, instand setzen, ihre alte Stellung als Verkäufer wieder einzunehmen. Balute«hLNsie. Rrue Uekv'evkurfe. Der Tiefstand unserer Krone in Zürich und die Flucht vor der Krone lösten an der gestrigen Börse eine neue Hausse aus. Das Geschäft nahm wohl keinen größeren Umfang an. doch fehlte es gänzlich an Ware. Die enorm hohen Klirse blieben bis zuch Schluß in Geltung, ungeachtet der Besserung der Auszahlung Wien in Zürich. Dollarnoten erhöhten sich bis 3033. Psund Sterling 11.390, Holland. Gulden 98 850, deutsche Mark 2396. p o l n. Mark 47.50, Schweizer Francs 53 425, tschechische Kronen 3197, ungarische Kronen 428.50. Im übrigen verweisen wir auf Me folgenden offiziellen Schlußkurse: 08.9V' - Geld, 99.050— Ware (gegen 4> Oft. .85*50 - Geld. 8'.8'0..- Wareb «gram 1218.-, 1SSS.- '1094.-, 1098.- tBffortr 4870.-. 4890- (4370.-, 4390.—; Berlm 1*897—,2408-; 107 -, 2113.- . Brüssel 21.58021.620—, 18280.' . 18 320— S«v'U "Ü 433.50, 486.50 (871.30 374.50), Bukarest 2495. -, 2505 - 225*0 -. 2800 —Ü briftlama 37.475.—, 37.525.—, (33.076.- 33.125.—,. Kooaihc,^,-. 56.675 56 725.- (47.425;—, 47.475.— ). tzvndon 11440.-, 11.460.— (9890.-. Mailand a" Trieft * 12.090.- 12.JlO.— <10.440.—, 10.460-). Nen>.-.'.'vr( 3058 3062. - (2668. - 2672.- . Paris 21.780 - 21.820 - 18 480--. 18.520.->. Prag S1S7.-. 320z.- .'877L-. 2778.--. Som; 1995-2005.- (1685.- 1695.-), Stockholm 68 470. «8.530- '(8.370.- 59.430.-). Warschau urw Krakau 49.75. 51.75 38.— . 40 - -, Zürich 58475.—, S3 3-5.-- (46.276 - 43.8*5.-), Madrid 40.960.-, 40.440.- 84.160 -' S4S40.-). Dollarnoten 8083.-. 8078 - (2646.-. 2650.-71 B'lg"ü,e ‘Mote* 21.4*0. 21.520 » i8.yO\.~ 18.246.—), 1SS-. iö8ü.~ (üöii.- . 1602-... Dümsche rjitne* 56.275.-, 56.825.- ,47.925.-. 47.27S.-1 denpchr Marknvten 2395 -, 240t.— (2102.-, 2108 -). englische Rote» 11.390.- 11.410- (9830.—, 9850 -), französische Noten — '-(18.405.-, 18.445.—), :,oKSnbif*e Noten 98.860-, 98.950.— 85.150.-* 85250.—), italienische Noten 11980.—, 1*2.000.— (10.390 .10.410 —\ unabgrstempelte jugoslawische Roten 4860—, 4^80 - 4856 — 4376.—).norwegische Noten 37 075.— . 37.126.- '82.875.- 32.985.-), polnische Marknoten 47 50, 49.50 (88.7öl 40.75), Rumänische Noten —, —!. Russische (Rom.) —(—.—, —.—), Schwedische Noten 63.070.-. 65.130— (59.17059.230.-), SchweizerNoten53.42b-,53475 -(46 225.- 46275.-), tschechoslowakische Noten 3197. —,3203— (2772—. 2778—>, „ngarilche Noten neuer Emission 428.50. 431.50 (373.50,376.50), Spanische Roten —). Zum „BankLorrtrollgefetz" der Großdeutschen. Kein einsichtsvoller Volkswirt kann sich der Erkenntnis verschließen, daß eine offizielleKontrvlle der Banken immer mehr zur Notwendigkeit wird. Der Fall Dnim hat eS wieder einmal reichlich bewiese». AndereiseilS steht außer Zweifel, daß hiezu ein komplizierter Apparat nötig wäre mrd vor allem gründlich geschulte Sachverständige von der Regierung aufgebote» weid n müßten, wenn ein solcher Versuch nur einige Aussicht ans Erlolg haben soll. Der oberflächliche Vorschlag der Großdeutschen ader beiührt durchaus dilettantisch, wie alle von ihnen eingcbrachten Gesetzesvorlagrn. und dientGrunde genommen nur dem Zweck, ihre schmähliche Niederlage in der Angelegenheit der Landeivouk und Anglobank ein wenig zu verhüllen. Abstempelung der österreichische» Schuldverschreibungen. Die heuiige „Wiener Zeitung" publiziert die Verordnung vvm 4 d. M.. womit dir nicht sichcrgestkllten Schuldverschrr bungr» deS e h e m a l i g e n österreichische» Staates zur Abstempelung aufgermen werden- Die bis 15. d. M. n,cht zur Abstempelung eingereichtm Stücke werden weder von der Reparatiouskommissiou bei der Entscheidung nach Artikel 203 des Frieden-Vertrages noch ' von der Republik Oesterreich als Schuld anerkannt. Unter den in der Verordnung näher bereichneten Umständen kann gegen die Abstempelung dnich die Republik Oesterreich Verwahrung emgelegt weiden, doch ist ein de*artiger Antrag innerhalb der vorgenannten Frist bei der Deporstelle oder einer Steuerbehörde l. Instanz einzridringen. Der Ant, ag, welchem alle Beweismittel zur Unterstützung de§ Ansuchens anzulchbeßen sind, ist dann zulässig, wenn die Eigentümer behaupte», daß die Schuldverschreibungen gegen ihren Wellen oder ohne ihre Zustimmung auf Grund euer imperaiiven Verfügung der Gesetzgebung oder auf Grund rmer K.i.gsniaßnahme der ehemaligen oster reich sch-ungarifchen Monarchie oder dre Rep.rblrk Oesterreich auf das Gebret -er Republik Oesterreich gebracht worden sind oder sich hier befinden. Ei« neuer autonomer Zolltarif in der Tschechoslowakei. Pra», 5. Oktober. Das Außenhandelsamt teilt mit: Dir Arbeiten kür einen neuen autonomen Zolltarif sind in volle» Gange. Zwecks Beschieui'igung und Konzentration der Arbeiten .wurde eine besondere selbständige Abteilung für autonomen Zolllarrf errichtet. Drese Maßnahme verfolgt den Zweck, auf die vollkommene Freigabe des Außenhandelhinzuarbeite». Anziehen der Baumwollpreise in Amerika New'Dork, 5. Oktober. (Tel-Komp.) Das starke An. ziehen de, Preise ans dem Banmwollmarkte wird «it den Geräch len im Zusammenhang gebracht, wonach die amerikanische Baumwollernte in diesem Iahie nur 6*4 Millionen Ballep ergeben wird. Der Daumwollwurm hat fast ein Drittel der Gesamftrntivernichtet, überdies war auch weniger Fläche als im Vorjahre angebaut worden. In Händlerkreise» rechnet man deshalb mck einer empfindlichen Baumwollknavpheit ans der ganzen Welt. Selbst mit den Reservm a«S dem Vorjahr dürften die gesamten Baumwollvorräte der Vereinigten Staaten wesentlich unter zehn Millionen Ballen bleiben, eine Menge, die durch den Inlandskonsum »nd de« Export bis znm Saisonfchlnß aufgebraucht sein wird. _ Die komm«m«le Geldrrrnsatzsterrer, die von der Gemeinde Wien geplant ist, wird eine neue Erschwerung des BeikehrS bedeuten. Die Manipulation in de« Sparkassen und Banken, die. was Zeit betrifft, so wie so sehr viel z« wünsche» übrig laßt, wird dadurch «och weiter verlangsamt werden. Auch kann kein Zweifel darüber bestehen, daß die Sparkassen vnd Banken sich durch Uebrrwälrnng der Steuer ans »her Knndep schadlos halten «erde». Die Haftung der Banken fit falsche Schelks. Der Generalsekretär und Hauptdelegierte deS Roten Kreuzes, Doktor Eduard F r i ck, hatte bei brr Allaemrinen Depositenbank in Wie» die Behebung von X 200000 aus dem Depot des Roten Kreuzes angetundigt. Noch bevor dieser Betrag behoben wurde, wmde.bei dieser Bank ein mit der Unterschrift deS Dr. Frick versehener Scheck des Noten Kreuzes überreicht, der auch honoriert wurde. Nachträglich stellte sich heraus, daß dieser Scheck gefälscht war, und zwar harte ein früherer Diener des Dr. Frick, der auch verhaftet wurde. auS dem Scheckheft de- Dr. Frick em Blankett gestvble«, das er selbst anstüll'e und bei der Bank präsentiert^ Dr. Frick klagte nun die Depositenbank auf Eisatz der K 60000, weil die Bank es an der nötigen Vorsicht bei Prüfung des plump und anffällig gefälschten Schecks habe fehlen lassen, dessen Unterschrift mit der seinigen gar nicht stimme. Die geklagte Bank wendete tut, die Bank habe nicht die nötige Zeit, jeden einzelnen Scheck so genan zu übcrprüten, Divergenzen Sei der Unterschrift desselben Ausstellers kommen oft vor und bilden keinen Anlaß, die Unterschrift für gefäl'chs anKusehen, außerdem düefe eine Bank bei Honorierung von Schecks nicht so penibel sein, weil sie sonst leicht de« Borwurs auf.sich lade, daß sie wegen kleinlicher NrbenfLchlichkrite« Schwierigkeiten mache. DaS Hanveksgcrickt gab der Klage Folge, weil es Sache der Banken sei, dre Echtheit der Schecks z« prüfe«, wofür einer Großbank auch die genügende Anzabl von Beamten zu Belfügnog stehe. Ueber die von der Allgemeinen Depositenbank gegen dieses Urteil emgebrachte Berufung fand gestern vor dem Oberlandesgcricht unter Vorsitz deS Hosrate» Dr. W r h l i die Verhandlung statt. Der BerusungSsmat bestätigt e das erstnchterliche Urteil mit der Begründung, eS komme einz'« vnd allein dorani an. ob den Kläger e n Verschulde« an der Ueberwrisung des gefälschten Schecks treffe. Da das nicht der Fall sei, hast« nnter allen UMtzande» die Bank fite den Schade».