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Wiener Morgenzeitung · 1921-09-19 · Heft 951 (19.9.1921) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 951 (19.9.1921)
Date
1921-09-19
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Die Gesandten werden diesmal bei der ungarsichen Regierung nicht als Bevollmächtigte des Botschaftsrates, sondern als Vertreter der gesmftten Gntenle gemeinsam vorsprechen und der ungarischen Regierung wegen ihres Verhaltens in der burgenlmldischen Frage ein befristetes Ultimatum stellen. ..in, welchem die Zwangsmaßnahmen aufgezahlt wMem.Melchedie Erttente bei Nichterfüllung ihrer Forderungen amvendenwird. Zur Stunde finden in VyM mych . Konferenzen über die Textierung des WWuchs und die zu ergreifenden Maßnahmen statt. Die ungarische Regierung besitzt gleichfalls Kenntnis von ^diefe Kollektivdemorche. Sie ist bemüht, diesem Schrrtt zuoorzukommen und will in Paris, London und Rom versichern, daß sie bisher alles getan hat unh noch weiter zu tun bereit ist, was die Entente von.Hr verlangt. - Es haüdelt sich hier um einen formellen Sch<jchzM,.'W. Zeit zu gewinnen. .Nun verschärft M Met dw. Situation 'Mchesids Wd Mrtchte" aus, Mestungarn besagen, Mß die DetachementMömnlandos Mwöhrend Einberufungen ergehen. lassen, ögß sogar ArtilleneoWere einberufen werden und daß die Einberufenen in Kleineren Äruppe« nach. West? i nygark zur Verstärkung der magyarischen Gendarmerie- Kommandos entsendet werden. Es ist außer Zweifel, baß diese Kommandos im Einvernehmen mit der ungarischen Regierung handeln, denn ohne Zustimmung derselben können solche militätische Einberufungen nicht erfolgen. In demselben Augenblick aber, wo die ungarische Regierung den Ententevertretern erklären wftd. daß sie Westungarn geräumt und den Wünschen der Entente. entsprochen hat. werden die Gendarmen Osztenburgs in Westungarn als bewaffnete Dorfeinwotzner anftreten. . . Die Situation verschärft sich also immer mehr, woran das langsame Vorgehen der Entente die Hauptschuld trägt, weil dies von gewissen Elementen in Ungarn als eine Duldung der magyarischen Bestrebungen und Wünsche aufgefaßt wird.' Dadurch wird die Lage der Regierung Bethlen immer unhaltbarer und wachst der Einfluß Friedrichs und Siyrays, des Vertreters Ungarn» in der Generalskommission. Falls die Latente nicht'bald über die papierenen Beschlüsse Und Ultimatums zur energischen Tat übergeht, ist der Sturz Bethlens unvermeidlich. Die Folge wäre eine Regierung F r i e d r i ch, welche die radikalsten Störungen auslösen und die Integritätssrage und die Habsburger-Frage neu auftollen würde. Dann aber wäre die große Entente nicht mehr imstande, die kleine Entente zurückzuhalten und Konflikte unvermeidlich, die zu einem neuen Krieg in Zentraleuropa führen kvntren. Es ist begreiflich^ daß man angesichts der sich immer mehr verschärfenden Situation in hiesigen politischen Kreisen mit größter Spannung der Kollektivdemarche der Entente und deren weiterem Vorgehen entgegensieht, umsomehr, als mgn sich allseits bewußt ist, daß es jetzt keine Zeit mehr zu verliehren gibt. Der ungarische KnndschasterdLenst in Oesterreich. Die ungarische Regierung' hat ihren Kundschastrrmenst in OLsterreich reorganisiert und ausgebaut, Sie richtet das 'Hauptaugenmerk selbstverständlich auf Wien, dem Sitz der Zentralregiiertutg, der Vertreter der auswärtigen Mächte, der Banken und' Finanzinstitute. Einer Schar gutbezahlter Agenten obliegt es, die' hier ' befindlichen Emigranten aus Ungarn zu beobüchten und über deren Tätigkeit und Bestrebungen zu berichten. De» weiteren haben diese Agenten alle Maßnahmen auf inner- und außenpolitischem und auf finanziellem Gebiet zu erkunden und GW Auftraggeber« Bericht zu erstatten. Wie vorzüglich dieser Apparat funktioniert, dies Zeigte sich bei der beabsichtigten Besitzergreifung, des Burgenlandes durch Oesterreich. Die ungarische Regierung war über alle Maßnahmen der österreichischen und die Auffassung einzelner hiesiger maßgebender Politiker vorzüglich unterrichtet. Unsere hiesigen politischen Stellen besitzen von der erhöhten Tätigkeit der ungarischen Kundschafter genaue Kenntnis und wenden denselben nicht geringe Aufmerksamkeit zu. Die Bande« greifen weiter an. Wien, 18. September. Amtlich wird gemeldet: Gegen mehrere Orte der steirischen Grenze vor-- gedrungene ungarische Banden wurden durch unsere 'Sicherungstruppen abgewehrt. Jugoslawische Truppen gegen Ungarn bereitgestellt. Laibach, 17. September. (Tel. der Korr. Herzog.) We Hie-dAugvflawiü" Meldet, find drei Divisionen unter Kommando des Generals Majster an der jugoslawischen Grenze gegen Ungarn bereitgestellt, falls dessen Verhalten in der westungarischen Frage ein bewaffnetes Einschreiten nötig machen sollte. Einstellung der amerikanischen Hilfsaktion für Rußland. Rom, 18. September. (Funkspruch.) Da die Ausplünderung des ersten Auges, der amerikanische Lebens m t ttel für die Kinder in den russischen Hnngergebietien bringen sollte, sich bestätigt hat, ordnete die Negierung der Vereinigte« Staaten die vorläufige Einstellung jeder Hilfeleistung an. Die Niederlagen der Griechen. Konstantinopel, 18. September. (Havas.) Ergänzenden Nachrichten zufolge nehmen die kemalistischen Truppen die Verfolgung des Feindes auf. Die Griechen, die auf das rechte Ufer des Sangarios zurückgehen mußten, verloren eine große Menge Kriegsmaterial und Munition. Die Abteilungen des linken griechischen Flügels sind aller Wahrscheinlichkeit nach bis zu den Vorbefestigungen des Berges Arditsch vorgerückt. so daß es ihnen gelungen fein dürfte, der drohenden Umfassung und der Gefahr zu entgehen, in die Salzwüste getrieben zu werden. Im Süden gingen Kavallerieabteilungen mit Unterstützung von Infanterie gegen die Nachhut des Feindes vor. Paris, 18. September. (Funkspruch.) Ein amtliches griechisches Communiquö bestätigt, daß die griechische Armee auf das linke Ufer des Sangarios zurückgenommen wurde. Die Zeitung .Athenaiki" erfährt, daß die griechische Regierung nun beabsichtige, die kleinasiatische Frage auf diplomatischem Wege zu regeln. wählte Führer der großen Mehrheit von Süd-Irland", zusammenzulwmmen. Sie nahmen diese Einladung' an. Gleich bei Beginn unserer Besprechungen sagte ich Ihnen, wir erwarten, daß Irland seine Untertanenpflicht gegen den Thron anerkenne und in Zukunft als ein Mitglied des britischen Gemeinwesens handle. Dies war die Grundlage unseres Vorschlages,' wir können daran nichts ändern. Die Stellung, die Sie jetzt im voraus für ihre Delegierten beanspruchen, ist in der Tat eine Zurückweisung dieser Grundlage. Ich bin bereit, mit Ihren Delegierten zusammenzutreten. wie ich mit Ihnen im Juli zusammenkam nämlich in der Eigenschaft von erwählten Sprechern für Ihr Volk, um gemeinsam über eine Verbindung Irlands mit dem britischen Reich zu beraten. Meine Kollegen und ich können nicht mit Ihren Delegierten als Vertreter eines souveränen und unabhängigen Staates Zusammenkommen, ohne dadurch eine Treulosigkeit unsererseits gegen Thron und. Reich zu begehen. Ich muß deshalb wiederholen, daß, sofern nicht der zweite Satz Ihres Briefes vom 13. d. M. zurückgezogen wird, eine Ko n f e r e n z z w i f ch e n uns u n m ö g l i ch i st. Auch die Franzosen geschlagen. Rom, 18. September. (Funkspruch.) Laut stanzt fischen Nachrichten wurde eine französische Kolonne von Marokkanern überfallen und verlor hiebei 700 Mann fund reichliches Kriegsmaterial. . - .. Brrand geht zur Abrüstungskonferenz. Toulon, 18. September. (Havas.) Ministerpräsident, B r i a n d und Kolouieuminister Sarrau t, die BevoÜmächtiglen Frankreichs bei der Konterenr in Washington, werden sich auf dem Schlabikreuzer „Edgar Quinet* nach Amerika cinschiffen, während die Mitglieder der Kommission von Havre aus an Bord des Ueberseedampfers reisen werden. Die irisch-englischen Konferenzen ausfichtslos. Lloyd George an de Baker« London, 18. September. (Reuter.) LloydGeorge hat heute nachmittags an de V a l e r a ein Telegramm gerichtet, worin es heißt: Ihr Telegramm von gestern Abend ändert nicht den Anspruch, daß Ihre Delegierten mit uns als Vertreter eines souveränen und unabhängigen Staates zusammentreten wollen. Sie hatten keine solche Bedingung im voraus gestellt, als Sie mich im Juli besuchten. Ich lud Sie damals ein, mit mir, wie er in meinem Briefe wörtlich hieß, als der ,er¬ Gegen den alldeutschen Terrorismns Eine Kundgebung de» Abgeordnete» Müller. Berli«, 19. September. Nach der „MontagSPost" führt» Reichstagsabgeordneter Hermann M ü l l e r ans dem sozialdemokratische» Parteitag in Göilitz unter anderem aus: Für die dänische Sozialdemokratie gilt nach wie vor der Satz, daß durch die Demokratie der Weg zum Sozialismus freigemacht werden maß. Biszu diesemZiel aber ist bet S e g noch weit, und vorläufig muß schwer« Tagesarbest geleistet werden, um di« R e p u b l i k in Deuts ch l a » b zu festige n. Die letzten Woche« haben mit. furchtbarer Deutlichkeit gezeigt, was zur Sicherung der Republik in Deutschland noch getan werde« muß. Erzberger ist von feige« Knaben der Mörderbrigada Ehrhardt heimtückisch ermordet worden und die Mörder sianime« aus> jenem KreiS, der im Kriege die G e f a » g « » e« » r ßhandeltuud Deutschland indenR u f e ine 9 barbarischen Landes gebracht hat. Die Atmosphäre für den Mord an Erzberger konnte nur geschaffen werden», durch eine gerade-« m ernalische Hetze drr Deutschnationalen. (Lehaf r Zustimmung.) ES ist de« Deut'chnationale« Vorbehalte« geblieben, den Mord zu« politische« Kampfm ttel zn erheben. Nun bat auf dem deutschnationaleu Parteitag in München der Parteivorsitzende Hergt behauptet, daß die Eozialdemvkratre stets den politischen Mord gepredigt batte. (Gelächter.) Jede Sei« «usrrer Parieigeschichte beweist das Gegenteil. Wenn die foz aldemokratrsche Partei den politischen Mord gepredigt hätte, hätte sie nach de« S. November Gelegenheit, genug dazu gehabt. Dann wäre von den Hohenzoller« nicht mehr übrig geblieben als vou den Romanows. (Großer Verfall.) Aber die Novemberrevolution war dre unblutigste Revolution, die die Weltgeschichte gesehen bat. Die Gewalt lag ausschließlich aus seiten . der Erhardt-Leute und des deutschriationalen Reichskanzlers Kapp auf der einen, und der Max Holz' . und , Genossen aus der anderen Seite. Nicht durch Ausnahmsverordnnnge», sonder« nur durch Gesetz muß der Schutz der Republik gefestigt werde«. Alle anständigen Leute rnüssen sich zusammentun, damit den d e n t s ch « a t i » n a l e » M o r d b u b e n das Handwerk gelegt wird. (Stürmischer Beifall.) Der Winter wird «ns im Reich und in den Läuder« schwere Arbeit machen. Wir müssen wieder hinein in die preußische Regierung! Der Winter muß die Aibeiterschalt rn ständiger Almmdere.tschalr staden, (lebhafter Beifall.) Wir können «nS nicht damit beqniigeu, von Zeit ,u Zeit zu -eigen, daß «i» die Hrvm d»

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