Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1921-09-18 · Heft 950 (18.9.1921) · p. Seite 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 950 (18.9.1921)
Date
1921-09-18
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
85% known words query
IRI
…/2979076-2979773-2980029--08851-2995040
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Nr. 950 Wien, Sonntag Wiener Msrgeuzeitung 18 September I92k Seite S * Kein Pogrom in Witebsk. Die bolsckiewikssche Zeitung „N omi P n t" dementiert bte Nachrichten über einen Pogrom in Witebsk. * Schulbeginn an den städtischen Volksanb Bürgerschule« WieuS. Montag >en 19. d. M. beginnt an sämtlichen städtischen Polt«- und Bürgerschulen Wiens der Unterricht für das Schuljakr 1921/22. Aus d>e'em Anlasse baden sick alle Besucher die» er Schulen. auch tue der rri'ien Volksschulklossen, in cen Schulgebäuden emzufinden, wo Die Einteilung der Schulkinder in die Klassen erfolgt und sodann die Verteilung der Lcbrbüchcr vorgenommen werden w-rd DKns'ag.den 20. d M. deginnt sodann in allen.Klassen der reguläre Unterricht. Der Unterrichtsb g i n n an d e n 1t a a 1 l i ch e n Mittelschulen erjolgt gleichfalls mti Dienstag den -0. d. M. * Jüdisches Veligiorrslehrerseminar. - Die Einschreibungen findeir täglich von 4 bis 5 Uhr nachmittags in der Seminarkauzlei, H., Tempelgasse3, statt. * Urania. Heute, Sonntag, lko und 5 Uhr (Großer Saal): Sbacklelons Südpol-Expednion. — J/3S Uhr (Kleiner Saal): Alexander von Humboldts Weltreisen. — V-3 Uhr (Akadennerbeater): r»Der G'wissenswnrm". «Wanderbühne). — V»5 Uhr (Klemer Saal): Opern-Konzcrte lll, Verdi. — V-6 Uhr Klubsaal) Rodert Frirdmann: Philosoph.« des Lebvrs, U. — '/»8 Uhr (Grober Saal) Frans Schüben. — */,8 Uhr (Kleiner SaaU- Klavierabend Leo Birkenfeld. -- 7S8 Ubr (Kurssaal) Heuere Erinnerungen aus dem Meidlinaec Theater. 7a8 Uhr (Kiubiaal) Vortragsmestcr Stephan Kunz- ModerneDichiungen. — V»6 Uhr (Arbnierheim, XVI, Krcitncrgasse 61, Johann Strauß. * Bin««« 48 Stunden liefert das Herrenmodrbaus A. Boreusiein & Co , Wien, II., Hollandstiüße ('"e:tl»er Stcpliamesbaße) ls-, Herrengmdcroden :e>e Art nach Maß. Erstklassige Ausführung aus besten englischen Schafwollsi offen. tadellos in Schnitt und Ausführung bei sehr mäßigen Preisen. Gesiminngsg.nossen erhatleu Rabat:. * den Gottesdienst, der während der hoben Fe erläge vom ' Verein Jüdische Kinoersrcnnde ^cm>tt»üm mit Sr Eorwürden Ralb:ner Edelstein im Lokal des Vereines, II.. Obere Donanüraße 91, II. Stiege, ll. S'ock, veranstaltet wird, sind noch Sche ä K 200 und K 150 im Sekretariat des Vereines, U., Obere Dvnaufiraße 91, erhältlich. * De» neu« selbsttätige Dampswaschapparat „Fontan" kann mit Rücksicht auf die vn bluffende Einfachheit der Konstruktion und seine hervorragende Lersiimgr-fäknakeit mit Recht. als eine umwälzende Neucrmiy auf dem Gebiete der Wäschereinigung angesehen werden. Jede Hausfrau kennt die kostspieligen. zeitraubenden und anstrengenden Ardeilsvorgänge, die in der Summe den gefürchteten Waschtag ergeben. Desgleichen ist es überflüssig, über die Behandluna der Wäsche in den Wäschereien ein Wort «t verlieren, da jede Hausfrau darüber aus kigrner Erfahrung genau unterrichtet ist. Der selbsttätige Dampfwaschapparat »Foritän", lg-setzlich g« schützt, Paient affacmeldet. 'wäscht allein, ohne manuelle oder maschinelle Hilfe, die Wäsche blendend weiß und garantiert eine vollkommen schonende Behandlung derselben. Die Handhabung ist lehr einfach.^ Man stellt die ^Forrtän* in den Kocht, pf oder Kessel, gießt zu zwei Drittel Wasser hinein, legt hie vorher eingeweichte und eingrseiste Wäsche bis zur Höhe der Brause in. den Topf und läßt 7? bis */4 Stunden bei geschlossenem Deckel kochen. Dag kochende Wasser steigt durch das Rohr der »Fontän? in die Brause und übergießt beständig mit kräftigem Strahl die Wäsche, dadurch die Lösung deS Schmutzes und gründliche, .Keinigung Lei. größtmöglicher Schonung -der Wäfche chewirkeUd.. Hreränt wird die Wasche nachgespütt und geblaut. Wenn man die hohen Wäschr- und Reinigungspieise oder i?tc heutigen Kosten eines Waschtages in Ei wägung zieht, so ergibt eine einfache Beiechnung die Richtigkeit dieser Behauptung, t aß sich der Apparat „Fontän" an einem Waschtag bezahlt macht. D e re hemals sogefürcht et e W a schlag w i r d z u m K i n d e r s P i e l. Jede Hausfrau Überzüge sich selbst durch den Augenschein. Borjührung und Probewaschen täglich von 4 bis 6 Uhr bei ,Hrlson* G. m. b. H., Wien, lkl., Chwallagasse 3 (hinter Hotel Kummer), und in der Rotunde, Nordportal, Messestand Nr. 9009. Telephone 1075 imb'909/VW, * Unsere polnische«, jugoslawischen und rumänischen Leser machen w>r besonder« aufmerksam ans daS Inserat der Papierexportfirma Ernst Schwarz, Wien, IU., Radetzkysiiaßt 22 (Filiale Köln am Rhein, Auf dem Brhrlich 12, die zu jcter Zeit für Papier- und Pappenlieferungen leistungsfähig ist. * Die p. 1. Messebesucher, die ihren persönlichen Kleiderbedarf in Wien decken wollen, werden auf die Werkstätten für ie-ne Herrengarderoben nach Maß Spitzer L Markus, II., Hollandsiraße (frühere Stephaniestraße) 1, nächst Stephaniebrücke, aufmerksam gemacht. Das Haus hat sich durch seine kulante Geschäftsgebarung und geschmackvolle, tadellose Arbeit in erstaunlich kurzer Zeit daS allgemeine Vertrauen erworben. Die Fikma macht sich erbötig, während der Messe Herrengarderoben nach' Mc.ß in nur bester Qualität und AuSfühnmg zu Reklamepreisen herzustellen. * Schwachbegabte, schwer erziehbare Kinder. Spezialinstitut Eminger, XVIII., Schulgasse 45. * Zn« Schulbeginn bringt die A. G e r n g r o ß Aktiengesellschaft noch sehr preiswerte Kinderbekleidungsartikel, sehr hübsche F a l t e n a n z ü g e aus Modestoff von K 2400 aufwärts. Sch ü tz e »-J o p P e n mit Luchkragen von K 1700 auswärts. Steirerhosen (Fustian) van K '950 aufwärts. Einzelne Kniehosen von K 650 aufwärts. Herbst-Schulmantel (Okkaston) aus Modestoff K 530. FeineKnabenan z ü g e in verschiedener Ausführung. Givße Auswahl in Kindersocken und Kinderstrümpsen. K i n d e r-M a t r o s e n k a P p e n von 300 aufwärts. Billige S ch r e i b w a r e«, Bleistifte ufw. * Gerngroß-Schalstiefel aus I» Rmdjbox mit starker Ledersohle, Nr. 26 bis 28 K 886, Nr. 29 bis 35 K 998. Türnich n b e mit Gummisohlen, Nr. 31 biS 3b 262, Nr. 36 b,s 42 K 440, Nr. 43 bis 46 K 50a * Minjän des Sitten Kajemet (Jüdischer Nationalsonds. Keren Kajemeth le Jisroel (Jüdischer Rätionalfonds), II., Taborstraße 59, veranstaltet wie im Vorjahre einen Gottesdienst anläßlich der hohen Feiertage im Lokal deS Restaurant Bayer. Prater. Venedigers u. Der gesamte Ertrag der Karlen sowie der Nedarim streßt dem Jüdischen Nationalfonds zu. Karlen sind im Bureau des Keren Kajemrth und bei Herm I. A. G erst l, ll.» Mumbgafse 2/2S, z« haben. * Das ««genehme Gefühl, gut angezogen z» fein, verschaffen Sie sich, wenn Sie bei Schneidermeister Leo Hoher, XV., Mariahilferstraße 148, Jhirn Bedaif an Garde» obe decken. Große. Pelzabteilung. Eigene Maßabteilung. (Siehe Inserat auf der Thealersen«^) * Trotz de» enorme» Lener««» kann auch für wenig Geld srlbst der vrrwöhnirste Gaumen befriedigt »erde». Messebcsuchti weisen am besten und billigsten im Speifehaüs Pension Lent'ch. lX., Alserstraße 12 (beim Allgememe» «raukeuhünS). Jxemluuc Sveifväume. vouüalichr BedieuunLl Belehnungen aller Art 474 sowie sonstige bankmässige Transaktionen übernimmt '.u.B.Frfedmann&Ge. WIEN, I., WIPPLIWGERSTRASSE NR. 16. (Eingang Sci'wertgaBie St) Telephon: 61-8 Sr iniernrbnn. Strümpfe und Socken transit und für Export Leo Sussmann, Wien, I., Wipplingerstraße kV (Eingang Sehwerigaaae 2) 477 Die Ernährung. Die LebensmittelmärkLe. Das Ende der Messe trni vgesiern bere'ts in. der Großmarkthalle oeuilich in Erschemring. indem die Nachträge gegen die Bortaqr bedeutend nachgelassen hat. Die Preise blieben im allgemeinen unverändert. Gegen die vorige Woche »war Rindfleisch bekanntlich um « 30. bis 50 per Kilogramm teurer geworden, während sich Kalbfleisch nur bloß um K~io -rmaß ate. An F c t t herrscht nach w'e vor großer Mangel. Aiif dem Grftngrlm n kt waren Gänte. das Kilogramm bis nt K 4w, Enten b:s K 400. Hühnei von X F.20 bis 380 ancebbten. Stmische P o u l a r d s haben einen Rekordpteis von 480 (!) ver Kilogramm erreicht. Auf den Giünwarenmarkten waren Gemü>e und Obst in auSreichendcn Mengen vorbanden.. Anck die Kartofi el- .rnfribren reichen für den Bed.nf. In den Prisen ist keine Erlcrch'ernnq '--stzüsiellen. Eier fehlten auf den meisten Märkten. '_ Ahgabepreis VeS Plusmehl s. Infolge der sielen Steigerung der onsländischen Zahlungsmittel baten sich die Gesiehnngskosien dr(l Fe nmebles, das außerhalb r-er normalen Ratmn rm Änsmaüe von % kff ver Kovf und Wache,-nm Selbsikasirnvreis an die Bevölkerung abgegeben wird, oerait eilwbt, daß für die am ‘S. d. M.? eg!n«ende vierwöchige Ansgabkperivde der Äbaabepieis der O sierreichischen Getreidran^alt für dieses Mehl mit ss 108 per Kilogramm festgesetzt werden mußte. Der K l e r n v e r s ch l e i ß v r e x § tut dieses P.usmehl hnnbc vom Lmdeshaudtinann in Wien mit K 124 ver Kilogramm cstiinmt. Im übrigen bleiben die ''onsiigen Abgabebedingungeu unverändert. Ükrhohu«g -er Milchp»eise. Der Landeshauptmann für Ni-derösicrre'ch-Land hat mit Berordmmg vom 15. d. M., gültig ab 18. d. M.. aus Grund des Einverständnisses zwischen Produzenten und Konsmnentrn die Bezirksmilchprris: ab Stall um 65*/» erhöht. Fetta«s«abe. Vom 18. bis 2«. d. M. werden bei den städtischen Fetiahgabestellen 12 6kg Pflanzenfett (Paketware) zum Presse von K 23 gegen Abtrennung deS Abschnittes Nr. 262 der Mehl« und Fetlbemgskarte abaegebe». Organisierte Verbraucher erhalten 12 dkg Margarine zum Preise von K 20.40. Mehrausgabe. Vom 18. bis 24. d. M. wird */< kg Verfchleißnithl mnd V* bg Maisgriesi als normale Wochenration zum Klemverkaufsprerse von je K 21 per Kilogramm auSgegeben. Außer der normalen Ratio» wird ferner per Kovf an iedem Bezugsberechtigten V, PluZmeb! zum Preise von K 124 per Kilogramm auf die Mehlbrzuaskarte gegen Abtrennung des Buchstaben „I" am unteren Rande derselben abgegeben. Fusatzkarl» sie» Arbeitslose. Die neuen Zusatzkarten für Arbeitslose werden vom 21. d. M. an jedem Montag. Mittwoch und Freitag bei den Brotkommissionen während der Amtsstunden unter den bisherigen Modalitäten ansgegeben. Mehlawrayonier««- anlätzttch de» Ausstellung der Mehl- und FettbezugsKarte. Haushalte und Einzelpersonen, welche mit Ablauf der gegenwärtig gültigen Mehl- und FettbezungSkarte von der zuständigen städtischen Mehlabgabestelle zn einer Konsnmentenorganisation oder von einer solchen zur zuständigen städtischen Mehlabgabestelle übertreten wollen, müssen den beabsichtigten Uebertritt bis längstens 7 Oktober der zuständigen Brotkommission während der Dimststunden anzeia,-n. Literatur «. Wiffeuschast. Dr. Zeseph Dreurr. „Das Buch I e ch r § k e t*, übersetzt und erläutert. Frankfurt a. M. 1921. Verlag Sauger L Friedbrrg, X ». 412 S. Mit Recht beklagt man seit lange« die Teilnahmslosigkeit, mit welcher die jüdische Gelrhrtenwelt der modernen Bibelforschung gegenübersteht. Es ist ein geradezu «nerklärlicher Verzicht,, mit dem sie seit den Tagen der Binristen ihr ureigenstes Gebiet, die Bibel, christliche« Forschern zum Bebauen überlasse» bat. Wohl habe» diese durch ihren gi osten Fleiß »nd ihre» tiefen, wissenschaftlichen Ernst vielfach Dankenswertegeleistet, allein sie lasse« naturgemäß jenes auf zahllose» undefinierbaren Imponderabilien beruhende innere Verhältnis zu« Buche des jüdischen BolksgeniuS vermissen, das besonders der iüdrsche Bibelleser erwartet »nd anfordrrt. Darum sind wir einer jede« jüdischen Nenerscheimmg auf dem Gebiete der Bibelwissenschaft gegenüber geradezu günstig voreingenommen. Wenn trotzdem die vorliegende Uebersetzuna und Erläuterung deS Buches Jecheskel abgelebnt werden muß, dann liegt dies an seine« schwere« Mängeln in Anlage uuo Ausführung. Ein Bibelkommentar kan» entwü« streng wissenschaftlich mit den Mittel» der gramnutisch-historischen Auslegungsmethode seiner Aufgabe gerecht werde»M»d de» biblischen Autor uns auS seiner Zeit heran- «aheznbringen versuchen oder er vermittelt hem Leser das altgrheilrgte Wort in zeitgemäßem Grifte durch die Brille der Gegenwart. Auch daS hat mrstre>tig( feine Berech- : tigung. Der Erklärer, der den Ktudern seiner Zett genuggetan, hat sicherlich auch etwas geleistet. Und Jecheskel, der Galuth- Prophet, im Jahre von San Remo verdolmetscht — wer wollte eS da einem jüdischen Erflarer verdenke», daß er hie «nd da auch ein wenig ^unwissenschaftlich^ würde? l DaS »rnenchunene Buck ist ei» Band tuet Familienbibrl. Allerdings nicht in dr« he»kömmliche« Sinne einer Bibel für die Familie, sondern im besondere» Sinne einer Bibel von de r Familie, und zwar von der Familie Hirsch-Brener. Eamlo» Räfaü Husch. Mendel Hirsch. Rafael »nd Äosrf Breuer (Jirmijahu) in ihren Schuften bilden d e dogmatische BoranSietzung dieses Buches uns geben auch samt und sonders das Marterial für den Kommentar her. Auf jeder Seite find deren Smristen unzählige Male zitiert, s» daß der Leser den Eindruck erhall, der Be, fasset habe alle Stellen in den. Schriften seiner Fasnlimangehorlgen, in welchen irgendwie ans eine« B«s i» Jecheskel Bezug g nommen ist, nach Stichwörtern znsammengetra>irn und daraus mosaikartig seinen Kommentar zusammen», gestellt. Der Verfasser dieses JecheSkel-Bucher bleibt der erstere« Meihode bewußt fern. Nicht bloß in der Behandlung der «nfere« Propheten eigenen mvsissch-n Stellen, die er übrioenS vnüberseht läßt. — „Das Wort der Weisen, das dem Versuch, tiefer in de» Sinn ... eirnndringen, kür immer versagt, beißt uns aber de» -übsiind ehrfürchtender Scken stets vor Auaen halten, von de« jedes Unte taugen, in götil>ch?s Prophetenwort eivzndringen, aetrmen sein muß." (S. 4W ^in, auch überall sonst will er grundsätzlich von einer modernen Auslegvnqsmetbode nichts wissen. Von ganz wo anders her fließen die Quellen seiner Kraft. Und der r e i t g e n ö s s i s ck> « Geist, in dem dieser., Kommentar gehalten ist? .Mehr als se muß Jecheskel m unseren Tagen aebört werden, da e§ gilt, die gewaltigen Z'ele, für deren Verwirklichung das kteilige Wort des Propheten eie zerstreuten Glieder des Goitesvolkes gewinnen will, >n ihrer von verwvirenennnderbärmlichenTaaesm e i n n n gen lo?aekösi''n Klarbeit sich vor Augen zu halten?, sägt der Bers.isser/ rm Geleitwort. Und er hört Jecheskel „in unseren Tagen", oberer hat unseren Augen zu keinerlei Klarheit verhol >en. Sr. rS. Mab'nvrarmth Tagore: „Die Nacht, der Erfüllung." Kurt Wölff-Berlerg, München. Dieses was Tagöre betrifft,, außerordentlich produktive Verlag bringt kurz nach des Meisters philosophischem Werk „Gadhana" ein-?n Band Erzählungen des. Inders. Wer^ sich nicht von der Mode, die Tagore als Favorit^ proklamierte, einfangen ließ, wird unbeirrt vyn Suggestion dieses Buch lesen, mit nachhaltigerem Gentiß, wenn er nicht weiß, in welchen widerlichen Formen sich diese, erst letzthin von Vortragsagenten und Journalisten und ihrem snobistischen Anhang weidlich ausgenützte Koniunktur .präsentieren kann. Wir lesen wahrhaft ergriffen die Erzählung«» diirses Buches, nur zwei, die unter dem Einfluß eines humoristisch sich gebenden Wesens entstanden, stören den Kreis unseres Gefühls. Die natürliche Einfachheit — des Gehens, des Erlebens wie des Wiedergebens — ist mitunter verblüffend, die Einfachheit der aus dem Dvrfleben Indiens genommenen Vorwürfe, die Einfachheit der aller Künstelei fernett Sprache, die die Uebersetzung ahnen läßt, ist Spiegelbild eines tiefen, nrprimitiven Fuhlens, das nur dort verengt wird, wo es Tendenz wirken will: in. der letzten Geschichte dieses Buches, die abfticht von den anderen, e&ett weil sie wirken will . . . Wie in allen Werken dieses Inders sind es Kinder und Frauen — wahre Kinder — die handeln; leise Melancholie, die aus einem harmonischen Sichern schmiegen in den Ablauf der Ewigkeit schwingt, ist in ihrem Schicksal. Tagvre ist ein großer Künstler, solange er nicht hem Einfluß des Westens unterliegt. Ein weicher, zarter mrd doch gewaltiger Geist, der voll und ganz ouswirveu kann, wenn die Konjunktur über ihn hinweggeschritteri.sein wird. Eugen Hoeflrich. freie jPdlsche Volksböhne VS* Sch’ma Isruel v.8Di».: EISIK SCHEFTEL TOB öwrip Dt*** Drama i» S Akten ▼ob Darid Pinaki Yersteigernngsamt Dorotheum Wien,Dorotheergasse 17 — Telephon 9162, 2916 - Spezi alaiiktion zur Wiener Messe Donnerstag den 22. September und Freitag den 23. September 1921 im FranirJosef-Saale, L Stock- Kunstmobiliar, Schlafand Speisezimmer, Salonnni Klobgamitnren, Laster, Oelgemälde, Miniaturen, Perser* and Inländerteppiche, Antiquitäten, kunstvolle Arbeiten in Silber, Bronze, Marmor,Glas u.dgL Keramik: Vasen, Aufsätze, Speisesenriee, Verschiedenes. «o Schaustellung t Dienstag den 20. und Mittwoch den 21. September 1921 von 10 bis 6 Uhr nachmittags nn Franz-Josef- Saale und den Nebenräumen, I. Stock (Lift), Interessenten wollen zweeks Zusendung des Katalogs ddirektüm ihre Adresse ehestens der Zentraldirel geben. bekannt- Bühne und Kunst. Wiener Stadttheater. (Zum erste» Wale ,Kv»sta«ti» Strobel", LnsisPiel in vier Aufzügen von Georg Kaiser.) . Würbe man nicht fremde Stimmen hevaushören, vor allem Sternheün, dessen Stil der Autor (soweit dies eben möglich ist) recht skrupellos nachgeahmt hat die Freude an dieser Novität wäre ungemischt. Kein: Lustspiel, sondern eine grimmig«, blutige Gwteske. . Sie gilt dem „heiligen Pflichtgefühl" des Pedanten. Konstantin Stwbel, der deutsche Mitdelschullehrex, den sei« Mütterlein schön wie Siegfried nennt, wen» er die hoch geschwellte Brust in den Bratenrock hüllt, hat st» Judith Vierkant geworben und sowohl Papa Vierkant als auch der Erwählten eine säuberlich angefertigte- Anfstelümg unterbrettet, w«aachj es. ihm ft» aibjkhbspeo ^91894

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.