Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 949 (17.9.1921)
- Date
- 1921-09-17
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Wien Samstag ftoflfatgtaX, StislSkaserne (Papiermcffe), alle Wiener Handel-, akademie, SamStag d e n 17. d. M. um 6 Uh r abends geschloffen. Dagege« bleibt die Theater-, Konzert rmd Kinomeffe mit ihren Gruppen LsxnSmöbel, Made, Buch. Graphik fämtl'che in der Hofburg) und Musikinstrumente (im Mufilvereinßgebäude) dis inklusive Sonntag de» 25. d. M. geöffnet. Die fremden Einkäufer auf der Wiener Messe. Gelegentlich einer Umfrage nach dem Heimatland der zur Wiener Internationalen Meffe emgetroffeucn fremden Besucher hat sich d e Überraschende Tatsache ergeben, daß nach Angabe der größten Bankfilialen auf dem Gelände der Rotunde das Hauptkontingent der E nkaitter, welche in der genannten Bankfiliale ihre fremde Valuta gegen österreichische auStauschen, die Tschecho- Slowaken stellen. An zweiter Stelle der Kunden, welche als unmit elbare Einkäufer der Wiener Internationalen Messe anzujchen find, kamen bie Holländer, dann die Schweden und Reichsdeutschen. Konferenz des Bundes jüdischer KriegsLeiLnehmer „Cheruth". Sonntag um 9 Ubr vormittags findet im Bureau des Indischen Nationalfonds, W en, Taborstraße 59. eine außerordentliche Koittertrn der leitenden Mitglieder des Weltbundes jüdischer KriksSteiluehmer ^Cheruth" unter dem Vorsitz des Präsidenten Wladimir I a b o t i u s k y, Mitglied der zionistischen Erekut-ve sta!t. Eintritt haben nur Mitglieder des „C h e r ü t h" und geladene Gäste. Tagesordnung: D i e Organisation deS ^Cheruth" und die Schaffung von Kolonien des „Cheruth" an den Grenzen Erez Israels auf dem Boden des KerenKajemeth. Der BriLarrLendiebstahL beim Edelstein- Händler Herzl. Die zwei verdächtigen Amerikaner. Wie schon kurz berichtet, ist wahrscheinlich am 14. d. M. v-i dem Edelsteinbändler Artur Herzl, I., Spiegelgaffe 13, ein Diebstahl, unter sensMonellen Umständm begangen worden- Es wurden vom Ladentische und aus einem Juwelierportefeuille 13 Strick Brillanien ungewöhnlicher Größe IM Gesamtgewicht von 25 und 180 Karat, Diamanten, Rauten, zusammen im Werte von — nicht, wie ursprünglich gemeldet wurde, sieben, sondern — d r e i z e b n M r l l i o n e n Kronen gestohlen. Die Erhebungen über den Diebstahl ergaben folgendes Resultat: Der Diebstahl hängt aufs innigste mir den Usancen bei Edelßeinkänfen zusammen. Da liegen auf dem Ladentische VorttseuilleS. die e-gens dafür konstruiert sind, mit Taschen, in denen die Papiersäckchen mit Millionenwerten verwahrt find. Kommt ein Kunde, werden die Portefeuilles aufgeklappt und nran bietet ihm die Säckchen mrt den kostbaren Edelsteinen an. In Betracht als Käufer kommen, gewöhnlich vertranenSwürdige Leute, die von Agenten empfohlen und begleitet werden. EiiG solche?- Agent ist der in der Ketteubrück-mgaffe 23 wohnhafte Jakob G r u b e r, der die beiden Amerikaner, ans die nun der Verdacht ‘dfl?/ im besten Glauben zu den Brüdern Herck als Käufer gebracht hat. Als das Fehlen der beiden Säcke mit den Brillanten und D-amavt n im Werte von 13 Millionen Kronen entd:ckl worden war, Innen die Chefs der Firma alle Kunden, die in den letzte!? Tagen Vorgesprächen. Revue pa'fieren. Man erinnerte sich, dan die beiden Amer-kaner rS waren, denen man ^en Inhalt dieses Portefeuilles gezeigt hatte. Während bei den anderen Kundin meist zwei bis drei der Brüder Enael im Lokal weilte», war, als die Amerikaner zugegen warm, bloß der eine der Chefs anwesend gewesen und m't ihm der Agent Blum, deffe« Aufmerksamkeit aber fast unuulerbrochen von den Vorgängen am Ladentisch von einem der Amerikaner abgclenkt worden war. Der zweite Chef war wohl ab- und zugegangen, hatte sich aber nicht länger im Lokal aufgehalten. Herr Gruber aber war so im Gespräch gestanden, daß ec dem Ladentisch den Rücken zukehrte. Der Amerikaner beim Ladentisch hatte einmal den Block drS Herr» Heiyl erbeten und ihn vom Ladent.sch in die Höhe gehoben; es wäre ganz gut möglich gewesen, daher, sehr geschickt allerdings, in die Leiten des Blocks die be?den dünnen Säckchen mit dem Milliouenwerleri gesteckt und später ebenso unbemerkt wieder hinausgenommen hat. In der Wohnung Gruders find die Amerikaner am 13. d. M. erschienen. Sie brachten eine Empfehlung von einem Geschäftsfreund Gruber)? aus Rew-Aork und sprachen die Absicht aus, größere Partien Edelsteine zu kaufen. Gruber führte die Amerikaner aus ihrer Plivarwohnuug, Nitielungcngasje 15, zur Firma Herzl, wo sie für 380 Dollar Edelsteine kauften. Sie kamen dann in Beoleirung Grubers noch cinmai, doch, war ihnen der Preis für die vorgelegten Sterne hoch. Sie beiuchten' dann nnt Gruber noch einen Silberwarenerzeuger in der Leopoldstadt und verschwanden plötzlich, ohne sich empfohlen zu haben. In dem verlassenen Zimmer der Amerikaner fand die Polizei eine Brieftasche. Außer einer immerhin beträchtlichen Summe in fremden Valuten in der Höhe von etwa K 200.000 fand man in der Tasche Rechnungen und Belege, auS dme« hervorgeht, daß sie sich am 27. August an Bord des Schiffes „Baltic" der White Star wne in New-Aork eingeschifft haben; ein Konzcriprogramm vom 3.d. M. von hoher See bezeugt, daß sie die Ueberfahrt machten. Am b. d.M. ist die ».Baltic" in Liverpool gelandet. Am 6. d. M. hat sich das Paar in London aufgehalten. Auch m Paris scheinen sie gewesen zu sein. In Wie« sind sie, wre gefaßt, am 13. b. M. vor 7 Uhr früh mit emem Fernzng ter Westbah'! angekommen und mit einem Automobil nach d.u: Hause N hetuunena [jt lv, ge.ahreu Wiener «orgen-ett»«- 17. September 1921 Sk. 949 Nach einer Vorgefundenen Schneiderre'chnmrg scheint der eine von ihnen Nubinstem -oder Rubin zu heißen; so hat er sich auch dem Agenten Gruber und seiner Familie gegen- Aber vorgestellt. Auch die Schneiderrechnung lautete auf den Namen D. I. Rubin. Hier haben sie auch! im Cafe« Atlantic verkehrt. Von ihnen liegt auch eine ziemlich genaue Personsbeschreibung vor. Der angebliche Rubinstein ist etwa 178 Zentimeter hoch, hat dunkles, beinahe schwarzes Haar, bas er seitwärts gescheitelt trägt, ist auffallend hübsch, hat schlanke Taille, schmales, längliches, glattrasiertes Gesicht, gerade Nase, gesunde Gesichtsfarbe. Er trug Giraroihut oder 'hellgraiien Tuchhüt, weichen Hemdkragen mit langen Spitzen, Seidenhemd, hellgrauen, vertikal gestreiften Anzug, rotbraline „Ochsenblut"schuhe, schwarzen Ueberzieher mit Seidenfntter und schwarzem Samtkragen'und an dem kleinen Finger der . linken Hand einen antiken Ring in eigenartiger Windung mit Stein. Der andere ist etwa 32 Jahre alt, kleiner, (165 bis 170 «Zentimeter hoch), untersetzt, hat blasses Gesicht, Falten von der Nase zum Munde, schwarzes Haar, dunkle Äugen, etwas gebogene Nase und ist auch glatt rasiert. Er trug hellgrünen Hut, weichen Kragen, Seidenhemd, grünen, karrierten Anzug, rotbraune Schuhe und Regenmantel (Marke ,Kläger"). Beide scheinen Amerikaner zn sein. Noch im Laufs der Nacht find etwa 30 Telegramme zu ihrer Verfolgung mit einem Kostenaufwand von 30.000 Kronen erlassen worden. Auf ihre Ergreifung ist eine Belohnung von 8 Pryzekit des Wertes der zustaildegebrachten Juwelen ausges'tzt. * Prüfident Masaryk hat gestern vormittags seine Reise zum ersten ofstsiellen Besuch mehrerer Städte in Mähren, der Slowakei und Karpathorußland angelreren. * Kolonie Oesterreich und Iaar Anstria. Die Pflanzung des I a a r Austria, welche bckanntlrch eine Zeltlang in Frage gestellt war, ist nunmehr durch seine Bestimmung als Koloniewald für die Kolon e Austria gesichert- Seine Anlage stellt eine der w-chtignen Vorm betten für die Schaffung dieser neuen Anstcdlung dar. Es müffen daher alle Anstrengungen gemacht werden, um die Sammlungen für diesen Wald so bald als möglich absch 1 ießen zu können. Di: Bemühungen, die die österreichische Sammelfielle im Verein mit den OitS- und Bezirks- Mitteilungen ans dem Publikm. ZUR VERLOBUNG unserer Verwandten Fräulein Anna Katz aus Waschkoutz mit Herrn Moses Rabimowlcz gratulieren herzüchst Ephraim Rath und Frau 9 iss IV., Blechturmgasse 16,17 laden aUe ihre Freunde, Verwandten, Kollegen und Bekannten zu ihrer Trauung, welche Dienstag den 20. September 1921 um 7*4 Uhr nachm, im Tempel II., Leopoldgasse 29, stattfindet, höflichst ein. Telegramm-Adresse: 11., Ybbsstrasse 6. 2*3 Signet Company GS-es. m. To. IEEE. Wien, VIII., Alserstrasse Nr. 23, Mezzanin Besuchen Sie uns zur Wiener Messe!' Hofstallunsen, Stand Nr. 219 (Gruppe 7) Galanterie-, Bijouterie-, Elfenbeinwaren Hofslallungen, Stand Nr. 693 A (Gruppe 4) Luxuswaren — Wiener Heimindustrie Alte Handelsakadeptle, Stand Nr. 2584 (Gruppe 23/24) Photo-, Dental-, med.-chirurg. Artikel Rotunde, Stand Nr. 5657 (Gruppe 23) 9124 Chem.-pharm. Artikel ^Äk-llein.vorlrä\ifoT für das ^.uslaxid gesucht 1 W Messebesuchern liefern wir „Ä. feinste Herrengarderoben L in prima Qualität un<{ Ausführung za konkurrenzlosen Preisen. B151 Gslbard & Fürst, Wien, II., Hollaodstrasse >6 su,S’^.u) Echt polnische LjJijjfß Kostproben gratis!! I Hermann Pordes, Wien VI. Gumpendorferatraese Nr. 89 lliaiBIIIIIIISIIIIIIBIIIIIIIIIIIIIII Kommanditgesellschaft Dr. Kindler & Co. 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