Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 946 (14.9.1921)
- Date
- 1921-09-14
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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Sk. m Wien. Mütwoch Sviener Mor-errzettims 14. September 192L Bühne und Kunst. «Eifik Schestel" i« der Freien jüdische« Volksbühne. Ei« Maßstab r Seit langen Jahren kenne ich dieses Stück, sah eS vor zwölf Jahren zum ersten Male aufführe«, habe es später ans deutschen und jüdischen Bühne« wiedergrsehr«, bin vom häufigen Theaterbesuch abgestumpft, abgebrüht, fitze in diesem kleine« Theatersaal mit der Nußschalenbühne ber der Generalprobe und bin entflammt wie ein Oberzhmnasiast. Ein Maßstab für da- Außerordentliche dieser Vorstellung. David PinfliS „Eisik Schestel" ist längst gewürdigt. „Arbeiterdrama"? Das Wort ist zu eng für den Inhalt. Die Klage, daß auch das Talent ein Monopol der Besitzenden geworden ist, daß der göttliche Funke in der Brust des Lohnsklaven ersticken muß oder der Lobnstlave zugrunde gehen, wenn er rhu hütet und «tfacht, ist wohl der ergreifende Grundton der Dichtung. Aber das Schicksal des Eisik Schestel. der sich n'-cht abfinde« kann, der stirbt, nun« er sein Werk verrät, zerbrechen muß. wen« er die ersov»e»en Maschinen zerbricht, die tragische Gestalt diese- Proletariekragt audem Milieu -eS schmutzigen Kellerloches und der trostlose» Arlmtsßätte ins Allgemein-Menschliche. Paul Barato» lDen Zwi) gibt dm Echt Schestel. Mau war begierig, wie dieser riesmhast gewachsene Mann dem stummen, ausgemergeltm Grübler beikommrn wird, der »»endlich duldet, bevor die Venweiflun, aus ihm schreit. Er 'st ihm derart brigekommen, daß man sich Ersik nur mehr so vorstellen lau», wir er ihn spielt. Sein Kanstverstand und eine kongeniale Regie (Isaak Deutich) haben aus der Not eine Tugend gemacht. Da »st in der Keller«oh«uvg hoch oben in der Wand ei» Fenster a«Sgebrochen. Wen« Esik zerquält ist vom Klagm seines Weites, vom Lallm des irnn BalerS, vom Weine« deS Kindes von den blöden Rede» deS junge« Gecken, der ihm läppisch seine Kr<ise stört, schleppt er sich zu diesem Krllersenster, reckt sich hoch auf, starrt hinauf in den Himmel mit «nvttgeßlicher Ikarus-Geste, mit unvergeßlicher Gebärde der Sehnsucht nach de« Höhenflug, der ihm verfilzt ist — «ud man steht den Ersik Schestel fortab nur mehr so, wie ihn »ur Ben Zwi darstellm kan«, weil er zu diesem Neuster dinaufragt «vd weil chm diese Gebärde gegeben ist. Wenn Eisik im zweetm Akt dem Fabrikanten Aug' in Aug' gegenübersteht, aufgrricktet. breitspurig, während die verschüchterten Proletarier ringsum für sein Schicksal, das bedecket: für fernen Hungerloh» beben, verkörpert der große, schwere Man«, wie eS kein früherer Ersik vermochte, das Lied: „Wenn der starke Arm nur will, stehen alle Räder All." Und kein« konnte, wie Be« rjwi, der starke und seelenvolle Mann, im Schlußakt so glaubwürdig berichten, daß er i« Schmerz um seine von ihm hingrmordklen Erfindungen draußen im großen Wald mit den Fingern die Erde aufgewühlt, mit den Zähnen die Baumrinde losgeriffen, mit den Armen dre Stämme gerüttelt hat und geschrien, geschrie», als schreie die ganze geschundene Menschheit auf. Beile, EifikS Weib, ist Noemi R a t a n. Sie keift nicht, sie sticht, wie mit seinen Nadeln — «nd sorgt sich nach jedem Stich um de» Mann. Nicht «ur Brorsorge drückt sich m ihrem Jammer aus, sonder« Empörung über Vernachlässigung, LiebeSbuuger. Warum antwortü er anderen und ihr nicht? Warum hört er nicht, wenn man sie beschimpft, warum nimmt er sich ihrer nicht an, wenn man ihren Topi von der Feuerstelle foitschiebt? Und Neid, LiebeSneid! Wie sie giftige Blicke schießt, wie sie unruhig wird, wenn die jungen Mädchen mit den Burschest schäkern. Und wie sie saffungSlos zusammenklappt, wen» Eisik koSbricht, wie aus dem schrillen Diskant ei» wimmerndes Wickel« wird. Man muß diese Berlörperung der beschränkte», leidenschaftlichen, unglücklichen Dutzeadfra» gesehen haben. Solle« wir audoreEmzellechunge» nennen? De» prachtvolle» „Komödianten" des Herrn Deutsch, den ganz hnvorragenden SchnapSfreuud Bare des Herr« R e i ß « a » n (Typus: einer, der die volle Flasche ebensowenig sehen kan» wie ei» leidendes Antlitz), die «rwüchsige Krämer« der Frau Deutsch, daS rassige Blitzmädel deS Fräulein Körner und die vielen «»deren lebensvollen Figuren? Die Einzelleistwtgeu gehen ja doch i« Gesamtbild wundervoll unter und daß Bezeichnendste ist ja doch, daß diejenigen, die daS Stück in der deutschen Aufführung sahen (sie «achte damals Aufsehen), erst h i er de» „Eisik Schestel" keunm lerne« werden. Man vermittelte ihnen damals ein Bild aus der Tiefe, grau in Gran gemalt, von bedrückender Eintönigkeit. Jetzt aber erfahre» sie, daß dieser erste" Att überaus lebendig nnd vo» packendst« Steiger«»-, daß die erste Halste des zweite« Aktes von prickelnder Frische »st Und von Humor überquillt nnd daß der ganze dritte Akt zu den erschütterndsten Theatereindrückm gehört. Der Freie« jüdischen Volksbühne ist mehr geglückt als eine künstlerische Vorstellung. Sie hat da- Werk einer Dichters, das verstaubt und entfärbt war, in seiner köstlichen Schönheit wieder hergestellt. Otto Abele». Freie jüdische Volksbühne ÖSÜS^näilk Scheffel ’srütfffiB A«s den Theatern. Im B u r g t h e a t e r gelangt morgen, Donnerstag. »Macbeth" zur Aufführung. Anfang 7 Ahr. Im O p e r n t h e a t e r acht morgen, Donnerstag, »L o h e n g r t«" in Szene. Anfang 7 Uhr. In der B o lk s o v er wird heute, Mittwoch, »Die Fledermaus", mit den Dame» Rantzau, Weiner, Mufil. Linke und de» Herren Preuß, Brand. Markvwsky, Bonn »nd Beer gegeben. Dirigent Herr KrauS. I» der Konzertemlage des zweiten Aktes findet eine Tanzeinlage der Primaballerina des Opermbeaters Elsa v. Strohlendork und ein Auftreten JvSma Selim-Dr. Ralph Benatzky statt. Begiun 7 Uhr. Heute, Mittwoch, 7 Uhr abends, verabschiedet. sich Iba R o l a u d an der R e u e n W i e» e r B ü h » e in „Die 3 a r i n". — Engen I e « s e n wurde für r>ne BtrlövMMtz tnue» GaSünels m wette« acht Tage ßtuwuua. Sport. Hasmonea—Geritas 2:2 (0*2). In einem unglücklich gefübrrm Kampfe mußte sich da'monea mit emem unentschiedenen Ergebnis mftiedengeberi. Die Blau-Neißm waren ihrem Gegner in allen Punkten über«egen. Verlkas, der in stärkster Ausstellung antrat, gab nur in der rrstm Halbzeit einen ebenbürtigen Gegner ab. In der zwenen Svieihälste schnürte« die Hasmdneaner Veritas vollständig em. Zahlreiche Fehlichüffe und das glänzende Ve'teidigungStrio von VerrtaS verh-nderte» zählbare Erfolge. Schächter, der nach Seitenwechsel aßein m der Brrteio-gung irrig war, wrbrte vereinzelte Dnrchbrüche der VerrtaS-Stünner sicher ab. Der schwächste Mannschaftsteil war diesmal der Sturm. Bei Veritas befriedigten außer de« Verteidignnastrio Susin und Drexler im Angriff. Die Deckung versaute, Sofort nach Beginn >st Weiß mit einem unhaltbaren Schuß für Verstas erfolgreich BaH daraus erhöht Drexler auS einem Elfmeterstoß den Stand auf 2: 0. Hasmouea gibt das Spiel nicht verloren. Nach Seitenwechsel gelingt es Hasmonea erst in der 30 Minute, durch Eisenmaher emzusenden. Einige Minuten spä'er kann Schirok durch «ne» schönen Köpfler ansglrichen. Schiedsrichter Brauner. Tartbstrrmnie« F. C.—Hagibor II 4 :3. Unverdiente Niederlage der H ^gibor.Rrferve. Tore für Hagibor: Roßmann 2 «nd Deng. SchredSiichter Fedrid sehr gut. Ehern^h-Ükeserve-Achi« I 2:1 (1:1). Schöner und spannender Kanlpf. Die Tore erzielten Lichtenfeld für dre Sieger und Ka>l für die Unterlegenen. Ein guter Schiedsrichter war Herr Wolfsovn. Die Meisterschaft. Am kommende» Sonntag wird die Meisterschaft »>t fckaendm Spielen festgesetzt: 1. Klasse: Hertha gegen Rudolssyügel, Vrenna gegen Hakoah, Sportklub gegen W. A. F., Wacker gegen Simmering. F. A. C. gegen Adwira, Am««eure gegen Ostmark. — ll. K l a s s e: Donanstadt gegen Cnckrter, Ottakring gegen Slovan. Sturm 1914 gegen Nnßdorf. S. Sp. B. gegen Blne Star, SB. A. C. gegen Germania, Bewegungsspieler gegen Red Star, Rennweg gegen Gersthof. — In der IV. Klasse, Südost, spielen unter anderen HaSmomea gegen Hazair, Kadima gegen Athen, Hrchawer gegen Vindobona. Ätzgewiesenes BeanatzisuntzSansuche«. Ein von der Hakoah für den aus drei Mo»ate disqualifizierten Max Grünwald erngereicktes Begnadiguugsawuchm wurde vo« Vorstand des Nieoerösterreichrschen Fußball-^erbandeS abgrwiesen, da die Befürwortung deS Straf- und MeldrauSschusseS fehlte. Am 26. d. M. geht die Disqualifikation GrüuwaldS zu Ende. Spielklnb Moriah. Heute, 7 Uhr, Vollversammlung in Pöndrls Gasthaus „Zum Kleeblatt", Prater Rr. 17S. Anschließend Vortrag. Die Akademische Sportabteilnng Juda« beabsichtigt, heuer ihrer sportlichen Tätigkeit eine breitere Basis zu geben. Außer Fußball sollen Leichtathletik, Fechte» «nd Schwimme» betrieben werden. Auch gesellschaftlich wird ein engerer Zusammenschluß ansestrebt. Diel-s Progranckr ist aber nur dnrchiüdrdar, wenn sich eine enffprechrnde Anzahl ernstdenkender, disziplinierter Akademiker zusammeufindrn wird. Inwieweit d»eS der Fall ist, wird die am Donnerstag den 1b' d. M. »m 7 Uhr abends im Ecks Atlashof (Asvrrnplatz) stattfindende Vollversammlung zeigen. Bankhaus M. ROHATYN Wien, L, Maria Thereaienstrasae Nr. 10 Telephon 20-3*63. «z Durchführung sämtlicher Bank -Transaktionen. An- und Verkauf sämtlicher Devisen und Valuten. | ——WB——a——o—o—n——gwn—w.imniiw1 «iiwhh ronia Der Volkswirt. Gestempelte Krone — —.45 Ce«ti«e». Auszahlung Wie« - —.52 Ceutimes. Steuer Rsirkgang. In Zürich notierte: die österreichische Krone . . . — .52 (—.55 s« 13. September) die österr. gestempelte Krone. —.45 (—.46 am 12 September' die tschechische Krone .... 7.05 l 7.02 am 12. Srptemb« die Mark. 6.55 ( 655 am 12. September ilgra» . ..... .. . 2.75 (2,90 am 12 September) Bukarest .V . . . 5.10 5£0 a« 18 September) Budapest . . » .-»««d . 1.M ( 1.30 am 12. September Marschau ......... —12 -.15 am 12 September) Val«tenha«sie ohne G«de. Auch gestem fand die Valutenhausse ungeachtet der bevorstehenden Kreditaktion ihre Fortsetzung und es kam zu neuen sprunghaften Steigerungen, wozu der Rückgang des- Kronenkurses in Zürich noch beitrug. Infolge der fortgesetzten Kronenslucht «nd andauernd stürmischen Nachftage nach ftemdm Zahlungsmitteln steigen die Valrttenpreise ins Uferlose. Dollarnoten erhöhten sich bis K 1499, englische Pfund K 5990, Lire L 6128, Schweizer Francs K 251*25, tschechische Kronen K 1766. Z« folgenden die offizieüen Schlußkmse: Amsterdam 46 2M).— Geld, 46.800.— Ware (gegen 12. Sept. 43050.— GÄ. 48.150.— Ware), Agram 618.—, 6(7.— (616.—, 620.—), Belgrad —(2466 — 2*76—), Berlin 1868.—, 1369.- (1297.—, Brüste! 10380 -. 10.370.- 9805.—, 9145.-), Budapest 846.25, 809.25 (297.50, 800.50), Bukarest 1240.-, I960.- (1245,-, 1355.-). Christum« (17.425.—, 17.476.—X Kopenhagen 26.625.—. 25.676.— (28.385.-, 30375.-). 5427L0, 64*7.50 (5060.-, 5080.-), Mailand und Driest 6165.-. 6135.- (5810.-. 5880.-), «wa^aek 1455.-, 1450.- (1868.-, 1857,-). Pari« 10.450-, 10.520/— (9880.- 8970-), Prag 1762.-. 1768.- (1652.-, 1658.-). Sosta 9«5.-, 915.- (902.50. 942.50), Stockholm 31.370.—, 31.430.- (29.070.-, 29.130.-), Worscha» und Krakau 29^0. 81.90 (80.-, 82.-), Zürich 25.175.-, 25 226.- (N.075.—. 28^25.—), Madrid —.—, — (17.110.-, 17.190.-), Dollarnoten «39.—, 1448 - (1336.-, My.7-).ML«tzeLr»rrn.14LM.--. 10320.- venev Bulgarische Note» 875.-, 885.— (875.-. 885.-1. Dänische Roten 25.275.—, 25.325.— <23.125.—. 83.175.—), deutsche Markuottn 1351.-. 1357.— (1295.-. 1M1.-), englische Note« b99k>.—. 5ilO-(6*2S.~.S04S.—). fro»«ch« Moira 10.455.-'J 10.495.— (9900.-, 9940doWndisch- «oten 46150.-; 46.250.— 42.975.—. 48.075.—), italienische Note« 6125.—, 6145.— (5755.—, 5775.—), unabgestewpelte jugoslawisch« Noteä 2440.-, 2460.- (2446 - 2466.-), norwegffche Noten 18.275.-^ 18L25.- (17.225.- 17.275.-), polnttebeMarknolen SS.-, 34.-^ (32.50. 84-50), Rumämsche Note« 1252.50. 1262.60 (125k—.1 1265.-. Russische (Rom.) Schwedische Noten 31 020.-. 31.080- (28.870.—; 28.930.—)j Schweizer Noten25.125.—, 25.175.— (23-025.—,23.076.—\ tschecho-j slowakische Noten 1756 1762.— (1647.—. 1658.—), ungarische! Noten neuer Emission 306.25, 309.25 (296.50,301.60), Spanische Noten — Wirtschaftsbericht aas Rumäaien. Aus Bukarest wird der „Weltwirtschafts-Zeitung" br-j richtet: Rumänien hat i« FriedenSvertrag gut abgeichnitten. I» der Walachei liegt Getreide für ganz Europa. Siebenbürgen ist reich! an Erzen, Eichen- »nd Buchenwälder vermehren die Schätze dcS Lande-, zahlreiche Wafferkräste könnten billige Betriebskraft liefern, kurz, in Rumänien l egen die Bedingungen eines gediegenen Volkswohlstandes uud der Macht des Landes. j Wie aber fteljt rS in Wirklichkeit ans? Die Valuta ist der Puls deS Landes, und da finden wir, daß der L e u zeitweilig sogar tiefer — als die deutsche Mark stand.-So notierte man zum Beispiel Ende Mai 1931 in London für ein Pfund Sterling 220 Lei bei einer Parität von 25.2. Woher rühren nun die Nöte? Man sieht, die Freude der »Siegerstaaten" ist keine ung^trübtr. Rumäniens Achillesfcrsr war von jeher der Mangel an TrauSportmöglichkeite», , und was nützen die schönsten Schätze der Erde, wenn man nicht zu! ihnen gelangen kann und niemand sie herbeizubringe« imstande ist.! Da Rumänien, statt neutral zu bleiben, sich in den Krieg! hineinzithen ließ, konnte eS seit dem Jahre 1916 auch keine produktiven Arbeiten «ehr leisten; eS zerstörte nur und wurde' zerstört. Weder W«gen noch Lokomotiven wurde» seit dieser Zett im eigentlichen Sinne ausgrbeffrrt, geschweige denn neugebaut, obschon die Abnützung alle zesunden Verhältnisse überstieg. So finden wir jetzt die unglaubliche Tatsache, daß für; ein Netz von 15.000 km nur 300 Lokomotive» zur! Verfügung stehen, während die zehnfache Menge gerade ansreichew würde. Hiebei darf man aber nicht übersehen, daß, zumal fci-famj Mangel an Fahrstraßen in Rumänien, das Netz an »nd für sich! schon viel zu klem ist. Beinahe hätte man bereis de« ganze»/ Verkehr rinstellen müssen, wenn in letzter Stunde nicht noch dev dringendste Bedarf an Lokomotiven a«S Amerika, der Tschecho» Slowakei und aus Deutschland hatte beschafft werden können«' Um dieser Rot allmählich zu steuern, will man ein modernes Mittel aller rückständig»» Länder ergreifen, »ämkich a«f der» Wege der Konzes sion an ausländische Gruppe» die Eisenbohnwerkstatte» übertragen. Rußland wußte sich keine» anderen Rat «ehr, als die Praxis gezeigt hatte, was der sogenannte „Gemeinwirtschastssinn" leisten kann, «nd die Rumänen können aus sich heraus auch nicht die notwendigen Triebkräfte erzeuge». So wnrde« denn die altrumänische» Etseubahnwerkstätte» an die mglffche Garvens Limited übergeben« die sirbknbürsischen aber fiele» an den französischen Vulkan? diese Firmen haben die Aufgabe übernommen, in dm nächsten siebe« Jahren je 2500 Lokomotiven, 1&O0 Personenwagen und 15.000 Güterwagen z» beschaffe». j Einige Unternehme» habe» zwar in der Zeit der größte Rot sich dmch die Schaffung eigener Lastkraftwagen-! l i n i e n von Bukarest «ach Gimgin zu helfe» versucht, da die Häfen «nd Bahuhofe kilometerlang mit Waren verstopft lagen, so daß die angeschifstm Güter oft i« Freien lagern mußte« «nd verbacke». Leider ist dieser Versuch auf di« Dauer nicht durchführbar, da der Kilometer der im garten 80 km lange« Strecke je 2 Lei kostet. Bei dem gänzlichen Daniederliegen des Wirtschaftslebens können »ahrrgemaß auch die StaatSfi»auzen keine geordnete» sein. Seit fünf Jahren wurde erst jetzt,wieder ei» Etat vorgelegt, der die rumänische Staatsschuld auf 27.31 Milliarden Lei^ augrbt, wobei man aber nicht übersehen darf, daß die lk/a Milliarde»! betragende ausländische Schuld «ach der Friedrnsteiyarität berechnet/ ist, so daß sich diese Schuld heute oftmals vervielfacht. Am! meistm ist Rumäuir» cui Frankreich verschuldet, ein Land/ bei de« Rumänien nmfe eine Schuld von 1 Milliarde französischer^ Franchat, außerdem mußte Rumänien noch 4 Milliarde» der! österreichischen Schulde» übernehme» für die abgetretenen Gebiete.! Die Einnahme» der Landes laffm naturgemäß viel zu! wünsche» übrig, der Staat aber muß seine Liesernnge» ebenfalls'! stets teuer bezahle«; es fehlt a» Geld und da hilft die N o t e-u-1 presse, so daß der Wert de» Gelder weiter sinkt. Hiedurch^ verstärkt sich die Teuerung, die Gütrrprvduktio» «mmt ab, was! wiederum die Preise in die Höhe treibt. MOL, «ussolsmig *e»t» 3t*«f$etn*i>9ei«. Die neuen ZinSfchembögen des; Wiener Börsebau-AnledenS, Emission 1903 (nächste Fälligkeit am! 1. November d. I.) werde« ausschließlich im Wege der Oester-! relchffchen Credit-Anstalt für Handel und Gewerbe und der M-! gemeinen österre'chischen Bodeu-Credit-Anstqtt in Wien auSgefolgt,! bei welchm Anstalten daher die Erneuernnssfcheine (Talons) einzureichen sind. Nene SteiOe»««- kea R»te»«wla«fes auch tu Deutschland. Aus Berlin wird gemeldet: Der Ausweis der! Reichsbank vom 7. d. M. zeigt im wesentlichen daS für die erste Monatswoche Wiche Bild. Die aesamte Kapitalswlage ist nach Befriedigung der starke» Ultimo-Ansprüche der Borwoche ivieder zurückgrgangeu, wenn auch die Abnahme um 3570-7 Millionen auf 8l-741'7 Millionen Mark au dee außerordentliche Belastung der Borwoche nicht heraarncht. Die bankmäßige D eckun a allein genommen hat sich mn 358l)'S Millionen ans S1.46S'1 Millionen Mark vermindert. Die fremde» Gelder ermäßigten sich mn 4131'8 auf S517'8 Millionen Mark^ Der Banknote »umlauf zeigt em w e i t e r e S Anwuchs e » mn 6b4'8 auf 80.727'5 MiÜlonrn Mark. Bvrftauuiehmarkt St. Marx. Zu« heutigm Markte wnckm 2217 Schweine angemeldet, aufgetrieben jedoch wurde» nur 87h Nrijch* «ch 520 LeiÜchwrme. Lyjammtn