Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 937 (5.9.1921)
- Date
- 1921-09-05
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2979076-2979773-2980016--08674-2994850- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Pinsk 1× ep/1045440
OCR text
Einzelpreis 3» Kronen Pr»»»«erat1on»pr«se k tu; Zu» HMPfaM* -er Expedttt»».12» Bezirk, Sri# ftv«|e l;.Mf 8, «Nt M dm« SeHchleitzsttll« M«»«Uich. Stnrn ISO,- VtU 9*!frtrf«Kfc «r Wlv» M* CeftenraI: IlMutlMi , »ttmxu. 180.— Mch«ch«^Ot,»>»dr 18.— «ierletMelich 54,- iic me&wlri■affc*«* »äh«»» , MltfMKS « mfAtifO» ■Aonai MvmüUck Wrr KONGRESS-AUSGABE Einzelpreis 2 tsch. Kr - "W8T""' BRBRBM9BBI PrähtihmerattonSpreis«: «aaaMch SOV ix poldlch» Wühn»- Lr«tschl«Or «ovalltq. . . Mark 14.- Moratttch... JtaKerr Ms«a«t» .... Lire Rmririr«: M»«akl1ch.... «er *S.-~ Sch»d> m. da» ifeige Moraßlich . . . Kram* - SOlt«, 2.<S<k.rm»»rßr. 1—K SdfWmwt 44038, 433f» «d O Xtzr a»«»»»». 19301 »»ftsparkaffentoni» 150.6V Nr. 937 Wien, Montag den S. September 1821 3. Misere Führung beherrscht. Wir brauchen eine kräftige, -iHewnßte, wirtschaftliche Leitung, die den wiEaftlichen Die Generaldebatte. Do« »nferer Karlsbader Nedaktis«. Karlebad, 4. September. PräsidentMoziin eröffnet um 11 Uhr die lurrfte Sitzung zur Fortsetzung der Generaldebatte. Mt besonderem Interesse wurden die Ausführungen des palästinensischen Arbeitewertreter Der! K a tz e n e I* I o n ausgenommen, der die Anschauungen eines acotzen Teiles der palästinensischen Arbeiter über die Lage im ^ande darlegte und ein erlebtes Bild der Voryäyge aus der letzten Zeit entwarf. ' Besondere Beachtung fänden auch die Darlegungen des Amerikaners L i p f k p, der in dein Kampf der beiden Richtungen in Amerika ein« prominente Rolle yefpM Hch. “ ' .. .. .. Nachstehend der Sitzungsbericht. - Iea» Mcheu AnWirpen)r bedanert, daß Weitzman» nicht Mgegen ist: dam NAe.Nede.-f« auch an dieser gerichtet. HS herrscht in unserem Kreise und r« Judentum große ll »z n f r.i e denhei t. Die :io»istssch«,Masse» werden mit S ch l a g w orte« geführt. lV«r^haien.rin^^e.n,r.-o^.si^g>t-i o n notwendig. Diese:muß /W. . M.iL^r,Lo4.g«eK: dex^btzüttige».^ ArbW. süßen. Hwmüssen eine. Kontrolle' schaffe». Da? AmonS-- lomckee muß eine entscheidende Körperschaft werden, die Gesetze niüfsen eingehalten, die Spesen vermindert werden. (Lebhafter Beif rll.) 5Vrr müfien ein Prinzip der Fnkopapalibilität der Beamten ausitellen. , (Beifall.) Hier liegt das Grundübel, das.' wenn '.es' ' nicht' behöbe« ipirh, uns zugrunde richten w.rb. Ich -null d«e BraMttu nicht angreisen, aber das ystear rst.grundfalsch. Die aussührerchen Organe haben nicht über Uttf«e.Politik zu eytscheidm. Es dürfen auch nicht zuviel 'XMer esner Person Übertragen werden. Wir müssen uns beii «Bot.- so viel Armier wie möglich nach P a l a st i n a zu üdersuk>rin. (LebhafterBeifall? NurFach ke n n t n i s s e. nicht 'wer di- Zugehörigkeit zu einer Fraktion düisen entscheiden. ^Verfall.) Unsere Banke« müssen billige Kredite reben, bannt die Kreditnehmer nicht für die Banken arbeiten. Ick will über die unpraktische Arbeit in Palästina nicht sprechen, S ft dies vergeblich erscheint. Simon hätte schon früher darüber Uuechen sollen. Ich muß nur daran erinnern, daß Wol f s s yh n au dieser Sacke gestorben ist Wer haben die großen M o s i e n a l l e i n gelassen and sie der offiziellen Partein resse überlaffeü. Man hat mir und meinen Freunden den Borw'irf gemacht, daßnnr eine Schule find. (Zwischenrufe: Kinderr. (uttit!- Lebhafte Heiterkeit). Man hat den politisch« Z>o- 1 i?-.r,LS mit der zionistische» Politik verwechselt. Das find zwei rnnchiedene Dinge. Wir müssen jetzt nur noch vom völkerrechtlichen Zionismus sprechen. Das dürfen und müsse» wir. Nach meiirer Auffassung vom völkerrechtlichen Zw- " sums müßte dieser Kongreß in Palästina stattfindev. Mein d estezüglicher Vorschlag wurde von der Leitung akzeptiert. 2 o k o low hat gesagt, der nächste Kongreß wird in Jerusirlr« tagen. Diese Sprache wäre aber nur in der'türkischen Zeit gerechtfertigt. (Zwischenrufe.) Wir haben gedruckte Berichte bekommen, die eine große Leistung darstellen, aber sie baben mich oft an die Leitartikel der früheren . »Welt" crinnerl. In den Berichten wird vrelverschwiege». ES g-bt eme Tendenz der Schönfärberei m ihnen. Unsere - amiif basirurden Beschlüsse können daher nie richtig feilt- Das >st S.e l b st b e t r n g. Ein Wort über die Berliner Periode. Damals hat man zn Beginn eine schlechte Politik gesühtt, die noch brüte nachwirkt. Die Dezentralisation der Exekutive hat böse Folgen vehabk Wenn wir and» Grenzrege ln ng denken, so spricht e«ik Bände, «her die Tätigkeit. der Pariser Bureaus. (Zwischenrm-.) Das Kopenhagener Bureau hat manchmal «um Standpunkt i ingenommen, als oh eS djie .Bertreiuyg der zionistüchm Organi-! airon gewesen wäre. (Unruhe.) Der Redner zitiert Stellen aus dem Londoner Berichte, betrrssend die Vorbeireuung deS Palästina- MaudatS, aus denen bervorzugehen scheint, daß die englische Rcgjenmg im letzten Moment, weil es ihren de» Kram vaßte, für de«,.Zionismus Intereffe zeigte. Also scheint unsere Delegation nrchtS getan zu haben. Niemand ist so ungerecht, 'AB o ß nt an» sü« alleverantwortlich zu machen, aber wohin icüi« fachte Politik sühn, beweist die I n t e r p r e t a t i o n tt 2, a l, - u r - D e l l a r a t i o ir. Sowohl in Dans als auch in Ga» Remo hat der dölkerrechtliche Zionismus grsiegr wen» auch die Vertreter depraktisch« ZioniSmvS ferne Auslegung übernommen haben. (Heiterkeit.) Zionismus ist keine Kolonisation--, sondern eine B ölkerrechtssache. Mit den Arabern müfim wir in Freundschaft leben. Nicht 70.008 Juden stehen 7^0000 Arabern gegenüber, sondern wir wissen, daß ihnen Millionen Juden gegenüberstehrn. (Beifall.) Die Leitung bat den Kongreß degradiert, indem sie ihm den Inhalt genommen bat. Sie muß den Kongreß als die Volksvertretung betrachten. (Großer Lärm.) Das Band, das a«8. bisher »»schlang, beginnt z» reiß«, die G e z e s s i o u s gesah x ist da. Ich schließe mit de« zwei Worten: Shfiemwechsel oder (Unruhe) Hierauf nimmt unter lebhafte« Beifall Bert Ka^euelfo« (Palästina) da-Wort. Er spricht jüdisch: Ich will hier ' lne Stellung «einer Kameraden in Palästina darlegen. Es zeigt sich, daß wir in all dm Jahren k e ine p o l i t i s ch e A r beit geleistet haben. Die zionistische Politik hat keivBerstandniSfürden Selb st i ch u tz gehabt. JnnerpoMch haben chir»ichts geta«. .Die Mvgromadunmstrgüov.E^die^Kolizei sind geblieben. Herbert Samuel ist den Arabern untertänig. (Beifall.) Im Palästina-Budget befindet sich keine Post für das lüdische Schulwesen. Redner greif! sehr scharj Herbert Samuel au: Er habe m .den polmschen und aügrmeinen Dinge« v ers a gt. Das Schrecklichste aber ist vaS.^E i nwand e r »« g s v er - o t. Das war daS Gr schenk für die Pogromisten. Der Kongreß muß vor der ganzen Welt crkläcm, unser Einwanderungsrecht darf unS niemand nehmen. (Lebhafter Beifalls Wir haben auf Palästina, unser Mutterland, ei« ewiges Recht. (Lebhafter Beifall.) Dan» kamen die Repressalien. Man schob angeblich B o l s ch e w i k e n vor, wollte aber immer den Arabern zeigen, wie man gegen die Juden scharf vorgehr. (Beifall. —. Pfuirufe.) D er Pogrom, der Tod Brenners, darf nicht vergessen bleiben. Jedes Kind kennt die MörderBrennrrs nnd nur. die palästinensische Polizei kannsienachvierMonatennichtentdecken. Das jüdische Volk darf diese Schmach nicht eetragen. In Palästina hat sich schon längst eine panfemrtüfche Bewegung gebildet, die eine natürliche Verständrgnug zwsichu! 3..i\cu n,;d Arabma herbeiführe» wird. Wir find von Anfang an gegen jed> Herreupolitik. Die jüdische» Arbeiter würden es »e dulden, daß eS ein Herre»volk und ein Knechivolk im Lande gibt. Man sagt, daß heute ein Verhandeln mit den Arabecu nicht gut möglich ist. Das ist wahr, weil daS arabische Volk noch in keiner feste« nationalen Organisation lebt. Sobald eine solche brr ihnen wie bei unS vorhanden sein wird, werden sich bcftinuute V e r h a n d l n n g Smöglichkeiten ergeben, die sicherlich zu einem Zille führen werden. Der Araber bildet überhaupt ein schwieriges menschliches Problem, dem wir naherkomme» müssen. DaS wird eine wichtige Ausgabe fäc uns alle fein- Was die arabische Agitation gegen deu Zionismus anbelangt, so wird sie von fremden Agenten betrieben, die nichts mit dem arabischen Volke zu tun haben, und ich behaupt, daß diese verhängnisvolle Agitatcou, die;u Mord und Pogrom geführt hat, von englischen Beamte» betrieben wurde. Was die Emek-Lä>idire.eu anbelangt. von denen behauptet wird, daß sie zu teuer gekauft worden warm, so kann ich als alter Palästinenser sagen, daß die A r b e i t e rschaft seit zwanzig Jahren darauf gewartet hat, daß diese Ländereien gekauft würden. Es ist lächerlich, zu sagen, sie wärm zu teuer gekauft. Ich.mochte mit* Worten, daß dort, wo es sich um die L e b e n s i n t e r e s s r n des Volkes handelt, von billig oder teuer keine Rede sei» kann. Man könnte höchstens de« Vorwurf erheb«, daß diese Ländereie« etwas zu spät und iu zu geringem Umsang gekauft wurden. Was wir brauä en. ist die Abschaffung des u uralü « gliche » d i p! m a t i sch e n Systems, das Problemen mit aller Macht zuleibe rückr. Wir müfien absolut foidern, daß die Einwanderung sreigegeben wird. Bon dieser Kardinalforderung dürfen wir nicht abgehen: Freie Einwandernng für alle Juden. Mr verlange« von der Leitung die Wahrung nnsv er.Rechte i» weiteste« Ausmaße. (Lebhafter Beifall und Händettatfchen.) Der nächste Redner, Dr. Maier-Gduer iCzern'.'witz , weift den Vorwurf Fächerbezüglich der Der» anstaltüng des Kongreffes in Jerusalem zurück. Der Kongreß ' könnte dort erst stattfinden, wen» seine Sicherheit garänt eit wäre. Er besaßt sich sodann mit den Bericht« der Exekutive nnd wendet sich'der arabischen Frage zu. Die feindliche Stellungnahme der Araber hat überrascht.-Wie kommt man zu einer Ber* ständlgnng? Wir müssen von den C h a l « .1 i m verlangen, daß sie auch rin wenig Ar a b i i ch können. WaS die amerikamiche Frage betrifft, so handrtt es sich dort mcht um ent Duell BrcmdeiS—Weitzmann, soudevn um die. Frage: Na t i o n a l e r Zionismus oder a n t i n a t i o « a l e r Zionismus.- Die Brücke zwischen Pinsk und New-Nork'ist «tzÄ nicht abgebrochen. 2llir müssen aber Verständnis für die asfimillitirrier Juden in den westliche» Ländern Hab« und anetkcun«, - daß unter ihnen wahre jüdische Seel« find. Wir.müssen-denen goldene Brücken bauen, dir uns fernstehen/ Das Auäsehen -macht-; noch nicht den Juden. Es ist ein berühmter denficher Maün unter uns, dem man nicht anseh« würde, daß'.er, rm Jupe/ist-:imd,;er ' ist.Mihglied; des M i s r,a, ch 1, (Stürmische Herteikrft! Rasx: Wo?rst' StruckDer Redner zitiert einen Beschlutz'-der rumäniiHeniWnistcnkonsnenz-in G al atzt'wottürch'ML' Pkasisorvr^ -? werden soll, welche die M i r a r beit d e r a m e r xl an rt ch e n Gruppe Branders am Zionismus ermöglich« soll. Es müssen auch Beziehungen geschaffen werden zu senen orthodoxen M as s e n im Osten, die weder, m Aguda noch in Mrsrachi organisiert find. Wir müssen nach Valästmn nicht nur Eh a luz im schicken,, sonder» auch » er* Herr a t e t e Handwerker. Es ist notwmdig. daß das Z t n f r u nr der j ü d i sch ti Politik von . London « ach . Palasti « a verlegt wird. (Beifall.) Hat das jüdische Volk nach San Remo alles geleistet? Hat es g«Ügend Geld h ergegeben? Uru ere Kinder-und Kindeskinder werd« sich unserer' schäme« muff«, daß der große M 0 w tiit t ein Krä« erv 0 lk gesunden hat. «Lebhafter Beftall.) Der nächste Redner Lipski (dtew-Tork) spricht englisch. Er erwartet, daß der Kongreß na> Konstruktiver Arbeit widmen werde, anstatt zu debattieren. Die Aussprache über Amerika berrrfft eine mnrrpolitische Frage der amerikanischen Organisation und wnd ans dem Kongreß enlstellt wlederzegeben. Simon tcheint nicht zu wissen, daß die zionistllche ' Organisation in Amerika schon vor dem Kriege existierte (Beifall), daß sie - ihren Mitgliederstand bewahrt ^at. Das Provisori en Komil« mit Brandeiß an der Spitze hat eme Kluft zwischen sich und der zionistlschen Organisalion geschaffen.. Es hat aut, dir' Wünsche deS jiioiichen Volkes in Amerika nicht gehört, die jüdische Presse ignoriert, daher war daS jüdische Volt >n Ameiita unvorbereitet im Momente .der Balfour-Deklaraiion. Dre Brandeis-Gruppe wollte die zionistische W e l t 0 r g a n!-> sationverleugnen. Der Streit ging nicht daruni,. ob man Spen den nnd Investition« im Keren Hajessod zusamweri' legen soll, der Streit war der, daß die amerikanische Leitung. gegen einen allgemeine» Fonds der Weltorganisation Stellung nahm. Auf den Konferenzen t* C h icag 0 und Buffalo war bereits die Majorität gegen d i e L e i t u » g. Als die Amerikaner,mit B r a n d e i $ an der Spitze, im Sommer 1920 nach London kamen, hatten, sie kein en P-l a n. B r a n d et s machte seinen Bo r schlag a u s e i g r n e F a u Die Mitglieder seiner Del»' gatiou waren unzufrieden, aber doch gezwungen, mitzugrhen. Biand^iS suchte die zionistische Organn-'.twn zu z e r s p l i t t e r». Alle seit Jahrzehnten aufgebaute« Institutionen sollten aufgeltzS und in p r i v ä t e Ge sellschaften umgewandelt werde». Die amerikanische Leitung war inaktiv, so daß eine Aind>>' rnng iu der Leitung notwendig wurde. Das Memorandum wurde mcht bekauutgegeb«. Redner hofft, daß der Kongreß sich vea» einigen wetdc, mu rin kurzes, konstruktives Programm aus' zuarbeiteu. (Großer Beifall.) Dr. Leo« Reich (Lkmbcrg) wttst aus dic pessumstciche St«mmuag des Kotigi'.'ssec' hm und bedauert, daß der Juchalt des M a »d a t S » e w