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Wiener Morgenzeitung · 1921-09-04 · Heft 936 (4.9.1921) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 936 (4.9.1921)
Date
1921-09-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
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/ / / * i- ' •: c ( Kronen KONGRESS-AUSGABE Pranumerationspreise »» ten: Znm Sl-tzolr» in trt Erpedition, 2. Bezirk, Tabrrslraße 1 bi- 3, «d« in cino Berschlei-strNpKrafiy r Monatlich. Kronen ISO.-, Mit Vostversanb fiir Wirn «n» . . ... Oesterreich r Monqtlich . «roJrtit J30.— Tschccho-Slorvaktir Monatlich . . Krone» 18.- röierteljaürltch , 54.— .in ilchccho.slowakilcher KSljniJig - Ungar» r Monatlich. Krone» 70.— Bierteljülirltch _ Ä1».- m ungarischer WLtzr»»» Jugoslavien r Monatlich . Dtnax ly.-. lertel jährlich'- , 8V.— Einzelpreis 2 Lfch. Kr. Pra»«meratro»Svreßser .« Polen: Monatttch . . Mark L0ch^ i» polnischer WSHrmj, ....Deutschlrnbr «oaätlich. . . Mark M-»«tltch V .". Fp„neS 'Italien; Monatlich. . . . Lire 6.- 'RnmSnir»: ' «srona^itch .. . . Lei rrs.- Bchtoeiz ». das ükcige Slnrland Monatlich. . . Franc» S— Ak?"ttonu.Adminiftratton Wie«, r.Bez.,raborstr. 1—« hone: 44038, 4»»1» ab »Adr«ven»»Nr. 4v«vl ' Postsparkafsenkento 150.693 . 936 Wien» Sonntag den 4. September 1921 3. Jahrgang D o» un s e rer K a r ls b ad er Re dakt io n ' Karlsbad, 3. September. Der Bldck der Allgemeinen Zionisten ist entschlossen, die Polemik zu beenden, insbesondere die weitere Diskussion über die Vorgänge in Amerika ,abzubrechen und den Kongreß seinem sachlichen Arbeitsprogramm zuzuführen. Der Block hat beschlossen» - dies in der Weise zu tun, daß der Leitung . sofort nach der Generaldebatte die D e ch a r g e erteilt wird. Der Block hat die Lin L e und die M r s r a ch i aufgefordert, sich diesem Vorgehen anzuschließen, und es ist zu erwarten, daß dies geschehen wird. , Ferner hat er'beschlossen, sofort in die Diskussion über die zukünftige Lage einzutretey. Die Grundlage dieser Diskussion werden die Wiener Thesen bilden. In gewissen. Kreisen macht sich ein kräftiger Widerstand gegen-diese Thesen fühlbar, doch hofft man, daß die in ihnen niedergelegten Prinzipien, die Leitung auf. eine, de-nokratische Basis zu stellen' und sie von dem. H-iÜG 'und den gegenseitigen Beziehungen einiArwchltzer Hersynen unMLnglg zu. maü)en, befolgt iderdem^ W' anz una»hme n. daß sich der, Kongreß di es er A n uung an f'$Ti. tMn. w it d. Äer'Block wirM/auch seinen Einslüß dahin geltend machen» dqß der. Permanenzaü s s ch u ß des Kongresses in die Diskussion der L e i t u n g s f r a g e eintreten wird. Eine sehr kräftige Bewegung macht sich auf dem Kongreß gegen das B er bl ei b r n Ussischki n s an der Spitze der zionistischen Kommissionen Palästina geltend. Insbesondere die A m e r.i k ane r sind für eine radikale Lösung der Frage, da. sie in dieser Lösung eine Darbe d i n g u n g für das weitere gedeihliche Arbeiten Amerikas Md insbesondere für den Ket'en Hajessod erblicken. Wenn Ussischkin, so sagen sie, weiter an der Spitze der Tätigkeit in Palästina, bleibt, . dann wird A m e r i k a in seinem Miß t r a «en g e g e n die wirtschaftliche Organisation Palästinas gerharren und es wird unmöglich fein, unter den Massen die O p f e r w i l l i g K e i t anzuregen. In der russische n Gruppe herrscht wohl die Tendenz vor, Ussischkin zu schützen, doch machen sich auch dort Widerstände geltend. Jedenfalls wird die Frage Ussischkin den Kongreß sehr in- Anspruch nehmen. Der Augenblickserfolg S im o n s als Gegner der Leitung und Vertreter der antinationalen Forderungen der' B r a n d e i s°Gruppe»' der durch feine rhetorisch wirksame Rede erzielt wurde» ist unter dem Eindruck der folgenden Redner in.der Generaldebatte, insbesondere durch die Ausführungen des Oberrabbiners Dr. Chajes und des amerikanischen Delegierten© oldberg. vollkommen verflogen. Es ist unzweifelhaft, daß der Kongreß einstimmig oder, zumindest mit überwiegender M e h r heit die Haltung der Leitung guth eiße n wird. Der Block hat sich am Freitag konstituiert. Zum V o r s i tz e n den wurde Stricker gewählt. In die Leitung wurden ferner berufen: Lipski für Amerika. Dr. H a n d 1 k e für Deutschland, Ab geordneter Grünbaum für Polen, Dr. Leon Reich für Ostgalizien, Dr. S alkin d für Rußland und Dr. Nie nt i rower für Rumänien. Die Exekutive wird in den nächsten Tagen dem Kongreß z w e i s o eben v o n d e r e tt g l i s ch e n R e g i eAung herausgege'bene D o kum e n t e vorlegen, die auch dem e n g l i f ch e n U n t e r h a u s zugegangen sind. Diese. Dokumente beziehen sich auf den endgültigen Entwurf des P a' l ä st i n ci - M a> n.b a t s; der von der englischen Regierung alsoffizielles Dokument herausgegeben wurde und. dem U n t e r h a u s überwiesen worden ist. Eine 2lcnderuüg in diesem Entwurf besteht m der bereits gemeldeten Bestimmung, bezüglich Transjor^nui^ns. ' Die Bedeutung dieser Minderung liegt darin, daß dort zum ersten Male ausgedrückt wird, daß Tr a n sj o r d a n i eir de jnre zum B e r e i ch desp a l 8st un e nfi sch en M an d a ts gehört, so, daß. dem Fortgang der jüdischen' Kolonisation entsprechend, in Zukunft auch in diesem Gebiete östlich des Jordan die zur-Ausbreitung der jüdisch-nationalen Heimstätte notwendige Ein wand e r u n g s- und K v l o n i° f a t i o n s a r beit vorgenommen werden kann. Gleichzeitig legt die englische Regierung den B ericht des Oberkommissärs von Palästina Sir H e r b e r t S a m u e l über die D e r w a l t u n g s- Periode v o m 1. Z u l i 1920 dis zur G e g e n w art dem Unterhause vor. 'Der Bericht eist auf alle S ch w jf e r r g K e i t e n hin.chie in der Berichtsperiode zu' Konstatieren waren, und spricht deutlich aus, daß die Fortjetzung der Arbeiten zur Errichtung der jüdischnattonalen Heimstätte zu einem positiven Resuttat führen chstd. . Auf.Mliative des r^KilUdech für die öck v n yM i s ch e E n t w t ck'l MUMasa stnr a s" faM heute % '^örl4&at> jener Möngreßtetlnehmer statt, die £ stW für den in d ustriellen Aufbau des Landes interessieren. Die Versammlung sprach sich gemäß dem Vorschläge Dr. Rup.pins für eine intensive Ausgestaltung des unter der Leitung Ruppins bereits bestehenden Inf o r mations d i e n st e s aus, der nach Maßgabe der Mittel allmahliH' in eine jüdische H « n d e l s k a m m e r mit' den einer solchen zu fallenden Aufgaben auszübaüen ist. Ungemein anregend und von entscheidender Bedeutung für die weiteren Pläne waren die erschöpfenden Auskünfte, welche die zahlreich erschienenen Industriellen aus allen jüdischen Siedlungsgebieten auf ihte Anfragen wegen der verschiedenen Industriezweige von den besten Kennern der wirtschaftlichen DerhÄtnisse Palästinas erhielten. M u p p i n bezeichnete insbesondere Textil- und Baüindustrie sowieM^ielw e s e n für zukunftsreich, warnte aber mit^mcksicht auf die G e l d k n a p p hei t und die schwierigen Kreditoerhältmsse davor, Unternehmungen mit ungenügendem Kapital zu beginnen.'^ niiitschaklichm Kolonisation.. Ich habe Dlahnungm nach Palästina ' geschickt, habe mir Belichte von dort kommen lassen «vd bin erst im Herbst 1920 hinmiteryegangen statt schon im Fruhlmg 1919. Ich war in dm Anschaunngen der Borkriegsp>'riode des Äonismns befanden und auch ich chatte umzulernen, wie es jeder von ru's tun mußte, aber ich ch>mühte mich, - umzulerncn und den Ueberaang vom Zionismus des Wortes zum . Z i o u i s m u s d er Tat zu finden. Das wichtigste Ergebnis, ^das ich gewonnen habe, ist, daß Palästina von London ans nicht gemacht werden kan«. Lebhafter Beifall.) Zu dem Berichte der Reorganisationskommiffioa (Simon, de Lieme) haben sich bis jetzt sur die zionistische Kommission vier Personen aeäubert. Der Kongreß wlrd-wöhl' m erster Lmre an den Antworien Ruppins und U's fisch f t n Ä interesf ert sein. Die Zukunft wird. beweisen, wer mehr für^dir Erhattnng des Schnlwesens besorgt war, diejenigen, die ihm feste Ein n ah m s q u eilen zu verschaffen luchten, oder diejenigen,, die es einem Hasardspiel aussetzeg woüien. Es ist eine Entstellung, wen« die Sache so dargrstellt wird, als hätten wrr. versachm^wollen, die ganze Schullast auf die Schultem des »Jischuw" zu legen- Nun zur Schuld an die Anglo-Palestine Company. Die Wahrheit ist, daß die Schuld.nicht 50.600>Pfund Sterlmg betrug, als F r i e d e» w a l d und S z o Ü d (bie Vertreter der amerikantschen zionistischen Organisation) in PMstiuä eintrasen» sondern 55.yt0.Psund SterliuH, Sie'wurde in London in eine feste Schuld zimgrWMdÄft E' 'MsEche Kolömal» Ibauf übertragen. ' /i; ';; " ' Jm ubrizen macht? un^A fs^fch l i « .die AuZeinandersebung leicht. Wir sagten im RcörgMfatiousbericht, daß nach der Meinung der zioulstischru Kommission jede Arbeit ein Stück nationalen Vermögens darstelle. Kem Gckiet, das der Fuß eines indischen Arbeiters betreten hätte, dürft aufgegeben werden. Nachzuforschen, ob die betreffendr Arbcit dre Möglichkeit eines unabhängige» AuSlommens. für die Ansiedler gewähre, gehörte dieser Ansicht nach nicht mehr zur Sache. „ . Daraus antwortete Herr U s fisch k i n, die Feststellung der Reorganisationskommifsion sei durchaus unrichtig. Da hört die Diskussion auf, da sage ich,., daß uns Welten trennen. Ich werde deshalb auch nicht versuchen, mich )in bezug auf ökonomische Fragen mit Herrn Ussischkin ausemanderzuschm.. Er erklärte, daß.die „Zionistische Kommission" sstr, dre von ihr verwaltete» Gelder kernen Unterschieb mache zwischen Spenden «nd Anleihen, daö sei Sache der Banken. Meine Anschnmngen über ökonomische Fragen und ihre adm n>stmtive Handhabung sind von jenen des Herrn Ussuchtin durchaus verschieden. Wir sagten, die zionistische Kommission, nehme es auf sich, die Funktion eines Staates auszuüben,, und gefalle sich v .Die.Generaldebatte übcr die poliWe Lage des Zionismus greift immer nücdcr auf dle- Rede Si r» o n s 'zuiück, deren Tenor wir bererts milgcteilt haben. Cs erscheint notwendig, die ibedeursämen Darlegungen, des gewesenen Mitgliedes der Exekutive ausführlich wiederzugeben. Simon sagte: „Weitzmann hat in seiner Rede aus der C l e v ela n d Konvention mit einer heftigen Äfritit meiner Tätigkeit aus geführt, daß sie resultatlos geblieben war, daß meine Reise nach Amerika erfolglos blieb, weil ich mit falschen Anschauungen vom amerikanischen Judentum zurückkehrte. Dieses' summarische Urteil muß ich dahm modWrrcn, daß der F i n a n z p l a n von einem Kollegium elfter Sachverständiger geprüft und gutgeheißm war und daß alle getroffenen Vorbereitungen nur an,dem Widerstand m e i n c r Ko l l e g e n und an äußere» Umständeu scheuerten. Der andere Teil bezieht sich darauf, was man unter städtischer Upd.l ä n d l i ch e r Koloni s a t i o n zusammm^r't. Da stimme ich Weitzmann bei. Einen solchen Plan habe .ich nicht produziert. Ich habe imm?r abgelehnt, etwas derariiges zu tun, -wesl.es d.is'nicht.gib'. Mas das Palästina-Amt als seine Aus gäbe brtiachtete, war nur die Schaffung der Grundlagen für die spätere Kolvuisqtioysarveit, das heißt die Forujulierung und BegrüüLuug) der ' I m m i g r o t i o n s p o l i 1 i k uftd der B o d.e n p o t t t i! im Mandatsvertcage. Die Untersuchungen eistreckten sich auf die Ach'usa. <Pflanzungs,iesellschaften) — den in Palästina allzu schnell fallengelassenen. Plan — auf die besondere Lage der jüdischen A r beit e r und auf die Mittel, sie zu Leffern. In,London geschah,,was möglich war. -Dies aber.war zu 'ergLvLüt m PaWna,' belonb^s''auf dSUMirte bec laud* in der Rolle einer Regierung. Auch hier bemerkt Ussischkin: „Diese Feststellung der Reorgamsationskommiision ist richtig und meine Ansicht wwd geteilt von der zioMschen Kommission und dem Waad Lcumi." Hier ist die Darstellung Usfischkins bewußt unrichtig, denck das einzige, in ökonomischen Fragen kompetcnte Miigli'ed der^ zionistischen Kommiision »st. wie Herr Ussischkin weiß, diametral entgegengesetzter Ansicht. Dieses Mitglied ist Dr. R u p P i n. UnftidKritik in bezug aus die landwirtschaftliche Kolonisation gipfelte darm, daß wir dem System der vollen Ausrüstung des landwutschaftlicheu Arbeiters zuleibe zu gehen versuchten. Auch R u p P i u meinte in seiner Antwort, daß dies im Wesen das richtige ist, doch sei' es wegen der wirtschafilichm Lage der Ansiedler undu; chsührbar. Die ganze Frage lulminiertdarin, ob es für den Arbeiter in Palästina möglich ist, Ersparnisse zu machen. Damit steht und fällt die ganze landwirtschaftliche Kolonisation. (Zwischeurns: Es ist möglich!) Ru pp in führt auch die arabischen Löhne an .und meinte daß derjenige, der gezwungen ist, mit arabischen TaglöhncrD zu konkurrieren, unmöglich Eisparnisse machen kann. Nun ging unser Vorschlag, nach der kaufmännischkn Seite, und zwar hatten wir die Absicht, l a n d w i r t sch a f tlich e Arbeiter in Kooperativen zusammenzuschlicßen, aber n i ch t n a ch d e m S ch e i n der Koopcrat ve wie in der Kwnzah, sondern wie beim Stiaßcndau. Vor allem muß aber die ganze Administration gründlich reformiert werden. Das ist der ganze Unterschied unseres Systems. Sft wollen den Ansiedler v er sorgen, wir strebten danach, ihn kreditfähig zv »rachen. Dem Vorschlag 'Ruppins auf ' Errichttm einer Hi.«Ha « t s.e e» o [ a f ch.a fet kckvtz

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