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Wiener Morgenzeitung · 1921-08-31 · Heft 932 (31.8.1921) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 932 (31.8.1921)
Date
1921-08-31
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Stt.^32 Men, MkikMH Wiener Morgenzeitung 31. August IS21 Leite 9 Die Schuld der »ugarische« Regierung. U»gar« ««reif für die Aufnahme in de« Bölderbund. Prag» 30. August. Der *öö8" schreibt zu dm Ereignissen in Westungar» an leitender Stelle unter anderem: Falls Graf Banfftz und mit ihm die ganze ungarische Regierung die uuseligm Ercigniffe in Oedenburg, welche eine direkte Verleugn u n g der im Friedensvertrag von Magparien übernommenen Verpflichtungen sind, nicht verhindern konnte, so ist das ein Be«' weis der Schwäche dieser Regierung, und diese Schwäche kommt dem gleich, wie wenn die Regierung bie Oedenburger Ereignisse angestiftet hätte. Jetzt verlangt Magharien als Mitglied in den Völkerbund ausgenommen zu werden und als sein Vertreter ist ein Mitglied dieser Koterie ausersehen. F a l s ch h eit, Unaufrichtigkeit, MacchiavelliSmus, Verschwörungen hinter den Kulissen und blutiger Terror sind die Charaktereigenschaften der unverantwortlichen Koterie, die heute hinter dem Rücken der verantwortlichen Regierung in Ungarn herrscht. Haben wir eS hier nicht mit einer versteckten Absicht zu tun, das Statut des Völkerbundes in illoyaler Werse sür di* Durchfühlung des geheimen Planes der Restaurierung der Habsburger auszuniitzen? Wir glaube« nicht an bie Aufrichtigkeit und Loyalität Magyarieus und srm Ersuchen muß vor seiner Annahme eingehend geprüft werden, damit seine günstige Erledigung nicht später gefährliche Komplikationen mit sich bringe. Die kleine Entente zum Aentzerste« bereit. Völlige Uebereinftimmung zwischen Wien und Prag. Die »Prager Presse, veröffentlicht eine Erklärung, in welcher.ausdrücklich sestgestellt wrrd^ daß die Regierungen von Prag. undWien inderFrage der UebergabeWeftuugarnsstch in vollster llebereinstimmuug befinden. In Konsequenz dieser Besprechungen sei auch die tschecho.slowakische Regierung bereit, bis zum A eu ß er st e n zu gehe«, um dem in Hallstatt festgelegten Standpunkt zum Durchbruch zu verhelfen. Die k l e i n e Entente habe der österreichischen Regierung für den Fall eines Angriffes Ungarns Waffe» hilfe zngesagt und sich bereit erklärt, jede Offensive der maghar.ischenRegierung als Kriegsfall f ü r s i ch a « f z u f a s s e n. Vorsprache -er Euteutegesaudten beim Puudeskauzler. Die Botschafterkonferenz wird entscheide«. Wie«, 80. August. Die „Politische Korrespondenz" schreibt: Der französische Gesandte, der britische und der italienische Geschäftsträger haben heute berm Bundeskanzler vorgesprochen und ihm in der Frage der Verwendung ■ber Wehrmacht geraten, sich genau an die Bestimmungen des illebergabsübereiukornmens und an die Weisungen der interalliierten Generälkommission zu halten. Die E n t s ch e i d u n g |b e c B ot s ch a ft e r k o u f e r e n z stehe unmittel-!b a r b e v o r und Oesterreich müffe seine bisherige kluge und vorsichtige Haltung bewahren und alles vermeiden, was seine gegenwärtige, angesichts der Haltung Ungarns außerordentlich günstige Situation zu gefährden geeignet wäre. Die Ententegeneralkommisfion in Oedenburg hat den Ei n> Marsch derösterreichische» Truppen, um dessen Zustimmung die österreichische Regierung ersucht hat, neuerlich verboten und sich auf de» Standpunkt gestellt, dsS Land fei vorläufig noch nicht übergebe«; sie verfuge noch darüber. Sie werde es von Ungarn übernehmen und es Oesterreich übergeben. Oesterreich könne erst dann selbständig handeln, wenn die Uebrrgabe erfolgt sein werde. Gleichzeitig hat die E n t e«t e m t f f i o n bereits i« B ud a-!p e st gegen das Vorgehen der magyarffchrn Regierung P rötest eingelegt. Keime Verwendung des Bundesheeres. / Amtlich wird mitgeterlt: Auf Grund des heute der österreichischen Regierung zur Kenntnis gebrachten BeichluffeS der Interalliierten Generalkommission ' in Oedenburg wurde von einer Verwendung deS Bundesheeres iw Burgeuland zunächst Abstand genommen. j Die Garnison Wiener-Neustadt wurde durch ein Bataillon > verstärkt. Die fftt ein« Assistenz im Bürgenland in Betracht kommenden Teile deS BundesheereS halten auch weiterhin strenge Bereitschaft. Die „Staatskorrespoudenz" versendet das folgende Com«irniqu6: Unzutreffende Veröffentlichungen vercmlaffe» z« fvlgeudrn Mitteilunge«: Auf Gi«nd der Bereinbarnngm sollte Oesterreich das Burgerrland von der Entente übernehmen. Bei diesem friedlichen Akt sollte auch ans Wunsch der Entente daS Bundesheer zunächst nicht Mitwirken. Eine etwaige Verwendung des BuudesheereS im Burgenlaude kann im Sinne des WehrgefetzeS nur als Assistenztruppe in Betracht kommen. Die Bcistelluug dieser aber erfolgt nur auf Grund einer Anforderung der zuständigen politischen Behörde. ES ist unrichtg, daß für dreien Fall vom Bundesnrinlsterivm für Heerwesen keine Vorbereitungen getroffen «nd die unterstellte» Stellen keine Weisungen hatten. Es ist auch unrichtig, daß sich der Buudrsminister sür Heerwesen erst in de» letzte« Emndm entschloffe» hat, Vorbereitungen anzuordnen. da die notwendigen Vorbereitungen für ausreichende Assifienztrnppen bereits im Mai dieses Jahreerfolgt warm «nd scho« anfangs Juni die notwendigen Weisungen an die unterstellten Stellen ergaugm sind. Am 19. d. M. sind endgültige Anolduuugeu i« dieser Angelegenheit getroffen worden. Das Buudesheer war daher jederzeit bereit, auf Verlangen der Regierung als Ajfiftenztmvpe auch im Burgeuland mitzuwirken. ES ist richtig, daß "der BundeZmiinfiec für Henwefin in ^k-EMng deö AlchschukeL für Amßeres, m.dxr über bie Besetzung des Burgenlandes beraten wurde,.nicht erschienen war. Hiezu muß jedoch, bemerkt werde»/ daß der BundeSminister für Heerwesen in . einer Sitzung des Ausschußes für Aeußeres nach parlamentarischem Brauch nur dann erscheint, wenn er hiezu eingeladen ist. Es ist auch richtig, daß der Bundesminister Bau» g o i n den Samstagabend- und den Sonntag außerhalb Wiens verbrachte, es ist aber unrichtig, daß er sein Amt dem diensttuenden Jnspektionsossizier überließ, denn es war der Amlsleiter des Bundesministeriums für Heerwesen im Amte anwesend und es waren bereits Samstag olle Befehle, die notwendig werden konnten, bis zur letzten Telegrammausfertigung vo:bereitet. Ueberdies stand die in Betracht kommende Ressortabteilung des Heeresmimstermms im Permanmzdienst und wäre eine telephonische Verbindung mit dem Heeresministcr Vangoin jederzeit möglich gewesen. Daß die Beistellung der Asststenz entsprechend vorberertet war, ist wohl dadurch bewiesen, daß Teile der Wehrmacht, nachdem der Mmisterrat hierüber beschloffen hatte, in kürzer Zeit marschbereit waren. 8008 Mann Bundesheertruppen in Bereitschaft. Die Regierung hat verfügt, daß 8000 Mann Bundesheertruppen zur Sicherung des von der Gendarmerie besetzten Gebietes des Burgenlandes bercitgestellt werden. Die Betyaren leiste» Widerstand. Fehring, 30. August. Nach hier eingelcmfenen Nachrichten ist der bewaffnete Widerstand in Westuugarn in den nördlichen Gebieten schwächerund macht sich erst in der N ä h e v o u Oedenburg geltend. Im Süden jedoch ist der Widerstand stärker, so daß ein merkliches Fortschritten der Aktion der österreichischen Gendarmen nur bei Jennersdors möglich war. Die aus steirischen Grenzorte« vorgegangeuen österreichischen Gendarmerieabteilungen haben die Grenze wieder bezogen. Bei JermerSdorf, wohin im Laufe der Nacht Verstärkungen abgegangen sind, steht die österreichische Gendarmerie am Ostrande dieses Ortes, während der Ort selbst von einer größeren Abteilung ungarischer Gendarmen besetzt gehalten wüd. Aus verschiedenen übrreinstimmeuden Nachrichten erhellt, daß bewaffneter Widerstand vornehmlich durch ungarische Gendarmen geleistet wird, die in großer Ueberzahl die österreichische» Gendarmen beschießen «nd sich dann wieder auf die Linie der sogenannten zweiten Zone, die, 12 Km von der steierischen Grenze entfernt, angeblich in der Höhe von Burgau nach M ich e I und Gerersdorf verlaufen soll, zurüchiehen. Die ungarischen Gendarme n sollen den strikten Auftrag haben, diese G r e n z e z rr halten. Das Gendarmeriekommando i« Wiener- Neustadt, welches die Verfügungen für sämtliche für Westuugarn in Verwendung stehenden Gendarmerie abteilun gen zu treffen hat, hat den in die steirische» Grmzorte zurückgegangenen Abteilungen den Auftrag gegeben, sich zum neuerlichen Vorrücken bereit zu halten. Das Befinden deS^urch einen Lunge,nschuß schwer verletzten Patrouillenleiters &n tuteie,r, btt im FLrstrnfelder Spital liegt, hat sich wesentlich gebessert, desgleichen der Zustand des im Grazer Barmherzigen-Spital in ärztlicher Behandlung stehenden verwundeten Gendarmerie-Oberinspektors Meißner und de- Reviermspektors Schnhmann. Die Betyaren bedauern . .. Wie«, 30. August. Wie die »Politische Korrespondenz" meldet, ist der ungarische Gesandte heute beim Bundeskanzler erschienen, «m dem Bedauern der ungarischen Regierung über die Vorgänge in Westnngarn «nd ihrer Hoffnung Ansdruck zu geben, daß es möglich sein werde,, die nach ihrer Meinung teilweise tendenziösen Nachrichten Über diese Vorgänge aufzuklären. um die Bemühungen zur Herstellung eines freundschaftlichen Verhältnisses zwischen den beide» Staaten erfolgreich fortsetzen z« können. Austauchen der Horthy-Vanven a« der tschecho-ftowaktschen Grenze. ' Prag, 30. August. Die „Prager Presse* meldet auS Preßburg: Wie vormittags hier bekannt wurde, ist es ei Antonienhof südlich von Preßburg zu scharfen Zusammenstößen mit magyarischen Bande« g e k o m m e », die hart an der Grenzt der tschrcho-slowakischen Republik anflretm. Et« Fenergefecht ft» der Brücker Gegend. Bruck a. d. Leitha, 30. August. Während im übrigen Westungarn zurzeit Ruhe herrscht, scheint es in der Brücker Gegend zu neaerlichm Uuruheu kommen zu solle«. Aus Bruck a. d. Leitha wird der >Parlamentskorrespo»deur" gemeldet, daß man in der Gegend-von Parndorf Gewehr- und Maschinengewehrseuer hört. In Bruck wird daS Gerücht verbreitet, daß BandendetachementS HejjaS' sich Bruck nähern, um einen Ueb erfüll auf Kiraltzhida zü unternehme«. Die SUuatton i« Westnngaru. Wiener-Neustadt, 30. August. (Privat.) Die Situation bei A g e n d o r f ist im allgemeinen unverändert. Heute nachts ist Polyeirat Dr.Parrer mit einer Mafchmengewebrabteilung »ach Ebenfurth abgegcmgm, welche die Aufgabe hat, die Grenze gegen Nmfeld zu bewache«. Diese Maßnahme ist deshalb erfolgt, weil Gerüchte «»stauchten, daß die HejjaS-Bande bei Neufeld in Oesterreich riufallen wolle. In E b e n f u r t h sind 600 Wagen mit Flüchtlinge», darunter Greisen und Kindern, ewgrtroffm. Die Leute sind M* aufgeregt und habe Polizeirat Dr.Parrer Muhe, fie zu beruhige». Auch in N e v d 5 rfl sind zahlreiche Ftüchstivge mit Wagen und Antos augekommeu. Hejjas- «nd Prouai-Baude« «» der steirische« Grenze. Graz, 30. August. (Korr.-Bur.) Wie dem „Grazer Volks« l>M" aus P inßgatt berichtet wird, wurden'die Hyhen" um Oberwarlh von 600 bis 800 Magu der Pronaiuyd HWö' Truppen in Uniform und Zivil besetzt. Bei der Mühle am Ortseingang erhielt in einem kurzen Gefecht mit diesen Truppen der österreichische Gendarm Wurzelberger einen Brustschuß. Unsere Gendarmerie hat sich nach Sinnersdorf zurückgezogen. Die Ungarn haben heute vormittags unter der Führung deS Grafen E r d ö d y Pinkerleld erreicht. Horthy-LLge«. Oedenburg, 30. August. (Ung. Tel.-Korr.-Bur.) D!e Durchführung der Verordnung der Regierung, daß sämtliche im ' westungarischen Gebiete nicht zuständigen Personen sich ent-' fernen müffrn, ist im Gange. Ivan H e j j a s, der einige Tage in Oedenburg und Umgebung geweilt hat, hat über Aufforderung . der Negierung noch rni Laufe der gestrigen Nacht das Gebiet Westungarns verlaffen. PüliLische^RundschM. Der bulgarische Finanzminister Torlakow über die Lage in Bulgarien, j Der bulgarische Finanzminister T o r l a l o w, der vok seiner Reise aus Paris und London in Wien emgetcoffen tftj empfing gestern einen unserer Mitarbeiter und äußerte sich über die Lage i« Bulgarien folgendermaßen: Ich weilte in Paris Und London, um mich über die internationale finanzielle Lage zu informierm und gleichzeitig einige finanzielle Fragen, die zwischen Bulgarien, Frankreich «nd ‘ England schweben, zu lösen. Bei meiner Anwesenheit in London und Paris habe ich den Emdruck gewonnen, daß die wirtschaftliche Lage in den Siegerstaaten ebenfalls nicht viel brffer ist als in den Ländem der Besiegten. Die Durchführung der Friedensverträge ist sowohl für die Besiegten als auch für die Sieger sehr schwer' und es ist notwendig, daß sich beide Teile üeer die Durchführung so verständigen, daß eine mittlere Basis gefunden wird. Torlakow meint, die wirtschaftliche Stabilität ut der ganzen Welt nur durchs eine internationale Vereinbarnrg erreicht werden könne. Andernfalls bestehe keine Aussicht auf Gesundung der wirtschaftlichen ' Verhältnisse. Es müsse eine Institution geschaffen werden, hie es sich zur Aufgabe macht, die internationale Produktiou zu heben und ' ' den finanziell schwachm Ländern Rohprodukte zu einem annehmbaren Preis zu verschaffen. Was die Lage in Bulgarien anbelangi, et* klärte der Minister, daß alle Nachrichten über desolate Zustande ' in Bulgarien unwahr find. Die inneren Verhältmffe'haben sichi vollständig stabilisiert «nd hinter der jetzigen Regiemng'stehe die. erdrückende Majorität deS Volkes, die von der Ueberzeugung' durchdrungen ist, daß sich die Lage Bulgariens nur durch intensive Arbeit bcffern kann. Umstürzbewegüngen, Kommunismus und dergleichen haben in Bulgarien keinen Platz- Der Minister hofft, daß der Zeitpunkt nicht fern ist, wo es zu einer Verständigung zwischen allen Staaten kommen muß, und dann werde eine Gt- ' sundung der wirtschaftlichen Verhältnisie in der ganzen Welt eintreten. Bulgarien sei auf dem chestm. Wege, diese Aufgabe zu erfüllen. ' V'lrt:'! Finanzminister Torlakow konferierte gesiern mit dem Bundeskanzler Dr. Schober Über verschiedene wirtschaftliche Fragen und hofft, daß die alten, regen Beziehungen zwischen Bulgarien und ' Oesterreich sich noch weiter entwickeln werden. Demnächst werde» in Wien die Verhandlungen, betreffend den neue» österreichischbulgarischen Handelsvertrag, beginne». ■ Bevorstehende Rückkunft des Finanz^ Ministers Dr. Grimm. Die Mckkehr des FinanzministerS Dr. Grimm auS London steht unmittelbar bevor. In parlamentarischen Kreistn verlautet,^ - daß Dr. Grimm in der Sitzung des Hauptausschuffes, welche am Tage der Plenarversammlung des Nationalrates, also am 2. September staltfindet, Gelegenheit nehmen wird, über die von ihm in Paris und London geführten Verhandlungen zu berichten. , , Da die Verhandlungen formell noch nicht abgeschlossen sind, ' würden detaillierte Verlautbarungen den diplomatsichen Gepflogenheiten nicht entsprechen. Finanzminister Dr. Grimm wird - daher ’ bei seinen Mitteilungen nicht in Einzelheiten eingchm können und sich darauf beschränken, den günstigw Verlauf der bis-; herigen Verhandlungen festznstellen. ' ' Telegramme. Me Lage in Rußland. Die BolschewiLen plane» eine Anleihe. London, 30. Aaugnst. <Tel.-Komp.) Der aus. Moskau in Riga riugetroffrne Dr. N a n s e» erkärte dem Korrespondenten ' r der » i t e d P r e ß", die Sowjetregierung habe ihn ermächtigt, eine AnleihevonlO Millionen. Pfund Sterling bei de» Alliierte» zu erbittm, deren Ertrag aus- - schließlich . btt Bekämpfung der HnngerSnot dienen soll. Als Pfand für diese Anleihe bietet Rußland eine Priorität über alle E rw e r b s q u el l e n Rußlands an, phnr daß die Frage der zaristischen Schulden dadurch beeinträchtigt werden. . .; Die russische Hilfskorrrrnisfio« aufgelöst. Moska«, 30. August. (Funkspruch.) Die Kommission zur Organisierung der Anslandshilfe für die Hungernden wurde bekaMtlich von der Sowjetregierung ausgefordert, sich in die Hungergebiete zu begebe«, statt ins Ausland zu reisen. Die Kommissiov lehnte jedoch diese» Vorschlag ab, woraus die Sowjetregierung erkannte, daß die Mchrheit der KommissionS- ' Mitglieder politische Ziele verfolge, die mit den Jntereffeu der Hungernden nichts gemein haben. Die Regiermg sah zu ihrem großen Leidwesen, daß ihr gutgemeinter Versuchmöglichst breite ökreise der Bevölkerung mit Einschluß der Bourgeoisie zur Hilfeleistung heranzusiehen, an dm hinterhältigen Absichten der W e i ß g a r d i st e u geschrittrt . . sei. Di« Kommlssion wunde^dMtzlb a,u,fg

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