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Wiener Morgenzeitung · 1921-08-22 · Heft 923 (22.8.1921) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 923 (22.8.1921)
Date
1921-08-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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In berufenen türkischen Kreisen hält man dafür, daß der Augenblick für eine entscheidende Schlacht noch nicht gekommen fei. Mustafa Kemal Pascha soll beabsichtigen, weiter östlich ein Terrüin für die Entscheidungsschlacht zu suchen, so daß er eventuell Angora aufgeben würde. London, 22. August. (Wolff.) Nach einer Meldung des »Daily Telegraph* aus Smyma haben die Griechen, auf Sangariös (?) vorröckend, die türkische Kavallerie vernichtet und dabei 4000 Mann und 170 Offiziere gefangengrnommen. England warnt Griechenland. Lo « d o it, 21. August. (Privat.) Rach einer Meldung aus Athen wird dort von der Möglichkeit einer Besetzung Konstautinopels durch griechische Truppe« gesprochen. Der engl i s ch e Gesanhte in Athen erklärte. fall s g r i ech i s ch e T rvppeir \§lJ4it;ni mvl*den sie d ör( ans die EnglLuder als Feinde stoßen. Die griechische Presse b e steht trotzdem ans der Besetzung Konstautiuopels. Vor einem Sonderfrieden zwischen Deutschland und Amerika. Berlin, 2l. August. (Privat.) Die »Deutsche Allgem. Zeitungerfährt aus zuverlässiger Quelle über den Stand der Verhandlungen zwischen Deutschland and den Vereinigte» Staaten folgendes: Entgegen dm bisherigen Meldungen über den Abschluß eines Handelsvertrages zwischen Deutschland und Amerika, wird diesem ein S o it derf r i e d t it vorausgehen, den die Vereinigten Staaten voraussichtlich i» der nächsten Woche unterzeichnen werde it. Der Reichskanzler bot mit den Regierungsparteien den Vorschlag des Michskavinetts über die Grundlage zu diesem Frieden besprochen und deren Zustimmung erhalten. Um jedoch eine breitere Basis zu schaffm» hat Dr. Wirth auch mit den Oppositionsparteien Fühlung genommen. Es besteht begründete Hoffnung, daß diese Parteien, mit Ausnahme der Kommunisten/ die zu den Verhandlungen nicht herangezogen werden, dem Vorschlag der Regierung bei Unterbreilurig im Plenum des Reichstages mit wohlwollender Neutralität begegnen werden. Der Zusammentritt des Reichstages ist nicht wegen der Steuergesetze, sondern wegen der noch schwebenden Verhandlungen mit Amerika vertagt worden. Paris» 21. August. (Wolff.) Nach einer Meldung des »New York Hnaldaus Washington soll das Staatsdepartement dem amerikanische« Geschäftsträger in Perlen außerordentliche Vollmachten bezüglich des Friedensvertrages übermittelt haben, die ausreichen, um die Angelegenheit endgültig in Ordnung zu bringen. Der Dresel übersandte Vertrag behalte den Derermgten Staaten alle ihre Rechte als siegreiche Macht s*r'v0* l» rein europäischen Angelegenheiten, wie me Ziehung von Grenzen, zu engagieren. Die notwendige Zweidrittelmehrheit für die Ratifizierung im Senat sei gesichert. GeueralLireklor C«no soll Botschafter i« Washington »erde». Berlin, LI. Äug»st. M«..Tel.) Er find Be. »lühungen im Gange, um Generaldirektor Cuno von der Hamburg-Amerika-Anie zu bewegen, den nach Beendigung der Friedensvei Handlungen mit Amerika zu besitzenden deutschen Bvtschasterposie« in Washington zu ndtruehmru. Ein neuer Streich d'Ammnzios. Lugano, 22. August. (Tel.-Komp.) Ans Fiume eingetroffene Freiwillige d'Annrrnzios habe« gestern Pnnta d'Ostro bei Eattaro an der südslawischen Küste besetzt. Die Betqare« in der Baranya. Angarische Falschmeldungen über den Empfang. Horthys starke Hemd. Budapest, 21. August. Aus K a p o s v a r wird dem Ungar. Tel.--Korr.-Bur. gemeldet: Der kommandierende General in den südlichen Marken» Feldmarschallleutnant Soos, hat eine Proklamation an die Bevölkerung der bestellen Gebiete erlassen, worin er im Namen des Reichsverwesers und der Regierung alle patriotischen Bewohner des befreiten Gebietes, gleichgültig ob Bürger, Bauer, Gewerbetreibende oder Arbeiter, begrüßt und sagt: Wir sind gekommen, um Tranen zu trocknen, um Elend zu lindern und schwere Wunden zu heilen. Mit versöhnlichem und verständnisvollem Herzen bringen wir brüderliche Liebe auch jenen entgegen, die, von gewissenlosen Agitatoren irregeführt, für einen Augenblick schwankend geworden sind. Die Aufwiegler W es, . die .von DHrML w'Lt87e'ü''1ge"trosfen werlden. Sie Waffen der ungarischen Nationalarmee bringen Ruhe, Rechtsordnung und Schutz für die Arbeit des je früher beginnenden nationalen christlichen Wiedererwachens. Wer eS wagen , sollte, mit tollkühner Hand diese Arbeit, die Wiederherstellung der gesetzlichen Ordnung, zu stören, auf den wird die starke Faust der nationalen Armee unerbittlich niedersausen. Im Zeichen des St. Stephanstages beginnt der Weg zu unserer Befreiung. Möge der Glaube an Gott und die Vaterlandsliebe uns leiten! Budapest, 2l. August. Das U.T.-K.-B. meldet aus Kaposvar: Das Szegediner Dreieck ist von dm ungarische« Truppen unter Begeisterung der Bevölkerung besetzt wordm. In Baja hat eine Abteilung ungarischer Truppen die Schleusen des dortigen Kanals übernommen. Die Abteilung wurde von der Bevölkerung mit größter Begeisterung, von den serbischen Organen mit der größten Zuvorkommenheit empfangen. In den von -e» Serben bisher besetzten Teil des Somogyer KomitatS sind die ungarischen Truppen emgezogm, ebenso wie Somogy, Bares und Szigetvar von ungarischer Gendarmerie am 20. d. M. besetzt worden sind. Die Stimmung der Bevölkerung in diesen Gebieten ist überall begeistert. In Fünfkirchen ist gestem abmds ungarische Gendarmerie eingerückt, um dort die ungarischm Verwaltungsorgane zu unterstützen, die nach dreijähriger Unterbrechung ihre Tätigkeit wieder ausgenommen haben. Die Bevölkerung hat die Gendarmerie mit Ovationen empfangm und erwartet in froher Stimmung dm Einzug der ungarischen Truppen. Die sogenannten Emigranten haben sich nach Essegg geflüchtet, wo sie von den Serben interniert wurden. Störende Zwischenfälle sind nirgends vorgekommen. Fasammenstotz mit französischen Soldaten in Berlin. Berlin, 21. August. Am Bahnhof Friednchstratze kam er gestem zu einem ernsten Zwischenfall zwischen französischen Soldaten uitb dem Publikum. Die fransischen Soldaten luden am Bahnhöfe Kleidersäcke ab und behinderten den Verkehr nach den Bahnsteigen, lieber diese Rücksichtslosigkeit empörten sich die vielen Reisenden» die zu den Zügen eilten. Schließlich wurde ein Schutzpolizist aufgefordert, die Franzosm zuruckzuweisen. Als der Beamte dies in höflicher Form tat, griff ihn ein Franzose sofort tätlich an. Die Schutzpolizei erhielt Verstärkung und tteunte schließlich die Parteien. Deutschlands Entwaffnung. Part», 22. August. lTel.-Komp.) Nach dem »New Asrk Hrrald* soll mit der Rückkehr Molleis «ach Berlm die Aufsicht: über du Entwaffuuug Deutschlands fortgesetzt werde». In alliierten Kreisen herrsche die Meinung vor, daß die KontrvÜkommlssiou wahrscheinlich einige Mouerie in Deutschland lltibtn werde. Eine ständige Kontrolle der denlschm Industrie, wie sie Frankreich wünsche, werde nicht vorzenommm werden. An hiesigen politischen Kreisen wird erklärt, daß die Kontrolle der Abrüstung nur eine zeitweilige Maßnahme ist, während rin« ständige Kontrolle der Industrie die einzige Methode wäre, mn stch gegen eine Erneuerung der deutschen Rüstungen zu schützm. Die oberschlesische Frage. Paris, 21. August. In seiner Antwort an Briand sagte der japanische Gesandte in Paris und Vorsitzende des Völkerbundrates ViÜomte Jschii, er sei der Ueberzeugung» daß alle Mitglieder des Bölkerbundrates sich bereits erklären werden, an der Lösung der oberschlesischen Frage teilzunehmen, das heißt, die Einladung anzunehmen. Streiks in Frankreich. Poris. 22. August. (Wolff.) Nach einer Meldung des ,E ch o d e Parisaus Lille find die Grubenarbeiter, deren Arbertslöhne herabgesetzt werden soltten, in de» Abwehrstrrik getretm. Wie der ^Matin" mitteitt. haben die Transportarbeiter in Roubaix beschloffen. in de» Solidaritätsstreik *» treten.' ’' ~ Englische Neuwahlen. Paris. 21. August. (Wolff.) ^Echo de Parismeldet aus London: Das Gerücht, daß die englische Regierung wegen der irischen Frage, wie auch immer die Verhandlungen darüber ausgehen mögen, an das Land appellieren und zu Neuwahlen schreiten w e r d e, tntt immer mehr hervor. Was planen die Griechen in Albanien? Rom, 21. August. (Funksprvch.) AuS Baloua werden fieberhafte Vorbereitungen der Griechen an der albanifchm Grenze zur Besetzung des Epirus gemeldet. Mrrffolini bleibt den Fafzisten erhatte». Rom» 21. August. (Funkspmch.) Der Vollzugsausschuß der Frontkämpfervereinigung hat ans semer Mailänder Tagung beschloffen, dev Rückttitt Mussolints von der Leüung der Faszistmpartei nicht auzuurhme«. Die spanische Niederlage in Marokko. Paris, 20. August. (Funkspruch.) Nach den ersten in Madrid eingelangten Meldungen betrugen die Verluste der Spanier bei MeMa, ohne die Venmßtm, 14.112 Tote, 29.540Gewehre, 134Feldgeschütze und 393 Maschinengewehre. Rom, 21. August. (Funkspruch.) Die spanische Regierung bewilligte 119 Millionen Pesetas für den Feldzug in Marokko. __ König Alexander- Paris. 21. August. (Fuvkspruch.) Der Zu staut des Königs Alexander ist unverändert. Er tepubet stch noch immer im Hotel Continental in Paris und nicht auf einer Kliuik. Sowjetrutzland gegen Finnland? Helfingfors, 21. August. (Wolff.) Der sirmische Geueralstab bestätigt die Blättermelduug von ein« Konzentration bolschew ikischer Truppen am Karelischen Isthmus. In RegienmgSkreism herrscht die Ansicht vor, daß die Maßnahme defensive Zwecke verfolge, da die Bolschewiken einen s i n «is ch e« Angriff befürchten und durch die hiesige baltische Konferenz sowie durch den englischen und amerikanische«^ Flottenbesuch nervös geworden seiyr. Es verlautet, daß! 10.000 Mann sibirischer Truppen, Geschähe und vier Panzerzüge nach Osttarelien transportiere worden M».>

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