Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 916 (14.8.1921)
- Date
- 1921-08-14
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2979076-2979773-2979995--08437-2994592- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nnzelpreks Sk Kronen PrSUHUXnast-IesPrey«. » t«»r am »kh-l«, Ir fect “QBSi* »»OOOßUch. Ihm* igo^m; •Mt O»ß»eis«ick fkt dm r1 Oeflmcift: M»RO«1ch . ftniim l8*v~ Sf«c4e*6l»MM: Mt»«tUch . .ItmKR, 1&- Vieeteljtbrlich , 8^.— ******* ftnatlMf. . (hiwiR 71«* mm*Mär ■ . 9<m« Jlr» vi-MtÄ-Uch . föZ Nr. 916 Einzelpreis S Kronen rener PrannmerationSpretsKr P-1r*e «oaittttch. : WUut *Q%m Ir polnifd)er LSöhrRUG _ D«*1schl«»»r i «SRRMch. . . Stfttl lApW ftnttfaMt* «SRRtUch . . . S»RRR» «^! Mo««<Nch. ... Hirt 4r» _ RmnSat«: '{ * Monatttch.... «et 8lr Schwel- «.da» «leige Iiim' MottatUQ . . . 9mrc9 9^~ KedRttioR LAdmtui >wieR,!S.«ez^rRdR ilstrRttR» iEm kelepLORer 440 «* 014« R-tRd« Wien, Sonntag de« 14. August 1921 m 433» Kt. 1680t P-stsParküffenk-utO MM 3. Jahrgang Gleiche Wege, gleiches Ziel. —7. W r e n. 11. August. Der hoffnungsvolle Optimismus, der das gestrige außenpolitische Expose des Kanzlers Dr. Schober durchzieht, gründet sich auf die Ergebnisse der Hallstatter . Aussprache zwischen den Lenkern der österreichischen und der tschechischen. Republik. Es ist weniger die Rede von der Hilfsaktion: der Entente. Der österreichische Kanzler, der sich als ein Mann von politischer Initiative erweist, schiebt die Diskussion über die Hilfe auf das Nebengeleise. Er verweilt dort, wo Oesterreich sich selbst, seine Arbeit, seinen Weri zur Geltung bringen kann, wo der Staat selbst Willen beweisen kayn. Oesterreich ist einer der Sukzessionsstaaten, heute bereits ihr wichtigster, wennHich ärmster, und seine Politik, kann heute die Wege gehen, , die aus dieser zentralen Lage nach allen , Hauptstädten führen., . Die Forderungen uüd Leistungen, die zwischen Oesterreich und seinen Schicksalsgenossen stehen, sind verschiedenartig abgetönt' und richten sich in der Intensität nach den großen Gesetzen des internationalen Geschehens. Aber sie stellen in ihrer Gesamtheit ein System rpittschaftspolitischer Beziehungen dar, 'in welchen jedem Wat eine Position zugewiesen ist, der er gerecht werden mutz. , Die Hallftättqf Enfrevue bestätigtdie zentrale Funktion Oester-' reichs und - es ist.in gleicher Weise, eine politische Tat Schobers wie Benesch'. gewesen, daß , sie trotz aller nattynalistischen Quertreibereien hüben wie drüben an der lAdee der Konferenz, in Hallstatt festhietten. Die d.MDetmMne)l HereiybaWigey, hie fich.,.im einzMen, |Äii' MietzsMchtsv^ttag, <ayf vw Meichterung GMzyzrhehrs, auf die Aktlyjeryygj -des Handels-- sMDG'MpgM^ foDpM-, Der, - MUlichey persÜnlWmÄGMäche der Außenchmister vertraglich. fest-. UlMi y»erhtzy. Die beiden Staatenwollen nicht «st. warten, ob es den großen Mächten beliebt, M..Zustiuüflung zur Konferenz .der Sukzessionsstqaten zu erteilen: sie wollen ihre . Angelegenheiten gemeinsam ordnen pnd dann die übriben Rachsolgeschaten - zum Beitritt , zu ihrer Konvention Einladen, die.selbstverständlich nur wirtschastspolitischen Charakter fraaen kann. Eine andersgeartete Bindung Oesterreich^' ist nicht möglich, auch nicht geplant, da LchyhersMegierungsprogramm als ein Programpl der Berpuyst alle. Abenteuer ausschaltet. Oesterreich mutz mit asier Welt in Frieden leben. Diese Notwendigkeit ergibt sich als Konsequenz des Friedentzvertrages,; gibt aber gleichzeitig Oesterreich die Mission der wirtschaftlichen; Vermittlung zwischen seinen Nachbarn. Keine österreichische Partei -Lanw sich den Verpflichtungen dieser Situation entziehen und die Außenpolitik, die von der Koalition betrieben, wurde, entsprach % ihren großen Linien diesem Bedürfnis nach'Ruhe und Freundschaft. Erst die. christlichsoziale Regieipng.^ durchbrach durch ihre außenpolitischen Engagements, das System der reinen Wirtschaft und heute ifl-es der Minister des Innern, der durch feine nationalistische Optionspraxis, chie sich, nicht nur gegen Juden, sondern auch, gegen Tschechen und Jugoslawin richtet, das Ensemble stört. Die Vorteile, die jsich für Oesterreich aus der von Schober geleiteten «Politik der Aufrichtigkeit ergeben, find zu klar, als daß sie von irgendjemand übersehen werden könnten. -Es war trotzdem nicht überflüssig, daß Dr..Schober die selbständige Republik Oesterreich als ein Postulat des Friedens in Mitteleuropa erklärte W damit alle mehr oder minder romantischen Phantasier hinwegräumte. Wenn Oesterreich an der UnäbhWigkeit und der'republikanischen Staatsform festhält,'"D erfüllt" es dqmit die Voraussetzungen für die Aufbauhilfe seiner Nachbarn im Norden und im Süden ynd wird gleichzeitig eine Stütze für die DemokÄe Angams, die über kurz oder, lang das Horthy-Syftem überwinden wird. Die Ergebnlffe der Hallstätter Begegnung schließest Oesterreich in das sich neu bildende mitteleuropäische System freier Staaten ein. Alle diese Staaten sind über die ersten Iugendtorheiten hinaus und erkennen..schon-jetzstdatz nur die gegenseitige Stützung sie vor' dem Schicksal der Handelsunsteiheit, und der Währuügsoerdorrmrg schützt. Daß Schober und Benesch sich auf dieser Basis finden, gibt die Gewähr, daß auch die Völker diese« Zug der Zeit erkevueu f? Finanzielle Hilfe in Aussicht gestellt. — Günstige Erklärung des amerikanischen Vertreters. Paris. 13- August. (Wolff.) Heute besprach der Oberste Rat die finanzielle Lage Oesterreichs. Die für Oesterreich vorgesehene Hilfe ist abhängig davon, daß Amerika ans seine Hypothek anf Oesterreich verzichte. Der amerikanische Botschafter Hardey erklärte, im amerikanische« Parlament sei eine Vorlage eingebracht, um diese Hypothek ansznh eben. Der Oberste Rat sprach infolgedessen einstimmig den Wunsch ans. die Regierung der Vereinigten Staate« möge diesen Entwurf m ö g l i ch st bald verabschiede» laffen. Paris, 13. August. (Havas.) Die vom Oberste» Rate angenommene Entschließung, betreffend die finarrzielleHitfe für Oesterreich, hat folgenden Wortlaut r Der Oberste Rat stellt, nachdem er von den zur Wiederanfrichtung Oesterreichs bestimmte« finanzielle« Maßnahme« Kenntnis genommen hat, fest, daß deren Durchführung nnr mehr per Z n st i mm n « g e I «I g e r R e g i er u y g e w zu dem auf seinem B e s ch l «sf e vom 17. Marz beruhenden Plün der Z «- r^ll ch st e l l n n g der P f a n d r e ch t e harrt, der von fast sämtlichen in Betracht kommenden Regierungen bereits angenommen ist. Indem der Oberste Rat bis dringlich e Notwendigkeit der Bedürfnisse Oesterreichs «ud die von der österreichischen Regierung bereits geleisteten Bemühungen anerkenn^, spricht er sein vollstes Vertrauen aus, daß die von Oesterreich erwartete H i l fe d i e f em in kürzester Frist gebracht wer» denwird. Der Oberste Rat gibt dem Wunsche Ausdruck, daß die Regierungen der Bereinigten Staaten von Amerika, Serbiens «ndRumäniens die gebieterische Dringlichkeit einer so lebenswichtigen Lösung in Erwägung ziehen und ihre Zustimmung geben mögen, deren Abwarten allein die Berwirktichnng der einmütigen Absichten dde Mächte verhindere und von der die Wiederherstellung des wirtschaftlichen Gleichgewichtes Europas und das Leben Oesterreichs selbst abhänge«. Die englische und französische Presse sür Oesterreich. Pari-, 13. August. Der ^Eclairbespricht daZ Intnchr cm einer Entschließung de- Obersten Ratrs im Ginnt der Förderung, und Beschleunigung der -ilfSaltio»für Oesterreich. Das Blatt giht der Hoff«ung AnSdruck« d« Oberste Rat werde Zeit finden,, sich mit. diesem wichtigen Problem pt Ko» faffc« und die driri'geud notwendigen Hilisaklionen zu beschlmnige». London» 13. Äugust. (Reuter.) Der finan-ielle Mitarbeit»/ der „Times" sagt m Besprechung der Finanzlage Oesterreich-: „Es ist zu hoffen, daß vom Obersten Rat Maßnahmm «griffeW werden, um alle Hindernisse, dir der sofortige« 9tf wirklichung des österreichischen KreditplaneS evtgegeustehem zu beseitigen. . Rußland. — Die Orientfrage. Paris, 13. August. (Wolff.) Der Oberste Rat beschäftigte sich in der heutigen Dormittagsfitzung auch mit der Frage der B e rsorgung Rußlands und beschloß, einen internationalen Ausschuß, der nicht nur Vertreter der Alliierten umfassen soll, einzusetzen, um die erforderlichen Vorkehrungen zu treffen. Der Oberste Rat soll in diesem Ansfchutz durch drei Mitglieder vertreten fein. Ferner wurde' die Orientfrage besprochen. Marschall F o ch gab Aufklärungen über die strategische Lage, die Lage in den Meerengen und über deren Verteidigung, die stchergestellt werden müsse für den Fall, daß ihre Neutralität - seitens Griechenlands oder der Türkei verletzt werde. Der Ausgang der Konferenz in stanzöstscher Beleuchtung. . Paris, 13. August. Die Agence Havas teilt mit: Die Verweisung deS oberschlesischen Problems vor daS Forum des Bolkerbnndrates findet eine günstige Aufnahme in de» franzosiichm Konferenzlreisen. Die Besprechungen am Donnerstag schienen nach viertägiger Dauer ohae Ergebnis zu bleiben, da Italien und Japan sich dem englischen Grenze ehuttgsplan anschloffen, während Frankreich allein sich ihm wider-' setzte. Ministerpräsident Brimd ward» Meinung, düst man aus der Sackgaffe, in der sich der Oberste» Rat befand, derart heraus- - komme» müffe, daß eine I s o l i e c« n g F r a n k r e i ch^tz vermieden werde, uvd da hat er den Schiedsspruch des Bölkerbandrates angenommen. Um die Ruhe und Ordnung in Oberschlesieü bis znr Entscheidung auficchtzuerhalten und um sodann die Durchführung dies« Entscheidung z« überwach«, werden' Frankreich, England und Italien B r V stark«« gen entsend c n, indem sie auf diese Weise zu . der von der franjösischen Diplomatie vor Zusammentritt des Obersten Rrtes verteidigten These znrückkehren, nämlich der Beförderung neuer Truppenabieilungen «och Oberschlesieü vor welcher Lösung dieser Frage immer. Hingegen hat sich der Gedanke einer sofortigen Regelung des Problems, die England wirtsamer erschien als eine Bcrstälkuug der Truppen, durch die Ereianiffe als unrichtig amüch«» Die Bedingungen der Sinnfeiner. / Ablehnung -es englische« Friedens» Vorschlages? > London, 13. August. (Wolff.) Wbe die Blätter melde«, wird die Antwort der Sinnfeiner an die englische Negierung einer Ablehnung gleichbedeutend erachtet. »Morning Post« meint, es herrsche-allge» mein der Eindruck, daß «nter de« Dediuguu-' gen im Ultimatum de Baleras die B & zahluug aller Entschädigungsansprüche für Morde, Verwundungen «nd Zerstörungen durch die Agenten in Irland gefordert werde. Das würde eine Entschädigung von etwa siebe« Milli on c n Pf« nd a«s^ machen. Die Auffassung des Kabinetts bezüglich des Schreibens de Baleras fei ä u ß e r st e r n st. ^Daily Chroniete« meldet sogar, die Antwort der .Sinnfeiner werde von Lloyd George als eine Verwerfung seiner Friehen s b e d i n g u n g eu angesehen. Die spanische Kabinettskrise. Madrid, 13. August. (Havas.) Das AußenportefenMr soll H o n t o r i a zugeteilt werben. M a « r a dürfte auf die persönliche Mitarbeit -er . Liberalen und konservativen Führer verzichten und sich damit begnügen, Müglirder jed» dieser Gruppen' ins Kabinett z» bemfen. Generalstreik l« Fünfklrchen. Protest gegen das Horthy-Eqste«. Belgrad, IS. August. (Preßbureau Belgrad.) Wie cmS F ü n fkir ch e it derchtet wird, ist dort zum Protest gegen die bevorstehende Räumung BaranhaS durch die jugoslawische« Truppen der Generalstreik, erklärt worden. Ja der Stadt wurden Maursestationsumchge Deranstaltet, woran -0.690 Einwohner teilnahmen, die gegen die Rämnung r>er Stadt durch die jngoslawlschen Truppen protestierten. Es &»»* |» t l ei*t» Z » U 4kjt »iS \ 1c « bekomme«.