Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 915 (13.8.1921)
- Date
- 1921-08-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2979076-2979773-2979994--08428-2994582- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
|HriiiMlM<MÜMwtwcifc » itas Am sHirtw ix *« fl&idMM. Si Bezirk, Tabor- "üW-T ti*1*“ HmmMI . »WM» uo^ «U P»stre<«ch ftr «Mm mW &ffMTVCM9i MMttfMl . »IMM IM*-» «WHWU«GW>d»WWUWRch ÜMiWUll . .JbMMS IBr~ BIEeU-Lrttch . *4L— m CUltm tssss äU'DUCh EW«MWrr.«v> rnillllli W»»»»W«W>,>!I» äaimeu Sbattfu. . . Mm — VNflM|l9*fV(9 Nr. 915 Wien, Samstag den 13. August 1821 PräunmeratinnSpreifer Betör 4 «Etttch. . Mar, M*J te »elrisch« «ähnm, •-«-iffisuMiJ «»»»tttch?^'? «er *L Mo«atttch^^*Eei M| Schweiz ». d« tttigc Lr»ln>ck Moratlich. . . Areme» WVÄWKWS ÄÄI5S VeftftzerrüegentoM» 190JBV P? 3. Jahrgang "7. tzloyd George aus Paris abgereist. Paris, 12. August. (Havas.) Der Oberste Rat hat folgende Entschließung angenommen: Der Oberste Rat beschließt, bevor er über die Festsetzung der Grenze zwischen Dentschland und Polen in Oberschlesten entscheidet, unter Anwendung von Artikel 11, § 2 des Völkerbundpaktes die Schwierigkeiten, die die Festsetzung dieser Grenze bietet, d e m D ö l k e rbnndrat zu «nterbreiten, und ersucht ihn, seine Anficht ü b erd i e G r e « zlinie wissen zu lassen, deren Bestimmung de« verbündeten und assoziierten Hauptmächten obliegt. Mit Rücksicht auf die Lage in Oberschlefien wird der Völkerbundrat gebeten» diese Angelegenheit als äußerst d rin g l ich betrachte» zu wollen. Nach der Abreise L l 0 h d Georges hat der Oberste Rat die Frage der Kriegsschuldigen verhandelt und beschloffen, die richterlichen Behördsn der verschiedene« in Betracht kommende« Länder auszüsordern, von den^ richterlichÄr Beamten, die den Verhandlungen in Lei v z i g beigewohnt haben, Vorschläge über die einzuuehmende Haltung einzusordern. Der Oberste Rat wird sich morgen vormittags mit der Frage der Sanktionen besaffe». Paris, Ir. August. (HavaS.> Zu dem Ministerrat,. du finite um 6 Uhr 30 Minuten abends unter dem Vorsitz des Präsidenten M'llerand zusammentrat, warm auch Knegsmimst« Barthou und Marinemimstcr Gusthau erschienen. % Paris, 13. August. Die Agence Havas meldet inoWell/ der Oberste Rat habe bei der Entscheidung, die oberschlesische Frage dem Völkerbund zur Begutachtung zu überweisen, erklärt^ daß er die Sn t s ch e i d » n g d i e s e r O r g a n i s a t i0« zu der s einigen machen w e r d e. Man habe sich also offiziell auf einen Schiedsspruch geeinigt. ES sei wahrscheinlich/ daß Verstärkungen nach Oberschlesien entsandt werdm. Der Vertreter der Vereinigten Staate« beim Oberste» Rat habe erklärt, <S scheine ihm immer mehr, daß diese Frage eista reiueuropLischenCh arakter habe. Die Verweisung der oberschlesische» Frage an den Völkerbund ist a n s britischen Wunsch hm, der von Japan und Italien unterstützt wurde, erfolgt. Berlin,. 12. August. (Tel.-Kvmp.) ' Die H'avas- Meldung, derzufvlge der Oberste Rot beschlossen habe/ die Entscheidung über Oberschlesien dein Völkerbund zu überweisen, wird in maßgebenden KreifeM dahin ausgelegt, daß siG die französische Regierung! auf diese Weise aus der jetzigen- /schwierigen; Situation herausarbeiten wolle.Im . Ädrigen beurteilt man diese Wendung auch deshalb' nicht ungünstig^ weil man zum Völkerbund das Vertrauen hat, daß er mit mehr Gerechtigkeit die oberschlesische Frage lösen werde, als es durch das. diplomatische; Spiel möglich geworden wäre. ' Bundeskanzler Dv. Schober über die Hallstätter Begegnung. Der österreichische. Bundeskanzler : Dr.. Schober äußerte sich gestern in einem Gespräch mit dem Wiener- Korrespondenten der „Prager Kresse" in folgender Weise über die Begegnung in Hallstatt:. Wenngleich die Zusammenkunft ii$ Hallstatt in erster Linie auf den Wunsch' der Präsidenten der beiden Nachbarrepubliken zurückzuführen war, als vieljährige politische Freunde sich ausspreche» zu fömtetv s» hat sie darüber hinaus aus leicht erklärlichen Gründen' gewiß auch starke politische Bedeutung, vor allem ökonomischer Natur, gewonnen. Die Politik der beiden Staaten» bewegt sich seit längerer Zeit in festen Bahnen^, gekennzeichnet durch gegenseitiges Wohlwollen und bas Bestreben, hemmende Schrankes wie sie ans der ersten Nachkriegszeit noch bestehen, ehestens abzubauev^. Daraus können Sie ohne große Schwierigkeiten» auf den größeren /Teil des Anhalts der Unterredungen schließen. Sie waren gewidmet der Beseitiguvg noch bestehender Verkehrs schwierig keilen, Erleichterung des Grenzverkehrs, Erledigung der letzten Formalitäten in der Frage des vstevreichisch-tschech ische« Handelsvertrages. Nie befaßten sich mit der Regelung der zwischen: den beides Staaten noch' zu erledigenden finanzpolitische« Angelegenheiten und dem zwischen bety beiden Republiken, zu schließenden Schiedsgerichtsvertrag. Die Konferenz von Portorose mußte natürlich' in die Erörterung einbezvgey» werde», dies schon ans dem Grunde, da ein weiterer, nicht absehbar^ Aufschub die beiden Staate» zwingen würde, deh Teil deK Programmes der Zdonferenz, der ihre Interesse« berührt. gebenenfallS in jelbstLndigejst Kerhaudlnng« fß erledigen. ‘ ' ■ '; i *.- Die Besprechung der allgemeinen Politik 8er beiden Staate«, besonders-der Ziele .ihrer Außenpolitik, hat eine erfreuliche Uebereinstimmung gezeitigt. Dm Ziele Oesterreichs find vor allem ökonomischer Natur und sie müsse» erreicht werde» in stetem Kontakt mit fein«uj.Nachbar staato«. Zusammenfassend sei der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß die auf Grund der Entrevue sich et« gebenden Detailberatungen sich dtz evreM Tempo abspielen werden, damit sie dann bei einer nächste« Zusammenkunft abschließend behandelt werde« V.nu/u Der Schädling Waber. —7. W l e», 13. August. Der österreichische Änrister des Jnnem Doktor Leopold Waber betreibt feine eigene Politik. Er hat angeordnet, daß alle jüdischen Optionsgesuche abgewiesen «erden sollen, lleber die rechtliche Seite seines Erlasses sst nicht zu sprechen. Der Erlaß ist eine glatte, höhnische Verletzung des Friedensvertrages. Waber^ und seine unverantwortlichen Hintermänner, ein paar aus der Tschecho-Slowakei und aus Jugoslawien geflüchtete. Schriftleiter und Berufshetzer, glauben den Zeitpunkt, wo die Westmächte in die oberschlesische Sorge vertieft sind, für günstig, den Signataren des Friedensvertrages eine lange Nase drehen zu können. Sie machen fich darüber keine Gedanken, daß auch diese Situation Vorbeigehen und daß man dann die an dem unterschriebenen und feierlich angenommenen Vertrag begangene Untreue erkennen wird. Sie haben noch nicht eingesehen,, daß Oesterreich bis züm heutigen Tage alle Versuche des christlichsozlalen Regimes, sich den Pflichten des Vertrages zu entziehen, bitter hat büßen müssen und daß die heutige verzweifelte Lage Oesterreichs eben darin mitbegrüudet ist. daß seine Stellung zu seiner - Unterschrift außerordentlich unklar gewesen ist. Wenn Staat und Volk heute ihre Hoffnung auf die dem. Obersten Rat zur Beschlußfassung vorliegende Kreditaktwn gesetzt haben, so ist es zumindest eine schwere politische Unklugheit, gerade diesen Augenblick zu einem Jonglieroersuch mit den Friedensbestimmungen zu benützen. Die wirtschaftlichen Konsequenzen des antisemitischen-Treihens. -unserer über den Kriegsüüsgang MWertey Rationalisten lassen sich schon heute kaum übetsehÄ^ $t« - Ostjudenhietze Der öetganyensn '.'zwA' Jahre, bk Äon den Sozialdemokraten aüsging und von den Großdeutschen freudig mitgespielt wurde, hat eine' schwerwiegende Aenderung der handelspolitischen Lage Polens zur Folge gehabt. An die Stelle Oesterreichs ofö Bezugsländ ist die Ttjchecho-Slowaker getreten und' dieser Umstand ist, wie bekannt, der Ausgangspunkt einer' Reihe von Aktionen der polnischen Politik gewesen, m ein freundschaftliches Verhältnis zur tschechische« Republik zu gelangen. Die Leute, die die großdeutsche Partei und den Minister Waber kommandieren, verstehen im allgemeinen nichts von Wirtschaftspolitik. Aber ein Blick auf die Ausfuhrstatistik» die. gerade eiü Sinken der östlichen Relationen zeigt, wäre ihner^ doch anzuraten. Dieser Abstieg wird und muß sich jetzt fortsetzen. Denn die Sekkatur der ostsüdnchen Flüchtlinge hat fich jetzt bis zur offenen Brüskierung des gesamten Judentums gesteigert. Der Befehl Waberr besagt: ^Israeliten werden nicht ausgenommen/ Hier ist also das ganze Judentum gemeint ‘ unb getroffen und Herr Waber mag sicher sein, daß diese Beleidigung ihm niemand vergessen wird. Es handelt sich meist gar nicht mehr um Flüüstlmge;' es sind Kaufleute, Industrielle, Professionisten. Pensionisten des alten Staates, die alle auf die StaatszugehörMeit zu Oesterreich durch Beruf, Bildungsgang, Arbeitsleistung das gleiche Recht besitzen wie dieser Waber und die zu ihm Hergelaufenen. Alle diese sind von dem Minister aufs schwerste provoziert worden: Mich, wie wir hinzufügen wollen, nur jene, die für die Anerkennung ihres moralischen Rechtes nicht bezahlen wollen. Die Beleidigung, die sich Waber hat zuschulden kommen lassen, wird auf das Ansehen Oesterreichs, auf 'feine Wertung als loyaler Staat und leider mich auf seinen Handel zurückfallen. Man kann mit einem Staate nicht arbeiten, dessen Minister die einfachsten Notwendigkeiten nicht erkennt und wie das bekannte Tier im Porzellanladen fich benimmt. Die lptzfindi^e« Antersuchungen über den Begriff der Rasse, die Man jetzt hier und dort zu lesen bekommt, sind uns gleichgültig. Es handelt sich um Tausende wertvoller Menschen, die nicht geduldet fein wollen und die ein ihnen zustehendes Recht in Anspruch nehmen. Dieses Recht wird ihnen zugestanden «erden müssen — trotz Waber und Genossen. Der heilige Krieg gegen die Griechen? MaißittgLon, is Ailgust. ' (Fünkspwch? Nack t'mx Meldung ßu-3 A u § 0 r a habe der K ö n iß vou Hedjchas driügru Lr,ch gegen die Grieche« <»sgemfe«. t' »swandernng »nd Patzwefe«: Genf» 11. August. (Schweizerische Drpeschenagenlur.) Die. internationale AuswandenmgSkommission empfiehlt die P r üfsng der Auswanderer im Einschiffnngshafm^sowie a« den wichtigstm Grenzübkrtrittsstatione», wodurch erreicht werdm soll, daß Ausländer schon an der Einschiffung verhindert werden, wenn sie den Aufnahmsbestimmungen des, Einwanderungslandes nicht entsprechen. Entsprechend de» Beschlüssen der Konferenz für die Vereinfachung deS Paßwesens, hat die Transittonmussion des Bolkerdundes 'ienc Staaten, die noch nickt ans die ihnen zugestesiten BeschliUse geantwortet Labe», cuüaesordrrt die Antwort möglichst bald w überiende» Besuch Masaryks i« Belgrad. 'Der serbische Prinzregent «ach Prag eingelade«. Graz, 12. August. Die »Tagespost^ meldet «ms Belgrad: Der tschecho-slowakische Gesandte Kali na hat dem Ministerpräsidenten Pa sie ein Handschreiben des Präsidenten M a s a r y L für den Prinzregenten Alexander überreicht. Me in Mtenichteten Kreisen verlautet, hat Präsident MasaryL darin seinen Besuch in Belgrad angekündigt und gleichzeitig den Regenten zu einem Besuch i» Prqg Mq geladen.